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Die richtige Abrolltechnik beim Laufen

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Der optimale Laufschuh 
Frank Czioska
Preis:    EUR 15,24 
Taschenbuch
160 Seiten (1999) 

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Natürlich laufen.
von Matthias Marquardt
Preis: EUR 17,95

Taschenbuch - 166 Seiten
Erscheinungsdatum: April 2002
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Kuno Hottenrott
Ausdauertraining
Laufen
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8,90Euro


Normales Laufbild               Pronation             Supination


Supination

Etym.: latein. = Nachobenwendung
Auswärtsdrehung des Fußes (im unteren Sprunggelenk, Mittel- u. Vorfuß);   [Suppenlöffelhaltestellung]); die Auswärtsdrehung
des Fußes (Hebung des inneren Fußrandes) erfolgt unter gleichzeitiger Plantarflexion u. Adduktion.

Pronation:
Hebung des äußeren bzw. Senkung des inneren Fußrandes; vgl. Inversion.

Laufschuh-Prototyp: Forscher der Universität Tübingen haben einen Laufschuh entwickelt, der vor Überlastungsschäden an der Achillessehne schützen soll. In einer seit 1997 laufenden Studie wiesen die Forscher bei 35 Prozent der Probanden Entzündungen, Durchblutungsstörungen oder Degenerative Veränderungen oberhalb der Ferse nach. Stärkeres Abknicken des Knöchels zur Seite (Überpronation) sei der Grund für die Schmerzen an der Achillessehne. (Focus, Kurt-Martin Mayer, S. 186, 29.05.2000)


Wieviele Laufschuhe braucht der Mensch? 
Folgende Situation: Von allen Seiten bekommen Sie gesagt Ihre alten Laufschuhe seien längst hinüber und Sie bräuchten Neue. 
Für Sie besteht jedoch überhaupt kein Grund sich neue Schuhe zuzulegen, den so gut wie in diesen laufen Sie in keinem.
Aktive Einlagen
Gelenkbeschwerden, Rückenbeschwerden und Muskelschmerzen nach dem Aufstehen sind Ihnen kein
Fremdwort, dann können wir Ihnen weiterhelfen. Seit geraumer Zeit versorgen wir Patienten mit propriozeptiven Einlagen und
Beinverkürzungen 
Verspannte Rückenmuskulatur und somit im Laufe des Tages zunehmende Beschwerden machen Ihnen zu schaffen? Sie haben schon
alles mögliche versucht, jedoch ohne langfristigen Erfolg?
Laufstilanalyse
Eine Laufstilanalyse zeigt den Bewegungsablauf in der Dynamik, also in der Bewegung. Hierdurch können Fehlstellungen aufgedeckt werden!
Beschwerdefrei schnell laufen
Sie laufen mit Ihrer Trainingsgruppe und langsam stellt sich dieser Schmerz ein, der immer nach einer ½ Stunde Laufen kommt. 
Oder morgens nach dem Aufstehen ist es da.
Ich bin verletzt, was nun?
Sie haben sich verletzt, haben auch schon eine Woche Pause hinter sich, jedoch ohne Erfolg. Die meisten Verletzungen resultieren aufgrund Überlastungen!
Wann passt ein Schuh?
Schmerzende Füße, Hühneraugen, Hornhaut, Hallux valgus und Hallux rigidus.
Alles unter  http://www.fu-wa.de/startseite.htm


Prof. Dr.Kuno Hottenrott
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Sportwissenschaft
www.kuno-hottenrott.de


Die richtige Abrolltechnik beim Laufen             www.kuno-hottenrott.de

Dr. Kuno Hottenrott
Phillips-Universität Marburg
Institut für Sportwissenschaft und Motologie
Bereich Sportmedizin


- Vorfuß-, Mittelfuß- und Rückfußlaufen -
Die Frage nach der richtigen Abrolltechnik wird in Läuferkreisen immer wieder neu gestellt. Viele Fakten sprechen für die eine, aber auch für die andere Technik, so dass die Frage im Kontext verschiedener Gesichtspunkte diskutiert werden muss.
Fußaufsatz und Lauftechnik
Wie der Fuß auf den Boden aufgesetzt wird - das bestimmt maßgeblich die Lauftechnik. Folgende Laufstile werden unterschieden:
Vorfuß- oder Ballenlauf: Fußaufsatz im vorderen Drittel der Laufsohle
Mittelfußlauf: Fußaufsatz im mittleren Drittel der Laufsohle
Rückfuß- oder Fersenlauf: Fußaufsatz im hinteren Drittel der Laufsohle
Die drei genannten unterschiedlichen Lauftechniken haben Einfluß auf die Belastung des Stütz- und Bewegungsapparates, auf die energetische Beanspruchung, auf die muskuläre Ermüdung und den Wirkungsgrad.
Eine Änderung des Fußaufsatzes führt häufig zu einer veränderten Lauftechnik. Beim Fersenläufer besteht die Gefahr eines "passiven Fußaufsatzes" deutlich vor dem Körperschwerpunkt, der mit relativ gestrecktem Bein und verstärkt gebeugtem Sprunggelenk (Dorsalflexion) erfolgt. Beim Mittel- und Vorfußlauf hingegen kommt meist ein eher "aktiver Fußaufsatz" dichter unter dem Körperschwerpunkt zum Tragen. Dabei wird der Fuß tendenziell mit einer stärkeren Kniebeugung und eher neutralem bzw. leicht gestrecktem Sprunggelenk (Plantarflexion) aufgesetzt. Wird der Fuß in der weiteren Stützphase bis zum leichten Fersenkontakt abgesenkt, können die viskoelastischen Eigenschaften des Binde- und Stützgewebes optimal genutzt werden. Durch eine hohe Flexibilität im Sprunggelenk kann eine effektive Schrittgestaltung (z.B. Schrittverlängerung nach hinten) erreicht werden.
Einfluss der Lauftechnik auf die Belastung des Stütz- und Bewegungssystems
Die Belastungen, die beim Vorfuß-, Mittelfuß- und Rückfußlaufen auf Knochen, Gelenke, Bänder, Sehnen und Muskulatur wirken, sind unterschiedlich und werden wesentlich vom Ausmaß der Pronations- (Einwärtsknicken), Supinations- (Auswärtsknicken) und Torsionsbewegung (Verdrehung) des Fußes in der Bodenkontaktphase (Lande- bis Abstoßphase) bestimmt. Ein optimaler Laufschuh (vgl. sportsCARE 1/2000) kann dazu beitragen, die auftretenden Belastungen adäquat zu verteilen. Analysiert man die Bodenreaktionskräfte bei den drei Lauftechniken, so lassen sich bezüglich der auftretenden Gesamtkraft meist keine Unterschiede ausmachen, d.h. unabhängig von der Lauftechnik treten je nach Laufgeschwindigkeit und Geländeprofil Belastungen von etwa dem 1,5- bis 3-fachen der Körpergewichtskraft auf. Unterschiede zeigen sich allerdings im zeitlichen Verlauf der auftretenden Kräfte und in der Verteilung unter dem Fuß. Beim Rückfußlaufen kommt es innerhalb von wenigen Millisekunden zu einer ersten hohen Kraftspitze (Impact), hervorgerufen durch den Fersenaufsatz. Aufgrund der schnellen Einwirkung können diese Kräfte nicht aktiv von körpereigenen visko-elastischen Strukturen (Sehnen, Muskulatur), sondern nur passiv u.a. über den Laufschuh und die Strukturen von Knochen, Bändern, Sehnen und Knorpeln gepuffert werden. Bei physiologischen Gelenkstellungen und adäquatem Schuhwerk werden diese Kraftspitzen (Impactbelastungen) dennoch von Läufern gut toleriert. Kommt es hingegen zusätzlich aufgrund von ausladenden Sohlen, extremen Pronations- oder Supinationsbewegungen zu übermäßigen Zug- und Scherkräften, sind Überbeanspruchungsreaktionen (Achillessehnenbeschwerden, Knie- und Rückenschmerzen) vorprogrammiert. Beim Vorfuß- und Mittelfußlaufen entstehen höhere Belastungen im Bereich der Zehengrundgelenke und der Mittelfußknochen. Sowohl die gesamte Fußmuskulatur als auch die Waden- und Schienbeinmuskulatur wird aufgrund des "federnden" Nachgebens im Sprunggelenk stark muskulär beansprucht. Dadurch treten starke Ermüdungen in dieser Muskulatur bei längeren Läufen auf, ein Grund, warum ein Marathon nur in Ausnahmefällen über die gesamte Distanz über den Vorfuß gelaufen werden kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Laufen über den Vor- und Mittelfuß eine geringere Belastung für den passiven Bewegungsapparat darstellt, allerdings häufig eine höhere muskuläre bzw- energetische Beanspruchung erfordert.
Geländeprofil und LauftechnikBei einer Überprüfung des Laufverhaltens beim Flachlaufen und Berganlaufen fällt schnell auf, dass fast immer ein Wechsel der Lauftechnik beim Berganlaufen vom Rückfußläufer hin zum Mittel- bzw. Vorfußläufer erfolgt. Der Technikwechsel führt auch zu einer veränderten Belastung des Fußes. Der Fersenbereich wird entlastet und die Belastung im Ballenbereich nimmt zu. Die Kraft-Zeit-Kurve verläuft beim Berganlaufen flacher und weist keine Kraftspitze (Impactpeak) auf (s. Grafik). Dieser Selbstorganisationsprozess beim Übergang vom Rückfuß-zum Vorfußlaufen läßt sich bei vielen Läufern beobachten. Sie wechseln die Lauftechnik in Abhängigkeit von Gelände und Geschwindigkeit. Der Wechsel findet statt, wenn es für das System energetisch günstiger ist oder wenn muskuläre Ermüdung einen Technikwechsel zur Kompensation erfordert. Die Selbstorganisation hängt von vielen weiteren Faktoren ab und ist nicht bei allen Läufern vorhanden, kann aber durch motorisches Training erlernt werden. Ein bewußt eingesetzter mehrfacher Wechsel von "bergauf" und "bergab" innerhalb einer Trainingseinheit verlangt die permanente Umstellung von der einen zur anderen Lauftechnik und setzt eine gute Kraftausdauer der Muskulatur voraus.
Streckenlänge, Geschwindigkeit und Ermüdung
Bekanntlich werden die Sprintstrecken über den Vorfuß, die Mittelstrecken vorrangig über den Mittelfuß und die Langstrecken primär über den Rückfuß gelaufen. Ausnahmen bestimmen auch hier die Regel. Doch wird niemand einen 50 m Sprint über den Rückfuß oder einen Marathon über den Vorfuß effektiv bestreiten wollen. Die Grenzen, ab wann das Vorfußlaufen sinnvoller als das Rückfußlaufen ist, sind fließend und von Läufertyp zu Läufertyp verschieden. Aufgrund der enormen Geschwindigkeiten im Spitzenbereich der Langstreckenläufer ist es nicht verwunderlich, dass auch hier das Gros der Athleten mit dem Mittel- bzw. Vorfuß aufsetzt, zumindest im frischen Zustand. Bei zunehmender Ermüdung des Sportlers tritt meist eine verstärkte Tendenz zum Rückfußlaufen ein. Ähnliche Erfahrung hat auch der Weltklasse-Triathlet Lothar Leder gesammelt. Er läuft einen 10 km Laufwettkampf primär über den Mittelfuß und trägt dazu einen leichten Wettkampfschuh. Im Triathlon hingegen ist die Ermüdung nach dem Radfahren bereits so stark, dass der abschließende Lauf im Triathlon für ihn nur noch über ein Rückfußlaufen möglich ist. Dementsprechend bevorzugt er dann auch einen stabileren, besser führenden Schuh mit gutem Dämpfungssystem.
Umstellung der Lauftechnik
Die Umstellung der Lauftechnik beispielsweise vom Rückfuß- zum Mittelfußlaufen ist nicht von einer zur anderen Trainingseinheit möglich. Es bedarf hoher Anstrengung und eines langen Atems, seinen gewohnten Laufstil zu ändern. Jede Veränderung führt zunächst einmal zu einer anderen Beanspruchung von Muskulatur, Sehnen (z.B. Achillessehne), Bändern und Gelenken. Beim Mittelfußlaufen wird z.B. die Wadenmuskulatur um ein Vielfaches höher beansprucht als beim Rückfußlaufen. Häufig ist auch ein anderer Laufschuh erforderlich. Wird die Umstellung zu schnell vollzogen, bleibt dies meist nicht folgenlos. Dabei können erhebliche Beschwerden und Überbeanspruchungsreaktionen auftreten. Von daher sollte die Änderung der Lauftechnik schrittweise über einen Zeitraum von mehreren Monaten geplant und mit einem erfahrenen Lauftrainer durchgeführt werden. Als Zeitpunkt eignet sich die Übergangs- und Vorbereitungsphase. Umstellungen in der Wettkampfphase sollten vermieden werden. In den ersten Trainingseinheiten sollte der Wechsel von der einen zur anderen Lauftechnik mehrmals auf flachen Strecken mit festem Laufbelag geübt werden. Die Übungsphase sollte immer am Anfang der Trainingseinheit eingebaut und stetig verlängert werden. Ergänzend zum Lauftraining ist ein spezielles Motoriktraining (Lauf-ABC) sinnvoll.
Erlernen einer variablen Lauftechnik
Der Vorfuß-, Mittelfuß- und Rückfußlauf sind natürliche Lauftechniken, die Anwendung in jedem abwechslungsreichen Lauftraining finden können. Wer variabel und situativ angemessen die einzelnen Techniken einsetzt, wird nicht nur den muskulären Wirkungsgrad erhöhen, sondern beugt auch Überbelastungsreaktionen vor. Einen "natürlichen Laufstil" haben Sportler, wenn sie auf jede Situation mit der adäquaten Lauftechnik reagieren. Leider ist die Sensibilität für das unterschiedliche Abrollverhalten selbst im Leistungssport nicht immer vorhanden, da auch hier primär Trainingsumfänge und -intensitäten und weniger die Lauftechnik Berücksichtigung finden.
Dr. Kuno Hottenrott
Phillips-Universität Marburg
Institut für Sportwissenschaft und Motologie
Bereich Sportmedizin, Kugelgasse 10, 35037 Marburg.
Email: k.hottenrott@t-online.de

Der Schuh macht das Rennen
Sportschuhe für Läufer waren in den 70er Jahren kaum gepolstert. Dann bemühten sich die Hersteller mit immer weicheren Schuhen, die Bewegungen der Läufer optimal abzudämpfen. Dabei hat sich die Häufigkeit verschiedener Verletzungen deutlich verschoben: Statt den Knien liegt nun die Achillessehne vorn. Tübinger Wissenschaftler analysieren die Ursachen und entwickeln einen neuen Typ Laufschuhe, der die Überlastung der Sehnen vermeiden soll. Sportschwimmer können dank neuer Technik seit kurzem eine fischähnliche Haut überstreifen, mit der sie ihre eigenen Zeitrekorde brechen. Den Schuh, der schneller laufen kann, haben Wissenschaftler noch nicht entwickelt. Doch im Tübinger Institut für Sportwissenschaft wird unter der Leitung von Prof. Ulrich Göhner und in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sportmedizin der Medizinischen Universitätsklinik zur Zeit der Prototyp eines neuen Laufschuhs getestet, mit dem die Achillessehne der Läufer besser entlastet werden soll. In dem Projekt hatten die Forscher zunächst zahlreiche Patientendaten von Sportlern, vor allem von Läufer ausgewertet. Von rund 1200 Läufern mit gesundheitlichen Problemen, die in den Jahren 1997 oder 98 in der Klinik behandelt wurden, hatte die Mehrzahl Probleme mit der Achillessehne. Dagegen lagen bis in die 80er Jahre stets Knieprobleme an der Spitze der Sportverletzungen bei Läufern. Der Sportwissenschaftler Stefan Grau ging diesem Phänomen in einer genauen Untersuchung nach, in der die Bewegungen gesunder und an der Achillessehne geschädigter Läufer verglichen wurden. Die Versuchsteilnehmer erhielten spezielle Einlegesohlen, auf denen sich beim Joggen auf einem Laufband die  Druckbelastung der Füße abzeichnet, die so genannte Ganglinie. "In der Regel setzt ein Läufer zunächst die Außenseite des Fußes auf und rollt dann in einer Vor- und Seitwärtsbewegung relativ schnell auf die Innenseite ab", erklärt Göhner. Diese Bewegung, so wird vermutet, läuft bei Läufern mit Problemen an der Achillessehne besonders schnell ab. Doch warum hatten Jogger früher ähnliche Probleme nur in geringerem Maße? Die Erklärung fand sich in der Entwicklung der Schuhtechnik. Während die Laufschuhe in den 70er Jahren kaum gepolstert waren, versuchten die Hersteller in den 80er bis Anfang der 90er Jahre die Bewegungen des Läufers, der häufig das Vielfache seines Körpergewichts abfangen muss, mit Kissen aus aufgeschäumtem Material im Schuh stark zu dämpfen. "Wenn die Kissen zu hoch sind, nehmen die Geschwindigkeit und die Hebelkräfte der seitwärts gerichteten Abrollbewegung zu und die Achillessehne wird stark belastet", erklärt Grau. Im nächsten Schritt des Projekts konstruierten die Sportwissenschaftler mit einem Team, in dem außer Sportmedizinern und Orthopäden auch Ingenieure und Software-Entwickler vertreten sind, den Prototyp einer neuen Laufschuhgeneration. Die dämpfenden Kissen im Schuh sind nun flacher, außerdem wurden einige Bereiche fester konstruiert. Nach Erkenntnissen auch anderer Forscher fördert dies die gesunde Redaktion auf Belastung. Der neue Prototyp wird nun zum einen daraufhin getestet,wie sich die Ganglinie der Läufer mit dem Schuh ändert, außerdem wird er versuchsweise in der klinischen Therapie eingesetzt. "Bei den ersten Versuchsteilnehmern mit vorgeschädigter Achillessehne hat sich der Schuh gut bewährt, Schmerzen und Beschwerden haben sich stark gebessert", sagt Grau. Die Studien dauern noch bis zum nächsten Jahr an. Doch die Tübinger Forscher streben weitere Verbesserungen an. In den nächsten zwei Jahren sollen die noch immer bedeutsamen Knieprobleme bei Läufern untersucht und mit verbesserten Schuhen Abhilfe geschaffen werden. Bis dahin bleibt auch noch viel Arbeit für die Techniker im Team. Denn häufig müssen die Geräte für die Funktionsmessungen bei Sportlern in Bewegung erst neu erfunden und konstruiert werden. 
Fit wie ein Turnschuh? Sportwissenschaft will Läufern mit ausgeklügelter Orthopädie-Technik auf die Beine helfen
Der scherzhafte Ausdruck vom "fitten Turnschuh" trügt. Denn wenn fitte Läufer nach etlichen Kilometern Probleme mit Gelenken oder Sehnen bekommen, kann das am Schuhwerk liegen. Tübinger Sportwissenschaftler unter der Leitung von Prof. Ulrich Göhner haben in Zusammenarbeit mitder Abteilung Sportmedizin der Medizinischen Universitätsklinik die Verletzungen von Laufsportlern über zwei Jahre hinweg genauer untersucht: Bei den Läufern standen Probleme mit der Achillessehne an erster Stelle. Die Wissenschaftler haben im nächsten Schritt Funktionsmessungen mit gesunden und an der Achillessehne geschädigten Läufern vorgenommen und die Ergebnisse verglichen. Nun entwickeln sie in Zusammenarbeit mit der Firma Nike eine neue Laufschuhgeneration, bei der die starke Belastung der Sehnen vermieden werden soll. Bis Anfang der 90er Jahre lagen unter den gesundheitlichen Problemen der Läufer die Kniebeschwerden deutlich vorn. Als die Sportwissenschaftler die Daten von 3500 sportlichen Patienten der Abteilung Sportmedizin von  1997 und 98 auswerteten, hatte sich die Situation geändert. "Ein Drittel der untersuchten Fälle waren Läufer, die mindestens 20 Kilometer in der Woche liefen. Die Hälfte von denen, die das Laufen aufgeben mussten, hatte Probleme mit der Achillessehne", sagt Stefan Grau, Doktorand am Institut für Sportwissenschaft. Bei den Läuferinnen stand die geschädigte Achillessehne allerdings erst an zweiter oder dritter Stelle der Verletzungshäufigkeit. Wie diese Unterschiede zustande kommen, wissen auch die Tübinger Forscher noch nicht. "Möglicherweise liegt das an einer unterschiedlichen Lauftechnik", nennt Grau eine Vermutung. Um zu erkunden, wie es zu dieser Verschiebung bei den Verletzungen gekommen ist, haben die Forscher im zweiten Schritt des Projektes Läufer mit und ohne Achillessehnen-Problemen mit speziellen Einlegesohlen in den Schuhen auf einem Laufband joggen lassen. Auf der Sohle zeichnete sich dabei das Muster der Druckbelastung der unterschiedlichen Fußsohlenbereiche, die so genannte Ganglinie, ab. "In der Regel setzt ein Läufer zunächst die Außenseite des Fußes auf und rollt dann in einer Vor- und Seitwärtsbewegung relativ schnell auf die Innenseite ab",erklärt Göhner. Aus den Messungen ließ sich erkennen, dass bei denLäufern mit geschädigter Achillessehne im Vergleich zu gesunden Läufern der Abrollvorgang medial verlief, was auch als Pronation bezeichnet werden kann. Wie es zu dieser veränderten Bewegung kommen kann, erläutert Göhner: "Die Schuhtechnik zielte in den 80er und Anfang der 90er Jahre wegen der verbreiteten Knieprobleme auf eine größtmögliche Dämpfung der Bewegungen ab. Dazu wurden große, weiche Kissen auf aufgeschäumtem Material in die Schuhe eingearbeitet. Das vergrößerte jedoch die Pronationsbewegung." Je größer die Pronationsbewegung, setzt Grau hinzu, "desto stärker ist auch die Belastung der Achillessehne." Außerdem stellten die Sportwissenschaftler fest, dass manche Läufer nicht über den großen Zeh abrollen, sondern über den dritten oder vierten Zeh des Fußes, was ebenfalls zu Problemen an der Achillessehne führen kann. In den 70er Jahren waren die Laufschuhe noch kaum gepolstert, auch weil es die heutigen geschäumten Materialien noch nicht gab. "Die Dämpfung der Laufbewegungen halten wir nach den Ergebnissen unserer Untersuchung nicht für falsch, aber die Kissen im Schuh müssen deutlich flacher sein. Heute lässt sich der gleiche dämpfende Effekt allerdings auch mit eine deutlich dünneren Kissen erreichen", erklärt der Doktorand. Bestimmte Bereiche im Leisten- und Sohlenbereich der Schuhe wollen die Sportwissenschaftler wieder fester konstruieren als in bisherigen Modellen. Zu weiche technische Stützen können auch nach Erkenntnis anderer Forscher die gesunden Reaktionen auf Belastung unterbinden. "Turnmatten zum Beispiel wurden bisher immer weicher gemacht. Nun hat man festgestellt, dass die Sportler eher bei härterem Material richtig auf einen Sturz reagieren", so Göhner. Die Sportwissenschaftler haben häufig Probleme, die Bewegungen bei bestimmten Sportarten oder auch die Optimierung von Schuhen technisch genau zu messen. "In vielen Bereichen gibt es bisher keine Messgeräte, die die Fußfunktionen messen können", sagt Grau. Beispielsweise wurde die Stossfestigkeit von Schuhen mit Dämpfungselementen unterschiedlicher Härte vom TÜV durch Maschinen getestet. Die Messungen ergaben, dass maximale Kräfte bei hartem Material auftraten. Als die Messungen am Menschen wiederholt wurden, zeigte sich das Gegenteil: Hier waren weiche Materialien besonders ungünstig. Ähnlich schwierig sind orthopädische Funktionsuntersuchungen. "Bei einer normalen orthopädischen Untersuchung wird der Mensch im Stehen untersucht. Dabei sind zwar bestimmte Fehlstellungen wie X-Beine erkennbar, doch Rückschlüsse auf Bewegungsabläufe sind kaum möglich", erklärt der Sportwissenschaftler. Das Team von Prof. Göhner besteht daher neben Spezialisten aus der Orthopädie und Sportmedizin auch aus einer Krankengymnastin und Ingenieuren sowie Software-Entwicklern, die gemeinsam neue Messapparaturen konstruieren. Im dritten Schritt ihres Projektes haben die TübingerSportwissenschaftler einen neuen Prototyp eines Laufschuhs konstruiert, der im Moment getestet wird. "Wir stellen zum einen fest, wie sich mit dem Schuh die Ganglinie der Läufer ändert. Dabei wird das Koordinationsmuster der Muskeln durch eine Funktionsmessung, die Elektromyographie gemessen", erklärt Grau. Außerdem wird der neue Schuh testweise in der klinischen Therapie eingesetzt. Einige Läufer mit geschädigter Achillessehne rennen nun mit dem neuen Schuh. "Bei den ersten Versuchsteilnehmern zeigte sich, dass die Schmerzen und Beschwerden sich stark gebessert haben", fasst der Doktorand zusammen. Die Studien werden noch bis zum nächsten Jahr fortgesetzt. "Wir gehen bei der Verbesserung der Sportschuhtechnik davon aus, dass die Bewegungen beim Barfußlaufen ideal sind. Beim Sport sollte der Fuß nicht nur passiv mechanisch gestützt werden, sondern der Schuh sollte über die Passform die beanspruchten Muskeln aktiv stimulieren", so Grau.  Die Wissenschaftler nehmen an, dass die jetzigen Verbesserungen am Schuh noch nicht der Weisheit letzter Schluss sein werden. "In den nächsten zwei Jahren wollen wir die Ursachen für Knieverletzungen näher analysieren und mit weiteren Veränderungen am Schuh Abhilfe schaffen", plant Grau. Dabei soll der Halt im Bereich von Ferse und Mittelfuß ebenfalls verbessert werden. "Bis ein Schuhmodell auf dem Markt ist, bei dem all diese Erkenntnisse berücksichtigt sind, werden bestimmt noch fünf Jahre vergehen", sagt Grau. Nach Einschätzung der Forscher haben nicht nur die Verletzungen der Achillessehne, sondern insgesamt die orthopädischen Probleme der laufenden Bevölkerung zugenommen. "Allerdings lassen sich heutige Daten mit früheren Untersuchungen schwer vergleichen, weil auch die Laufleistung stark  gestiegen ist", sagt Göhner. Sport und vor allem auch Laufen hält der Wissenschaftler dennoch für gesund: "Sicherlich muss man mit Vernunft drangehen, die Leistung kontinuierlich aufbauen und den Gelenken nicht zu viel abverlangen. Aber dann profitiert vor allem das Herz-Kreislauf-System vom regelmäßigen Laufen." 
Nähere Informationen:
Prof. Ulrich Göhner, Tel. 0 70 71/2 97 64 21
Stefan Grau, Tel. 0 70 71/2 98 64 93
Institut für Sportwissenschaft
Wilhelmstraße 124
72074 Tübingen
Fax 0 70 71/29 20 78
Der Pressedienst im Internet:
http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pd/pd.html 


Hohe Absätze sind schlecht, egal wie breit sie sind
Stöckelschuhe sind schlecht für die Knie. Sie erzeugen eine Varusstellung im Kniegelenk, und das kann zu Arthrose führen. Was bringt es, wenn Frauen stattdessen Schuhe mit hohen breiten Absätzen tragen?  Nichts, im Gegenteil, hat Casey Kerrigan von der Harvard Medical School in Boston herausgefunden. 20 Frauen sind einmal mit Schuhen mit sieben Zentimeter hohen dünnen Absätzen, dann mit solchen mit gleichhohen, aber breiten Absätzen und barfuß zehn Meter gegangen (Lancet 357, 2001).  Die Varusstellung hat bei den Stilettoabsätzen um 22 Prozent zugenommen, bei den breiten Absätzen sogar um 26 Prozent.  Ärzte Zeitung, 10.04.2001


Der Einfluss einer Adaptation an einen Laufschuh auf den Abrollvorgang bei Läufern mit und ohne chronische Achillessehnenbeschwerden

Grau S, Baur H, Hirschmüller A, Röcker K, Dickhuth HH, Mayer F Abt. Sportmedizin, Medizinische Klinik, Universität Tübingen

In der Vergangenheit konnte nachgewiesen werden, dass mit Hilfe plantarer Druckverteilungsmessungen und Bestimmung der Ganglinie zwischen dem Abrollvorgang von gesunden Läufern und Läufern mit Achillessehnenbeschwerden unterschieden werden kann. Unklar ist allerdings, ob dieser Unterschied durch Adaptation an externe Interventionen beeinflussbar ist. Ziel dieser Untersuchung war demnach zu prüfen, ob sich das Abrollmuster der Patienten nach Adaptation an einen neuen Laufschuh ebenfalls von dem einer gesunden Vergleichsgruppe unterscheidet. Bei 11 gesunden Läufern (KO) und 10 Läufern mit chronischen Achillessehnenbeschwerden (ADY) wurde der örtliche Verlauf der Ganglinie (G) sowie dessen zeitliches Maximu  (Vmed) in der Auftreffphase ohne Adaptation (AKUT) und nach einer zweiwöchigen Adaptation (ADAP, mind. 50 km Laufstrecke) an einen neuen Laufschuh auf dem Laufband (12km/h) erfasst. Differenziert wurde zusätzlich zwischen der Erfassung der Messgrößen barfuß (BA) und im Schuh (S). Die statistische Analyse  erfolgte mittels mehrfaktorieller ANOVA mit Messwertwiederholung (a=0,05). Statistisch signifikante Unterschiede für G zeigten sich bei ADY zwischen AKUT und ADAP in BA (p<0,05). Für Vmed konnten

keine Unterschiede für BA und S in ADY festgestellt werden. KO zeigte keine Einflüsse der Adaptation für G und Vmed bezüglich BA und S. Aus den Ergebnissen wird gefolgert, dass bei Patienten mit Achillessehnenbeschwerden durch eine Adaptation an einen Schuh Unterschiede der plantaren Druckverteilung nachweisbar sind. Dies könnte Hinweise dafür liefern, dass über eine Optimierung der Schuh- und Einlagenversorgung eine gezielte Beeinflussung aus therapeutischer Sicht möglich ist.

37. Deutscher Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda


Die Analyse des Laufmusters von gesunden Läufern und Läufern mit chronischen Achillessehnenbeschwerden im Feldtest

Baur H, Hirschmüller A, Grau S, Niess A, Dickhuth HH, Mayer F Abteilung Sportmedizin, Medizinische Klinik, Universität Tübingen

Untersuchungen der Laufbewegung werden in der Regel auf dem Laufband im Labor durchgeführt. Fraglich ist dabei, wie genau die reale Bewegung erfasst wird. Ziel der vorliegenden Studie war deshalb, mittels eines Feldtests die Untersuchung des muskulären Aktivierungsmusters (EMG) und der plantaren Druckverteilung von gesunden Läufern (CO) im Vergleich zu Läufern mit chronischen Achillessehnenbeschwerden (ADY) sowohl barfuß, als auch im Schuh zu evaluieren. Mögliche Unterschiede des Bewegungsmusters zwischen CO (n=8) und ADY (n=8) wurden im Test-Re-Test-Verfahren bei 12 km·h-1 untersucht (ANOVA mit Messwertwiederholung). Die Auswertung der plantaren Druckverteilung erfolgte mittels Quantifizierung der Ganglinie (Abweichung von der Fußlängsachse [G], maximale mediale Geschwindigkeit [Vmed] sowie deren Zeitpunkt [TVmed]). Als Maß der muskulären Aktivität dienten EMG-Zeitgrößen (Beginn [Tini], Aktivierungsdauer [Tges], Zeitpunkt der maximalen Aktivierung [Tmax]) sowie die Amplituden in der Voraktivierung [Apre], der Weightacceptance [Awa] und der Push-off-Phase [Apo] der Unterschenkelmuskulatur. Bezüglich der Druckmessgrößen ergaben sich keine Unterschiede zwischen CO und ADY (p>0.05). Lediglich bei G wurde, verglichen mit barfuß, ein reduzierter Wert im Schuh festgestellt (p<0,05). Bei Tini und Tmax war kein Unterschied zwischen CO und ADY zu beobachten, dagegen zeigte ADY in der Streckschlinge beim Barfußlaufen eine kürzere Dauer [Tges] als CO (p<0,05). Bezüglich der Amplituden ergab sich bei Apre bei den Patienten eine schwächere Voraktivierung des m. peroneus im Schuh (p<0,05). Die Streckschlinge wies bei CO und im Vergleich von barfuß zu Schuh eine statistisch signifikant stärkere Awa und Apo auf als bei ADY. Läufer mit chronischen Achillessehnenbeschwerden unterscheiden sich im Feld bezüglich des zeitlichen Aktivierungsmusters nicht von gesunden Läufern. Die geringere Aktivierungshöhe der Patienten weist auf eine mögliche Schonhaltung und damit eine verminderte Sprunggelenksstabilisation und einen reduzierten Abdruck durch das Beschwerdebild hin.


Kann der Laufschuh die Wirbelsäule vor Stoßbelastungen schützen?
Jeder Schritt löst beim Fersenaufprall eine impulsive Schockwelle aus, die sich über die untere Extremität bis zur Wirbelsäule ausbreitet. Der menschliche Körper hat verschiedene Mechanismen, um diese Belastung zu unterdrücken. Inwieweit auch das Schuhwerk dabei dämpfend wirken kann, wird kontrovers diskutiert. So sind einige Wissenschaftler der Meinung, dass durch dämpfendes Material die eigenen Mechanismen zur Stoßwellenverarbeitung behindert würden. Nichts desto trotz konnte die Praxis eine Abnahme von Rückenbeschwerden bei Gebrauch von dämpfenden Sohlen in den Laufschuhen sowie eine geringere Stoßbelastung der Wirbelsäule zeigen. Ogon et al. untersuchten die Auswirkungen verschiedener dämpfender Schuhmaterialien auf die Belastung der Wirbelsäule. 12 Probanden wurden mehrmals während einer Belastung auf dem Laufband unter verschiedenen Bedingungen getestet: barfuß und mit Schuhen, Variation des Laufuntergrundes (barfuß) oder der Sohlenbeschichtung (bei Verwendung von Schuhen) von weich bis hart. Gemessen wurden Bodenreaktionskräfte, Beschleunigung der Lendenwirbelsäule auf Höhe des 3. Lendenwirbels und die elektrische Aktivität des M. erector spinae. Die Stoßübertragung auf die Wirbelsäule war barfuß höher als mit Schuhen. Die zeitliche Reaktion der Spinalmuskeln war schneller beim Barfußlaufen als beim Laufen mit Schuhen. Weiches Material erhöhte das zeitliche Delay zusätzlich gegenüber harten Sohlen. Allerdings war die Latenzzeit zwischen maximalem Einwirken der externen Kräfte und maximaler Muskelreaktion mit Schuhen kürzer (ohne Einfluss des Materials), so dass in dieser verbesserten Synchronisation externer und interner Kräfte in Bezug auf die LWS-Stabilisation ein Vorteil von Laufschuhen und Einlagen zu liegen scheint.
U.K. (Ogon M et al.: Footwear affects the behavior of low back muscles when jogging. Int J Sports Med 22 (2001) 414- 419)
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 53, Nr. 2 (2002)
Fußpflege-Schuhe-Pilze   Einlagen! Kosten-Möglichkeiten-Sinn   Laufbandbilder-Fehlstellungen Pronation,Supination,Normallauf  Fersensporn


Vorfußlaufen- ein Denkanstoß!

Nun, bevor es aber Schuhe mit weichen Dämpfungssystemen gab, waren Läufer gezwungen mit der natürlichen Technik des Vorfußlaufens die Stoßbelastungen abzufangen. Gibt es
hier vielleicht einen Zusammenhang? Können wir jegliche Verpflichtung zum Erlernen der Technik einer Sportart mit dem Schuhkauf abgeben oder müssen auch wir Läufer so wie die
eingangs erwähnten anderen Sportler einen Teil unserer Zeit zum Erlernen der richtigen Technik opfern? Müssen wir den natürlichen Bewegungsablauf, das Landen auf dem Vorfuß mit seiner sanften Federung, so wie es in der Evolution einmal vorgesehen war, erst wieder lernen?
Nicht obwohl, sondern gerade weil 95 % aller Läufer mit Ihren dicken Zwischensohlen inzwischen auf der Ferse landen und damit wahrscheinlich einen großen Teil der klassischen Laufverletzungen provozieren.
Das Problem der letzten Jahre war allerdings, dass die Dauerläufer, egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener, oft unüberlegt an die natürliche Technik des Vorfußlaufens herangingen.
10, 20 oder gar 30 Jahre über die Ferse abrollen, um dann von einem Tag auf den anderen den Vorfuß und die Wade zu belasten? Dies mit Schuhwerk, das eigentlich für das Rückfußlaufen ausgelegt ist? Das muss mit einer Überlastung enden! So hat das Vorfußlaufen den Ruf des Verletzungsauslösers bekommen. Die vermeintlich häufiger auftretende Achillessehnenentzündung wird hier genauso wie Spreizfußbeschwerden ins Feld geführt. Die Laufschuhindustrie springt auf diesen Zug nur allzu gerne auf, um weitere Argumente für die modernen Laufschuhe mit teuren Technologien zu haben, die uns beim Abrollen über die Ferse angeblich so sicher vor Verletzungen schützen...

Hier liegt also das wahre Problem: Die mangelnde Vorbereitung auf eine Lauftechnik, die wir alle einmal perfekt beherrscht haben!
Egal ob der Gesundheitssportler durch die sanftere Stoßabsorption und die muskuläre Korrektur von Fehlstellungen gesünder seinem Hobby nachgehen will oder ob der
Leistungssportler aus Marathon und Triathlon durch die effizientere Technik seine Laufleistungen steigern will: Wer wieder natürlich laufen möchte, der wird sich vernünftig vorbereiten müssen.
Wie? Das konnte bisher an keiner Stelle nachgelesen werden. So entstand die Motivation, ein Buch zum „natürlichen Laufen“ zu schreiben.
Ein Buch, das Laufen als technische Sportart beschreibt!

Spezielle Sportorthopädie 
und 
Sporttraumatologie.
 
Wolfgang Menke 
Preis:  EUR 15,23
Taschenbuch (2000)  

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Das große Laufbuch für Frauen
von Dagny Scott   2001
Preis:  EUR 19,90
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Der Marathonreiseführer
von Dennis Craythorn, Rich Hanna 2001
Preis: EUR 20,35
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Wer die schönsten Laufstrecken der Welt genauer kennenlernen will, muss dieses Buch in seiner Laufbibliothek haben! 

 

Alles unter Kontrolle. Ausdauertraining.  Georg Neumann, Arndt Pfützner, Kuno Hottenrott
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200 Seiten (2000)  
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Duathlontraining. Intelligent, effektiv,erfolgreich.
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Ausdauertrainer Triathlon. 
Training mit System.
 
Kuno Hottenrott, Martin Zülch
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Die Diät. Forever young-
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Erscheinungsdatum: April 2002
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„Das aktive Laufen zählt zu den wesentlichsten prophylaktischen Maßnahmen, und zwar nicht allein zur Vorbeugung von laufspezifischen Überlastungserscheinungen, sondern auch hinsichtlich der Vermeidung von Rückenschmerzen, Kniescheibenbeschwerden und vieler anderer Funktionsstörungen.“
Dr. med. Thomas Wessinghage, Orthopädieexperte
„Dieses Buch ist das erste, das sich ausführlich mit diesem wichtigen Thema des Vorfußlaufstils befasst. Hier erfahren Sie alle Insiderinformationen zu einer natürlichen, gelenkschonenden Lauftechnik, die auch ich persönlich seit vielen Jahren erfolgreich anwende.“
Dr. med. Ulrich Strunz, Fitnesspapst

Blanke Sohlen schützen Jogger vor Verletzungen

NEU-ISENBURG (sko). Wenn Sie zu Ihrem nächsten Spaziergang oder Waldlauf starten, sollten Sie sich überlegen, die Schuhe zu Haus zu lassen. Denn Barfußjogger haben ein geringeres Verletzungsrisiko und verbrauchen weniger Energie.
Zola Budd-Pieterse, ein Athlet aus Südafrika, ist ein Beispiel dafür, das Joggen ohne Schuhe nicht ganz schlecht sein kann. Der Läufer startete seine Wettkämpfe ohne Schuhe und gewann. Der australische Physiotherapeut Michael Waburton ging der Sache auf den Grund und verglich den Energieverbrauch sowie die Verletzungsmuster der beiden Laufarten (Sportscience 5(3), sportsci.org/jour/0103/mw.htm). Waburton stellte dazu einige Studien zusammen, in denen das Barfußjoggen untersucht wurde. Er kam zu dem Ergebnis: Wer ohne Schuhe läuft, hat eine bessere Wahrnehmung der Fußstellung in Relation zum Boden. Dadurch sei das Risiko für eine Verstauchung geringer als bei Füßen, die in Laufschuhen stecken. Auch chronische Verletzungen wie Entzündungen der Plantarsehne seien bei Barfußläufern seltener. Zudem erhöhe das Tragen von Schuhen den Energieverbrauch: Barfußläufer verbrauchen vier Prozent weniger Sauerstoff als die schuhtragenden Sportsfreunde. Um Muskel und Bändern an die neue Laufart zu gewöhnen, empfiehlt Waburton täglich 30 Minuten zunächst barfuß zu gehen, später dann zu joggen. Ärzte Zeitung, 08.05.2002


Zu stabile Schuhe und weiche Böden belasten beim Joggen Achillessehnen
Zu hohe Dämpfkissen in den Schuhen verstärken die Pronation und belasten die Fersen
TÜBINGEN (jzi). Jogging ist gesund, doch es birgt auch gesundheitliche Risiken. So klagten bis Anfang der 90er Jahre Läufer vor allem über Kniebeschwerden, mit der Folge, daß spezielles Schuhwerk entwickelt wurde. Und tatsächlich ging die Zahl der Kniebeschwerden deutlich zurück - doch dafür haben seitdem immer mehr Athleten Achillessehnen-Schmerzen.
Das ist das Ergebnis einer Studie der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen mit 3500 Läufer-Patienten. "Ein Drittel waren Läufer, die mindestens 20 Kilometer die Woche liefen", sagte der Biomechaniker Stefan Grau zur "Ärzte Zeitung". "Die Hälfte derjenigen, die das Laufen aufgeben mußten, hatte Probleme mit der Achillessehne." Besonders häufig betroffen waren Sportler, die auf unebenen und weichen Böden wie Schotter- und Waldwegen trainierten. In einer Untersuchung der Laufstile stellte sich zudem heraus, daß die erkrankten Läufer ihre Füße mehr über den Mittelfuß abrollten und dadurch die Belastung auf der Achillessehne verstärkten. Eine Fehlbelastung, die ihre Ursache ausgerechnet darin hat, daß die Laufschuhe mit immer besseren Dämpfungen ausgerüstet wurden, um die Gelenke zu schützen. "Wenn jedoch die Kissen zu hoch sind", warnt Grau, "nehmen am Fuß die Geschwindigkeit und die Hebelkräfte der seitwärts gerichteten Abrollbewegung zu und die Achillessehne wird stark belastet."
Die Tübinger Wissenschaftler haben deshalb neue Schuhe entwickelt, mit denen die Läufer wieder lernen, die Füße von außen nach innen abzurollen. Das neue Modell kommt voraussichtlich Ende 2003 auf den Markt.
Ärzte Zeitung, 13.11.2002


Ein Laufschuh als Trainingsgerät für die Gelenke
DÜSSELDORF (ine). Die ersten Schritte sind noch etwas wackelig. Hat man das Gleichgewicht gefunden, fühlt es sich ein bißchen so an, als würde man barfuß im Sand laufen. Die ungewöhnlichen Schuhe kann man bei der Medica am Stand des Sportartikel-Herstellers "Swiss Masai" ausprobieren.
"Der Schuh ist ein Trainingsgerät", erklärt dort der Riesenslalom-Profi Mike von Grüningen der "Medica aktuell". "Das balancierende Gehen entlastet die Gelenke und entspannt den Rücken." Möglich macht dies die sogenannte Masai Barfuß Technologie (MBT). Die Sohlenkonstruktion erzeugt durch ihre ungewohnte Biegung eine Instabilität. So muß sich der Fuß seinen Untergrund erst ertasten. Das Gangbild ändert sich, die Becken- und Wirbelsäulenhaltung wird muskulär stabilisert und der Rückstrom des Blutes aus den Beinvenen wird forciert. Medica aktuell, 23.11.2002

Weitere Infos unter www.swissmasai.com


Knieschmerzen - Achillessehenenschmerzen Laufen und Laufschuh --   Der Artikel mit Detailbildern und folgenden Infos: Hier

Pronation in der Sportschuhforschung
1 Medizinische Klinik & Poliklinik, Abteilung Sportmedizin, Universität Tübingen
2 Institut für Sportwissenschaft, Universität Tübingen
Jahrgang 54, Nr. 1 (2003) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
S. Grau1,2, H. Baur1, Th. Horstmann1

Zusammenfassung
Die jüngsten epidemiologischen Untersuchungen zeigen, dass heute Probleme im Bereich der Achillessehne, vor allem im Leistungssport, deutlich häufiger auftreten und im Bereich des Knies abgenommen haben. Darüber hinaus ist auffallend, dass Achillessehnen- und Kniebeschwerden im Laufe der Jahre immer die häufigsten Beschwerden waren, obwohl diese durch die Forschungsarbeiten und Entwicklungen im Sportschuhbereich eigentlich präventiv hätten verhindert werden sollen. Mögliche Gründe hierfür sollen im Folgenden diskutiert werden.
Wie eingangs dargestellt, war das Verhindern einer zu großen Pronationsbewegung von Beginn an ein zentrales Thema in der Sportschuhforschung, da angenommen wurde, dass ein größeres Pronationsausmaß zu speziellen Beschwerden oder Verletzungen an der unteren Extremität führt.

Die Erforschung des Sportschuhs ist seit 20 Jahren von großem Interesse für die Sportpraxis und die Wissenschaft. Ziel der wissenschaftlichen Studien war und ist Wissen über Veränderungen in der Konstruktion und im Aufbau von Sportschuhen zu erlangen, die zur Prävention von sportspezifischen Beschwerden und Verletzungen führen sollen. In den Vordergrund der Untersuchungen wurde vor allem die Reduktion zu starker Pronation gestellt, da diese für die Entstehung von Beschwerden im Laufsport verantwortlich gemacht wurde. Es zeigt sich, dass in der Vergangenheit zahlreiche Messgrößen für die Videoanalyse entwickelt, unterschiedliche Schuhdesigns getestet und "Belastungen" bestimmt wurden, jedoch in der Regel kein eindeutiger Zusammenhang zur Pronationsbewegung festgestellt werden konnte. Gründe hierfür können in der ausschließlich mechanischen Beschreibung der Bewegung liegen, da neuromuskuläre Steuerungsprozesse nicht mit einbezogen wurden. Weiterhin können Gründe in der kinematischen Betrachtung mittels Videoanalysen liegen, da vor allem die Validität (2-D und 3-D Messungen) und Reliabilität (2-D Messung) der Ergebnisse kritisch betrachtet werden muss. Zudem wurde dem eigentlichen Zusammenhang zwischen Messgrößen und Beschwerden oder Verletzungen nur unzureichend nachgegangen, da Studien überwiegend an gesunden Probanden durchgeführt wurden. Eine Abgrenzung zu einem pathologischen Abrollvorgang und den daraus ableitbaren Empfehlungen zur Prävention von Beschwerden war somit gar nicht möglich. Zukünftige Forschungen sollten sich einerseits mit einer Weiterentwicklung alternativer Messmethoden (Druckmessung, Kraftmessung) und Messgrößen zur Charakterisierung der Pronationsbewegung beschäftigen, zusätzlich neuromuskuläre Aspekte der Bewegung berücksichtigen (mittels Elektromyographie) sowie Patienten ins Studiendesign integrieren. Für die praktische Umsetzung bedeutet dies, dass die Pronationsbewegung individuell betrachtet werden muss und eine Korrektur durch den Schuh nicht in jedem Fall erfolgen sollte.
Der Artikel mit Detailbildern und folgenden Infos: Hier
Die Pronationsbewegung

I) Biomechanische Bewegungsmerkmale der Pronationsbewegung
a) Schuhmechanische Faktoren

- Absatzabschrägung:
- Härte der Zwischensohle:
- Fußachse (Varus – Valgus):
- Fersenkappe:
b) Biomechanische Faktoren
- Abrollvorgang:
- Laufgeschwindigkeit:
- Fußform:
c) Biomedizinische Faktoren                              


Marathon-Effekt auf Hormone & Muskeln

Vielfach wird der gesundheitsfördernde Effekt einer Extrembelastung – wie es ein Marathonlauf darstellt – kontroversiell diskutiert. Zweifelsohne liegt der eigentliche Nutzen einer Teilnahme an einem Marathon in der Motivation für ein langfristiges regelmäßiges Ausdauertraining. Wir haben die Veränderungen von neuroendokrinen Hormonen sowie von Muskelenzymen und Muskelproteinen während eines Marathonlaufs untersucht.

Hintergrund

Das Laufen eines Marathons stellt sowohl in physischer als auch psychischer Hinsicht eine Belastung entsprechend der klassischen Definition von Stress dar. Eine entsprechende neuroendokrine Reaktion ist daher zu erwarten. Diese wurde bereits für das sympathiko-adrenale System sowie für die klassischen „Adaptationshormone“ CRH-ACTH-Kortisol nachgewiesen. Über die kreislaufwirksamen Hormone aus dem Myokard – die natriuretischen Peptide ANP and BNP – liegen erst wenige Beobachtungen vor. Das Ziel unserer Studie war es, die Auswirkung eines Marathonlaufs auf natriuretische Peptide anhand ihrer zirkulierenden Prohormone sowie deren Wechselwirkung zu anderen kreislaufaktiven Hormonen zu untersuchen. Zusätzlich wurden die Veränderungen der Skelett- und Herzmuskelenzyme bestimmt.

Studiendesign

Die Untersuchung wurde an 20 Marathonläufern im Alter von 28 bis 62 Jahren – darunter 2 Frauen – durchgeführt. Unmittelbar vor dem Start und unmittelbar nach Erreichen des Zieles wurden venöse Blutproben gewonnen. Daraus wurden einerseits Fraktionen der natriuretischen Propeptide „atrial natriuretic peptide“ (pANP) und „brain natriuretic peptide“ (pBNP) mittels kompetitivem Enzymimmunoassay bestimmt. Zusätzlich wurden die Konzentration der Kortikosteroide Kortisol und Aldosteron im Plasma untersucht. Außerdem wurde die Plasmakonzentration der Parameter Gesamt-CK, CK-MB-Masse, Myoglobin und Troponin I bestimmt.

Resultate

Die Daten der Teilnehmer des Laufes werden in Tabelle 1 präsentiert. Bei den natriuretischen Propeptiden sind die Mittelwerte der Fraktionen pANP1-98, pANP1-30 und pANP31-67 während des Laufes hochsignifikant angestiegen (p<0,0001; Abb.). pBNP8-29 ist unter dem Einfluss der Laufbelastung zwar ebenfalls signifikant angestiegen, jedoch wesentlich geringer als die Fraktionen des ANP. Wir haben eine signifikante positive Korrelation zwischen dem Lebensalter der Läufer und dem Anstieg der ANP-Fragmente 1-30 und 31-67 gefunden (p=0,02). pBNP8-29 ist unter dem Einfluss der Laufbelastung zwar ebenfalls signifikant angestiegen (p=0,005), jedoch wesentlich geringer als die Fraktionen des ANP. Dass der Anstieg von ANP größer ist als jener von BNP, spricht gegen eine linksventrikuläre Belastung. Beide natriuretischen Peptide korrelieren nicht mit der Laufzeit. Auch die Konzentrationen der Kortikosteroide Kortisol und Aldosteron im Plasma sind während des Laufes signifikant angestiegen (p<0,0001). Besonders deutlich hat die Konzentration des Aldosteron im Plasma um das etwa Fünffache zugenommen: Die Anstiege der beiden Steroidhormone Kortisol und Aldosteron korrelierten stark (p=0,001). Beide Hormone korrelierten jedoch weder mit dem Alter, der Laufzeit noch mit Troponin I oder CK-MB.
Die Ausgangswerte der Muskelenzyme (vor dem Lauf) lagen außer erhöhten CK-Gesamtwerten im Referenzbereich (Tab. 2). Unter dem Einfluss der Laufbelastung sind bei allen Probanden alle diese Parameter im Plasma signifikant angestiegen (p<0,0002; Tab. 2). Bei den kardialen Parametern ist bei 7 Läufern Troponin I auf Werte angestiegen, die sonst für das Bestehen myokardialer Nekrosen sprechen. Myoglobin zeigte nach dem Lauf den verhältnismäßig höchsten Anstieg auf extrem pathologische Werte. Es bestand keine Korrelation zwischen dem Alter oder der Laufzeit und dem beschriebenen Ansteigen der im Plasma bestimmten Muskelproteine.

Diskussion

Ähnlich dem bereits bekannten Anstieg der Katecholamine sowie der klassischen Adaptationshormone aus der Nebennierenrinde konnten wir einen signifikanten Anstieg der natriuretischen Peptide aus dem Myokard zeigen. Das Ansteigen der Plasmakonzentration der kardialen Peptide lässt ihre verstärkte Wirkung während des Laufens erwarten. Sie würde den peripheren Druck und damit die Durchblutung des Gewebes mindern und durch verstärkte Natriurese das zirkulierende Volumen verkleinern; alle diese Wirkungen können bei Belastung nicht als sinnvoll und fördernd für die Leistungsfähigkeit des Läufers gesehen werden. Unser neuer Einblick in diese Regulation hat aber gezeigt, dass diese potenziell ungünstigen Wirkungen von ANP und BNP beim Laufen prompt durch eine gleichzeitige massive Mehrsekretion von Aldosteron und Kortisol kompensiert werden, die Druck, Natriumretention und Volumen anhebt. Angesichts dieser offenbaren Gegenregulation wird man natürlich fragen, welchen physiologischen Sinn dann die registrierte Mehrsekretion der kardialen Peptide beim Laufen haben könnte: Sinnvoll weil leistungsfördernd könnte ihr lipolytischer Einfluss auf die Fettzellen sein, der durch die Freisetzung von Fettsäuren zur Deckung des Energiebedarfes der Muskulatur beim Laufen beitragen kann.

Unsere Befunde lassen weiters erkennen, dass unter Einfluss der Belastung beim Marathonlaufen myokardiale Proteine wie CK-Aktivität, Troponin, Myoglobin und die CK-MB-Masse ebenso wie die myokardialen Peptidhormone im Plasma ansteigen. Eine mögliche Ursache dieses Anstiegs ist eine Permeabilitätsstörung des Sarkolemms der Skelett- und Myokardmuskulatur. Diese Prozesse werden als zirkumskriptes reversibles „Stunning“ des Herz- und Skelettmuskels und passagere „Cardiac Fatigue“ beschrieben, die keine gesundheitlich nachteiligen Folgen zeitigen. Alternativ kommt ein erhöhter Druckgradient vor dem rechten Herzen und im rechten Vorhof während des Laufs als Ursache in Frage. Die eigentlichen Ursachen dieser Reaktion der Muskelzellen des Skelettes und des Myokards – seien sie nun hämodynamischer oder biochemischer Art – sind gegenwärtig aber eigentlich noch unerkannt.

Autor:
A. Niessner, S. Ziegler, J. Slany, E. Billensteiner, W. Woloszczuk, M.M.Müller, G. Geyer


Wenn der Laufschuh nicht sitzt, leiden die Gelenke

Im Zweifelsfall ist ein perfektes Retro-Modell für Jogger besser als ein rutschender High-Tech-Schuh

Laufschuhe müssen passen. Tun sie das nicht, ist auch der teuerste High-Tech-Schuh mit der besten Dämpfung wenig wert.

So harmlos die Aussage auch anmutet, sie wird für Läufer spätestens dann wirklich wichtig, wenn schon nach ein paar Kilometern die Schienbeine stechen und die Achillessehne schmerzt.

"Wir haben herausgefunden, dass ein Sportler den Schuh am liebsten mag, mit dem er sich wie beim Barfußlauf bewegen kann", erläutert der Würzburger Sportorthopäde Markus Walther, der für seine Forschung jetzt mit dem mit 7500 Euro dotierten Michael-Jäger-Preis der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin ausgezeichnet wurde.

"Die Passform ist dabei das Schlüsselkriterium", sagt Walther.

Die Dämpfungseigenschaften eines Schuhs sind demnach gar nicht so wichtig, denn der menschliche Körper ist so konstruiert, dass er den Aufprall des Fußes beim Laufen gut selber abfängt.

Vor allem das Abknicken des Fußgelenks nach innen, die so genannte Pronation, dämpft von Natur aus jeden Schritt.

"Wenn ein Schuh gut passt, sagt der Läufer, der Schuh ist gut gedämpft, egal wie hart die Sohle ist", erklärt Walther.

Rutscht dagegen die Ferse im Schuh, wird der körpereigene Dämpfmechanismus ausgebremst, und es kommt zu Belastungsschäden, die jeder Läufer in Form von Shin Splints (Schienbeinschmerzen) oder Runner's Knee kennt. Ob ein Schuh die Ferse stabilisiert, kann man in der Video-Laufbandanalyse nicht erkennen. Das wisse ganz allein der Läufer, und der solle sich auf dieses Gefühl verlassen, rät Walther.

Nun sind viele Läufer nicht so jung und gesund, wie die 36 Teilnehmer der Würzburger Studie, und die meisten rennen auch nicht auf einem Band, sondern auf Teer. "Wenn ich daran denke, wie viele ältere Männer sich aus Angst vor Herzinfarkt die alten Turnschuhe anziehen und dann die Gelenke kaputt machen, wird mir angst und bange", berichtet Professor Dietmar Luppa vom Institut für Sportmedizin in Leipzig. Es komme nicht nur auf den Schuh, sondern auch auf den Zustand der Gelenke an. Seien die Knorpel kaputt, rette auch der Schuh nicht mehr viel, so Luppa.

Egal, was ein Laufschuh kostet - solange er rutscht, schadet er mehr als das Retro-Modell aus den Achtzigern, das trotz seines Alters perfekt sitzt. Die Sportschuhhersteller beginnen umzudenken und passen Laufschuhe den Fußgegebenheiten an.

So ist zum Beispiel seit längerer Zeit jedes Modell eines englischen Herstellers in verschiedenen Leistenbreiten erhältlich.

Nur Menschen mit Spreizfüßen werden den idealen Schuh nicht finden - für sie gibt es bislang einfach noch kein Modell, das an Zehen und Ferse passt.
02. August 2003  http://morgenpost.berlin1.de


Joggingschuhe müssen bequem sein, sonst nützt die beste Dämpfung nichts

Orthopäde erhält Auszeichnung für seine Untersuchungen zum optimalen Laufschuh

NEU-ISENBURG (ts).Wer gerne und viel joggt, muß sich immer wieder neue Laufschuhe kaufen, da die alten nicht mehr dämpfen oder verschlissen sind. Und Kollegen, die Sportler medizinisch betreuen, werden immer wieder gefragt, was denn der richtige Laufschuh sei.

Da die Auswahl an Laufschuhen groß ist, hat, wer die Wahl hat, leider auch die Qual. Denn was ist der richtige, der passende Laufschuh? Welcher Schuh führt nicht mit der Zeit zu einem Überlastungssyndrom, etwa an der Achillessehne? Um nur ein Beispiel dafür zu nennen, was Folge einer falschen Schuh-Wahl sein kann. Vor allem Sportler mit Fuß-Fehlstellungen, etwa einem Senk-Spreizfuß, müssen da schon genau überlegen. Weder der teuerste Schuh noch der Schuh, der gerade in ist und am besten gefällt, ist immer und für jeden Läufer der richtige. Der richtige Schuh ist der, in dem sich ein Läufer wohl fühlt, den er als komfortabel empfindet, der paßt. Das ist, kurz und sicher stark vereinfacht, das Fazit biomechanischer Untersuchungen sowie der Befragung von 36 Sportlern mit Hilfe speziell entwickelter Fragebogen. Mit diesen Untersuchungen hat sich der Orthopäde Privatdozent Markus Walther vor zwei Jahren an der Universität Würzburg habilitiert. Und dieses Jahr ist er für seine Arbeit mit dem Michael-Jäger-Preis 2003 geehrt worden. Der mit 7500 Euro dotierte Preis wird gemeinsam von der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin und dem Unternehmen Orthotech ausgelobt. Unterstützt wurde der Orthopäde bei seinen Untersuchungen von dem Sportartikel-Hersteller adidas. Ein wichtiges Ergebnis der Untersuchungen von Walther ist: Die Dämpfung des Laufschuhs hat keineswegs eine so große Bedeutung wie oft angenommen oder behauptet. "Insbesondere", so Walther, "besteht kein Zusammenhang zwischen Dämpfungseigenschaften und subjektiver Beurteilung der Schuhe". Übrigens: Bereits nach einer Laufleistung von nur 200 Kilometern hat nach Angaben von Walther ein Laufschuh etwa ein Drittel seiner Dämpfungskapazität verloren. 200 Kilometer läuft ein engagierter Freizeit-Sportler in weniger als zwei Wochen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Durch aktive Muskelarbeit dämpfen Läufer selbst die beim Laufen auftretenden Stöße. Es gibt also ein effizientes körpereigenes Dämpfungssystem. Ein komfortabler Schuh muß daher keine besonders gute Dämpfung haben, sollte aber das körpereigene Dämpfungssystem möglichst wenig behindern. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen, so Walther, "deuten klar darauf hin, daß nicht der Schuh mit der besten Dämpfung vom Läufer bevorzu gt wird, sondern derjenige, der die natürlichen Dämpfungsmechanismen am wenigsten irritiert." Und in sämtlichen Befragungen werde von Läufern die Paßform als wichtigstes Kriterium für den Schuhkomfort gesehen. Walther: "Die Paßform hat einen großen Einfluß auf die Rückfußkontrolle, die Pronation und damit die körpereigene Dämpfung und bestimmt entscheidend den Komfort im Schuh." Ärzte Zeitung, 29.09.2003


Vibrierende Einlegesohlen zur Gleichgewichtskontrolle für ältere Menschen
LONDON. Die Verwendung von vibrierenden Einlegesohlen könnte älteren Menschen helfen, das körperliche Gleichgewicht zu halten und dadurch die Anzahl von Knochenbrüchen infolge von Stürzen vermindern, berichten James J. Collins et al. vom Department of Biomedical Engineering, Center for BioDynamics, Boston University, Boston, USA im Lancet (2003; 362: 1123–1124).
Die Somatosensorik, erklären die Autoren, werde mit zunehmendem Alter schlechter. Dies sei assoziiert mit einer Beeinträchtigung des körperlichen Gleichgewichts. Bei 15 jungen Menschen (Durchschnittsalter 23 Jahre) und zwölf ältere Menschen (Durchschnittsalter 73 Jahre) untersuchten die Wissenschaftler, ob eine Stimulation des somatosensorischen Nervensystems mithilfe von vibrierenden Einlegesohlen die Haltungskontrolle verbessert.
Dazu wurden randomisiert einige Studienteilnehmer während 30 Sekunden dauernden Testphasen, in denen sie mit geschlossenen Augen ruhig stehen mussten, mechanisch über Einlagesohlen stimuliert, die Kontrollen erhielten keine Stimulation.
Ältere Personen, die Einlagesohlen trugen, konnten deutlich besser das Gleichgewicht halten, und auch jüngere Probanden mit Einlegesohlen schwankten weniger als die Kontrollen. Das Ausmaß der Haltungskontrolle von jüngeren Teilnehmern wurde von den Älteren dann erreicht, wenn diese durch Einlagesohlen somatosensorisch stimuliert wurden. (07.10.2003) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT


Untersuchung WS Standards der Sportmedizin
Schuhe & Einlagen Jahrgang 55, Nr. 3 (2004) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN 81
F. Mayer, S. Müller, A. Hirschmüller, H. Baur
Evidenzbasierte Konzepte der Schuh- und Einlagenversorgung im Laufsport –
Grundlagen für die ärztliche Beratung
Medizinische Klinik, Abteilung Rehabilitative und Präventive Sportmedizin, Universitätsklinik Freiburg
Standards der Sportmedizin Untersuchung WS Schuhe & Einlagen
82 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 55, Nr. 3 (2004)
 

Zusammenfassung
Die Optimierung der Schuh- und Einlagenversorgung im Sport ist als Interventionsmöglichkeit in der Behandlung laufsportspezifischer Beschwerden anerkannt. Der präventive Einsatz ist dagegen derzeit wissenschaftlich nicht belegt. Als sinnvolle Empfehlung ist ein geringer Abstand zwischen Ferse und Boden bei hoher Rückfußstabilität und einem flachen Dämpfungssystem
zu nennen. Günstig erscheint zudem ein Neutralschuh mit hoher Flexibilität im Vorfuß. Empfehlenswert ist ferner, mehrere Modelle gleichzeitig einzusetzen. Eine Einschränkung der Pronation ist nicht grundsätzlich zu befürworten. Als Begründung der nachweisbaren therapeutischen Wirkung ist eine mechanische Betrachtungsweise nur zum Teil ausreichend. Aktuelle Daten
deuten auf eine hohe Bedeutung sensomotorischer Einflussgrößen hin.

Einleitung
Aktuelle epidemiologische Daten zeigen eine Zunahme des Anteils von Laufsportlern an der Gesamtbevölkerung auf rund 12.5% bis 25%. Darüber hinaus wird derzeit davon ausgegangen, dass rund 3 Mio. leistungsorientiert Laufsport betreiben. Dadurch hat zwar auch die absolute Anzahl an Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates zugenommen, dennoch ist der Schweregrad im Vergleich zu anderen Sportarten gering. Angaben über jährlich auftretende Beschwerden schwanken dabei zwischen 24 und 65 % (4). In aller Regel sind laufspezifische Beschwerdebilder einer konservativen Therapie gut zugänglich. Besondere Berücksichtigung finden hierbei die lokale und/oder systemische medikamentöse Behandlung, die physikalische
bzw. Physiotherapie und die Optimierung der Schuh- und Einlagenversorgung. Ein präventiver Einsatz dieser Behandlungsformen wird dagegen kontrovers diskutiert. Der überwiegende Teil der Behandlungsformen basiert auf Empirie. Zum Großteil liegt dies allerdings nicht an einer fehlenden oder nicht nachweisbaren Wirksamkeit, sondern meist an einer unzureichenden Qualität der Untersuchungen, zumindest nach den derzeitig gültigen Kriterien der evidenz-based medicine (2). Somit fehlt momentan eine ausreichende Effizienz, um eindeutig festzulegen, welche Behandlungsmethode am Sinnvollsten ist (2). Als Folge davon werden meist mehrere Verfahren mit hoher Kosten- und Zeiterfordernis kombiniert angewandt.
 

Einfluss der Schuh- und Einlagenversorgung
Sowohl in der täglichen Praxis als auch in wissenschaftlichen Untersuchungen wird Schuhwerk als ein Einflussfaktor für die Auslösung von Beschwerden angesehen. Deshalb wird der Schuh- und Einlagenversorgung eine therapeutische, häufig aber auch eine präventive Wirkung zugeschrieben (5). Allerdings scheint der wissenschaftliche Nachweis hierfür bis dato nicht abschließend gelungen. Oft wird angenommen, dass eine ungenügende Dämpfung beschwerdeauslösend wirkt. Bezüglich knöcherner Stressreaktionen des Unterschenkels ist der positive Einfluss der Dämpfung im Schuh bereits nachgewiesen, allerdings steht das notwendige Ausmaß nach wie vor zur Diskussion (1). Bei den aktuell verfügbaren Schuhmodellen ist in aller Regel von einer ausreichenden Dämpfung auszugehen. Wird eine vermehrte Dämpfung dagegen über eine Erhöhung des Abstandes zwischen Boden und Ferse erreicht, können sekundär vermehrte Belastungsreaktionen z.B. der Achillessehne beobachtet werden. Diskutiert wird ein erhöhter Stabilisationsbedarf, ähnlich wie bei Läufen auf unebenem Terrain. Folglich ist eine geringe Bauhöhe mit Stabilität im Rückfuß bei erhaltenem Dämpfungssystem als sinnvolle Forderung an einen Schuh bzw. eine Einlage zu formulieren. Die beschwerdeauslösende Rolle der Pronationsbewegung ist aufgrund der aktuellen Datenlage fraglich. Je nach Autor wird einerseits eine Zunahme lauftypischer Beschwerden bei erhöhtem Ausmaß der Pronation um bereits wenige Grad beschrieben. Andererseits ist bekannt, dass rund die Hälfte der Läufer mit exzessiver Pronation nicht über Beschwerden klagen. Klinische Daten zeigen zudem, dass Patienten überwiegend stabile Schuhe mit medialen Pronationsstützen tragen. Häufig lässt sich deshalb bereits durch eine Reduktion der Pronationseinschränkung eine Beschwerdereduktion erreichen. Als Ausgangspunkt ist daher eine neutrale Schuhausrichtung gerechtfertigt, die dann schließlich anhand des Verlaufes spezifiziert werden kann. Weitere Einflussfaktoren sind das Alter des Schuhs und die Frage nach einer Adaptation an ein singuläres Modell. Interessanterweise können neue Laufschuhe verletzungsreduzierend, aber auch als fördernder Einfluss wirken (4). Entscheidend ist dabei offensichtlich die Fähigkeit des Sportlers, sich an die jeweilige Situation im Schuh im Sinne einer sensomotorischen Lernfähigkeit anzupassen. Als konsequente Folgerung daraus lässt sich ableiten, dass der Einsatz verschiedener, parallel genutzter Schuhe sinnvoll ist.

Therapie und Prävention
Eine aktuelle Metaanalyse von insgesamt 118 Studien zur präventiven Wirkung einer Schuh- und Einlagenversorgung fand lediglich 12 kontrollierte, klinische Untersuchungen mit einer Interventionsdauer zwischen 8 und 20 Wochen (5). Die Analyse von 187 Probanden und 203 Läufern als Kontrollgruppe ergab dabei keinen nachweisbaren Effekt einer Schuhanpassung. Ähnliche Ergebnisse fanden sich bezüglich einer präventiven Einlagenwirkung. Überprüft wurde die präventive Wirksamkeit von Fersenpolster/Fersenkeil, Neopren- und Polyurethaneinlagen
an einer gepoolten Population von 716 Probanden und 2803 Kontrollpersonen. Dem entgegen scheint der therapeutische Einfluss einer optimierten Schuh- und Einlagenversorgung unumstritten. Allerdings gelingt eine differenzierte Zuordnung isolierter Funktionselemente zu einem Beschwerdebild nur unzureichend valide. Dennoch zeigen prospektive Daten eine Wirksamkeit – in aller Regel quantifiziert als Schmerzminderung – in 50-70% der Fälle.
Die Begründung der Wirksamkeit einer Optimierung der Schuh- und Einlagenversorgung wird kontrovers diskutiert. In der Vergangenheit stand eine mechanische Betrachtungsweise im Vordergrund, weshalb eine „Ausrichtung des Skeletts“ als vorherrschendes Ziel formuliert wurde. Fraglich ist dabei, ob durch Schuhe und Einlagen tatsächlich auf knöcherne Strukturen und Segmentbewegungen unter dynamischen Bedingungen Einfluss genommen werden kann. Aktuelle Daten anhand von in den Knochen eingebrachten pins zeigen, dass unterschiedliche
Sohlenkonstruktionen nur geringe und unsystematische Effekte auf tibiocalcaneare Bewegungen auslösen. Zudem ergaben sich nur geringe und unsystematische Effekte durch medial verortete Einlagen- und Schuhelemente (3). Somit muss derzeit für den Bereich des Sports formuliert werden, dass evidenzbasierte Studien keine allein mechanische Effizienz unterschiedlicher Schuhmodelle feststellen. Der Einsatz von Einlagen und Schuhen zur Reduktion von Verletzungen und Beschwerden ist somit allenfalls nur zum Teil auf der Basis einer Skelettausrichtung und Achskorrekturen erklärbar (5). Neuere Arbeiten befassen sich zunehmend mit einer möglichen sensomotorischen Wirkung im Sinne einer Modulation des afferenten Inputs mit folgender neuromuskulären Antwort. Erste viel versprechende Ergebnisse zeigen dabei die Möglichkeit einer zielgerichteten Beeinflussung.

Beratung und Empfehlung
Unter Anbetracht der derzeitigen Datenlage ist zusammenfassend zu folgern, dass die Bedeutung der Schuhkonstruktion meist überschätzt wird. Nachgewiesen ist eine Reduktion von knöchernen Stressreaktionen durch Schockabsorption, wobei das optimale Ausmaß zwar nach wie vor ungeklärt ist, ein entsprechendes Dämpfungssystem bei geringer Distanz zwischen Ferse und Boden jedoch obligat bleibt. Einem Laufsportler sollte empfohlen werden, mehrere Modelle gleichzeitig zu verwenden, um ein möglichst hohes Maß an sensomotorischer Adaptationsfähigkeit zu erhalten und/oder zu schulen. Grundsätzlich scheint ein bodennaher, rückfußstabiler, vorfußflexibler und möglichst neutraler Laufschuh sinnvoll. Die Haltbarkeit hängt dabei einerseits vom Laufumfang, andererseits vom getragenen Modell ab. Häufig ist ein Ersatz einmal jährlich notwendig. Bei bereits bestehenden Beschwerden kann eine Optimierung der Schuh- und Einlagenversorgung sinnvoll sein, ist allerdings dem Einzelfall anzupassen. Eine grundsätzliche Einschränkung der Pronation ist dabei nicht sinnvoll. Darüber hinaus ist der Sportler über eine Zunahme der Beschwerdehäufigkeit ab einem Wochenumfang von mehr als 32 Laufkilometern und die Bedeutung von Vorverletzungen aufzuklären.
Literatur
1 Gillespie WJ, Grant I: Interventions for preventing and treating stress fractures and stress reactions of bone of the lower limbs in young adults (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 1 (2004) Chichester, UK: John Wiley & Sons, Ltd.
2 McLauchlan GJ, Handoll HHG: Interventions for treating acute and chronic Achilles tendinitis (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 1 (2004) Chichester, UK: John Wiley & Sons, Ltd.
3 Stacoff A, Reinschmidt C, Nigg BM, van den Bogert AJ, Lundberg A, Denoth J, Stüssi E: Effects of shoe sole construction on skeletal motion during running. Med Sci Sports Exerc 33 (2001) 311-319.
4 Taunton JE, Ryan MB, Clement DB, McKenzie DC, Lloyd-Smith DR, Zumbo BD: A prospective study of running injuries: the Vancouver Sun Run „In Training“ clinics. Br J Sports Med 37 (2003) 239-244.
5 Yeung EW, Yeung SS: Interventions for preventing lower limb soft-tissue injuries in runners (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 1 (2004) Chichester, UK: John Wiley & Sons, Ltd.
Korrespondenzadresse:
Priv.-Doz. Dr. Frank Mayer
Med. Klinik, Abteilung Rehabilitative und
Präventive Sportmedizin
Universität Freiburg
Hugstetter Str. 55
D-79106 Freiburg
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Sportmediziner entwickeln Schuh zur Verminderung
von Achillessehnenbeschwerden im Laufsport


Laufen ist ein Volkssport geworden. Umso wichtiger ist der richtige Laufschuh, abgestimmt auf den jeweiligen Läufer und seinen "Laufstil", um nachfolgende Beschwerden zu vermeiden. In den letzten Jahren gab es im Laufschuhbereich einen starken Trend hin zu Stabilitätslaufschuhen. In der Regel soll die Stabilität durch zwei Härten in der Zwischensohle und mediale Stabilisatoren im Obermaterial erreicht werden. Untersuchungen der Sportmedizin des Universitätsklinikums Tübingen zeigen jedoch, dass diese Art der Stabilisierung häufig nicht funktioniert.
In zwei großen klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Läufer mit dem neuen Stabilitätsprinzip weniger Beschwerden an der Achillessehne bekommen als Läufer, die die herkömmliche Technologie verwenden. Der von den Tübinger Sportmedizinern zusammen mit Nike entwickelte neue Laufschuh Nike Air Cesium arbeitet daher nach einem anderen Prinzip als herkömmliche Stabilitätslaufschuhe.

Achillessehnenbeschwerden

Achillessehnenbeschwerden können aus biomechanischer Sicht zwei Ursachen haben: eine Überpronationsbewegung in der Auftreff- und Standphase (75 % der Fälle), die zu Beschwerden im Bereich des Begleitgewebes und der Sehne selber (5-6 cm über dem Ansatz startend) und eine verstärkte Supinationsbewegung im Abstoß (25 % der Fälle), die zu Beschwerden im Ansatzbereich der Sehne führt.

Stabilitätslaufschuhe


In den letzten Jahren gab es im Laufschuhbereich einen starken Trend hin zu Stabilitätslaufschuhen. In der Regel soll die Stabilität (Pronationskontrolle) durch zwei Härten in der Zwischensohle ("Dual-Density", medial härter) und mediale Stabilisatoren im Obermaterial erreicht werden. Untersuchungen der Sportmedizin des Universitätsklinikum Tübingen zeigen jedoch, dass diese Art der Stabilisierung häufig nicht funktioniert, da der Abrollvorgang ("Überpronation") vom weichen Obermateri al nicht aufgehalten wird und der härtere mediale Bereich der Zwischensohle zu spät (oder gar nicht) zum Tragen kommt.

Neuentwicklung für Läufer mit verstärkter Pronationsbewegung

Ziel der Entwicklung des Air Cesium war, Läufern, die eine verstärkte Pronationsbewegung ("Überpronation") zeigen, zu helfen, ihren Sport trotzdem ohne Verletzungsrisiko ausüben zu können. Der neue Schuh arbeitet nach einem anderen Prinzip als herkömmliche Stabilitätslaufschuhe ("Dual-Density"), indem er die Pronationsbewegung und die Pronationsgeschwindigkeit frühzeitig (mit Beginn des Fußaufsatzes) kontrolliert bzw. stabilisiert, was letztendlich zu einem neutraleren Abrollverhalten führt.

Klinische Studien

In zwei großen klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Läufer mit dem neuen Stabilitätsprinzip des Air Cesium weniger Beschwerden an der Achillessehne bekommen als Läufer, die die herkömmliche Dual-Density Technologie verwenden. Weiterhin konnte gezeigt werden, dass bei Läufern mit Beschwerden schon nach einer 4-wöchigen Tragezeit des Air Cesium die Beschwerden deutlich reduziert werden konnten.

Durch einen 3-Grad-Varus Keil in der Zwischensohle, einem Crash-Pad in der Ferse, einer integrierten Stabilisierung im Obermaterial der Ferse sowie durch eine zusätzliche Fixierung des Obermaterials im Mittelfuß wird die Ferse und der Abrollvorgang von Beginn an stabilisiert und somit die Pronation- und die Pronationsgeschwindigkeit effektiv kontrolliert. So macht der Air Cesium den Einsatz von Dual-Density überflüssig.

Obermaterial:
o Medialer Zügel (Zuggurtsystem) zur Fixierung der Mittelfußes
o Integrierte Stabilisierung im Fersenbereich zur Fixierung des Fersenbeins direkt nach dem Auftreffen auf den Boden

Zwischensohle/Außensohle:
o 3-Grad-Varus Keil zur frühzeitigen Stabilisierung des Abrollvorgangs
o Windlass-Mechanismus (WARP) zur Stabilisierung des Abrollvorgangs ("Reduktion der Pronation und der Pronationsgeschwindigkeit") und für einen effektiveren Abstoß
o Vergrößertes PU-Crashpad zur Stabilisierung des Abrollvorgangs ("Reduktion der Pronation und der Pronationsgeschwindigkeit") mit dem Aufsetzen auf den Boden
o Zoom-Air Technologie für eine optimale Dämpfung bei gleichzeitiger Stabilisierung des Abrollvorgangs
o Waffelsohlenprofil

Leisten:
o QD 23 Leisten mit engem Fersen- und Mittelfußsitz und etwas breiterem Vorfuß
o Gebogener Leisten (von Nike Free übernommen) für guten Tragekomfort und perfekte Passform


Ansprechpartner:
Universitätsklinikum Tübingen, Medizinische Klinik, Sportmedizin
Dr. Stefan Grau
Stefan.Grau@med.uni-tuebingen.de
Quelle: Universitätsklinikum Tübingen 28.11.2005 Infos für Ärzte http://www.journalmed.de