FÜSSE - Erkrankungen und Pflege
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1 Starker
Auftritt: Schuhe und Strümpfe
2 Lästige Eindringlinge: Fuß- und Nagelpilz 3 Der Pilz-Check: Fuß- und Nagelpilz erkennen 4 Geduld und Mithilfe gefragt: Pilz-Therapie 5 Dem Pilz keine Chance: Vorbeugung 7 Einfach eintauchen: Fussbäder 8 Fuß fassen! Fußmassagen 9 Starkmacher: Fußgymnastik-Übungen 10 Was ist was? Kleines Lexikon Rund um den Pilz 11 Die Fußsprechstunde |
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Ein Auszug aus der Broschüre"Darauf stehn wir – Gesunde Füße", herausgegeben vom ZDF, Redaktion "Praxis – Das Gesundheitsmagazin", und der AOK.
Gesunden Fußes
Füße leisten viel. Sie tragen die gesamte Körperlast – und das ein Leben lang. Zum Dank werden sie in enge Schuhe gezwängt, dürfen nur selten ans Tageslicht und bei der Körperpflege und Hygiene werden sie schmählich vernachlässigt. Kein Wunder, dass sie irgendwann hässlich aussehen, schmerzen und schließlich anfällig für Erkrankungen werden. Besonders häufig ist der Fußpilz. Er lauert in öffentlichen Bädern, Duschen, Umkleiden und Hotelzimmern, schleicht sich aber auch in die eigene Wohnung ein. Viele Menschen unterschätzen diese Pilzinfektion oder bemerken sie zu spät. Wenn der Fußpilz erst einmal auf die Nägel übergegriffen hat, ist eine langwierige medizinische Behandlung erforderlich. Mehr als 12 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Fußpilz. Trotz dieser alarmierenden Zahl wird das Thema in der Öffentlich-keit wenig beachtet.
1 Starker Auftritt: Schuhe und Strümpfe
Gepflegte Füße bleiben nicht nur gesund und fit. Sie sind auch schön und anziehend. Gründe genug, ihnen mehr Aufmerksamkeit zu widmen und etwas Gutes zu tun. Das fängt beim richtigen Schuhwerk an.Die Füße sind so gebaut, dass zwei Drittel des Körpergewichts auf dem Ballen lasten und nur ein Drittel auf der Ferse. Beim Stehen und Laufen sorgt eine Reihe von Bändern und Muskeln dafür, dass der Fuß stabil bleibt. Die natürlichste Form der Fortbewegung ist eigentlich barfuß laufen – am besten auf Gras oder Sand. Da das leider nicht immer möglich ist, sollten die Schuhe der ursprünglichen Fußform zumindest entgegenkommen.
Die meisten Schuhe, die als besonders modisch gelten, schaden jedoch den Füßen. Zwängen wir uns in zu enge, spitze oder harte Schuhe, werden die Zehen gequetscht, das Risiko für Fuß- und Nagelpilzerkrankungen erhöht sich. Besonders schlimm sind zu hohe Absätze, weil dann zu viel Körpergewicht auf den Ballen gepresst wird. Wadenmuskulatur und Sehnen verkürzen sich. Zudem drohen durch die veränderte Körperstatik Verschleißerscheinungen des Kniegelenks. Ein überlegter Schuhkauf ist deshalb sehr wichtig.
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Was Sie beim Schuhekaufen beachten sollten:
Ebenso wichtig wie die richtige Passform ist ein atmungsaktives Material, das die Fußfeuchte schnell wieder ableitet. Das Klima in belüfteten Schuhen bietet auch möglichen Pilzerkrankungen einen schlechteren Nährboden, da Pilze nur in einer feuchten Umgebung besonders schnell wachsen. Entscheiden Sie sich für Schuhe mit einem atmungsaktiven Obermaterial wie zum Beispiel Leder oder moderne Mikrofasern. Ziehen Sie Turnschuhe nur für die Zeit des Sports an und lassen Sie Ihren Füßen danach Zeit zum Auslüften und Abtrocknen. Wählen Sie Socken und Strümpfe aus Naturfasern wie Baumwolle oder Wolle. Meiden Sie Nylon- oder Perlonstrümpfe, in denen sich die Feuchtigkeit staut.
Nagelpilz durch spitze Schuhe
Nagelpilz beginnt meist am Großzehennagel und wird häufig durch zu spitze Schuhe ausgelöst. Der Druck, der von vorne auf die Zehen wirkt, führt zu quer verlaufenden Stauchfurchen der Nagelplatte und zu ihrer Verkrümmung und Ablösung. Dadurch entstehen kleine Spalten und Hohlräume zwischen Nagelplatte und Nagelbett. Hier können Pilzerreger dann eindringen.
Tips für den Alltag
Pilzsporen kann man nur schwer aus dem Weg gehen.
Allerdings sind nicht alle Menschen gleich anfällig für eine
Pilzinfektion. Wer die Risikofaktoren kennt, kann besser vorbeugen.Die
Gefahr sich zu infizieren lauert dort, wo viele Menschen barfuß umherlaufen
und ein für Pilze geeignetes Klima herrscht: öffentliche Bäder,
Duschen, Saunen, aber auch Hotelzimmer. Wenn Sie sich häufig an solchen
Orten aufhalten, sollten Sie Ihre Füße regelmäßig
auf mögliche Anzeichen von Fußpilz untersuchen.
Die Verbreitung der Pilze und die Übertragung
der Infektion erfolgt über Sporen. Diese Pilzsporen können entweder
von Mensch zu Mensch weitergetragen werden oder über sporenverseuchte
Böden, Strümpfe oder Schuhe. Pilzsporen können sogar unter
ungünstigen Lebensbedingungen lange weiterexistieren.
Geschwächte Abwehr
Der Pilz hat nur dann eine Chance, die Haut (oder den Nagel) zu infizieren, wenn er eine Schwachstelle findet. Auf einer gesunden Hautoberfläche findet der Pilz keinen Angriffspunkt. Studien haben ergeben, dass gesunde Menschen auch dann nicht an Fuß- oder Nagelpilz erkranken, wenn sie direkt mit dem Pilzerreger in Kontakt kommen. Auch bekommt nicht jeder Schwimmbad- oder Saunabesucher sofort einen Pilz, obwohl dort eine Menge Pilzfäden sind.
Es gibt bestimmte Risikogruppen, die für Fuß- und Nagelpilz besonders empfänglich sind und die besonders aufpassen müssen:
Der Fußpilz, lateinisch tinea pedis genannt, entwickelt sich meistens in den Zehenzwischenräumen, weil er dort optimale Lebensbedingungen vorfindet. Der Körper bildet an diesen Stellen nämlich kleine feuchte Höhlen mit einem eigenen Mikroklima, in denen sich der Fußschweiß sammelt. In diesem feuchten Klima setzen sich die Pilze fest und dringen in die aufgeweichte Haut ein. Hat der Pilz erst einmal Fuß gefasst, infiziert er immer mehr Hautpartien, bis er schließlich auch den Nagel erreicht.
Verlauf einer Fußpilzinfektion:
2. Dann nistet er sich in der obersten Hautschicht ein,
3. breitet sich schnell in alle Richtungen aus und
4. zerstört nach und nach die gesunden Hautschichten. Folge: Der Körper reagiert mit einer Entzündung, die Haut rötet und schuppt sich und juckt.
Außer den krankheitsbedingten Faktoren gibt es noch eine Reihe anderer Pilzauslöser, die Sie bewusst vermeiden können:
Weder Fuß- noch Nagelpilz verursachen im Anfangsstadium ernsthafte Schmerzen. Viele nehmen ihre Pilzinfektion deshalb nicht ernst. Je früher jedoch ein Pilz erkannt und therapiert wird, desto größer ist die Chance, den Eindringling schnell wieder loszuwerden. Ob eine Nagelpilzinfektion (Onychomykose) sich immer aus einem Fußpilz entwickelt, ist unter Fachleuten noch umstritten. Sicher ist, dass der Erreger in der Regel der selbe ist. Bei manchen Patienten beginnt ein Fußpilz auch gleichzeitig mit einer Infektion der Nägel. Es ist daher wichtig, dass man beide Pilzarten selbst erkennen kann (s. Checklisten). Wenn Sie eine Neuinfektion zum Beispiel in den Zehenzwischenräumen bemerken und den Eindruck haben, dass sich Ihr Fußpilz noch nicht ausgebreitet hat, können Sie sich zunächst selbst behelfen. Für die Selbstbe-handlung gibt es in der Apotheke viele hochwirksame Pilzmittel, die äußerlich ange-wendet werden. Falls schon die Nägel betroffen sind, sollten Sie in jedem Fall einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen, der Ihnen unter anderem spezielle Medikamente gegen den Pilz verschreibt. Vergessen Sie nicht: Eine Nagelpilzerkrankung ist infektiös und die Therapie dauert Monate. Je früher Sie die unter medizinischer Aufsicht beginnen, desto eher sind Sie den Pilz wieder los.
Schrittweise Ausbreitung
Eine Nagelpilzinfektion hat einen typischen Verlauf. Sie beginnt meist am vorderen und seitlichen Nagelrand und breitet sich dann immer weiter nach hinten aus, bis der ganze Nagel befallen ist. Meist erkrankt erst ein einziger Nagel, der dann die anderen nach und nach infiziert. Dieser Prozess kann sich über mehrere Monate hinziehen.
Wann zum Arzt?
Sie sollten immer zum Arzt gehen, wenn
Ansteckungsgefahr
Pilze sind hochgradig ansteckend. Kratzen Sie sich deshalb nie an den infizierten Stellen, sonst droht eine Rückansteckung. Außerdem: Sie können sich mit einer Fuß- und Nagelpilzerkrankung auch an anderen Körperstellen schnell infizieren.
Verwechslungsgefahr
Es gibt andere häufige Nagelerkrankungen, die nicht durch Pilze verursacht werden, aber ähnlich aussehen. Sie müssen anders therapiert werden. Zum Beispiel die Schuppenflechte (Psoriasis). Wenn Sie an anderen Hautstellen Anzeichen für eine Schuppenflechte finden, handelt es sich bei den Nagelveränderungen vermutlich auch um Schuppenflechte. Endgültige Gewissheit gibt nur eine Pilzkultur (s. Kapitel "Lexikon").
Fußpilz-Checkliste
Sie könnten einen Fußpilz haben, wenn Sie folgende Merkmale an ihrer Haut beobachten:
Sie könnten an einem Nagelpilz erkrankt sein, wenn Sie Folgendes an Ihren Nägeln
entdecken:
Pilze sind hartnäckig. Ihre Behandlung erfordert viel Durchhaltevermögen. Doch man kann selbst eine Menge zum Erfolg beitragen.
Pilzinfektionen der Haut …
… sind oft langwierig. Aber sie sind heilbar: mit einer Kombination aus äußerlichen Mitteln und einer guten Hautpflege. Die modernene Pilzmittel in Form von Cremes und Tinkturen sind sehr wirksam – aber nur, wenn sie konsequent angewendet werden. Beachten Sie deshalb genau die Anwendungsvorschriften. Versuchen Sie gleichzeitig, es dem Pilz durch geeignete Hygienemaßnahmen, Schuhe und Strümpfe so ungemütlich wie möglich zu machen.
Der häufigste Fehler bei der Behandlung von Fußpilz: Man hört zu früh mit der Therapie auf. Die Beschwerden verschwinden oft schon nach wenigen Tagen, die Haut erscheint oberflächlich wieder intakt. Oft sind aber noch Erreger in der Haut, die nach zu frühem Abbruch der Behandlung wieder aktiv werden können und das Spiel beginnt von vorn. Behandeln Sie Ihren Fußpilz deshalb noch mindestens zwei Wochen über den Zeitraum hinaus, an dem Sie äußerlich keine Hautveränderungen mehr erkennen können. Das schützt Sie vor einem baldigen Rückfall.
Nagelpilze …
… sind besonders zäh und ausdauernd. Ihnen ist oft nur mit einer Kombinations-therapie und einer speziellen Nagelpflege beizukommen. Und dabei ist Ihre Mithilfe und Geduld gefragt. Es dauert Monate, bis der Nagel wieder gesund nachwächst. Je älter ein Mensch ist, desto langsamer wächst der Nagel und desto länger dauert die Therapie. Nagelpilze befallen immer nur den unteren Teil der Nagelplatte und das Nagelbett, so dass es schwierig ist an den Erreger mit Wirkstoffen heranzukommen. Eine rein äußerliche Therapie ist deshalb bei fortgeschrittenem Befall wenig erfolgversprechend.
Die Kombinations-Therapie
Die Pilzbehandlung richtet sich natürlich auch danach, wie stark Ihre Nägel schon infiziert sind. Früher hat der Arzt stärker befallene Nägel vollständig entfernt. Das Abziehen der Nägel diente dazu, den Erreger im Nagelbett direkt mit Pilzmitteln erreichen zu können. Heute nehmen die meisten Mediziner von dieser radikalen Methode Abstand, weil es andere unblutige Möglichkeiten der Nagelerweichung gibt.
Für die Nagelpilztherapie gibt es folgende Therapiemöglichkeiten:
1. Äußerliche Pilzmittel (Externa)
Die meisten modernen Pilzmittel, die Sie äußerlich
auftragen, sind so genannte Breitspektrum-Antimykotika, die gegen sämtliche
Pilz-Erreger von Haut- und Nagelpilz wirken. Das hat den Vorteil, dass
Sie den Erreger nicht genau kennen müssen. Die Mittel werden von den
Pilzfäden aufgenommen und blockieren dort den Stoffwechsel, so dass
der Pilz schnell abstirbt. Der Nachteil ist, dass Sie mit den Salben an
den Erreger nur dann herankommen, wenn Sie die betroffenen Nägel entsprechend
vorbereiten (s. Nageltoilette). "Nagelmykosen einfach weglacken" war der
Werbeslogan eines Nagellackherstellers. So einfach geht es leider nicht.
Zwar dringen die Anti-Pilz-Lacke stärker in den Nagel ein als Salben,
Wundermittel sind sie aber nicht. Wenn ein Nagel mehr als 80 Prozent von
vorne befallen ist, wirkt der Lack nicht ausreichend. Lassen Sie sich deshalb
von Ihrem Hautarzt beraten, welches Mittel für Sie das richtige ist.
Hinweis: Ein äusserliches Anti-Pilz-Präparat
hat keine Wirkung, wenn Sie es einfach auf die Nagelplatte auftragen. Der
Pilz sitzt nämlich in den weicheren, feuchten Schichten der unteren
Nagelplatte und des Nagelbetts. Die Oberfläche eines infizierten Nagels
ist meist gesund und durch die gesunde oberste Schicht dringt kein Wirkstoff.
Was sind Antimykotika?
Antimykotika sind pilztötende Antibiotika. Während die bakterienabtötenden Antibiotika meist nur ein bis zwei Wochen genommen werden (bakterielle Infektionserreger sind schon nach einigen Tagen abgetötet), müssen Sie Tabletten gegen Nagelpilz immer mehrere Monate (zum Teil als Intervallbehandlung mit längeren Pausen) einnehmen, damit eine wirksame Menge in das Nagelbett gelangt.
Gängige Anti-Pilz-Wirkstoffe im Überblick
Eine Behandlung mit Tabletten ist nötig, wenn einer der Nägel schon bis zum hinteren Nagelwall befallen ist. Hier ist eine Heilung mit äußerlichen Mitteln alleine unwahrscheinlich, weil sie an die Erreger unter dem hinteren Nagelwall nicht herankommen. Obwohl die Verträglichkeit der Antimykotika in den vergangenen Jahren sehr verbessert wurde, gehen Sie immer das Risiko von Nebenwirkungen ein. Da die Pilztöter in der Leber verstoffwechselt und über die Niere ausgeschieden werden, sind beide Organe während der Behandlung stärker belastet. Es macht daher Sinn, die Tablettenbehandlung mit einer intensiven äußerlichen Therapie zu begleiten, um die Dauer der Einnahme so kurz wie möglich zu halten.
3. Die Nageltoilette
Hier sind Sie gefragt. Bei der Nageltoilette geht es darum, die befallenen Nagelschichten vollständig zu entfernen und so wegzuschneiden, dass Sie mit den Salben an die Erreger herankommen. Das ist möglich, weil bei pilzbefallenen Nägeln die untere Schicht der Nagelplatte zerstört ist. Der Nagel ist unterhöhlt und nicht mehr mit dem Nagelbett verwachsen. Deshalb können Sie mit einem entsprechenden Werkzeug das krümelige Gewebe unter dem Nagel wegkratzen und die unterhöhlten Nagelplattenteile schmerzlos abschneiden. Das Ziel: es sollen keine pilzbefallenen Stellen mehr zurückbleiben. Damit es etwas bringt, sollten Sie die Prozedur – je nach Befall – zweimal pro Woche wiederholen.
Praktisch sind das drei Arbeitsgänge:
2. Abschneiden (mit einer Nagelzange)
3. Nachfeilen.
Pilze naturheilkundlich bekämpfen?
Das ist praktisch unmöglich, weil die Naturheilkunde keine Mittel gegen Mykosen kennt. Denkbar ist höchstens eine zusätzliche Begleitbehandlung.
5 Dem Pilz keine Chance: Vorbeugung
Damit sich ein Pilz erst gar nicht einnistet, kann man selbst einiges zur Vorbeugung tun. Aber auch, wenn es Sie bereits erwischt hat, hängt es von Ihrem Verhalten ab, ob sich die Pilze bei Ihnen weiter wohl fühlen und ob Sie andere anstecken.
Dr. Bernhard Egger, Dermatologe beim AOK-Bundesverband, hat für Sie einige Tipps zusammengestellt:
Schneiden, nicht brechen
Ein Nagel kann nur dann genau geschnitten werden, wenn die Schere geschliffen, stabil genug ist und nicht klemmt. Für die festeren Fußnägel eignet sich eine Nagelzange. Wichtig ist, dass der Nagel wirklich exakt geschnitten und nicht am Rand abgebrochen wird. Denn dann kommt es zu scharfen Kanten und Spitzen, die sich schmerzhaft in die Haut bohren, sie verletzen und eine mögliche "Eintrittspforte" für Bakterien und Pilze schaffen.
Feinarbeit mit der Feile
Nägel schneiden ist gut, Feilen ist im Zweifelsfall besser und schonender. Damit Nägel nicht einwachsen, dürfen sie nicht zu kurz geschnitten werden. Bevor man zu viel abschneidet, sollte man die Feinarbeit lieber mit einer Feile erledigen. Damit lassen sich auch alle spitzen Ecken beseitigen. Wichtig: Nur in eine Richtung feilen, nicht hin und her.
... ist das zunächst noch keine Katastrophe. Am Anfang kommt es meist nicht sofort zu einer Infektion. Wächst der Nagel aber über eine längere Zeit hinweg – zum Beispiel durch falsches Schneiden – immer wieder in die Haut ein, kann sich der Nagelfalz entzünden und eitern. Deshalb ist es wichtig, dass der Nagel an den Ecken nicht zu weit zurückgeschnitten wird. Wer zu stark kürzt, läuft Gefahr, dass die seitlichen Nagelränder besonders stark nachwachsen und sich nach einiger Zeit noch heftiger in die Haut schieben. Besser ist es, den Nagel möglichst gerade abzuschneiden und die natürliche Zehenform zu beachten. Ist der Nagel bereits entzündet, haben sich vermutlich schon Bakterien und Pilze in die Haut eingenistet. Deren Ausbreitung gilt es zunächst zu bekämpfen. Als erste Maßnahmen zu Hause bieten sich desinfizierende Präparate, entzündungshemmende, kühlende Umschläge, entsprechende Bäder und Tinkturen an. Wenn Sie den Eindruck haben, dass die Entzündung immer wieder kommt und die Hausmittel nicht genügend Linderung bringen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.Der Arzt verordnet antiseptische Mittel und bestimmt auch, ob weitere Behandlungsmaßnahmen bis hin zur operativen Entfernung von wild gewuchertem Fleisch (Granulationsgewebe) notwendig sind.
Darauf sollten Sie bei der Nagelpflege außerdem achten:
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Heiße, strapazierte Füße, Fußschweiß, Druckstellen
Füße zuerst mit lauwarmem Wasser reinigen. Dann einige Minuten in ein Fußbad aus kühlem Pfefferminzaufguss tauchen. Rezept: 5-6 Tropfen ätherisches Minzöl ins Wasser geben oder Pfefferminzblätter (frisch oder getrocknet) aufkochen und die Essenz ins kalte Wasser geben. Tipp: Kühlend und erfrischend bei müden und Schweißfüßen wirken auch Fußgele mit japanischem Minzöl oder Zitronenthymian. Die Erfrischung hält meist Stunden an.
Blasen
Füße in ein lauwarmes Fußbad tauchen. Rezept: Einen Esslöffel Meersalz und 5-10 Tropfen Lavendelessenz ins Wasser geben. Tipp: Blasen sollten mit einer sterilen Nadel angestochen werden, damit die enthaltene Flüssigkeit auslaufen kann. Die Blasendecke aber nicht entfernen, denn sie schützt die darunter liegende verletzte Haut.
Schweißfüße
Schwitzende Füße zweimal täglich in ein körperwarmes Eichenrindenbad stecken. Rezept: 500 Gramm Eichenrinde in 4-5 Litern Wasser 15-20 Minuten lang kochen und den Aufguss ins Bad geben. Wem das zu aufwändig ist, kann auch fertiges Eichenrindenextrakt in der Apotheke kaufen.Gegen schwitzende Füße hilft auch Fußpuder: Viele Puder enthalten Kaolin, eine Verbindung aus Aluminium und Kieselsäure, die bis zu 130 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen kann. Eignet sich auch für geschlossene Schuhe.
Trockene Füße
Trockene, rissige Füße machen Sie in einem rückfettenden Sojaöl- oder Nachtkerzenölbad wieder geschmeidig (Öle gibt es im Reformhaus oder in der Apotheke). Anschließend mit einer fetthaltigen Creme oder – bei richtigen Rissen – mit einer speziellen Schrundensalbe eincremen. Am besten sind Präparate, die Harnstoff enthalten, weil dieser übermäßige Verhornung bekämpft.
Wunde Füße, eingerissene Haut
Hier hilft ein Zinnkraut- oder Kamillenblütenbad. Rezept: 10 Gramm Zinnkraut auf 1 Liter Wasser beziehungsweise 50 Gramm Kamillenblüten auf 10 Liter Wasser geben, eine Essenz herstellen und darin die Füße baden. Anschließend mit Ringelblumensalbe eincremen.
Geschwollene Füße
Salzwasser wirkt hier Wunder. Die hohe Salzkonzentration regt das salzhaltige Gewebe an, Wasser auszuscheiden. Außerdem hat Meersalz eine hornzellenlösende Wirkung und verhilft zu samtiger weicher Haut. Rezept: 1-2 Esslöffel reines Meersalz in lauwarmes Wasser geben und Füße 10 Minuten eintauchen.Wenn Sie häufig unter geschwollenen Füßen leiden und auch der Knöchel oder gar der Unterschenkelbereich mitbetroffen sind, kann dies ein Hinweis auf eine Venenerkrankung (Krampfadern) oder eine Herzkrankheit sein. Dann sollten Sie sich in jedem Fall von Ihrem Hausarzt untersuchen lassen.
Durchblutungsstörungen
Alt, aber bewährt ist immer noch das Fußbad von Pfarrer Sebastian Kneipp. Steigen Sie bis zur Wade in kaltes Wasser und treten Sie darin einige Minuten herum. Das fördert die Durchblutung. Variante: 5 Minuten warmes Fußbad mit Kräuterzusätzen aus Fichten-, Kiefernnadeln, Melisse oder Rosmarin, dann die Füße 10-20 Sekunden in kaltes Wasser tauchen. Das Ganze zweimal wiederholen und mit dem kalten Bad aufhören.
Die Füße sind nicht nur einfache Gehwerkzeuge, sondern auch Reizübermittler. Mit relativ einfachen Übungen können Sie dazu beitragen, Verspannungen in den Füßen zu lösen und für eine bessere Durchblutung zu sorgen. Eine Fußmassage kann auch sehr viel zu Ihrem allgemeinen Wohlbefinden beitragen. Einfach und effektiv sind zum Beispiel Massagesandalen mit Noppen, die Sie aber nicht ständig tragen sollten. Wenn Sie Ihren gewöhnlichen Badevorleger durch eine Gymnastikmatte mit Noppen ersetzen (gibt’s zum Beispiel im Sanitätsgeschäft), massieren Sie Ihre Füße sogar schon bei der Morgentoilette.
Die Igelball-Massage
Igelball (gibt’s im Sport- oder Sanitätsgeschäft) unter den Ballen nehmen und mit dem Fuß hin- und herrollen. Dabei den Druck langsam verstärken. Funktioniert auch mit einem Tennisball, der Reiz ist jedoch beim Igelball stärker.
Die Knetmassage
Optimal für eine schnelle Entspannung: Mit den Händen Zehen und Fußballen fest durchkneten und die Zehen einzeln drücken. Dann eine Faust formen, die Fingerknöchel gegen die Fußsohle pressen und mehrere Male von den Zehen bis zur Ferse streichen.
Duftmassage
Mit einem angenehmen Duftöl wird nicht nur die Haut geschmeidig, sondern die Massage auch zum besonderen Erlebnis für die Sinne.Rezept: 5 ml Jojobaöl mit 5 ml Sesamöl mischen, je 2 Tropfen ätherisches Myrrhe-, Rosen- und Jasminöl hinzugeben und in einem Gefäß kräftig durchschütteln. Etwas von dieser Mischung auf die Füße geben und sie mit den Händen fest kneten.
Die natürlichste Massage ...
... ist immer noch das Barfußlaufen auf einem geeigneten Untergrund. Der sollte sauber, nicht zu hart sein und etwas federn. Entspannend läuft es sich zum Beispiel auf Gras oder durch einen Bachlauf (Vorsicht vor spitzen Steinen). Wer an der See Urlaub macht, hat die Gelegenheit, stundenlang mit den Füßen durchs Wasser zu laufen. Das ist grundsätzlich sehr gesund, weil der Sand außerdem die Hornhaut abrubbelt. Achtung: Nasser Sand und die Rillen am Spülsaum sind sehr hart und unsere Füße sind zu langes Barfußlaufen nicht mehr gewohnt. Fachleute empfehlen daher, zwischendurch immer wieder Schuhe mit einem guten Fußbett anzuziehen, um Überlastungen vorzubeugen. Vom Barfußjoggen raten sie unbedingt ab.
Vorsicht vor Verletzungen!
So stimulierend Barfußlaufen ist, so steigt
auch die Gefahr von Schnitten oder Kerben. Verletzungen sollten Sie vermeiden
oder sofort behandeln, weil durch sie Bakterien und Pilze eindringen können.
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9 Starkmacher: Fußgymnastik-Übungen
Mit den Füßen kann man fast genauso gezielt zupacken wie mit den Händen. Wer regelmäßig trainiert, merkt schon nach kurzer Zeit, dass die Füße beweglicher werden – und fit für den Alltagsstress. Um die Fußmuskeln effektiv zu schulen, gibt es spezielle Übungen, die man zu Hause und manche davon sogar am Arbeitsplatz einschieben kann.
Die Zupack-Übung
Diese Übung erhöht die Beweglichkeit der Zehen. So geht’s: Auf einen Stuhl setzen, dann die Zehen anziehen (wie zur Faust), kurz halten und wieder ausstrecken, etwa sechsmal. Anschließend ein Taschentuch vor sich auf den Boden legen, mit den Zehen aufheben und wieder fallen lassen. Je zehnmal mit dem rechten und linken Fuß. Für Zehenkünstler: Wer die Taschentuchübung locker beherrscht, macht das Gleiche mit einem Bleistift.
Die Ballerina-Übung
Diese Übung tut Zehen und Waden gut. So geht’s: Mit durchgedrückten Knien und geschlossenen Füßen aufrecht hinstellen, Hände seitlich in die Hüften stützen. Jetzt immer abwechselnd ein Knie so weit nach oben anwinkeln, dass nur noch die Zehen den Boden berühren. Etwa 15-mal rechts und links wiederholen. Ballerina-Variante: Auf beide Zehenspitzen stellen, so eine halbe Minute verharren, dann wieder langsam absenken. Übung etwa zehnmal wiederholen. Danach so schnell und so lange wie möglich erst auf den Zehenspitzen, dann auf den Hacken laufen, mehrere Male im Wechsel.
Die Kreisel-Übung
Diese Übung gibt es in zwei Varianten.
Erste Variante: Auf die Zehenspitzen stellen
und die Ferse ein paarmal einwärts, dann auch auswärts kreisen
lassen. Zehen immer fest auf dem Boden lassen. Wer etwas wacklig auf den
Beinen steht, kann die Übung zunächst auch im Sitzen machen.
Zweite Variante: Auf die Fersen stellen und
mit den Fußspitzen kreisen, wieder ein paarmal einwärts, dann
auswärts.
Die Roll-Übung
Folgende Übung schult Ihr Koordinationsvermögen und trainiert Füße und Beine: Mit leicht angezogenen Beinen auf den Boden setzen und die Hände hinter dem Körper seitlich aufstützen. Dann einen mittelgroßen Ball (zum Beispiel einen Handball) langsam mit beiden Füßen hin- und herrollen. Die Beine dabei abwechselnd an den Körper heranziehen und wieder strecken. Den Ball etwa 15-mal nach vorne und hinten rollen.
Die Tonleiter-Übung
Mit den Zehen eine imaginäre Tonleiter schnell auf und ab spielen. Dann mit der Hand kräftig von der Ferse bis zur Wade streichen (das tut der Achillessehne gut). Jeweils rechts und links zehnmal wiederholen.
Die Spreizübung
Diese Übung dehnt die Fußbänder und trainiert die Beweglichkeit: Auf den Rücken legen und die Arme seitlich auf dem Boden ablegen. Beide Beine rechtwinklig gebeugt anheben und dabei die Knie und die Fußgelenke kräftig aneinanderpressen. Dann die Füße so fest wie möglich nach rechts und links auseinanderspreizen. Etwa zehnmal wiederholen.
Lockerungsübung
Auf einen niedrigen Stuhl oder Hocker setzen und jeweils ein Bein an den Körper ziehen. Das Fußgelenk mit beiden Händen fassen und den Fuß kräftig ausschütteln. Dabei die Fußmuskeln bewusst entspannen. Rechts und links etwa fünfmal wiederholen.
10 Was ist was? Kleines Lexikon Rund um den Pilz
Dermatomykosen: Sammelbegriff für Hauterkrankungen durch Pilze
Dermatophyten: Eine bestimmte Gruppe von Fadenpilzen, die Nagelpilz auslösen (die beiden anderen Pilzarten, Hefen und Schimmelpilze, spielen beim Nagelpilz eine untergeordnete oder gar keine Rolle)
Hyphen: Pilzfäden der Dermatophyten
Myzel: ein aus den Pilzfäden gebildetes Pilzgeflecht
Mykose: Pilzinfektion bestimmter Körperregionen
Antimykotika: Antibiotika mit pilzabtötender Wirkung, die über einen längeren Zeitraum angewendet werden
Nativpräparat: auch Pilzpräparat genannt; dazu schabt der Arzt Hornmaterial von der Haut oder vom unteren Teil des freien Nagelrandes ab und untersucht es unter dem Mikroskop auf Pilzfäden
Pilzkultur: gezieltes Anzuchtverfahren für Pilze im Labor, um die Familie der Pilzerreger zu ermitteln, führt der Arzt durch
Tinea pedis: lateinischer Ausdruck für Fußpilz
Onychomykose: Fachbegriff für Nagelpilz
Leukonychie: krankhafte Weißverfärbung der Nägel durch Pilzbefall
Onychodystrophie: bröckelige Verdickung
des Nagels durch Pilzbefall
Rund um den Nagel
Nagelplatte: obere Nagelschicht über dem Nagelbett
Nagelbett: liegt unter der durchsichtigen Nagelplatte
Nagelwall: die Haut um den Nagel, seitlich und in der Mitte
Vorderer freier Nagelrand: hervorstehender Teil der Nagelplatte, den Sie abschneiden können
Keimzone (auch Nagelwurzel): liegt unter dem hinteren Nagelwall
Lunula: weißlicher Halbkreis im Nagelbett vor dem hinteren Nagelwall
Fragen und Antworten zum Thema Fuß- und Nagelpilz
Kann Stress Fußpilz auslösen?
Extremer Stress kann zwar die Immunabwehr herabsetzen und dadurch das Krankheitsrisiko erhöhen. Als alleiniger Auslöser kommt er jedoch nicht in Frage.
Warum erkranken Männer häufiger an Fußpilz als Frauen?
Man nimmt an, dass Frauen ihre Füße intensiver pflegen und dadurch Erkrankungen effektiver vorbeugen als Männer.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Fußfehlstellungen und Pilzerkrankungen?
Menschen mit Platt-, Hohl- oder Spreizfüßen oder Menschen, die unter Verformungen der Zehen (zum Beispiel Hammerzehen) leiden, haben ein erhöhtes Risiko an Fußpilz zu erkranken.
Warum sollten Sportler besonders auf ihre Füße achten?
Aufgrund der höheren Beanspruchung (zum Beispiel beim Fußball) sind Sportlerfüße einem größeren Risiko ausgesetzt an Fußpilz zu erkranken. Sie tragen zudem häufiger Sportschuhe und nutzen öfter öffentliche Duschanlagen.
Wie wahrscheinlich ist es, dass man sich im Hallenbad oder in der Sauna einen Fußpilz einhandelt?
Bäder und Saunen sind wahre Brutstätten für Pilze, weil dort ein feuchtwarmes Klima herrscht. Das bedeutet aber nicht, dass ein gesunder Mensch dort sofort einen Pilz bekommt. Es kommt auf die gesundheitliche Vefassung beziehungsweise auf die der Füße an: Wenn man chronisch krank oder das Immunsystem geschwächt ist oder wenn man Verletzungen an den Füßen hat, muss man tatsächlich vorsichtig sein und auf jeden Fall Badeschlappen tragen. Zusätzlich sollte man die Füße mit einem Extra-Handtuch intensiv abtrocknen.
In vielen Turnschuhen sind Luftlöcher. Hilft das zur Vorbeugung?
Grundsätzlich ja, weil gerade in Sportschuhen ein schwitziges Klima herrscht, das Pilzinfektionen begünstigt. Diese Löcher werden aber kaum ausreichen, um den Fuß zu belüften. Deshalb: Sportschuhe besonders gut auslüften und zumindest die Einlegesohlen regelmäßig waschen.
Muß bei einem Nagelpilz der Nagel gezogen werden?
Diese Methode wird nur noch selten und in Extremfällen angewendet.
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