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"Ernährung in Grenzsituationen" -
Mannschaftsarzt des Telekom-Teams referierte auf Heidelberger Ernährungsforum
Berufsradler essen Spaghetti schon zum Frühstück Von Ingeborg Bördlein
Profiradsport gehört zu den extremsten Belastungen für den
Energiestoffwechsel. So legt ein Berufsradrennfahrer jährlich 35 000
Trainingskilometer und mehr zurück, hat 100 bis 120 Wettkampftage pro Jahr zu
absolvieren mit einer täglichen fünf- bis siebenstündigen Wettkampfdauer. Bei
der Tour de France steigt der Energieverbrauch während der Bergetappen auf 8000
bis 10 000 Kilokalorien pro Tag an. Dr. Lothar Heinrich, Mannschaftsarzt des
Teams Deutsche Telekom, berichtete beim 7. Heidelberger Ernährungsforum der
Dr. Rainer Wild-Stiftung, das diesmal der "Ernährung in
Grenzsituationen" gewidmet war, wie die Profiradler immer wieder an die
Grenzen ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit gelangen, weil sie - wie etwa
bei der Tour de France - trotz ausgeklügelter Nährstoffzufuhr ein permanentes
Defizit im Energiestoffwechsel aufweisen: Es sei schwierig, den enormen
Energiebedarf während der siebenstündigen
Etappen abzudecken, sagte Heinrich. So füllen die Radler ihr Kohlenhydratdepot
oft schon zum zweiten Frühstück mit einer großen Portion Spaghetti und einer
ungewöhnlichen Beilage - nämlich Honig - auf. Die Frage, wieviel Energie ein
Radsportprofi pro Tag verbraucht und wieviel er über Essen und Trinken
aufnehmen kann, wurde jetzt in einer Studie der Ökotrophologin Mareike Huber
untersucht. Sie hat das Team Telekom im vergangenen Jahr ins Trainingslager auf
Mallorca begleitet und bei elf Fahrern über sechs Tage den Energieverbrauch und
die Nährstoffzufuhr genau protokolliert. Mittels eines speziellen Meßsystems
kann eine genaue Energiebilanz der einzelnen Fahrer erstellt werden. Das
Schoberer Radmeßsystem (SRM-System) besteht aus einer besonderen
Tretlagergarnitur, die das Drehmoment (Tretkraft) und die Winkelgeschwindigkeit
(Tretfrequenz) mißt. Die Informationen werden induktiv und somit berührungslos
auf einen Empfänger am Fahrradrahmen übertragen, wo ein kleiner Computer
Leistungsberechnungen vornimmt sowie die Herzfrequenz und die Geschwindigkeit
des Fahrers mißt. Um ihren enormen Energiebedarf abzudecken, müßten die
Radsportler bei der Tour de France, bei der sie über drei Wochen täglich bis
zu 240 Kilometer zurücklegen, möglichst alle zwanzig Minuten Kohlenhydate und
Flüssigkeit zu sich nehmen. Das klappt jedoch oft aus Zeitmangel nicht. So
kommt es nicht selten zur Unterzuckerung und zum Ungleichgewicht der Flüssigkeitsbilanz
mit der Folge eines Leistungsknicks. Die Speisenfolge für die Wettkampfsportler
während der Tour de France sieht folgendermaßen aus: Zum Frühstück schon
stehen Brot, Müsli in jeglicher Form, Milch, Fruchsäfte sowie Reis und
Spaghetti auf dem Tisch. Das zweite Frühstück fällt nicht viel kohlenhydratärmer
aus. Leicht verdauliche Kohlenhydrate in Form von Energiedrinks oder
Energieriegeln werden während des Wettkampfes kontinuierlich konsumiert. Außerdem
sollten während des Rennens ein bis anderthalb Liter Flüssigkeit pro Stunde
getrunken werden, was oft nicht eingehalten werden kann. Neben dem Frühstück
ist das Abendessen die größte Mahlzeit: Verzehrt werden Fleisch, Fisch,
Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse, Obst und ein reichliches Dessert. Vor dem
Wettkampf und währenddessen wird der Kohlenhydratanteil in der Nahrung der
Radrennfahrer auf 60 bis 80 Prozent erhöht, um über die aufgeladenen
Kohlenhydrat- und Glykogenspeicher in den Muskeln und der Leber eine
Ausdauerbelastung zu gewährleisten. Nudeln als ideale Energielieferanten gehören
zur Hauptnahrung der Radrennprofis. Es werden eigens italienische Köche für
die Tour de France eingeflogen, um zu gewährleisten, daß die Pasta al dente
verabreicht wird. Die oft süße, kohlenhydratreiche Wettkampfkost und der
Wettkampfstreß haben ihre Folgen: Bei vielen Fahrern führt eine Übersäuerung
des Magens zu Sodbrennen und leichten Gastritiden. Es kommt zur Schwächung des
Immunsystems. Da kann ein leichter Infekt im Verdauungstrakt mit der Folge, daß
die Fahrer nicht die erforderliche Essensmenge zu sich nehmen können, schon das
Ende des Rennens bedeuten. Was nicht genügend über die Nahrung zugeführt
werden kann, wird ergänzend supplementiert wie etwa Vitamin A, C und E und
ungesättigte Fettsäuren in Kapselform sowie Zink. Ungeachtet der gewünschten
Vollwerternährung füllen einige Radsportprofis ihre Energiespeicher auch mal
mit McDonalds Produkten auf, so Heinrich. Die Leistungsbilanz scheine darunter
aber nicht zu leiden. Ärzte
Zeitung, 06.11.2000
SPORTLERNAHRUNG: GESUND FÜR ALLE?
SPORTÄRZTE TAGTEN IN FREIBURG ZUM THEMA "AKTUELLE
ERNÄHRUNGSTENDENZEN IM GESUNDHEITS- UND
LEISTUNGSSPORT"
Freiburg – Dass man gerade als Sportler
besonders auf seine Ernährung achten sollte, ist kein Geheimnis. Dass aber
eine sportgerechte Nährstoffzusammenstellung auch für den inaktiven
Normalbürger die gesündeste Alternative ist, könnte sich als Trugschluss
herausstellen. Das ist eines der Ergebnisse einer Tagung von 120
Sportärzten und an der Sporternährung Interessierten in Freiburg. Der
Sportärztebund Baden e.V. und die Centrale Marketing-Gesellschaft der
deutschen Agrarwirtschaft (CMA) hatten zum Gedankenaustausch unter der
Leitung des 1. Vorsitzenden der Sektion Südbaden, dem Freiburger
Sportmediziner PD Dr. Martin Huonker, eingeladen.
Zum Beginn der Tagung mit dem Thema "Aktuelle Ernährungstendenzen im
Gesundheits- und Leistungssport" umriss Prof. Dr. Aloys Berg von
der Abteilung für Prävention, Rehabilitation und SportMedizin der
Medizinischen Universitätsklinik Freiburg die besondere Bedeutung einer
bedarfsangepassten Sporternährung. Die Ernährung habe einen direkten
Einfluss auf die Leistungsfähigkeit, aber auch auf die Belastbarkeit und
die Gesunderhaltung des Sportlers. Zur Deckung des Bedarfs sei eine
tägliche Zufuhr von durchschnittlich 2.650 kcal im Gesundheitssport bis
9.150 kcal im Hochleistungssport (wie bei der Tour de France) nötig.
Auf die Besonderheiten der Basisernährung im Leistungssport ging der
Hamburger Ernährungswissenschaftler und Buchautor Prof. Dr. Michael Hamm
ein. Für eine "gesunde Ernährung" empfahl er, Fette und
Alkohol zu reduzieren, dafür mehr komplexe Kohlenhydrate und Nahrungsmittel
mit hoher Nährstoffdichte wie Obst und Gemüse zu verzehren. Essen und
Trinken müssten über den ganzen Tag verteilt stattfinden und bewusst, in
Ruhe und mit Freude geschehen. Im Breitensport entstehe bei einem
Trainingsaufwand von 3 bis 4 Stunden in der Woche ein Mehrbedarf von 2.000
kcal. Bei einer bewussten Ernährung seien Spezialprodukte zur
Nahrungsergänzung nicht erforderlich.
Für Wettkämpfe empfahl Hamm, sich den Grundsatz zu verinnerlichen, dass
die Grundlagen für den Erfolg auch bei der Ernährung in der
Vorbereitungsphase gelegt würden. Am Wettkampftag sei es wichtig, nicht
nüchtern und hungrig an den Start zu gehen. Auch in der Erholungsphase habe
die Ernährung eine herausragende Bedeutung: Die Aufnahme von
Kohlenhydraten, Wasser, Proteinen und Kalium beschleunige die Regeneration,
der Konsum von Fett, Alkohol und ein Energiedefizit verzögerten diese.
Für Sportler, die sich vegetarisch ernähren, empfahl Prof. Hamm die
lacto-vegetabile Ernährung als die "sicherste" Methode, da bei
Vegetariern oft Mangelversorgungen mit Kalzium, Eisen, Zink und Selen
beobachtet würden. Grundsätzlich empfiehlt der Experte einen Verzehr von
Fleisch oder Fisch zwei- oder dreimal pro Woche.
Auf die Wettkampfernährung in Ausdauer- und Kraftsportarten ging Prof.
Dr. Klaus Baum, Physiologe an der Deutschen Sporthochschule in Köln,
ein. Die Glykogen-Superkompensation (auch Saltin- oder Schwedendiät) sei
zwar sehr populär in der Vorbereitung auf Wettkämpfe mit einer
Ausdauerkomponente, beeinhalte aber einige Probleme und Risiken: Das
Glykogen stehe im Wettkampf nur der jeweiligen Zelle, in der es eingelagert
worden sei, zur Verfügung. Die individuelle Verträglichkeit dieses
Ernährungs-Regimes sei unterschiedlich ausgeprägt. Außerdem binde jedes
Gramm Glykogen in der Muskulatur 2,5 bis 3 g Flüssigkeit, so dass bei einer
Glykogen-Superkompensation im Bereich der Beinmuskulatur mit einer
Gewichtszunahme von bis zu 2,5 kg zu rechnen sei.
Baum empfahl folgendes Ernährungsregime vor einem wichtigen Wettkampf, wies
jedoch darauf hin, diesen Ablauf in der Trainingsphase mehrfach zu testen:
Fünf Tage vor dem Start sollten die Glykogenspeicher durch eine
erschöpfende Trainingseinheit entleert werden. Bis zum Wettkampf sollten
dann vermehrt Kohlenhydrate und nur sehr wenig Fette zugeführt werden. An
den letzten beiden Tagen sollten zudem die Ballaststoffe reduziert werden.
Am Tag vor dem Wettkampf gelte es, viel Wasser zu trinken und dabei das
Kochsalz nicht außer Acht zu lassen.
Für den Ausdauerwettkampf selbst sei grundlegend zu beachten, dass die
mechanische Belastung des Magens stark von der ausgeübten Sportart
(Beispiel: Radfahren oder Laufen) abhänge. Der erfahrene Marathonläufer
unterstrich die Bedeutung von Kohlenhydratgetränken (die bei warmen
Witterungsbedingungen 3-5 % Kohlenhydrate, bei kalten auch höhere
Konzentrationen und in jedem Fall 0,2 % Kochsalz enthalten sollten)
gegenüber der festen Nahrung: "Bananen bei Stadtmarathons halte ich
für eine schlechte Erfindung."
Prof. Dr. Klaus-Michael Braumann vom Fachbereich Sportwissenschaften
der Universität Hamburg fasste den aktuellen Stand der "ergogenen
Substanzen" in der Sporternährung zusammen und grenzte den Bereich der
Supplementation vom Doping ab. Ergogene Substanzen seien
Nahrungsbestandteile und Zusatzstoffe, die zu einer Steigerung der Leistung
führen sollen. Vorsichtig zu bewerten seien dabei die beworbenen Wirkungen
der Substanzen, die messbaren und durch Studien belegten Wirkungen sowie den
Erfahrungen der Sportler. Braumann warnte vor dem Bezug solcher Produkte
über dubiose Internet-Firmen: Hin und wieder seien in den Produkten Spuren
von anderen Stoffen wie Anabolika zu finden, die die eigentliche
Leistungssteigerung bewirkten. An verschiedenen Wirkstoffen wie einzelnen
Aminosäuren, Kreatin und Carnitin zeigte Braumann die Widersprüchlichkeit
der Ergebnisse bisher vorliegender Studien, wies aber auch darauf hin, dass
es sinnvoll sei, den Sportlern, die eine Leistungssteigerung durch die
Supplementation individuell festgestellt haben, Glauben zu schenken.
Auf die Bedeutung von Flüssigkeitszufuhr und Getränkeauswahl im Sport wies
der Diplom-Oekotrophologe Uwe Schröder vom Institut für
Sporternährung in Bad Nauheim hin. Die zu geringe Flüssigkeitsaufnahme sei
der häufigste Ernährungsfehler in der Bevölkerung. Außerdem stünden in
der Menge der aufgenommenen Getränke in Deutschland noch immer der
Bohnenkaffee (160 Liter pro Jahr) deutlich vor den Wässern (102 l).
FLÜSSIGKEITSVERLUST UND DIE FOLGEN
> 0,5 % Durst
2 % Verminderung der Ausdauerleistungsfähigkeit
4 % Verminderung der Kraft
5 % Schwerwiegende physiologische Veränderungen
(Anstieg der Herzfrequenz, Müdigkeit, Apathie, Erbrechen, Muskelkrämpfe)
12 % Unfähigkeit zu schlucken
15-20 % Tod
Bei der Auswahl des richtigen
Mineralwassers für Sportler während oder nach der Belastung sei vor allem
der Gehalt an Kochsalz (hohe Verluste durch Schwitzen) und
Hydrogen-Bikarbonat (Ausgleich des Säure-Basen-Haushaltes) zu beachten,
wohingegen es in der Ernährung von körperlich inaktiven Menschen eher auf
einen geringen Natriumgehalt ankäme. Schröder wies auf Ergebnisse von
Studien hin, dass durch den Saunabesuch nach dem Sport Flüssigkeitsverluste
in einer Größenordnung entstünden, die bis zum nächsten Tag nicht
ausgleichbar seien, was sich nicht nur in einer verminderten körperlichen,
sondern auch in einer eingeschränkten geistig-mentalen Leistungsfähigkeit
zeigen würde: "Sauna erschwert die Regeneration!" Neben
Saunagängern seien vor allem Kinder und Jugendliche im Sport durch ein
Flüssigkeitsdefizit bedroht. Hier gelte es, eine entsprechende
Infrastruktur an den Sportstätten zu schaffen. "Man ist, was man
isst", fasste Schröder seine Ergebnisse zusammen, "und man
leistet, wie viel und wie häufig man trinkt."
Dr. Daniel König von der Abteilung für Prävention, Rehabilitation
und SportMedizin der Medizinischen Universitätsklinik Freiburg stellte in
seinem Vortrag die Frage, ob eine Überbelastung im Sport durch Ernährung
beeinflussbar sei. König unterschied die akute (Muskelkater) von der
chronischen muskelzellulären Überlastung (Übertraining) und der
immunologischen Überlastung (Infekt). Studien hätten gezeigt, dass durch
Kohlenhydratgaben während der Belastung die Plasmaglukose ansteige, die
Stresshormone (ACTH und Cortisol) abfielen und dadurch das Immunsystem
stabilisiert würde. Die Zufuhr von Eicosapentaensäure (Fischöl) über 12
Wochen habe bei Kurztriathleten zu einem verminderten Anstieg der
Kreatinkinase geführt, die eine Schädigung vom Muskelzellen anzeigt. Zur
Frage, ob auch antioxidative Vitamine Einfluss auf den Muskelstress hätten,
sei noch nichts entschieden, da sich die Studienergebnisse die Waage
hielten. König hält eine Substitution antioxidativer Vitamine bei
trainierten Sportlern unter Normalbelastungen für nicht notwendig, da eine
ausreichende Versorgung über die Ernährung erreichbar sei.
Zum Abschluss der Tagung stellte der Ernährungswissenschaftler Dr.
Nicolai Worm, Lehrbeauftragter für Sporternährung der Universität
Innsbruck, die provokante Frage, ob das Konzept der Spezialernährung für
Sportler auch ein "Fitmacher für alle" sei. Die vorgestellten
Ergebnisse waren überraschend, vielleicht sogar erschreckend.
Um die Zusammenhänge zu verdeutlichen, verglich Worm die Lebens- und
Ernährungsumstände des Urmenschen mit den heutigen Gegebenheiten: In der
Evolution hätte der Mensch viel Bewegung bei einer großen Muskelmasse
gehabt und nur wenige, nicht raffinierte Kohlenhydrate zu sich genommen.
Heute bewegten sich viele Menschen kaum, die Muskelmasse habe abgenommen und
die Ernährung bestünde zum großen Teil aus raffinierten Kohlenhydraten.
Worm warnte vor einer so genannten Kohlenhydrat-Falle: Eine hohe Zufuhr von
Fetten, vor allem mehrfach ungesättigter Fettsäuren (MUFS), führe zu
günstigeren Zuckerstoffwechselwerten als Kostformen mit einem hohen
Kohlenhydratanteil. Ein hoher Blutzuckerspiegel hätte wiederum ein hohes
Risiko, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken, zur Folge. Auch zur
Frage einer Gewichtszunahme durch Fettverzehr verhalte sich die Literatur
derzeit unentschieden. Studien konnten zeigen, dass die Zufuhr hoher
Fettanteile mit hohen Ballaststoffgaben zur geringsten, der Verzehr geringer
Fett- und Ballaststoffanteile dagegen zur höchsten Gewichtszunahme geführt
habe. Die Fettsyntheserate sei bei den Menschen am höchsten, die bei einer
hohen Energiezufuhr vor allem auf Kohlenhydrate zurückgreifen und sich
dabei kaum bewegen.
Der Ersatz von Kohlenhydrat-Kalorien durch Fette mit einem hohen Anteil
mehrfach ungesättigter Fettsäuren (MUFS) und Proteine habe zu deutlich
verbesserten Fettstoffwechselwerten im Blut geführt (Erhöhung des
"guten" HDL-Cholesterins, Veringerung des "schlechten"
LDL-Cholesterins und der Triglyceride). Es sei darüber nachzudenken, ob die
Empfehlungen der Nährstoffzusammensetzung für die allgemeine (nicht
körperlich aktive) Bevölkerung in den letzten Jahren in eine falsche
Richtung gelaufen sei. Eine Kost mit sehr hohen Kohlenhydratanteilen sei
unter Berücksichtigung dieser Erkenntnisse nur für sportlich aktive
Menschen empfehlenswert. "Der Kohlenhydratbedarf in völliger Ruhe
beträgt nur 100 Gramm pro Tag", bestätigte auch Prof. Baum,
"denn nur das Gehirn ist auf eine Versorgung mit Kohlenhydraten
angewiesen."
Zusammenfassend gab Worm eine Ernährungsempfehlung für Normalbürger, die
keinen Sport betreiben würden: Es sei wichtig, sich vor dem Essen zu
bewegen, mehr Obst und Gemüse zu verzehren, hochwertiges fettarmes Eiweiß
aufzunehmen (Fleisch, Geflügel, Fisch, Eier, Milchprodukte und Soja),
genügend Fett zu konsumieren (MUFS, u.a. Oliven- und Rapsöl), den Anteil
von Omega-3-Fettsäuren zu erhöhen (Rapsöl, Meeresfisch, Leinsamen,
Walnüsse), den von Omega-6-Fettsäuren dagegen zu verringern
(Sonnenblumen-, Soja-, Distel-, Mais- und Weizenkeimöl), Kohlenhydrate vor
allem aus Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten zu beziehen
und moderat Alkohol (Rotwein zum Essen) zu trinken. Wohl bekomm's!
Frank Wechsel
Für Rückfragen:
Badischer Sportärzteverband e.V.
PD Dr. Martin Huonker
Tel. 07 61 / 270 - 74 52 oder - 74 56
11.583 Zeichen
Veröffentlichung honorarfrei, Belegexemplar erbeten
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