MELATONIN
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Melatonin
Dr. Rudman's Arbeit über menschliches
Wachstumshormon begleiten andere Studien über andere Hormone die im
Alter abnehmen. In dem Buch "The Melatonin Miracle" geschrieben
von Dr. Walter Pierpaoli und Dr. William Regelson, empfehlen beide Ärzte
besonders das Hormon Melatonin als einen Weg zu betrachten, viele altersbedingten
Veränderungen zu stoppen oder sogar umzukehren. Dieser Ratschlag basiert
auf 30 Jahren Forschung. Beide Ärzte sehen die Zirbeldrüse, die
Drüse die das Melatonin produziert, als eine "alternde Uhr"
an. Die Forschung hat ergeben, daß die Zirbeldrüse eine Warnung
an den Körper gibt, daß er anfängt zu altern. Wenn diese
Mitteilung einmal gemacht wurde, beginnt der Körper seine Abwärts-Spirale
der zellartigen Veränderung. " Die Zirbeldrüse produziert und
verarbeitet ein Hormon, daß Melatonin genannt wird. Melatonin ist
von Kindheit an hilfreich beim Einrichten unserer täglichen Rhythmen.
Werdende Mütter geben Melatonin über die Plazenta an ihre sich
entwickelnden Kinder weiter. Obwohl Kleinkinder bis zu ihrem dritten oder
vierten Lebtag nicht ihren eigenen Bedarf an Melatonin produzieren, ist
Melatonin in der Muttermilch enthalten. Der Melatoninspiegel hat seinen
Höhepunkt in der Kindheit. Während der Jugend fällt Melatonin,
und löst eine Erhöhung von anderen Hormonen aus, die dafür
dem Körper signalisieren, daß er in die Pubertät kommt.
Während wir altern, nimmt unser Melatoninspiegel weiter ab, wobei
der steilste Abfall ungefähr vom 50sten Lebensjahr an eintritt. Mit
60 produziert unsere Zirbeldrüse nur noch halb so viel Melatonin wie
mit 20. So zufällig, wie der Melatoninspiegel fällt, fangen wir
an ernstzunehmende Zeichen des Alterns zu zeigen. Wir nehmen an, daß
diese Verminderung von Melatonin geschieht, und die abwärts Spirale
bekannt als Altern eintritt, weil die Zirbeldrüse - die Altersuhr
- zusammenbricht. Wenn die Altersuhr selbst anfängt Zeichen des Alterns
zu zeigen, dann signalisiert sie den anderen Teilen des Körpers, daß
es Zeit für sie ist, auch alt zu werden."
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Melatonin. Schlüssel zu ewiger Jugend,Gesundheit und Fitneß? Preis: EUR 7,62 Taschenbuch - 284 Seiten (1996) Hier bestellen! |
Kurzbeschreibung
Der amerikanische Wissenschaftler Russel J. Reiter befaßt sich mit dem
Hormon Melatonin und berichtet über neueste
Forschungsergebnisse. Denen zufolge soll diese im Hirn des Menschen produzierte
Substanz als hochwirksames
Medikament mit Breitbandwirkung einsetzbar sein. Es soll unter anderem
Herzkrankheiten vorbeugen, das Immunsystem
stärken und den Alterungsprozeß stark verzögern. Reiter erklärt, wie man
selbst herausfinden kann, ob die natürliche,
körpereigene Melatoninproduktion möglicherweise eingeschränkt ist, und unter
welchen Umständen es ratsam ist,
Melatonin als Medikament einzunehmen. Hier bestellen!
MELATONIN
Melatonin (N-Acetyl-5-methoxy-tryptamin) ist ein von der Zirbeldrüse von Säugetieren sekretiertes Hormon, das aber auch in anderen Geweben produziert wird. Im Organismus wird es aus Serotonin durch (unter anderem) das Enzym N-Acetyltransferase synthetisiert, das nur im Dunkeln aktiviert ist. Man nimmt an, daß es den Tag-Nacht-Cyclus photoperiodischer Säugetiere regelt (BINKLEY, 1979). Wahrscheinlich durch den Einfluß der Tageslänge, jedoch möglicherweise auch durch Aufnahme von spezifischen, saisonal verfügbaren Pflanzen beeinflußt Melatonin auch die saisonalen Aktivitäten von Tieren: Es wird bei Schafen zur Einleitung der Brunftperiode verwandt (BRAUKMANN, 1995). Melatonin ist ein wirksamer Radikalfänger (PIERREFICHE, 1995) und hat darüber hinaus oncostatische Eigenschaften (HILL, 1988). Nach einer Hypothese beruht der cancerogene Effekt elektromagnetischer Felder auf der Tatsache, daß "Elektrosmog" den natürlichen Melatonin-Nachschub vermindert (LOESCHER, 1996) Die Beobachtung, daß bestimmte Pflanzen durch Ozon weniger geschädigt werden als andere hat zur Suche von Melatonin auch in pflanzlichem Gewebe geführt. Kürzlich wurde seine Anwesenheit in geringer Konzentration in z.B. Tomaten, Karotten und vor allem Nüssen nachgewiesen (HATTORI, 1995; DUBBELS, 1995). Eingenommenes Melatonin wird schnell resorbiert und in praktisch jeden Teil des Organismus transportiert, einschließlich der Haut und Muskeln (REPPERT, 1978) .Melatonin ist ungiftig. Eine LD50 konnte nicht bestimmt werden (BARCHAS, 1967). Während eines Monats täglich eingenommene Dosen von bis zu 6000 mg je Nacht und Person hatten lediglich Schläfrigkeit während einiger Stunden am nächsten Morgen zur Folge. Es wurde von gelgentlicher Magenverstimmung berichtet, ernsthafte Nebenwirkungen traten jedoch nicht auf (WALDHAUSER, 1984) Zur Zeit wird Melatonin zur Bekämfung des jet lag benutzt (d.h. zur Anpassung des circadianen Rythmus beim Reisen durch verschiedene Zeitzonen. Beim Reisen von West nach Ost muß die innere Uhr vorgestellt werden. Dazu sollte Melatonin bereits am Tag der Abreise eingenommen werden und zwar einige Stunden vor der erwünschten Schlafenszeit. Bei einer Zeitdifferenz von drei Stunden sollte die erste Dosis Melatonin (1 - 3 mg) am Tag vor der Abreise und am Reisetag um 14 Uhr Heimatazeit (= 17 Uhr Zielzeit) genommen werden. Bei Reisen in Richtung Westen sollte Melatonin bei dem (dann in der Regel zu zeitigen Aufwachen) eingenommen werden (BRODY/LEWY, 1995)
Literatur
BARCHAS, J. et al., 1967: Acute pharmacology of melatonin. Nature 214;
929-930
BINKLEY, 1979: Spektrum Wiss. 1979, No. 6, p. 82-87 BRAUKMANN, 1995:
Chemische Rundschau, 25 Aug. 1995,
p. 8 BRODY, J.E., 1995: New York Times, August 1995
DUBBELS, R. et al., 1995: Melatonin in edible plants identified by
radioimmuno assay and by gas chromatography. J. Pineal
Res. 1995: 18, 28-31
HATTORI, A. et al., 1995: Identification of Melatonin in plants and
its effects on plasma Melatonin levels and binding to Melatonin
receptors in vertebrates.Biochem and Molec. Biol. Intern. vol 35, No.
3, March 1995, 627-634
HILL, S.M. et al, 1988: Effects of the pineal hormone melatonin on
proliferation and morphological characteristics of human breast
cancer cells (MCF-7) in culture.Cancer Res. 48:6121-6126
LOESCHER, W. et al.: 1996: Cancer Letters, vol 96, p. 175 (See also:
Life Sciences, vol. 21, p 1531).
PIERREFICHE G. et al., 1995: Oxygen free radicals, melatonin and aging.
Experimental Gerontology 30(3/4); 213-227, 1995
REPPERT, S.M., 1978: Transport of maternal [3H]melatonin to suckling
rats and the fat of [60360H]melatonin in the neonatal rat.
Endocrinology 102:582-588
WALDHAUSER, F., et al., 1984: Melatonin in human body fluids: clinical
significance. In Reiter, r. (ed) The Pineal Gland. Raven
Press, New York, 345-369,1984
Melatonin wird in USA, Japan und sonst weit verbreitet auf der Welt
als Nahrungsergänzungsmittel gegen das Altern und bei Schlafstörungen eingenommen. Gerade hierbei hat es sich hervorragend
bewährt, hat man doch schon Tranquilizerabhängige Menschen mit Melatonin heilen und von Ihrer Abhängigkeit befreien
können. Allerdings braucht es in Deutschland, wie mit allen vernünftigen
Entschlüssen, immer etwas länger. Während sich außerhalb Deutschland Menschen mit Melatonin versorgen können und sich bei
der Einnahme wohlfühlen, müssen wir hier leider darauf verzichten.Melatonin können Sie über das Internet aus dem
Ausland bestellen. Leider dürfen wir Ihnen keine Adressen nennen. Aber die Suchmaschinen sind gut gefüttert. Ein Interview mit Dr. med. G. Ohlenschläger aus Königstein
verdeutlicht das Problem: Gibt es Indikationen für den Arzt, Melatonin zu verschreiben?
Es gibt für den Arzt mehrere therapeutische Aspekte, Melatonin
einzusetzen: Bindung von Melatonin an immunkompetente Zellen, womit das Immunsystem
stimuliert wird. Regulation der neuroendokrinen Zeitrhythmen: Melatonin ist ein körpereigenes
Hormon, das in der Epiphyse gebildet wird und in Abhängigkeit vom Hell-Dunkel-Rhythmus sezerniert. Es beeinflußt
den Wach-Schlaf-Rhythmus und andere Biorythmen. Radikalfänger für Hydroxy-Radikale: In jüngster Zeit
führten sowohl In-vitro- als auch In-vivo-Experimente zu der Annahme,
daß das Melatonin im Körper die Funktion eines Radikalfängers
besitzt. Das Zirbeldrüsenhormon ist in der Lage, effektiv die potentiell zytotoxischen Hydroxylradikale abzufangen. Verhinderung der Tumorprogression durch Melatonin, denn das Melatonin
reguliert als Haupthormon die Bildung von Steroidhormonen die Östrogen und Testosteron,
die das Wachstum bestimmter Tumorarten beeinflussen können. Bei der Kultivierung humaner Brustkrebszellen, die über Östrogenrezeptoren
verfügen, konnte das Wachstum durch die Gegenwart von Melatonin anscheinend deutlich verringert werden.Verzögerung von
Alterungsprozessen (vor allem auch neuronal und zerebral), da mit fortschreitendem Alter die Konzentration an zirkulierendem Melatonin
aus verschiedenen Gründen immer mehr abnimmt. Einige Wissenschaftler kamen daher auf die Idee, daß der Alterungsprozeß
durch eine Erhöhung des Melatoninspiegels verzögert werden kann. Gibt es neuere Studien, die die Wirksamkeit von Melatonin beweisen? Es gibt eine ständig zunehmende, seriöse Literatur über
Melatonin, vor allem in USA und Japan. Interessierten Lesern sie die folgende Literaturübersicht empfohlen: "The Aging Clock" von W.
PIERPAOLI, W. REGELSON und N. FABRIS.
Ed. Monographie bei dem Verlag The New York Academy of Sciences, 1994.
Berichten aus Amerika zufolge verzögert die Kombination DHEA
und Melatonin das Altern.
Wie werden diese Studien in Deutschland bewertet?
Es ist richtig, daß die Substanzen Melatonin und DHEA verzögernd
in den Alterungsprozeß an mehreren Stellen des menschlichen Stoffwechsels eingreifen; daß dies in Deutschland
nicht akzeptiert wird, liegt an einer eitlen Einstellung von wenig orientierten Ärzten und Wissenschaftlern.
Einer Untersuchung zufolge hat Melatonin die Abhängigkeit von
Benzodiazepinen (z.B. Valium) geheilt!
Innere Uhr: Die Veranlagung mütterlicherseits ist offenbar für die innere Uhr der Lebewesen verantwortlich. Französische Wissenschaftler fanden heraus, dass, zumindest bei bestimmten Fischen, die innere Uhr bereits in der unbefruchteten Eizelle zu ticken beginnt. Das gelte wahrscheinlich auch für Säugetiere, schreiben die Forscher im Wissenschaftsmagazin „Science“. Entscheidend für die Umstellung von früh auf spät und wieder zurück, von hell auf dunkel sowie auf neue Zeitzonen sind demnach Variationen des Gens „per“ (Period). Noch ist die Funktion der Gene, die die innere Uhr am Laufen halten, nicht vollständig geklärt. (Spiegel Online, 14.07.2000)
Melatonin verbessert das Sexleben - bei Ratten
20.10.2000 - Italienische Wissenschaftler berichten in der Zeitschrift 'Brain Research' über die sexuell stimulierende Wirkung des Melatonins bei
männlichen Ratten. Tiere die kein Interesse an Sex hatten oder die impotent waren, wiesen nach Gabe von Melatonin sowohl wieder Interesse am Sex als
auch die nötige Potenz auf. Bei Männern könnte eine verminderte Melatonin-Produktion durchaus mit erektilen Funktionsstörungen verbunden
sein, meinen die Forscher, vor allem, wenn diese psychologisch verursacht sind. Melatonin ist ein vom Gehirn (Corpus pineale) ausgeschüttetes Hormon,
das eine Rolle beim zirkadianen Rhytmus des Menschen spielt und deshalb auch als Schlafmittel genutzt wird. (Quelle:
LaurusHealth, in Englisch)
12.01.2001 Medikamente gegen Jet-Lag? Erstes
Zeitgeber-Gen beim Menschen entdeckt
Das erste Zeitgeber-Gen beim Menschen haben Forscher des
amerikanischen Howard Hughes Medical Institut bei Untersuchungen an einer Familie aus Utah entdeckt. Deren
Familienfeste müssen ziemlich öde sein: Meist geht die Familie bereits um sieben Uhr ins Bett, ist aber schon um zwei Uhr
wieder munter. Wie die Forscher um Louis J. Ptacek zeigen konnten, tragen die Familienmitglieder eine Mutation in dem Gen
mit der wissenschaftlichen Bezeichnung "hPER2". Es befindet
sich auf Chromosom Nummer 2. Die Entdeckung könnte helfen,
Therapien gegen Schlafprobleme oder gegen Jet-Lag nach Langstreckenflügen zu entwickeln, schreiben die Forscher im
Wissenschaftsmagazin Science Online. Erst 1999 entdeckte Christopher Jones von der Universität Utah,
ein Mitautor des Science-Artikels, die erste Familie mit vererbten Störungen im Tagesablauf. "Das Problem bei der Suche
nach solchen Familien war, dass es eine riesige Bandbreite an normalem Schlafverhalten gibt – vom Frühaufsteher bis zur
Nachteule. Den Tagesrhythmus bestimmen eben nicht nur mehrere Gene, sondern auch viele Umweltfaktoren", erläutert
Ptacek. Die Sequenz des veränderten Gens ist bekannten Zeitgeber-Genen aus Mäusen und der Fruchtfliege Drosophila
sehr ähnlich. Auch bei den Tieren beschleunigt sich der Tagesrhythmus, wenn das Gen verändert ist. Die Forscher
tauften das Gen auf dem Chromosom 2 "hPER2".
Ptacek vermutet, dass noch viele Zeitgeber-Gene entdeckt
werden, die unseren Tagesablauf stören, wenn sie verändert sind. "Inzwischen kennt man neben der Familie aus Utah
weitere, die zwar ebenfalls sehr früh zu Bett gehen, aber nicht die gleiche Genmutation tragen", sagt
Ptacek. Die Kenntnisse über die "Innere Uhr" des Menschen könnte zu Therapien gegen Schlafstörungen führen und damit vielen
Menschen helfen. "Vor allem ältere Menschen haben ähnliche Schlafprobleme wie die Familie aus Utah", erklärt
Ptacek. "Jugendliche dagegen haben oft das umgekehrte Problem, dass sie nicht rechtzeitig ins Bett kommen." Auch für Reisende über
Zeitzonen und Schichtarbeiter könnte man Medikamente entwickeln, die den Tagesrhythmus wieder richtig einstellen.
"Schläfrigkeit ist für viele Verkehrs- und Arbeitsunfälle verantwortlich", sagt Ptacek. "Könnten wir die Innere Uhr wie
die Uhr am Handgelenk beliebig umstellen, würden wir uns nach einem Langstreckenflug viel leichter in der neuen Zeitzone
einfinden." Marcel Falk http://www.wissenschaft.de
Melatonin
– Thymus – Schilddrüse und adrenerge Innervation
Magnesium (Mg2+) stimuliert die Melatoninsynthese. Umgekehrt
unterdrückt Melatonin Prolaktin. Deprenyl verhindert die
Noradrenalindegraduierung durch die Monoaminooxydase. Dadurch wird auch
Melatonin gesteigert, da der Abbau des Seratonins durch die MAO gehemmt wird.
Das verbleibende Seratonin kann so vermehrt in Melatonin umgewandelt werden.
Melatonin unterdrückt die Schilddrüse, was dadurch belegt ist, daß eine
Pinealektomie zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führt. Über die
Schilddrüse wirkt das Melatonin damit antistreßmodulierend und
immunmodulierend.
Thymus, Epiphyse und Schilddrüse haben eine gemeinsame adrenerge Innovation,
was den physiologischen Zusammenhang dieser drei Hormone erklärt.
Zink stimuliert die Aktivität des Thymus, Zinkmangel ist
gleichzeitig auch mit einem Mangel an Wachstumshormon
und TSH verbunden.
Auch hier zeigt sich der Zusammenhang zwischen Thymus, Epiphyse und Hypophyse:
Thyroxin, Somatotropin und LHRH restituieren die Thymusfunktion.
Anti-Aging-Welle: Wirkung von Hormonen
fraglich
Wiesbaden (dpa) - Ob Hormone das Altern aufhalten können, ist nach Ansicht
von Wissenschaftlern noch längst nicht belegt. Nutzen und Risiken einer
Hormongabe bei älteren Menschen müssten in kontrollierten Studien
nachgewiesen werden, sagte der Internist Prof. Bruno Allolio von der
Universitätsklinik Würzburg am Dienstag beim 108. Internistenkongress in
Wiesbaden. Gesichert sei die Erkenntnis, dass bei vielen Menschen im Alter
die Produktion bestimmter Hormone nachlasse. Solche Hormone ließen sich zwar
ersetzen, um so wieder eine jugendliche Hormonkonzentration zu erreichen. Ob
damit aber Alterungsprozesse verzögert werden könnten, sei nicht
nachgewiesen. "Das Älterwerden hängt nicht nur von den Hormonen ab", sagte
Allolio. Im Zuge der so genannten Anti-Aging-Bewegung ist die Einnahme von
Hormonen wie DHEA, Melatonin oder dem Wachstumshormon HGH verstärkt in der
Diskussion. DHEA (Dehydroepiandrosteron) und Melatonin sind in den USA als
Nahrungsergänzungsmittel frei verkäuflich und auch in Deutschland über das
Internet zu beziehen. Experten haben jedoch wiederholt vor einer
unkontrollierten Einnahme gewarnt. 10. April 2002 netdoktor.de
Melatonin senkt nächtlichen Blutdruck
AMSTERDAM. Ist das Hormon Melatonin, das an der Regulation des
Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist, ein wirksames Antihypertonikum? Die
Ergebnisse einer kleinen Pilotstudie in der Onlineausgabe von Hypertension
legen dies nahe. Vor einem Einsatz des in Deutschland nicht erhältlichen
„Nahrungsergänzungsmittels“ wird jedoch abgeraten.
Der Blutdruck unterliegt tageszeitlichen Schwankungen. In den Nachtstunden
ist er bei den meisten Menschen niedriger als am Tag. Dies könnte eine
Auswirkung der vermehrten Bildung von Melatonin in der Zirbeldrüse sein.
Dies belegt eine kleine randomisierte Doppelblindstudie, die Frank Scheer
von der Harvard Universität in Boston zusammen mit Wissenschaftlern am
Institut für Hirnforschung der Universität Amsterdam durchgeführt hat.
16 Männer mit unbehandelter essenzieller Hypertonie wurden mit Placebo oder
mit 2,5 Milligramm Melatonin behandelt. In einer Gruppe erhielten die
Patienten nur eine Tablette Melatonin. Dies kann, zum richtigen Zeitpunkt
gegeben, durchaus zu einer Synchronisierung der Tag-Nacht-Rhythmik (etwa
nach einem Jetlag) führen.
Auf den Blutdruck hatte diese einmalige Gabe jedoch keinen Einfluss. Dagegen
hatte die tägliche Einnahme von Melatonin während der dreiwöchigen
Untersuchungsphase eine deutliche antihypertensive Wirkung. Der systolische
Wert sank um sechs mm Hg, der diastolische Wert um vier mm Hg. Dies wäre für
Patienten mit einer leichten Hypertonie durchaus ein erstrebenswertes Ziel.
Wie zu erwarten, wurde der Blutdruck vor allem nachts gesenkt. Die
Tag-Nacht-Amplitude stieg systolisch um 15 Prozent und diastolisch um 25
Prozent. Ob dies eine sinnvolle Wirkung ist, muss offen bleiben. Außerdem
kann die kleine Studie die Sicherheit von Melatonin nicht belegen, auch wenn
die Teilnehmer als einzige Nebenwirkung über einen besonders erholsamen
Schlaf berichteten.
Dass natürliche Hormone nicht automatisch unbedenklich sind, zeigen die
Erfahrungen mit Cortison und jüngst mit Östrogenen. Es erscheint
unwahrscheinlich, dass sich ein Hersteller des Produktes annehmen wird, das
noch nicht einmal patentierbar ist. Die Hoffnung auf größere
Interventionsstudien mit Melatonin, die Scheer in der Pressemitteilung der
American Heart Association ausdrückt, erscheint deshalb unrealistisch. Die
Experten raten derweil von Selbstversuchen ab. Die unkritische Einnahme von
Melatonin kann durchaus zu Nebenwirkungen führen, zu denen übrigens auch
Schlafstörungen gehören. (20.01.2004) DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
Vorbeugen mit
Melatonin - bei
Kopfschmerzen und Migräne
Das Schlafhormon Melatonin kann vielleicht Migräne verhindern, so eine neue,
wissenschaftliche Studie.
Bekannt ist Melatonin als Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt. Der
Körper bildet es in der Zirbeldrüse. Jetzt fanden Forscher am
Albert-Einstein-Krankenhaus in Sao Paolo, Brasilien, heraus, dass ein
Ungleichgewicht im Melatonspiegel des Blutes mit Migräne und
Cluster-Kopfschmerzen in Verbindung stehen kann.
34 Migränepatienten führten eine Monat lang Tagebuch. Danach bekamen sie
einige Wochen lang täglich vor dem Schlafengehen drei Milligramm Melatonin.
Während der Studiendauer mussten die Patienten ein Kopfschmerz-Tagebuch
führen. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Studienteilnehmer hatten wesentlich
seltener Migräneattacken, wenn sie Melatonin einnahmen, etwa ein Drittel
davon hatte sogar überhaupt keine Kopfschmerzen mehr. Melatonin hatte sich
hier zur Vorbeugung von Migräne bewährt.
Allerdings muss man berücksichtigen, dass es sich um eine kleine, offene
Studie handelte. Das heißt, die Patienten wussten, dass sie das Hormon
schluckten und erwarteten eine Wirkung. Jetzt planen die Wissenschaftler
deshalb eine groß angelegte Untersuchunge. Dabei bekommt nur ein Teil der
Probanden Melatonin, der andere ein Placebo (Scheinmedikament). Beide
Gruppen wissen nicht, ob sie das echte, oder eine wirkungslose Substanz
einnehmen. Damit gibt es wissenschaftlich stichhaltige Ergebnisse. |
29.09.04 | Focus
Forschungsbedarf zu Krebs und Nachtlicht
Melatonin
Auswertung einer Langzeitstudie an Krankenschwestern stellt höheres
Brustkrebsrisiko fest
Graz - Zu viel Licht in der Nacht könnte eventuell an der Entstehung von
Krebs mit Schuld sein: Die in Wien geborene und am Channing Laboratory der
Harvard Medical School (Boston) arbeitende Medizinerin Eva Schernhammer hält
einen Zusammenhang zwischen einem niedrigen Melatoninspiegel und
Krebsentstehung für wahrscheinlich. Sie hat eine Langzeitstudie an
Krankenschwestern ausgewertet und dabei ein höheres Brustkrebsrisiko
feststellt. Im Rahmen der Grazer Tagung "Krebserkrankung und biologischer
Rhythmus" ortete sie zwar "keinen Grund zur Beunruhigung", wohl aber
erhöhten Forschungsbedarf.
In Boston arbeitet Schernhammer an einer der bedeutendsten statistischen
Patientendatensammlungen der Welt: der "Nurses Health Study", die
medizinische Daten von über 120.000 Krankenschwestern seit 1988 umfasst und
Auskunft über Arbeit, Familie, Ernährung und Lebensweise bis hin zu den
Melatoninwerten im Morgenurinproben der Probandinnen gibt. Von knapp 80.000
Krankenschwestern, die sie erneut befragt und deren Daten ausgewertet hat,
seien im Verlauf der Jahre rund 2.400 an Brustkrebs erkrankt.
In Zahlen
Dabei zeigte sich: Je häufiger die Schwestern Nachtschichten hatten, umso
häufiger erkrankten sie an Brustkrebs. Signifikant häufig traten die Fälle
bei Schwestern auf, die öfter als drei Mal im Monat einen Nachtdienst
hatten: "Nach 15 bis 20 Jahren zeigte sich ein um sechs Prozent höheres
Krebsrisiko". Entsprechend niedrig war bei diesen Frauen auch der
Melatoninspiegel.
Melatonin ist ein Hormon, das nur in der Nacht produziert wird und quasi als
Schlüssel zur "inneren Uhr" des Menschen gilt, der den Tages- und
Nachtrhythmus steuert und in Wechselwirkung mit anderen Hormonen steht. So
gebe es u.a. Beziehungen zwischen verringerter Melatoninproduktion und
erhöhter Produktion des Geschlechtshormons Östrogen. Tierversuche hätten
gezeigt, dass das Hormon die Krebsentstehung direkt hemmen kann. Ein
Zusammenhang zwischen einem niedrigen Melatoninspiegel und der Entstehung
von Brustkrebs gilt für Schernhammer auch auf Grund früherer sowohl
experimentelle als auch Langzeitstudien an Testpersonen als wahrscheinlich.
Dies umso mehr, als die Ergebnisse einer zweiten - noch unpublizierten -
Studie in die gleiche Richtung wiesen.
Weitere Forschung
Zur Beruhigung räumt Schernhammer ein, dass Signifikanzen erst nach 15 bis
30 Jahren häufiger Nachtarbeit erkennbar seien. Weiter an den
Wechselbeziehungen zwischen Helligkeit und der Entstehung von Krebs zu
forschen sei "auf alle Fälle" wichtig. Ebenso auch, Studien an Männern und
Blinden, die keinem Licht ausgesetzt sind, zu beginnen. Erst dann sei es
angebracht, über Unterschiede in der Art der Lichtquelle (Fluoreszenz oder
Halogen) nachzudenken, oder ob das Tragen von Schutzbrillen und Lichtfilter
bzw. eine Melatonin-Substituion sinnvoll wäre. (APA)
http://derstandard.at 15. Oktober
2004
Regel mit Zehn: Kinder kommen früher in die Pubertät
Melatonin
Viele Eltern sind schockiert, wenn bei ihrer Tochter schon mit
zehn Jahren die Regel einsetzt. Doch daran wird man sich gewöhnen müssen,
denn Mediziner und Sexualforscher haben herausgefunden, dass die Pubertät
bei Mädchen und Jungen immer früher beginnt. Setzt sich der Trend fort, wird
der Nachwuchs im Jahr 2010 im Durchschnitt mit zehn Jahren geschlechtsreif
sein.
In Deutschland waren die Mädchen der Altersjahrgänge 1977 bis 1980 im
Durchschnitt im Alter von 12,75 Jahren und Jungen mit 13,06 Jahren
geschlechtsreif. „Die Altersspanne ist dabei enorm“, sagt Prof. Norbert
Kluge von der Universität Koblenz-Landau. Bei den Mädchen trat die erste
Regelblutung dem Forscher zufolge im Alter zwischen 9 und 17 Jahren ein. Bei
den Jungen kam es zum ersten Samenerguss zwischen 7 und 17 Jahren. „Viele
Eltern nehmen das gar nicht wahr oder sind schockiert, wenn sie davon
hören.“
Statistiken, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen, belegen: 1860
hatten die Frauen im Durchschnitt erst mit 16,6 Jahren ihre erste Regel.
Nach Angaben des Sexualforschers bekommt bei der momentanen Entwicklung
jeder Altersjahrgang rund zwei Monate früher als der vorangegangene Jahrgang
seine erste Menstruation oder den ersten Samenerguss. „Bei Jungen geht
dieser Prozess sogar noch etwas schneller voran als bei Mädchen“, sagt
Kluge. Die körperlichen Entwicklungsabstände zwischen Jungen und Mädchen
verringerten sich.
Nach Ansicht von Experten gibt es mehrere Gründe, warum die Geschlechtsreife
immer früher eintritt: etwa eine bessere medizinische Versorgung, aber vor
allem eine reichhaltigere Ernährung. So setzt die erste Regel erst ein, wenn
ein Fettanteil am Körpergewicht von 20 Prozent erreicht ist. „In
Krisenzeiten, zum Beispiel während der beiden Weltkriege, war die
Vorverlagerung der Geschlechtsreife nicht so stark festzustellen“, erläutert
Kluge.
In einer Studie des Children’s Hospital Medical Center in Cincinnati im
US-Bundesstaat Ohio fand das Team um Frank Biro heraus, dass früh
pubertierende Mädchen meist schwerer als ihre Altersgenossinnen sind. Auch
Stressfaktoren oder Umweltchemikalien, vor allem Stoffe mit ähnlicher
Wirkung wie das Geschlechtshormon Östrogen, könnten Experten zufolge eine
Rolle spielen.
Auf eine andere Ursache glauben Wissenschaftler aus Italien gestoßen zu
sein: Das Dauerfernsehen soll einer der Gründe für die frühe Pubertät sein.
Die Forscher der Universität Florenz unter Leitung von Prof. Roberto Salti
verhängten mehr als 70 Kindern ein Fernseh- und Computerverbot. Das
Ergebnis: Die Produktion des Hormons Melatonin, das im Körper den Tag- und
Nacht-Rhythmus steuert, stieg bei den Kindern binnen einer Woche um 30
Prozent an. TV- und PC- Schirme beeinflussten bei exzessiver Nutzung durch
Licht und Strahlung die Hormone, meint Salti.
Allerdings glaubt auch Salti, dass es ein ganzes Bündel von möglichen
Ursachen für die frühe Pubertät gibt. Tierversuche legen nahe, dass eine
niedrige
Melatonin-Konzentration
eine Rolle beim Eintritt in die Pubertät spielt.
Doch nicht die Ursachen, sondern die Folgen der frühen Pubertät sind für die
Betroffenen entscheidend: Während viele Mädchen und Jungen wie junge
Erwachsene aussehen, sind sie in der Seele noch Kinder. „Dabei steigt der
sexuelle Druck von außen - beispielsweise durch die Clique oder Werbung“,
sagt Prof. Michael Schulte-Markwort vom Universitätsklinikum
Hamburg-Eppendorf (UKE).
Für Mädchen sei dies ein größeres Problem als für Jungen. Denn sie fühlten
sich oft unter Druck gesetzt, sich mit älteren Jungen einzulassen. Auch die
Bauchfrei-Mode trage dazu wesentlich bei: „Die Mädchen müssen ihre
Sexualität zeigen.“
An die Eltern appelliert der Leiter der Abteilung für Kinder- und
Jugendpsychosomatik am UKE, auf „Pubertätsvulkanausbrüche“ gelassen zu
reagieren. Außerdem sollten sie Verständnis für die kindlichen Seiten der
Pubertierenden haben - das bedeute aber auch, Grenzen zu ziehen. „Leider
trauen sich die Eltern immer weniger, ihre Kinder zu schützen, zum Beispiel
sehr jungen Mädchen den Discobesuch zu verbieten“, sagt Schulte-Markwort. In
der Schule würden Jugendliche ebenfalls häufig mit Selbstverantwortung
überfordert.
Wissenschaftler verweisen in diesem Zusammenhang auch auf den Anstieg der
ausgetragenen und abgebrochenen Teenagerschwangerschaften in Deutschland:
Wurden 1996 zum Beispiel bei den 10- bis 14-Jährigen 365 Abtreibungen
registriert, so waren es 2003 schon 715. Dagegen lagen die gemeldeten
Abbrüche von Frauen aller Altersgruppen im vergangenen Jahr mit 128.030
unter denen von 1996 (130.899 Abbrüche).
Für den Sexualwissenschaftler Kluge fordern die Tendenzen bei den
Minderjährigen in Deutschland „die Verantwortlichen zum politischen,
ärztlichen und pädagogischen Handeln heraus“. Kinder müssten viel früher als
bisher über ihre sexuelle Reife und die Pubertät aufgeklärt werden,
spätestens in der Grundschule. Auch Eltern sollten nicht erst auf die Fragen
ihres Nachwuchses warten. Mediziner Biro plädiert ebenfalls für eine
frühzeitige Aufklärung. Dabei müsse man bedenken: „Ein 8 Jahre altes
Mädchen, das aussieht wie 12 oder 13, benimmt sich immer noch wie ein 8 oder
9 Jahre altes Mädchen.“ Mittwoch, 13. Oktober 2004
Anti-Aging-Experte rät: Wer aufs Abendessen
verzichtet, lebt länger
Zwei Abendessen pro Woche ausfallen lassen, um jung zu bleiben – das rät der
Anti-Aging-Experte Prof. Dr. Dr. Johannes Huber (56) aus Wien.
Das nächtliche Hungern verstärkt die Wirkung des Hormons
Melatonin. Es
sorgt für erholsamen Schlaf, fährt die Körperfunktionen herunter. Auch
Somatropin wird stärker gebildet. Dieses Wachstumshormon ist wichtig für die
Regeneration der Zellen, Muskelaufbau und Fettabbau. Die nächtliche
Hungerpause sollte 14 Stunden dauern (letzte Mahlzeit um 17 Uhr).
Nebeneffekt: Sie werden schlanker, weil sie weniger Kalorien zu sich nehmen.
Wichtig: Viel trinken – ungesüßten Tee oder Wasser.
http://www.bild.t-online.de
25.02.2005
Altern
Melatonin soll frühkindliche Hirnschäden verhindern
Tierversuch: Hormon erfolgreich gegen Asphyxie
Melbourne (pte/01.04.2005/14:05) - Wissenschaftler der australischen Monash
University http://www.monash.edu.au haben entdeckt, dass der Einsatz des
Hormons Melatonin Gehirnschäden vorbeugen könnte, die durch Sauerstoffmangel
während der Geburt verursacht werden. Dieser Zustand, der Atemdepression
oder Asphyxie genannt wird, wird für etwa zehn Prozent aller frühkindlichen
Todesfälle verantwortlich gemacht.
In Versuchen mit Schafen konnte der Mediziner David Walker den Zustand der
Asphyxie bei der Geburt simulieren. Asphyxie kann, wenn es beim Menschen
auftritt, zu einer zerebralen Lähmung führen. Die Untersuchungen haben
gezeigt, dass durch die Verabreichung von Melatonin direkt vor dem Eintreten
der Asphyxie Gehirnschäden verhindert werden können. Nebenwirkungen für
Muttertier oder Lamm traten dabei nicht auf.
Bisher gibt es keine vorbeugenden Behandlungsmethoden, die eine Schädigung
des kindlichen Gehirns durch Sauerstoffmangel verhindern könnten. "Wenn
Geburtshelfer eine Asphyxie vermuten, reagieren sie entsprechend und
versuchen eine Hirnschädigung zu verhindern. Dies ist aber oft nur eine
Reaktion auf bereits erfolgte Fehlentwicklungen und keine präventive
Maßnahme", erklärt Walker. Die Forschungsergebnisse deuten an, dass Mütter
vor der Geburt Melatonin einnehmen könnten, um ihr ungeborenes Kind vor
Hirnschädigungen zu schützen, ähnlich wie bereits Schwangere Folsäure zu
sich nehmen, um in einer frühen Schwangerschaftsphase Problemen in der
Rückenmarksentwicklung vorzubeugen, berichtet der
Australisch-Neuseeländische Hochschulverbund http://www.ranke-heinemann.de .
Das Forscherteam um Walker will die Studien noch in diesem Jahr fortsetzen,
um die Ergebnisse zu bestätigen. (Ende)
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Wolfgang Weitlaner
email: weitlaner@pressetext.com
Bürolicht lähmt die innere Uhr
Menschen mit Bürojobs müssen sich über Schläfrigkeit nicht wundern. Ihre
innere Uhr erhält nach Einschätzung von Schlafforschern viel zu wenig Licht.
Und Tageslicht ist der wichtigste Zeitgeber für die innere Uhr.
Berlin. Frühaufsteher und Nachteulen - sie alle folgen Tag für Tag ihrer
eigenen inneren Uhr. Tun sie das jedoch nicht, weil der Abgleich zwischen
innerer und äußerer Zeit gestört ist oder die innere Uhr selbst außer Takt
gerät, dann drohen Schlafstörungen, Depressionen und im schlimmsten Fall
sogar körperliche Krankheit. "Glückliche", gut mit der Außenwelt
synchronisierte innere Uhren hingegen, betonten Forscher gestern in Berlin,
halten gesund. Und dazu, so lautete die Forderung der Experten, braucht der
Mensch vor allem sehr viel mehr Tageslicht als er in den industrialisierten
Ländern in der Regel bekommt.
"Wir verbringen heute die meiste Zeit in künstlich beleuchteten Räumen und
leben deshalb in einer selbst erschaffenen chronobiologischen Finsternis",
sagt Professor Till Roenneberg (Ludwig-Maximilians-Universität, München),
der das Kolloquium der Daimler-Benz-Stiftung mit Forschern aus ganz Europa
und den USA leitete. Sonnenlicht mit bis zu 100000 Lux sei der wichtigste
Zeitgeber - aber Büros böten bestenfalls 400 Lux. Nicht genug, um die
komplizierten, in jeder Zelle tickenden Uhren im Gleichschlag mit der
äußeren Zeit arbeiten zu lassen. Die Folge: Schläfrigkeit, weil die innere
Uhr stets hinterhinkt.
Sie steuert Leistungshochs und Ruhephasen und muss wegen ihres nur
ungefähren 24-Stunden-Rhythmus täglich neu abgestimmt werden. "Bei extremen
Nachteulen kommt es vor allem nach der Umstellung auf die Sommerzeit dazu,
dass sie am Wochenende den halben Tag verpennen, um das Schlafdefizit der
Woche aufzuholen", beschreibt Roenneberg. Auch der Jahreszeiten-Rhythmus,
der dem Menschen eigentlich evolutionär zu eigen ist, ist mittlerweile stark
abgeschwächt.
"Unser Körper merkt nicht mehr, wann Sommer und Winter ist", sagt der
Experte. Herbst- oder Winterdepressionen seien eine Folge, denn der Körper
sei auf den Rückgang des Tageslichts nicht eingestellt. "Lichttherapien sind
hier sehr erfolgreich." Auch bei Bulimie und Schwangerschaftsdepression
zeige die Lichttherapie durch die ausgelöste Hormonausschüttung Erfolge. Die
Britin Debra Skene, Professorin für Neuroendokrinologie an der Uni von
Surrey, arbeitet daran, neben Licht auch das schlaffördernde
Hormon Melatonin zur Therapie derartiger
"Synchronisationsstörungen" einzusetzen. Um die offenen Fragen zu klären,
wollen die Chronobiologen ihre Disziplinen europaweit vernetzen. In
Deutschland nehmen sie noch in diesem Jahr in einem Forschungsverbund der
Daimler-Benz-Stiftung ihre Arbeit auf. Erste Forderungen dürften dann
lauten: Mehr Licht für alle Bürohocker und angepasste Schichtdienste für
Frühaufsteher und Nachtmenschen.
Hirnschrumpfung im Winter
Kürzere Tage vermindern die Gehirnmasse bei Mäusen
Die Gehirne von Weißfußmäusen sind im Winter kleiner als im
Sommer, haben amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Vor allem das
für das räumliche Gedächtnis zuständige Hirnareal schrumpft, wenn die Tage
kürzer werden. So brauchen die Tiere zwar weniger Energie, finden sich aber
auch in ihrer Umgebung nicht mehr so gut zurecht. Die Forscher erhoffen sich
durch diese Erkenntnisse mehr Wissen über saisonbedingte Funktionsstörungen
des menschlichen Gehirns.
Die Forscher arbeiteten mit Weißfußmäusen (Peromyscus leucopus), die sie in
zwei Gruppen einteilten. Künstliches Licht simulierte während 13 Wochen für
die eine Gruppe kurze Tage, wie sie im Winter vorkommen, und für die andere
Gruppe sommerlich lange Tage. Dann setzten die Wissenschaftler die Mäuse in
eine Art Labyrinth. Die Mäuse, die in winterlichen Lichtverhältnissen gelebt
hatten, brauchten länger, um den Ausgang zu finden und legten bis dahin eine
weitere Strecke zurück als die Mäuse, die im simulierten Sommer gelebt
hatten. Zudem erinnerten sich die Winter-Mäuse am nächsten Tag nicht mehr an
den Ort, wo sich der Ausgang befunden hatte.
Bei im Wintertag lebenden Mäuse war das räumliche Gedächtnis deutlich
beeinträchtigt, das nicht-räumliche Gedächtnis jedoch wurde nicht
beeinflusst. Untersuchungen zeigten, dass die Winter-Mäuse eine deutlich
kleinere Hirnmasse aufwiesen als ihre in sommerlich langen Tagen lebenden
Artgenossen.
Besonders der Hippocampus war von den Veränderungen betroffen: Dieses für
das räumliche Gedächtnis und das Lernen zuständige Gehirnareal war bei den
Winter-Mäusen deutlich kleiner als bei den Sommer-Mäusen. Im Winter brauchen
die Tiere das räumliche Gedächtnis weniger, weil ihr Territorium dann
wesentlich kleiner ist als im Sommer, begründet Studienleiter Randy Nelson
das jahreszeitlich bedingte Schrumpfen des Gehirns. Zudem bringt ein
kleineres Gehirn auch einen Vorteil. Die Mäuse sparen Energie und haben
deshalb größere Chancen, die kalte Jahreszeit, in der es nur wenig Futter
gibt, zu überleben.
Die Forscher vermuten, dass das
Hormon
Melatonin die Größenänderung und die
Funktion des Gehirns von Säugetieren kontrolliert. Der Melatoninspiegel
schwankt nämlich mit sich verändernden Lichtverhältnissen. Da Melatonin auch
beim Menschen vorkommt, hoffen die Wissenschaftler, dass künftige Studien
über Veränderungen der Hirnstruktur im jahreszeitlichen Verlauf Aufschluss
über menschliche Symptome wie saisonal bedingte Gemütskrankheiten geben.
Randy Nelson et al. (Ohio-State-Universität, Columbus): Journal of
Neuroscience, Bd. 25, S. 4521
ddp/wissenschaft.de – Katharina Schöbi 14.05.2005 - Medizin
Melatonin
in der Walnuss schützt vor Krebs und Herzkrankheit
Viele Menschen glauben, Melatonin sei nur dazu gut, einem nach langen Flügen
zum Durchschlafen zu verhelfen. Doch Wissenschaftler untersuchen nun, wie
dieses mächtige Antioxidantium Krankheiten wie Krebs bekämpfen, die
Entwicklung von Alterserkrankungen beeinflussen und Menschen
höchstwahrscheinlich zu einem gesünderen Leben verhelfen kann.
Untersuchungen am Health Science Center der Universität Texas in San Antonio
haben gezeigt, dass Walnüsse eine natürliche Melatonin-Quelle darstellen.
Laut Dr. Russel J. Reiter, Professor für Neuroendokrinologie am Health
Science Center der Universität Texas in San Antonio, "kann davon ausgegangen
werden, dass die Inhaltsstoffe von Walnüssen das Auftreten von Krebs
verringern, die neurodegenerativen Erkrankungen des Alters, wie z.B.
Parkinson und Alzheimer hinauszögern bzw. in ihrem Verlauf mildern und den
Schweregrad von Herzkreislauferkrankungen verringern". Die Studie mit dem
Titel "Melatonin in walnuts: Influence on levels of melatonin and total
antioxidant capacity of blood" (Melatonin
in Walnüssen: Einfluss auf den Melatoninspiegel und die gesamte
Antioxidationsfähigkeit des Blutes) wurde in der Septemberausgabe von "Nutrition:
The International Journal of Applied
and Basic Nutritional Sciences" veröffentlicht.
Die Studie von Dr. Reiter ergab, dass Walnüsse eine ergiebige Quelle von
leicht absorbierbarem Melatonin sind. "Beim Verzehr von Walnüssen steigt der
Melatoninspiegel im Blut um das Dreifache", stellte Reiter fest.
Untersuchungen haben ergeben, dass Walnüsse dank ihrer Kombination gesunder
Nährstoffe, wie z.B.
Omega-3 Fettsäuren und
Antioxidantien, das Risiko von
Herzerkrankungen verringern. Reiter ist davon überzeugt, dass es auf die
Synergie der verschiedenen Inhaltstoffe der Walnuss ankommt, dass es also
die
Kombination aus Nährstoffen und Melatonin ist, die sie so zuträglich macht.
"Melatonin und Omega-3s - beide kommen in der Walnuss vor - hungern den
Krebs aus, weil sie das Wachstum von Krebszellen verhindern.
Wenn Sie Melatonin in Tablettenform zu sich nehmen, führen Sie Ihrem Körper
ausschließlich Melatonin zu. Ich bin davon überzeugt, dass die Gesamtheit
dessen, was sie enthält, den Wert der Walnuss ausmacht".
16.09.2005 Infos für Ärzte
Quelle: Walnut Marketing Board
VERFÜGBARES MATERIAL:
- Press Release from The University of Texas Health Science Center
at San Antonio: http://www.uthscsa.edu/hscnews/newsrelease.asp
- Originalartikel „Melatonin in Walnuts: Influence on levels of
melatonin and total antioxidant capacity of blood", Nutrition.,
Abstractunter:
http://www.journals.elsevierhealth.com/periodicals/nut/article/PIIS0899900705001632/abstract
- Zusammenfassung der klinischen Forschungen zu Walnüssen
- Fotos/Rezepte
- Video B-Roll
- www.walnuss.de und
www.walnuts.org
18.10.2005 ,
GEO / Gruner + Jahr AG & Co. Hamburg (ots) -
Gegen Bluthochdruck: Stärkung der inneren Uhr / Diabetes und Herzkrankheiten
können entstehen, wenn Menschen ständig gegen den natürlichen
Zeitrhyhthmus leben / Durchschnittliche Schlafdauer um eine Stunde
gesunken
Am Abend eingenommen, senkt das Hormon Melatonin den Blutdruck von Patienten
ebenso gut wie ein herkömmliches Medikament. Das hat der Hirnforscher
Ruud Buijs vom Netherlands Institute for Brain Research in Amsterdam
herausgefunden. Melatonin stärkt demnach die Rhythmen der inneren Uhr,
die als Taktgeber dem Organismus hilft, zwischen Tag und Nacht zu
unterscheiden, die Organfunktionen zu steuern und die
Leistungsfähigkeit zu regeln. Auf ähnliche Weise half Dieter Kunz von der
Psychiatrischen Klinik der Berliner Charité Patienten mit
krankheitsbedingt reduziertem REM-Schlaf: "Melatonin kann - zur
rechten Zeit und unter ärztlicher Kontrolle verabreicht - eine
gestörte innere Rhythmik normalisieren."
Über die neuen Erkenntnisse der Chronobiologie berichtet die aktuelle
Ausgabe des Magazins GEO WISSEN zum Thema "Zeit". Forscher finden mehr
und mehr viele Indizien dafür, dass eine aus dem Takt geratene innere
Uhr ein frühes Alarmsignal für Stoffwechselleiden sein kann. "Moderne
Menschen haben oft schlecht synchronisierte innere Rhythmen und
schlafen im Durchschnitt etwa eine Stunde weniger als vor 20 Jahren", sagt
Anna Wirz-Justice, Leiterin des Zentrums für Chronobiologie der Universität
Basel gegenüber GEO WISSEN. "Vielleicht sind viele unserer so
genannten Zivilisationskrankheiten langfristige Folgen eines Lebens
gegen die innere Uhr."
Unter www.geo.de/presse-download
finden Sie das aktuelle Heftcover zum Download.
Einfluss von Licht auf die Fruchtbarkeit der Sauen
Die Lichtintensität wirkt sich auf das Wohlbefinden und den Hormonhaushalt
der Sauen aus und beeinflusst so die Fruchtbarkeit und die Leistung der
Tiere.
Licht beeinflußt die Ausschüttung von Serotonin und Melatonin durch die
Epiphyse.
Die Dunkelheit steigert die Melatoninabgabe, was die Bildung und Abgabe von
GNRH (Gonatropinreleasinghormon) unterdrückt.
Die natürliche Stimulation der Eierstöcke wird dadurch gehemmt.
In der Jungsauenaufzucht wird ohne zusätzliches Kunstlicht die Entwicklung
der Geschlechtsorgane behindert.
In der Aufzucht kann es bei Lichtmangel zur Verzögerung oder zum Ausbleiben
der Geschlechtsreife kommen.
Untersuchungen von Dr. Lahrmann (Berlin) in sieben Zuchtbetrieben ergaben
folgende Ergebnisse:
In den untersuchten Zuchtbetrieben wurde die
Beleuchtungsintensität von 50 auf 300 Lux erhöht.
Die Lichtquellen waren in Trognähe angebracht und die
Beleuchtungsdauer betrug ganzjährig 12 h am Tag.
Es ergaben sich folgende Leistungsverbesserungen:
- 8 % geringere Umrauschquote
- 3 % geringere Ausfallquote wegen Unfruchtbarkeit
Die Wurfgröße war signifikant um 0,5 Ferkel größer. Saisonale Schwankungen
blieben, wenn auch in geringerem Maße, erhalten.
Welche Möglichkeit gibt es, eine ausreichende Lichtintensität im Stall zu
erzeugen?
Eine Lichtintensität von 100 Lux erreicht man z.B. durch Fensterflächen von
1/12 der Stallgrundfläche nach Südwesten oder durch eine Installation von
100 Watt Lampen in 2,80 m Höhe und in einem Abstand von 2 m.
Durch die Installation von 18 Watt Energiesparlampen in Tiernähe können 300
Lux erreicht werden.
Vollspektrallampen erzeugen ein dem Sonnenlicht vergleichbares Kunstlicht.
Sie sind teuer, dafür aber langlebig.
Die Anbringung von 58 Watt Vollspektrallampen ca. 2 m über dem Rücken der
Sauen im Abstand von 1 m erzielen eine Lichtintensität von 400 - 500 Lux im
Tierbereich.
Die Lichtintensität an einem hellen Sommertag im Freien liegt bei bis zu 60
000 Lux.
http://www.veredlungsproduktion.de
Schichtarbeiter-Syndrom: Ein Leben gegen die innere Uhr
11.11.2005 Infos für Ärzte
Die deutsche Zulassungsbehörde (BfArM) hat jetzt die Zulassung für Modafinil
zur Behandlung exzessiver Schläfrigkeit in Verbindung mit einem
mittelschweren bis schweren chronischen Schichtarbeiter-Syndrom erteilt.
Damit steht ein Medikament zur Verfügung, welches die Müdigkeit bei
Nachtarbeitern reduziert und somit Konzentrationsstörungen und die
Unfallgefahr verringert.
Modafinil wirkt gezielt auf die Schlaf-/Wachzentren des Gehirns und fördert
so spezifisch die Wachheit, ohne jedoch den gewollten Schlaf zu
beeinflussen. Es unterscheidet sich in seinem pharmakologischen Profil
grundlegend von herkömmlichen Stimulanzien wie den Amphetaminen und weist
kein Suchtpotenzial auf. Ungefähr eine Stunde vor Beginn der Nachtschicht
werden 200 mg Modafinil eingenommen. „Damit kann man die Nachtschicht besser
durchstehen, und Häufigkeit und Dauer von Aufmerksamkeitsstörungen werden
reduziert“, erklärt Dr. Ingo Fietze, vom Schlafmedizinischen Zentrum des
Universitätsklinikums Charité Berlin.
Die Wirksamkeit von Modafinil beim Schichtarbeiter-Syndrom belegt die Studie
von Czeisler, C.A. et al. (New England Journal of Medicine 2005; 353:
476-486), die zur Zulassung geführt hat: Kurz vor Beginn jeder Schicht
wurden drei Monate lang 200 mg Modafinil oder Placebo eingenommen. Unter der
Einnahme von Modafinil fand eine signifikante Verbesserung gegenüber den
Ausgangswerten und gegenüber Placebo statt. Während sich in der
Modafinil-Gruppe die klinische Symptomatik bei 74 Prozent der
Schichtarbeiter zurückbildete, war dies unter Placebo nur bei 36 Prozent der
Fall (p < 0,0001). Auch die Häufigkeit von Aufmerksamkeitsdefiziten wurde in
der Modafinil-Gruppe signifikant verringert (p < 0,0001).
Schichtarbeiter-Syndrom – eine Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus
Etwa zehn Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland arbeiten regelmäßig oder
zumindest gelegentlich im Schicht- oder Nachtdienst wie zum Beispiel
Polizisten, Krankenhauspersonal oder Beschäftigte im produzierenden Gewerbe.
Besonders bei der Nachtarbeit arbeiten und schlafen diese Erwerbstätigen
gegen den normalen Tag-Nacht-Rhythmus. Sie sind zu einer Zeit aktiv, in der
ihre innere Uhr Schlaf vorgibt, und sie sollen schlafen, wenn ihr Körper auf
Wachsein eingestellt ist. Während der Nachtschicht sind daher eine
verstärkte Müdigkeit und eine verschlechterte Aufmerksamkeit nachweisbar.
Bis zu zwei Drittel der Schichtarbeiter schlafen mindestens einmal pro Woche
bei der Arbeit ein.
Die Diskrepanz zwischen innerer Uhr und äußeren Lebensumständen führt bei
knapp einem Viertel der Schichtarbeiter zu einem chronischen
Schichtarbeiter-Syndrom (ICD-10 Ziffer G47.2). Die Betroffenen klagen über
exzessive Schläfrigkeit während ihrer Arbeitsphase und/oder über
Schlaflosigkeit während ihrer Hauptschlafphase am Tage.
„Die ständige Müdigkeit kann ernsthafte Konsequenzen haben und bedeutet auch
ein gesteigertes Unfallrisiko am Arbeitsplatz“ so Professor Dr. Zulley vom
Schlafmedizinischen Zentrum des Universitäts- und Bezirksklinikums
Regensburg: „Neben der verminderten Leistungsfähigkeit im Beruf, die bis zum
Jobverlust führen kann, wirkt sie sich auch häufig negativ auf soziale
Kontakte und das Familienleben aus.“ Eine frühzeitige Diagnose und
Behandlung ist daher sehr wichtig – nicht nur für Betroffene: Denn durch das
erhöhte Unfallrisiko können sie auch andere in Gefahr bringen.
Modafinil ist der erste Vertreter einer neuen Klasse von Vigilanz
steigernden Medikamenten. In Deutschland ist Modafinil bereits zur Therapie
exzessiver Tagesschläfrigkeit infolge von Narkolepsie und obstruktiver
Schlafapnoe zugelassen. Es ist generell sehr gut verträglich. Als häufigste
Nebenwirkung nennen Patienten leichten bis mäßigen Kopfschmerz, der aber
meist nach einer gewissen Behandlungsdauer verschwindet. Modafinil sollte
eingenommen werden, wenn andere schlafhygienische Maßnahmen (z. B.
Abdunkelung und Lärmabschirmung des Schlafraumes) zu keiner zufrieden
stellenden Besserung der Schläfrigkeit führen.
Quelle: Cephalon
Melatonin ist schuld "Winterschlaf" hält an
Mit der Wintersonnenwende werden die Tage wieder länger, bis die Stimmung
der Menschen wieder steigt, kann es aber noch dauern. "Der 21. Dezember ist
zwar der kürzeste Tag des Jahres, doch ist dies nicht notwendigerweise der
psychologische Tiefpunkt des Jahres" sagte der Leiter des
schlafmedizinischen Zentrums Regensburg, Jürgen Zulley, in einem Gespräch
mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
"Der Körper schüttet verstärkt Melatonin aus, ein Nachthormon, das dem
Körper mitteilt, von Arbeit auf Ruhe umzuschalten", weiß Zulley. Müdigkeit
und Trägheit seien Zeichen einer Art von Winterschlaf. Die Körpertemperatur
sinkt und der Körper habe einen höheren Bedarf an Schlaf und Kohlenhydraten.
"Früher hat sich unser Lebensrhythmus den Jahreszeiten angepasst. Heute kann
sich einfach keiner mehr leisten, im Winter weniger zu tun." Die Bauern
beispielsweise hätten einst in der dunklen Jahreszeit auf Sparflamme
geschaltet. "Im Winter haben sie am Feuer gesessen und Holzfiguren
geschnitzt", sagte Zulley.
Bei der Mehrheit der Bevölkerung drückt der Lichtmangel lediglich auf die
Stimmung, doch bei rund zehn Prozent führt er zu so genannten
Winterdepressionen. "Es handelt sich um eine atypische Depression, die
normalerweise im November beginnt und im März von alleine endet. Meist
trifft es Menschen, die bereits eine Neigung zur Depression haben." Hier sei
eine Lichttherapie zu empfehlen. Täglich zwanzig bis dreißig Minuten vor
einer Speziallampe seien bereits ausreichend. Alternativ sei es auch
hilfreich, tagsüber einen langen Spaziergang zu unternehmen, zumal das auch
gut für die körperliche Kondition ist. Ansonsten bleibt vor allem, auf den
Frühling warten.
Mittwoch, 21. Dezember 2005 www.n-tv.de
Schlafmittel -
Melatonin hilft tagsüber am besten
Das Hormon Melatonin verhilft zum Schlaf des Gerechten
Als Einschlafhilfe wirkt Melatonin am besten zu schlafuntypischen Zeiten.
Schichtarbeiter und Jetlag-Geplagte können davon profitieren.
Eine Doppelblind-Studie der Harvard Medical School und der
schlafmedizinischen Abteilung des Brigham and Women’s Hospital hat die
Wirksamkeit von Melatonin als Einschlafhilfe nachgewiesen. Am besten
funktioniert das Hormon, wenn man es tagsüber nimmt. Davon profitieren
besonders Personen, die im Schichtdienst arbeiten oder nach einem Fernflug
unter Jetlag leiden.
Melatonin spielt eine wichtige Rolle für die Unterscheidung von Tag und
Nacht und unsere biologische Uhr. Der Körper schüttet das Hormon bei
Dunkelheit selbst aus, Tageslicht bremst die Produktion. Vor allem in den
USA ist Melatonin, das dort als Nahrungsergänzung überall zu haben ist, seit
langem ein beliebtes Schlafmittel. Verschiedene Studien zur Wirksamkeit der
hormonellen Einschlafhilfe zeigten bisher sehr widersprüchliche Resultate.
Künstlicher Jetlag im Schlaflabor
Die jetzige placebo-kontrollierte Doppelblind-Studie testete die
Melatoninwirkung an 36 Versuchspersonen. Die Frauen und Männer zwischen 18
und 30 waren alle gesund und hatten keinerlei Schlafstörungen. Vor dem
eigentlichen Test mussten sie drei Wochen auf Koffein, Alkohol, Nikotin und
Medikamente verzichten. Dann beobachteten die Forscher sie drei Nächte lang
im Schlaflabor, um ihr natürliches Schlafmuster und die
Melatoninausschüttung zu messen.
„Danach schickten wir die Teilnehmer in künstliche Schlaf-Wach-Rhythmen von
20 Stunden, die jeweils Langzeitflüge Richtung Osten simulieren sollten“,
erläutert Studienautor Charles Czeisler die aufwändigen
Untersuchungsbedingungen. Drei Wochen lang nahmen die Probanden vor der
Schlafphase Melatonin in zwei verschiedenen Dosierungen oder ein Placebo
ein.
Melatonin-Pillen helfen nur tagsüber
Tagsüber, wenn der Körper das Hormon nicht selbst bildete, schliefen alle
Melatonin-Nutzer deutlich besser als die Placebo-Gruppe. Zu Zeiten, in denen
der Körper von Natur aus Melatonin bildet, hob sich der Vorteil dagegen
völlig auf.
„Unsere Studie zeigt, dass Melatonin als Schlafmittel dem Körper nur zu
Zeiten hilft, in denen er das Hormon nicht selbst herstellt“, so Charles
Czeisler. „Es verschaffte den Teilnehmern tagsüber eine Extra-Stunde Schlaf,
war aber wirkungslos als nächtliche Einschlafhilfe, weil da der Körper
selbst Melatonin produziert. Für Nachtarbeiter oder andere Personen, deren
Lebensrhythmus nicht mit der inneren Uhr synchron läuft, ist das eine
bedeutende Entdeckung.“
Die Studie erscheint in der Mai-Ausgabe des Fachmagazins „Sleep“.
01.05.06 http://focus.msn.de