TODESFÄLLE IM SPORT
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Todesfälle im Sport
Zu
Sportkardiologie
Plötzlich und unerwartet.. Spektakuläre Todesfälle im Sport und ihre Erklärung
Birgit Dressel, Heiko Fischer, Stèphane Morin, Florence Griffith-Joyner – das sind
bekannte Namen, die ein
tragisches Schicksal eint. Einige von ihnen sind die Spitze des Eisbergs von etwa 900 Sportlern, die pro Jahr in
Deutschland den Herztod erleiden. In der Öffentlichkeit werden diese Todesfälle in einem unangenehmen
Zusammenhang erwähnt: Stirbt ein bekannter Sportler „plötzlich und unerwartet“, wird zuerst auf
Doping getippt.
Dabei ist bei genauerem Hinsehen kein einziger Todesfall auf die Einnahme verbotener Substanzen
zurückzuführen. Tatsächlich lagen diesen fatalen Ereignissen meist krankhafte Herzfunktionsstörungen zugrunde.
Die Öffentlichkeit ist inzwischen bezüglich Doping so sensibilisiert, daß sich fast jeder Spitzenathlet für eine ordentliche Leistung
entschuldigen muß, sie real erbracht zu haben. Das Standardbeschuldigungsmodell stammt aus dem Profiradsport, aktuell von der Tour de
France. Bei allen Anschuldigungen wird übersehen, daß nur durch jahrelanges hartes Training der Radsportler in der Lage ist, die 3700 bis
4000 km lange Tour de France zu überstehen. Das Problem für die Athleten in diesem Fall ist die zu kurze Regenerationszeit und nicht so
sehr die direkte Etappenbelastung.
Die Todesfälle im Sport (siehe Tab. 1) werden gegenwärtig allzu schnell mit Doping in Verbindung
gebracht. Das beste Beispiel der
vorschnellen Urteilsbildung und Manipulation der öffentlichen Meinung über die Todesursache ist der plötzliche Tod der schnellsten Frau
der Welt, der US-Sprinterin Florence Griffith-Joyner. Mag sie die Regeln der Fairneß verletzt haben oder nicht, jedenfalls wurde sie
niemals positiv getestet. Sie starb, die Autopsie belegte es, an einem Anfallsleiden, hervorgerufen durch einen seltenen Hirntumor.
| Name |
Alter |
Sportart |
Unfalltag |
Unfallart |
|
Birgit Dressel |
26 |
Siebenkämpferin |
10.04.1987 |
Tod durch Schockzustand |
|
Heiko Fischer |
29 |
Eiskunstläufer |
21.11.1989 |
Tod durch Herzmuskelerkrankung |
|
Michael Klein |
33 |
Fußballer |
02.02.1993 |
Tod durch Herz-/Kreislaufversagen |
|
Uwe Beyer |
48 |
Hammerwerfer |
15.04.1993 |
Tod durch Herzinfarkt |
|
Bruno Pezzey |
39 |
Fußballer |
31.12.1994 |
Tod durch Herzmuskelerkrankung |
|
Sergej Grinkow |
28 |
Eisläufer |
20.11.1995 |
Tod durch Herzattacke |
|
Ralf Reichenbach |
47 |
Kugelstoßer |
13.02.1998 |
Tod durch Herzversagen |
|
Axel Jüptner |
29 |
Fußballer |
24.04.1998 |
Tod durch Herzmuskelerkrankung |
|
Lars Bolte |
31 |
Bobfahrer |
14.09.1998 |
Tod durch Herzinfarkt |
|
Florence Griffith-Joyner |
38 |
Sprinterin |
21.09.1998 |
Tod durch Hirnschlag |
|
Asamoah Gerald |
20 |
Fußballer |
27.09.1998 |
überlebte Herzanfall, weiterhin krank |
|
Stèphane Morin |
29 |
Eishockeyspieler |
06.10.1998 |
Tod durch Herzstillstand |
|
Markus Paßlack |
o.A. |
Fußballer |
1998 |
Tod durch Herzversagen |
|
Emanuel Nwanegbo |
o.A. |
Fußballer |
1998 |
Tod durch Herzversagen |
|
Jaroslav Hauer |
o.A. |
Eishockeyspieler |
27.12.1998 |
Tod durch Herzversagen |
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Spektakuläre Todesfälle unter Spitzensportlern.
Zu den 900 Sportlern, die pro Jahr in Deutschland den Herztod erleiden, zählen
erschreckend häufig junge Spitzensportler. Mangels Autopsie gelingt selten der Nachweis, wer an einer Herzmuskelerkrankung starb.
Daß Doping prinzipiell der Gesundheit schadet, daran zweifelt niemand mehr. Der Regelverstoß durch unerlaubte Vorteilsnahme im
Leistungssport wird und muß auch künftig bestraft werden. Um aber korrekt zu sein, die Todesfälle bekannter Leistungssportler waren alle
nachweislich auf Störungen der Herzfunktion zurückzuführen. Bislang ist noch kein Athlet bei alleiniger Einnahme von anabolen Substanzen
mit einem gesunden Herzen gestorben. Selbst die Profibodybuilder, bei denen in letzter Zeit zwei Todesfälle auftraten, starben an einer
Kaliumvergiftung . Die mißbräuchliche Kaliumaufnahme entwässert die Zellen und macht so die Haut für die Posendarstellung dünn. Die
lebensgefährlichen Nebeneffekte sind die Blutverdickung und die Störung der Blutgerinnung. Der Anstieg der Hämatokrits über 55 Prozent
ist ein ernstes Anzeichen für verdicktes Blut und erhöht die Emboliegefahr. Das ist aus gesundheitlicher Sicht auch der Hauptgrund, den
EPO-Mißbrauch konsequent zu bekämpfen.
Eine auffallende Häufung der Todesfälle trat in letzter Zeit im Eishockey auf. Wahrscheinlich mangelt es an einer konsequenten
sportmedizinischen Versorgung. Trotz Grippe, Bronchitis, fehlender Voruntersuchung oder Vorschädigung des Herzens wurde
weitergespielt. Viele teure Profis kommen zudem aus dem Ausland und werden gesundheitlich nicht gründlich gecheckt. Als den
Leistungsträgern der Mannschaft werden ihnen zu wenige notwendige Pausen gewährt. Man kann es so konstatieren: Alle unerwarteten
Todesfälle haben eine Vorgeschichte, die zu einer allmählichen Funktionsstörung des Herzens geführt hat.
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Betreuung im Sport und Leistungssport
Nicht in allen Sportverbänden gibt es eine durchgängige und qualifizierte medizinische Betreuung. Völlig offen ist die Betreuung im Freizeit-oder Fitneßsport. Manchmal sind unter gesundheitlichen Gesichtspunkten auch die sportlichen Ambitionen von Wiederbeginnern und
Späteinsteigern nach dem 40. Lebensjahr riskant. Hier ist ein vorheriger Gesundheitscheck unbedingt anzuraten.
Bei organisierten Sportlern sollten die Sportverbände verstärkt darauf dringen, daß sich der Athlet regelmäßig sowohl dem Arzt für Innere
Medizin vorstellt als auch orthopädischen Gesundheitschecks unterzieht, die er auch dokumentiert bekommt. Das alljährlich einzuholende
Gesundheitsattest für den Startpaß muß ernst genommen werden. Der Sportler hat für seine eigene medizinische Gesundheitskontrolle die
eigentliche Verantwortung. Das momentane Freisein von Beschwerden darf nicht über möglich latente Herzfunktionsstörungen oder
Gelenkschädigungen hinwegtäuschen. Die Aufforderung zur regelmäßigen Gesundheitskontrolle hat nämlich nicht ein Sportverbot zum Ziel,
sondern es soll dabei das individuell richtige Maß der sportlichen Belastung herausgefunden werden.
Im Leistungssport geht es vor allem um die Einhaltung von Regenerationszeiträumen, in denen auch Möglichkeiten der Behandlung mit
pflanzlichen Wirkstoffen, Mineralien, Vitaminen u.a. genutzt werden sollten. Bei vielen Professionals hat die zusätzliche Sicherung der
Gesundheitsstabilität mit geeigneten und erlaubten physiologischen Substanzen einen hohen Stellenwert. Insgesamt sollte mehr Wert auf die
umfassende Betreuung aller Sporttreibenden als bisher gelegt werden, besonders, wenn man den Sport ein Leben lang bis in das hohe
Alter ausführen möchte.
Der verschleppte Infekt
Bisher besuchen Sportler überwiegend einen Arzt wegen orthopädischer Beschwerden (besonders nach Verletzungen oder Operationen).
Die orthopädische Versorgung der Sportler ist gegenwärtig auch effizienter als die internistische. Aber gerade die Vorbeugung, das
Herz-Kreislauf-System betreffend, hat sich als sehr wichtig erwiesen. Bei vielen plötzlichen Todesfällen im Sport, besonders auffällig bei
Volkssportläufen, hat sich nachträglich herausgestellt, daß in der Vorgeschichte bereits Herzerkrankungen bekannt waren, die ignoriert
wurden.
Das größte gesundheitliche Risiko für den Freizeit- oder Leistungssportler ist allerdings nach heutiger Erfahrung die vorschnelle
Wiederbelastung nach einem fieberhaften Infekt bzw. einer Viruserkrankung. Der verschleppte Infekt, der vorzeitige Start nach
Erkrankung, die unterlassene Regeneration bei unklaren Gesundheitsstörungen und die unklare Leistungsabnahme können u.a. darauf
hinweisen, daß das Herz in seiner Funktion beeinträchtigt ist. Das Alter des Sportlers spielt in diesen Fällen kaum eine Rolle. Sowohl
zwanzig- als auch fünfzigjährige Freizeitsportler können von Komplikationen im Herz-Kreislauf-System betroffen werden. Die
Herzfunktionsstörungen sind aufgrund der großen Fortschritte in der Herzdiagnostik nicht nur Probleme für die alternden Männer und
Frauen. Auch der jugendliche Athlet ist nicht vor den Komplikationen wie
Herzinnenhautentzündung, Herzmuskelentzündung,
Herzklappenentzündung, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufstörungen geschützt. In jungen Jahren ist es nicht gleich eine koronare
Herzerkrankung oder ein Herzinfarkt, der Ängste auslösen muß. Die entzündlichen Erkrankungen am Herzen sind viel heimtückischer,
einfach deshalb, weil sie anfangs schwer zu erkennen sind.
Daß die gesundheitliche Vorbeugung im deutschen Leistungssport wirksam ist, dafür zeugen die engmaschig betreuten Kaderathleten mit
A-, B- oder C Kaderstatus. Bei diesen Athleten ist in letzter Zeit kein fatales Ereignis beim Sporttreiben durch Herzversagen oder eine
Herzmuskelentzündung bekannt geworden. Damit ist der praktische Beweis erbracht, daß sich die Vorsorgeuntersuchung lohnt.
Wie entstehen die Risiken beim Sport?
Ein gemäßigtes Sporttreiben ein Leben lang ist von unbestrittenem Nutzen und wirkt sogar lebensverlängernd. Nur durch erhöhte
motorische Aktivität und Sport, verbunden mit disziplinierter Nahrungsaufnahme, kann den vielen Zivilisationkrankheiten (Bluthochdruck,
Diabetes, Fettsucht, Blutverfettung u.a.) begegnet werden. Nachweislich kann die eigene Lebenserwartung durch regelmäßigen Sport um
mindestens zwei Jahre verlängert werden. Natürlich kann man sich auch mal verletzen, aber daran stirbt man nicht. Orthopädische
Erkrankungen sind heilbar.
Für Kritiker und Skeptiker ist es natürlich die Frage, ob man passiv im Sessel sitzend gesünder bleibt, als wenn man sich im Sport verletzt.
Der bekannte Sportmediziner Hollmann hat den Sport mit einem Medikament verglichen, welches in seiner Breitenwirkung unübertroffen
ist. Hier sei nur an das bekannte und nachhaltige Wohlfühlen nach einem anstrengenden Ausdauertraining erinnert, einer Wirkung, die auf
der belastungsbedingten Ausschüttung der körpereigenen Opioide (Endorphine) beruht.
Für Sportler aller Couleur und auch die Untätigen unter uns bleibt allerdings ein gemeinsames Risiko: der Kontakt mit Viren und anderen
krankmachenden Keimen. Gegen Viruserkrankungen gibt es noch keine wirksamen Medikamente (außer bestimmten Impfungen).
Besonders Athleten und Betreuer sollten sich bewußter vor diesen Einflüssen schützen.
Im Sport und besonders im Leistungssport können mehrere Ereignisse zusammenkommen, die Sportler und/oder Betreuer zu
Fehlentscheidungen veranlassen können. Ein Hauptfehler ist der Start zum Wettkampf um jeden Preis!
Die psychophysische Beanspruchung beim Leistungstraining löst Streßregulationen im Körper aus. Der belastungsbedingte Anstieg des
Hormons Cortisol, welches zur energetischen Sicherung der Belastung absolut notwendig ist, beeinflußt nachhaltig die natürliche
biologische Abwehr. Je höher der Cortisolanstieg ist, desto stärker sind die Auswirkungen auf das Immunsystem. Besonders Wettkämpfe
und energetische Grenzsituationen bei Langzeitbelastungen, die mit Glycogenmangel und Proteinabbau einhergehen, fördern den hohen
Cortisolanstieg.
Bekanntlich ist für die natürliche Abwehr ein Verband von hochspezialisierten Zellen im Körper verantwortlich, der als Immunsystem
bekannt ist. Besonders intensive und längere Trainingsbelastungen sowie Wettkämpfe in dichter Folge führen zu einer Schwächung des
Immunsystems und mindern somit die körpereigene Abwehrfähigkeit. In diesem Zustand ist der Athlet für krankmachende Keime
empfänglich, die besonders das Atmungssystem, den Magen-Darm-Trakt oder die Muskulatur attackieren. Der Sportler, der sich in einem
trainingsbedingt geschwächten Zustand infiziert, kann sich anfangs nicht klar entscheiden, ob er weiter trainieren soll oder kann oder ob
eine Pause sinnvoller wäre. Er kann die Abwehrfähigkeit seines eigenen Immunsystems sowohl für das Training als auch für die
Belastungspause nicht abschätzen. Die Körpersignale sind hierbei nicht ganz eindeutig, also sind sie unzuverlässig und verführen noch zu
hohen Belastun-gen. Aus jahrelanger praktischer Erfahrung kann gefolgert werden, daß im Zweifelsfall die Belastungspause die bessere
Entscheidung für den Sportler ist.
Warum gerade der Herzmuskel?
Die Viren gelangen über die Schleimhäute des Atmungssystems oder des Magen-Darm-Traktes in das Blut und verteilen sich an den
Schwachstellen der Organe, wie Skelettmuskel, Leber oder Herzmuskel. Der Virusbefall der Skelettmuskulatur wird durch eine schnelle
muskuläre Ermüdbarkeit und den zunehmenden Belastungsschmerz relativ leicht bemerkt und ist ein Signal zum Pausieren. Durch die
Schonung der Muskulatur ist der Virusbefall mit natürlichen Abwehrkräften ziemlich schnell zu bekämpfen. Wenn der Muskelschmerz nach
ein bis drei Tagen nachläßt, dann beginnen eifrige Athleten bereits wieder mit dem Training. An diesem frühen Zeitpunkt der
Trainingswiederaufnahme ist noch nicht sicher zu entscheiden, ob nicht vielleicht noch in anderen Organen krankmachende Keime haften,
so z.B. an der Herzinnenhaut, an den Herzklappen und im Herzmuskel. Der Herzmuskel kann sich bei Virusbefall nicht so „ausruhen“ wie
der Skelettmuskel. Deshalb hat die vorsorgliche Schonung der Herzfunktion so ein großes Gewicht, besonders bei einem Sportler.
In einer Retrospektive hat der Olympiasieger von 1980 über 50 km Gehen, H.
Gauder, eingeschätzt, daß er einen Virusbefall nicht
erkannte und seine sich anbahnende Leistungsschwäche mit noch mehr Training zu beantworten versuchte. Der glückliche Ausgang seiner
Herztransplantation und die Bewältigung des New York Marathons in 6 1/2 Stunden, knapp zwei Jahre nach der Operation, sind dennoch
nicht gerade ein erstrebenswertes Ziel oder Trost für leichtsinniges Verhalten.
Aus diesem Beispiel wird auch deutlich, daß sich krankhafte Komplikationen am Herzen nicht gleich in einem dramatischen Leistungsabfall
äußern, sondern der Leistungsverlust anfangs langsam und kaum bemerkt verläuft. Das entscheidende Kriterium ist aber die stetig
nachlassende Leistungsfähigkeit trotz Training und die auffallend längere Regenerationszeit. Das Ruhe-EKG oder Belastungs-EKG können
dabei noch völlig unauffällig sein.
Vorsorgeverhalten beim Leistungstraining und Freizeitsport
Um die Risiken einer schwerwiegenden Herzerkrankung einzuengen, ist nach fieberhaften oder auch fieberfreien Infekten die längere
Sportpause besonders bedeutungsvoll. In Zweifelsfällen ist immer der Weg der engmaschigen qualifizierten ärztlichen Nachsorge
notwendig. Zum Beispiel ist die Diagnose einer Herzmuskelentzündung nicht einfach und auch nicht sofort zweifelsfrei zu stellen. Wenn der
Sportler ärztlich verordnet Antibiotika einnimmt, dann sollte er im Zeitraum der Medikamenteneinnahme nicht trainieren oder an
Wettkämpfen teilnehmen. Natürlich gibt es knifflige Grenzfälle, die aber immer durch ärztlichen Rat begleitet sein sollten.
Wenn der Sportler die angeführten Empfehlungen mißachtet oder aus bisheriger Erfahrung alle Erkrankungen komplikationslos
überwunden hat, dann ist das kein Freibrief für eine trügerische Selbstsicherheit. Jede vorzeitige Wiederaufnahme des Leistungstrainings
nach Infekten oder anderen fieberhaften Erkrankungen kann bereits die Ursache für eine monatelange Leistungsstagnation trotz Trainings
sein. Meist erstreckt sich die Abwägung zur Pause oder zum „Weitermachen“ in einem Entscheidungsbereich von vier bis sieben Tagen,
also geradezu in einer Woche. Werden nach einer Woche Trainingspause noch deutliche Erhöhungen der Ruhe- und
Belastungs-Herzfrequenz festgestellt, dann sind das Anzeichen für eine noch gestörte Herz-Kreislauf-Funktion in der Heilungsphase.
In dieser Situation sind, genauso wie bei Vorsorgeuntersuchungen, ein EKG in Ruhe und bei Belastung sowie eine echokardiographische
Spezialuntersuchung durchzuführen. Die Belastungspause und eine wenn auch ergebnislose Spezialuntersuchung sind auf Dauer immer
noch die besseren Entscheidungen für den gesundheits- und leistungsbewußten Athleten statt einer riskanten Soforttrainings- oder
Wettkampfbelastung nach der Erkrankung. Das Ignorieren der Entlastung bei fieberhafter Erkrankung wäre im Leistungssport tatsächlich
ein vorgeplanter Selbstmordversuch. Unverständlich sind die immer wieder zu beobachtenden Startentscheidungen nach Infekten, die sich
wenige Tage vor bedeutenden Wettkämpfen (Deutsche Meisterschaft, Europameisterschaft u.a.) ereigneten. Erst das Leistungsversagen
oder die Zusammenbrüche im Ziel brachten im Nachhinein das Risikoverhalten an den Tag. Sicher macht der betreuende Arzt im Interesse
des Athleten, der ihn vorher absichtlich aus Angst vor Startverbot nicht konsultierte, kein großes Öffentlichkeitsszenario. Im Interesse der
Erhöhung der Eigenverantwortung von Athlet und nichtärztlichem Betreuer werden aber diese Beispiele prinzipiell angeführt.
Schwieriger sind die Fälle, bei denen es aktuell keine meßbaren Hinweise für eine Funktionsstörung des Herzens gibt und nur die
nachlassende Leistungsfähigkeit und längere Erholungsbedürftigkeit nach Training oder Wettkampf bemerkt werden. In diesen Fällen sollte
geduldig versucht werden, die Ursache dafür aufzuklären.
Mit dieser Darstellung sollte keineswegs die Freude am Training und Leistungssport verdorben werden. Die gesundheitlichen Risiken sind
bei sportlicher Untätigkeit bedeutend höher und folgenschwerer als beim Leistungssport. Es besteht kein
Anlaß, von diesem und den sich
daran anschließenden Freizeitsport bis ins hohe Alter abzurücken.
Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. med. Georg Neumann
Institut für angewandte
Trainingswissenschaft
Marschnerstr. 29
04109 Leipzig
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EKG täuscht Spitzensportler: Ein Elektrokardiogramm (EKG) Doping: Sterben Top-Sportler früher? - Staatsanwalt untersucht Todesfälle Tod im Fitness-Studio: Herzversagen ohne Warnsignale Mehr als illegal: Doping birgt Todesgefahr Abschwitzen kostete jungen Sportler das Leben Mangelnde Vorsorge: Höheres Herztodrisiko bei
Leistungssportlern Tod beim Sport – es trifft am ehesten über 50 JährigeSonntags-Sportler, die nur gelegentlich ins Fitness-Center gehen, sollten wegen möglicher Gefahren für ihr Herz vorsichtig sein. Denn sie haben ein höheres Risiko, einen tödlichen Herzinfarkt oder –stillstand beim Training zu erleiden, als regelmäßig Fitness-Treibende. Die Gefahr ist nicht sehr groß und soll niemand vom Sport abhalten, aber sie sollte auch nicht übersehen werden. Bei einer Studie in 320 Fitness-Zentren in den USA kamen auf drei Millionen Mitglieder und Gäste bei insgesamt 182 Millionen Besuchen 71 tödliche Herzinfarkte. Jeder zweite von ihnen hatte weniger als einmal die Woche Fitness betrieben. Sonntagssportler haben oft einen oder mehrere Risikofaktoren oder Herzerkrankungen in der Familie. Das Durchschnittsalter der Gestorbenen lag bei 52 Jahren, das aller Mitglieder im Fitness-Zentrum bei 30 Jahren. Unter den 71 Toten waren 61 Männer. Quelle: Ärzte Zeitung, 14.11.2000, Nr. 204 Junger Läufer stirbt beim Hamburg-Marathon Ein Todesfall hat das von einem riesigen Medienrummel begleitete Debüt von Dieter Baumann beim Hamburg-Marathon überschattet. Knapp eine Stunde nach dem Rennen gaben die Organisatoren bekannt, dass ein 19 Jahre alter Läufer aus Trittau kurz vor der Zielankunft infolge eines Kreislaufkollaps zusammengebrochen sei. Eine sofort eingeleitete Reanimation blieb erfolglos. Nach NDR-Informationen könnte eine nicht ausgeheilte Bronchitis die Todesursache sein. Der Gymnasiast war nach knapp viereinhalb Stunden Laufzeit bereits auf der Zielgeraden, als er vor den Augen Tausender Zuschauer zusammensackte. Für den sportlichen jungen Mann, der im vergangenen Jahr erstmals am Hansaplast-Marathon teilgenommen hatte, kam jede Hilfe zu spät. Der 19-Jährige galt als versierter Sportler, der bereits im Alter von zehn Jahren mit Karate begonnen hatte und regelmäßig trainierte. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären. Bereits vor 15 Jahren hatte es beim Hamburg-Marathon einen ersten tragischen Todesfall gegeben. Damals war ein 36-jähriger Familienvater am Alsterufer tot zusammengebrochen. NDR 22.4.2002 Gefahr durch „Abkochen“ vor dem Wettkampf Berichtet wird über einen 23jährigen Leichtgewichtsruderer, der sich vor dem
Wettkampf einem anstrengenden Lauftraining unterzog, um die notwendigen 2 kg
Gewicht zu verlieren. Um den Effekt zu erhöhen, trug er bei 23,8°C
Lufttemperatur mehrere Wollpullover, Wollmütze, Handschuhe und einen
Neoprenanzug. Zusätzlich konnte anamnestisch der Gebrauch von Lasix und
Diuretika nachgewiesen werden. Der Sportler kollabierte während der sportlichen
Leistung und war bei Eintreffen des Notarztes komatös, tachykard und hypoton.
Die Körpertemperatur lag zu diesem Zeitpunkt über 43°C. Ein CT des Gehirns
zeigte verstrichene Gyri als Zeichen eines erhöhten Hirndrucks. Mit externer
Kühlung und Spülung der Blase mit Eiswasser konnte die Körpertemperatur langsam
gesenkt werden, der Kreislauf wurde aber zunehmend instabil. Laborchemisch
bestanden Zeichen eines ausgeprägten myokardialen Schadens sowie einer
hochgradigen Rhabdomyolyse. Infolge eines akuten Nierenversagens blieb der
Sportler anurisch. Im Rahmen eines beginnenden Leberversagens und einer
disseminierten intravasalen Gerinnung mit Verbrauchskoagulopathie war die
plasmatische Gerinnung beträchtlich eingeschränkt (Quick 10%, PTT>180s). In der
Folge kam es zu einem fulminanten Multiorganversagen. Trotz maximaler
intensivmedizinischer Therapie mit massiver Substitution von Blutprodukten,
kontinuierlicher Hämodiafiltration und inhalativer Stickstoffmonoxidapplikation
verstarb der junge Sportler 48 h nach Aufnahme auf der Intensivstation.
Der anstrengungsinduzierte Hitzschlag ist eine seltene aber potentiell
lebensbedrohliche Erkrankung. Eine Vermeidung ist bei Beachtung der
Risikofaktoren problemlos möglich. Bei bewusster Missachtung der Risikofaktoren
im Falle eines „Abkochens“ wie im vorliegenden Fall müssen die Sportler auf das
Gefahrenpotential dieser Praktik aufmerksam gemacht werden. Sicherste und erste
Therapiemaßnahme stellt die sofortige Senkung der Körpertemperatur unter 39°C
dar. Fast-Todesfall Gutenberg Marathon - Mainz
06.05.2001 Berlin-Marathon 2000 "Wir müssen dieses Risiko tragen", sagte der medizinische Leiter des
Berlin-Marathons, Willi Heepe, am Tag danach. Zwei Menschen waren am Sonntag
bei dem Langstreckenlauf gestorben. Ein 58-jähriger Däne hatte während des
Marathons einen Herzstillstand erlitten, ein 38-Jähriger aus Panama war im
Ziel zusammengebrochen. Beide wurden umgehend medizinisch versorgt, jedoch
kam jede Hilfe zu spät. Zweimal hatte es zuvor in der Geschichte des
Berlin-Marathons Todesfälle von Läufern gegeben. 1986 starb ein Teilnehmer
kurz vor dem Ziel, der sogar beim Herzspezialisten Heepe in einer
Reha-Behandlung war. Er hatte sich den Anweisungen von Heepe widersetzt.
1990 erlitt ein Starter, der ohne Training nur durch das Brandenburger Tor
rennen wollte, nach 500 Metern vor Aufregung einen Herzinfarkt erlitten. 17.08.2000 Tödlicher Alpinunfall im Klettersteig
Seewand Schwedische
Schwimmerin mit Herzattacke:
Herzversagen bei Zahnbehandlung - Italiener Denis
Zanette (32) verstorben
Denis Zanette: Radprofi war herzkrank |
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Die Verfassungsmäßigkeit
Lebenslauf.
Das Doping-Problem.
Doping. Spitzensport
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Herzinfarkt beim Elfmeter-Schießen
LONDON. Infolge des 30. Juni 1998, an dem England im
Elfmeter-Schießen gegen Argentinien verlor, wurden in Großbritannien 25 Prozent
mehr Personen mit einem akuten Herzinfarkt in Notaufnahmen eingeliefert als
üblich. Douglas Carroll von der Universität in Birmingham und andere
hochkarätige Fachleute folgern daraus, dass ein Myokardinfarkt durch emotionalen
Stress ausgelöst werden kann (BMJ 2002, 325: 1439-1442).
Die Autoren analysierten die Datenbank des Department of Health, in der 97
Millionen Einträge von 1991 bis 1999 vorliegen. Ausgehend von der Hypothese,
dass wichtige Fußballspiele, besonders solche, in denen es zu einem
Elfmeter-Schießen kommt, zu kardiovaskulären Komplikationen führen können,
untersuchten Carroll et al. die Einweisungsraten während der
Fußballweltmeisterschaft 1998. Am Tag des besagten (und wohl dramatischen)
Fußballspiels gegen Argentinien und den beiden nachfolgenden Tagen wurden 55
Personen mehr mit einem kardiovaskulären Syndrom in Krankenhäuser eingeliefert.
Dies entspricht einer Zunahme um 25 Prozent. Die Zahl der Einweisungen aufgrund
von Selbstverletzungen und Schlaganfall blieb unverändert, allerdings gab es 15
Prozent weniger Verkehrsunfälle. Die Autoren vermuten, dass neben dem
emotionalen Stress auch der erhöhte Zigaretten- und Alkoholkonsum zu den
beobachteten Ereignissen geführt hat.(23.12.2002 DEUTSCHES ÄRZTEBLATT )
Kasuistik
Marathonläufer mit KoronarstenoseGlück gehabt! Kasuistik eines 55-jährigen Marathonläufers mit koronarer Hauptstamm- und RIVA-Stenose
Lucky looser! Case-report of a 55-year-old marathon-runner
with coronary main stemand LAD-stenosis
118 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 54, Nr. 4
(2003)
Schlussfolgerung
Sowohl bei jungen als auch bei älteren Sportlern kommt der
sportärztlichen Untersuchung eine wichtige präventivmedizinische Bedeutung
zu. Neben Anamnese und körperlicher Untersuchung sind Ruhe- und
Belastungs-EKG die tragenden Säulen der sportmedizinischen Untersuchung, die
bei bestimmten Fragestellungen durch die Echokardiographie vervollständigt
wird. Da durch diese Untersuchungen sowohl bei jungen als auch älteren
Sportlern ein Großteil der Ursachen des plötzlichen Herztodes im Sport
erkannt und somit das kardiovaskuläre Risiko während sportlicher Aktivität
gesenkt werden kann, sollten sie Bestandteil sportmedizinischer
Untersuchungen sein.
Zusammenfassung
Anamnese und klinischer Befund: Bei einem 55-jährigen Hobbysportler
wurden im Rahmen einer Studie nach einem beschwerdefrei absolvierten
Marathonlauf erhöhte Konzentrationen von kardialem Troponin I bzw. T von
maximal 0,93 bzw. 0,13 ng/ml gemessen, so dass eine sportmedizinische
Nachuntersuchung erfolgte. Sportmedizinische Untersuchung: Körperlicher
Befund, Ruhe-EKG und Ruhe-Echokardiographie erbrachten keine Befunde von
Krankheitswert. Bei der Laufbandergometrie zeigten sich bei einer
Geschwindigkeit von 4,5 m/s in den EKGAbleitungen V4 bis V6
ST-Streckensenkungen um 0,25 mV und nach Belastung bis 0,4 mV, ohne dass
Beschwerden angegeben wurden. In der Stress-Echokardiographie traten ab 200
W Wandbewegungsstörungen im Bereich des Septums auf. Aufgrund der Befunde
wurde Sportverbot erteilt und eine baldige invasive Abklärung empfohlen.
Diagnose, Therapie und Verlauf: Koronarangiographisch wurde eine koronare
Herzkrankheit mit 50%-iger Hauptstammstenose und 80%-iger Abgangsstenose des
Ramus interventricularis anterior mit Indikation zur raschen aorto-koronaren
Bypass-Operation diagnostiziert, die komplikationslos erfolgte.
Schlussfolgerung: Nicht nur bei Leistungssportlern, sondern auch bei
Breitensportlern kommt der Belastungsuntersuchung in der Sportmedizin eine
wichtige präventivmedizinische Bedeutung zu. Anamnese, körperliche
Untersuchung, Ruhe- und Belastungs-EKG sind die tragenden Säulen, die bei
bestimmten Fragestellungen durch die Echokardiographie vervollständigt wird.
Einleitung
Obwohl der plötzliche Herztod augenscheinlich gesunder und
leistungsfähiger Sportler selten ist (7, 18), wird solchen Ereignissen
sowohl von Seiten der Medizin als auch der Öffentlichkeit eine besondere
Beachtung geschenkt. Oftmals werden in diesem Zusammenhang die
Unbedenklichkeit des Sports in Frage gestellt und verbesserte
Vorsichtsmaßnahmen gefordert. Die weitaus häufigste Ursache
nicht-traumatischer Todesfälle im Sport stellen kardiovaskuläre Ereignisse
dar (13), wobei zwischen Sportlern unterhalb und oberhalb des 35. bzw. 40.
Lebensjahres differenziert werden kann Marathonläufer mit Koronarstenose
Kasuistik (5, 9, 18). Für High-School-Athleten wird die Inzidenz eines
plötzlichen Herztodes mit 1:200.000 pro Hochschuljahr (7) und für
augescheinlich gesunde ältere Athleten, Jogger und Marathonläufer mit
1:15.000 bis 1:50.000 pro Jahr angegeben (8, 15, 17). Da der Mythos des
Marathonlaufs mittlerweile Tausende von Menschen aller Altersgruppen
veranlasst, an sogenannten Volksmarathonläufen teilzunehmen, bei denen es
immer wieder auch zu tragischen Todesfällen kommt, soll anhand des
nachfolgenden Fallberichts die Bedeutung der sportmedizinischen Untersuchung
vor der erstmaligen Aufnahme und im Verlauf sportlicher Aktivitäten
dargestellt werden.
Fallbericht
Ein 55-jähriger Teilnehmer eines Volksmarathons nahm im Rahmen
einer Studie an einer sportmedizinischen Untersuchung teil, bei der vor und
nach dem Marathon kardiales Troponin T und I bestimmt wurden. Der Sportler
betrieb seit 3 Jahren Ausdauertraining mit wöchentlich ca. 3 Stunden Laufen
und ca. 2 Stunden Rad fahren. Pro Jahr wurden bisher durchschnittlich 2
Marathonläufe (immer ohne Beschwerden) absolviert, die Marathonbestzteit
betrug 4:05 Stunden. Vor dem 52. Lebensjahr wurden keine regelmäßigen
sportlichen Aktivitäten ausgeübt. An kardiovaskulären Risikofaktoren
bestanden eine seit 4 Jahren mit Simvastatin (1 x 5mg/die) behandelte
Hypercholesterinämie und ein gehäuftes Auftreten von Herz-Kreislauf-
Erkrankungen in der Familie; ein Nikotinabusus bestand nicht. Vier Wochen
vor dem Volksmarathon hatte der Sportler beim Hausarzt einen „Check”
durchführen lassen, bei dem das Ruhe-Elektrokardiogramm (EKG), die
Ultraschalluntersuchung des Herzens in Ruhe und des Abdomens unauffällig
geblieben waren. Die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader hatte eine
deutlich vergrößerte Intima- Media-Dicke rechts von 3,2 mm erbracht, weshalb
vom Hausarzt die tägliche Einnahme von 100 mg Acetylsalicylsäure empfohlen,
diese vom Sportler aber nicht eingenommen wurde. Der im Rahmen der Studie
absolvierte Volksmarathon wurde vom Sportler in einer Zeit von 4:30 Stunden
beschwerdefrei absolviert. Die Werte für Troponin I bzw. T (Access AccuTnI,
Beckman Coulter [Normbereich bis 0,04 ng/ml] bzw. Troponin T Elecsys 3.
Generation, Roche Diagnostics [Normalwert 0,00 ng/ml]) betrugen vor dem
Start 0,02 bzw. 0,00 ng/ml, nach dem Zieleinlauf 0,36 bzw. 0,07 ng/ml und
drei Stunden nach dem Marathon 0,93 bzw. 0,13 ng/ml (CK-MB: 8, 3 und 2%; LDH:
154, 383 und 346 U/l). Aufgrund der erhöhten Troponin-Werte wurde der
Sportler zur sportmedizinischen Untersuchung einbestellt.
Körperlicher Untersuchungsbefund
Guter Allgemein- und Ernährungszustand bei einer Körpergröße von 175 cm,
einem Körpergewicht von 76 kg und einem Körperfettanteil von 17,4 % (10
Punkt Kaliper-Methode nach Parizkova). Der Ruheblutdruck nach längerem
Liegen betrug 145/95 mmHg, der Puls 58/min. Der übrige
internistisch-sportmedizinische Untersuchungsbefund blieb unauffällig.
Klinisch-chemische Untersuchungen
Blutsenkungsgeschwindkeit unauffällig. Im kleinen Blutbild waren Hb mit
13,4 g/dl und Hämatokrit mit 38% grenzwertig. Die CK war mit 98 U/l leicht
erhöht. Normalwerte fanden sich für GOT, GPT, gamma-GT, Kalium, Natrium,
Magnesium, Eisen, Ferritin, Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Triglyceride
und Glukose. Unter Medikation mit Simvastatin lagen die Werte für
Cholesterin mit 159 mg/dl, LDL-Cholesterin mit 81 mg/dl und HDL-Cholesterin
mit 53 mg/dl ebenfalls im Normbereich.
Kardiologische Untersuchungen
Ruhe-EKG (im Liegen): Indifferenztyp, regelmäßiger Sinusrhythmus mit
58/min. Kleines, nicht signifikantes Q in aVL. In den Brustwandableitungen
fraglich verzögerte R-Progression bis V3. Ansonsten unauffälliges Ruhe-EKG
(Abb. 1).
Belastungs-EKG: Bei der Laufbandbelastung
(stufenweise ansteigende Laufbandergometrie mit 0,5 % Steigung; Beginn
bei 2,5 m/s, nach jeweils drei Minuten Steigerung um 0,5 m/s) wurden 1 min
4,5 m/s mit einer maximalen Herzfrequenz von 185/min und einer maximalen
Laktatkonzentration von 13,1 mmol/l geleistet. Zu Beginn der Belastung
vereinzelt supraventrikuläre Extrasystolen (insgesamt 13 SVES), bei Abbruch
der Belastung in V4 bis V6 horizontale ST-Streckesenkung um 0,25 mV, in der
Nachbelastungsphase bis 0,4 mV .Kardiale Beschwerden wurden nicht angegeben.
Am 10.04.87 starb die deutsche Hochleistungssportlerin Birgit Dressel
im Alter von 26 Jahren.
Auf Platz 6 der Weltrangliste im Siebenkampf bereitete sie sich auf die
Olympiade vor. Hunderte von Medikamenten - fast alle vom Sportarzt verortnet
- sollten ihre Leistungen steigern und ständige Extrembelastungen
ermöglichen. Starke Schmerzmittel brachten die Warnsignale des Körpers zum
Verstummen. Allzuviele Medikamente - für Birgit Dressel bedeuteten sie den
Tod .
Todesfall des Franzosen Salanson überschattet Start der Deutschland-Tour
03.06.03 radsport-news - Ein
Todesfall hat am Dienstag in Dresden den Start der Deutschland-Tour
überschattet. Der 23 Jahre alte französische Radprofi Fabrice Salanson (La
Boulangère) wurde am Morgen von einem Team-Kollegen und Zimmergenossen
Sebastien Chavanel tot neben seinem Hotelbett gefunden.
Fabrice Salanson, geboren am 17.November 1979, war seit drei Jahren Profi.
Der 23-Jährige gehörte zu den hoffnungsvollsten Talenten der Radsport-Nation
Frankreich. 2000 gewann er
eine Etappe der
Zukunfts-Tour, im vergangenen Jahr feierte er einen Etappensieg beim
GP Midi Libre in
Südfrankreich. Für Furore sorgte Salanson im vorigen Jahr auch bei
Lüttich-Bastogne-Lüttich, wo er (zusammen mit Andreas Klöden) mit einer
fast 200km langen Flucht beeindruckte. Zu Beginn dieser Saison hatte sich
Salanson bei einem Sturz beim "Stern von Besseges" im Februar die Schulter
gebrochen und er konnte erst Mitte April wieder ins Renngeschehen
eingreifen. Am vergangenen Samstag bei
"Travers le Morbihan",
dem "bretonischen kleinen Paris-Roubaix", war Salanson Vierter geworden, was
für ihn wohl das Ticket für den Tour de France-Kader seiner Mannschaft
bedeutete.
Salanson ist in diesem Jahr bereits der dritte Todesfall im internationalen
Radsport. Im Januar war der Italiener
Denis Zanette
bei einem Zahnarztbesuch einem Herzinfarkt erlegen. Im März starb der
Kasache Andrej
Kivilev an den Folgen eines schweren Sturzes während einer Etappe von
Paris-Nizza.
Kein Doping - Salanson starb Sekundenherztod
Dresden (dpa) - Der Tod des Rad-Profis Fabrice Salanson ist laut vorläufigem
Abschlussbericht der Dresdner Staatsanwaltschaft nicht auf die Einnahme von
Doping-Mitteln zurückzuführen. Nach Abwägung aller Befunde handele es sich
um einen natürlichen Tod, erklärte Prof. Jan Dressler vom Institut für
Rechtsmedizin in Dresden.
Bei den Analysen im Doping-Labor in Kreischa seien keinerlei Hinweise auf
verbotene Substanzen gefunden worden, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Schär
der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Salanson war vor dem Start der
Deutschland-Tour in Dresden tot neben seinem Bett gefunden worden.
Nach den bisher vorläufigen Untersuchungen handele es sich um einen
Sekundenherztod bei Vergrößerung des Herzens mit relativer Minderversorgung
der Herzmuskulatur durch die Herzkranzgefäße, erklärte Rechtsmediziner
Dressler weiter. Der endgültige Abschlussbericht soll nach den
Pfingstfeiertagen fertiggestellt werden. Die Diagnose gilt aber als sicher.
Eine Vergrößerung des Herzens ist bei Hochleistungssportlern nicht
ungewöhnlich. Das so genannte «Sportlerherz» ist keine krankhafte
Veränderung, sondern die normale Anpassung des Organs an die höheren
Anforderungen an das Herz-Kreislauf-System.
«Dieses Ergebnis habe ich erwartet», meinte der Rennleiter der
Deutschland-Tour, Roland Hofer. «Man weiß ja nie, aber alles andere als
dieser Befund wäre eine Überraschung gewesen», so der Schweizer. Zuvor hatte
bereits der Präsident des Weltverbandes (UCI), Hein Verbruggen, aufkeimende
Spekulationen um mögliche Zusammenhänge mit Doping verurteilt: «Viele haben
nach dem tragischen Tod gleich von Doping gesprochen. Vor Respekt aus seiner
Familie und ihm selbst sollte man sich in Zurückhaltung üben und das
Ergebnis abwarten.» Salanson war nicht verheiratet und hatte keine Kinder.
Der Leichnam des Franzosen wurde bereits in sein Heimatland überführt,
nachdem er tags zuvor von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Dresden
freigegeben worden war. Die Trauerfeier für Salanson findet in Frossay nahe
Nantes statt. Die Beisetzung ist für den 10. Juni in Arthon-en- Retz
vorgesehen.
Im IOC-akkreditierten Doping-Labor in Kreischa waren Haare, Blut und Urin
des Rennfahrers auf Spuren von verbotenen Substanzen, speziell auf das
Blutdopingmittel Erythropoeitin (EPO), untersucht worden. In der Dresdner
Gerichtsmedizin liefen parallel die Analysen des Gewebes. Beide fielen
negativ aus.
Salanson war der dritte Rad-Profi, der in diesem Jahr ums Leben kam. Der
Italiener Denis Zanette verstarb im Januar nach einem Zahnarztbesuch an
Herzversagen. Andrej Kiwilew aus Kasachstan überlebte seinen Sturz im März
bei der Rundfahrt Paris-Nizza nicht.
In Deutschland erlitt unter anderen der fünfmalige nationale Meister im
Eiskunstlaufen, Heiko Fischer, 1989 im Alter von 29 Jahren beim
Squashspielen einen Sekundenherztod. Silvester 1994 starb der
österreichische Fußball-Nationalspieler und ehemalige Akteur von Eintracht
Frankfurt und SV Werder Bremen, Bruno Pezzey, fünf Wochen vor seinem 40.
Geburtstag an einem plötzlichen Herztod.
6. Juni 2003
Von Todesfall überschattet
FUSSBALL Der Konföderationen-Cup in Frankreich ist am Halbfinaltag vom Tod
des Kameruners Marc-Vivien Foé (28) überschattet worden. Der 1:0-Sieg über
Kolumbien verkam nach der tragischen Meldung aus Lyon zur Marginalie.
In der 72. Minute unterbrach Schiedsrichter Markus Merk die Partie im Stade
de Gerland abrupt. Sekunden zuvor war Foé ohne Einwirkung eines
Gegenspielers zusammengebrochen und regungslos auf dem Feld liegen
geblieben. Nachdem Helfer den Spieler von Manchester City vom Platz getragen
hatten, stellten die Sanitäter einen Herzstillstand fest. 45 Minuten lang
rangen die Mediziner vergeblich um das Leben des Afrikaners. Es sei noch zu
früh, um über die genaue Todesursache zu sprechen, sagte der Schweizer
Fifa-Arzt Alfred Müller. Charles Nguini, Verbandssprecher der Kameruner,
liess offen, ob das Team am Sonntag zum Final antreten werde: «Wir werden
das gemeinsam entscheiden. Es ist für uns und unser Land ein ganz trauriger
Moment.» (siz)
Todesfälle im Sport
Von den Aktiven des Deutschen Sportbundes starben 314
Menschen beim Sporttreiben im Jahre 1984. 133 von ihnen waren internistische
Fälle. Beim überwiegenden Teil der so Verstorbenen sind koronare
Herzkrankheiten Ursache für den Tod beim Sport. Untersuchungen haben
ergeben, daß der plötzliche Herztod beim Sporttreiben im Alter von 35-49
Jahren zehnmal häufiger auftritt, als bei jugendlichen Aktiven (12 bis 24
Jahre).
Schreckliches ist passiert. Ein Mensch ist gestorben. Sicher, auch ein
alltägliches Ereignis. Dieser jedoch starb bei einem Lauf. Und das macht die
Jogger-Familie besonders betroffen. Die Fakten. Am 27. März diesen Jahres
startete der Köpenicker Waldlauf. Unter den Teilnehmern auch Uwe Z. Der
46jährige war in seiner Jugend ein passabler Mittelstreckler, wechselte
später als Hobbysportler auf die langen Distanzen und trainierte immer
weniger. Die 10 Kilometer, so berichten Teilnehmer, wollte er in einer 50er
Zeit schaffen. 1, 2 km vor dem Ziel brach Z. zusammen. Trotz sofortiger
medizinischer Hilfe verstarb er.
Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß Infektschäden im Sport mittlerweile
zu den häufigsten Todesursachen gehören. Das bestätigen übrigens auch die
Todesfälle der schwedischen Orientierungsläufer vor einiger Zeit. Wenn ein
Infekt einen Herzmuskel geschädigt hat, kann eine sogenannte Fibrose
auftreten. Das heißt, die die Muskelfaser umhüllende Struktur ist verdickt.
Daraus folgt, der Stoffaustausch ist um einen nichtbekannten Faktor
verlangsamt. Wer dann bei Belastung in den anaeroben Bereich gerät, ist
nahezu rettungslos verloren. Der Tod kommt schlagartig.
http://www.laufzeit-online.de/Archiv/1993/93-06-Risiken.htm
Tackling - als würden zwei Autos
zusammenstoßen
American Football / Schwere Schläge auf den Kopf
BLACKSBURG (ug). Was brutal aussieht, ist oft auch brutal: Beim American
Football bekommen die Spieler beim Tackling regelmäßig Schläge auf den Kopf,
die von der Intensität einem schweren Zusammenstoß von zwei Autos
entsprechen.
Hart geht‘s zu beim American Football (hier Düsseldorf Rhein Fire gegen
Amsterdam Admirals). Foto: dpa
Stefan Duma und seine Kollegen des Virginia Tech in Blacksburg im US-Staat
North Carolina haben Spieler ihres College-Teams mit Helmsensoren
ausgestattet, berichtet "New Scientist" online. Jeder Helm bekam sechs
Accelerometer, die die Bewegung des Kopfes bei Stößen messen. Jeweils vier
verschiedene Stürmer und vier verschiedene Verteidiger trugen die Helme.
Duma haben so bei zehn Spielen und 35 Trainingseinheiten 3300 Kopfstöße
gemessen.
Pro Match bekommt ein Spieler durchschnittlich 50 Schläge auf den Kopf.
So ein Stoß hat durchschnittlich eine Kraft von 40 G, also vom 40fachen der
Schwerkraft. "Das entspricht in etwa dem Schlag, den ein Boxer dem anderen
versetzt", erklärt Duma, Direktor des Center for Injury Biomechanics. Die
schwersten Schläge hatten eine Kraft von 120 G. Mindestens einmal pro Spiel
trifft einen Spieler ein Schlag von dieser Stärke.
Die Wissenschaftler können sich nicht vorstellen, wie die Footballer Woche
für Woche mit Kopfschlägen von dieser Intensität fertig werden. "Wir wissen,
daß sie nach jedem Spiel Kopfschmerzen haben und oft verwirrt sind", sagt
Duma.
Kopfverletzungen sind ein Hauptproblem bei diesem Sport, bestätigt Frederick
Mueller, Leiter der Abteilung für Sportwissenschaft der Universität von
North Carolina. "Jedes Jahr sterben sechs bis acht Spieler an
Kopfverletzungen. Viele haben Gehirnschäden oder sind paralysiert."
Ärzte Zeitung, 09.01.2004
Bei Spitzensportlern ist plötzlicher
Herztod selten-
In Deutschland sterben pro Jahr etwa 900 Sportler am
Sekundentod / Ursache des Todes von Miklos Feher unklar
NEU-ISENBURG (ug). "Es gibt keine Häufung des plötzlichen Herztodes im
Spitzensport", betont der Sportmediziner Professor Wilfried Kindermann aus
Saarbrücken, leitender Mannschaftsarzt des deutschen Olympia-Teams. Nach dem
Tod des 24jährigen ungarischen Kickers Miklos Feher am Sonntag im Stadion
der nordportugiesischen Stadt Guimarães, nur sieben Monate nachdem der
28jährige Kameruner Fußballer Marc-Vivien Foe auf dem Spielfeld gestorben
war, hat man einen ganz anderen Eindruck. Einen Tag nach Fehers Tod ist
außerdem ein weiterer Kicker an Herzinfarkt gestorben: Ein 30jähriger
Fußballspieler des schwedischen Amateur-Klubs Kävlinge Gif ist beim Training
zusammengebrochen.
In Deutschland sterben pro Jahr etwa 900 Sportler am Sekundentod, doch bei
Spitzensportlern weltweit sei das eine Ausnahme, zitiert die Berliner
Zeitung "Morgenpost" den Sportmediziner Kindermann.
Wenn junge Menschen, die regelmäßig Sport treiben, am plötzlichen Herztod
sterben, sind meist akute, komplexe Arrhythmien der Grund für den
plötzlichen Tod, wie der Kardiologe Professor Herbert Löllgen vom
Sana-Klinikum in Remscheid schreibt ("Notfallmedizin" 29, 2003, 148).
Bei Personen unter 30 liegt die Rate des plötzlichen Herztodes bei fünf bis
zehn auf eine Million, davon finden acht Prozent während der Belastung
statt. Sportler, bei denen während der Belastung das Herz aussetzt, haben
meist schon eine organische kardiale Grunderkrankung wie etwa eine
Kardiomyopathie, ein Wolff-Parkinson-White-Syndrom mit intermittierendem
Vorhofflimmern oder ein langes QT-Syndrom, das entweder angeboren ist oder
vor allem durch Medikamente wie Antibiotika oder Antihistaminika ausgelöst
werden kann.
Sehr viel seltener kommt der Herzstillstand durch eine Ischämie oder ein
Versagen der Klappen zustande. Personen mit einer dilatativen
Kardiomyopathie oder Vorhofflimmern können über lange Zeit sehr
leistungsfähig sein und dennoch unter Belastung akut dekompensieren,
berichtet Löllgen.
Und auch der Herzinfarkt ist beim Sport möglich. Entsprechende Symptome
einer koronaren Herzerkrankung werden von den Sportlern häufig fehlgedeutet,
etwa als Schmerzen im Rücken. Löllgen: "Nicht selten werden daher Sportler
vom Orthopäden betreut, bevor es zum tödlichen Ereignis kommt."
Entzündliche Herzerkrankungen, etwa bei einer Borreliose oder Sarkoidose
können ebenfalls einen plötzlichen Herztod verusachen. Und schließlich führt
Löllgen das stumpfe Thoraxtrauma auf, bei dem ein Ball, ein Puck oder ein
Ellenbogen den Brustkorb des Sportlers so erschüttert, daß ein Vorhof- oder
Kammerflimmern ausgelöst wird.
Woran Miklos Feher gestorben ist, ist auch nach einer vierstündigen
Obduktion noch nicht klar. Es seien keine inneren Verletzungen festgestellt
worden, teilten die portugiesischen Behörden mit. Nun sollen Laboranalysen
die Todesursache klären, das dürfte mehrere Wochen dauern.
Wie kann ein solcher Herztod verhindert werden? "Alle Athleten der A-,B- und
C-Kader können jährlich eine sportmedizinische Untersuchung machen", erklärt
Kindermann das deutsche System. Dabei werden ein Belastungs-EKG, eine
Sonographie des Herzens und eine Lungenfunktionsprüfung gemacht. Das nehmen
nicht alle Topsportler wahr.
Aber beim Fußball ist man strikt: "Seit 1998 müssen sich alle Spieler der
Ersten und der Zweiten Liga vor der Saison einer
internistisch-kardiologischen Untersuchung unterziehen", sagt Kindermann.
"Erst dann gibt es die Spielerlaubnis. Ärzte Zeitung, 30.01.2004
Plötzlicher Herztod eines Marathonläufers
mit minimal ausgeprägter hypertropher Kardiomyopathie und Parvovirus B 19
Infektion
Sudden Cardiac Death of a Marathon Runner with Minimal
Hypertrophic Cardiomypathy
and Parvovirus B19 Infection
Medizinische Klinik III, 1Institut für Rechtsmedizin, 2Institut für
Sportmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-
Eppendorf,
3Abteilung für molekulare Pathologie, Institut für Pathologie,
Universitätsklinikum Tübingen
Zusammenfassung
Klinische Befunde. Der 19 Jahre alte Schüler hatte sich mit einer
durchschnittlichen Trainingsstrecke von 20 km täglich auf seinen zweiten
Marathonlauf vorbereitet. Etwa 3 Wochen vor dem Marathonlauf erkrankte
er an einem Infekt der oberen Atemwege. Beim Marathonlauf brach der
Jugendliche etwa 200 m vor dem Ziel plötzlich zusammen und verlor sofort das
Bewusstsein. Trotz sofort einsetzender Reanimation ließ sich der Sportler
bei Asystolie nicht mehr wiederbeleben. Autopsiebefunde: In der
mikroskopischen Untersuchung des Herzens fanden sich vor allem im linken
Ventrikel hypertrophierte Myozyten. Es fanden sich Kontraktionsbänder im
Sinne von kleinherdigen Kardiozytenekrosen. Zusätzlich zeigte sich eine
isolierte Hämorrhagie im Bereich des His- Bündels. Mikroskopisch fanden sich
keine Zeichen für eine akute oder chronische Myokarditis. Es gelang jedoch
in der nested PCR-Untersuchung der Nachweis einer Parvovirus B19 Infektion
(PVB19) mit bis zu mittlerer viraler Kopienzahl. Schlussfolgerungen: Der
vorgestellte Fall zeigt, dass scheinbar herzgesunde jugendliche
Sportler diskrete kardiale Veränderungen im Sinne einer hypertrophen
Kardiomyopathie aufweisen können, die mit üblichen klinischen und
möglicherweise apparativen Untersuchungsmethoden nicht nachzuweisen sind.
Diese Einschränkungen sind bei der Einschätzung der Wettkampftauglichkeit
von Sportlern vor Wettkämpfen mit extremer Ausdauerbelastung zu bedenken. Es
bleibt zu prüfen, ob sich diese Leistungseinschätzung durch speziell
ausgebildete Ärzte verbessern ließe.
Diskussion
Die vorliegende Kasuistik schildert den plötzlichen Tod eines
jugendlichen Sportlers beim Marathonlauf. Ein besonderer Aspekt dieses
Fallberichts ist, dass der Hausarzt den Sportler unmittelbar vor dem Lauf
mit der Frage der Wettkampftauglichkeit untersucht. Dies konnte das Ereignis
nicht verhindern. Trotz makroskopisch unauffälliger Befunde zeigt sich
histologisch sowie immunhistologisch eine minimal ausgeprägte primäre
hypertrophe Kardiomyopathie mit den Zeichen einer small vessel disease.
Ferner bestand sowohl im Herzmuskel als auch in der Milz eine Parvovirus B19
Infektion, jedoch ohne die Zeichen einer manifesten Myokarditis.
Der plötzliche Herztod des Sportlers während des Marathonlaufes könnte durch
die mit der Grunderkrankung assoziierten Rhythmusstörungen verursacht worden
sein, wobei die Parvovirusinfektion sowie die Einblutung in das His-Bündel
kofaktoriell aggravierend gewirkt haben können. Maron et al. untersuchten
das Auftreten plötzlicher Todesfälle beim Marathonlauf über einen Zeitraum
von 1976 bis 1994 bei 215.413 Läufern, die den Marathonlauf beendet hatten
(9). In dieser Zeit waren nur 4 Todesfälle aufgetreten. Drei der 4
Todesfälle der mit im Durchschnitt 37 Jahre alten Sportler waren auf eine
koronare Herzerkrankung zurückzuführen. Es ist hinreichend bekannt, dass
auch trainierte Sportler ein, wenn auch nur sehr gering erhöhtes Risiko für
koronare Ereignisse beim Sport haben (1, 14). Nur in einem Fall bestand eine
Anomalie der linken Herzkranzarterie. Eine ähnliche Verteilung mit gehäuftem
Vorkommen der koronaren Herzerkrankung zeigte auch eine kürzlich
veröffentlichte Auswertung von 31 bei sportlicher Aktivität Verstorbenen
(2). Die gezielte Auswertung jüngerer Sportler unter 35 Jahre mit
plötzlichen Todesfällen beim Sport zeigt eine andere Verteilung der
Todesursachen, nämlich das gehäufte Vorkommen hypertropher Kardiomyopathien
und arrhythmogener rechtsventrikulärer Dysplasien (5, 8, 9, 11). Um
frühzeitig diese Risikosportler zu identifizieren und mit Wettkampfverbot
den plötzlichen Herztod beim Sport zu verhindern, wird die strukturierte
Einführung von Vorsorgeuntersuchungen vorgeschlagen (9, 11, 12, 16). Eine
Einschränkung der Aussagekraft solcher Vorsorgeuntersuchung ergibt sich aus
dem seltenen Auftreten der Ereignisse, d.h. es sind viele Sportler zu
untersuchen, um wenige mit erkennbaren Grunderkrankungen zu finden. Zudem
problematisch ist die Tatsache, dass nur wenige prospektiv validierte Daten
für die verschiedenen Untersuchungsmethoden vorliegen (2, 18). Eine weitere
Einschränkung zeigt die vorgestellte Kasuistik, nämlich das Vorliegen von
nur diskreten Veränderungen. Der Sportler wurde von einem Arzt mit der Frage
der Wettkampffähigkeit unmittelbar vor dem Marathonlauf untersucht. Die
makroskopisch unauffälligen Befunde lassen vermuten, dass auch die
konventionelle bildgebende Diagnostik keine richtungsweisenden
pathologischen Veränderungen gezeigt hätten. Die Indikation zur
Myokardbiopsie war nicht gegeben. Spekulativ bleibt, ob ein Langzeit-EKG
relevante asymptomatische Rhythmusstörungen dokumentiert hätte (2). Soweit
unter diesen Einschränkungen eine retrospektive Bewertung möglich ist,
scheint der Verlauf eher schicksalhaft und mit den aktuellen üblichen
diagnostischen Methoden nicht erkennbar und damit vermeidbar gewesen zu
sein. Zum Zeitpunkt des plötzlichen Herztodes ist zu bedenken, dass der
Sportler auch nach dem Infekt regelmäßig längere Laufstrecken ohne
Einschränkungen absolviert hatte. Trigger für den plötzlichen Herztod
scheinen neben dem abgelaufenen Infekt auch die extremen Belastungen des
Marathonlaufes über 42 Kilometer gewesen zu sein. Dabei können durch
inadäquate Flüssigkeitsaufnahme oder durch pathologisch noch nicht
nachweisbare Rhabdomyolyse Elektrolytveränderungen aufgetreten sein (6, 7).
Ein Anstieg Serumkaliums würde auch die dokumentierte Asystolie das Fehlen
eines spontanen Eigenrhythmus während Reanimation erklären. Zusammenfassend
zeigt der vorgestellte Fall, dass scheinbar herzgesunde jugendliche Sportler
diskrete kardiale Veränderungen im Sinne einer hypertrophen Kardiomyopathie
aufweisen können, die mit üblichen klinischen und möglicherweise apparativen
Untersuchungsmethoden nicht nachzuweisen sind. Diese Einschränkungen sind
bei der Einschätzung der Wettkampftauglichkeit von Sportlern Wettkämpfen mit
extremer Ausdauerbelastung zu bedenken. Es bleibt zu prüfen, ob sich diese
Leistungseinschätzung durch speziell ausgebildete Ärzte verbessern ließe.
Jahrgang 55, Nr. 3 (2004) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Unglücksfall überschattet Quelle Challenge
tri2b.com - Redaktion am 06.07.2004 - 19:21 Uhr
Die Quelle Challenge in Roth wird überschattet von einem schweren
Unglücksfall auf der Schwimmstrecke. Eine Staffelschwimmerin, die bei
Schwimmkilometer 3,6 einen Atem- und Kreislaufstillstand erlitten hatte,
musste noch am Unglücksort wiederbelebt werden.
Die 38-jährige Sportlerin wurde nach der Notfallversorgung am Ufer des
Main-Donau-Kanals von einem Rettungshubschrauber zur weiteren Behandlung in
ein Nürnberger Krankenhaus gebracht. Nach Aussage des Ärztlichen Leiters der
Quelle Challenge Roth, Dr. Thomas Horbach, ist der Gesundheitszustand der
Sportlerin "sehr ernst". Über die Hintergründe des Unglücks und den Zustand
der Sportlerin haben Rennarzt und Veranstalter für den morgigen Tag ein
Bulletin angekündigt.
Todesfall eines Triathleten beim Schwimmen
08.07.2004: Gemeinsame Erklärung von DTU und TEAMChallenge -
Kondolenzliste: Triathleten trauern um Bettina
http://www.challenge-roth.com/de/aktuelles_detail.php?ID=217
Bettina P. ist tot. Zwei Tage, nachdem die junge Frau als
Staffelteilnehmerin kurz vor dem Ende der 3,8 Kilometer langen
Schwimmstrecke des Quelle Challenge Roth bewusstlos aus dem Wasser geborgen
und anschließend reanimiert worden war, verstarb die 38-Jährige am Dienstag
im Südklinikum Nürnberg, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.
Die Ursachen dieses tragischen Unglücks konnten noch nicht festgestellt
werden. Bettina war langjähriges Mitglied der Nationalmannschaft im
Synchronschwimmen, das Element Wasser war ihr vertraut.
Bettina hinterlässt drei Kinder. Den Angehörigen, Freunden und Sportkollegen
von Bettina gilt das aufrichtige Mitgefühl der Veranstalter des Quelle
Challenge Roth und des Präsidiums der Deutschen Triathlon Union.
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Es ist davon auszugehen , dass Bettina mit einem fieberhaften Infekt und
einer Pneumonie gestartet ist.
Tod eines Triathleten beim Ironman Frankreich
Der Triathlet Alain Paquo aus Spa ist bei einem Iron
Man-Wettbewerb in Frankreich ums Leben gekommen. Der 47jährige stürzte nach
Informationen der VRT beim Radfahren und fiel auf einen Stein. Die
Wettkampfleitung meldete, Alain Paquo habe an Diabetes gelitten und sei
möglicherweise aus diesem Grund bewusstlos geworden.
27.06.2004 14:37
De Belgische triatleet Alain Paquo is overleden tijdens de derde editie van
de Franse Ironman. De 47-jarige Paquo uit Spa verloor tijdens de eerste
ronde van het fietsparcours, tijdens een afdaling, de controle over zijn
fiets en viel met zijn hoofd op een steen.
Vorzeichen und Ursachen des plötzlichen Todes im
Zusammenhang mit sportlicher Betätigung
Early symptoms and causes of sports-related death
R. Bux1 <> , M. Parzeller1 <> , C. Raschka2 <> , H. Bratzke1 <>
1 Zentrum der Rechtsmedizin, J. W. Goethe-Universität, FFM
2 Institut für Sportwissenschaften, J. W. Goethe-Universität, FFM
Hintergrund und Fragestellung: Die Studie untersucht Prodromi und Ursachen
plötzlicher Todesfälle beim Sport und zeigt Möglichkeiten zur Prävention
auf.
Methodik: 29 436 Obduktionen des Zentrums der Rechtsmedizin der Universität
Frankfurt/Main von 1972 bis 2001 wurden retrospektiv analysiert.
Todesursachen und Alter wurden mit einer Kontrollgruppe verglichen.
Ergebnisse: Bei 101 Sporttodesfällen (0,34 %) waren 96 Männer (95 %) mit
einem Durchschnittsalter von 53,3 Jahren und 5 Frauen (5 %) mit einem
Durchschnittsalter von 36,4 Jahren betroffen. 78 Todesfälle (77,2 %)
ereigneten sich während der Sportausübung, 20 (19,8 %) direkt danach. 18 von
50 Betroffenen waren unmittelbar vor dem Tod beschwerdefrei, die übrigen
hatten vorwiegend über Übelkeit und Erbrechen (n = 12), Schwindelgefühl (n =
7), Schwäche (n = 5), Oberbauchschmerzen und Dyspnoe (n = 4) geklagt. In
drei Fällen lag eine Angina pectoris vor. Innerhalb von 24 Stunden vor dem
Tod klagten 7 von 25 Sportlern über Beschwerden (wie Angina pectoris,
Übelkeit, Rückenschmerzen, Palpitationen). 84 Todesfälle (83,2 %) konnten
auf eine koronare Herzerkrankung zurückgeführt werden. Eine Myokarditis war
insgesamt in sieben Fällen (6,9 %), bei jüngeren Sportlern in vier Fällen
(26,7 %) todesursächlich. Bei Kindern und Jugendlichen (n = 4) lag in je
einem Fall eine Myokarditis bzw. eine Kardiomyopathie, in zwei Fällen ein
Klappenfehler des Herzens vor. Im Vergleich zur Kontrollgruppe war der Tod
durch KHK/Myokardinfarkt bei älteren Sportlern hoch signifikant häufiger und
Sportler verstarben zudem signifikant jünger.
Folgerungen: Weitergehende prospektive Untersuchungen zur Entwicklung
präventiver Strategien sind erforderlich
Dtsch Med Wochenschr. 2004 Apr 30;129(18):997-1001. Related Articles,
http://www.ncbi.nlm.nih.gov:80/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Display&dopt=pubmed_pubmed&from_uid=15131745
Click here to read
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/utils/lofref.fcgi?PrId=3400&uid=15131745&db=pubmed&url=http://www.thieme-connect.com/DOI/DOI?10.1055/s-2004-823171
Hamburg Marathon 2005 Todesfall
Überschattet wurde das Rennen von einem Todesfall: Ein 38-jähriger Läufer
brach bei Kilometer 19 zusammen und starb später im Krankenhaus.
http://www.volksstimme.de 10.05.2005
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Todesfälle 2002
In Deutschland, wo der Langstreckenlauf boomt, war das Marathonjahr 2002
durch spektakuläre Todesfälle überschattet. In Hamburg brach im April ein
18-Jähriger tot zusammen; nur wenige Meter vor dem Ziel. Ende September
schaffte beim Berliner Lauf ein 50-Jähriger die letzten 1000 Meter nicht
mehr. Zuvor konnte ein 57-Jähriger Schweizer nach einem Kollaps bei
Kilometer 24 glücklicherweise noch reanimiert werden. Selbst Köln wurde von
einem Todesfall nicht verschont. Auf einer kleinen Laufveranstaltung im
Sommer musste ein Teilnehmer reanimiert werden. Einige Tage später verstarb
er im Krankenhaus.
Schnell stellt sich die Frage, ob Laufen gefährlich ist. Doch ein Läufer
wird nicht durch Sport sterben, sondern höchstens beim Sport. In den
bekanntesten Fällen waren nicht erkannte Herz-Kreislauf-Probleme die
Ursache. Zu den weiteren, hohen Risikofaktoren gehören aber auch verdrängte
Folgen von Virusinfekten. Wer mit einer Entzündung im Körper zu kämpfen
hatte, sollte sich anschließend mindestens zwei Monate lang erholen.
Falscher Ehrgeiz führt oft dazu, dass sich Läufer diese Pause nicht gönnen.
Falscher Ehrgeiz kann da schnell zur Todesursache werden. Insbesondere die
Spezies der "etwas neurotischen Läufer", überfordert sich gerne. Das sind
zum großen Teil Läufer und Läuferinnen, die in ihrem Leben, im Beruf oder in
der Ehe eine Menge Probleme haben. Und die mit dem Laufsport ihren Problemen
davonlaufen wollen. Diesen gefährdeten Personenkreis am Start zu hindern,
ist jedoch für Ärzte oder Rennveranstalter nicht möglich. Sie können daher
für Gesundheitsschäden oder den Tod des Läufers auch nicht verantwortlich
gemacht werden. Wer sich einer körperlichen Herausforderung stellt, sollte
Eigenverantwortung zeigen und sich zuvor auf Herz und Nieren untersuchen
lassen. Sportler, die den Rat befolgen, brauchen den Lauf-Sport nicht zu
fürchten. Aber auch fahrlässiges Verhalten ist oft eine Ursache. So z.B.
beim 57-jährigen Schweizer in Berlin. Er hatte extrem verkalkte
Herzkranzgefäße. Die davon ausgehenden Symptome muss er ignoriert haben. Der
Kollaps, der ihn in dann beim Marathon ereilte, hätte nicht sein müssen.
http://www.laufen-in-koeln.de
1.03.2003
Stuttgart-Lauf von Todesfall überschattet
Ein Todesfall hat den Stuttgart-Lauf überschattet. Nach dem Zieleinlauf im
Gottlieb-Daimler-Stadion brach ein 58 Jahre alter Teilnehmer des
Halbmarathons auf der Tartanbahn zusammen.
Reanimierungsversuche der Rettungssanitäter blieben erfolglos. Die genaue
Todesursache ist noch unklar. Es ist der erste Todesfall in der zehnjährigen
Geschichte des Stuttgart-Laufs. Alle Festveranstaltungen zum Jubiläum wurden
abgesagt.
(22.06.2003/dpa)
Sport und Herztod
Es ist grundsätzlich günstig, wenn Patienten mit Koronarer Herzkrankheit
gemeinsam in einer Herzsportgruppe trainieren. Bei einer solchen Gruppe ist
immer ein Arzt anwesend, der bei einem Notfall sofort bis hin zu einer
Reanimation eingreifen kann.
Denn das gemeinsame Training hat nicht nur den Vorteil des gemeinsamen
Erlebens der Freude an der Bewegung. Es ist auch unter Sicherheitsaspekten
sinnvoll.
Denn das Risiko eines plötzlichen Todes oder Reinfarktes während des
Trainings von Koronarpatienten ist zwar klein, aber nicht gleich null. Nach
einer Zusammenstellung von Professor Herbert Löllgen vom Klinikum Remscheid
belegen Statistiken aus der anglo-amerikanischen Literatur, daß das
Trainings-Risiko bei Personen mit bekannter Herzkrankheit im Vergleich zu
gesunden Menschen erhöht ist.
So wurde ein plötzlicher Herztod in 0,13 bis 0,61 Stunden pro 100 000
Trainingsstunden beobachtet. Bei Gesunden liegt das Risiko zwischen 0 und 2
pro 100 000 Stunden.
Das Risiko des ärztlich überwachten körperlichen Trainings bei
Herzkrankheiten ist vertretbar klein. Der Nutzen überwiegt in jedem Fall das
Risiko.
Sorgfältige Voruntersuchungen mit qualifiziertem Belastungs-EKG mindern die
Risiken. Durch eine sorgfältige Risikoabschätzung vor dem Training können
Patienten mit erhöhter Gefährdung erkannt werden. Ärztliche Allgemeine,
26.05.2005
"Wer gesund ist, fällt nicht einfach um"
Bei Laufveranstaltungen starben drei Männer / Experten raten vor Sport zum
ärztlichen Check Todesfälle im Sport
Vom 07.06.2005
WIESBADEN Ein Schock für alle Freizeit-Jogger: Innerhalb weniger Tage sind
bei zwei Laufveranstaltungen drei Menschen gestorben. Am Sonntag sind zwei
Läufer (28 und 42 Jahre) beim Halbmarathon in Stuttgart zusammengebrochen
und trotz intensiver ärztlicher Betreuung im Krankenhaus gestorben. Beim
Firmen-Lauf JP Morgan Chase Corporate Challenge in Frankfurt ist am
Donnerstag ein 54-jähriger Wiesbadener Teilnehmer kollabiert und konnte
nicht wiederbelebt werden.
Was heißt das? Ist Sport so gefährlich? "Das sind traurige Ausnahmen", weiß
Dr. Thomas Weber, Arzt für Prävention an den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK).
Über die Todesursache der drei Läufer kann er nur Vermutungen anstellen.
"Ein Sekundenherztod mit Kammerflimmern", sei denkbar. Allerdings geschehe
das nur bei einem vorgeschädigten Herz, das später auch zum Herzinfarkt
hätte führen können, so Weber. "Ein gesunder Mensch fällt nicht einfach um",
meint auch die Sportärztin Claudia Krause vom Zentrum für
Gesundheitsprävention Linusmed in Wiesbaden.
Weber will nicht ausschließen, dass die Läufer eine andere ernsthafte
Erkrankung hatten, von der sie möglicherweise selbst nichts wussten. "Es
kann passieren, dass sich jemand gesund fühlt, ohne zu wissen, dass er krank
ist", so Weber Vielleicht hätte einer der Läufer auch vergessen, wichtige
Medikamente einzunehmen. Oder eine angeborene Fehlbildung des Herzens könne
die Ursache sein, sagt Krause. Durch die zusätzliche Stresssituation des
Wettkampfes könne es dann zum Kollaps kommen, sagt die Ärztin.
Trotz der tragischen Todesfälle sind sich beide Ärzte einig: "Sport ist
gesund". Und wirke lebensverlängernd, sagt Dr. Weber von den HSK. Um
beispielsweise beim Wispo-25-Stunden-Lauf im September, bei dem der Kurier
sechs Teams ins Rennen schickt, sowie für den HSK-Lauf kein gesundheitliches
Risiko einzugehen, rät Thomas Weber den Teilnehmern, sich bereits vor dem
Beginn des Trainings medizinisch durchchecken zu lassen. Entweder von einem
Sportmediziner oder einem Internisten. Unerfahrene Läufer sollten ihr
Trainingspensum langsam steigern und im Wettkampf ihre individuellen Grenzen
nicht überschreiten. "Kein falscher Ehrgeiz", warnt der Mediziner. Wichtig
sei auch, beim Sport ausreichend zu trinken. Dabei sollten Elektrolyte
(Kalium, Natrium, Chlorid, Magnesium), die beim Schwitzen ausgeschieden
werden, wieder zu sich genommen werden. Aber auch auf Sehnen, Gelenke und
Wirbelsäule sollten besonders Anfänger Acht geben. "Man sollte sich von
Anfang an die richtige Lauftechnik angewöhnen, um Fehlbelastungen zu
vermeiden", sagt Krause.Patrick Körber
http://www.main-rheiner.de/
Triathlet erlitt Herzattacke
Überschattet wurde die Veranstaltung
Kohler Haardman von
einem schweren Schwimm-Unfall beim Volkstriathlon.
Ein 49 Jahre alter Recklinghäuser erlitt im Wasser einen Herzinfarkt und
musste noch an der Strecke reanimiert werden. Sein Gesundheitszustand galt
gestern noch als sehr kritisch. Bereits im vergangenen Jahr hatte es im
Schwimmwettbewerb einen ähnlich schweren Unfall gegeben.
Zum Glück nur "Blechschaden" gab es, als unachtsame Zuschauer die Strecke
kreuzten und Lars Weber vom Starlight Team Essen spektakulär ausweichen
musste. Während der Athlet nach einem Zusammenprall mit einem Straßenschild
unversehrt geblieben ist, entstand an dessen 6.000 Euro teurem Rad hoher
Sachschaden. Der Unfallort hatte sich indes schon früh als heikler Punkt
herausgestellt. Mehrfach kam es zuvor zu Beinahe-Unfällen. "Die Leute
unterschätzen eben, wie schnell wir wirklich sind. Da bekommt man auch im
Wohngebiet 45 Sachen drauf", erläutert Heiko Tewes.
Recklinghäuser Zeitung am 12.06.2005 - 22:55
Uhr
Plötzlicher Herztod im Sport
Kommentar zu den Beiträgen
Corrado D, Pellicia A et al.: Cardiovascular pre-participation screening of
young competitive athletes for prevention od sudden death: Proposal for
a common european protocol. Eur Heart J 26 (2005) 516-624.
Maron BJ: How should we screen competitive athletes for cardiovascular
disease? Eur Heart J 26 (2005) 428-430.
Plötzliche Todesfälle im Sport erregen Aufmerksamkeit in den Medien, da es
sich meist um junge Menschen handelt, mitunter um bekannte Sportler.
Hinzu kommt, dass die allgemeine Vorstellung herrscht, dass der
Sporttreibende besonders gegen solche Ereignisse geschützt sei. Dies ist in
der Mehrzahl der Sportler auch zutreffend, doch wird es immer wieder
“Zwischenfälle” geben. In den vorliegenden Arbeiten werden auf europäischer
Ebene Vorschläge für ein Untersuchungsprogramm von Sportlern gemacht, um
solche schweren Zwischenfälle zu vermeiden oder das Risiko zu mindern. Den
beiden Erstautoren kommt das Verdienst zu, sich wissenschaftlich in den
letzten Jahren mit diesem Problem eingehend auseinandergesetzt zu haben. Dem
liegt die Möglichkeit in der Region Venetia zugrunde, wo sich jeder
Sporttreibende, nicht nur der Leistungssportler, einer eingehenden
sportärztlichen Untersuchung unterziehen kann. Die ist umfangreicher als es
seinerzeit in Deutschland (Hessen, Berlin) möglich war. Als Ergebnis wird
vorgeschlagen, dass neben der Vorgeschichte und der körperlichen
Untersuchung immer ein Ruhe-EKG geschrieben werden soll. Liegen keine
Auffälligkeiten vor, ist Sport ohne Einschränkung möglich, bei
Auffälligkeiten sind weitere Untersuchungen, wie Belastungs-EKG, Herzecho,
Langzeit- EKG u.a. erforderlich, je nach vermuteter Grundkrankheit. Ziel ist
es, neben den üblichen Krankheiten die seltenen, aber gefährlichen
Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Hierzu gehören die hypertrophe
Kardiomyopathie, das Marfan-Syndrom u.a. Die Erkennung solcher Syndrome (wie
auch des sog. Langen QT-Syndoms) setzt gute bis sehr gute EKG-Kenntnisse
voraus und das Denken an solche Möglichkeiten. Bemerkenswert an diesem
Vorschlag einer Expertenkommission ist, dass die “Deutsche Gesellschaft für
Sportmedizin und Prävention“ (DGSP) genau diese Empfehlungen schon vor
einigen Jahren publiziert hat (www.dgsp.de),
nachzulesen bei Samitz et al. (2). Weiterhin wird die “Deutsche Zeitschrift
für Sportmedizin” ein Heft diesem Problem widmen. Nach Meinung des
Kommentators kommt aber auch der sorgfältigen Anamnese eine unverändert
wichtige Bedeutung zu. Schließlich sollten Politiker und
Sportverbandsfunktionäre erneut darüber nachdenken, ob man nicht allen
Sporttreibenden die Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung geben sollte,
eventuell auch mit einer Selbstkostenbeteiligung. Das geplante
Präventionsgesetz bietet sich hierfür an, wenn denn die Poltiker es ernst
meinen. Wer den Menschen zu Bewegung auffordert, sollte auch eine
Risikominimierung mit einbeziehen.
Prof. Dr. Herbert Löllgen
Literatur:
1. Maron BJ: How should we screen competitive athletes for cardiovascular
disease? Eur Heart J 26 (2005) 428-430.
2. Samitz G, Mensink G (Hrsg.): Körperliche Aktivität in Rpävention udn
Therapie. Marseille Verlag, München, 2002.
Rätselhafter Todesfall beim FC Utrecht
Der für den FC Utrecht spielende Franzose David di Tommaso ist im Alter von
nur 26 Jahren überraschend gestorben.
Für seinen Tod gebe es überhaupt keine Erklärung, teilte der Verein mit. Di
Tommaso sei im Schlaf gestorben. Noch am Sonntag hatte der zur
Stammmannschaft des Ehrenligisten gehörende Verteidiger gegen Ajax Amsterdam
gespielt.
Am Montag nahm er am Training teil. Abends habe di Tommaso auswärts
gegessen, sich danach aber unwohl gefühlt und sei früher als sonst zu Bett
gegangen, berichtete der Vereinsarzt. "Er dachte, er habe wohl zu viel
gegessen." Dem Arzt sind keinerlei gesundheitliche Beschwerden des Spielers
bekannt.
Die nächsten Spiele von FC Utrecht wurden ausgesetzt. Vor dem Clubhaus
legten Anhänger Blumen nieder. Auf der Website des Vereins kondolierten
Tausende.
Di Tommaso war in der vergangenen Saison nach Utrecht gekommen. Die Fans des
Vereins wählten ihn sofort zum Spieler des Jahres. Seine Profilaufbahn hatte
er 1998 beim AS Monaco begonnen. Di Tommaso spielte auch in der
französischen Jugendnationalmannschaft. http://www.sportbild.de
29.11.2005
Verlängerte QTc-Zeit, ein unabhängiger Risikofaktor für den plötzlichen Herztod in höherem Lebensalter
Bei Verlängerung der herzfrequenzkorrigierten QT-Zeit (QTc) kommt es
häufig zu ventrikulären Rhythmusstörungen, aber eine direkte Verbindung zum
plötzlichen Herztod konnte nicht so klar gezogen werden. Bei 3105 Männern
und 4878 Frauen in einem Alter über 55 Jahren wurde bei einer
Basisuntersuchung in den Jahren 1990-1993 bzw. bei einer weiteren
Untersuchung 1993-1995 die QTc-Zeit im EKG bestimmt. In einer mittleren
Folgezeit von 6,7 Jahren verstarben 125 dieser Personen an einem plötzlichen
Herztod. Dabei war das Risiko für dieses Ereignis bei Männern und Frauen mit
einer früher diagnostizierten verlängerten QTc- Zeit (> 450 ms bei Männern,
> 470 msbei Frauen) um das Dreifache erhöht. Bei den Patienten, die unter
dem Durchschnittsalter von 68 Jahren lagen, bestand sogar ein achtfaches
Risiko, so dass eine QTc-Verlängerung im EKG bei älteren Menschen als
unabhängiger Risikofaktor für einen plötzlichen Herztod anzusehen ist. U.K.
(Straus SMJM et al.: Prolonged QTc
interval and risk of sudden cardiac death in a population of older adults. J
Am Coll Cardiol 47 (2006) 362- 367)
82 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 57, Nr. 3 (2006)
Lebensgefährliche Läufe
Leinfelden (ddp). Die Schlagzeilen sind erschreckend: «Todesfall
überschattet Bonn-Marathon», hieß es beispielsweise im vergangenen Jahr. Ein
38-jähriger Läufer war kurz vor dem Ziel zusammengebrochen und gestorben. In
Stuttgart waren es zwei Teilnehmer an einem Halbmarathon, die die sportliche
Strapaze nicht überlebten. Die Diagnose war in allen Fällen gleich:
plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand.
Doch so spektakulär die Todesfälle auch waren, die Norm sind sie nicht. «Bei
organisierten Läufen stirbt von 50 000 bis 90 000 Teilnehmern ein einziger»,
berichtet der Berliner Sportmediziner Lars Brechtel in der Juni-Ausgabe des
Magazins «bild der wissenschaft». Doch warum fordert eine Sportart, deren
positive Wirkung auf Herz, Kreislauf, Knochen und den allgemeinen
Gesundheitszustand mehr als einmal belegt wurde, überhaupt Menschenleben?
Diese Frage können auch Sportmediziner bislang nur zum Teil beantworten.
Derzeit gelten drei Szenarien als gesichert. Nummer eins: Die Betroffenen
glauben zwar von sich, vollkommen gesund zu sein, haben jedoch bislang
verborgen gebliebene Herzprobleme. «Ein gesundes Herz kann man nicht
überfordern. Eher machen die anderen Muskeln im Körper schlapp. Damit hat
man so etwas wie einen Sicherheitsabstand», stellt auch Albert Fromme,
Sportmediziner an der Universität Münster, klar.
Anders sieht es aus, wenn die Gefäße rund um das Herz bereits verengt sind -
ein Problem, das mittlerweile immer mehr jüngere Menschen betrifft und das
sich im normalen Alltag nicht bemerkbar macht. In einem solchen Fall sollten
beim Sport je nach Ausprägung der Schädigung bestimmte Herzfrequenzen nicht
überschritten werden, empfiehlt Fromme. Festgestellt werden solche Schäden
in einer sportmedizinischen Untersuchung, in der auch ein Belastungs-EKG
durchgeführt wird. Allerdings sollte man dabei darauf achten, dass der Arzt
während der Untersuchung tatsächlich eine starke körperliche Leistung
fordert - sonst besteht die Gefahr, dass die Gefäßprobleme übersehen werden.
Der zweite Risikofaktor sind Infektionen. Selbst an sich harmlose
Atemwegsinfekte belasten das Herz und können zu Rhythmusstörungen oder eben
auch zum plötzlichen Herztod führen. «Es gibt genug Beispiele von jungen
Sportlern, die plötzlich sterben - und bei denen sich später als Ursache
eine Infektion herausstellte», sagt Fromme. Wenn man sich etwa bei einem
grippalen Infekt richtig schlecht fühlt, sollte man sich konsequent ins Bett
legen und nicht zur Arbeit und schon gar nicht zum Training gehen.
Die dritte Ursache für die plötzlichen Todesfälle bei Marathonläufen wurde
erst im vergangenen Jahr entdeckt - und überraschte Läufer wie Experten: Wer
während des Laufs zu viel Wasser trinkt, gerät ebenfalls in Lebensgefahr,
konnten Wissenschaftler von der Harvard-Universität nachweisen. Bis dahin
galt die Devise, dass man beim Sport gar nicht genug trinken kann. Doch als
die Forscher nach einem Marathon in Boston das Blut von fast 500 Läufern
untersuchten, fanden sie bei mehr als 60 von ihnen ungewöhnlich geringe
Kochsalzwerte, bei dreien waren diese bereits im kritischen Bereich.
Zurückführen lassen sich diese Probleme auf den Mechanismus, mit dem der
Körper den Wasser- und Salzhaushalt reguliert. Durch das Schwitzen beim
Laufen verliert der Organismus sowohl Wasser wie Salze, bekommt beim
Wassertrinken aber lediglich Wasser zurück. Ist die Wasserzufuhr zu groß,
hat das fatale Folgen: Um das Salzgleichgewicht wieder auszugleichen, nehmen
die Körperzellen Wasser aus dem Blut auf und schwellen dabei an - wie ein
Brühwürstchen, das zu lange im Wasser liegt.
Das passiert nicht nur in den Beinen, wo die Schwellungen keine schlimmen
Konsequenzen haben, sondern auch in allen anderen Geweben und Organen.
Trifft es das Gehirn, drohen Schwindel, Unwohlsein und schließlich der
Zusammenbruch, berichtet «bild der wissenschaft». Während des Marathons
sollte man also nicht nur Wasser, sondern auch Salz zuführen und dabei eher
einen kurzfristigen Wassermangel als einen Wasserüberschuss in Kauf nehmen -
denn damit kommt der Körper weit besser zurecht, sagen Sportmediziner.
Angst vor dem Laufen sollte man jedoch auf keinen Fall entwickeln. Im
Gegenteil: Laufen hilft, Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und
Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und verzögert Altersbeschwerden wie
Arthrose. Auch scheint es neueren Ergebnissen zufolge den Verlust der
Knochendichte in den Wechseljahren zu verhindern. Es kann sogar das Leben
verlängern, zeigen mehrere Studien - vorausgesetzt, man vermeidet die
Risikofaktoren. 26. Mai 2006
Sekundenherztod Läufer bei
Berliner Halbmarathon gestorben
Berlin (RPO). Der Berliner Halbmarathon ist am Sonntag von einem
Todesfall überschattet worden: Ein 38-jähriger Läufer brach auf der Strecke
zusammen und konnte auch von einem mitlaufenden Anästhesisten nicht mehr
reanimiert werden. Der Läufer starb kurz darauf in der Berliner
Charité, sagte ein Sprecher des Veranstalters SCC Sport-Club Charlottenburg
am Sonntag.
Der 38-Jährige sei vermutlich durch einen Sekundenherztod ums Leben
gekommen, sagte der Streckenarzt Lars Brechtel. Nach Angaben eines
Polizeisprechers liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor. Die
Polizei will bei der Staatsanwaltschaft nun eine Obduktion anregen, um die
genaue Todesursache zu klären. Brechtel zufolge wurde der Läufer sofort nach
seinem Zusammenbruch von einem Rettungsfahrzeug ins Krankenhaus gebracht.
Eine Rettung sei aus medizinischer Sicht jedoch nicht möglich gewesen. Nach
Angaben des Sportmediziners gab es des Weiteren auf der Strecke 80 als
normal einzustufenden Hilfeleistungen. Zudem seien 96 Hilfestellungen im
Ziel sowie zwölf Transporte ins Krankhaus angefallen. Bei frühlingshaften
Temperaturen verzeichnete der Veranstalter eine Rekordzahl von 22.048
Teilnehmern aus 70 Nationen beim diesjährigen Halbmarathon. Am Streckenrand
verfolgten rund 150.000 Zuschauer den Lauf, den der Kenianer Patrick Makau
Musyoki mit einem neuen Streckenrekord von 58:56 Minuten gewann. Bei den
Frauen siegte die Australierin Benita Johnson in 68:28 Minuten. Die Polizei
war entlang der Strecke mit insgesamt 350 Beamten im Einsatz. Rund 170
Falschparker wurden abgeschleppt. Durch den Halbmarathon kam es in der Stadt
zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. 01.04.2007
http://www.ngz-online.de
28.08.2007
Der Tod von Antonio Puerta schockt die Fußball-Welt.
Der Abwehrspieler von UEFA-Cup-Sieger FC Sevilla verstarb am
Dienstagnachmittag, nachdem sich sein Zustand dramatisch verschlechtert
hatte.
Puerta starb infolge mehrerer Herzstillstände und wurde nur 22 Jahre alt. Er
hinterlässt eine schwangere Freundin, die im Oktober ihr erstes Kind
erwartet. Der spanische Spieler war am Samstag beim 4:1-Erfolg seiner
Mannschaft gegen den FC Getafe nach einer halben Stunde zusammengebrochen,
hatte aber zunächst noch auf dem Platz das Bewusstsein wiedererlangt. In der
Umkleidekabine, in die er noch aus eigener Kraft gelangt war, erlitt der
Abwehrspieler einen erneuten Kollaps, musste anschließend reanimiert und an
eine Herz-Kreislauf-Maschine angeschlossen werden. Am Sonntag war Puertas
Zustand noch als `ernst, aber stabil´ bezeichnet worden. Am Dienstag folgte
dann der Einbruch. Dieser wurde auf Schädigungen des Gehirns zurückgeführt,
die durch die mangelnde Sauerstoffzufuhr zustande gekommen waren. Der
Außenverteidiger verstarb auf der Intensivstation des Krankenhauses, wo er
bis zuletzt künstlich beatmet worden war.
München - Am Tag, als 30 000 Menschen im Stadion des FC Sevilla am Sarg
des an plötzlichem Herztod verstorbenen Fußball-Profis Antonio Puerta
trauerten, empfing "Marca" ihre Leser auf ihrem Titelblatt in großen
Blockbuchstaben mit der Frage, die man sich nicht nur in Spanien stellt:
Warum? "Es ist eine Ungerechtigkeit", so die Zeitung weiter, "mit 22 zu
sterben." Warum nur konnte es soweit kommen?
Der Todesfall Antonio Puerta ist kein Einzelschicksal , Studien haben
ergeben, dass Spitzensportler im Vergleich zu Freizeitsportlern ein 2,5-fach
höheres Risiko haben, an plötzlichem Herztod zu sterben. Die Ursache ist die
unheilvolle Mixtur aus sportlicher Belastung, einem nicht entdeckten
angeborenem Herzfehler, eine durch Viren oder Bakterien provozierte
Entzündung des Herzens oder auch Doping. Im Fall Puerta ergab die
Untersuchung gestern, dass der Nationalspieler an einer Herzschwäche
gelitten hatte, die nicht erkannt wurde.
Die Sportmedizin rückt in den Fokus, die Frage nach dem "Warum" geht an ihre
Adresse. In Spanien liegt in kardiologischer Hinsicht vieles im Argen, laut
Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist es den Klubs dort selbst
überlassen, wie umfangreich sie ihre Profis durchchecken. Der DFB hat den
deutschen Vereinen 1999 eine kardiologische Untersuchung zur Pflicht
gemacht, kein Erst- oder Zweitligaspieler bekommt eine Wettkampferlaubnis,
ohne dass er diesen Test besteht.
Dennoch warnt Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts für Kreislaufforschung
und Sportmedizin an der Sporthochschule Köln, dass die "schlechte
medizinische Versorgung im gesamten Spitzensport ein Problem ist. Wir wissen
von hochdotierten Profis, die keine verpflichtenden Checks haben. Es gibt
eine echte Lücke im System." Im deutschen Sport komme es jährlich zu 900
Todesfällen wegen Herzversagens.
Im deutschen Fußball sind die Vorsichtsmaßnahmen im Vergleich vorbildlich.
Neben den Checks ist auch Pflicht, in allen Stadien Defibrillatoren zur
Wiederbelebung bereitzuhalten. Und das nicht nur, wenn Gerald Asamoah
spielt, der wegen eines angeborenen Herzfehlers besonders gefährdet ist.
Puerta ist laut "El Pais" schon früher zwei Mal ohnmächtig geworden, man
schob dies aber auf die Hitze. Beim AC Milan kann man darüber nur den Kopf
schütteln. Die Lombarden gelten als das Nonplusultra in medizinischer
Rundumbetreuung, ihr ärztlicher Berater Bruno Caru meinte gestern: "Der
Todesfall hätte vermieden werden können, wenn es im Vorfeld mehr Kontrollen
gegeben hätte."
Hitzfeld: Bei Fieber sofort Trainingsstopp
Die Mailänder vertrauen da auf das System "Omega Wave", das auch beim FC
Bayern im Sommer eingeführt wurde. Damit wird die Belastung nach Training
und Spielen getestet, "damit wir wissen, wer im grünen, wer im gelben, wer
im roten Bereich ist", erklärte Trainer Ottmar Hitzfeld. "Wir tun alles, um
unsere Spieler zu schützen." Das Training ist individualisiert worden, um
die Grenzen der Spieler nicht gesundheitsgefährdend auszuloten. Beim
geringsten Verdacht wird der betroffene Profi an einen Internisten
verwiesen. "Ich würde niemals einen Spieler, der Fieber hat, mittrainieren
lassen", sagte Hitzfeld. Gestern erhielt Hamit Altintop das Verbot, den
Platz zu betreten. Hitzfeld: "Eine leichte Grippe."
Trotz allem: "Sicher kannst du nie sein", gab Hitzfeld gestern zu. Nur
wenige Stunden nach Puertas Herztod wurde auch der Liga-Pokal in England vom
Zusammenbruch eines Fußballers überschattet. Clive Clarke, Verteidiger von
Leicester City, erlitt in der Pause gegen Nottingham einen Kollaps. Der
27-Jährige kam ins Krankenhaus, sein Zustand sei "zufriedenstellend", hieß
es später. Nicht alle haben so viel Glück.
www.merkur-online.de
Überblick: Tod auf dem Fußballplatz
Wien - Der Tod des 22-jährigen spanischen Profis Antonio Puerta ist kein
Einzelfall. Vor dem Spieler des regierenden UEFA-Cup-Siegers FC Sevilla sind
andere Fußballer und Schiedsrichter im Zuge eines Spiels oder einer
Trainingseinheit gestorben.
# Dezember 1994: Der ehemalige österreichische Teamspieler Bruno Pezzey
bricht während eines Eishockey-Juxspiels mit Kreislaufproblemen zusammen und
stirbt an Herzversagen.
# September 1996: In Frankreich erliegen in Franck Sarrabayrouse (25) und
William Disciullo (29) an einem Spieltag zwei Amateurspieler auf dem
Spielfeld einem Herzinfarkt.
# August 1997: Der Nigerianer Emmanuel Nwanegbo vom deutschen
Regionalligisten SSV Reutlingen bricht während einer Partie bewusstlos
zusammen und stirbt kurz darauf an einem Herzinfarkt.
# April 1998: Der deutsche Profi Axel Jüptner vom FC Carl Zeiss Jena stirbt
in einer Klinik in Bad Oeynhausen an Herzversagen, nachdem er drei Tage
zuvor nach leichtem Training im Auto seiner Frau zusammengebrochen ist.
# Juni 1998: Der deutsche Amateurtorwart Markus Paßlack von Fortuna
Düsseldorf erliegt während eines Probetrainings in Ulm einem Herztod.
# Juli 1999: Der 23-jährige Stefan Vrabioru von rumänischen Erstligisten
Astra Ploiesti erliegt nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler einem
Herzstillstand.
# Februar 2000: Der 17-jährige Nigerianer John Ikoroma stirbt während eines
Freundschaftsspiels in den Vereinigten Arabischen Emiraten an einem
Herzinfarkt.
# Oktober 2000: Der rumänische Nationalspieler Catalin Haldan (24) von
Dinamo Bukarest erleidet während eines Freundschaftsspiels einen
Gehirnschlag und stirbt.
# April 2001: Der englische Schiedsrichter Mike North bricht drei Minuten
vor der Halbzeitpause in einem Drittligaspiel mit einem Herzinfarkt auf dem
Platz zusammen und stirbt.
# Juni 2002: Zyperns Zweitligaspieler Michael Michel (32) erleidet auf dem
Spielfeld einen Herzinfarkt, nachdem der Schiedsrichter ein Foul gegen einen
Mitspieler gepfiffen hat.
# Dezember 2002: Der Mazedonier Stefan Toleski kollabiert während eines
Meisterschaftsspiels mit seinem Club FK Napredok und stirbt an den Folgen
einer Herz-Attacke.
# Juni 2003: Kameruns Nationalspieler Marc-Vivien Foe bricht im Halbfinale
um den Confederations Cup in Lyon gegen Kolumbien zusammen und stirbt wenig
später.
# Januar 2004: Der ungarische Nationalspieler Miklos Feher bricht im
Meisterschaftsspiel seines Clubs Benfica Lissabon bei Vitoria Guimaraes
zusammen und stirbt wenig später.
# August 2007: Der Spanier Antonio Puerta (22) erleidet im
Meisterschaftsspiel seines Vereins FC Sevilla gegen Getafe mehrere
Herzstillstände und stirbt drei Tage später.
http://derstandard.at 30.08.2007
Kollaps
Wieder stirbt ein Fußballprofi
Die Fußball-Welt wird erneut vom Tod eines Profispielers erschüttert. Der in
Israel unter Vertrag stehende Nationalspieler Chaswe Nsofwa aus Sambia ist
nach einem Trainingsmatch seiner Mannschaft in der südisraelischen Stadt
Beerschewa zusammengebrochen und kurz darauf gestorben. Den Ärzten des
städtischen Krankenhauses gelang es nicht, den 27-jährigen Angreifer nach
seinem Kollaps wiederzubeleben, berichteten israelische Medien.
Nsofwa hatte kurz vor Saisonbeginn beim israelischen Zweitligisten Hapoel
Beerschewa einen Vertrag unterzeichnet. 2002 hatte er im Nationalteam seines
Heimatlandes Sambia im Afrika-Cup gespielt.
Am Dienstag war der spanische Fußball-Nationalspieler Antonio Puerta von
UEFA-Pokalsieger FC Sevilla an einem drei Tage zuvor im
Primera-Division-Spiel gegen den FC Getafe erlittenen Herzstillstand
gestorben. Am Mittwoch war der 22-Jährige beigesetzt worden. Donnerstag, 30.
August 2007
Der diesjährige New York City-Marathon wurde von einem tragischen Todesfall überschattet. Am Vortag bei der Olympia-Qualifikation der US-Marathonläufer starb der 28jährige mehrmalige nationale Straßenlauf-Meister Ryan Shay. Er brach nach acht Kilometer zusammen und konnte trotz sofortiger Reanimationsversuche nicht gerettet werden. 05.11.07 http://www.marathon4you.de/meldungen/sport/paula-is-back/1351
Tod von Leichtathlet Rene Herms: „Restlose Aufklärung“
gefordert
Der Fall des mit 26 Jahren plötzlich verstorbenen
Mittelstreckenläufers Rene Herms muss restlos aufgeklärt werden. Diese
Forderung erhob Armin Baumert, Chef der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada),
im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Focus.
Unabhängig von möglichen forensischen Ergebnissen der staatsanwaltlich
angeordneten Obduktion äußerte Baumert die Hoffnung, dass der Tod von Herms
nicht nach einem „vermeintlich klaren Zwischenergebnis abgehakt wird,
sondern dass die Aktendeckel erst geschlossen werden, wenn der Fall wirklich
restlos aufgeklärt worden ist“.
Rene Herms habe dem Doping-Kontroll-System der Nada angehört und sei
entsprechend regelmäßig außerhalb der Wettkämpfe unangekündigt kontrolliert
worden: „Zumal er als Leichtathlet eine Sportart betrieb, die zur Gruppe der
stark dopinggefährdeten Sportarten zählt.“
Ende Dezember war nach einer Obduktion bekannt geworden, dass der im Oktober
während eines Spiels gestorbene russische Eishockey-Spieler Alexej
Tscherepanow (19) mehrere verbotene Substanzen im Körper hatte. Solche
Todesfälle unter Topsportlern sind für Baumert nur für die sichtbare Spitze
des Eisbergs. „Eine skrupellose, menschenverachtende Dopingmafia finden Sie
nicht nur im Spitzen- sondern auch im Breitensport“, sagte er dem Focus.
Mehrere Sportler seien plötzlich und unerwartet gestorben, „weil sie durch
Manipulation mit Medikamenten, darunter auch der übermäßige Gebrauch von
Dopingsubstanzen, den eigenen Tod verursacht hatten“. Umso wichtiger sei es,
bei einem plötzlichen Tod wie dem des jungen Eishockeyspielers alle Details
offenzulegen, um der breiten Öffentlichkeit und allen Top-Athleten die
Gefahren des Dopings vor Augen zu führen.
Das vielbeachtete Comeback des siebenmaligen Tour-Siegers Lance Armstrong
ist laut Baumert „die absolute Verhöhnung für jeden aufrechten
Anti-Doping-Streiter“. Der Nada-Chef äußerte Zweifel daran, dass Armstrong
„mal abgesehen von allen juristisch strittigen Testergebnissen aus früheren
Jahren“ die Auflagen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erfüllt.
Auch Deutschland und die ehemalige DDR haben laut Baumert eine intensive
Dopingvergangenheit und eine hohe Verantwortung dafür, dass der
Leistungsbetrug wissenschaftlich entwickelt und in die Welt exportiert
wurde. Seit etlichen Jahren steuere die deutsche Antidopingfraktion jedoch
offensiv dagegen, was auch die
prominenten Fälle Katrin Krabbe, Uta Pippig und Dieter Baumann aus der
Leichtathletik oder die Enthüllungen im Radsport belegten. sid
http://www.goettinger-tageblatt.de 19.1.2009
Tragischer Unglücksfall
Sportler stirbt beim Lauinger Triathlon
Die Stimmung im Auwaldstadion ist gedämpft, als mittags
Triathleten ins Ziel einlaufen. Ein Unglücksfall hat einen dunklen Schatten
über die beliebte Veranstaltung geworfen: ein Teilnehmer ist nach einem
Herzversagen noch am Rand des Auwaldsees gestorben, so die Polizei.
Um 9.45 Uhr morgens ist der 46-jährige Mann aus dem Kreis Günzburg bei den
Senioren an den Start gegangen. Nach einigen Metern fällt Mitgliedern der
Wasserwacht auf, dass der Mann langsamer schwimmt, den Anschluss an das Feld
nicht mehr halten kann, so Wolfgang Piontek, Vorsitzender der
Kreiswasserwacht. „Ein Rettungsboot fuhr zu ihm. Auf Nachfrage, ob etwas
nicht in Ordnung sei, meinte er das ginge schon“, so Piontek.
Kurze Zeit später kollabiert der Mann und wird von der Wasserwacht ins
Rettungsboot gezogen. Reanimationsversuche am Ufer des Auwaldsees bleiben
erfolglos, informiert Polizeihauptkommissar Gerhard Bißwanger.
Alle Disziplinen, die nach den Senioren an den Start gegangen wären, werden
gestrichen. „Die Triathleten, die bereits auf der Strecke waren, konnten wir
nicht mehr aufhalten“, sagt TRI-Abteilungsleiter Erich Gruber betroffen.
Feiern will an diesem Tag niemand mehr. „Die Siegerehrung wird ganz formlos
stattfinden“, sagt er. Auch Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk ist
geschockt. „Die Rettungskette hat hier perfekt funktioniert. Aber leider
konnte man dem Mann nicht mehr helfen.“ 21.06.2009 13:12 Uhr
augsburger-allgemeine
Tragischer Todesfall überschattet Cottbuser Triathlon
Cottbus Der Cottbuser Messe-Traithlon am Samstag wurde von einem tragischen
Unglücksfall überschattet: Ein 68-jähriger Sportler ist beim Schwimmen in
der Spree gestorben. 13.06.2010
Die genauer Todesursache ist noch nicht bekannt. Vermutlich hatte der
ehemalige Sportlehrer während des Schwimmens einen Herzanfall erlitten und
ist dann untergegangen. Sofort eingeleitete Rettungsmaßnahmen bei dem
68-jährigen Cottbuser waren erfolglos. Die Polizei bestätigte am Sonntag den
Todesfall. Lausitzer Rundschau