|
Was bewirkt Inulin?
Inulin, ein Gemisch linearer
Fructosepolymere (beta-2,1-Verknüpfung) unterschiedlicher Kettenlänge
mit je einer Glucose-Einheit am C2-Ende, ist Reservekohlenhydrat
bei über 30.000 Pflanzen (z.B. Topinambur, Zichorie, Zwiebel, Spargel,
Artischocke). Der lösliche Ballaststoff
wird im menschlichen Dünndarm nicht resorbiert, sondern im Colon mikrobiell
zu kurzkettigen Fettsäuren fermentiert (Energiewert:
ca. 1 kcal/g). Das Stuhlvolumen steigt dabei, die Transitzeit, die Blutfettwerte
und der intraluminale pH sinken. Außerdem verschiebt
sich die Darmflora bei regelmäßgem Inulinverzehr zugunsten der
erwünschten Bifidus-Population. Außer Flatulenz wurden
auch bei höheren Dosen (40 g/d) keine Nebenwirkungen registriert. Mit Hilfe von Inulin läßt
sich die Energiedichte von Lebensmitteln herabsetzen. Es wird zur Lebensmittel-Anreicherung
mit Ballaststoffen oder als
Fett- und Zuckerersatz verwendet. In Wasser gelöst und erhitzt, fällt
es beim Abkühlen als undurchsichtiger
Schleier aus, bei Konzentrationen
über 20 Prozent als cremige, fettartige Substanz. Seine günstigen
technologischen und organoleptischen Eigenschaften
ermöglichen einen vielfältigen Einsatz. U.a. ist es in der EU
als Bestandteil von fettarmen Streichfetten und Schokolade
im Verkehr. Das geschmacksneutrale bis leicht süßliche Pulver
(90% Ballaststoffgehalt) gilt nicht als Zusatzstoff.
Literatur:
Grühn E.: Inulin -
neu in Lebensmitteln? Ernährungs-Umschau 41(5), B22-B24, 1994
Feldheim W.: Ballaststoffreiche
Lebensmittel als Light-Produkte - eine Alternative? Ernährung/Nutrition
18(3), 105-107, 1984
Mikla O.:"Light" weiter
im Aufschwung: Neue Entwicklungen bei Füllstoffen. Ernährung/Nutrition
17(10), 550-551, 1993
http://www.natura.de/deutsch/produkte/inulin.htm
hier gehts zum Download eines Diätprogrammes!
Inulin ist ein prebiotischer, natürlicher
und leicht süßlich schmeckender Ballaststoff aus der
Chicorée-Wurzel, der den nützlichen Darmbewohnern als Nahrungsquelle
dient und somit einen
aktivierenden Einfluss auf die Darmflora hat. Ein ernährungsbedingtes
Ballasttstoffdefizit kann durch
regelmäßigen Verzehr von Inulin ausgeglichen werden.
Inulin eignet sich ideal als Zutat bei der Zubereitung kalorienarmer
Wellness-Drinks.
Denn Inulin liefert pro Gramm nur 1 Kalorie !!!
Fettarme Speisen werden durch den Verzehr von Inulin besonders cremig.
Inulin eignet sich auch hervorragend zum Backen. 10% des angegeben Mehls
ersetzt durch Inulin erhöhen
den Ballaststoffanteil und liefern zudem schöne, lockere Backwaren.
Welche Bedeutung haben Inulin und Oligofructose in Lebensmitteln?
http://www.yavivo.de/GesundesLeben/05Ernaehrung/10Magazin/10Lebensmittel/inulin.html
von: Dr. A. Kistner Erstellt am: 04.10.2000
Aktualisiert am: 01.07.2001
Inulin vermittelt in Lebensmitteln - ähnlich wie Fett- einen sahnigen
Geschmackseindruck und wird deshalb als Fettersatzstoff eingesetzt.
Oligofructose schmeckt süß und wird als Zuckeraustauschstoff verwendet.
Beide Stoffe werden vom Körper nicht verwertet, d.h. sie haben fast keine
Kalorien. Inulin kommt in der Natur als Reservekohlenhydrat von vielen
Pflanzen (Schwarzwurzel, Zwiebel, Spargel, Artischocken) vor. Das Molekül
besteht aus vielen, miteinander verbundenen, Fructosebausteinen, also
Zuckerbausteinen. Es wird deshalb auch als Polyfructose bezeichnet (poly =
viel). Aus Polyfructose, die großtechnisch aus Zichorienwurzel gewonnen
wird, kann Oligofructose hergestellt werden, die aus Molekülen mit wenig
Fructosebausteinen zusammengesetzt ist (oligo = wenig). Die Aufnahme von
Inulin mit pflanzlichen Lebensmitteln beträgt bei einem normalen
Erwachsenen über 10g pro Tag.
Ernährungsphysiologische Bedeutung
Inulin ist vergleichbar mit Stärke, die aus vielen Glucose-Bausteinen
aufgebaut ist. Im Gegensatz zu dieser können Inulin und Oligofructose
jedoch nicht von den Verdauungsenzymen aufgeschlossen werden. Sie zählen
daher zu den Ballaststoffen, die im Dünndarm nicht aufgespalten werden
und den Dickdarm erreichen. Dort dienen sie den Bifidusbakterien als
Nahrung und fördern deren Wachstum. Man zählt sie deshalb zu den
Prebiotika. Im Dickdarm werden Inulin und Oligofructose von den
Darmbakterien zu Fettsäuren abgebaut, die teilweise in die Blutbahn
aufgenommen werden. Inulin und Oligofructose sind wasserlösliche Pulver
und werden in der Lebensmittelindustrie zur Anreicherung von Lebensmitteln
(z.B. Joghurt, kalorienreduzierte Schokolade, Schlankheitsdrinks)
verwendet.
Eigenschaften
Mit 1 kcal/g sind Inulin und Oligofructose sehr kalorienarm (Zucker: 4
kcal/g, Fett 9 kcal/g) Oligofructose hat einen leicht süßlichen
Geschmack und wird – als Zuckerersatz und Prebiotikum - vor allem
Joghurt zugesetzt. Inulin vermittelt im Mund einen sahnigen
Geschmackseindruck, so dass selbst Magerjoghurt eine cremige Konsistenz
erhält. Es wird deshalb als Fettaustauschstoff verwendet.
Beide Stoffe sind, da sie von den Verdauungsenzymen nicht abgebaut werden,
Füllstoffe im Magen-Darm-Trakt und beugen so der Verstopfung vor.
Sie beeinflussen die Darmflora positiv Eine Senkung des
Cholesterinspiegels ist möglich, aber nicht gesichert. Es gibt
keinerlei Hinweise darauf, dass Inulin oder Oligofructose den Appetit fördern
(wie bei manchen Süßstoffen vermutet wird). Bei übermäßigem
Verzehr kann es, bedingt durch die bakterielle Tätigkeit im Darm, zur
Bildung und Abgang von Darmgasen und Blähungen kommen.
Bewertung
Inulin und Oligofructose leisten, trotz vieler günstiger Eigenschaften,
keinen speziellen Beitrag zu einer gesunden Ernährung. Eine Unterstützung
der Darmflora ist ebenso gut möglich durch regelmäßigen Verzehr von
Joghurt und Ballaststoffen (z.B. aus Vollkornbrot). Kritiker führen
deshalb an, dass solche Zucker- und Fettersatzstoffe eine "gesunde
Ernährung nur vortäuschten" und dazu verführten, "maßlos mit
gutem Gewissen zu essen". Ist man sich dessen bewusst, ist nichts
gegen Inulin und Oligofructose einzuwenden, insbesondere dann nicht, wenn
sie zusammen mit empfehlenswerten Lebensmittel, wie Joghurt, verzehrt
werden. Außer Blähungen, die nach übermäßigem Verzehr auftreten können,
sind diese Stoffe, die auch in natürlichen Lebensmitteln vorkommen,
vollkommen unbedenklich.
Presseinformation des Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung
der Wissenschaften e.V. Pressereferat Postfach 10 10 62
80084 München 28. Juli 2000
Knollen mit probiotischer Wirkung
Max-Planck-Wissenschaftlern bauen gesundheitsfördernden Fruchtzucker in
Kartoffeln ein / Übertragung auch in andere Gemüsearten möglich
Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut in Golm bei Potsdam ist es
gelungen, den Syntheseweg eines pflanzlichen Zuckerpolymers, des Inulins,
aufzuklären und von der Artischocke auf die Kartoffel zu übertragen (PNAS,
2000, 97: 8699-8704). Inulin ist in vielen Gemüsen enthalten, wird aber
wegen seiner gesundheitsfördernden Eigenschaften auch vielen
Lebensmitteln zugesetzt. Es trägt vor allem zu einer Verbesserung der
Darmflora bei.
Inulin ist ein Polysaccharid - eine Kette aus Fruchtzucker-Molekülen
-, das von menschlichen Verdauungsenzymen nicht angegriffen werden kann
und deshalb unverdaut vom Dünndarm in den Dickdarm gelangt. Dort
stimuliert es das Wachstum von Bifidobakterien, die Kohlenhydrate
verwerten und daraus Säure bilden. Es wirkt „probiotisch“, trägt
also zu einer Verbesserung der Darmflora bei. So wird beispielsweise die
Aufnahme von wichtigen Mineralien wie Calzium gesteigert; es gibt aber
auch Hinweise darauf, dass die Triglyceridwerte (Fettsäuren) des Blutes
verbessert werden. In verschiedenen Tiermodellen hat sich eine
inulinhaltige Diät sogar als wirksamer Schutz gegen die Entstehung von
Dickdarmtumoren erwiesen: Füttert man die Tiere mit Inulin, geht im Darm
die Anzahl der Fäulnisbakterien zugunsten der Bifido- oder Säurebakterien
zurück. Folglich sinkt die Produktion von Ammoniak, das die Entstehung
und das Wachstum von Dickdarmtumoren beschleunigt. Inulin ist in
zahlreichen Gemüsen wie Chicorée, Zwiebel oder Knoblauch in geringen
Mengen vorhanden, doch reicht die tägliche
Zufuhr über die Nahrung für eine gesundheitsfördernde Wirkung nicht
aus. Deshalb wird Inulin verschiedenen Milchprodukten, darunter vor allem Joghurt und Quarkspeisen, beigemischt. Gewonnen wird das Inulin bisher hauptsächlich aus Zichorienwurzeln, die in Belgien
ähnlich wie Zuckerrüben angebaut werden. Die Golmer Pflanzenphysiologen haben den Syntheseweg des Inulins in Artischocken untersucht und dabei zwei Gene identifiziert, die
es erlauben, das volle Spektrum von Inulinmolekülen aus der Artischocke auch in anderen Pflanzen, beispielsweise in Kartoffeln, zu
erzeugen. Den Wissenschaftlern ging es in erster Linie darum, zu untersuchen, wie viele Enzyme tatsächlich an der Inulinsynthese
beteiligt sind. Bereits im Jahr 1968 hatten die englischen Forscher Edelman und Jefford ein Modell für die Synthese des Inulins
aufgestellt, das zwei Enzyme verantwortlich macht: Das eine Enzym (SST =
sucrose: sucrose 1-fructosyltransferase) baut aus zwei
Molekülen Saccharose in Trisaccharid auf, während das zweite Enzym (FFT =
fructan: fructan 1-fructosyltransferase) Fruktosereste zwischen Oligosacchariden übertragen kann, die mindestens die Größe eines Trisaccharids besitzen. Edelman und Jefford vermuteten
damals, mit Hilfe beider Enzyme sollte es möglich sein, Ketten mit mehr als 100 Fruktoseresten aufzubauen.
Doch seit seiner Veröffentlichung sprachen zahlreiche experimentelle Befunde gegen das
Inulin-Modell: Mit Enzympräparaten, die aus inulinbildenden Pflanzen gewonnen wurden, konnten nur sehr kurze Inulinmoleküle hergestellt werden. Und nachdem die ersten
Gene isoliert worden waren, lieferten Studien mit transgenen Pflanzen auch nicht das Muster an Inulinmolekülen, wie es von Pflanzen auf
natürlichem Wege hergestellt wird.
Am Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie haben Forscher nun herausgefunden, dass inulinerzeugende Pflanzen über
unterschiedliche FFT-Enzyme verfügen und deshalb Inuline mit verschiedenen Kettenlängen bilden. So haben die Inuline in Zichorien
eine durchschnittliche Kettenlänge von etwa 15 bis 20 Fruktoseeinheiten. Hingegen liegt dieser Wert bei Artischocken bei über 40; in
Artischockenwurzeln werden sogar Kettenlängen von bis zu 200 Zuckerresten beobachtet. Überträgt man die Gene der Enzyme SST
und FFT aus Artischocken auf andere Pflanzen, können dort Inulinmoleküle gebildet werden, die dieselbe Länge haben wie die in
Artischocken. Die Golmer Wissenschaftler konnten das für die Kartoffel nachweisen, deren Knollen nach Übertragung der Gene Inulin
zu einem Anteil von bis zu 5 Prozent ihres Trockengewichts einlagern
Die Kartoffeln exprimieren die Gene für die Enzyme SST und FFT aus der Artischocke. Inulinketten mit unterschiedlicher Anzahl von Zuckerresten werden bei der
Chromatographie aufgetrennt. Die Anzahl der Zuckerreste ist als Zahlenwert angegeben. Für Saccharose (Kristallzucker) beträgt dieser Wert 2
Einheiten. Warum die Enzyme der Artischocke dies leisten, während dies beispielsweise die entsprechenden Enzyme aus
Topinambur, einer Verwandten der Sonnenblume, nicht können, ist noch nicht bekannt. Arnd
Heyer, Projektleiter für diese Experimente, meint: „Wir gehen davon aus, dass dafür unterschiedliche Substratpräferenzen der FFT-Enzyme verantwortlich sind. Das Enzym aus Artischocke
scheint bevorzugt Fruktosereste von kurzen auf lange Ketten zu übertragen und begünstigt so das Wachstum der Ketten, während das
Topinambur-Enzym hauptsächlich eine Übertragung auf kurze Ketten katalysiert. Steht nur wenig Substrat für die Inulinsynthese zur
Verfügung, können die Artischockenenzyme dennoch lange Ketten aufbauen, während Enzyme aus Topinambur dies offenbar nicht
tun.“
Für die Wissenschaftler, die sich grundsätzlich mit der Analyse des pflanzlichen Kohlenhydrat-Stoffwechsels beschäftigen, war
besonders interessant, ob das Inulin in den Kartoffeln zusätzlich zur Stärke gebildet wird. Hierbei ging es ihnen darum, ob die
Photosyntheseleistung der grünen Blätter oder die Produktion von Speicherstoffen in den Knollen selbst das Wachstum der
Kartoffelknollen begrenzen. Wäre letzteres der Fall, sollten Pflanzen, die zusätzlich zur Stärke noch Inulin bilden können, einen Vorteil
bei der Biomasse-Produktion haben. Es zeigte sich jedoch, dass das Inulin nicht zusätzlich sondern alternativ zur Stärke synthetisiert
wird, die Biomasse also unverändert bleibt. Die Frage, was nun tatsächlich die Synthese und Speicherung von Kohlenhydraten in
Kartoffeln limitiert, ist damit zwar noch nicht beantwortet, doch sind die Experimente ein weiterer Hinweis dafür, dass nicht die
Stärkesynthese selbst den Engpass darstellt. Als Nahrungsmittel sind
"Inulinkartoffeln" interessant, weil sie die tägliche Ernährung mit einem gesundheitsfördernden Fruktosepolymer
anreichern können. Europäer nehmen täglich im Schnitt 3 bis 11 Gramm dieser Kohlenhydrate zu sich: Sie sind damit oft von den
empfohlenen 10 bis 15 Gramm pro Tag gar nicht so weit entfernt. Hingegen bringt es der durchschnittliche Nordamerikaner nur auf 1
bis 4 Gramm Inulin pro Tag. Er kann daher kaum auf die gesundheitsfördernde Inulin-Wirkung hoffen. Sollte es gelingen, mit Hilfe der
am Golmer Max-Planck-Institut identifizierten Gene auch andere Gemüse auf die Produktion von Inulin
umzustellen, könnten diese „funktionellen Lebensmittel“ zu einer
wesentlichen Steigerung der Nahrungsmittelqualität und der Gesundheit
beitragen.
|
Ernährung im Sport. Georg Neumann
Preis:
EUR 17,38
Jetzt
bestellen!




Leistungssteigerung
durch Aminosäuren.
Klaus Arndt Preis:
EUR 19,40
Taschenbuch - 143 Seiten (1996)
Die
Anabole Diät
Klaus Arndt, Stephan Korte
Preis:
EUR 20,42
Taschenbuch (1997)
Handbuch Sportlerernährung.
Kurt-Reiner Geiß, Michael Hamm
Preis: EUR 10,17
Jetzt bestellen!





Wasser
und Mineralstoffe in der Ernährungsmedizin
Birgit Eschenbruch, Christiana Hoerster
Preis: EUR 18,41
Taschenbuch (1994)
Hier
bestellen!

 |