EIWEISS - STOFFWECHSEL UND BEDARF
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Eiweißstoffwechsel
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Die
Anabole Diät Klaus Arndt, Stephan Korte Preis: EUR 20,42 Taschenbuch (1997 |
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| Nicht essentielle Aminosäuren | Essentielle Aminosäuren | |
|---|---|---|
| Glycin (Gly) Alanin (Ala) Serin (Ser) Asparaginsäure (Asp) Asparagin (Asn) Glutaminsäure (Gln) Glutamin (Gln) Arginin (Arg) Cystein (Cys) Tyrosin (Tyr) Prolin (Pro) Histidin (His) |
Threonin (Thr) Valin (Val) Leucin (Leu) Isoleucin (Ile) Lysin (Lys) Methionin (Met) Phenylalanin (Phe) Tryptophan (Trp) |
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Aminosäuren im Milcheiweiß
sind Bausteine der Eiweisse (Proteine, Enzyme). Das Milcheiweiss liefert einen entscheidenden Beitrag an lebenswichtigen Aminosäuren für die menschliche Ernährung. Im Käse kommen mehr als 10 verschiedene Aminosäuren vor.
Geschmacksgruppen von Aminosäuren:
Die Bausteine der Eiweisse - die Aminosäuren- lassen sich nach Geschmack wie folgt gliedern:
Aminosäuren Geschmack Leucin, Isoleucin, Serin, Tyrosin, Lysin neutral, fast geschmacklos Prolin,Oxyprolin süss Threonin, Methionin, Phenylalanin süsslich bitter Tryptophan, Arginin, Histidin, Valin bitter Asparaginsäure sauer bitter Glutaminsäure sauer Cystin schwefelhaltig
Proteinverdauung
Magen
Durch die Salzsäure des Magens denaturieren die Proteine. Das aus Pepsinogen aktivierte Pepsin spaltet vorwiegend aromatische
Aminosäuren.
Pankreas
Hier kann man an eiweißspaltenden Enzymen Endopeptidasen (greifen Peptid intramolekular an, z.B. Trypsin, Chymotrypsin,
Elastase) und Exopeptidasen (greifen vom Ende an, z.B. Carboxypeptidase) unterscheiden.
Duodenum
Die Enterokinase aktiviert hier erst das Trypsinogen zum Trypsin, welches seinerseits wieder Chymotrypsinogen zum
Chymotrypsin aktiviert.
Aminopeptidasen spalten NH2 von der Aminosäure ab.
In der Dünndarm-Schleimhaut befinden sich Dipeptidasen, die Dipeptide in Aminosäuren spalten.
Resorbiert werden aber auch (und sogar besser) Di-,Tri- und Oligopeptide.
Die Resorption von Aminosäuren findet mittels mindestens 3 Transportsystemen statt.
Früher dachte man, es gäbe eines für neutrale zwei für basische Aminosäuren und eines für Prolin. Heute geht man davon aus, daß
eines für Alanin (A), eines für Alanin, Cystein, Serin (ASC) und eines für verzweigtkettige Aminosäuren (L) existieren.
Peptide werden auf Grund eines Protonengradienten (gegen ein Konzentrationsgefälle) in den Enterocyten aufgenommen.
Aminosäuren werden aktiv mit Na++ resorbiert (ähnlich wie Monosaccharide). Eventuell werden auch ganze Proteine
aufgenommen (für Immunglobuline von Bedeutung: Allergieinduzierend?). Im Enterocyten findet schon der erste Umbau der
Peptide und Aminosäuren statt, so daß die Aminosäure-Zusammensetzung im Pfortaderblut schon anders ist als noch im Darm.
Prozentuale Verteilung des Um- und Abbaus der Aminosäuren in der Leber:
60% |
gleich verstoffwechselt (Harnstoff) |
23% |
frei ausgestoßen |
7% |
Aufbau von Plasmaproteinen |
14% |
Aufbau von Leberproteinen, Enzymen |
|
Eiweiße (Proteine) im Körper und Blut Aminosäuren fungieren als Gerüst- und Stützsubstanzen im Körper: als Kollagen unter anderem in Bindegeweben, Sehnen, Bändern, Knochen und als Keratin in Haaren und Nägeln. Bei Unterernährung müssen Eiweiße auch als Energielieferanten dienen. Vor allem in den Entwicklungsländern treten Eiweißmangelerkrankungen (Kwashiorkor) bei Unterernährung auf. Besondere Bedeutung haben die so genannten Plasmaproteine, Eiweiße, die im Blut besondere Aufgaben übernehmen. Zu den Plasmaproteinen, die wir Ihnen auf den folgenden Seiten vorstellen möchten, gehören:
Diese Eiweißkörper sind wichtig für die Flüssigkeitsverteilung im Körper, den kolloidosmotischer Druck. Sie halten den pH-Wert des Blutes konstant, dienen als Transportmittel für andere Substanzen im Gefäßsystem und sind unverzichtbar bei der Blutgerinnung. Außerdem sind sie Teil des Immunsystems in Form der Immunglobuline. Die einzelnen Eiweißgruppen der Plasmaproteine werden vor allem mit Hilfe der Elektrophorese analysiert. Die Elektrophorese ist ein Verfahren, das ein Gemisch verschiedener Substanzen je nach ihrer elektrischen Ladung in die einzelnen Bestandteile trennt. Bei verschiedenen Krankheiten ist nämlich nicht nur der Gesamteiweißgehalt des Serums, sondern vor allem das Verhältnis der einzelnen Bestandteile zueinander für die Diagnose aussagekräftig. Die Globuline sind eine große Gruppe verschiedener Eiweißkörper, die sich in vier Untergruppen aufteilen lassen. Man unterscheidet die
Die
Elektrophorese liefert Diagramme, in denen die Konzentrationen von Albumin
und den vier Globulingruppen nebeneinander aufgezeigt sind |
|
Eiweiß ist notwendig für den Körperaufbau und in großen
Mengen in fast allen tierischen Lebensmitteln und vielen pflanzlichen Lebensmitteln,
besonders in Bohnen und Samen enthalten.
Aminosäuren sind organische Verbindungen, die sowohl die sauer reagierende Carboxylgruppe (-COOH) als auch die alkalisch reagierende Aminogruppe (-NH2) enthalten. Man unterscheidet essentielle und nichtessentielle Aminosäuren. Essentielle Aminosäuren kann unser Organismus nicht selbst aufbauen. Diese müssen unbedingt in der Nahrung enthalten sein, wenn Gesundheit und Leistungsfähigkeit nicht beeinträchtigt werden sollen. Auch die nichtessentiellen Aminosäuren sind für den Aufbau notwendig. Von ihnen braucht der Mensch sogar mehr, um sein eigenes Körperprotein aufbauen und erhalten zu können. Allerdings kann er sie - aus anderen Stickstoffquellen - selbst herstellen. Noch nicht völlig geklärt ist, ob Arginin und Histidin essentiell sind. Für die menschliche Ernährung ist Protein um so wertvoller, je ähnlicher seine Zusammensetzung der des menschlichen Proteins ist. Desto höher ist auch die biologische Wertigkeit des betreffenden Proteins. Pflanzliches Protein ist dem menschlichen oft sehr unähnlich. Wir brauchen verhältnismäßig viel davon, um alle Bausteine in genügender Menge zu erhalten. Tierisches Protein ist dem menschlichen Protein viel ähnlicher. Tierische Proteinträger sind Milch und Milchprodukte, Eier sowie das Fleisch von Rindern, Kälbern, Schweinen, Geflügel, Wild, Fischen. Mit einigen Proteinarten pflanzlicher Herkunft läßt sich tierisches Protein vorteilhaft ergänzen, z. B. mit Kartoffelprotein. Eine Mahlzeit, in der sowohl tierische als auch pflanzliche Proteine vorkommen, hat zumeist einen hohen biologischen Wert. Mehr Infos über Eiweiß und Sportlerernährung Unsere übliche Ernährung deckt auch den Eiweißbedarf von Sportlern ab. Die DGE empfiehlt Jugendlichen und Erwachsenen, täglich 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht aufzunehmen. Dies entspricht 47 bis 60 g Eiweiß pro Tag. Selbst in Trainingsphasen, in denen Muskelmasse aufgebaut werden soll, ist der Eiweißbedarf nur geringfügig erhöht. Die durchschnittliche Mischkost von Sportlern enthält unter Berücksichtigung des zusätzlichen Energiebedarfs rund 100 g Eiweiß pro Tag. Mit einer ausgewogenen, vielseitigen Ernährung nach den Empfehlungen der DGE nehmen Sportler somit mehr als genug Protein auf. Eine besonders proteinreiche Kost oder der Einsatz von Präparaten sind nicht nötig. Kann zuviel Eiweiß schädlich sein?
Empfehlenswerte Eiweißquellen
Tips der DGE für eine optimale Eiweißversorgung für
Sportler (und Nichtsportler!)
Das Verhalten der Serumharnstoff-Konzentrationen in Abhängigkeit von hoher Trainingsbelastung und der
Nahrungs-Proteinzufuhr Aminosäurenkonzentration vor während und nach einem
Dreifachlangtriathlon Proteinkonzentrate
Proteinbedarf Supplementierung von Protein dürfte zu einer der ältesten Methoden gehören,
die je zum Zwecke einer Leistungssteigerung eingesetzt wurden. In erster Linie geschah und geschieht dies immer noch im Bereiche des Kraftsportes
sowie des Bodybuildings. Seitdem bekannt wurde, dass auch Ausdauerathleten einen gegenüber nicht aktiven Personen erhöhten
Proteinbedarf haben, wird nun auch diese Athletengruppe vermehrt zum Ziel der Vermarktung.
Unkommentierte Mitteilung:
Eiweißmangel ist häufig eine Ursache für Wundliegen: Eiweißbombe Soja ist gut fürs Herz Eiweißzufuhr
im Krafttraining
Die Bundesanstalt für Fleischforschung,
Kulmbach, hat die wichtigsten Teilstücke in einer bundesweiten repräsentativen
Untersuchung aktuell erfaßt. Das Ergebnis ist eindeutig: Mit Steaks allein ist
der erhöhte Proteinkonsum auf Dauer nicht zu bewältigen
Eiweissbedarf |
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Supplementierung - Sinn und Unsinn |
| Leistungsteigerung im
Breitensport Mag. pharm. Dr. Thomas Riedl Originalartikel http://www.oeaz.at März 2002 Besonders im Bereich der Supplementierung klaffen die wissenschaftlichen Ansichten auseinander. Was ist nun noch empfehlenswert, und in welchen Dosierungen ist es wirkrelevant? Beratung gefragt. Die Eiweiß-Diskussion Mit der Erörterung dieses Punktes beginnt nun der Abschnitt der Supplementierung bei Sportlern, der wissenschaftlich nicht mehr allgemein akzeptiert wird. Sporttrainer und Praktiker werden auf die vielfältige Bedeutung des Eiweißes vor allem für Kraftsportler hinweisen: Aus Überzeugung empfehlen sie ihren Schützlingen bis zu 3,2 g Protein/kg KG und Tag. Es gilt Muskelzellstrukturen aufzubauen und hinsichtlich ihrer Größe und Kraftentwicklung zu erhalten. Proteine bzw. Aminosäuren unterstützen die Regeneration verletzter Muskelfasern, mindern den Verschleiß an kontraktilen Elementen und Zellmembranen und sind die Bestandteile von Enzymen und Hormonen. Nicht zuletzt können Aminosäuren in den Energie-Stoffwechsel eingehen. Legt man jedoch den ernährungsphysiologisch notwendigen Eiweiß-Bedarf zugrunde, der gemäß den Erkenntnissen der Ernährungswissenschaften nur 0,8–0,9 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag beträgt – in absoluten Zahlen bei 70 kg schweren Personen also kaum mehr als 60 g – wird Protein-Supplementierung kein Thema sein. Der für Sportler angenommene zusätzliche Bedarf wird heute, ausgehend von den Empfehlungen für die Normalbevölkerung, um 50% erhöht – also 1,2 (–1,5) g Protein/kg Körpergewicht – veranschlagt. Als oberer Rahmen können 2,0 g/kg KG verantwortet werden. Ein mutmaßlicher Protein-Mangel könnte immer noch durch Messungen abgesichert werden. Bei einer täglichen Protein-Zufuhr größer als 2,0 g/kg KG kann es zur Überlastung der Nieren durch erhöhte Bildung harnpflichtiger Stickstoff- und Schwefel-hältiger Substanzen sowie zu erhöhten Wasser-Verlusten durch deren Ausscheidung kommen (Elmadfa und Leitzmann 1998). Ansichtssache Die Sinnhaftigkeit der Supplementierung mit Eiweiß-Konzentraten bleibt Ansichtssache, denn die Versorgung mit Eiweiß in der normalen mitteleuropäischen Kost und allgemein in industrialisierten Ländern darf als ausreichend angesehen werden. Nur Personen, die von sich behaupten, gewebebelastend und kräfteverzehrend zu trainieren, sollte die Protein-Supplementierung angeboten werden. Die tägliche Zufuhr von 30–35 g Eiweiß-Konzentrat in 250 ml Magermilch würde selbst bei eiweißreichen Hauptmahlzeiten den Rahmen von 2,0 g Protein/kg KG nicht sprengen! Eine bekannte Nebenwirkung der Glutaminsäure (Mononatrium-Glutamat) bei empfindlichen Personen ist das Chinese restaurant Syndrome mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Magenschmerzen. Der Einbau von Eiweiß unmittelbar nach der Belastung ist erhöht; man unterscheidet – vergleichbar den Phasen der Wiederauffüllung der Glykogen-Speicher – eine schnelle Restitutionsphase vom Belastungsende bis etwa 10 Stunden danach und eine langsame Phase von der 11. bis zur 48. Stunde nach der Belastung (28). Die Verwendung von Eiweiß-Konzentraten, die Glutamin enthalten, in zeitlicher Nachbarschaft zur Belastung führt auch zu einem rascheren Einbau von Glykogen in seine Muskel- und Leberspeicher. Ein Begriff im Zusammenhang mit eiweißreicher Kost ist ihre biologische Wertigkeit. Darunter versteht man die Relation des gebotenen Aminosäuren-Musters zum Bedarfsmuster an einzelnen Aminosäuren – mit besonderem Augenmerk auf die essenziellen Aminosäuren. Als Referenzprotein gilt das Hühnerei mit einem Index von 100. Werte größer als 100 werden bei der Speisenbereitung erreicht, wenn Eiweiße kombiniert werden, z.B. Kartoffeln mit Ei, oder Hülsenfrüchte mit Getreide (Bohnen und Mais). Preiswert herzustellen und nach wie vor sehr gebräuchlich sind Formulierungen aus Kuhmilch; die biologische Wertigkeit beträgt etwa 80. Whey Protein ist Molken-Protein und entspricht dem ersten Achtelliter der frisch gemolkenen Milch. Weight Gainer dienen zum Gewichtsaufbau bei Gewichtsklassensportlern, werden aber auch klinisch bei AIDS- und Krebs-Kranken verwendet. Darüber hinaus sind weitere Zusätze mit Wellness-Charakter möglich. Gute (synthetische) Eiweiß-Konzentrate sollten eine hohe biologische Wertigkeit etwa um 140 haben und werden erhalten, wenn 60% tierisches Eiweiß (Quellen: Kuhmilch, Eiklar) mit 40% pflanzlichem Eiweiß (Soja) zusammengebracht wird. Sehr bekannt sind schließlich einige Produkte der klinischen Ernährung (Indikationen: Nephrotisches Syndrom, schwere Verbrennungen, nach Kortison-Therapien). Alternativen In der Apotheke sollten wir uns auch über die Kuhmilch-Unverträglichkeit Gedanken machen. Betroffenen können Eiweiß-Präparate auf der Grundlage von Soja-Protein angeboten werden – das würde nicht zuletzt Personen im Hinblick auf das erhöhte BSE-Risiko bei Sportlern, die tierisches Protein fragwürdiger Provenienz konsumiert haben, zufrieden stellen. In Frage kommen Soja und Eiklar. Eine generelle Alternative zu Eiweiß-Konzentraten sind Aminosäuren-Hydrolysate, die zwar aus Kuhmilch-Eiweiß hergestellt sein können, als solches aber aufgrund der vollständigen Hydrolyse auch für den Allergiker nicht mehr erkennbar sind. • Eiweiß-Präparate, Basis Kuhmilch • Powerplay Protein pur®, Powerplay Protein® – Frischmilch (Kasein) – geringe Vitamin- und Mineralstoff-Zusätze – Protein pur-Formulierung: Eiweiß-Anteil 88% – Protein-Formulierung: Eiweiß-Anteil 85%, Süßstoff Aspartam • Protifar®/Eiweißkonzentrat Fresenius®-Eiweiß-Anteil 60% – im Rahmen der klinischen Ernährung • Protein 90 Peeroton®, Eiweiß-Anteil 78,1% – Ca-Kaseinat: entspricht der Amino 2300®-Formulierung, allerdings ohne enzymatische Aufarbeitung – Glukose (8%), B-Vitamin-Komplex – Aspartam • Whey Protein Peeroton®, Eiweiß-Anteil 88% – Molkenprotein (erstes Achtel der frisch gemolkenen Milch) soll eine besonders gute Bioverfügbarkeit haben – Glutamin, verzweigtkettige Aminosäuren – Kohlenhydrate (4,8%), Vitamine B6, B12 – Aspartam • Powerflash Aminomed Dr. Gruber®, Eiweiß-Anteil 31% – Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente – MCT, Enzyme, Phytosterole, gamma-Oryzanol • Weight Gainer Peeroton®, Eiweiß-Anteil 24,6% – Eiweiß enzymatisch behandelt (Molkenprotein; Oligopeptide und freie Aminosäuren) – Energieträger Kohlenhydrate (69%) – Gewichtszunahme (Gewichtsklassen) – Klinische Ernährung (AIDS, Krebs) – Aspartam • Amino 2300 Peeroton® Tbl • Verschiedene Eiweiß-Quellen • Fitness Eiweiß VitaminExpress®, Eiweiß-Anteil 84% – Milch, Molke, Eiklar, Soja (gentechnisch unverändert) – Vitamine, Mineralstoffe, Karnitin – Süßstoff Aspartam (ausgenommen Neutral-Formulierung) • Eiweiß plus Vitalmind®, Eiweiß-Anteil 82% – Milch (Kasein, 50%), Molke (Laktoglubulin,15%), Eiklar (5%), Soja (30%) – Vitamine, Mineralstoffe, Karnitin • Almased Vitalkost®, Eiweiß-Anteil 54% – Milch, Soja (gentechnisch unverändert), Honig-Enzyme – konzipiert als Nahrungsersatz während Reduktionsdiäten • Klinische Ernährung (Auswahl) • Sonden-, Trinknahrungen – Proten plus®, Promote®, Nutricomp Peptid® • Zusatznahrungen – Fortimel®, Fortifresh®, Clinutren HP®, Clinutren Dessert®, Clinutren Fruit®, Meritene®, Resource Protein Drink® • Milcheiweiß-Unverträglichkeit • Grundlage Soja – Sojapur®, Eiweiß-Anteil 90% – gentechnisch nicht verändert – enthält Phytoestrogene (29) – Nutrison Soja® • Grundlage Eiklar – Precitene Iso/MCT® Plv, Eiweiß-Anteil 15% – klinisch bei Malassimilation (MCT-Fett, 65% KH) • Aminosäuren – Amino 2300 Peeroton® Tbl – Laktalbumin, enzymatisch vollständig gespalten – bis 3-mal 3 Tbl/Tag
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Zu jeder
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Tryptophan-Katastrophe: Lehrstück für Biotechnologen
SIMAT, T et al: Unerwünschte Nebenprodukte in biotechnologisch hergestelltem L-Tryptophan. GIT Fachzeitschrift für das Laboratorium 1996/H.4/S.339-344
1989 kam es zu dem bisher folgenschwersten Zwischenfall mit einem
gentechnisch hergestellten Produkt: Das epidemische Auftreten des
Eosinophilie-Myalgie-Syndroms (EMS) mit weltweit über 1500 Fällen konnte auf die
Einnahme der gentechnisch erzeugten Aminosäure Tryptophan zurückgeführt werden.
Hauptmerkmale des EMS sind Eosinophilie, Sklerodermie und schwere
Muskelschmerzen. Die meisten Fälle wurden in den USA beobachtet, wo Tryptophan
rezeptfrei als Nahrungsergänzung bzw. als Sportlernahrung beliebt war. 38
Patienten starben.
In den 80er Jahren wurde die chemische Synthese durch eine Fermentation aus
Anthranilsäure abgelöst, bei der eine gentechnisch erzeugte Mutante des Bacillus
amyloliquefaciens zum Einsatz kam. Zu einem massiven Auftreten von EMS-Fällen
kam es 1989, nach dem Einsatz abermals gentechnisch optimierter Organismen des
japanischen Unternehmens Showa Denko. Zugleich wurde bei der Reinigung des
Produktes auf eine Filtration über eine Umkehrosmosemembran verzichtet und die
Menge der zur Reinigung eingesetzten Aktivkohle reduziert. Die
Reinigungsprozesse mit Anionen- und Kationenaustauschern blieben unverändert.
Die chromatographische Analyse der fraglichen Chargen ergab 63 Peaks, von denen
6 mit dem Auftreten von EMS korrelierten. Drei der sechs in Frage kommenden
Kontaminanten wurden inzwischen identifiziert: PAA (3-Phenylaminoalanin), EBT
(1,1'-Ethylidenbistryptophan) und IMT (2-(3-Indolylmethyl)tryptophan). Die
Ironie des Schicksals: Zwei dieser Stoffe entstanden offenbar erst bei der
unverändert gebliebenen Reinigung: PAA kann sich aus Dehydroalanin und Anilin
bilden. Dehydroalanin entsteht am Anionenaustauscher aus Serin, Anilin am
Kationenaustauscher aus Anthranilsäure. EBT ist ein Reaktionsprodukt aus
Tryptophan und Acetaldehyd, einem Nebenprodukt der Fermentation. Dafür sind
jedoch tiefe Temperaturen erforderlich. Die inkriminierten Chargen wurden
allesamt im Winter produziert, das fertige Produkt lagerte in Tanks, die im
Freien standen. Obwohl mit den drei Stoffen umfangreiche Tierversuche
stattgefunden haben, war es bis heute nicht möglich, die typischen Symptome der
EMS hervorzurufen. An der Aufklärung der Struktur der drei weiteren mit EMS
korrelierenden Substanzen wird noch gearbeitet. Von den 57 weiteren
Verunreinigungen ist zumindest ein Teil identifiziert wie z.B. Serotonin,
N-Formylkynurein, Hydroxyhexahydropyrroloindolcarbonsäure, Indolacetaldehyd und
Dioxindolylalanin.
Anmerkung: Der Vorfall zeigt, welche Vorsicht auch bei der Verwendung
"natürlicher" Stoffe zur Nahrungsergänzung oder "orthomolekularen" Medizin usw.
angebracht ist. Substanzen wie Tryptophan, Serotonin oder Melatonin gehen nicht
nur bei der Herstellung, sondern auch bei der Reinigung und Lagerung zahlreiche
Reaktionen ein, die zu hochwirksamen Begleitstoffen führen können. Dies erklärt
vielleicht auch so manch eine ihrer "positiven" Wirkungen.
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Käse und Eier helfen gegen Depressionen im
Alter - Ältere Männer zunehmend mürrisch
Jena, 6. September (AFP) -
Eiweißhaltiges und
nährstoffreiches Essen wie Fleisch, Käse und Eier kann
Depressionen und Krankheiten im Alter entgegen
wirken. Eiweiße seien besonders wichtig für das Immunsystem, die Wundheilung und
nicht zuletzt die Sexualität, erklärte der Ernährungsphysiologe Gerhard
Jahreis am Freitag auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Andrologie
(Männerheilkunde) in Jena. Neben den Proteinen sei beim alternden Mann auch
die Versorgung mit den
Vitaminen E und
B12,
Folaten sowie dem
Spurenelement Zink
besonders wichtig. Allerdings sollten Ältere zugleich körperlich aktiv
bleiben, um einen weiteren Muskelabbau zu verhindern. Dass ältere Männer
zunehmend mürrisch oder depressiv sind, beruht nach Angaben der Experten
also nicht nur auf psychologischen Aspekten, sondern auch auf den
veränderten biologischen Funktionen. Ab 65 Jahre verstärkt sich der
Alterungsprozess beim Menschen drastisch: Während die Muskelmasse zurückgeht,
wächst der Fettanteil. Der Energieumsatz geht um rund 20 Prozent zurück. Dadurch
verliert der Körper vor allem Muskelproteine, die er nicht nur für die
Beweglichkeit, sondern auch für die Gesundheit benötigt. Deshalb würden bei
älteren Menschen auch Krankheiten einen komplizierteren Verlauf nehmen, erklärte
Jahreis. Durch Proteine und weitere spezielle Nährstoffe könnte altersbedingten
Krankheiten wie eine eingeschränkte Nierenfunktion, geistiger Verfall,
Depressionen oder Appetitlosigkeit begegnet werden.
Protein in der Sportler-Ernährung
Proteinhaltige Aufbaupräparate haben nach wie vor Hochkonjunktur. Nicht nur
Leistungssportler, sondern auch ambitionierte Freizeitsportler greifen zu den
entsprechenden Pulvern, Drinks
und Riegeln – Bodybuilder ebenso wie z.B. Triathleten. Dabei hat die kanadische
Arbeitsgruppe um Mark Tarnopolsky schon 1988 auf der Basis einer
Stickstoffbilanzstudie gezeigt, dass weder Kraft- noch Ausdauersportler
Proteinsupplemente benötigen. Mit Hilfe biokinetischer Untersuchungen des
Aminosäurenstoffwechsels ließ sich die These erhärten, dass Sportler nicht von
solchen Produkten profitieren. Lebensmittel des üblichen Verzehrs genügen,
um den Proteinbedarf zu decken, der im Ausdauersport höher ist als im Kraftsport
(7). Bei submaximalen Belastungen werden auch bestimmte Aminosäuren zur
Energiegewinnung herangezogen, und zwar umso mehr, je geringer die Glucose-
Verfügbarkeit ist. Beim Training mit Gewichten dagegen werden Aminosäuren kaum
oxidiert, sondern für Reparaturvorgänge und den Aufbau von Muskelmasse
verwendet. Die hierfür erforderlichen Proteinmengen sind jedoch vergleichsweise
gering (man bedenke, dass ohne Anabolika in einem Jahr nur rund 5 kg an
fettfreier Körpermasse zugelegt werden können, entsprechend 1 kg Muskelprotein).
Tarnopolsky et al. kommen zu dem Schluss, dass sich der Proteinbedarf bei
männlichen Athleten um höchstens 50 bis 100 % erhöht und bei Frauen in noch
geringerem Umfang (7). Hieraus lassen sich folgende Empfehlungen für die
Proteinzufuhr ableiten, die sich auf leistungsmäßig Trainierende beziehen:
- Ausdauersportler: 1,6 g/kg/d
- Kraftsportler (Aufbau): 1,4 g/kg/d
- Kraftsportler (Erhaltung): 1,2 g/kg/d
- Frauen jeweils 0,2 g/kg/d weniger.
Für Freizeitsportler mit geringem Trainingsumfang liegt die Empfehlung für die
Proteinzufuhr noch niedriger. Mit 0,8 g/kg/d entspricht sie der Empfehlung für
gesunde Erwachsene. Bei einer gemischten Kost werden die genannten Mengen von
Leistungs- und Freizeitsportlern gleichermaßen erreicht (7). Denn der
Proteinbedarf erhöht sich nicht überproportional zum Energiebedarf (5). Das
heißt, wenn die beim Sport verbrauchte Energie mit einer gemischten Kost wieder
zugeführt wird, ist der Zusatzbedarf an Protein für die sportliche Betätigung
mit Sicherheit gedeckt.
Sowohl tierische als auch pflanzliche Lebensmittel liefern Proteine. Es besteht
aber ein qualitativer Unterschied, der durch die Biologische Wertigkeit (BW)
ausgedrückt wird, die nur experimentell ermittelt werden kann. Je höher die BW
ist, umso ähnlicher ist das Aminosäurenmuster des Lebensmittels dem des
Menschens und umso mehr Körperprotein kann aus einer bestimmten Menge an
Nahrungsprotein synthetisiert werden. Tierisches Protein hat grundsätzlich eine
höhere BW als pflanzliches. Durch Mischung von tierischem mit pflanzlichem
Protein lässt sich die BW der kombinierten im Vergleich zu den einzelnen
Lebensmitteln steigern.
Tabelle: Biologische Wertigkeit der Proteine von Lebensmitteln und
Lebensmittel-Kombinationen (6)
Hühnerei + Kartoffeln 136
Hühnerei + Weizenmehl 118
Kuhmilch + Kartoffeln 114
Hühnerei + Bohnen 108
Kuhmilch + Roggenmehl 101
Hühnerei 100
Kuhmilch 91
Schweinefleisch 85
Rindfleisch 80
Geflügel 79
Kartoffeln 71
Weizenmehl 54
Bohnen 49
Eine Kost, die den Verzehr von Milch, Ei, Fleisch und daraus hergestellten
Produkten einschließt, erleichtert die Deckung des Proteinbedarfs. Eine
atherogene Wirkung ist nicht zu erwarten,
wenn magere Erzeugnisse bevorzugt werden (4). Der Verzehr einer vollwertigen
Mahlzeit im Anschluss an ein intensives
Training fördert die Regeneration (7).
In Deutschland liegt der Proteinverzehr bei durchschnittlich 1,4 g/kg/d.
Bodybuilder, die Proteinkonzentrate verwenden, bringen es auf die doppelte
Menge. Der Harnstoff, der beim Abbau
von überschüssigen Aminosäuren entsteht, muss im Urin ausgeschieden werden.
Mit der Entstehung von Nierenschäden ist nach derzeitigem Kenntnisstand jedoch
nicht zu rechnen (3). Eine überhöhte Proteinzufuhr schränkt allerdings den
Sättigungseffekt der Proteine
ein (1). Außerdem kann der Einsatz von Proteinkonzentraten unerwünschte
Wirkungen zur Folge haben, wenn die Präparate mit anabol-androgenen Steroiden
verunreinigt sind (2).
Literatur:
1. Long SJ, Jeffcoat AR, Millward DJ: Effect of habitual dietary-protein intake
on appetite and satiety. Appetite 35 (2000) 79-88.
2. Parr M, Geyer H, Gülker A, Mareck U, Schänzer W:
Nahrungsergänzungsmittel-Alternativen mit geringem Dopingrisiko. Leistungssport
33/6 (2003) 31-32.
3. Poortmans JR, Dellalieux O: Do regular high protein diets have potential
health risks on kindey function in athletes? IJSNEM 10 (2003) 28-38.
4. Schek A: Welchen Stellenwert haben Fette und Kohlenhydrate in der Ernährung
von Sportlern? Ernährung/Nutrition 28 (2004) 56- 68.
5. Schek A: Top-Leistung im Sport durch bedürfnisgerechte Ernährung.
Philippka-Sportverlag, Münster, 2002, 55-62.
6. Schek A: Rund um fit mit Sport und Ernährung. AID Infodienst, Bonn, 2002, 34.
7. Tarnopolsky MA: Gender differences in metabolism, nutrition and supplements.
J Sci Med Sport 3 (2000) 287-298.
Dr. oec. troph. Alexandra Schek, Gießen
Jahrgang 55, Nr. 3 (2004) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 83
Service der CMA Aktuelles aus der Ernährung
"Protein - ein verkannter Nährstoff?"
In Eiweiß steckt mehr drin, als man denkt. Dies ist kurz und bündig das Ergebnis
des 4. Godesberger Ernährungsforums, das am 29. und 30. April 2004 in Bonn-Bad
Godesberg stattfand. Der
Veranstalter CMA Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft
mbH, Bonn, hatte namhafte Referenten eingeladen, aktuelle Studienergebnisse
vorzustellen und bedeutsame Eigenschaften und Funktionen dieser Nährstoffgruppe
herauszuarbeiten. Dabei war die Qualität tierischer und pflanzlicher Proteine
ebenso Thema wie die Bedeutung der Proteinzufuhr in den verschiedenen
Lebensaltern und bei Erkrankungen. Die wissenschaftliche Leitung lag bei Konrad
Biesalski (Stuttgart-Hohenheim).
Neue Einteilung der Aminosäuren
Ein wichtiges Qualitätskriterium für die Bewertung von Nahrungseiweiß ist
die Aminosäurenzusammensetzung, also die biologische Wertigkeit, erläuterte
Michael Boschmann (Berlin). Die früher übliche Einteilung in essenzielle und
nicht-essenzielle Aminosäuren (AS) wird nicht mehr verwendet, da sie der
Bedeutung der AS im Stoffwechsel nicht gerecht wird. Heute gruppiert man die ca.
20 proteinogenen AS in entbehrliche, bedingt entbehrliche sowie
nicht-entbehrliche AS ein. Manche früher als nicht-essenziell bezeichnete
AS, wie z. B. Cystein, stehen unter bestimmten Bedingungen (Wachstum, Krankheit)
trotz körpereigener Synthese nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung und
müssen von außen ergänzt werden. Sie sind somit nur bedingt entbehrlich. Da die
Datenlage auf diesem Gebiet noch dürftig ist, muss die Forschung intensiviert
werden, forderte Boschmann. Vor allem der Proteinbedarf alter multimorbider
Menschen wird vermutlich unterschätzt.
Eiweiß in der Adipositas-Therapie
Als neuere Untersuchungen kürzlich zeigten, dass proteinreiche und
kohlenhydratarme Diäten in der Adipositas-Therapie wirksamer sind als fettarme
Diäten, erregten diese Daten in der Fachwelt große Aufmerksamkeit, berichtete
Marion Flechtner-Mors (Ulm). Bisher war dem Makronährstoff Protein in der
Adipositas-Therapie nur wenig Beachtung geschenkt worden. Dabei zeigten sich
einige Effekte, die in diesem Zusammenhang sehr gewünscht sind: Protein hat eine
höhere Sättigungswirkung als Fett und Kohlenhydrate, erhält die Magermasse und
erhöht die postprandiale Thermogenese. Auch wenn Langzeitdaten zum Erhalt des
erreichten Gewichts noch fehlen, hält Flechtner-Mors bereits auf Basis der
vorliegenden Untersuchungen eine erhöhte Proteinzufuhr in der
Adipositas-Therapie für empfehlenswert.Die so genannten bioaktiven Peptide
entfalten in unserem Körper vielfältige gesundheitsfördernde Eigenschaften,
berichtete Jürgen Schrezenmeir (Kiel). Laut Definition werden unter dem Begriff
biologisch wirksame Substanzen Protein - Nährstoff und Wirkstoff zugleich
verstanden, die bereits mit den über die
Nahrung aufgenommenen Mengen physiologisch relevante Dosierungen erreichen.
Bioaktive Peptide können genuin in einem Lebensmittel enthalten sein. Andere
werden erst im Laufe des Verdauungsprozesses aus größeren Proteinen heraus
gespalten. Auch durch fermentative Prozesse im Rahmen der Lebensmittelreifung –
etwa bei der Käseherstellung – entstehen bioaktive Peptide. Im Mittelpunkt des
Forschungsinteresses stehen derzeit zum Beispiel Kuhmilchproteine. Eine Fülle
von Wirkungen wurde für Milchinhaltsstoffe bzw. deren Spaltprodukte
nachgewiesen, z.B. immunmodulatorische, antioxidative, antilipämische,
antiproliferative, antithrombotische, wachstumsfördernde sowie
motilitätsfördernde Effekte. Für Laktoferrin liegen bereits Ergebnisse einer
kontrollierten Humanstudie vor: über seine immunstimulierende Wirkung erhöhte es
die IgA-Antwort nach Influenzaimpfung.
Tierisches Protein für Nahrungsmittelallergien weniger bedeutsam
Die auslösenden Allergene einer Nahrungsmittelallergie sind in aller Regel
Proteine, erklärte die Allergologin Claudia Thiel (Oberbrechen). Das
Beschwerdebild hängt vom Sensibilisierungsgrad
des Patienten, der allergenen Potenz des Allergens sowie dessen Hitzelabilität
bzw. Hitzestabilität ab. Bei Säuglingen und Kleinkindern überwiegen
Nahrungsmittelallergien auf Kuhmilch und Hühnerei, während bei Erwachsenen -
entgegen der landläufigen Meinung - pflanzliche Nahrungsmittelallergene
dominieren.
Ist ein Allergen hitzelabil, verliert es durch Erhitzung ganz oder teilweise
seine allergene Potenz. Bei mittelgradiger und geringer Sensibilisierung können
viele Patienten mit Molkeneiweiß- Allergie z.B. erhitzte Kuhmilchprodukte
vertragen. Ein Großteil der erwachsenen Kuhmilch-Allergiker verträgt zudem
Butter und Sahne, da der Proteinanteil
in diesen Produkten sehr gering ist.
Katabolie - ein klarer Fall für Eiweiß
Unter Katabolie versteht man den gesteigerten Abbau der Energiesubstrate
Glykogen, Eiweiß und Fett. Folgen der Katabolie sind Schwäche und Immobilisation,
Ateminsuffizienz, Immunsuppression und Wundheilungsstörungen. Unterernährung als
eine mögliche Ursache für Katabolie kommt nicht nur in der so genannten Dritten
Welt, sondern auch in den Industrienationen vor, darauf wies Stephan Bischoff
(Hannover) hin. Malnutrition, d.h. Untergewicht, Vitaminmangel etc., wird bei
bis zu 83% der älteren Menschen in Institutionen und bis zu 31% der zuhause
lebenden älteren Menschen beobachtet. Neuere Studien zeigen, dass gerade im
Krankenhaus Malnutrition zu wenig beachtet wird.
Die Therapieansätze bei Katabolie und Untergewicht richten sich nach den
Ursachen. Bei Malnutrition des älteren Menschen muss zunächst versucht werden,
die Nahrungszufuhr zu optimieren. Dabei sind die allgemeinen Empfehlungen zur
Nährstoffzufuhr (z.B. Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Deutsche Gesellschaft
für Ernährungsmedizin) zu
beachten. Proteine - bzw. Aminosäuren bei parenteraler Ernährung - sind
essenzieller Bestandteil jeder Ernährung. Sie spielen in der Behandlung von
Katabolie durch Hunger oder Stress eine zentrale, aber keine alleinige Rolle.
Eiweiß für Sportler
Eiweiß-Drinks werden in Sport- und Lifestyle-Magazinen als leistungs- und
regenerationsfördernd beworben. In der Tat ist es im Leistungs- und
Hochleistungssport unstrittig, dass eine frühzeitige orale
Aminosäure-Substitution die nach einer intensiven Kraft- oder Ausdauerbelastung
verstärkt einsetzende muskuläre Proteinsynthese beschleunigt. Damit kann die
Leistungsfähigkeit und Regeneration der Muskulatur positiv beeinflusst werden.
Im Freizeit- und Breitensport sind diese Supplemente jedoch völlig entbehrlich,
so Martin Huonker (Bad Buchau). Der Eiweißbedarf eines Freizeitsportlers kann
problemlos über die Ernährung, d.h. eine ausgewogene Zufuhr von biologisch
hochwertigen tierischen und pflanzlichen Proteinquellen gedeckt werden. Auch für
den Hochleistungsathleten sollte die Ernährung immer die Basis der
Aminosäureversorgung sein. Interessant seien die Wirkungen, die für einzelne
Aminosäuren nachgewiesen wurden. So würde der Aminosäure Glutamin ein allgemein
regenerationsfördernder Effekt sowie eine spezifische Wirkung in der lokalen und
der systemischen
Immunabwehr beigemessen. Die verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und
Isoleucin scheinen die bei Langzeit-Ausdauerbelastungen eintretende so genannte
zentrale Ermüdung
zu hemmen, die möglicherweise durch einen belastungsinduzierten Anstieg der
5-Hydroxytryptaminkonzentration im Gehirn ausgelöst wird. Bisher ist die
Datenlage auf diesem interessanten Gebiet noch nicht ausreichend. Weitere
Forschung zu den spezifischen Wirkungen einzelner Aminosäuren ist nötig.
Warum es beim Thema Eiweiß in der Forschung bisher vergleichsweise ruhig zuging,
ist nach dem Godesberger Ernährungsforum der CMA kaum verständlich.
Diese Nährstoffgruppe bietet eine Fülle interessanter Forschungsgebiete für die
Grundlagenforschung, die Ernährungsmedizin, die Lebensmitteltechnologie und die
Biotechnologie.
A. Immel-Sehr, Bonn
Jahrgang 55, Nr. 7/8 (2004) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Acetylcystein
N-Acetylcystein (ACC) kann dem körperlichen Verfall von Krebspatienten und alten
Menschen entgegenwirken, berichtete das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ)
vor einigen Jahren. Untersuchungen zufolge bremsten individuell dosierte Gaben
zwischen 0,6 und 4,2 g ACC pro Tag bei 23 Krebspatienten nicht nur den Abbau der
Muskelmasse (antikatabole Wirkung), sondern förderten sogar deren Aufbau
(anabole Wirkung). Dadurch verbessere sich die Muskelfunktion und die
Lebensqualität der Patienten. Mehrere Studien hatten laut DKFZ ergeben, dass der
körperliche Zustand vom Cysteingehalt im Plasma abhing. Bei niedrigem Gehalt
schreite der Abbau von Muskelmasse voran, ein hoher Cysteingehalt fördere deren
Aufbau.
In den Health Food Stores in den USA wird ACC seit Jahren zur Nahrungsergänzung
im Leistungssport angeboten. Den günstigen Einfluss auf die Muskelleistung hatte
man bislang nur in Tierversuchen nachweisen können. Die Heidelberger Studie
bestätigte jedoch, dass ACC auch am menschlichen Muskel wirkt. Inwieweit die
Studien auf sportlich aktive Probanden, die mehr Muskelmasse aufbauen möchten,
übertragbar sind, bleibt abzuwarten. Insbesondere müssten weitere Untersuchungen
den Wirkmechanismus und die optimale Dosierung zum Zweck des Muskelaufbaus
klären.
Bereits 1988 wies Friedrich Reuss von der Universität Ulm in den „Fitness News“
auf die Bedeutung schwefelhaltiger Aminosäuren in der Sportmedizin hin. Die
anabole Wirkung einer proteinreichen Ernährung orientiere sich am Gehalt der
schwefelhaltigen Aminosäuren.
Da Cystein im Gegensatz zu Methionin eine freie Schwefelwasserstoffgruppe
enthält, ist es reaktionsfähiger als Methionin. Eine Besonderheit des Cysteins
ist, dass es über Disulfidbrücken-Bildung dimerisieren kann (Cystin). Im Blut
liegen Cystein und Cystin nebeneinander vor, der Cystin-Anteil liegt bei
mindestens 70 Prozent.
Cystein verhindert Glutaminverluste im Blutplasma. Glutamin gehört wie Glycin
und Cystein zu den Glutathionbildnern. Besonders bei Stress, körperlicher
Belastung und Reduktionsdiät wird die Glutathionbildung durch die Verfügbarkeit
von Glutamin begrenzt. Cystein ist jedoch nicht nur Glutathionbildner, sondern
kann darüber hinaus das Glutathionsystem eigenständig entlasten. Auf Grund
seiner reaktionsfreudigen SH-Gruppe kann Cystein aggressive Radikale abfangen
und damit oxidativen Stress mildern. So wurde bereits vor längerer Zeit
nachgewiesen, dass das Ausmaß des Glutathionverlusts bei mit ACC behandelten
Tieren nach Belastung wesentlich geringer ausfiel als bei nicht behandelten
Tieren.
Der eiweißsparende Effekt des Cysteins ließe sich dadurch erklären, dass
erhebliche Mengen Glutathion und damit auch Glutamin, das teilweise aus anderen
Aminosäuren nachgebildet werden müsste, eingespart werden.
Fazit: N-Acetylcystein, das Derivat der körpereigenen Aminosäure Cystein,
wird in Deutschland als Hustenlöser bei Erkältungskrankheiten eingesetzt. Die
Acetylierung macht Cystein besser wasserlöslich. ACC ist in Deutschland nicht
als Nahrungsergänzungsmittel verkehrsfähig. So genannte Whey-Proteine
(Molkenproteinkonzentrate) zeichnen sich durch einen sehr hohen Cysteingehalt
aus und sind auch als diätetische Lebensmittel zugelassen.
Arginin, Ornithin und Lysin
Ornithin und Arginin sind zwei der wichtigsten Aminosäuren, die an der
Freisetzung von Wachstumshormon (Somatotropes Hormon, STH) beteiligt sind.
Ornithin wird im Harnstoffzyklus aus Arginin gebildet. Führt man dem Körper
Ornithin zusätzlich zu, steigt der Argininspiegel.
Arginin und Ornithin wird aus diesem Grund von einigen Herstellern eine anabole
Wirkung zugesprochen. Interessanterweise fördern Schlaf und intensives
Körpertraining die Sekretion des menschlichen Wachstumshormons stärker als eine
Argininzufuhr. Die oft zitierte Arbeit von Isodori und Mitarbeitern (1981), in
der bereits nach geringer Gabe von Arginin und Ornithin (1,5 g) eine massive
Erhöhung des Blutspiegels an STH beobachtet wurde, ist suspekt, da auch die
Ausgangswerte des Hormons bei den Probanden außergewöhnlich hoch waren
(Messfehler?). Andere Studien konnten die Ergebnisse nicht bestätigen. Ebenso
wurde kein Einfluss auf Körperfett, fettfreie Körpermasse, Kraft oder Ausdauer
bei langfristiger Anwendung beobachtet.
Provokationstests in der Medizin werden mit 30 bis 40 g dieser Aminosäuren als
Infusion durchgeführt. Will man auf peroralem Weg dasselbe Ergebnis erzielen,
müsste man ungleich höher dosieren, was Übelkeit und Erbrechen auslöst. Auch
durch Zusatz von L-Lysin, das an der Zellmembran um den gleichen
Transportmechanismus konkurriert, wurde keine länger anhaltende, hohe
Argininkonzentration im Plasma erreicht, die eine ähnlich hohe STH-Ausschüttung
hätte bewirken können.
Die Supplementierung von L-Arginin in Dosierungen ab 6 g pro Tag bewirkte in
klinischen Untersuchungen an Patienten mit arterieller Verschlusskrankheit sowie
koronarer Herzerkrankung eine periphere Vasodilatation. Die Aminosäure
stimuliert die Synthese von Stickstoffmonoxid (NO), das zur Gefäßrelaxation
führt und indirekt antiatherogen wirkt. Hierbei spielt vermutlich nicht nur die
kompetitive Hemmung des endogenen NO-Synthesehemmers ADMA (asymmetrisches
Dimethylarginin) eine Rolle, sondern auch die Freisetzung von Wachstumshormon
und Insuline-like Growth Factor (IGF-1).
Darüber hinaus unterstützen Arginin und sein Abbauprodukt Ornithin die
Leberfunktion insbesondere bei der Entgiftung von Metaboliten wie Ammoniak, die
bei hoher körperlicher Belastung vermehrt anfallen (siehe auch Glutamin).
Ornithin und Arginin sollten laut Hersteller kurz vor dem Training oder zur
Nacht genommen werden. Eine bis zwei Stunden vorher und nachher sollte man
nichts essen. Kohlenhydrate würden über eine Ausschüttung von Insulin die
Freisetzung von Wachstumshormonen hemmen und somit den erwünschten Effekt
aufheben. Andere Aminosäuren könnten die pharmakologische Wirkung ebenfalls
abschwächen. Deshalb sollte zusätzlich kein Proteinkonzentrat genommen werden.
Mit einzelnen Aminosäuren soll, im Gegensatz zu den Konzentraten, deren
natürliches Aminosäurenprofil durch Hydrolyse nicht verändert wird, vorrangig
ein pharmakologischer Effekt erzielt werden. Die eingesetzte Aminosäure kann
nicht nur direkt, sondern auch in Form verschiedener Folgeprodukte über
Reglerfunktionen eine Wirkung auslösen. Sie wird weder als Baustein noch als
Energielieferant verwendet, sondern als Precursor. Der Mechanismus der durch
Arginin und Ornithin induzierten STH-Sekretion ist nicht geklärt. Fest steht,
dass auch andere physiologische und pharmakologische Faktoren die Konzentration
an Wachstumshormonen im Blut ansteigen lassen. So stimulieren beispielsweise
Ferulasäure, Kupfer und Bor in homöopathischen Potenzen (D1 bis D5) die
Hormonsekretion.
Fazit: Die Verabreichung der nicht essenziellen, isolierten Aminosäuren
Arginin, Ornithin und Lysin, auch und gerade in dieser Kombination, ist
eindeutig auf einen pharmakologischen Effekt hin ausgelegt, nämlich den der
Wachstumshormonstimulation. Das Mittel dient daher der ursächlichen
Beeinflussung der Beschaffenheit des Körpers. Somit hat es, insbesondere wenn es
entsprechend beworben wird, eine arzneiliche Zweckbestimmung.
Argininpyroglutamat und Lysin
Wirkung wie Arginin und Ornithin. Vorteil: Die Kombination wird bei peroraler
Verabreichung angeblich besser resorbiert. Dadurch werde weniger Wirkstoff
benötigt. Täglich sollen 2,5 g entweder vor dem Training oder zur Nacht auf
nüchternen Magen mit reichlich Wasser genommen werden.
Fazit: Arzneiliche Zweckbestimmung; Wirkung nicht belegt.
Glutaminsäure und Glutamin
Obwohl Glutaminsäure nicht zu den essenziellen Aminosäuren gehört, spielt sie
als proteinogene Aminosäure eine zentrale Rolle im Stoffwechsel. Glutaminsäure
wird in Form des Säureamids (Glutamin) in den Körperzellen gespeichert. Die
Bildung von Glutamin dient der Entgiftung von toxischem Ammoniak.
Besonders bei reduzierter Nahrungsaufnahme, im Stress und bei intensiver
muskulärer Belastung gehen den Körperzellen unter dem Einfluss von Cortisol
große Mengen an Glutamin verloren; bei einer mehrstündigen Ausdauerbelastung
können es bis zu 30 g Glutamin sein. Dies führt zu einer Störung des
intrazellulären Wasserhaushalts und zur drastischen Verschlechterung der
Proteinsynthese. Durch vermehrte Synthese von Glutamin aus den Aminosäuren
Arginin, Prolin, Histidin und vor allem aus der im Citratzyklus durch
Aminosäurenabbau entstandenen a-Ketoglutarsäure versucht der Körper, das Defizit
zu kompensieren. Den erhöhten Glutaminbedarf in Extremsituationen kann die
endogene Synthese jedoch nicht mehr abdecken.
Gerade in diesen katabolen Situationen wird die Glutathionbildung durch die
Verfügbarkeit von Glutamin begrenzt. Je höher der Cortisolspiegel, desto mehr
Glutaminsäure wird mobilisiert und abgebaut. Dabei werden große Mengen
körpereigener Proteine „verheizt“. In dieser Stoffwechselsituation ist die
Muskulatur weder für Aminosäuren noch für Kohlenhydrate aufnahmefähig. Erst wenn
der Glutaminbestand wieder im Normbereich liegt, können anabole Prozesse
eingeleitet werden. Der Plasmaglutaminspiegel kann über Wochen erheblich
reduziert sein. Die Folge ist eine höhere Infektanfälligkeit.
In vielen Studien konnte gezeigt werden, dass oxidativer Stress mit einer
Glutaminverarmung einhergeht. Nach großen Operationen, Verbrennungen, schweren
Verletzungen, generalisierten Infektionen und exzessiven Trainingseinheiten, zum
Beispiel einem Marathonlauf, verbesserte eine Supplementierung mit Glutamin den
Heilungsverlauf und die Regeneration.
Fazit: Je früher der Glutaminbestand in Extremsituationen normalisiert
wird, umso effektiver wird eine Proteinkatabolie vermieden.
Die Gabe von Glutamin fördert auch den Erhalt eines leistungsfähigen
Immunsystems beim Leistungssportler. Zur Substitution nach Belastung sind
Dosierungen zwischen 25 bis 30 g pro Tag sinnvoll und sicher.
http://www.pharmazeutische-zeitung.de 8/2004
Proteine der
Tour-de-France-Fahrer im Fokus
Forscher untersuchen, welche Eiweiße der Körper vermehrt benötigt, um große
Anstrengungen zu bewältigen
JENA (ddp.vwd). Die durchtrainierten Waden der Tour-de-France-Fahrer haben es
Wissenschaftlern aus Jena und Freiburg angetan. Sie wollen hinter das
Leistungs-Geheimnis der Spitzensportler kommen und haben dazu ein gemeinsames
Forschungsprojekt gestartet.
Ziel sei es, die Stoffwechselprozesse der Körperzellen von
Hochleistungssportlern zu ergründen und jene Gene zu identifizieren, die für die
Funktion des Organismus unter sportlicher Extrembelastung von besonderer
Bedeutung sind, sagte Projektleiter Professor Harald Funke von der Universität
in Jena. Dafür sei gemeinsam mit Medizinern des Instituts für Sportmedizin der
Universität Freiburg, das die Teamärzte des T-Mobile Teams stellt, ein Programm
entwickelt worden.
Die Jenaer Forscher untersuchten weiße Blutzellen der deutschen
Tour-de-France-Fahrer vom T-Mobile-Team und vom Team Gerolsteiner. Für die
aufwendigen Laboruntersuchungen wurde ein Kleintransporter zum Labor umgebaut.
Mit ihm fuhren die Wissenschaftler unmittelbar vor Beginn der diesjährigen Tour
nach Fromentine und nach deren Ende nach St. Etienne, um bei Fahrern beider
Teams Bluttests zu machen.
"Die genetische Veranlagung, die Trainingsintensität, aber auch die Ernährung
nehmen Einfluß darauf, welche Zellen des Körpers welche Proteine in welchen
Mengen produzieren", sagte Funke.
Dazu schauen die Forscher auf die Gene, die die Bauanleitung für die wichtigen
Proteine enthalten. Die Untersuchung der Radprofis soll nun Aufschluß darüber
geben, welche Gene unter Extrembedingungen besonders aktiv sind, welche Proteine
der Körper vermehrt benötigt, um große Anstrengungen wie die der Tour de France
bewältigen zu können.
Die letzten Bluttests mit den Radlern sollen während der trainingsfreien Zeit im
Winter stattfinden, um Vergleichswerte aus Ruhephasen zu erhalten. Langfristig
hoffen die Wissenschaftler darauf, daß ihre Ergebnisse zur Verbesserung der
individuellen Trainingsplanung beitragen können. Ärzte Zeitung, 29.07.2005
Nutzen einer Aminosäurensupplementation bei erhöhter körperlicher Beanspruchung
Kurzfassung Vortrag München 17.09.2005
Prof. Dr. med. habil. Georg Neumann
Beobachtet man die ständig wechselnden Empfehlungen der Diäten zur Körpergewichtsabnahme, so ist festzustellen, dass gegenwärtig der erhöhten Proteinaufnahme bei Diäten verstärkte Aufmerksamkeit zukommt. Vor allem bewirkte eine Erhöhung der Proteine bei Gewichtsreduktionen (Metaboles Syndrom , Diabetes Typ II Fettstoffwechselstörungen u. a.) eine eindeutige Abnahme des viszeralen Fettes sowie eine Verbesserung des Glukose- und Lipidstoffwechsels (Famsworth et al. ,2003 ; Parker, B. P. et al., 2002; Gannon M. C. et al., 2003, Gannon , M. C. & Nuttalli, F. Q. ,2004 u.a.). Der Anteil der Nahrungsproteine lag in den Studien zwischen 27-30 Energieprozenten.
Die Proteine bewirken eine längere Sättigung, steigern die Thermogenese und sind ein Substrat für die hepatische Gluconeogenese.
Eine entscheidende Funktion der Nahrungsproteine ist die Abdeckung des gesteigerten Proteinumsatzes im Strukturstoffwechsel bei mehrbeanspruchten Muskeln und Organen. Erhöhte körperliche Beanspruchung löst im gesunden oder kranken Zustand einen vergrößerten Proteinkatabolismus aus, der zugleich der Reiz für die Neubildung verschlissener Strukturen ist. Der Austausch der Aminosäuren in hochbeanspruchten Muskelstrukturen oder Organen kann täglich 2-15 % betragen (Mader, 1990). Im physiologischen Bereich ist ein Austausch von 2-6 % normal und repräsentiert das adaptative Potenzial. Bei einer eintretenden Glykogenverarmung im Rahmen von Hungerzuständen, Krankheiten oder Langzeitausdauerbelastungen werden muskuläre Strukturproteine über die verstärkte Glukoneogenese im Energiestoffwechsel umgesetzt. Der Anteil der energetisch verwerteten Proteine bei Energiemangel kann unter Belastung bis 10 % ansteigen (Poortmans, 1988). Damit ergibt sich die Frage, wie viele Proteine aufgenommen werden müssen?
Das Hauptkennzeichen des Leistungstrainings ist die Erhöhung des Energieumsatzes; der Proteinbedarf steigt bei über 20 h Training/Woche um den Faktor 2 bis 3 an.
Die Normvorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum täglichen Proteinbedarf von 0,8 bis 1,2 g-1.kg-1 Tag sind für die Mehrzahl der Leistungssportler nicht zutreffend. Eine Proteinaufnahme von unter 1 g/kg KM führte bei Leistungssportlern zu einer negativen Stickstoffbilanz (Friedman & Lemon, 1989).
Bei der kontroversen Diskussion um die notwendige Proteinversorgung wurde bisher die Qualität der Proteine wenig beachtet. Das betrifft besonders die Rolle der essentiellen Aminosäuren im Metabolismus. Zwischen den unentbehrlichen (essentiellen), konditionell entbehrlichen und entbehrliche Aminosäuren wurde nur akademisch unterschieden, da man davon ausging, dass der Körper einen Großteil verschlissener Proteinstrukturen von selbst wieder synthetisiert. Erst langjährige Untersuchungen in den USA zu den essentiellen Aminosäuren veranlassen zur Umorientierung in der Beurteilung deren Wirkung im Stoffwechsel (Luca-Moretti et al. 2003). Mit dem Nachweis, dass nur die essentiellen Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin, Methionin, Phenylalanin, Methionin, Lysin, Threonin) zu 99 % anabol verwertbar sind, muss die Wirkung der Proteine im Stoffwechsel anders bewertet werden. Die bisher vertriebenen Proteinkonzentrate, die aus Milchprodukten oder Soja stammen, hatten nur einen anabolen Effekt von 16 % ( Luca-Moretti, 1992). . Sie kamen nicht mal an Fleisch, Geflügel oder Fisch heran. Das Hühnerei ist mit 48 % anaboler Verstoffwechselung und 52 % energetischer Verwertung das effektivste natürliche Protein.
Bei erhöhter körperlichen Beanspruchung, gleich in welcher Form, ist eine erhöhte Proteinaufnahme zur Sicherung des Bestandes aktiver Muskulatur und der Regeneration notwendig. Der tägliche Proteinbedarf von körperlich sehr aktiven Personen beträgt zur Erhaltung einer ausgeglichenen Stickstoffbilanz bei Ausdauerbelastungen 1,2 bis 1,4 g/kg KM und bei Kraftbelastungen 1,4 bis 1,8 g/kg KM (Tarnopolsky, 1999).
Alle Versuche, durch gezielte Zufuhr einzelner Aminosäuren einen leistungssteigernden Effekt zu belegen, waren wenig erfolgreich (Abel et al., 2005). Verschiedentlich wurde der überproportionalen Zufuhr von einzelnen Aminosäuren, wie z. B. Arginin, Lysin oder Ornithin ein verstärkter anaboler Effekt auf die kontraktilen Muskelproteine zugeschrieben. Für die Aminosäure Glutamin wird eine spezifische Wirkung in der lokalen und der systemischen Immunabwehr sowie ein regenerationsfördernder Effekt angenommen. Dem Tryptophan sowie den verzweigtkettigen Aminosäuren Valin, Leucin und Isoleucin wird eine besondere Bedeutung bei der Glukoneogenese während Langzeitausdauerbelastungen zugeschrieben. Die Wertigkeit der publizierten wissenschaftlichen Daten zu den spezifischen Wirkungen einzelner Aminosäuren ist aufgrund der niedrigen Evidenzstufe der bisher vorliegenden Studien eingeschränkt.
Gegenwärtig besteht bei Gesunden objektiv kein Grund zur Einschränkung der Aufnahme von natürlichen Proteinen, Proteinhydrolysate oder Aminosäuren. Die Verdauungsorgane sind dafür „eingerichtet“, dass sie 2 g/kg Körpermasse an natürlichem Protein problemlos vertragen. Selbst Personen mit milder Niereninsuffizienz vertrugen bis zu 85 g Protein täglich, ohne Zunahme der glomerulären Filtrationsrate (GFR), wie Knight E. L. et al. (2003) fanden.
Bei Diätprogrammen zur Gewichtsreduktion stellt sich immer wieder das Problem ein, dass neben dem Fett auch die Muskelmasse abnimmt und die Patienten kraftlos werden.
Im Vortrag wird auf die Vorteile der Aufnahme von essentiellen (lebensnotwendigen) Aminosäuren eingegangen. Diese bilden keine Energie und sorgen für den Erhalt der fettfreien Körpermasse (Muskulatur). Werden zusätzlich Aminosäuren in Form von MAP® (Master Amino Acids Pattern) aufgenommen, dann werden diese zu 99 % anabol verwertet. Stickstoffabbauprodukte entstehen nur zu 1 %. Der anabole Effekt von 10 g MAP® entspricht der Wirkung von 350 g verzehrtem Fleisch oder Fisch. Da bei der Aufnahme von 10 g MAP®, nur 0,4 kcal an Energie bebildet werden, ist das eine Alternative zur Sicherung des Proteinanteils bei Diäten zur Massenabnahme und bei Therapien bei Magersucht, Bulimie, Anämie, Metabolem Syndrom, Osteoporose u. a. Erkrankungen, die mit dem Proteinstoffwechsel verbunden sind.
Mehr
Aminosäuren
für weniger Erkältungen!
Gesellschaft für Ernährunsgmedizin und Diätetik e.V.
Aachen (ots) - Eine ausreichende Zufuhr an immunstärkenden Aminosäuren wie
Arginin, Glutamin, Glycin, Methionin und Taurin erhöht neben einer gesunden
Ernährungsweise und reichlich Bewegung an der frischen Luft deutlich die
Chancen, den Herbst und Winter ohne Erkältung zu überstehen. Dass Vitamine,
Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe wichtig für das Immunsystem sind, ist
bereits seit langem bekannt. Doch Aminosäuren spielen eine zentrale Rolle beim
Schutz unseres Körpers vor Fremdstoffen wie Krankheitserregern und
allergieauslösenden Stoffen. Eine besondere Bedeutung kommt den Aminosäuren bei
der Barrierefunktion der Darmschleimhaut zu, die zum einen das größte Immunorgan
des menschlichen Organismus darstellt und zum anderen als Barriere zwischen Darm
und Blutbahn fungiert. Ist dieses Schutzschild nicht voll funktionsfähig, können
Fremdstoffe leicht in die Blutbahn übergehen und sich rasch im gesamten Körper
verbreiten. Aminosäuren wie Arginin und Glutamin stellen wichtige
Energiesubstrate für Zellen der Darmschleimhaut dar und sorgen damit für die
Aufrechterhaltung einer optimalen Barrierefunktion. Abwehrzellen des
Immunsystems haben die Aufgabe, eingedrungene Krankheitserreger zu erkennen und
unschädlich zu machen. Für die Bildung von Abwehrzellen sind Aminosäuren
ebenfalls unerlässlich. So ist beispielsweise Glycin an der Produktion von
Antikörpern beteiligt. Arginin besitzt die Fähigkeit, die Thymusdrüse - den
Bildungsort für Abwehrzellen im menschlichen Körper - zu stimulieren und erhöht
dadurch die Aktivität und Anzahl von Abwehrzellen. Einige Aminosäuren wie
Methionin und Taurin weisen
zudem antioxidative Eigenschaften auf. Sie sind in der Lage, freie Radikale, die
unter anderem das Immunsystem schwächen können, abzufangen und unschädlich zu
machen. Die Vielzahl der Wirkungen macht deutlich, wie wichtig Aminosäuren für
die Aufrechterhaltung unserer Abwehrmechanismen sind. Über eine gesunde
Ernährungsweise ist eine ausreichende Zufuhr der meisten Aminosäuren
gewährleistet. Wer sich allerdings einseitig ernährt oder einen erhöhten Bedarf
an einzelnen Aminosäuren aufweist, kann über Aminosäurenpräparate einen Mangel
ausgleichen. 29.09.2005
Pressekontakt:
Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V.
Tel.: 0241-961030
Email presse@ernaehrungsmed.de
Proteine und
gutes Fett sind für das Herz besonders günstig
Diäten mit viel Eiweiß oder ungesättigten Fettsäuren reduzieren Blutdruck und
LDL am besten / Ergebnisse der OmniHeart-Studie
DALLAS (ner). Gesunde Ernährung für kardiovaskuläre Risikopatienten - was kann
man empfehlen? Nach aktuellen Daten der Ernährungsstudie OmniHeart ist es am
günstigsten, wenn Betroffene in ihrer Ernährung ein Teil der Kohlenhydrate durch
Protein oder ungesättigte Fettsäuren ersetzen.
So lautet eine Botschaft von Professor Lawrence J. Appel von der Johns Hopkins
Universität in Baltimore und seinen Kollegen. Lawrence stellte beim
Kardiologen-Kongreß in Dallas Ergebnisse der OmniHeart-Studie vor. In der
randomisierten Cross-over-Studie wurde der Effekt von drei als gesund geltenden
Diäten auf den Blutdruck geprüft.
Es gab pro Gruppe drei je sechswöchige Diätphasen mit je einer Auswaschphase
dazwischen. Jeder der 164 Erwachsenen mit systolischen Blutdruckwerten zwischen
120 bis 159 mmHg und diastolischen Werten zwischen 80 bis 99 mmHg bekam also
jede Diät; die Reihenfolge der Diäten pro Gruppe war festgelegt.
Jede Diät enthielt je 2100 kcal pro Tag; die Probanden sollten nicht ab- oder
zunehmen. Die Teilnehmer wurden per Zufall einer der Gruppen zugeteilt.
Die erste Diät - Carbo - war reich an Kohlenhydraten (etwa 58 Prozent der
aufgenommenen Kalorien) sowie an Gemüsen, Obst und fettarmen Nahrungsmitteln (27
Prozent der Kalorien als Fette, 15 Prozent als Protein).
In der zweiten Diät - Prot - waren zehn Prozent der Kohlenhydratkalorien von
Carbo durch Proteine ersetzt worden. 25 Prozent der Kalorien in dieser Diät
kamen also von Proteinen, die Hälfte davon pflanzlichen Ursprungs. Weitere 27
Prozent der täglichen Kalorien kamen von Fetten.
In der dritten Diät - Unsat - wurden zehn Prozent der Kohlenhydrate durch
ungesättigte Fettsäuren ersetzt. 31 Prozent der Kalorien kamen von diesen
Fetten.
Ergebnisse: Alle drei Diäten senkten Blutdruck und LDL im Vergleich zu den
Ausgangswerten. In Prot und Unsat sank im Vergleich zu Carbo der systolische
Blutdruck signifikant um im Mittel 1,4 mmHg - bei Hypertonikern um 2,9 (Unsat)
bis 3,5 mmHg (Prot). Ebenfalls signifikant gesenkt wurden die
Triglyzerid-Spiegel.
Mit der Prot-Diät sank das LDL um 3,3 mg/dl, allerdings sank auch das HDL
signifikant. Mit Unsat sank das LDL nicht ganz so stark, dafür stieg das HDL
leicht an. Das Risiko, innerhalb der nächsten zehn Jahre eine Herzkrankheit zu
bekommen, reduzierte sich nach Berechnungen von Appel mit Carbo um 16 Prozent,
mit Unsat und Prot dagegen um 20 Prozent.
"Unsere Ergebnisse bestätigen die Bedeutung, die die Diät auf den Blutdruck und
die Lipidspiegel, zwei kardiovaskuläre Hauptrisikofaktoren, haben", sagte Appel.
Ärzte Zeitung, 17.11.2005
Protein und
Knochengesundheit
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 2006
Knochen bestehen zu einem erheblichen Anteil aus
Proteinen.
Daraus kann abgeleitet werden, dass sowohl Quantität als auch Qualität der
Eiweißversorgung einen Einfluss auf die Knochengesundheit haben. Über die
Bedeutung der Eiweißversorgung wurde in der Vergangenheit kontrovers diskutiert.
Nach einer weit verbreiteten These würde eine hohe Zufuhr von Eiweiß,
insbesonderevon tierischem Eiweiß, Knochenentkalkung und damit Osteoporose
fördern. Denn ein hoher Eiweißkonsum bedinge einen Säurenüberschuss im
Blut,welcher über Calcium, das
hierzu verstärkt aus den Knochen herausgelöst werden müsse, abgepuffertwürde.
Verschiedene Experimente hatten in der Vergangenheit tatsächlich bei hoher
Zufuhr reinen Proteins einen vermehrten Abbau von Calcium aus den Knochen
gezeigt. Dies wurde durch einige epidemiologische Studien gestützt, bei denen
eine hohe Zufuhr von Protein mit einem erhöhten Osteoporoserisiko assoziiert
war. Andere Studien wie die „Rancho Bernardo Study“ an 572 Frauen und 388
Männern im Alter von 55 bis 92 Jahren kamen zu uneinheitlichen Ergebnissen: Bei
Frauen korrelierte die Knochendichte direkt mit der Höhe der Zufuhr von
tierischem Eiweiß (1). Hingegen war der Zusammenhang bei pflanzlichem Eiweiß
umgekehrt: je mehr davon verzehrt wurde, desto niedriger war die Knochendichte.
Den stärksten Schutzeffekt durch Mehrkonsum von tierischem Eiweiß fand man
insbesondere bei den Frauen, die gleichzeitig eine besonders geringe
Calciumzufuhr aufwiesen. Dies deutet auf eine Interaktion dieser beiden
Nährstoffe für die Knochengesundheit hin. Bei den Männern waren vergleichbare
Zusammenhänge zu finden, allerdings nicht statistisch signifikant. Eine neuere
Quer- und Längsschnittanalyse an 1 077 älteren Frauen (Durchschnittsalter 75 +/-
3 Jahre) fand ebenfalls eine direkte Beziehung: Je höher die Proteinzufuhr,
desto höher die Knochenmineraldichte (2). Die genannten Größen sind aber nur
Surrogatparameter für die Knochengesundheit. Deshalb haben Studien zum
Frakturrisiko wesentlich mehr Relevanz. Hierzu ergab eine neuere Fall-
Kontroll-Studie ein gesenktes Frakturrisiko mit Steigerung der Proteinzufuhr (3)
und bestätigte damit eine ältere Langzeitbeobachtungsstudie mit vergleichbarem
Ergebnis (4).
Neben der Proteinversorgung hängt die Knochengesundheit noch von vielen weiteren
Faktoren ab, unter anderem von Calcium. Eine hohe Zufuhr kann über eine
vermehrte Resorption im Darm alle Calciumverluste ausgleichen (5). Weitere
Zusammenhänge bestehen hinsichtlich der Phosphat-,
Magnesium- und
Vitamin D-Zufuhr. Auch die Menge an verzehrtem Getreide bzw.
Getreideprodukten ist relevant, da das enthaltene Phytat die
Mineralstoffresorption hemmt. Und nach neuesten Erkenntnissen fördert vor allem
eine genügend hohe Basenzufuhr, das heißt eine an Obst und Gemüse reiche Kost,
die Knochengesundheit (6). Nicht zuletzt hängt die Knochenstabilität auch
erheblich von der körperlichen Bewegung ab. Regelmäßige körperliche Aktivität
setzt einen Stimulus zum Einbau von Mineralien in den Knochen und für das
Knochenwachstum. Somit wird die Knochenhärte gefördert. Hinzu kommt die
Förderung der Muskelkraft und der Koordination, was ebenfalls zu einer Minderung
von Stürzen und somit des Knochenbruchrisikos beiträgt (7). Fazit: Die
inzwischen verfügbare wissenschaftliche Evidenz deutet darauf hin, dass eine
hohe Proteinzufuhr die Knochengesundheit fördert, sofern gleichzeitig ein
reichlicher Konsum von Obst und Gemüse und eine hohe Calciumzufuhr – mit Milch
und Milchprodukten als wichtigste Quellen – eingehalten wird und ein Mindestmaß
an täglicher Bewegungsaktivität statt findet.
Literatur:
1. Promislow JH, Goodman-Gruen
D, Slymen DJ, Barrett-Connor E: Protein con-sumption and bone mineral
density in the elderly: the Rancho Bernardo Study. Am J Epidemiol 155
(2002) 636-644.
2. Devine A, Dick IM, Islam AF, Dhaliwal SS, Prince RL: Protein
consumption is an important predictor of lower limb bone mass in elderly women.
Am J Clin Nutr 81 (2005) 1423-1428.
3. Wengreen HJ, Munger RG, West NA:: Dietary protein intake and risk of
osteoporotic hip fracture in elderly residents of Utah. J Bone Miner Res 19
(2004) 537-545.
4. Munger RG, Cerhan JR, Chiu BC: Prospective study of dietary protein
intake and risk of hip fracture in postmenopausal women. Am J Clin Nutr
1999;69:147-52.
5. Pannemans DL, Schaafsma G, Westerterp KR: Calcium excretion, apparent
calcium absorption and calcium balance in young and elderly
subjects: influence of protein intake. Br J Nutr 77 (1997) 721-729.
6. New SA, MacDonald HM, Campbell MK, et al: Lower estimates of net
endogenous non-carbonic acid production are positively associated with
indexes of bone health in premenopausal and perimenopausal women. Am J Clin Nutr
9 (2004) 131-138.
7. Borer KT: Physical activity in the prevention and amelioration of
osteoporosis in women: interaction of mechanical, hormonal and dietary factors.
Sports Med 35 (2005) 779- 830.
Korrespondenzadresse:
Dr. Nicolai Worm
Geibelstr. 9
81679 München
82 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Jahrgang 57, Nr. 3 (2006)
Aminosaeuren lassen Depressionen verbessern
Mit einem optimierten und individualisierten Aminosaeuren Praeparat lassen sich depressive Verstimmungen verbessern. Zu diesem Ergebnis kommt die Arbeitsgruppe von Univ.-Prof. Dr. Juergen Spona, dem ehemaligen Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts fuer zellulaere Endokrinologie, in einer gemeinsamen wissenschaftlichen Studie mit der Klinik fuer Psychiatrie der Med. Uni Graz und der Firma Vitalogic (www.vitalogic.at). Das Resultat dieses Forschungsprojekts, das vom Land Steiermark gefoerdert wurde, ist in der April Ausgabe der wissenschaftlichen Zeitschrift European Archives of Psychiatry and Neurobiology veroeffentlicht.
Die Aminosaeuren als Bausteien der Proteine spielen auch bei allen Prozessen, die physiologische und mentale Funktionen steuern eine wesentliche Rolle, fuehrt Prof. Spona aus, der nunmehrige wissenschaftliche Leiter der Firma Vitalogic. Es hat sich gezeigt, dass unter bestimmten Voraussetzungen trotz eiweissreicher Ernaehrung Ungleichgewichte der koerpereigenen Aminosaeuren mit Defiziten oder zu hohen Konzentrationen entstehen. Voraussetzungen sind zum Beispiel Stress, Krankheiten, Wachstums- oder Alterungsprozesse. Ein Ungleichgewicht kann zur Drosselung der Eiweisssynthese und in Folge zu Muedigkeit, depressiver Stimmungslage, Konzentrationsmangel und verminderte Immunabwehr fuehren, betont Prof. Spona.
Moderne Antidepressiva, die nicht ohne Nebenwirkungen sind, verfolgen das Ziel, die Verfuegbarkeit von Botenstoffen im Gehirn, vor allem Serotonin, zu erhoehen. Das von Prof. Spona entwickelte Aminosaeuren Praeparat beruht auf einem Bluttest (Aminogramm) und hat hingegen zum Ziel, dem menschlichen Koerper auf natuerliche Weise genuegend Baustoffe fuer die Synthese der Botenstoffe zur Verfuegung zu stellen. Also auch die Vorstufen fuer Serotonin, das uns in eine positive Stimmungslage versetzt.
In der nunmehr publizierten Studie ist das Ergebnis des vier Jahre dauernden Forschungsprojekts zusammengefasst: Mit einem massgeschneiderten Aminosaeuren Praeparat lasen sich selbst schwere Depressionen bei Patienten verbessern, die schon mit Antidepressiva behandelt sind. Diese natuerliche Behandlung erlaubt sehr haeufig nicht nur eine Dosisreduktion sondern ueberhaupt ein Absetzen der Psychopharmaka, betont Prof. Spona abschliessend (www.vitalogic.at).