TAURIN
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Taurin Herzschutz: Theorien, Theorien ... Ballard-Croft, C et al: Interaction between taurine and angiotensin II: calcium transport and myocardial function. Amino Acids 1997/13/S.105-114 und Allo, SN et al: Taurine depletion, a novel mechanism for cardioprotection from regional ischemia. American Journal of Physiology 1997/273/S.H1956-H1961 Taurin gilt als cardioprotektiv. Welche Effekte es am Herzen ausübt, hängt jedoch entscheidend vom gewählten Versuchsmodell ab. So schützte es nach einem ischämischen Ereignis wiederdurchblutete Rattenherzen vor dem gefürchteten Einstrom von Calciumionen in die Zellen. Die Schlagkraft des Herzens besserte sich jedoch wider Erwarten nicht. Andere Versuche an isolierten Rattenherzen lassen auf den gegenteiligen Effekt schließen: Hier fielen die Schäden bei einem Infarkt um die Hälfte niedriger aus, wenn der Herzmuskel wenig Taurin enthielt. Stover, JF et al: Neurotransmitters in cerebrospinal fluid reflect pathological activity. European Journal of Clinical Investigation 1997/27/S.1038-1043 Bei Epilepsie, Mongolismus und Sehschwächen finden sich häufig niedrige Taurinspiegel. Bei anderen Krankheiten wiederum sind die Taurinspiegel erhöht, wie etwa in der Bronchialflüssigkeit von Asthmatikern sowie in der Hirnflüssigkeit von Patienten mit Hirnhautentzündung, Multipler Sklerose und Erkrankungen des Rückenmarks. Das bedeutet keineswegs, daß es sich bei den genannten Störungen um Taurinmangelkrankheiten oder Taurinvergiftungen handelt. Die Taurinspiegel lassen sich jedoch diagnostisch nutzen: Wie im Städtischen Klinikum Ludwigshafen herausgefunden wurde, sind erhöhte Taurinspiegel in der Rückenmarksflüssigkeit ein Kennzeichen für neurologische Schäden im Gehirn, die durch den Neurotransmitter Glutamat ausgelöst werden. Die einfache und billige Bestimmung der Taurinspiegel erlaubt es, schnell die richtigen Medikamente zu verordnen. Modern Energy Drinks - was ist drin und dran? Neben Zucker sind die Hauptbestandteile sogenannter Modern Energy Drinks,
Koffein und
Taurin. Diesen Getränken dürfen bis zu 350 mg/l Koffein zugesetzt werden (das entspricht etwa der Menge von 3 Tassen Kaffee oder 3 Liter Coca Cola), so dass bei einem Konsum von mehr als 1 Liter bereits mit einem positiven Dopingbefund gerechnet werden muß. Die potentielle Leistungssteigerung ist in erster Linie auf den Kohlenhydrat- und Koffeingehalt dieser Getränke zurückzuführen, die Mechanismen wurden bereits ausführlich erklärt. Taurin ist ein Zwischenprodukt, das bei der Herstellung von Waschmitteln anfällt. 1824 wurde die Substanz erstmals aus Ochsengalle gewonnen und erhielt daher den Namen Taurin, abgeleitet vom griechischen tauros = Stier. Mittlerweile wurde sein Image tüchtig aufpoliert, wobei der Name inspiriert haben mag: In der Phantasie mancher Zeitgenossen wandelte sich das Ochsengallen-Isolat zum kräftigenden Stierhoden-Extrakt. Viele Energy Drinks kommen ohne den angeblich Geist und Körper "belebenden" und "entgiftenden" Inhaltsstoff nicht aus. Die Fachliteratur dazu ist spärlich. In einer Studie mit Ausdauersportlern konnte jedenfalls kein leistungssteigernder Effekt nachgewiesen werden (EU.L.E.n-Spiegel 1995/H.1/S.6-7). Dafür senkte Taurin bei Ratten den Blutdruck und führte bei gleichzeitiger Gabe von Salz zu einer lebensbedrohlichen Hypernatriämie (EU.L.E.n-Spiegel 1996/H.5/S.9). Der Befund ist insofern von Bedeutung, als Energy Drinks wahrscheinlich häufig zusammen mit salzhaltigen Speisen wie z.B. Knabberartikeln konsumiert werden.
Vitamin C und
Taurin beugen bei Rauchern einer Atherosklerose vor?
DUBLIN/IOWA. Vitamin C, die Aminosäure Taurin und das Gichtmittel
Allopurinol bessern die endotheliale Dysfunktion. Diese Störung der
Gefäßwandfunktion gilt als eine der frühesten Störungen der Atherosklerose.
Die beiden Studien sind in der Online-Ausgabe von Circulation
(10.1161/01.CIR.0000046448.26751.58 und CIR.0000046447.72402.47)
erschienen. Das in der Muttermilch enthaltene Eiweiß besteht zu 65 Prozent aus dem
so genannten Molkeneiweiß (Albumin und Globulin). Es gerinnt im Magen
feinflockig und ist deshalb fürs Baby leicht verdaulich. Molkeneiweiß setzt sich
aus ganz speziellen Eiweißkörpern zusammen und enthält viele essentielle
Aminosäuren, also nicht vom Körper selbst produzierbare Aminosäuren. Viele
dieser Eiweißkomponenten sind unentbehrliche Transportmittel für Mineralstoffe
und Vitamine. Es gibt noch viele weitere Proteine, die für die Gesundheit eines Babys und für die Funktionsfähigkeit der Organe verantwortlich sind. In hoher Konzentration enthält die Muttermilch freie Aminosäuren, dazu gehört auch Taurin. Die Aminosäure Taurin ist besonders wichtig für die Entwicklung des Gehirns, der Netzhaut des Auges und der Leber. Eine Zeitlang wurde in der Werbung Taurin als Zugabe in der künstlichen Säuglingsnahrung als große Errungenschaft präsentiert. Die Natur liefert es aber kostenfrei und direkt in der Muttermilch mit. Taurin, 2-Aminoethansulfonsäure, kommt sowohl im menschlichen Körper als auch bei allen Säugetieren vor. Seine Hauptwirkung besteht als Neurotransmitter bei der Nervenreizleitung. Es wird in ausreichender Menge vom Körper synthetisiert und muß, außer bei Kleinkindern, nicht zugeführt werden. Muttermilch enthält ungefähr 50 mg Taurin pro Liter. Kuhmilch etwa 5 bis 7 mg pro Liter. Außer in der Muttermilch kommt Taurin bei Säugetieren auch im Gehirn, im Herz und in der Retina vor. Isoliert wurde das Taurin zum ersten Mal aus der Stiergalle, woraus sich auch der Name ableitet (tauros = Stier). In der Galle ist das Taurin allerdings mit Cholsäure als Taurocholsäure verbunden. Der Organismus synthetisiert das Taurin aus dem Cystein. Künstlich herbeigeführter Taurinmangel bei Katzen führt zu einer Verkümmerung der Retina und somit zu Blindheit. Der wichtigste Aspekt von Taurin ist seine Eigenschaft, Stoffen den Übertritt in die Blutbahn zu erleichtern. Dies ist auch die Hauptwirkung bei gleichzeitiger Einnahme von coffeinhaltigen Getränken. Probleme können sich dann ergeben, wenn mit diesen Getränken Alkohol, Medikamente oder Drogen eingenommen werden, da Taurin auch den Übertritt dieser Stoffe in die Blutbahn und damit ihre Wirkung steigert. Lange als entbehrliches Nebenprodukt des Cystein-Stoffwechsels unterschätzt, haben Wissenschaftler nun die Relevanz der Aminosäure Taurin für den adulten Organismus neu bewertet. Ein zu niedriger Taurinspiegel, wie er bei Patienten nach einer Strahlen- oder Chemotherapie, nach Traumata oder Operationen sowie bei Sepsis vorliegt, soll nach Empfehlung der Wissenschaftler generell durch eine Taurin-Supplementierung ausgeglichen werden. Besonders betroffen sind Langzeit parenteral ernährte Patienten, da die endogene Synthese von Taurin nicht ausreicht. Taurin ist an zahlreichen Körperfunktionen beteiligt: Zum
einen hemmt es als Neurotransmitter die Reizübertragung an inhibitorischen
Synapsen im Zentralen Nervensystem. Zum anderen reguliert es die
Calcium-Homöostase in Herz und Auge. Dadurch gewährleistet Taurin
Membranpotenziale, die das Herz gleichmäßig schlagen lassen und den Sehvorgang
aufrecht erhalten. Darüber hinaus hat es große Bedeutung im Leberstoffwechsel:
Hier konjugiert Taurin mit Gallensäuren zu Gallensalzen und ermöglicht einen
reibungslosen Gallefluss. Ist dieser Ablauf mangels Taurin gestört, kommt es
häufig zu Gallestauungen (Cholestasen) und hepatobiliären Dysfunktionen.
Präventiv bei chirurgischen, strahlen- oder chemotherapierten Patienten
substituiert, können ein zu niedriger Taurinspiegel und die damit verbundenen
Komplikationen verhindert werden. "Taurin-haltige Nährlösungen für Erwachsene
sind ein echter Fortschritt in der parenteralen Ernährung", so Dr. Rüdiger
Kilian, Leiter der Krankenhausapotheke am Klinikum Heilbronn. "Aufgrund unserer
langjährigen Erfahrungen in der Pädiatrie, erwarten wir durch sie auch bei
Erwachsenen einen weiteren Rückgang der Cholestasen." Quelle: Mehr
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