DHEA

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DHEA Geschichte und Übersicht        
DHEA-Substitution-speziell
DHEA-LIBIDO Boston 29.9.1999
Keine Hilfe bei Übergewicht
Das Endokrinum des alternden Mannes - Möglichkeiten einer Hormonsubstitution
Leberkrebs durch DHEA
Normale LABORWERTE von DHEAS und DHEA 
DHEA verbessert offensichtlich die Reepithelialisierung bei Patienten mit Brandwunden
Superhormon DHEA
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Preis: DM 29,80 
EUR 15,24 
Gebundene Ausgabe
190 Seiten


DHEA
1980 verkündete Professor Emile-Etienne Baulieu, daß das Hormon Dehydroepiandrosteron, oder DHEA, viele Symptome des Altern verlangsamte und sehr hilfreich beim Reduzieren von Degenerationskrankheiten sein könnte. Dr. Baulieu entdeckte DHEA vor ungefähr 30 Jahren. Heute raten viele Ärzte auf dem Gebiet der "Anti-Aging-Medicine" DHEA, als eine Möglichkeit zu nehmen, um viele der negativen Auswirkungen, die mit dem Alter kommen, zu verlangsamen. "Gegenwärtige Forschung deutet an, daß DHEA von Wert sein kann beim Verhindern und beim Behandeln von Coronargefäß-Krankheiten, hohem Cholesterin, Diabetes, Osteoporose, Fettleibigkeit, Krebs, Alzheimer, anderen Gedächtnisausfällen, Krankheiten des Immunsystems, erworbenen Immunschwäche (AIDS), und chronischer Müdigkeit. DHEA kann auch die Immunabwehr des Körpers gegen Virus- und Bakterieninfektionen erhöhen." Eine der interessanteren Tatsachen, die DHEA betreffen, ist die Rolle als "Mutterhormon". In dieser Vorläufer-Rolle, unterstützt DHEA die Produktion anderer Hormone, wie Östrogen, Testosteron, Progesteron, Cortison etc. Tatsächlich unterstützt DHEA die Produktion von mindestens 18 verschiedenen Steroidhormonen. Als solches beeinflußt die Menge DHEA das ganze endocrine System.
Das Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron) wird in unseren Nebennieren aus Cholesterin hergestellt und dient einer Vielzahl unterschiedlicher Funktionen, die unsere Gesundheit aufrecht erhalten und unser Leben verlängern. Es ist ein "Mutterhormon", das der Körper bei Bedarf in andere Hormone, wie Östrogen, Progesteron, Testosteron und Androstendion, umwandelt.
Das DHEA tritt im Alter von sieben Jahren in den Blutstrom ein und erreicht seine höchsten Werte, wenn wir ungefähr 25 Jahre alt sind. Da der DHEA-Spiegel mit zunehmendem Alter sinkt, haben wir nach diesem Zeitpunkt desto weniger DHEA je älter wir werden. Im Alter zwischen 60-80 Jahren, produziert man gewöhnlich nur noch 10 bis 20 Prozent dessen, das man im zweiten Lebensjahrzehnt produziert hat. Männer haben normalerweise solange höhere DHEA-Spiegel als Frauen, bis das Alter die DHEA-Spiegel auf einen ähnliches Niveau bringt. In Studien wurde gezeigt, daß ein direkter Zusammenhang zwischen dem DHEA-Blutspiegel und der Abwehr vieler Krankheiten besteht, und das Absinken der Spiegel signalisiert den Beginn vieler dieser mit dem Alter verbundenen Krankheiten. Der DHEA-Blutsiegel einer Person kann sowohl, deren augenblicklichen als auch den zukünftigen Status bezüglich Krebs, der Immunabwehr, kardiovaskulärer Erkrankungen, Gedächtnisstörungen und des Alterns selbst anzeigen.
Wenn man einen hohen DHEA-Spiegel hat, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, folgende Krankheiten zu bekommen: Andere Bereiche, bei denen DHEA von Vorteil sein kann: In den letzten Jahren sind DHEA (Dehydroepiandrosteron) und sein Sulfat (DHEAS) häufig als "Wunderdroge", "Jugend zum Schlucken" oder auch "Jungbrunnen' bezeichnet worden.
In den Vereinigten Staaten kann diese Substanz im Drugstore ohne Rezept eingekauft werden und es heißt, daß viele Amerikaner regelmäßig
DHEA einnehmen.

Was ist dran an diesem neuesten Jungbrunnen?
DHEA ist ein Hormon, daß zusammen mit seinem Sulfat (DHEAS) in der Nebenniere in großen Mengen gebildet wird. Seine biologische Funktion beim Menschen ist noch nicht eindeutig geklärt. Allerdings haben wir in den letzten Jahren viel dazugelernt. DHEAS zeigt einen eigentümlichen Altersgang beim Menschen. Nachdem unmittelbar nach der Geburt die Blutspiegel noch hoch sind, sinkt es in den ersten Lebensjahren stark ab und ist kaum nachweisbar. Erst im späten Kindesalter steigen die Spiegel an und erreichen dann im jungen Erwachsenenalter ihr Maximum. Im weiteren Verlauf des Lebens kommt es dann zu einem kontinuierlichen Absinken des DHEAS, so daß bei Achtzigjährigen nur 20 Prozent der Konzentration im Blut vorliegt, die bei jungen Erwachsenen gefunden wird.  Die Nebenniere macht mehrere Hormone, hierunter Hormone, die den Blutdruck erhöhen, und auch das Streßhormon Cortisol. Einen solchen Altersgang wie das DHEAS zeigen diese Hormone nicht. Sie bleiben während der gesamten Lebensspanne in ihrer Konzentration weitgehend unverändert. Es ist daher die Vermutung naheliegend, daß das Absinken des DHEAS und altersspezifische Veränderungen in einem Zusammenhang stehen.
Für diese Annahme gibt es epidemiologische Hinweise. So konnte gezeigt werden, daß Männer mit hohem DHEAS-Spiegel im Blut, seltener an einem Herzinfarkt verstorben (Barrett-Connor et al., 1986; Lacroix et al., 1992). Eine Untersuchung aus Italien (Ravaglia et al., 1996) fand, daß bei alten Männern hohe Leistungs-fähigkeit mit einem hohen DHEAS-Spiegel einhergeht, während Männer, die in ihrer Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt waren, niedrige DHEAS-Konzentrationen hatten.
Eine neue Arbeit aus Frankreich (Berr et al., 1996) fand, daß die Serumspiegel von DHEAS mit der Lebenserwartung verknüpft waren. In dieser prospektiven Studie wurde beobachtet, daß Patienten, die im Verlauf der Nachbeobachtung verstorben (Nachbeobachtungszeit zwei und vier Jahre) zum Zeitpunkt des Einschlusses in die Studie signifikant niedrigere DHEAS-Konzentrationen hatten. Es ist daher von großem Interesse, ob die Gabe von DHEA günstige biologische Wirkungen hat.
Es gibt eine große Zahl von Tierexperimenten, in denen die Wirkung von DHEA untersucht wurde. Dabei zeigte sich, daß DHEA vor tödlichen Virusinfektionen schützen kann, eine Verringerung des Körpergewichtes bewirkt, gegen bestimmte Tumorformen schützt, direkte Wirkungen auf das Gehirn entfaltet, zu einer Vermehrung bestimmter Leberstrukturen führt (Peroxisomen) und auch antidiabetisch wirkt. Alle diese Tierexperimente lassen sich jedoch aus einer Vielzahl von Gründen im Fall von DHEA nur eingeschränkt auf den Menschen übertragen. Die Ursache liegt darin, daß hohe Konzentrationen von DHEAS nur beim Menschen und bei anderen Primaten gefunden werden. Bei den üblichen Versuchstieren (z.B. Ratten) liegen die Konzentrationen 10.000-fach niedriger als beim Menschen. Außerdem sind in vielen Tierversuchen extrem hohe Mengen von DHEA eingesetzt worden. Wir sind daher bei Untersuchungen zum DHEA auf Studien beim Menschen selbst angewiesen.  Eine weitere Besonderheit des DHEA besteht darin, daß die Wirkungen offenbar bei Männern und Frauen unterschiedlich sein können. Der Schutz vor Tod durch Herzinfarkt wurde nur für Männer, nicht aber für Frauen nachgewiesen. Auch der Befund, daß niedrige DHEAS-Konzentrationen eine erhöhte Mortalität vorhersagen, wurde nur für Männer aber nicht für Frauen gezeigt. DHEA scheint also bei Männern und Frauen unterschiedlich zu wirken.  In einer eigenen Untersuchung haben wir die Wirkungen von DHEA bei Männern und bei Frauen auf die Hormonkonzentration im Blut untersucht. DHEA wird im Körper rasch umgebaut in andere hochwirksame Hormone. Hierzu gehören männliche Hormone wie Testosteron und Androstendion, aber auch weibliche Hormone wie Östradiol und Östron. DHEA ist damit eine Ausgangssubstanz, aus der Körperzellen nach Bedarf hochwirksame männliche und weibliche Hormone bilden. In unserer Untersuchung fanden wir, daß bei jungen Frauen DHEA zu einer Erhöhung von männlichen Hormonen wie Testosteron und Androstendion führte, während die hohen Östradiolspiegel durch DHEA kaum verändert wurden. Umgekehrt konnten wir zeigen, daß bei älteren Männern (mit niedrigem DHEAS-Spiegel) die Verabreichung von DHEA (50 Milligramm) die hohen körpereigenen Testosteronkonzentrationen nicht wesentlich veränderte. Es kam aber zu einem Anstieg von Östradiol und auch Östron (wobei die so erzeugten Hormonkonzentrationen zwar deutlich höher waren als die Ausgangswerte vor DHEA-Gabe, die Konzentrationen jedoch im oberen Normbereich verblieben). Es könnte daher sein, daß die Unterschiede in den epidemiologischen Untersuchungen bei Männern und Frauen darauf beruhen, daß DHEA bei Frauen eine Zunahme von männlichen Hormonen bewirkt und damit eine Verschiebung zur männlichen Seite hin, während es bei Männern eher zu einem gewissen Anstieg der weiblichen Hormone führt und damit eine Verschiebung des Verhältnisses von männlichen zu weiblichen Hormonen in Richtung auf eine weiblichere Komponente. Dies bedeutet nicht, daß DHEA nicht auch für Frauen Vorteile bringen kann. So zeigte sich, daß bei älteren Frauen mit depressiver Grundstimmung die DHEAS-Spiegel signifikant niedriger lagen. Die Anzahl der Untersuchungen, in denen DHEA über einen längeren Zeitraum verabreicht wurde, um zu klären, welche günstigen Wirkungen erreicht werden,ist noch klein. Als wichtigster Befund zeigte sich, daß die Gabe von DHEA an ältere Männer mit einer deutlichen Steigerung des Wohlbefindens verbunden war (Morales et al., 1994). Unklar bleibt freilich, welche Wirkungen von DHEA für diese Steigerung des Wohl-gefühls ursächlich sind. Offenbar ist eine direkte Wirkung auf das Gehirn möglich. Hierfür spricht auch, daß eine pharmakologische Dosis von DHEA (500 Milligramm) zu einer Veränderung des Schlafmusters führt mit  einer Verlängerung des wichtigen REM-Schlafes (Fries et al., 1995). Eine weitere Wirkung von DHEA ist die Beeinflussung des Immunsystems. So wurden unter DHEA Änderungen in der Funktion bestimmter weißer Blutkörperchen (Killerzellen) nachgewiesen. Auch Patienten mit einer entzündlichen Autoimmunerkrankung (Lupus erythematodes) zeigten eine Befundbesserung unter der Gabe von DHEA (van Vollenhoven et al., 1995). Daneben ist eine Zunahme der Muskulatur und eine Abnahme der Fettmasse durch DHEA nachgewiesen worden. Hiermit im Zusammenhang steht auch eine Steigerung eines wichtigen Wachstumsfaktors (IGF-1), der in seiner Verfügbarkeit unter der Behandlung mit DHEA ansteigt.  Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß die Studien in den letzten Jahren gezeigt haben, daß DHEA eine Anzahl von günstigen Wirkungen entfalten kann. Die Klärung der  Bedeutung dieser Wirkungen im Langzeitverlauf ist nur durch Untersuchungen am Menschen möglich, da Ergebnisse aus Tierversuchen kaum übertragbar sind. Außerdem müssen Männer und Frauen getrennt untersucht werden, da DHEA bei den Geschlechtern unterschiedlich in andere Hormone transformiert wird.
Der Verkauf von DHEA im Supermarkt, wie das in den USA praktiziert wird, ist aus ärztlicher Sicht völlig inakzeptabel. Durch hohe Dosierungen von DHEA können massive Konzentrationen von männlichem und weiblichem Hormon erzeugt werden mit der entsprechenden Nebenwirkungsgefahr (z.B. Akne, Behaarungs-störungen bei Frauen). Eine Einnahme von DHEA ohne Kontrolle und Überwachung wird dann nicht zum "Jungbrunnen", sondern zur gesundheitlichen Gefahr.

Prof. Dr. med. Bruno Allolio
Medizinische Universitätsklinik
Josef-Schneider-Straße 2
97080 Würzburg

Der erste Tag des Workshops wurde durch den Vortrag von B. Allolio aus Würzburg abgeschlossen. Er berichtete über die neuesten Ergebnisse einer DHEAS-Dosisfindungsstudie bei Patienten mit einer primären Nebenniereninsuffizienz. Hier wird ja neben der etablierten Substitution mit Gluko- und Mineralokortikoiden die zusätzliche, ebenfalls rein substituierende Gabe von DHEAS diskutiert. Allolio betonte, daß es in seiner Studie zunächst nicht darum ginge, Veränderungen in der Befindlichkeit der Patienten zu erfassen. Es sollte zunächst bestimmt werden, welche DHEAS-Dosis nebenniereninsuffiziente Patienten erhalten müßten, um der Altersnorm entsprechende DHEAS-Spiegel zu erreichen. In seiner sehr sorgfältig geplanten und durchgeführten Studie ergab sich hierbei eine Dosis von 50 mg DHEAS/die.
 

Das Endokrinum des alternden Mannes - Möglichkeiten einer Hormonsubstitution
Prof. Dr. Bruno Lunenfeld (Tel Aviv)
Im Gegensatz zum Verlauf der reproduktiven Alterung bei Frauen, erleiden Männer im Alter weder eine rapide Abnahme der Funktion der Leydigschen Zellen noch einen irreversiblen Verlust ihrer reproduktiven Potenz. Bezüglich der Leydig-Zell-Funktion gibt es große interindividuelle Unterschiede. Einfluß hierauf haben sowohl extrinsische als auch intrinsische Faktoren sowie freie Sauerstoffradikale, die für das Ausmaß der Schädigung der Leydig-Zellen und der daraus resultierenden Verminderung der steroidogenen Kapazität einzelner Zellen verantwortlich sind.  Im strengen Sinn kann also nicht von einer "Andropause" gesprochen werden, obwohl Spermatogenese, Fruchtbarkeit, Leydig-Zell-Funktion und Nebennierenfunktion mit dem Alter abnehmen. Wir sollten besser von einer kontinuierlichen Abnahme aller biologisch aktiven gonadalen und adrenalen Androgene sprechen. Der Begriff "Andropause" sollte deshalb durch "PADAM" (progressives partielles Androgenmangel Syndrom) ersetzt werden. Die Massachusetts Male Aging Study hat bestätigt, daß der Testosteronspiegel bei Männern im Alter zwischen 40 und 70 jährlich um ein Prozent sinkt. Obwohl allgemein angenommen wird, daß sexuelle Impotenz die Folge des abnehmenden Testosteronspiegels sein müßte, haben neuere Untersuchungen diese Schlußfolgerung nicht bestätigen können. Sexualität ist nicht nur ein Instinkt, der biologisch durch Testosteron moduliert wird, sondern Sexualität ist tief in der Persönlichkeit verankert. Impotenz oder der Verlust von Sexualität ist nicht direkt mit dem Alterungsprozeß verbunden, sondern spiegelt die Haltung zu Sexualität wider. Bislang wurden noch keine Kriterien für einen "normalen" Androgenspiegel für ältere Männer festgelegt. Solche Kriterien müßten nicht nur den absoluten Hormonspiegel, sondern auch die Ansprechbarkeit der Zielorgane in Betracht ziehen. Ein Kriterium für veritablen Testosteronmangel wäre beispielsweise "niedriger Testosteron-spiegel" in Kombination mit "chronisch erhöhtem Gonadotropinspiegel". Trotzdem bleibt die Frage: Wie hoch ist der Testosteronspiegel, der einen älteren Mann als  "hypogonadisch" (Androgenmangel) kennzeichnet? Ist es der Wert, der gleichzeitig mit einer Abnahme der Knochendichte einhergeht oder mit der Abnahme der Muskelmasse und -kraft, der Veränderung des viszeralen Fettes und der Fettverteilung, der Abnahme der Libido, der zunehmenden Impotenz oder dem abnehmenden Wohlbefinden? Oder ist die Diagnose "Androgenmangel" nur gesichert, wenn die Gabe von Androgen diese klinischen Symptome beseitigen oder wenigstens lindern kann? Wir müssen also unterscheiden zwischen der Festsetzung absoluter Hormonspiegel im Blut und der Bestimmung der Wechselwirkung von Hormon und Zielorgan. Nicht nur das Testosteron allein, sondern auch verschiedene andere Hormone haben einen Einfluß auf die Befindlichkeit des Mannes. Die Abnahme von Dehydroepiandrosteron (DHEA) und Dehydroepi-androsteronsulfat (DHEA-S), beide aus der Nebenniere, sind ebenso für die Symptome des alternden Mannes verantwortlich. Auch eine altersbedingte Abnahme an Wachstumshormon (GH) ist als Ursache männlicher Gesundheitsprobleme festgestellt worden. Sowohl die Pulsfrequenz an GH als auch die GH-RH induzierte GH-Sekretion nehmen mit dem Alter ab. In der Folge kommt es zu erniedrigten GH-Spiegeln, die ähnlich wie oder gemeinsam mit erniedrigten Androgenspiegeln - zu Antriebslosigkeit, Abnahme der Muskelmasse und -kraft und einer zunehmenden Tendenz zu Fettleibigkeit führen (De Boer et al., 1995). Ein weiteres wichtiges Hormon ist das Melatonin. Es konnte gezeigt werden, daß der Melatonin-Spiegel bei älteren Männern abnimmt und der zirkadiane Rhythmus unterbrochen wird. Die Folgen: schlechte Laune, Verschlechterung kognitiver Funktionen, Schlaflosigkeit, Zunahme der Prävalenz der benignen Prostata-hyperplasie, Regulation der Thrombozytenproduktion. Die Gabe von Melatonin besserte die Schlaf-störungen (Garfinkel et al., THE LANCET 1995, 346: 541). Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine weltweit verbreitete Erkrankung bei älteren Männern. Jacobsen (1995) berichtete, daß in den USA 17 Prozent der Männer zwischen 50 und 59 Jahren, 27 Prozent zwischen 60 und 69 Jahren und 35 Prozent zwischen 70 und 79 Jahren Symptome der BPH haben. Prostatakarzinome sind häufig und nehmen mit steigendem Alter zu. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Mann ein Prostatakarzinom bekommt, beträgt heute 1:11. Das bedeutet, daß 90 Prozent aller Männer, die das hohe Alter von 85 Jahren erreichen, ein Prostatakarzinom haben. Im letzten Jahrzehnt ist die Sterblichkeitsrate des Prostatakarzinoms doppelt so groß gewesen wie die des Brustkrebs.
Bevor wir nun aber Therapien zur Behandlung der Probleme des alternden Mannes konzipieren, müssen wir über die notwendigen Forschungsschwerpunkte reden:
Wann liegt eine Androgenmangel beim alternden Mann. vor?
Was ist die Rolle von DHEA beim alternden Mann?
Welche Bedeutung hat GH beim alternden Mann?
Was ist die Rolle von Melatonin?
Was kann moderate sportliche Betätigung bringen?
Wie könnten effektive Trainingspläne aussehen?
Verschiedene Aspekte müssen bei der Entwicklung einer rationalen Therapie des Hormontiefs des alternden Mannes berücksichtigt werden. Hierzu gehören die Einstellung betroffener Männer zu ihrem Gesundheitsproblem und die Bereitschaft der Ärzte und Gesundheitspolitiker, das Hormontief des Mannes als behandlungsbedürftige Erkrankung anzusehen. Darüber hinaus ist eine Betrachtung der Kostenersparnis durch prophylaktische Maßnahmen zu diskutieren.

Einstellung der Betroffenen
Eine große Zahl von Erkrankungen, die besonders Männer betreffen, wie beispielsweise Prostatakarzinome, Hodenkrebs, Kolonkrebs, Bluthochdruck, kardiovaskuläre Erkrankungen,Osteoporose, Veränderungen der Körperverfassung, Fettverteilung, Muskelschwäche, Einschränkung kognitiver Funktionen, schlechtes Wohlbefinden und sexuelle Dysfunktionen könnten besser behandelt werden, wenn Männer diesen Problemen mehr Aufmerksamkeit schenken würden. Viele Männer gehen nicht zum Arzt, weil sie Angst haben, nicht informiert sind oder aus psychologischen Gründen. Wenn Männer lernen, daß präventive Untersuchungen die Lebenserwartung verlängern, die Lebensqualität steigern und die Rolle als "produktives' Familienmitglied sichern können, dann wird auch ihre Bereitschaft, zum Arzt zu gehen, zunehmen.
Einstellung der Ärzte und Gesundheitspolitiker
Frauen besuchen ihren Hausarzt eineinhalb mal so oft wie Männer. Deshalb werden ihre Gesundheitsprobleme auch schon viel früher erkannt. Wären die Öffentlichkeit und die gesundheitspolitisch Verantwortlichen sich einig über die Wichtigkeit einer Früherkennung männlicher Gesundheitsprobleme, könnten Morbiditäts- und Mortalitätsraten sowie die Kosten für die Gesundheit reduziert werden. Sinnvoll wären geeignete, periodisch durchgeführte Labortests (z.B. PSA) in Verbindung mit klinischen Untersuchungen sowie Selbsttests.Es würden in der Folge qualifizierte Ärzte benötigt, die mit dem Problemfeld des alternden Mannes umgehen können.

Kostenfrage am Beispiel der Osteoporose.
Bislang sind die Kosten, die durch Osteoporose verursacht werden (Hüftfrakturen, Morbidität aufgrund der Osteoporose, Krankenhauskosten und Rehabilitation) bei Männern noch signifikant niedriger als bei Frauen. Trotzdem sind in den USA heute fünf bis acht Millionen Männer von Osteoporose betroffen. Jährlich werden ca. zwei Milliarden US Dollar für diese Erkrankung ausgegeben. Es wird geschätzt, daß weltweit 30 Prozent aller Hüftfrakturen bei Männern auftreten und daß die Mortalität durch diese Erkrankung bei Männern eigentlich höher ist als bei Frauen. Mit zunehmender Lebenserwartung werden die Osteoporose-bedingten Probleme bei Männern zunehmen und schon im Jahr 2010 ebenso groß sein wie bei Frauen und damit ein großes Gesundheitsproblem darstellen.Ich habe versucht, mit Ihnen einige Hauptprobleme des alternden Mannes zu reflektieren und hoffe, Sie davon überzeugt zu haben, daß die Lebensqualität des alternden Mannes verbessert werden kann. Folgende Aspekte müssen hierzu berücksichtigt werden:

1.Es muß ein Bewußtsein für das Phänomen "der alternde Mann" geschaffen werden.

2.Die Gesellschaft muß überzeugt werden, daß wir einige Symptome und Folgen des Alterns reduzieren können.

3.Die Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens ist kein weibliches Vorrecht.

4.Die Abnahme der Sexualität ist nur ein Symptom des Älterwerdens, daß durch abnehmende Muskelmasse und -kraft, Müdigkeit, Übellaunigkeit und Schlafstörungen begleitet sein
kann.

Bislang wurden nur wenige prospektive Studien zur Hormonersatztherapie durchgeführt. Die wenigen Studien, die bisher mit älteren Männern mit gesichertem Testosteronmangel durchgeführt wurden, zeigen deutlich eine Verbesserung des physischen und psychischen Wohlbefindens (Bagatell et al., 1994; Teenover, 1994). Allerdings wurden diese Studien nur an wenigen Probanden und für kurze Zeit durchgeführt. Bis heute wurde noch keine große Placebo-kontrollierte Testosteronersatztherapie-Studie beim alternden Mann publiziert. Ich hoffe sehr, daß durch die Schaffung eines Bewußtseins für die Folgen des Hormontiefs des alternden Mannes in Zukunft solche Studien in Angriff genommen und sichere Therapien entwickelt werden.
Prof. Dr. med. Bruno Lunenfeld
7 Harav Ashi Street
69395 Tel Aviv
Israel

Aus
Endokrinologie -Informationen -Mittellungen der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie
21.Jahrgang, Heft 5/97
Schriftleitung:
W. Höppner, Hamburg

Expertenkonferenz: Hormonsubstitution beim alternden Mann vom 29. Juni - 2. Juli 1997 in Weimar
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie
Jenapharm
Zusammenfassung der Pressekonferenz am 2. Juli 1997 in Weimar
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DHEA-LIBIDO   Boston 29.9.1999
Das in den USA zur Nahrungsergänzung zugelassene DHEA könnte substitutiv bei Frauen mit Nebennierenschwäche zur Verbesserung des Wohlbefindens und der Libido eingesetzt werden: Eine deutsche plazebokontrollierte Studie an 24 Frauen ergab, dass 50 mg/ Tag DHEA die Libido und sexuelle Zufriedenheitsignifikant steigerten.( New England Journal of Medicine)


Westport 27-3-2000 Reuters: DHEA verbessert offensichtlich die Reepithelialisierung bei Patienten mit Brandwunden, die mit autologen Hauttransplantaten
behandelt wurden. In der placebokontrollierten Studie mit 63 Patienten führten 10mg/KG DHEA intravenös zu einer deutlich verbesserten Reepithelialisierung
eine Woche postoperativ.


DHEA - die Mutter aller Steroide
gilt als "Jungbrunnen" schlechthin, der das Altern aufhält und senilen Herren zur Libido von Zwanzigjährigen zurückverhilft. Bodybuildern wird DHEA etwa ab dem 35. Lebensjahr empfohlen, weil es "einfach körperlich, geistig, seelisch und moralisch jünger" machen soll. Es liegen Tiermodelle vor, wonach das Hormon vor Diabetes, Krebs und Herzinfarkt schützt, Gewicht und Körperfett senkt und
das Leben verlängert. Ratten und Mäuse bilden jedoch im Gegensatz zum Menschen selbst keine meßbaren Mengen DHEA, so daß sich eine Übertragung der Studienergebnisse auf den Menschen verbietet. Einige Ärzte in USA sind von den Tierversuchen jedoch so begeistert, daß sie nicht länger warten wollen, ob DHEA als Medikament zugelassen wird: Sie nehmen es selbst und verordnen es
Tausenden von Patienten - ohne, daß positive Wirkungen beim Menschen belegt wären (The Sciences 1995/Sept./Oct./S.26-30).



Keine Hilfe bei Übergewicht
Clore, JN: Dehydroepiandrosterone and body fat. Obesity Research 1995/
3/S.613S-616S
Der gewichtsreduzierende Effekt, den DHEA bei Nagetieren entfaltet, wird auf eine Beeinflussung der Insulinempfindlichkeit, der ß-Oxidation und der Fettsynthese zurückgeführt. Beim Menschen zeigte DHEA keinen Einfluß auf die Insulinempfindlichkeit. Ob es die ß-Oxidation und die Fettsynthese verändern kann, ist nicht untersucht. Die bisher durchgeführten Studien konnten keine vorteilhaften Wirkungen finden, weder auf den Körperfettgehalt noch auf die Energiebilanz, weder in pharmakologischen noch in physiologischen Dosen. Anmerkung: Auch mit dem Schutz vor Diabetes ist es nicht weit her: Bei mehr als 650 postmenopausalen Frauen nahm wider Erwarten die
Diabeteshäufigkeit mit steigenden DHEAS-Blutspiegeln zu, und die Glucosetoleranz verschlechterte sich. Die Autoren schließen, daß hohe
DHEAS-Spiegel das Auftreten von Diabetes eher fördern (Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 1996/81/S.59-64).

Leberkrebs durch DHEA
Orner, GA et al: Comparison of the enhancing effects of Dehydroepiandrosterone with the structural analog16a-Fluoro-5-androsten-17-one on Aflatoxin B1 hepatocarcinogenesis in rainbow trout. Fundamental and Applied Toxicology 1996/34/S.132-140
Es ist bekannt, daß DHEA bei Nagetieren Leberkrebs hervorruft. Dies wird auf eine erhöhte Teilungsrate der Peroxisomen zurückgeführt, die aufgrund biochemischer Unterschiede beim Menschen jedoch nicht auftreten soll. Dem Homo sapiens ist in dieser Hinsicht die Forelle ähnlich. Nun zeigte sich, daß DHEA auch bei ihr Leberkrebs erzeugt. DHEA verstärkte die Wirkung des
lebertoxischen Aflatoxin B1; fast 80% der Fische entwickelten Tumoren. Ohne das Schimmelpilzgift, nur mit DHEA im Futter, waren es noch 6%. Dafür genügte bereits ein Zwanzigstel der Dosis, die bei Ratten cancerogen war.Anmerkung: Dieses Ergebnis ist kein Einzelfall. Bei jungen Mäusen, die zu spontanen Tumoren der Eierstöcke neigen, vervielfachte niedrig dosiertes DHEA wider Erwarten die Tumorrate (Cancer Research 1988/48/S.2788-2792)

Normale LABORWERTE von DHEAS und DHEA

Alter DHEAS DHEA
25-34 6.44 ± 2.29 15.91 ± 6.05
35-44 6.02 ± 2.18 12.65 ± 2.69
45-54 4.75 ± 2.62 11.31 ± 5.39
55-64 3.25 ± 1.48 10.20 ± 5.21
65-74 2.65 ± 1.68 7.71 ± 4.15
75-84 1.15 ± 0.52 5.36 ±1.68
85-100 1.23 ± 0.52 3.18 ± 0.69

DHEA und Gehirn
Durch das DHEA wird das Interferon-Gamma angeregt, das andererseits allerdings auch in einen Demyelinisierungsprozeß involviert ist. Das Interferon-Gamma scheint Myelin-spezifische autoreaktive Lymphozyten zu aktivieren, was die Beobachtung erklärt, daß die Behandlung von Interferon-Gamma bei Patientinnen mit multiplen Sklerose zu einer Verstärkung der Symptomatik führt. Allerdings scheinen die Zusammenhänge komplexer zu sein, da die intrazerebrale Injektion von Interferon-Gamma zu keiner Demyelinisierung führt und auch die Verwendung von Anti-Interferon-Gamma vor einer Demyelinisierung nicht schützt.


Doping gegen das Altern 
heute werden die Deutschen so alt wie noch nie. Lag die Lebenserwartung um 1900 noch bei 46 Jahren, sind heute beim Mann 74 und Frau 80,6 Jahre erreicht. Die Zahl der Hundertjährigen stieg in Deutschland von 227 im Jahr 1990 auf 828 im Jahr 1999 an. Der Würzburger Humangenetiker Holger Hoehn schätzt die grundsätzlich mögliche Lebensspanne des Menschen auf Grund seiner genetischen Veranlagung auf 110 bis 115 Jahre. Aber äußere Faktoren wie Lebensstil, ionisierende Strahlung, Chemikalienbelastung, Bakterien oder Viren lassen so ein hohes Alter selten zu. Heute sterben Menschen der Industrieländer hauptsächlich an chronisch, sich über Jahre und Jahrzehnte entwickelnden degenerativen Alterserkrankungen: Herzkreislauf- und  Krebserkrankungen. 
Wundermittel Hormonvorläufer DHEA
Der Ulmer Arzt Alfred Wolf schildert, worauf es an kommt, wenn einer dem Altern vorbeugen will: "Der Lebensstil ist letztlich das A und O. Wer nicht raucht, in Maßen trinkt und Sport treibt, hat bessere Chancen, alt zu werden." Er gibt seinen Patienten Tipps zu Lebensstil, Anti-Stress-Training, speziellen Nahrungsergängzungsmitteln (Mikronährstoffe, z.B. Antioxidantien) und eventuell  Hormonsubstitution mit Testosteron, Östrogen, Progesteron, dem Hormonvorläufer DHEA (Dehydroepiandrosteron) oder dem Wachstumshormon HGH. "Natürlich machen wir vor einer Hormongabe eine umfassende Risikoabschätzung, anhand derer die Dosis bestimmt wird", betont Wolf.  Der Run auf die Hormone wird inzwischen von Prominenten unterstützt. So wirbt Iris Berben in ihrem Buch "Älter werde ich später" für alle möglichen Mittelchen der Anti-Aging-Welt. Neben Sport, gesunder Ernährung und der obligatorischen Hautpflege mit speziellen Cremes die Vitamine A,C,E, Detacarotin sowie Enzyme enthalten, berichtet sie unter anderem, sie schlucke seit bereits zehn Jahren DHEA – das laut Berben Bindegewebe strafft, Muskeln, Knochen und Gelenke stärkt. Mediziner nehmen an, dass ein DHEA-Mangel zu allgemeinen Befindlichkeitsstörungen, Schlaflosigkeit, relativer Immunschwäche oder Osteoporose beiträgt.     Weil nun die natürliche Konzentrationen von DHEA im Blut mit dem Alter um bis zu 80 Prozent zurück geht, sei es zu einer "Hochstilisierung von DHEA zu einer Anti-Aging-Substanz" gekommen, meint Christoph Bamberger vom Hamburger Uni-Krankenhaus Eppendorf: "Die funktionelle Bedeutung von DHEA ist unbekannt." Größtenteils fehlten Langzeitstudien zu Anti-Aging-Hormonen. Die Endokrinologin Wiebke Arlt von der Universitätsklinik Würzburg warnt: "Erste Daten deuten auf ein teilweise unkalkulierbares Risiko hin."
Männliche Wechseljahre 
Immerhin zeigen weitgehend etablierte Therapien mit Hormonen, wie wichtig die richtige Dosierung und wie potenziell gefährlich die Stoffe sind. So lässt sich nicht von der Hand weisen, dass eine Hormonersatztherapie bei Frauen in einem Zusammenhang mit der Entstehung von Brustkrebs stehen kann. Inzwischen haben Forscher nun auch ein männliches Klimakterium entdeckt und für behandlungswürdig befunden. Dem linearen Abfall männlicher Sexualhormone im Laufe eines Lebens, begegnen sie mit Androgenen, Östrogenen, DHEA, Wachstumshormon oder Melatonin. "Wir sind am Beginn der Hormonsubstitutionstherapie beim Mann und die meisten unserer Überlegungen basieren auf Hypothesen und Spekulationen", mahnt Markus Metka aus Wien.  Mehr klinische Untersuchungen, zu Risiken, Vorteilen und möglichen Nebenwirkungen seien dringend  notwendig. Insofern wundert das Urteil des Stuttgarter Endokrinologen Reiner Hehrmann nicht: "Manches, was da heute geschieht beim Versuch, Zellstoffwechsel und Alterungsprozess zu  beeinflussen, ist keineswegs legal." Das Zauberwort Anti-Aging erinnere ihn in einigen Bereichen sogar an Doping im Sport. Und Ulrike Sonner vom Münchener Stop Aging Institut gibt den allgemeinen gesundheitsfördernden Rat: "Im Prinzip kann jeder Anti-Aging-Programme machen, indem er nicht raucht, wenig trinkt, normal isst und sich bewegt."
Beatrice Lugger ist freie Wissenschaftsjournalistin in München    Stand: 28. Mai 2001 Ausschnitt aus www.netdoktor.de


Was bringt DHEA? 
Kranke junge Menschen, die wegen einer Unterfunktion ihrer Nebennierenrinde an einem DHEA-Mangel leiden, profitierten laut einigen Studien von einem Ersatz von DHEA durch Medikamente. Es wirkt günstig auf Wohlbefinden, Stimmung und Sexualität aus.  Im Gegensatz dazu kam der Würzburger Endokrinologe Prof. Bruno Allolio bei einer Studien mit gesunden Männern zwischen 50 und 70 Jahren, die sehr niedrige DHEA-Spiegel im Blut aufwiesen, zu keinem solchen Ergebnis. Die Studienteilnehmer erhielten vier Monate lang DHEA. Danach war zwar der DHEA-Wert angestiegen, aber das hatte keinen Einfluss auf Sexualität, Vitalität und Wohlbefinden.  Der letzte Stand ist daher: Bei einem krankhaft bedingten Mangel an DHEA wirkt sich der Ersatz mit Medikamenten positiv aus. Doch wenn der Körper im Alter weniger DHEA herstellt, bedeutet das noch nicht, dass eine künstliche Zufuhr des Prohormons die Leistung des jungen Organismus zurückbringt. Die Beweise, dass DHEA als Wundermittel gegen das Altern wirke, stehen also noch aus. Und damit auch Daten zur Verabreichungsform: Soll DHEA nur gespritzt werden dürfen oder auch als Tablette eingenommen werden können? Welche Mengen sind sinnvoll? 
Gibt es Gefahren? 
Experten warnen vor einer unkontrollierten Einnahme von DHEA. Die Risiken sind noch kaum untersucht. Über Nebenwirkungen können nur Vermutungen angestellt werden. Da der Körper das DHEA von außen zugeführt bekommt, stellt er eventuell die eigene Produktion ein. Oder die zusätzliche Hormonzufuhr könnte schlummernde Krebszellen in der Prostata, den Eierstöcken oder der Brust wecken. Bei Frauen erhöht DHEA neben dem Östrogenspiegel auch die Zahl der männlichen Hormone im Blut. Das kann zu Fettstoffwechselstörungen und bei Überdosierung zu Vermännlichungserscheinungen, wie Akne, Haarverlust und Stimmvertiefung führen. Mai 2001    ---Ausschnit aus http://www.netdoktor.de/medikamente/fakta/dhea.htm


Anti-Aging-Welle: Wirkung von Hormonen fraglich

Wiesbaden (dpa) - Ob Hormone das Altern aufhalten können, ist nach Ansicht von Wissenschaftlern noch längst nicht belegt. Nutzen und Risiken einer Hormongabe bei älteren Menschen müssten in kontrollierten Studien nachgewiesen werden, sagte der Internist Prof. Bruno Allolio von der Universitätsklinik Würzburg am Dienstag beim 108. Internistenkongress in Wiesbaden. Gesichert sei die Erkenntnis, dass bei vielen Menschen im Alter die Produktion bestimmter Hormone nachlasse. Solche Hormone ließen sich zwar ersetzen, um so wieder eine jugendliche Hormonkonzentration zu erreichen. Ob damit aber Alterungsprozesse verzögert werden könnten, sei nicht nachgewiesen. "Das Älterwerden hängt nicht nur von den Hormonen ab", sagte Allolio. Im Zuge der so genannten Anti-Aging-Bewegung ist die Einnahme von Hormonen wie DHEA, Melatonin oder dem Wachstumshormon HGH verstärkt in der Diskussion. DHEA (Dehydroepiandrosteron) und Melatonin sind in den USA als Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich und auch in Deutschland über das Internet zu beziehen. Experten haben jedoch wiederholt vor einer unkontrollierten Einnahme gewarnt. 10. April 2002 netdoktor.de


Altersbedingte Testosteron-Verringerung birgt Risiken für das Herz
- Hormonproblem irreführend auch "männliche Menopause" genannt =

London, 16. Januar (AFP) - Die altersbedingte Testosteron-Verringerung bei Männern birgt ein erhöhtes Risiko von Herzerkrankungen. Das geht aus einer Studie hervor, die in der jüngsten Ausgabe der britischen Fachzeitschrift "Heart" veröffentlicht wird. Die Autoren stellen fest, dass Männer ein drei Mal höheres Risiko von Herzerkrankungen haben als Frauen. Dies sei nicht durch  andere Faktoren zu erklären. Der Rückgang der Testosteron-Werte bei alternden Männern ist seit Mitte der 40er Jahre bekannt und wird oftmals irreführend als "männliche Menopause" bezeichnet. Anders als bei der Frau, die mit der
Menopause die Fähigkeit zur Fortpflanzung verliert, ist dies jedoch beim Mann nicht der Fall. Es sei unbestreitbar, dass der Alterungsprozess bei Männern zu einem  Absinken der Testosteron-Werte führe, erklären Kevin Channer und Tim Jones von  der Universität in Sheffield. Damit steige das Risiko von Herzerkrankungen,  was bislang "weitgehend ignoriert" worden sei. Die beiden Mediziner stellten  fest, dass Herzerkrankungen auffallend häufig bei solchen Männern auftraten,  die besonders niedrige Testosteron-Werte hatten. Testosteron bewirkt nach  ihren Erkenntnissen eine Erweitung der Arterien. Durch Testosteron-Spritzen könne dieser Effekt künstlich erzielt werden. Allerdings besteht dadurch ein erhöhtes Risiko von Prostata-Krebs, möglicherweise wird auch die Leber zu stark belastet. Deshalb empfahlen die Experten, die Testosteron-Gaben klinischen Tests zu unterziehen. Bereits vor zwei Jahren hatte es im "British Medical Journal" eine Debatte  über das Für und Wider einer ärztlichen Regulierung des Testosteron-Spiegels
gegeben. Die Befürworter verwiesen darauf, dass die Testosteron-Werte bei  Männern zwischen dem 25. und dem 75. Lebensjahr auf die Hälfte absinken. Allerdings ist der Abfall individuell sehr unterschiedlich. Andere Risikofaktoren wie Hoden-Erkrankungen, Übergewicht, Alkoholkonsum und Diabetes führen zu einem verstärkten Absinken.

Der Ludwig-Demling-Forschungspreis der Deutschen Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung DCCV e.V. ging in diesem Jahr an Dr. med. Frank Klebl, Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I des Klinikums Regensburg. Der 33jährige Wissenschaftler erhielt das mit 25.000 Euro dotierte Stipendium für sein Forschungsprojekt zur Erfassung der Wirksamkeit und Verträglichkeit von Dehydroepiandrosteron (200 mg) bei Patienten mit einer mäßig aktiven Colitis ulcerosa. Der Preis wurde anlässlich der Jahrestagung der DCCV am 24. Mai 2003 in Stuttgart überreicht.

In der Schleimhaut von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen ist die Ausschüttung entzündungsfördernder Stoffe erhöht. Das körpereigene Steroidhormon Dehydroepiandrosteron (DHEA), dessen Serumkonzentration bei diesen Patienten erniedrigt ist, kann dies teilweise verhindern. Beim Lupus Erythematodes hat sich die Therapie mit 50-200 mg/Tag DHEA als effektiv erwiesen.

Vor diesem Hintergrund wurden in einer Pilotstudie 12 Patienten mit einem mäßig aktiven Schub einer Colitis ulcerosa über acht Wochen mit 200 mg DHEA täglich behandelt. Sieben Patienten sprachen auf die Therapie mit einem Abfall des Clinical Activity Index (CAI) von mindestens 4 Punkten an. Fünf von ihnen kamen in Remission (CAI<5). Schwerwiegende Nebenwirkungen traten nicht auf. In der aktuell geplanten placebokontrollierten Multicenterstudie soll nun die Wirkung von 200 mg/Tag DHEA zur Therapie eines mäßig aktiven Schubs der Colitis ulcerosa überprüft werden. Sollten sich die Daten aus der Pilotstudie bestätigen, stünde mit DHEA möglicherweise eine nebenwirkungsarme Therapie für diese Erkrankung zur Verfügung.

Der von der Falk Foundation e.V. gestiftete Ludwig-Demling-Forschungspreis wird jährlich für Projekte im Bereich der klinischen Forschung zu Fragen der Diagnostik, Therapie, Prophylaxe oder Pathophysiologie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen vergeben. Er ist nach dem international anerkannten Gastroenterologen Prof. Dr. Ludwig Demling (1921-1995) benannt, der 20 Jahre Inhaber des Lehrstuhls für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Universitätsklinik Erlangen war.

Für Rückfragen:
DCCV e.V., Paracelsusstr. 15, 51375 Leverkusen
Ansprechpartner: Reinhard Schüren
e-mail: info@dccv.de, Internet: http://www.dccv.de

Quelle: Deutsche Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) e.V.


Prohormone
Eine große Gefahr für den Verbraucher stellen Stoffe dar, die eindeutig den Arzneimitteln mit pharmakologischer Wirkung zuzuordnen sind, aber national und international nicht als Arzneimittel erfasst werden. Hierzu zählen die Androgen-Prohormone. Diese Produkte sind in Deutschland weder als Arznei- noch als Nahrungsergänzungsmittel verkehrsfähig, der Verkauf ist strafbar.
Der Prohormon-Boom wurde durch Dehydroepiandrosteron (DHEA) ausgelöst. Später wurde die Testosteron-Vorläufersubstanz Androstendion intensiv als Mittel für Muskelwachstum, Leistungssteigerung und Verbesserung des Sexuallebens sowie des Wohlbefindens beworben. DHEA wird in den USA inzwischen sogar in Duty Free Shops auf Flughäfen als Life Style Droge gegen das Altern angeboten. Mittlerweile gibt es eine ganze Flut von Prohormonen auf dem amerikanischen Markt.
Ausgelöst durch den Fall Dieter Baumann wurden Nahrungsergänzungsmittel im Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln untersucht. Dabei wurden die verbotenen Steroidhormone auch in ausdrücklich als dopingmittelfrei gekennzeichneten Präparaten in geringen Mengen als Verunreinigung gefunden. Hierbei handelte es sich überwiegend um Kreatin- und Tribulus-terrestris-Produkte.
Dehydroepiandrosteron gilt als Hauptvertreter der schwach wirksamen Androgene der Nebennierenrinde und bildet sich als Zwischenstufe bei der Biosynthese von Testosteron und Estrogen. DHEA wird vom Körper altersabhängig sezerniert. Der größere Teil des im Blut zirkulierenden Steroids stammt aus der Nebennierenrinde, nur ein kleiner Teil aus den Hoden. Relativ wenig DHEA wird in der Körperperipherie, zum Beispiel in der Muskulatur, in Testosteron umgewandelt. Insgesamt schüttet der männlich Körper weniger DHEA aus als der weibliche.
Das Prohormon aktiviert die 5a-Steroidreduktase, die Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT) reduziert. Diese Substanz hat beim erwachsenen Mann eher nachteilige Wirkungen wie Prostatavergrößerung, Haarausfall und Akne. Da DHEA leicht in Estrogen umgewandelt wird und damit dessen Spiegel nachhaltig erhöhen kann, ist es dem Aufbau fett- und wasserfreier Muskelmasse nicht förderlich. DHEA (INN: Prasteron) zur intramuskulären Injektion ist als Medikament gegen Wechseljahrsbeschwerden bei Frauen im Klimakterium im Handel (Gynodian® Depot; verschreibungspflichtig). Die Bioverfügbarkeit nach peroraler Gabe ist wissenschaftlich nicht belegt.
Alle Veröffentlichungen über Androstendion basieren auf wissenschaftlichen Arbeiten, die 1960 in der DDR angefertigt wurden. Ab 1982 setzte man das Präparat als Dopingmittel ein. Eine Woche vor den Meisterschaften wurden alle dem Doping-Komitee bekannten Steroide mit anaboler Wirkung abgesetzt und gegen Androstendion ausgetauscht, um die anabolikafreie Phase bis zum Test zu überbrücken. Das Hormon wurde nasal appliziert, da die perorale Wirksamkeit auf Grund der fehlenden Alkylgruppe an C17 begrenzt ist. Das gilt für fast alle Prohormone mit Steroidgerüst. Nach Gabe von Androstendion steigt der Testosteronspiegel kurzfristig an. Dabei wird das natürliche Gleichgewicht von Testosteron und Epitestosteron jedoch nicht gestört, da das Prohormon schnell eliminiert wird. Praktisch für die gedopten Athleten: So ließ sich die Leistung aufrecht erhalten, ohne mit einem positiven Dopingtest aufzufallen.
Androstendion wirkt wesentlich stärker androgen und anabol als DHEA, jedoch schwächer als Testosteron. Es bewirkt einen negativen Feedback-Mechanismus, der auch durch Supplementierung ausgelöst werden könnte. Möglicherweise verdrängt es das stärker androgen und anabol wirkende Testosteron von den Rezeptoren. Die Rezeptorendichte könnte herunterreguliert werden.
Um den Testosteronspiegel nachhaltig zu beeinflussen, müsste man die Substanz wegen ihrer sehr kurzen Halbwertszeit mehrmals täglich verabreichen. Die Folge wäre ein Wirkungsverlust und damit ein Teufelskreis wie bei anderen dokumentierten Anabolika. Jedoch gibt es kaum wissenschaftliche Studien.
Fazit: Androstendion wirkt weder kraftsteigernd noch fördert es das Muskelwachstum. Die Nebenwirkungen sind schwerer als vermutet. Bei Patienten, die das Prohormon erhielten, sanken die HDL-Cholesterolwerte, und sie litten unter Gynäkomastie, starker Akne, Prostatavergrößerung und Haarausfall.
Kurz nach dem Comeback von Androstendion tauchte mit Androstendiol ein weiterer Testosteron-Precursor auf dem Markt auf. Auch diese Substanz ist im Plasma allenfalls in Spuren nachweisbar. Androstendiol entsteht als Zwischenstufe bei der Umwandlung von DHEA in Testosteron und ist wie Androstendion ein direkter Vorläufer von Testosteron. Auch zu dieser Substanz fehlen wissenschaftlich fundierte Daten. Alle postulierten Wirkungen basieren nicht auf seriösen Arbeiten, sondern sind rein spekulativ.
Prohormone der neueren Generation wie Norandrostendion und Norandrostendiol werden nicht in Testosteron, sondern in Nortestosteron umgewandelt. Da dieses keine Methylgruppe an C19 hat, kann es der Körper weder direkt zu Estrogen noch zu DHT umbauen. Die Konvertierung der Prohormone wird durch die Aktivität der 17b-Hydroxysteroid-Dehydrogenase und 3b-Hydroxysteroid-Dehydrogenase in der Leber limitiert.
Nortestosteron ist unter Leistungssportlern als Nandrolon bekannt. Dies ist der Wirkstoff des wohl am besten wissenschaftlich dokumentierten Anabolikums Deca-Durabolin®, das zur Osteoporose-Behandlung zugelassen ist.
Fazit: Wissenschaftliche Daten zu Resorptionsquoten, Bioverfügbarkeit und Risiken von Norandrostendion und -diol bei peroraler Verabreichung liegen nicht vor. Mit Ausnahme von DHEA gibt es kaum Daten über die Nebenwirkungen von Prohormonen, da diese Stoffe nur von geringem Interesse für die Medizin sind. Um physiologisch relevante Konzentrationen im Blut zu erreichen, nehmen Kraftsportler große Mengen ein (1 bis 5 g und mehr pro Tag), was gesundheitlich bedenklich ist.
Inzwischen werden auch Kombinationen verschiedener Prohormone mit pflanzlichen Extrakten wie Chrysin und Methoxyisoflavonoiden angeboten. Die neuesten Produkte aus den USA haben zudem eine verbesserte Galenik. So gibt es zum Beispiel sublingual zu applizierende Prohormonpräparate mit Liposomentechnik oder Cyclodextrin als Matrix, die den First-pass-Effekt in der Leber umgehen sollen. Über die Wirksamkeit und Nebenwirkungen dieser Präparate liegen keine wissenschaftlichen Daten vor.
Das größte Problem stellt laut Dr. Nick Evans, Sportmediziner aus Los Angeles, jedoch die falsche Deklarierung solcher Produkte dar. Sehr häufig enthalten Prohormonpräparate andere Substanzen als angegeben, zum Beispiel nicht verkehrsfähige Anabolika oder Anabolika aus der Tiermast. So enthielten 10 Prozent aller Nahrungsergänzungsmittel, die über das Internet bezogen wurden, nicht deklarierte anabole Steroide. Dieses Ergebnis einer Studie aus dem Jahr 2001 bestätigte kürzlich eine aktuelle Untersuchung. Etliche Produkte, die mit Androstendiol deklariert waren, enthielten Testosteron und Boldenon, ein in der Veterinärmedizin verwendetes anaboles Steroid (eingetragenes Warenzeichen Equipoise).
Zurzeit erregt ein Designersteroid die Gemüter in der Sportszene. Tetrahydrogestrinon (THG) ähnelt in seiner chemischen Struktur den Anabolika Gestrinon und Trenbolon. Die Substanz ist nach derzeitigem Wissensstand weder toxikologisch noch klinisch untersucht. Auch THG wird von einer Firma angeboten, die überwiegend Nahrungsergänzungsmittel vertreibt.
Das verschreibungspflichtige Anabolikum Dianabol® mit dem Wirkstoff Metandienon, einem Methyltestosteron-Derivat, wurde bereits 1982 vom Hersteller Ciba Geigy wegen schwerwiegender Nebenwirkungen mit Todesfolge bei missbräuchlicher Anwendung weltweit vom Markt genommen. Die Substanz wird jedoch weiterhin von „Waschküchenchemikern“ produziert und als Nahrungsergänzungsmittel auf dem Schwarzmarkt über das Internet angeboten.
Laut Dr. Hans Geyer vom Institut für Biochemie der Deutschen Sporthochschule in Köln wurde im Zusammenhang mit einem aktuellen Dopingfall Metandienon in drei verschiedenen Nahrungsergänzungsmitteln gefunden. Die Produkte stammen aus den USA, wurden über eine Vertreiberfirma mit Sitz in England über das Internet angeboten und ohne Zollprobleme mit regulärer Post einer deutschen Adresse zugestellt. Es handelte sich um Hartgelatinekapseln mit pulvrigem Inhalt. Mittels Gaschromatographie-Massenspektrometrie und Hochdruckflüssigkeitschromatographie mit UV-Detektion wurde in allen drei Produkten ein hoher Metandienon-Wert nachgewiesen. Deklariert wurden die Präparate mit den nicht international anerkannten Verkehrsbezeichnungen „AD-4-Complex Nutrients“, „MetX Synergistic Blend“ und „1-T-Matrix“.
Fazit: Bei der vom Vertreiber angegebenen Dosierung werden Metandienon-Mengen von 25 bis 43 mg pro Tag erreicht. Die therapeutischen Dosierungsempfehlungen lagen ursprünglich bei 10 bis 15 mg und wurden später wegen häufiger Nebenwirkungen auf 5 mg täglich herunterkorrigiert. Die Erhaltungsdosis lag bei 1 bis 2 mg. Als Nebenwirkungen wurden Cholestase, Gynäkomastie, Hemmung der Spermatogenese, psychische Veränderungen und ein erhöhtes Herzinfarktrisiko angegeben. Auf Grund der Methylierung in C17 ist der Stoff, wie alle anderen in C17-Stellung alkylierten Steroide, selbst in niedrigen Dosierungen potenziell leberschädigend.

http://www.pharmazeutische-zeitung.de 8/2004


Depressionen - Das Hormon DHEA hebt die Stimmung
Forscher haben herausgefunden, dass das Hormon DHEA die Stimmungslage bei depressiven Patienten verbessern kann. DHEA (Dehydroepiandrosteron) wurde an insgesamt 46 Männern und Frauen getestet. Allerdings ist über die Langzeitwirkungen von DHEA noch nichts bekannt.
Untersuchungen in Amerika
Die Forscher des Nationalen Instituts für mentale Gesundheit der USA Rockville/Maryland behandelten 46 Männer und Frauen. Sie erhielten entweder sechs Wochen lang täglich 90 mg DHEA oder ein Scheinmedikament (Placebo).
Wie das amerikanische Fachblatt "Archives of General Psychiatry" im März 2005 berichtete, hatten sich die depressiven Symptome nur in der DHEA-Gruppe deutlich gebessert. Nebenwirkungen traten in dieser Zeit der Einnahme von DHEA nicht auf.
In den USA ist DHEA ein frei verkäufliches Nahrungsergänzungsmittel. In Deutschland können Sie sich DHEA auf ärztliches Rezept über eine Apotheke importieren lassen oder über den Versandhandel beziehen.
Langzeitwirkungen ungewiss
Allerdings sollten Sie DHEA stets unter ärztlicher Aufsicht einnehmen und auch keine anderen ärztliche verordneten Medikamente absetzen. Über Langzeitwirkungen von DHEA ist bislang wenig bekannt. Länger als maximal zwei Monate sollten Sie DHEA daher nicht anwenden. 23.07.2005


Sind Frauen immer schlapp und läßt ihre Libido nach,
kann auch mal ein Androgenmangel die Ursache sein

Wenn bei Frauen die Libido nachläßt, kann ein Androgenmangel die Ursache sein. Denn nicht nur Männer, auch Frauen können von einem solchen Mangel betroffen sein: etwa bei einer Nebennieren-Insuffizienz oder nach einer Eierstock-Operation.
Von einem Androgenmangel-Syndrom kann man ausgehen, wenn Frauen über nachlassende Libido berichten und bei ihnen erniedrigte Serumwerte für Testosteron, DHEA (Dehydroepiandrosteron) oder Androstendion festgestellt werden. Bei einigen betroffenen Frau kann dann eine Androgentherapie sinnvoll sein, sagt Dr. Cornelia Jaursch-Hancke von der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden.
Symptome sind Müdigkeit und Kraftlosigkeit
Frauen mit Androgenmangel können einen starken Leidensdruck haben, weil ihre Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist: Typischerweise sind sie schon morgens müde, spätestens aber ab Mittag matt, sagte Jaursch-Hancke bei dem von Novo Nordisk unterstützten Rheingauer Endokrinologie-Dialog in Eltville.
Die Kraft reiche mit viel Mühe gerade noch, um den Arbeitstag irgendwie durchzustehen. Rückzug, Isolation und Partnerprobleme sind die Folge, auch Depressionen. Außerdem wächst der Körperfettanteil auf Kosten der Muskulatur.
Testosteron ist das wichtigste Androgen, auch bei Frauen. Die Hälfte davon stammt bei ihnen aus den Nebennierenrinden und den Eierstöcken, der Rest entsteht aus metabolisiertem DHEA. Ein Androgenmangel kann bei Frauen etwa durch eine Ovarektomie entstehten. 2004 gab es in Deutschland mehr als 22 300 Operationen an den Eierstöcken.
2004 gab es in Deutschland 22 300 Ops an den Eierstöcken.
Aber ein Mangel entsteht auch durch Hypophyseninsuffizienz mit sekundärer Nebennierenrinden-Insuffizienz (NNR) oder durch eine primäre NNR (Inzidenz 1 zu 10 000; zwei Drittel der Betroffenen sind Frauen). Oder wenn Medikamente wie Glukokortikoide oder Östrogene die NNR oder Ovarien bremsen.
Betroffenen Frauen hilft offenbar DHEA. Hinweise dazu ergab eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Cross-Over-Studie mit 24 Frauen zwischen 29 und 54 Jahren. 14 hatten eine primäre NNR-Insuffizienz, zehn eine sekundäre Insuffizienz wegen Hypophysenoperation, Hypophysitis oder einem Sheehan-Syndrom, also einer Hypophysenvorderlappen-Insuffizienz nach der Geburt. Vier Monate lang bekamen alle täglich 50 mg DHEA oder Placebo, wie Jaursch-Hancke berichtete.
Ergebnis: Mit Placebo blieben DHEA, DHEAS (DHEA-Sulfat), Androstendion und Gesamt-Testosteron zu niedrig. Nur mit DHEA stiegen die Werte in normale Bereiche. Gleichzeitig stieg die sexuelle Zufriedenheit. Depressionen, Ängste und Zwangsvorstellungen gingen signifikant zurück, die Lebensqualität besserte sich innerhalb von vier Monaten signifikant.
Inzwischen habe es sich bei Spezialisten durchgesetzt, bei Frauen mit NNR-Insuffizienz DHEA zu substituieren, sagte die Endokrinologin. Auch sie biete solchen Patientinnen DHEA an. Ein solcher Therapieversuch sei auch mal nach einer Ovarektomie gerechtfertigt oder bei medikamentöser Suppression von NNR oder Ovarien.
Andere Ursachen der reduzierten Lebensqualität müßten aber ausgeschlossen sein. "Wenn dann noch sexuelle Probleme dazukommen, habe ich nichts gegen einen limitierten Therapieversuch mit DHEA oder Testosteron." Einen regelhaften Einsatz im Klimakterium dagegen befürwortet die Expertin nicht, weil die Androgenwerte nicht dramatisch abstürzten.
In Deutschland gibt es bisher keine für Frauen zugelassenen Präparate; und Testosterongele und -salben für Männer sind bei Frauen schwer dosierbar: Sie brauchen viel weniger von dem Hormon. Besser geeignet ist DHEA. Es sollte in der Apotheke bestellt werden, damit auf die Wirkstoffmenge Verlaß ist, empfiehlt Jaursch-Hancke.
Denn der Bedarf sei individuell verschieden, er liege zwischen acht und 100 mg täglich. Bei Bezug von Präparaten über das Internet könne der tatsächliche Inhalt um bis zu 100 Prozent von der Inhaltsangabe auf dem Produkt abweichen.

Blüht Akne und wachsen Haare, ist die Dosis zu hoch
Als unerwünschter Effekt könne Akne auftreten, im Einzelfall schon bei 25 mg täglich. Außerdem könne die Körperbehaarung zunehmen. Solche Probleme verschwinden wieder, sobald die Dosis verringert wird. Langzeitdaten zur DHEA-Therapie fehlen. Außerdem erfolgt in geringem Umfang auch ein Umbau zu Östrogenen: "Wenn in der Vorgeschichte eine östrogenabhängige Neoplasie wäre, würde ich das nicht machen", betont die Endokrinologin.

FAZIT
Androgenmangel kommt auch bei Frauen vor. Gründe können sein: Entfernung der Eierstöcke, Hypophyseninsuffizienz mit sekundärer Nebennierenrinden (NNR)-Insuffizienz, oder eine primäre NNR-Insuffizienz. Symptome des Androgenmangels sind erniedrigte Werte für Testosteron, DHEA oder Androstendion, nachlassende Libido und eingeschränkte Lebensqualität: Betroffene Frauen sind zu erschöpft für einen normalen Alltag. Sozialer Rückzug und Depressionen sind die Folge.
Eine Substitution, etwa mit DHEA (Dehydroepiandrosteron), kann mitunter sinnvoll sein. Andere Ursachen des reduzierten Zustandes sollten vorher jedoch ausgeschlossen werden.
Ärzte Zeitung, 17.11.2005


Auch bei Frauen gibt’s Androgenmangel
Sind Frauen ständig schlapp und müde und schaffen deshalb ihren Alltag nicht mehr, kann auch mal ein Androgenmangel die Ursache sein. Vor allem dann, wenn Betroffene eine Eierstock-Operation hinter sich haben.
Auch eine Insuffizienz der androgenproduzierenden Nebennieren kann einen solchen Mangel auslösen. Zum Beispiel aufgrund einer Hypophysenstörung nach einer Geburt (Sheehan-Syndrom), oder wenn die Nebennieren-Funktion gemindert ist, auch etwa durch Medikamente wie Glukokortikoide.
Dann kann eine Substitution indiziert sein. Endokrinologen wie Dr. Cornelia Jaursch-Hancke von der Deutschen Klinik für Diagnostik in Wiesbaden empfehlen dann DHEA (Dehydroepiandrosteron). Der Bedarf ist individuell sehr verschieden: Er kann zwischen acht und 100 mg täglich liegen. Ärzte Zeitung, 01.12.2005
 


Schützen Hormone vor dem Altern? Dehydroepiandrosteron (DHEA)
Diskussion zu Hormonersatz und Anti-Aging-Therapien

MÜNCHEN (sto). Cremes, Schönheitsdiäten, Hormontabletten übers Internet - um Alterserscheinungen vorzubeugen oder zu vertuschen, greifen vor allem Frauen zu allem möglichen. Zu den wenigen Substitutionstherapien mit belegter positiver Wirkung auf Leistungsfähigkeit, Hautbild und Körperfunktionen gehört eine Thyroxinsubstitution bei Hypothyreose, sagt Professor Petra-Maria Schumm-Draeger vom Krankenhaus München-Bogenhausen.
Bei Frauen ab 50 ist die Überprüfung der Schilddrüsenfunktion wichtig, da ab diesem Lebensalter die Prävalenz einer autoimmunbedingten Schilddrüsenentzündung, der häufigsten Ursache einer Hypothyreose, deutlich zunimmt. Darauf wies Schumm-Draeger bei einer Veranstaltung zu Anti-Aging und Gesundheit in München hin, zum dem das Forum Frauengesundheit des Bayerischen Gesundheitsministeriums eingeladen hatte.
Auch bei milder Hypothyreose (TSH erhöht, Hormone im Normbereich) könnten Leistungsfähigkeit und Körperfunktionen eingeschränkt sein. Dann sei eine Substitution mit Schilddrüsenhormonen indiziert, die dann auch erfolgversprechender sei als die in Hochglanz-Magazinen angepriesenen Anti-Aging-Mittel.
Eine Hormonersatztherapie in Meno- und Postmenopause mit Östrogenen und Gestagenen sollte nur bei starken Beschwerden in Betracht gezogen werden, so Schumm-Draeger. Für eine solche Therapie nach dem Gießkannenprinzip, auch um kardiovaskulären Krankheiten vorzubeugen, gebe es keine gesicherten Daten.
Und was ist mit Dehydroepiandrosteron (DHEA)? In jüngster Zeit wird über eine Androgen-Substitution für Frauen diskutiert, etwa bei chronischer Müdigkeit oder Libidoverlust (wir berichteten).
Bis heute sei die biologische Rolle von DHEA noch nicht ganz geklärt. In Studien sei bei Frauen mit Morbus Addison belegt worden, daß DHEA die physische und psychische Leistungsfähigkeit und die Libido steigere, so Schumm-Draeger. In Europa sei DHEA für Frauen nicht zugelassen.
Bei zu hoher Dosierung könne es zu Akne oder vermehrtem Körperhaarwuchs kommen. Wachstumshormone haben nach Angaben von Schumm-Draeger bei Gesunden keine Anti-Aging-Effekte. Auch Melatonin, das kurzfristig bei Schlafstörungen, Schichtarbeit oder Interkontinentalflügen sinnvoll sein könne, sei als Anti-Aging-Medikation ungeeignet.
Ärzte Zeitung, 07.12.2005


US-Studie: Jungbrunnen-Hormone wirken nicht
Nach der Erkenntnis, dass weibliche Sexualhormone nach der Menopause kaum positive - wenn nicht eher negative - Effekte auf die Gesundheit haben, kommt nun die nächste Enttäuschung bezüglich "Jungbrunnen-Hormone".
Laut einer Studie von Wissenschaftlern der US-Mayo-Klinik haben weder DHEA (Dehydroepiandrosteron) noch niedrig dosiertes Testosteron eine Wirkung gegen Altersprobleme.
"DHEA in Elderly Women and DHEA or Testosterone in Elderly Men" von K. Sreekumaran Nair et al. erschien im "New England Journal of Medicine" (Bd. 355, S. 1647-1659).
"Keine positiven Effekte"
Die Fachleute hatten zwei Jahre lang 87 älteren Männern mit geringen Konzentrationen von DHEA und Testosteron im Blut entweder DHEA oder Testosteron bzw. ein Scheinmedikament verabreicht.
Zusätzlich erhielten von 57 ältere Frauen DHEA oder das Placebo. Gemessen wurden eventuelle Veränderungen in der körperlichen Leistungsfähigkeit, Körperfett-Verteilung, Knochendichte, Glukosetoleranz (Diabetes-Neigung) und die Lebensqualität.
Das Ergebnis: "Weder DHEA noch niedrig dosierte Testosteron-Substitution bei älteren Menschen (die Probanden waren alle über 60, Anm.) haben einen relevanten positiven Effekt auf Körperfett-Verteilung, physische Leistungsfähigkeit, Insulin-Sensitivität oder die Lebensqualität." In den vergangenen Jahren wurden DHEA und Testosteronersatz immer wieder als "Jungbrunnen" propagiert.
[science.ORF.at/APA, 23.10.06]