CARNITIN 

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Carnitin                                                

Syn.: Vitamin BT
ein in allen Geweben (v.a. in quergestreifter Muskulatur) vorkommendes, von Wirbeltieren biosynthetisiertes Trimethylbetain; ist beteiligt an Fettsäurentransport, mitochondrialer Fettsäureoxidation, Transmethylierung u. Thyroxinwirkung; wirkt appetit- u. gewichtsfördernd. E: carnitine.
Zusammenfassung wichtiger Studien über L-Carnitin
L-Carnitin wird vom Körper bei der oxidativen (aeroben) Verbrennung von Fettsäuren benötigt. Es dient dabei als Transportvehikel, um langkettige Fettsäuren in die Mitochondrien, den Ort der Fettsäurenoxidation, einschleusen zu können.  Aufgrund dieser Aufgabe findet man L-Carnitin vor allem in Zellen vor, welche einen hohen Energieumsatz aufweisen, also vor allem in Muskelzellen. Mit rotem Fleisch kann man demzufolge die höchsten L-Carnitinmengen einnehmen. Ein Rinder-Steak von 200g enthält beispielsweise 120mg
L-Carnitin, 200g Hühnerfleisch hingegen nur 15mg. Zu einem geringen Teil ist L-Carnitin auch in Nüssen, Früchten und Getreide vorhanden.  Erstmals für Aufregung in Sportlerkreisen sorgte eine Studie des italienischen Sportmediziners Marconi [1]. Dieser stellte bei Ausdauersportlern einen Anstieg der maximalen Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2 max.) von 6% fest, nachdem diese während 2 Wochen täglich 4g L-Carnitin einnahmen. Die maximale Sauerstoffaufnahmekapazität kann als Parameter für den Trainingszustand eines Sportlers angesehen werden.  Dragon [2] fand in einem placebokontrollierten Doppelblind-Versuch, dass die Verabreichung von 2g L-Carnitin über 10 Tage signifikante Veränderungen des gemessenen „Kraft-Index", der fettfreien Körpermasse sowie der Gesamt-Leistung bewirkte. Derselbe Autor [3] stellte in einer später angelegten Studie mit 110 Top-Athleten gegenüber Placebo signifikante Serumspiegel-Unterschiede in den freien Fettsäuren sowie beim Laktat fest.  Wyss [4] stellte eineVeränderung des respiratorischen Quotienten (RQ) fest, nachdem 56 junge Männer unter L-Carnitin einer Ausdauerbelastung ausgesetzt waren. Ein verkleinerter RQ-Wert ist ein Zeichen dafür, dass zur Energiegewinnungvermehrt Fettsäuren anstelle von Glykogen eingesetzt werden. Einen verkleinerten RQ-Wert fand unabhängig davon auch Gorostiaga [5]. Weitere bedeutende Doppelblind-Crossover Studien über L-Carnitin kommen von Vecchiet [6] sowie Zapf [7]. Beide Studien belegen eine erhöhte max. Sauerstoffaufnahme (V02 max.), erhöhte Gesamt-Arbeitsleistung sowie verringerte Laktatwerte. Schliesslich sei noch die Studie von Arenas et. al. [8] erwähnt. Dieses Team versuchte, die verschiedentlich festgestellte Erhöhung von VO2 max. biochemisch zu erklären. Die Forscher stellten dabei unter L-Carnitin-Supplementierung dramatisch erhöhte Aktivitäten gewisser Enzyme fest (u.a. beim Schlüsselenzym für den Energiestoffwechsel, die Pyruvatdehydrogenase PDH). 
Literatur: 
[1] Marconi C., Sassi G., Carpinelli A., Cerretelli P.: Effects of L-carnitine loading on the aerobic and anaerobic performance of endurance athletes; Europ. J. Appl. Physiol., 54 (1985), 131-135 
[2] Dragan G.I., Wagner W., Ploesteanu E.: Studies concerning the ergogenic value of protein supply and L-carnitine
in elite junior cyclists; Rev. Roum. Morphol. Embryol. Physiol., 25 (1988), 129-132  [3] Dragan G.I., Vasiliu A., Georgescu E., Eremia N.: Studies concerning chronic and acute effects of L-carnitine in elite athletes; Rev. Roum. Morphol. Embryol. Physiol., 26 (1989), 111-129 
[4] Wyss V., Ganzit G.P., Rienzi A.: Effects of L-carnitine administration on VO2 max and the aerobic-anaerobic threshold in normoxia and acute hypoxia; Europ. J. Appl. Physiol., 60 (1990) 1-6 
[5] Gorostiaga E.M., Maurer C.A., Eclache J.P.: Decrease in respiratory quotient during exercise following L-carnitin  supplementation; Int. J. Sports Med., 10 (1989) 169-174 
[6] Vecchiet L., Di Lisa F., Pieralisi G., Ripari G., Menabo P.: Influence of L-carnitine administration on maximal physical exercise; Europ. J. Appl. Physiol., 61 (1990) 486-490 
[7] Zapf J., Knoll M., Bergner J., Riedel H., Kemmler W.: The influence of L-carnitine on aerobic performance following 4 weeks of endurance training on the bicycle ergometer - a double-blind study with 23 athletes; „Regulations- und Repairmechanismen", 33. Deutscher Sportaerztekongress Paderborn 1993, Dt. Aerzte-Verlag Köln, 1994, 727-732 
[8] Arenas J. et al.: Effects of L-carnitine on the pyruvate dehydrogenase complex and carnitine palmitoyl transferase activities in muscle of endurance athletes; FEBS Letters 341 (1994) 91-93 


Carnitin ist ein Dauerbrenner im Markt der Supplemente und wird möglicherweise noch eine zeitlang diesen Status innehalten. Eine der vielen metabolen Funktionen des Carnitins ist der Transport von langkettigen Fettsäuren durch die innere Membran der Mitochondrien, dem Ort der Nährstoffoxidation. Die Idee einer erhöhten Fettsäureoxidation durch eine Supplementierung mit Carnitin
ist daher naheliegend. Dies hätte zwei wünschenswerte Effekte zur Folge. Zum einen könnte mehr Fett abgebaut werden, und zum anderen könnte vielleicht Glycogen gespart werden, was bei einer definierten Ausdauerbelastung eine höhere Leistung bewirken könnte. Damit einer oder beide Effekte nur schon theoretisch geschehen, muss supplementiertes Carnitin zum Zielort gelangen (in die Muskelzelle). Dies ist aber bei Supplementierungen bis zu zwei Wochen mit täglich bis zu zwei Gramm Carnitin nicht der Fall. Erhöht wird der Blut- und Harngehalt an Carnitin, aber nicht der Muskelgehalt. Die wenigen Studien, die einen erhöhtenVO2max beobachtet haben, müssen daher in Frage gestellt werden. Der Wirkmechanismus kann nicht auf einer verbesserten Fettsäureoxidation beruhen. Auch der gewünschte Effekt bezüglich Fettabbau konnte bis anhin in keiner Studie bestätigt werden. In der aktuellsten Übersichtsarbeit zu Supplementierungen mit Carnitin wird der Schluss gezogen, dass solche bei gesunden Personen ineffektiv sind, bei verschiedenen Krankheiten (Nierenversagen, Verengung von Gefässen) jedoch positive Effekte eintreffen könne (Brass und Hiatt, 1998). In der Wissenschaft ist die Ineffizienz von Carnitin als potentieller Leistungsförderer im Sport (fast) anerkannt, sodass dieses Thema sehr stark an Interesse verloren hat. In den letzten zwei bis drei Jahren sind abgesehen von Übersichtsartikeln praktisch keine Arbeiten mehr dazu publiziert worden. Zwei exzellente Übersichtsartikel zur Rolle von Carnitin als potentieller Leistungsförderer wurden von Heinonen (1996) und Wagenmakers (1991) verfasst.
Literatur
Brass EP, Hiatt WR. The role of carnitine and carnitine supplementation during exercise in man and in individuals with special needs. J
Am Coll Nutr 17:207-15, 1998.
Heinonen OJ. Carnitine and physical exercise. Sports Med 22, 109-132, 1996.
Wagenmakers AJM. L-Carnitine supplementation and perfromance in man. In: Brouns F (ed). Advances in sport nutrition and top
sport. Med Sport Sci, Basel, Karger, 110-127, 1991. 


Steigert L-Carnitin die Fettverbrennung?

Die Substanz L-Carnitin besitzt eine zentrale Rolle in der Regulation des Energiestoffwechsels. L-Carnitin ist als Trägermolekül notwendig für den Transport langkettiger Fettsäuren in die Mitochondrien der Muskelzelle, wo die Fettverbrennung stattfindet. Aufgrund dieses Transportmechanismuses war der Gedanke naheliegend, dass eine zusätzliche Zufuhr von L-Carnitin dessen Konzentration in der Muskulatur erhöhen würde und dadurch die Transportkapazität und die Fettverbrennung bei einer gegebenen Belastung gesteigert werden könnten. Die Durchsicht zahlreicher Untersuchungen zeigt allerdings, dass die Zufuhr von L-Carnitin auch in hohen Dosierungen von 2000-6000 mg/Tag (das entspricht dem 30-100-fachen der täglichen Zufuhr mit der Nahrung) beim gesunden Menschen mit normal gefüllten muskulären Gesamt-Carnitin-Speichern keine zusätzliche Erhöhung der Fettverbrennung oder der Leistungsfähigkeit bei Dauerbelastungen bewirkt. L-Carnitin besitzt neben seiner Eigenschaft als Transportmolekül noch eine weitere Funktion: Es dient als Puffersubstanz in der Zelle, indem es zellschädigende Bruchstücke von Fettsäuren bindet, aus der Zelle herausschleust und eine Stabilisierung des Glukosestoffwechsels bewirkt. Als kurzfristig im Blut verfügbarer Energieträger kann es von Zellen des Immunsystems aufgenommen werden und spielt eine wichtige Rolle bei deren Aktivierung. Dieses zellwandschützende, antioxidative und entgiftende Potential wird therapeutisch bei Erkrankungen genutzt, die mit einer Beeinträchtigung der Durchblutung (z.B. koronare Herzerkrankung), mit Hirnleistungsstörungen (Alzheimersche Erkrankung) oder Immundefekten (AIDS) einhergehen. Untersuchungsergebnisse mit gesunden Sportlern sind zwar widersprüchlich, deuten aber darauf hin, dass eine Funktionsverbesserung über den Normalzustand des Gesunden hinaus nicht wahrscheinlich ist. Befindet sich der Sportler in einem Stresszustand (z.B. nach Wettkampfserien), so kann die Verabreichung von L-Carnitin in einer Dosierung von 1-4 Gramm pro Tag als Immunstimulans in Erwägung gezogen werden. Es liegen allerdings keine längerfristigen Beobachtungen zur Beeinflussung der Infektanfälligkeit und der Regeneration bei Sportlern durch diese Substanz vor.  L-Carnitin ist fast ausschließlich in tierischer Nahrung enthalten (Fleisch, Wurstwaren, geringer auch in Milch und Milchprodukten). Da es aber ähnlich wie Kreatin in ausreichender Menge im Körper selbst hergestellt werden kann, ist das Risiko eines L-Carnitin-Defizites selbst beim streng veganisch lebenden Sportler gering. Für diese Personengruppe kann allerdings eine Nahrungsergänzung mit L-Carnitin in niedriger Dosierung (z.B. 100-300 mg/Tag) in Erwägung gezogen werden. In den genannten Dosierungen sind bislang keine gesundheitsschädlichen Wirkungen mit Ausnahme leichter, harmloser, selten auftretender Mißempfindungen im Magen-Darm-Trakt beschrieben worden. http://www.loges.com

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Stresskiller Carnitin ist wichtig für Diabetiker
L-Carnitin schützt Zellen vor oxidativem Stress
Vor allem Diabetiker sind besonders gefährdet!
 
diaita - Aachen, den 13.05.03: L-Carnitin schützt Zellen ähnlich wie Vitamin C oder Zink vor oxidativem Stress. Vor allem Diabetiker profitieren von dieser Eigenschaft, berichtet heute Diplom Oecotrophologin Katrin Raschke von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Bad Aachen, denn bei Diabetes besteht ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Augen- und Nierenschäden, die durch oxidativen Stress verstärkt werden.

Oxidativer Stress wird verursacht durch freie Radikale, die im Organismus bei verschiedenen Stoffwechselwegen entstehen, aber auch durch Umweltbelastungen, Rauchen und UV-Strahlung. Werden sie nicht abgefangen, so schädigen sie Moleküle und Strukturen des Organismus, vor allem ungesättigte Fettsäuren in Zellmembranen, Eiweiße, Zellrezeptoren aber auch Erbgut. Freie Radikale sind wichtige Auslöser von Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-, Nieren- und Augenerkrankungen, da der erhöhte Blutzucker die kleinen Blutgefäße zerstört. Oxidativer Stress treibt diese Schädigungen weiter voran. L-Carnitin kann freie Radikale unschädlich machen und so Herz, Nieren und Augen schützen.

Dennoch ist L-Carnitin kein Antidiabetikum, und kann daher die medikamentöse Diabetes-Therapie nicht ersetzen. Diabetiker können diesen sicheren Nahrungsbestandteil jedoch begleitend einsetzen und ihre Gesundheit damit positiv beeinflussen. Tierversuche zeigten, dass L-Carnitin die Konzentration von Malondialdehyd (MDA), einem Marker für die Lipidperoxidation und somit den oxidativen Stress, in Geweben reduzierte. Auch im Blut von Dialysepatienten ist dieser Effekt nachgewiesen. Gleichzeitig stieg unter L-Carnitin die Konzentration des antioxidativ wirksamen Gluthathion in den Erythrocyten von Dialysepatienten und in den Augenlinsen an. Auch Sportler oder andere gesunde Personen, die unter erhöhtem oxidativem Stress leiden, profitieren von einer L-Carnitin-Supplementierung.
Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik am 14.05.03

Kombination von L-Carnitin und Bewegung wirkt positiv auf den faustgroßen "Pumpmuskel"

Wer das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken will, kann dies selbst in die Hand nehmen! Bereits eine Stunde Sport pro Woche senkt das Risiko um fünfzehn Prozent. Zusätzlich wirkt sich die Kombination von L-Carnitin und Bewegung positiv auf den faustgroßen "Pumpmuskel" aus. In einer deutschen Studie konnten Internisten diese positiven Effekte beweisen. Untersucht wurden 312 Personen mit einer Herzerkrankung im Alter zwischen 40 und 68 Jahren, sowie 479 Kontrollpersonen. Im Vergleich zu den sogenannten Couch-Potatoes, die gar keinen Sport treiben, können sportliche Personen ihr Infarktrisiko enorm minimieren. Die Wirkung körperlicher Aktivität wurde anhand verschiedener Blutmarker ermittelt. Ablagerungen in Blutgefäßen führen zu einer Arterien-Verengung und –Verhärtung, dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit einer kardiovaskulären Erkrankung. Dies lässt sich durch ausreichende Bewegung und gesunde ausgewogene Ernährung verhindern. http://www.womenweb.de


L-Carnitin für Dialysepflichtige supplementieren

Dialyse-Patienten leiden häufig unter Carnitin-Mangel. Mit ein bis drei Gramm L-Carnitin können Häufigkeit von Muskelkrämpfen, Hypotonie, Kraftlosigkeit, Muskelschwäche und Herzproblemen deutlich vermindert werden (1). Supplementation von L-Carnitin führt zu einer Verbesserung des Fettstoffwechsels mit einer Verminderung der Plasma-Triglyzeride und einem Anstieg des schützenden HDL-Cholesterins.
Zusammen mit den antioxidativen Kapazitäten von L-Carnitin schützt diese Verbesserung der Blutfettwerte vor Arteriosklerose. Drei Patientenbeobachtungen (3) zeigen zudem, dass diese Effekte des Carnitins signifikant die Lebensqualität der Dialyse-Patienten verbessern. Die Nieren spielen eine wichtige Rolle bei der L-Carnitin-Synthese und der Rückresorption aus dem Harn. Bei Nierenfunktionsstörungen oder Nierenversagen geraten die Patienten daher schnell in einen Carnitin-Mangel. Dialysebehandlung verschlimmert diesen Zustand zusätzlich: Ein Großteil des Carnitins im Blut geht über die Dialysemembran verloren. Der Körper kann den Carnitinspiegel im Blut durch Freisetzung von Carnitin aus der Muskulatur wieder auffüllen, doch dies führt zu einer Verarmung der Muskelzellen (2). Auch bei Nierenerkrankungen, die noch keine Dialysebehandlung erfordern, ist Carnitin-Einnahme sinnvoll. Um die bereits geschädigte Niere zu schonen und die Dialysepflicht hinaus zu zögern ist eine eiweißarme Kost nötig. Der Verzehr von Fleisch, der hauptsächlichen Nahrungsquelle für Carnitin, ist dann zu reduzieren. Daher geraten viele Nierenpatienten in einen schlechten Carnitinstatus, der durch Supplementation ausgeglichen werden sollte,

Literatur:
1 Bellinghieri G, Santoro D, Calvani M et al.: Carnitine and hemodialysis. Am J Kidney Dis 2003; 41 (3 Suppl 2): S116-22
2 Bertoli M, Battistella PA, Vergani L et al.: Carnitine deficiency induced during hemodialysis and hyperlipidemia: effect of replacement therapy. Am J Clin Nutr 1981; 34 (8): 1496-500
3 Lindberg J, Sadler R, Slowik M: Clinical management of dialysis-related carnitine deficiency: three case studies. Nephrology news issues 2003; 17 (5): 73-6, 78

Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin, Bad Aachen


Diabetes: L-Carnitin schützt Herz und Gefäße
L-Carnitin kann das Risiko für koronare Herzerkrankungen und Durchblutungsstörungen bei Typ 2-Diabetikern mit erhöhten Blutfettwerten reduzieren. Diabetikern wird die Einnahme von 500 bis 1.000 Milligramm L-Carnitin pro Tag empfohlen. Eine aktuelle Studie belegt, dass L-Carnitin die Plasmakonzentration von Lipoprotein A signifikant senkt.
Die Konzentration des Lipoprotein A im Plasma ist ein Hinweis auf das Risiko eine koronare Herzkrankheit oder Durchblutungsstörung zu erleiden. Im Rahmen der randomisierten und Placebo-kontrollierten Studie wurden 94 Patienten, bei denen kurz zuvor ein Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert worden war und die gleichzeitig erhöhte Blutfettwerte aufwiesen, in zwei Gruppen eingeteilt. Die Therapie des Diabetes erfolgte während der sechsmonatigen Studie ausschließlich diätetisch. Während die Interventionsgruppe täglich ein Gramm Carnitin in Tablettenform erhielt, bekamen die Probanden der zweiten Gruppe ein Placebo. Sowohl nach drei als auch nach sechs Monaten zeigte sich bei den Probanden der Interventionsgruppe eine deutliche Reduktion der Plasmakonzentration des Lipoprotein A.
Auch wenn es sich bei der vorliegenden Untersuchung nur um eine Vorstudie handelt, zeigt sich doch bereits eine deutliche Tendenz für die schützenden Eigenschaften des L-Carnitins. Neben der Eigenproduktion ist der Körper des Menschen auf eine Zufuhr mit der Nahrung angewiesen. Da L-Carnitin jedoch vorwiegend in tierischen Produkten enthalten ist, die Menschen mit erhöhten Blutfettwerten besser meiden sollten, kann eine L-Carnitin-Substitution mit Nahrungsergänzungsmitteln, Diätetika oder Arzneimitteln sinnvoll sein.
Quelle:
(1) Derosa G, et al.: The effect of L-carnitine on plasma lipoprotein(a) levels in hypercholesterolemic patients with type 2 diabetes mellitus. Clinical Therapeutics 2003; 25 (5): 1429-39
Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin, Bad Aachen


L-Carnitin
kann vom Körper aus den Aminosäuren Lysin und Methionin selbst in geringer Menge gebildet werden. Die Eigensynthese ist von einer ausreichenden Verfügbarkeit der Vitamine B6 und C, sowie von Eisen abhängig. Die Eigensynthese ist sehr träge und nicht in der Lage, Verluste oder einen erhöhten Carnitinbedarf schnell auszugleichen, sodass eine gewisse Abhängigkeit von der exogenen L-Carnitinzufuhr, z. B. durch die Fleischnahrung besteht.

1905 entdeckten die russischen Forscher V.S. Gulewitsch und R. Krimberg eine Substanz in Muskelfleisch von Säugetieren, die für die Funktion der Muskeln unbedingt notwendig ist. Sie benannten den Substanz "Carnitin", abgeleitet von der lateinischen Bezeichnung "Carnis" (= Fleisch). Der Wissenschaftler G. Fraenkel fand in seinen Studien im Jahre 1952 heraus, dass L-Carnitin für Mehlwürmer eine lebensnotwendige Funktion hat. Er betrachtete L-Carnitin als Vitamin der B-Gruppe und gab ihm daher den Namen "Vitamin BT". Diese Bezeichnung ist jedoch veraltet. In der EU-Richtlinie für "particular nutrients" wird L-Carnitin erwähnt und damit nicht als Vitamin, sondern als Nährstoff angesehen.

Fettsäuren müssen, um an den Ort ihrer Verbrennung (mitochondrialer Matrixraum) zu gelangen, eine Verbindung mit L-Carnitin eingehen, um über die Mitochondrien-Membran transportiert werden zu können. Es ist daher leicht verständlich, dass sich L-Carnitin-Mangelzustände auf die Energiegewinnung aus Fettsäuren von vor allem Leber, Skelett- und Herzmuskulatur auswirken müssen. Die Leber ist energetisch ausschließlich auf die Fettsäureoxidation angewiesen, deren Störung sich vor allem auf die Glukoneogenese, also auf die Zuckerbildung aus Aminosäuren, auswirkt. 98% des Gesamtkörpercarnitinpools ist in der Muskulatur lokalisiert. Innerhalb der Muskulatur muß zwischen Typ I- und Typ II-Fasern unterschieden werden. Typ I-Fasern sind zu Ausdauerarbeit, wie z.B. Langstreckenlauf im Sport, befähigt und beziehen ihre Energie vor allem aus Fettsäuren. Typ II-Fasern dagegen vermitteln schnelle Bewegungen, wie z.B. Sprint im Sport; sie sind energetisch von der Kohlenhydratverbrennung abhängig. Muskuläre Anstrengungen führen zu einer verminderten Verfügbarkeit von freiem L-Carnitin und somit zu einer Einschränkung der muskulären Leistungsfähigkeit.

Chemisch handelt es sich bei L-Carnitin um die Substanz ß-Hydroxy-g-N-Trimethylaminobutyrat. Es kann in zwei unterschiedlichen Formen (Stereoisomere) auftreten, die sich zueinander wie Spiegelbilder verhalten. Sie werden als D- und L-Carnitin bezeichnet. Nur die L-Form kommt in der Natur vor und übernimmt wichtige Funktionen im Organismus, D-Carnitin dagegen ist gesundheitsschädigend. Bei der chemischen Herstellung von Carnitin entsteht ein Gemisch aus D- und L-Form. Bei der biotechnischen Herstellung durch Bakterien entsteht dagegen nur L-Carnitin. Säugetiere und somit auch der Mensch können L-Carnitin aus den beiden Aminosäuren L-Lysin und L-Methionin bilden. Täglich produziert der Organismus etwa 16 Milligramm L-Carnitin. Als Hilfsstoffe bei dieser Synthese werden die Wirkstoffe Vitamin C, B6, B12, Niacin, Folsäure, Eisen sowie verschiedene Enzyme benötigt. Ein Mangel eines einzigen dieser Stoffe kann zu einer eingeschränkten Produktion führen. Zusätzlich nimmt der Mensch L-Carnitin mit der Nahrung auf.


Funktionen von L-Carnitin

Die am längsten bekannte Funktion von L-Carnitin ist seine besondere Rolle im Fettstoffwechsel. Um aus Triglyzeriden Energie gewinnen zu können, müssen deren Fettsäuren in die Mitochondrien transportiert werden. Diese Organellen im Inneren der Zelle können auch als "Kraftwerke der Zelle" bezeichnet werden. Hier werden die Fettsäuren über die ß-Oxidation abgebaut, wobei Energie entsteht. Langkettige Fettsäuren können jedoch die Hülle der Mitochondrien nicht allein durchdringen. Sie brauchen hierfür einen "Träger". Diese Rolle übernimmt L-Carnitin: Es heftet sich an die Fettsäuren und schleust sie in die Mitochondrien. L-Carnitin ist daher eine Schlüsselsubstanz für die Fettverbrennung. Bei Carnitin-Mangel können weniger Fettsäuren in die Muskelzellen transportiert werden. Neben seiner Rolle in der Energiegewinnung ist L-Carnitin an vielen weiteren biochemischen Prozessen im Organismus direkt oder indirekt beteiligt. In konzentrierter Form zugeführt verbessert L-Carnitin die Blutfettwerte, wirkt sich bei koronaren Herzkrankheiten günstig auf die Herzfunktion aus, steigert die Insulinsensitivität, wirkt immunstimulierend und reduziert oxidativen Stress. Im Zusammenhang mit einer kalorienreduzierten Diätkostform und sportlicher Aktivität kann die erhöhte Zufuhr von L-Carnitin die Reduktion des Körpergewichts, genauer der Körperfettmasse, verbessern. Studien haben gezeigt, dass L-Carnitingaben auch den Umbau der Körperkompartimente unterstützen, indem der Körperfettanteil reduziert wird, während gleichzeitig die Muskelmasse erhalten bleibt und deren Neubildung angeregt wird.


Was führt zu einem Carnitinmangel?

Bei Kindern wird L-Carnitin als semiessenzieller Nährstoff diskutiert, bei Frühgeborenen mit unzureichender Syntheseleistung kann die Supplementation erforderlich sein. Muttermilch enthält mit 1 mg/100 ml nur wenig Carnitin. L-Carnitin ist wasserlöslich und wird über den Urin ausgeschieden. Ein Carnitin-Mangel tritt in erster Linie bei Defekten der Carnitin-Synthese, einigen Stoffwechselstörungen sowie Nierenerkrankungen und Hämodialyse auf. Neuere Studien zeigen, dass während der Schwangerschaft und bei Ausdauersport die L-Carnitin-Spiegel im Blut deutlich absinken können. Primärer L-Carnitinmangel: Carnitinmangel kann sich somit, wie es aus der angeborenen Form der Erkrankung bekannt ist, durch Hypoglykämie-Symptome bemerkbar machen. Aus den angeborenen Störungen des Intermediärstoffwechsels der Aminosäuren, der vor allem in der Leber als zentralem Organ abläuft, ist bekannt, dass bei einem vermehrten Anfall von organischen Säuren aus diesen Stoffwechselreaktionen eine vermehrte Bindung an L-Carnitin erfolgt. Sekundärer L-Carnitin-Mangel: Hierdurch entsteht eine Form des L-Carnitinverbrauches, der sekundärer Carnitinmangel genannt wird. Diese Form des Mangels ist weniger durch eine Verminderung der Gesamtcarnitinkonzentration als vielmehr durch eine verminderte Verfügbarkeit von freiem L-Carnitin ausgezeichnet. Diese Situation kann auch durch Medikamente, wie zum Beispiel durch das Antikonvulsivum Valproinsäure, verursacht werden.


L-Carnitin – Physiologische Aspekte

Wegen seiner wichtigen Aufgabe in der Fettverbrennung kommt Carnitin praktisch in jeder menschlichen Körperzelle vor. L-Carnitin ist in der Nahrung besonders in Fleisch, Fisch, Milch und Käse enthalten. Es ist hitzestabil und wird erst bei hohen Temperaturen über 100°C langsam zerstört. Wegen seiner guten Wasserlöslichkeit geht es jedoch ins Kochwasser über. Mit einer gemischten Kost nimmt ein erwachsener Mensch täglich zwischen 100 und 300 Milligramm L-Carnitin auf. Dabei schwankt die tägliche Aufnahme vor allem in Abhängigkeit von Art und Menge des konsumierten Fleisches zwischen 0 und 1.000 Milligramm. Vegetarier dagegen nehmen viel weniger L-Carnitin mit der Nahrung auf und verfügen über signifikant erniedrigte L-Carnitin-Plasmaspiegel. Vegetarische Kost und extremer Ausdauersport führten zu einem starken Absinken des L-Carnitinspiegels im Blut. Eine vegetarische oder vegane Kost liefert nur geringe Mengen L-Carnitin. L-Carnitin ist ein bedingt essenzieller Nährstoff für den Menschen und wird vom menschlichen Organismus auch in geringen Mengen selbst hergestellt. Gustavsen veröffentlichte 2000 die neueste und bisher umfangreichste Tabelle über den L-Carnitingehalt der Nahrung.

L-Carnitin-Gehalt in Lebensmitteln in mg/kg:

Fleischextrakt 36.860
Hirschkalbssteak 1.930
Lammkeule 1.900
Känguruhsteak 1.660
Rehkeule 1.640
Lammfilet 1.610
Schweinefilet 190
Seelachsfilet 132
Heringe (Grün) 86
Kondensmilch 97
Steinpilze frisch 28
Steinpilze getrocknet 388
Joghurt 41
Ziegenkäse 127
Möhren 4,0
Blattsalat 0,6

Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin Bad Aachen                     http://www.journalmed.de

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Alzheimer und Demenz: L-Carnitin verbessert Lernfähigkeit

Ältere Menschen können durch Einnahme von L-Carnitin das geistige Nachlassen unter gewissen Umständen reduzieren. Aufgrund vielfältiger positiver Effekte auf Gehirn und Nervensystem ist eine Substitution mit L-Carnitin als Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel - im Rahmen einer gesunden Ernährungsweise - speziell bei Senioren ratsam. Zur Verbesserung der geistigen Leistungsfähigkeit werden täglich ein bis zwei Gramm L-Carnitin empfohlen. Die signifikante Verbesserung der geistigen Fähigkeiten ließ sich in verschiedenen Studien nachweisen (1 - 3).
Besonders die neurodegenerative Erkrankung Morbus Alzheimer scheint durch die Einnahme von L-Carnitin verlangsamt zu werden. Die Gründe der Alzheimer Erkrankung sind bis dato noch unklar, Neurologen diskutieren genetische und metabolische Ursachen. Die Nervenübermittlungsrate ist bei diesen Patienten beeinträchtigt, dass heißt die Übermittlung von Signalen innerhalb des Gehirns ist eingeschränkt. Eine Funktion von L-Carnitin ist die Übermittlung dieser Signale, sodass sich durch Gabe von L-Carnitin eine Verbesserung der Gehirnfunktion feststellen ließ. Gesunde Menschen stellen L-Carnitin in ausreichenden Mengen in Leber, Niere und Gehirn aus den Aminosäuren L-Lysin und L-Methionin her.
Natürlicherweise kommt es in vielen Lebensmitteln vor, wobei Rinder- und Schweinefleisch hohe Mengen an L-Carnitin enthält. Pflanzliche Lebensmittel haben einen wesentlich geringeren Carnitingehalt. Da L-Carnitin wasserlöslich ist und es hohe Temperaturen über 100 Grad zerstört, bieten sich schonende Garmethoden unter Weiterverwendung der Kochflüssigkeit an. Bei Senioren ergibt sich durch verschiedene Alterungsprozesse, vor allem des degenerativen Nervensystems, ein erhöhter Bedarf der durch die Supplementation von L-Carnitin gedeckt wird. An Alzheimer erkrankte Personen erhalten bei der deutschen Alzheimer Gesellschaft unter www.deutsche-alzheimer.de Rat und Hilfe.
24.02.2004 Infos für Ärzte
Quellen
(1) Spagnoli A., Lucca U., Menasce G., et. al., acetyl-L-carnitine treatment in alzheimer`s disease, Neurology 1991; 41 (11): 1991
(2) Bonavita E., Study of the efficacy and tolerability of L-acetyl-carnitine therapy in the senile brain; Int J Clin Pharmacol Ther Toxicol, Sep; 24 (9): 1986
(3) Herrmann W. M., Dietrich B., Hiersemenzel R., Pharmacoelectroencephalographic and clinical effects of the cholinergic substance acetyl-L-carnitine in patients with organic brain syndrome. Int J Clin Pharmacol Res: 1990
http://www.journalmed.de
Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin Bad Aachen


L-Carnitin sorgt für bessere Versorgung schlecht durchbluteter Herzen

Menschen mit einer schlechten Durchblutung des Herzens können durch die Einnahme von L-Carnitin das Risiko von Folgeerkrankungen wie chronischer Herzleistungsschwäche, Angina-Pectoris oder Herzinfarkt verringern. Bedingt durch diese Störungen ist die ausreichende Versorgung des Herzens mit Blut nicht gewährleistet. Daraus ergibt sich ein Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen im Herzen. Die zusätzliche Gabe von L-Carnitin, einer lebensnotwendigen Aminosäureverbindung, kann den Mangel verbessern. Zur Verbesserung der energetischen Situation und der Leistungsfähigkeit des Herzens stellte sich in verschiedenen Studien eine zusätzliche Aufnahme von ein bis zwei Gramm L-Carnitin pro Tag als wirksam heraus (1-3).
Diese Verbesserung erklärt sich durch die Funktion von L-Carnitin, freie Fettsäuren, die als wichtigste Energielieferanten des Herzmuskels dienen, in die Mitochondrien zu transportieren. Weiter dient L-Carnitin der Entgiftung von Stoffwechselprodukten und Giften, die bei einem Mangel an Sauerstoff und Substraten im Herzen auftreten. Ein optimal versorgter Herzmuskel wird nicht so leicht krank und ist leistungsfähiger. Gesunde Menschen stellen L-Carnitin in ausreichenden Mengen für die tägliche Bedarfsdeckung in Leber, Niere und Gehirn aus den Aminosäuren L-Lysin und L-Methionin her. In Lebensmitteln ist es besonders reichhaltig in Lamm-, Rinder- und Schweinefleisch zu finden.
Bei der Zubereitung der Lebensmittel sollte der Verbraucher allerdings darauf achten, dass L-Carnitin wasserlöslich ist und bei Temperaturen von über 100 Grad Celsius zerstört wird. Die im Körper gebildeten oder über die Nahrung aufgenommenen Mengen reichen aber nicht aus, um die oben genannte Menge zu erreichen, sodass eine Substitution mit L-Carnitin für die Verbesserung der Herzleistung als Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel notwendig sein kann.30.03.2004 Infos für Ärzte
Quelle:
(1) Löster H, Miehe K, Punzel M, Stiller O, Pankau H, Schauer J (1999): Prolonged oral L-carnitine substitution increases bicycle ergometer performance in patient with serve, ischemically induced cardiac insufficiency. Cardiovasc Drugs Ther 13: 537-546
(2) Cacciatore L, Cerio R, Ciarimboli M, cocozza M, Coto V, D‚Allesandro A, D‚Allesandro L, Grattarola G, Imparato L (1991):The therapeutic effect of L-carnitine in patients with exercise-induced stable angina: a controlled study. Drugs Exp. Clin. Res. 17: 225-235
(3) Fernandez C, Proto C (1992): L-carnitine in the treatment of chronic myocardial ischemia. An analysis of 3 multicenter studies and a bibliographic review. Clin Terap 140: 353-377
Quelle: Gesellschaft für Ernährungsmedizin Bad Aachen


Acetyl-L-Carnitin hilft bei MS-Fatigue
Das Fatigue-Syndrom gehört zu den häufigsten Symptomen der MS. Eine Studie zeigte nun, dass Acteyl-L-Carnitin eine stärkere Wirkung bei Fatigue erzielt als Amantadin.
Fast 60% aller MS-Patienten entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung das Fatigue-Syndrom. Die Pathophysiologie der Fatigue ist bisher wenig geklärt. Daher gestaltet sich eine effektive Therapie schwierig. Jetzt zeigte sich, dass Acetyl-L-Carnitin ein potentes Mittel in der Behandlung darstellt.
Da viele Faktoren an der Ausbildung der MS-Fatigue beteiligt sind, ist das Management komplex und schwierig. Ein gängiges Medikament in der Therapie der MS-Fatigue ist Amantadin, das in Studien eine Reduktion der typischen Symptome zeigte. Carnitin spielt eine Schlüsselfunktion im Energiestoffwechsel der Zelle. Die Behandlung mit Acetyl-L-Carnitin (ALCAR) hat sich als effektiv in der Therapie von Fatigue bei anderen neurologischen Erkrankungen oder chemotherapeutisch induzierter Fatigue erwiesen. Italienische Forscher verglichen nun im Journal of the Neurological Sciences die Wirkung von Amantadin und Acetyl-L-Carnitin in einer randomisierten, doppelblinden Crossover-Studie.
An der Studie nahmen insgesamt 36 MS-Patienten mit Fatigue teil. Sie erhielten über drei Monate täglich entweder Amantadin (2 g) oder ALCAR (200 mg). Nach einem wash-out-Intervall von drei Monaten erfolgte die Therapie mit dem jeweils anderen Medikament für weitere drei Monate. Interferierende Substanzen wie Antidepressiva oder Anxiolytika durften während der Studie nicht eingenommen werden. Die Wirksamkeit der Behandlung wurde anhand der Fatigue-Severity-Skala (FSS), der Fatigue-Impact-Skala (FIS), der Social-Experience-Checkliste (SEC) und des Beck-Depression-Inventory-Test (BDI) geprüft. Alle Probanden erhoben diese Fragebögen vor und nach jedem Behandlungszyklus.
Die Ergebnisse implizieren eine stärkere Wirksamkeit von ALCAR im Vergleich zu Amantadin bei der Behandlung der MS-Fatigue. 70% der Probanden hatten eine Reduktion des FSS-Scores unter ALCAR im Vergleich zu 43% unter Amantadin. Bei Annahme, dass die Abnahme des FSS-Score um 0,5 einer klinischen Besserung entspricht, zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen den applizierten Medikamenten. 29% der ALCAR-Patienten im Gegensatz zu 21% der Amantadin-Patienten erfuhren eine Besserung der MS-Fatigue unabhängig von der MS-Form (schubförmig-remittierend oder sekundär-progressiv) und der Schwere der Fatigue vor Studienbeginn. Dieser Unterschied war bei den anderen klinischen Skalen (FIS, SEC, BDI) nicht vorhanden.
Die Autoren schlussfolgern, dass ALCAR als zusätzliche Option in der Behandlung der MS-Fatigue bedacht werden sollte. Gerade für Patienten, bei denen Amantadin versagt oder zu starke Nebenwirkungen hervorruft, kann ALCAR eine wirksame Alternative sein.
Nach Informationen des Journal of the Neurological Sciences, 218 (2004)   BSMO , 10.05.2004


L-Carnitin  plus L-Acetylcarnitin zur Erhöhung der Spermienmotilität
Eine Kombinationstherapie mit L-Carnitin/L-Acetylcarnitintherapie resultiert laur einer Studie in „Fertility and Sterility“ in einer Verbesserung der Spermienmotilität (Asthenozoospermie).
13.7.04
In einer randomisierten Studie unter der Leitung von Dr. Andrea Lenzi von der Universitätsklinik in Rom, Italien, wurden 60 infertile Männer zwischen 20 und 40 Jahren für sechs Monate mit einer Kombinationstherapie aus L-Carnitin (2 g/d) und L-Acetylcarnitin (1 g/d) oder Placebo behandelt.
Zwei Monate nach Therapie-Ende wiesen Männer in der L-Carnitin/L-Acetylcarnitin-Gruppe Erhöhungen der Spermienkonzentration, der vorwärts gerichteten Motilität sowie der Gesamtmotilität auf.
Die signifikantesten Verbesserungen der Spermienmotilität – sowohl vorwärts als auch insgesamt – wurde den Autoren zufolge bei Männern beobachtet, die zu Beginn hinsichtlich beweglicher Spermien niedrigere Werte zeigten. Dabei wurden „initial niedrige Werte“ als „weniger als 4.000.000 vorwärts beweglicher oder weniger als 5.000.000 beweglicher Spermien insgesamt pro Ejakulat definiert.“
Während der Studiendauer sei bei vier Paaren, bei denen die Männer eine Kombinationstherapie erhalten hatten.
„Eine kombinierte Behandlung mit L-Carnitin und L-Acetylcarnitin hat sich in einer kontrollierten Wirksamkeitsstudie für die Erhöhung der Spermienmotilität als wirksam erwiesen, insbesondere in Gruppen mit niedrigeren Ausgangswerten“, resümieren die Autoren. (Reuters Health)
www.medaustria.at
Quelle: Fertility and Sterility; 2004; 81: 1578-1584


Wellness-Bier mit L-Carnitin
Das Marathon-Bier ist das neue gesunde Bier der Klosterbrauerei Neuzelle. Der ostbrandenburgische Bierhersteller wird diese "Wellness-Bier-innovation 2005" auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentieren.
Das Marathon-Bier schmecke wie ein Pils, das mit L-Carnitin angereichert wird. Das geschmacks- und farbneutrale L-Carnitin sei ein dem Vitamin B verwandter Stoff, der zur Leistungserhaltung des Organismus erforderlich ist. Mit dem neuen Wellness-Produkt erweitert die Klosterbrauerei ihre "gesundheitsfördernden Biere", wie es weiter heißt.
Schon vor Jahren hatte das Unternehmen das Neuzeller Badebier kreiert. Im vergangenen Jahr war das Anti-Aging-Bier mit Sole, Algen und Flavonoiden als Zusätze hinzugekommen, das sich immer mehr zu einem Exportschlager bis nach Nord-Amerika und Asien entwickle (wir berichteten). "Bier - wohl dosiert verwendet - ist grundsätzlich gesund", sagte ein Firmensprecher. (ddp)
Ärzte Zeitung, 18.01.2005


L-Carnitin ist ein Nährstoff,
der vom Körper hergestellt wird und der auch in der Nahrung vorkommt. Er ist wichtig für die körpereigene Energiebereitstellung und unseren gesamten Organismus: L-Carnitin unterstützt den Fettabbau, schützt den Herzmuskel bei Sauerstoffmangel und trägt dazu bei, dass sich die Muskeln nach Belastung schneller erholen. LCarnitin kann unserem Körper helfen, die nötige Energie zu produzieren. Wir werden immer älter Obwohl schon die alten Philosophen am Phänomen des Alterns sehr interessiert waren, ist die wissenschaftliche Erforschung des Alterungsprozesses noch relativ jung und unser Wissen über Veränderungen im Alter und deren Ursachen bisher recht begrenzt. Im nächsten Jahrhundert wird es in Europa allerdings mehr Menschen mit einem Alter über 60 als unter 20 geben. Laut WHO wächst sowohl die absolute Zahl als auch der Bevölkerungsanteil älterer Personen – definiert als 60 und älter – in praktisch allen Ländern. Für diesen weltweiten Trend ist vorläufig kein Ende in Sicht. Heute gibt es schätzungsweise 580 Millionen Senioren auf der Welt und für 2025 wird mit ca. 1.000 Millionen gerechnet. In der westlichen Welt ist die Gruppe der Hochbetagten (80+) die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe. Eine hohe Lebensqualität im Alter ist für uns alle sehr erstrebenswert. Eine regelmäßige Ergänzung der Nahrung mit L-Carnitin soll helfen, diese hohe Lebensqualität dank guter Gesundheit aufrechtzuerhalten. Der größte Teil des täglichen L-Carnitin-Bedarfs wird über die Nahrungsaufnahme gedeckt. Lebensmittel tierischen Ursprungs enthalten diesen Nährstoff in hoher Menge, während Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs sehr wenig oder gar kein L-Carnitin enthalten. Eine durchschnittliche Mischkost liefert etwa 100–300 mg L-Carnitin pro Tag. Kleine Mengen dieser Substanz stellt der Körper auch selbst her. Hierzu sind die essentiellen Aminosäuren Methionin und Lysin sowie die Vitamine C und B6, Niacin und Eisen notwendig. Was passiert im Körper, wenn wir älter werden? Es gibt verschiedene Stoffwechselprozesse, die unseren Alterungsprozess bestimmen und uns schneller oder langsamer altern lassen. Neben genetischen Faktoren spielen auch Umwelteinflüsse, Stress, Bewegungsmangel, Rauchen, Alkohol und falsche Ernährung eine große Rolle bei der Beschleunigung dieses Prozesses. Durch das Altern werden vermehrt Sauerstoffradikale erzeugt, die unsere Zellmembranen und unsere Erbsubstanz schädigen können. Wie lange wir gesund bleiben, hängt mitunter davon ab, wie gut unser Körper die schädigenden freien Radikale abwehren kann. Die Mitochondrien sind eine der Schwachstellen in unserem Körper und spielen im Alterungsprozess eine entscheidende Rolle. In diesen Kraftwerken der Zellen werden Fettsäuren verbrannt, woraus Energie entsteht. In diesem Prozess spielt L-Carnitin eine wichtige Rolle, da es für den Transport langkettiger Fettsäuren durch die innere Mitochondrienmembran verantwortlich ist. Die täglich erzeugten Radikale können die Membran der Mitochondrien beschädigen und zerstören, so dass die Zellen weniger Energie erzeugen können, in ihrer Funktion eingeschränkt werden und schließlich absterben. Versorgung im Alter Ältere Menschen haben einen verminderten energetischen Grundumsatz und häufig auch veränderte Essgewohnheiten. Beispielsweise verzehren Senioren gewöhnlich weniger Fleisch, was einerseits zu einer reduzierten L-Carnitin-Aufnahme führt, andererseits aber auch zu einer verminderten Aufnahme der Stoffe, die für die körpereigene Biosynthese erforderlich sind. Studien konnten zeigen, dass die Produktion von L-Carnitin bei Älterenvermindert ist. Daraus ergibt sich ein Abfall des L-Carnitin-Spiegels im Gewebe. Der Energiestoffwechsel, der sozusagen auf kleiner Flamme kocht, kann durch L-Carnitin-Supplementation wieder angehoben werden. Die Gabe von 2 g L-Carnitin L-Tartrat pro Tag über zwei Monate konnte bei älteren Frauen die altersbedingten Veränderungen im oxidativen Stoffwechsel teilweise rückgängig machen. Alterungsprozesse im Gehirn. Der Alterungsprozess verursacht verschiedene strukturelle und funktionelle Veränderungen im Gehirn. Die Blutversorgung zum Gehirn und auch die Anzahl der Neuronen, die Informationen weiterleiten, nehmen mit zunehmendem Alter ab. Das Gehirn ist besonders empfindlich gegenüber Radikalen, da seine Membranen einen hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren enthalten, die sehr leicht durch Radikale zerstört werden können. Dadurch wird die Mitochondrienmembran durchlässig und die ATPSynthese weniger effektiv. Eine oxidative Schädigung mitochondrialer Lipide, Proteine und Nukleinsäuren im Gehirn geht einher mit einer Einschränkung der Hirnleistung, und einer beeinträchtigten Nervenfunktion. Studien an Tieren und Menschen belegen positive Effekte einer L-Carnitin-Supplementation auf verschiedene Gehirnfunktionen. Beispielsweise konnten die altersbedingten Veränderungen in der Lipid-Peroxidation und in enzymatischen Antioxidantien in verschiedenen Hirnregionen alter Ratten durch Supplementation mit L-Carnitin über einen Zeitraum von 21 Tagen rückgängig gemacht werden (Arockia Rani PJ & Panneerselvam C., 2002). Stärkung der körpereigenen Verteidigungslinien. Die Gabe von L-Carnitin führte zu einer Zunahme der körpereigenen Antioxidantienspiegel wie Glutathion, Vitamin C und Vitamin E bei alten Ratten. Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass L-Carnitin durch die Steigerung des körpereigenen antioxidativen Schutzwalles gegen Radikale unser Hirn und andere lebenswichtige Organe vor Radikalen besser schützt und so deren Alterung verlangsamt wird. Verbesserung der Signalübermittlung im Gehirn. Mit zunehmendem Alter nimmt im Gehirn die Konzentration an Substanzen ab, welche die Nerven und Gedankenimpulse übermitteln. Diese so genannten Neurotransmitter werden von bestimmten Enzymen im Gehirn produziert, die im Alter ebenfalls ihre Aktivität einschränken. Ein Mangel an Neurotransmittern wird für die Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses im Alter verantwortlich gemacht. Bei Alzheimer-Patienten lässt sich z.B. ein Mangel an dem Neurotransmitter Acetylcholin feststellen, dem das Acetyl-L-Carnitin chemisch sehr ähnlich ist. Eine Studie konnte zeigen, dass die Gabe von L-Carnitin bei alten Ratten die Konzentrationen des Neurotransmitterenzyms Acetylcholinesterase im Gehirn normalisiert und die Produktion des wichtigen Neurotransmitters Acetylcholin steigert. Dadurch können bei Patienten mit Alzheimer oder Demenz tatsächlich auch klinische Verbesserungen durch die Gabe von L-Carnitin erreicht werden. Steigerung der Lernfähigkeit im Alter. Durch eine zweimonatige L-Carnitin- Behandlung konnte die Lernfähigkeit alter Ratten deutlich verbessert und der altersbedingte Verlust kognitiver Funktionen reduziert werden (Lohninger S. et al., 2001). In einem T-förmigen Parcours zeigten die mit L-Carnitin supplementierten Ratten signifikant weniger Fehler. Eine erste Studie mit Senioren lieferte ähnliche Ergebnisse: 4 g L-Carnitin am Tag führten zu einer Verbesserung der geistigen Fähigkeiten (bestimmt durch die Wessely-and-Powell- Skala) im Vergleich zu der Placebogruppe (Pistone G. et al., 2003). Mehr Kraft im Alter Da die Skelettmuskeln einen hohen Energiebedarf haben, sind sie mit einer großen Anzahl Mitochondrien ausgestattet. Somit stellen sie auch das Hauptreservoir an L-Carnitin im Körper dar. Ihre L-Carnitin-Konzentration ist mindestens 200-mal höher als die des Blutplasmas. Die Analyse von Muskelproben gesunder Probanden verschiedenen Alters zeigte eine dramatische Abnahme des Gehalts an L-Carnitin und Acyl-L-Carnitin mit dem Alter. Vermutlich nimmt mit dem Alter die Fähigkeit ab, L-Carnitin aktiv in unsere Zellen aufzunehmen, da sich der L-Carnitin- Carrier in der Membran der Zellen mit zunehmendem Alter verändert. Ein gesundes Herz-Kreislauf-System im Alter. In westlichen Ländern sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine der häufigsten Todesursachen. Chronische Krankheiten, die sich mit dem Alter entwickeln, betreffen allesamt das Herz mit seinen lebenswichtigen Funktionen für den Organismus. Die Tatsache, dass das Herz etwa 70% seiner Energie aus der Fettverbrennung erhält, macht L-Carnitin zu einem wichtigen Energielieferanten für das Herz. Eine Abnahme von L-Carnitin im Herzmuskel als Folge von akuten und chronischen Durchblutungsstörungen wurde bei Tieren und Menschen beobachtet. Dadurch nimmt die Energieproduktion im Herzen ab. L-Carnitin kann die Stresstoleranz des Herzens verbessern, indem es die Verfügbarkeit der Stoffe erhöht, die für die Energiegeneration verantwortlich sind. Klinische Studien zeigen außerdem, dass orale L-Carnitin-Supplementation bei älteren Menschen auch für gesunde Cholesterinwerte sorgt. Das Immunsystem im Alter
Auch das Immunsystem wird mit zunehmendem Alter schwächer. Bei älteren Menschen mit geschwächter Immunabwehr findet man weniger L-Carnitin im Blut und in den Immunzellen. Die Anzahl der Immunzellen ist ebenfalls
erniedrigt. Immunzellen enthalten sehr viel L-Carnitin und decken ihren Energiebedarf größtenteils durch die Verbrennung von Fettsäuren. Im Falle einer erhöhten Aktivität der Immunzelle steigt der Energiebedarf und
damit auch der L-Carnitin-Gehalt in diesen Zellen an. Forschungsergebnisse zeigen, dass L-Carnitin über verschiedene Mechanismen an Reaktionen des Immunsystems beteiligt ist.
Ulla Held 
Literatur: Patton D. (2002); www.nutraingredients. com; World Health Organization (2003); Borum PR (1983); Knight JA (2000); Beckman K. & Ames AK. (1998); Reiter RJ (1995); J et al. (2002); Borum PR (1987); Volkert D.; Leibovitz BE (1993). Edition Lonza, Switzerland; Karlic H. et al. (2002), Lohninger A. et al. (2003), Arockia Rani PJ & Panneerselvam, Kalaiselvi T., Pistone G. et al. (2003), Costell M. & Grisolia S., Shug AL et al. (1978), Regitz V. et


Carnitin und Acetylcarnitin

L-Carnitin, chemisch gesehen ein b-Hydroxy-g-Butyrobetain, wird als biogenes Amin aus den Aminosäuren Methionin und Lysin gebildet und ist in allen Geweben, insbesondere der Muskulatur, vorhanden. Cofaktoren der Biosynthese sind Eisen, Vitamin C, Vitamin B6 und Nicotinamid. Über die Nahrung nimmt der Mensch den vitaminähnlichen Nährstoff überwiegend aus Milch und Fleisch (carnis, Fleisch) auf.
L-Carnitin ist nicht nur für den Transport freier Fettsäuren durch die Mitochondrienmembran, sondern auch für die Ausschleusung saurer Metabolite aus den Mitochondrien notwendig. Diese fallen bei erhöhtem Energieumsatz an und müssen zum Schutz der Zellstrukturen abtransportiert werden. Daher wird L-Carnitin nicht nur Ausdauersportlern und Menschen, die abnehmen wollen, sondern auch intensiv trainierenden Kraftsportlern zur schnelleren Regeneration empfohlen.
Laut einer Studie von C. P. Sharp und Mitarbeitern sowie anderen nicht namentlich genannten Forschern der Ball State University in Muncie, Indiana, bewirkte die L-Carnitin-Einnahme länger anhaltend hohe IGF-1-Werte nach Muskeltraining und verminderte die Belastung durch freie Radikale während intensiven Trainings. Dieses Resultat wurde bis heute nicht durch weitere wissenschaftliche Studien bestätigt. Das gilt auch für das Derivat Acetylcarnitin, das in der einschlägigen Presse als Steroidersatz mit anaboler und antikataboler Wirkung beworben wird. Die Substanz könne die Cortisolproduktion verringern, stressinduzierte Testosteroneinbrüche durch Freisetzung von Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) verhindern, die Stickstoffretention erhöhen und damit die Proteinsynthese stimulieren. Keine dieser Behauptungen konnte wissenschaftlich belegt werden.
Bei der Regulation des Carnitinhaushalts spielt die Niere eine entscheidende Rolle, da sie neben der Biosynthese zu einer effizienten Reabsorption von 90 bis 98 Prozent des filtrierten Carnitins sorgt. Steigt der Plasmaspiegel durch Nahrungszufuhr oder Supplementierung, so wird die renale Exkretion überproportional gesteigert und die Reabsorptionsquote sinkt. Die Carnitinkonzentration im menschlichen Muskelgewebe ist über 50-mal höher als in der extrazellulären Flüssigkeit. Regelungsmechanismen halten diesen Konzentrationsgradienten aufrecht, so dass man vom Plasmaspiegel nicht auf Konzentrationen in den Geweben schließen kann. Eine unmittelbare Leistungsverbesserung durch mehr Energie aus dem Fettstoffwechsel oder gar eine Gewichtsreduktion durch Zunahme der Fettoxidation nach Gabe von L-Carnitin ist daher nicht zu erwarten.
Anders ist die Situation bei Patienten mit Carnitin-Mangelerkrankungen. Sowohl beim primären Mangel, einer autosomal rezessiv vererbten Erkrankung, als auch beim sekundären Mangel, zum Beispiel durch Dialyse oder ischämische Herzerkrankung, ist die Supplementierung lebensnotwendig.

Fazit: Der Einsatz von L-Carnitin sowohl zur Leistungsverbesserung im Ausdauersport als auch zur Beschleunigung der Regeneration im Kraftsport und die Supplementierung mit dem Ziel der Gewichtsabnahme erscheinen wenig sinnvoll. Billigprodukten, die häufig auch das D-Enantiomer enthalten, fehlt nicht nur die vermeintlich positive Wirkung, sondern sie verschlechtern eher die Stoffwechsellage im Körper, da D-Carnitin als Gegenspieler zu L-Carnitin wirkt.
http://www.pharmazeutische-zeitung.de 8/2004


L-Carnitin plus L-Acetylcarnitin zur Erhöhung der Spermienmotilität

Eine Kombinationstherapie mit L-Carnitin/L-Acetylcarnitintherapie resultiert laur einer Studie in „Fertility and Sterility“ in einer Verbesserung der Spermienmotilität (Asthenozoospermie).
In einer randomisierten Studie unter der Leitung von Dr. Andrea Lenzi von der Universitätsklinik in Rom, Italien, wurden 60 infertile Männer zwischen 20 und 40 Jahren für sechs Monate mit einer Kombinationstherapie aus L-Carnitin (2 g/d) und L-Acetylcarnitin (1 g/d) oder Placebo behandelt.
Zwei Monate nach Therapie-Ende wiesen Männer in der L-Carnitin/L-Acetylcarnitin-Gruppe Erhöhungen der Spermienkonzentration, der vorwärts gerichteten Motilität sowie der Gesamtmotilität auf.
Die signifikantesten Verbesserungen der Spermienmotilität – sowohl vorwärts als auch insgesamt – wurde den Autoren zufolge bei Männern beobachtet, die zu Beginn hinsichtlich beweglicher Spermien niedrigere Werte zeigten. Dabei wurden „initial niedrige Werte“ als „weniger als 4.000.000 vorwärts beweglicher oder weniger als 5.000.000 beweglicher Spermien insgesamt pro Ejakulat definiert.“
Während der Studiendauer sei bei vier Paaren, bei denen die Männer eine Kombinationstherapie erhalten hatten.
„Eine kombinierte Behandlung mit L-Carnitin und L-Acetylcarnitin hat sich in einer kontrollierten Wirksamkeitsstudie für die Erhöhung der Spermienmotilität als wirksam erwiesen, insbesondere in Gruppen mit niedrigeren Ausgangswerten“, resümieren die Autoren. (Reuters Health) 28.4.05
www.medaustria.at Quelle: Fertility and Sterility; 81: 1578-1584