TODESFÄLLE IM SPORT

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Todesfälle im Sport       Zu Sportkardiologie
Plötzlich und unerwartet.. Spektakuläre Todesfälle im Sport und ihre Erklärung

Birgit Dressel, Heiko Fischer, Stèphane Morin, Florence Griffith-Joyner – das sind bekannte Namen, die ein tragisches Schicksal eint. Einige von ihnen sind die Spitze des Eisbergs von etwa 900 Sportlern, die pro Jahr in Deutschland den Herztod erleiden. In der Öffentlichkeit werden diese Todesfälle in einem unangenehmen Zusammenhang erwähnt: Stirbt ein bekannter Sportler „plötzlich und unerwartet“, wird zuerst auf Doping getippt. Dabei ist bei genauerem Hinsehen kein einziger Todesfall auf die Einnahme verbotener Substanzen zurückzuführen. Tatsächlich lagen diesen fatalen Ereignissen meist krankhafte Herzfunktionsstörungen zugrunde. Die Öffentlichkeit ist inzwischen bezüglich Doping so sensibilisiert, daß sich fast jeder Spitzenathlet für eine ordentliche Leistung entschuldigen muß, sie real erbracht zu haben. Das Standardbeschuldigungsmodell stammt aus dem Profiradsport, aktuell von der Tour de France. Bei allen Anschuldigungen wird übersehen, daß nur durch jahrelanges hartes Training der Radsportler in der Lage ist, die 3700 bis 4000 km lange Tour de France zu überstehen. Das Problem für die Athleten in diesem Fall ist die zu kurze Regenerationszeit und nicht so sehr die direkte Etappenbelastung.  Die Todesfälle im Sport (siehe Tab. 1) werden gegenwärtig allzu schnell mit Doping in Verbindung gebracht. Das beste Beispiel der vorschnellen Urteilsbildung und Manipulation der öffentlichen Meinung über die Todesursache ist der plötzliche Tod der schnellsten Frau der Welt, der US-Sprinterin Florence Griffith-Joyner. Mag sie die Regeln der Fairneß verletzt haben oder nicht, jedenfalls wurde sie niemals positiv getestet. Sie starb, die Autopsie belegte es, an einem Anfallsleiden, hervorgerufen durch einen seltenen Hirntumor. 

 

Name Alter
Sportart
Unfalltag
Unfallart
Birgit Dressel
26
Siebenkämpferin
10.04.1987
Tod durch Schockzustand
Heiko Fischer
29
Eiskunstläufer
21.11.1989
Tod durch Herzmuskelerkrankung
Michael Klein
33
Fußballer
02.02.1993
Tod durch Herz-/Kreislaufversagen
Uwe Beyer
48
Hammerwerfer
15.04.1993
Tod durch Herzinfarkt
Bruno Pezzey
39
Fußballer
31.12.1994
Tod durch Herzmuskelerkrankung
Sergej Grinkow
28
Eisläufer
20.11.1995
Tod durch Herzattacke
Ralf Reichenbach
47
Kugelstoßer
13.02.1998
Tod durch Herzversagen
Axel Jüptner
29
Fußballer
24.04.1998
Tod durch Herzmuskelerkrankung
Lars Bolte
31
Bobfahrer
14.09.1998
Tod durch Herzinfarkt
Florence Griffith-Joyner
38
Sprinterin
21.09.1998
Tod durch Hirnschlag
Asamoah Gerald
20
Fußballer
27.09.1998
überlebte Herzanfall, weiterhin krank
Stèphane Morin
29
Eishockeyspieler
06.10.1998
Tod durch Herzstillstand
Markus Paßlack
o.A.
Fußballer
1998
Tod durch Herzversagen
Emanuel Nwanegbo
o.A.
Fußballer
1998
Tod durch Herzversagen
Jaroslav Hauer
o.A.
Eishockeyspieler
27.12.1998
Tod durch Herzversagen
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Spektakuläre Todesfälle unter Spitzensportlern
Zu den 900 Sportlern, die pro Jahr in Deutschland den Herztod erleiden, zählen erschreckend häufig junge Spitzensportler. Mangels Autopsie gelingt selten der Nachweis, wer an einer Herzmuskelerkrankung starb. Daß Doping prinzipiell der Gesundheit schadet, daran zweifelt niemand mehr. Der Regelverstoß durch unerlaubte Vorteilsnahme im Leistungssport wird und muß auch künftig bestraft werden. Um aber korrekt zu sein, die Todesfälle bekannter Leistungssportler waren alle nachweislich auf Störungen der Herzfunktion zurückzuführen. Bislang ist noch kein Athlet bei alleiniger Einnahme von anabolen Substanzen mit einem gesunden Herzen gestorben. Selbst die Profibodybuilder, bei denen in letzter Zeit zwei Todesfälle auftraten, starben an einer Kaliumvergiftung . Die mißbräuchliche Kaliumaufnahme entwässert die Zellen und macht so die Haut für die Posendarstellung dünn. Die lebensgefährlichen Nebeneffekte sind die Blutverdickung und die Störung der Blutgerinnung. Der Anstieg der Hämatokrits über 55 Prozent ist ein ernstes Anzeichen für verdicktes Blut und erhöht die Emboliegefahr. Das ist aus gesundheitlicher Sicht auch der Hauptgrund, den EPO-Mißbrauch konsequent zu bekämpfen. Eine auffallende Häufung der Todesfälle trat in letzter Zeit im Eishockey auf. Wahrscheinlich mangelt es an einer konsequenten sportmedizinischen Versorgung. Trotz Grippe, Bronchitis, fehlender Voruntersuchung oder Vorschädigung des Herzens wurde weitergespielt. Viele teure Profis kommen zudem aus dem Ausland und werden gesundheitlich nicht gründlich gecheckt. Als den Leistungsträgern der Mannschaft werden ihnen zu wenige notwendige Pausen gewährt. Man kann es so konstatieren: Alle unerwarteten Todesfälle haben eine Vorgeschichte, die zu einer allmählichen Funktionsstörung des Herzens geführt hat. 

Doping, von der Analyse zur Prävention
von Andreas Singler, Gerhard Treutlein 
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Hormon Report
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Preis: EUR 20,42
Taschenbuch - 112 Seiten (1999) 
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Doping im Spitzensport (2000)
Andreas Singler, 
Gerhard Treutlein
Preis:   EUR 15,23
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Das Buch
 
zur TOUR Wahrheit

Betreuung im Sport und Leistungssport
Nicht in allen Sportverbänden gibt es eine durchgängige und qualifizierte medizinische Betreuung. Völlig offen ist die Betreuung im Freizeit-oder Fitneßsport. Manchmal sind unter gesundheitlichen Gesichtspunkten auch die sportlichen Ambitionen von Wiederbeginnern und Späteinsteigern nach dem 40. Lebensjahr riskant. Hier ist ein vorheriger Gesundheitscheck unbedingt anzuraten.
Bei organisierten Sportlern sollten die Sportverbände verstärkt darauf dringen, daß sich der Athlet regelmäßig sowohl dem Arzt für Innere Medizin vorstellt als auch orthopädischen Gesundheitschecks unterzieht, die er auch dokumentiert bekommt. Das alljährlich einzuholende Gesundheitsattest für den Startpaß muß ernst genommen werden. Der Sportler hat für seine eigene medizinische Gesundheitskontrolle die eigentliche Verantwortung. Das momentane Freisein von Beschwerden darf nicht über möglich latente Herzfunktionsstörungen oder Gelenkschädigungen hinwegtäuschen. Die Aufforderung zur regelmäßigen Gesundheitskontrolle hat nämlich nicht ein Sportverbot zum Ziel, sondern es soll dabei das individuell richtige Maß der sportlichen Belastung herausgefunden werden.  Im Leistungssport geht es vor allem um die Einhaltung von Regenerationszeiträumen, in denen auch Möglichkeiten der Behandlung mit pflanzlichen Wirkstoffen, Mineralien, Vitaminen u.a. genutzt werden sollten. Bei vielen Professionals hat die zusätzliche Sicherung der Gesundheitsstabilität mit geeigneten und erlaubten physiologischen Substanzen einen hohen Stellenwert. Insgesamt sollte mehr Wert auf die umfassende Betreuung aller Sporttreibenden als bisher gelegt werden, besonders, wenn man den Sport ein Leben lang bis in das hohe Alter ausführen möchte.

Der verschleppte Infekt
Bisher besuchen Sportler überwiegend einen Arzt wegen orthopädischer Beschwerden (besonders nach Verletzungen oder Operationen). Die orthopädische Versorgung der Sportler ist gegenwärtig auch effizienter als die internistische. Aber gerade die Vorbeugung, das Herz-Kreislauf-System betreffend, hat sich als sehr wichtig erwiesen. Bei vielen plötzlichen Todesfällen im Sport, besonders auffällig bei Volkssportläufen, hat sich nachträglich herausgestellt, daß in der Vorgeschichte bereits Herzerkrankungen bekannt waren, die ignoriert wurden.  Das größte gesundheitliche Risiko für den Freizeit- oder Leistungssportler ist allerdings nach heutiger Erfahrung die vorschnelle Wiederbelastung nach einem fieberhaften Infekt bzw. einer Viruserkrankung. Der verschleppte Infekt, der vorzeitige Start nach Erkrankung, die unterlassene Regeneration bei unklaren Gesundheitsstörungen und die unklare Leistungsabnahme können u.a. darauf hinweisen, daß das Herz in seiner Funktion beeinträchtigt ist. Das Alter des Sportlers spielt in diesen Fällen kaum eine Rolle. Sowohl zwanzig- als auch fünfzigjährige Freizeitsportler können von Komplikationen im Herz-Kreislauf-System betroffen werden. Die Herzfunktionsstörungen sind aufgrund der großen Fortschritte in der Herzdiagnostik nicht nur Probleme für die alternden Männer und Frauen. Auch der jugendliche Athlet ist nicht vor den Komplikationen wie Herzinnenhautentzündung, Herzmuskelentzündung, Herzklappenentzündung, Herzrhythmusstörungen und Kreislaufstörungen geschützt. In jungen Jahren ist es nicht gleich eine koronare Herzerkrankung oder ein Herzinfarkt, der Ängste auslösen muß. Die entzündlichen Erkrankungen am Herzen sind viel heimtückischer, einfach deshalb, weil sie anfangs schwer zu erkennen sind.  Daß die gesundheitliche Vorbeugung im deutschen Leistungssport wirksam ist, dafür zeugen die engmaschig betreuten Kaderathleten mit A-, B- oder C Kaderstatus. Bei diesen Athleten ist in letzter Zeit kein fatales Ereignis beim Sporttreiben durch Herzversagen oder eine Herzmuskelentzündung bekannt geworden. Damit ist der praktische Beweis erbracht, daß sich die Vorsorgeuntersuchung lohnt.


Wie entstehen die Risiken beim Sport?
Ein gemäßigtes Sporttreiben ein Leben lang ist von unbestrittenem Nutzen und wirkt sogar lebensverlängernd. Nur durch erhöhte motorische Aktivität und Sport, verbunden mit disziplinierter Nahrungsaufnahme, kann den vielen Zivilisationkrankheiten (Bluthochdruck, Diabetes, Fettsucht, Blutverfettung u.a.) begegnet werden. Nachweislich kann die eigene Lebenserwartung durch regelmäßigen Sport um mindestens zwei Jahre verlängert werden. Natürlich kann man sich auch mal verletzen, aber daran stirbt man nicht. Orthopädische Erkrankungen sind heilbar. Für Kritiker und Skeptiker ist es natürlich die Frage, ob man passiv im Sessel sitzend gesünder bleibt, als wenn man sich im Sport verletzt. Der bekannte Sportmediziner Hollmann hat den Sport mit einem Medikament verglichen, welches in seiner Breitenwirkung unübertroffen ist. Hier sei nur an das bekannte und nachhaltige Wohlfühlen nach einem anstrengenden Ausdauertraining erinnert, einer Wirkung, die auf der belastungsbedingten Ausschüttung der körpereigenen Opioide (Endorphine) beruht.  Für Sportler aller Couleur und auch die Untätigen unter uns bleibt allerdings ein gemeinsames Risiko: der Kontakt mit Viren und anderen krankmachenden Keimen. Gegen Viruserkrankungen gibt es noch keine wirksamen Medikamente (außer bestimmten Impfungen). Besonders Athleten und Betreuer sollten sich bewußter vor diesen Einflüssen schützen. Im Sport und besonders im Leistungssport können mehrere Ereignisse zusammenkommen, die Sportler und/oder Betreuer zu Fehlentscheidungen veranlassen können. Ein Hauptfehler ist der Start zum Wettkampf um jeden Preis! Die psychophysische Beanspruchung beim Leistungstraining löst Streßregulationen im Körper aus. Der belastungsbedingte Anstieg des Hormons Cortisol, welches zur energetischen Sicherung der Belastung absolut notwendig ist, beeinflußt nachhaltig die natürliche biologische Abwehr. Je höher der Cortisolanstieg ist, desto stärker sind die Auswirkungen auf das Immunsystem. Besonders Wettkämpfe und energetische Grenzsituationen bei Langzeitbelastungen, die mit Glycogenmangel und Proteinabbau einhergehen, fördern den hohen Cortisolanstieg. 
Bekanntlich ist für die natürliche Abwehr ein Verband von hochspezialisierten Zellen im Körper verantwortlich, der als Immunsystem bekannt ist. Besonders intensive und längere Trainingsbelastungen sowie Wettkämpfe in dichter Folge führen zu einer Schwächung des Immunsystems und mindern somit die körpereigene Abwehrfähigkeit. In diesem Zustand ist der Athlet für krankmachende Keime empfänglich, die besonders das Atmungssystem, den Magen-Darm-Trakt oder die Muskulatur attackieren. Der Sportler, der sich in einem trainingsbedingt geschwächten Zustand infiziert, kann sich anfangs nicht klar entscheiden, ob er weiter trainieren soll oder kann oder ob eine Pause sinnvoller wäre. Er kann die Abwehrfähigkeit seines eigenen Immunsystems sowohl für das Training als auch für die Belastungspause nicht abschätzen. Die Körpersignale sind hierbei nicht ganz eindeutig, also sind sie unzuverlässig und verführen noch zu hohen Belastun-gen. Aus jahrelanger praktischer Erfahrung kann gefolgert werden, daß im Zweifelsfall die Belastungspause die bessere Entscheidung für den Sportler ist. 

Warum gerade der Herzmuskel?
Die Viren gelangen über die Schleimhäute des Atmungssystems oder des Magen-Darm-Traktes in das Blut und verteilen sich an den Schwachstellen der Organe, wie Skelettmuskel, Leber oder Herzmuskel. Der Virusbefall der Skelettmuskulatur wird durch eine schnelle muskuläre Ermüdbarkeit und den zunehmenden Belastungsschmerz relativ leicht bemerkt und ist ein Signal zum Pausieren. Durch die Schonung der Muskulatur ist der Virusbefall mit natürlichen Abwehrkräften ziemlich schnell zu bekämpfen. Wenn der Muskelschmerz nach ein bis drei Tagen nachläßt, dann beginnen eifrige Athleten bereits wieder mit dem Training. An diesem frühen Zeitpunkt der Trainingswiederaufnahme ist noch nicht sicher zu entscheiden, ob nicht vielleicht noch in anderen Organen krankmachende Keime haften, so z.B. an der Herzinnenhaut, an den Herzklappen und im Herzmuskel. Der Herzmuskel kann sich bei Virusbefall nicht so „ausruhen“ wie der Skelettmuskel. Deshalb hat die vorsorgliche Schonung der Herzfunktion so ein großes Gewicht, besonders bei einem Sportler. In einer Retrospektive hat der Olympiasieger von 1980 über 50 km Gehen, H. Gauder, eingeschätzt, daß er einen Virusbefall nicht erkannte und seine sich anbahnende Leistungsschwäche mit noch mehr Training zu beantworten versuchte. Der glückliche Ausgang seiner Herztransplantation und die Bewältigung des New York Marathons in 6 1/2 Stunden, knapp zwei Jahre nach der Operation, sind dennoch nicht gerade ein erstrebenswertes Ziel oder Trost für leichtsinniges Verhalten.  Aus diesem Beispiel wird auch deutlich, daß sich krankhafte Komplikationen am Herzen nicht gleich in einem dramatischen Leistungsabfall äußern, sondern der Leistungsverlust anfangs langsam und kaum bemerkt verläuft. Das entscheidende Kriterium ist aber die stetig nachlassende Leistungsfähigkeit trotz Training und die auffallend längere Regenerationszeit. Das Ruhe-EKG oder Belastungs-EKG können dabei noch völlig unauffällig sein. 

Vorsorgeverhalten beim Leistungstraining und Freizeitsport
Um die Risiken einer schwerwiegenden Herzerkrankung einzuengen, ist nach fieberhaften oder auch fieberfreien Infekten die längere Sportpause besonders bedeutungsvoll. In Zweifelsfällen ist immer der Weg der engmaschigen qualifizierten ärztlichen Nachsorge notwendig. Zum Beispiel ist die Diagnose einer Herzmuskelentzündung nicht einfach und auch nicht sofort zweifelsfrei zu stellen. Wenn der Sportler ärztlich verordnet Antibiotika einnimmt, dann sollte er im Zeitraum der Medikamenteneinnahme nicht trainieren oder an Wettkämpfen teilnehmen. Natürlich gibt es knifflige Grenzfälle, die aber immer durch ärztlichen Rat begleitet sein sollten. Wenn der Sportler die angeführten Empfehlungen mißachtet oder aus bisheriger Erfahrung alle Erkrankungen komplikationslos
überwunden hat, dann ist das kein Freibrief für eine trügerische Selbstsicherheit. Jede vorzeitige Wiederaufnahme des Leistungstrainings nach Infekten oder anderen fieberhaften Erkrankungen kann bereits die Ursache für eine monatelange Leistungsstagnation trotz Trainings sein. Meist erstreckt sich die Abwägung zur Pause oder zum „Weitermachen“ in einem Entscheidungsbereich von vier bis sieben Tagen, also geradezu in einer Woche. Werden nach einer Woche Trainingspause noch deutliche Erhöhungen der Ruhe- und Belastungs-Herzfrequenz festgestellt, dann sind das Anzeichen für eine noch gestörte Herz-Kreislauf-Funktion in der Heilungsphase. In dieser Situation sind, genauso wie bei Vorsorgeuntersuchungen, ein EKG in Ruhe und bei Belastung sowie eine echokardiographische Spezialuntersuchung durchzuführen. Die Belastungspause und eine wenn auch ergebnislose Spezialuntersuchung sind auf Dauer immer noch die besseren Entscheidungen für den gesundheits- und leistungsbewußten Athleten statt einer riskanten Soforttrainings- oder Wettkampfbelastung nach der Erkrankung. Das Ignorieren der Entlastung bei fieberhafter Erkrankung wäre im Leistungssport tatsächlich ein vorgeplanter Selbstmordversuch. Unverständlich sind die immer wieder zu beobachtenden Startentscheidungen nach Infekten, die sich wenige Tage vor bedeutenden Wettkämpfen (Deutsche Meisterschaft, Europameisterschaft u.a.) ereigneten. Erst das Leistungsversagen oder die Zusammenbrüche im Ziel brachten im Nachhinein das Risikoverhalten an den Tag. Sicher macht der betreuende Arzt im Interesse des Athleten, der ihn vorher absichtlich aus Angst vor Startverbot nicht konsultierte, kein großes Öffentlichkeitsszenario. Im Interesse der Erhöhung der Eigenverantwortung von Athlet und nichtärztlichem Betreuer werden aber diese Beispiele prinzipiell angeführt.  Schwieriger sind die Fälle, bei denen es aktuell keine meßbaren Hinweise für eine Funktionsstörung des Herzens gibt und nur die nachlassende Leistungsfähigkeit und längere Erholungsbedürftigkeit nach Training oder Wettkampf bemerkt werden. In diesen Fällen sollte geduldig versucht werden, die Ursache dafür aufzuklären. Mit dieser Darstellung sollte keineswegs die Freude am Training und Leistungssport verdorben werden. Die gesundheitlichen Risiken sind bei sportlicher Untätigkeit bedeutend höher und folgenschwerer als beim Leistungssport. Es besteht kein Anlaß, von diesem und den sich
daran anschließenden Freizeitsport bis ins hohe Alter abzurücken.
Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. med. Georg Neumann
Institut für angewandte 
Trainingswissenschaft
Marschnerstr. 29
04109 Leipzig


EKG täuscht Spitzensportler: Ein Elektrokardiogramm (EKG)
diagnostiziert häufig Fehler an Sportlerherzen, die keine sind. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Instituts für Sportwissenschaften in Rom, die im „Journal of the American Heart Association“ veröffentlicht wurde. Die italienischen Wissenschaftler verglichen über zwei Jahre die Ergebnisse von EKG- und Ultraschalluntersuchungen bei Spitzensportlern.Bei 14 Prozent der 1000 untersuchten Athleten zeigte das EKG klare Abnormalitäten, bei 26 Prozent nur geringe Unregelmäßigkeiten. Dagegen ergaben die Ultraschalluntersuchungen nur in fünf Prozent der Fälle Abnormalitäten. Das EKG zeige auch unproblematische Veränderungen am Herzmuskel, die Folge des intensiven Trainings seien, erklärte der Studienautor Antonio Pelliccia. 90 Prozent der Athleten hatten eine vergrößerte linke Herzkammer und dickere Herzwände – bei Sportler-Herzen nicht ungewöhnlich. Um eine lebensbedrohliche Veränderung des Herzens festzustellen, sollten weitere Diagnoseverfahren das EKG ergänzen, empfahlen die Wissenschaftler.(NetDoktor.de, 18.07.2000)


Doping: Sterben Top-Sportler früher? - Staatsanwalt untersucht Todesfälle
Turin (dpa) - Spitzensportler sterben wegen der hohen körperlichen Belastung oder Doping-Missbrauchs früher. Diesen Verdacht hegt Raffaele Guariniello. Der Turiner Staatsanwalt untersuchte die Todesfälle von 170 italienischen Fußball-Profis der letzten 50 Jahre, die auffallend häufig an bestimmten Krankheiten wie Leukämie oder Leberkrebs gestorben sein sollen. Allein acht der 170 Profis seien außerdem an der ansonsten äußerst seltenen «Lou Gerich»-Krankheit gestorben. Die nach einem amerikanischen Baseballstar benannte Krankheit zerstört das zentrale Nervensystem, berichtete die «La Gazzetta dello Sport» am Donnerstag. Guaraniello will herausfinden, ob Profi-Sportler durch die extrem hohen Belastungen im
Spitzensport oder durch Doping Spätfolgen davon tragen, an denen sie früher sterben als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte die Justiz Ärzte und Betreuer wegen fahrlässiger Tötung anklagen. «Der Verdacht ist zulässig. Bislang gibt es aber keinerlei medizinische Beweise für einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen wie der Lou-Gerich-Krankheit und sportlicher Aktivität», erklärte der Turiner Mediziner Professor Davide Schiffer. (od)


Tod im Fitness-Studio: Herzversagen ohne Warnsignale
Hamburg/Wien - Plötzliches Herzversagen tötet jedes Jahr hunderte Sport-Treibende, weil sie nichts von ihrer Krankheit ahnen. Schätzungen zufolge sterben allein in Deutschland jährlich rund 900 Sportler ohne vorhergehende Warnsignale an plötzlichem Herzversagen, berichtet die
online-Ausgabe der Tageszeitung "Der Standard". Ursache sind in 95 Prozent der Fälle Herzerkrankungen, von denen Sportler oft nichts ahnen. Gezielte Präventionsmaßnahmen könnten daher eine große Zahl dieser Todesfälle verhindern, wie die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) in Hamburg betonte. Im Wettkampf und bei sonstigem Leistungssport werden alle organischen Systeme des Körpers maximal belastet. Kommt es dabei zu einer Überlastung des Herz-Kreislauf-Systems, kann das mit dem plötzlichen Herztod - kurz SCD (Sudden Cardia Death) - enden. Nach einer gemeinsamen Studie der Genossenschaft und der Sporthochschule Köln ist das Spektrum der Herzkrankheiten, die zu einem plötzlichen Herztod führen können, vom Alter der Sportler abhängig. Bei den unter 35-Jährigen gehören demnach neben anlagebedingten Herzmuskelerkrankungen angeborene Fehlbildungen und akute Entzündungen des Herzens zu den Ursachen. In 50 Prozent der Fälle sei hier jedoch eine Herzmuskelverdickung Auslöser. Die Veranlagung zu dieser Krankheit mache ihre Träger zu Hochrisiko-Patienten. Bei Sportlern über 35 Jahre werde der plötzliche Herztod in 80 Prozent der Fälle durch Gefäßverkalkung, die so genannte Arteriosklerose, ausgelöst. Nur wenige Leistungs- und Profisportler unterziehen sich jedoch regelmäßig sportmedizinischen Untersuchungen. "Ärztliche Kontrollen sind wirksame und unverzichtbare Präventionsmaßnahmen", sagte der Mediziner Jens Petersen von der Berufsgenossenschaft. Sportverbände und Vereine sollten daher ihre Mitglieder verpflichten, sich einmal jährlich einer Untersuchung mit definierten Mindeststandards zu unterziehen. Freizeitsportler sollten sich einem jährlichen Check-up beim Hausarzt unterziehen. Bei akuten Erkrankungen, wie etwa einer Grippe, sei es für Athleten wichtig, eine ausreichende Ruhe- und Wettkampfpause einzuhalten, betonten die Experten. Bei weniger akuten Krankheiten sollten die sportlichen Tätigkeiten gemäßigt werden. Sportler mit einer Herzmuskelentzündung, der so genannten Myokarditis, die meist von Viren ausgelöst werde, müssten drei Monate Pause einlegen. Grundsätzlich gelte: Nach jeder Erkrankung und vor Wiederaufnahme der sportlichen Aktivitäten sei eine eingehende ärztliche Untersuchung wichtig. 20. März 2001


Mehr als illegal: Doping birgt Todesgefahr
Köln (dpa/lnw) - Zunehmende Erkrankungen von Herz, Leber und Nieren, Veränderungen der Sexualorgane, Depressionen und eine wachsende Zahl von Todesfällen: Die gesundheitlichen Nebenwirkungen und Folgen von Doping sind selten so fundiert, plakativ und gebündelt dargestellt worden wie auf dem internationalen, von der EU geförderten Anti- Doping-Symposium an der Deutschen Sporthochschule in Köln. «Was wir zu den biochemischen Nebenwirkungen gehört haben, zeigt, dass das Wissen darüber ausreichend zugenommen hat», resümierte der Organisator der Tagung, Prof. Horst Michna. Für Athleten, die verbotene Mittel zur Leistungsteigerung nehmen oder nehmen wollen, ist dies eine Botschaft, die viele angesichts der Aussicht auf Erfolg, Ruhm und Geld
nicht hören wollten. Neben Stimulanzien, Narkotika und anabolen Steroiden ist die Gesundheit der manipulationswilligen Sportler im besonderen Maße durch Wachstumshormon-Einnahmen gefährdet. «Man kann erwarten, dass die Zahl der Herzinfarkte, Diabetiker, möglicherweise auch Krebskranken unter den Sportlern durch Wachstumshormone steigen wird», warnte Dr. Martin Bidlingmaier. Er gehört zur Forschergruppe um den Münchner Christian Strasburger, die im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ein Nachweisverfahren für Wachstumshormone entwickeln soll. Erste Ergebnisse erwartet Bidlingmaier nicht vor Dezember. Eine Gefahr droht den Sportlern nicht nur dadurch, dass sie etwas nehmen. Oft ist nämlich nicht das in der Medikamenten-Packung, was sie gekauft zu haben glauben. Bei der Untersuchung einer auf dem schwarzen Markt erworbenen Schachtel mit angeblichen Wachstumshormonen war nach Angaben Bidlingmaiers in einer Ampulle der angegeben Stoff, in einer weiteren eine Kombination von Präparaten und in der dritten nichts. «Das zeigt, was für Probleme Athleten haben», meinte der Forscher. Und kostspielig seien diese «Hormon- Kuren» auch: Sportler, die einen Monat lang jeden Tag vier Einheiten spritzen wollen, müssen 5000 Mark für regulär zirkulierende Präparate berappen - auf dem Schwarzmarkt kosten Produkte nur ein Viertel. Die Wissenschaft kann mit immer weit reichenderen Erkenntnissen über die Folgen von Doping und verfeinerten Kontroll-Methoden die verbotene Leistungsmanipulation nur eindämmen helfen. Deshalb blickt Prof. Charles Yesalis von der Universität in Pennsylvania/USA skeptisch in die Zukunft. «Ich bin nicht optimistisch. Es ist zu wenig Geld im Spiel. Wir bräuchten 200 Millionen Mark pro Jahr, um den Kampf gegen Doping voranzubringen, und viel mehr Kontrollen», meinte der Amerikaner. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat 2001 zehn Millionen Mark für Forschungsprojekte zur
Verfügung gestellt. netdoctor 25. Juli 2001


Abschwitzen kostete jungen Sportler das Leben
Ruderer wollte mit schweißtreibendem Training sein Gewicht vermindern / Hitzschlag führte zu Multiorganversagen
MÜNCHEN (eis). Bekleidet mit Neoprenanzug, mehreren Wollpullovern, Handschuhen und Wollmütze hatte der junge Leistungssportler bei Sommerwetter ein anstrengendes Lauftraining absolviert. Der 23jährige Ruderer bekam einen Hitzschlag, fiel ins Koma und starb an Multiorganversagen. Schweißtreibendes Training wird von Sportlern oft vor Wettkämpfen gemacht, damit sie kurzfristig Gewicht verlieren und in ihrer Gewichtsklasse starten können. Daß ein solches "Abschwitzen" lebensgefährlich sein kann, verdeutlicht die Krankengeschichte des Sportlers, über die Dr. Markus Rehm und seine Kollegen von der Klinik für Anästhesiologie der Ludwig-Maximilians-Universität am Klinikum Großhadern in München berichten (Anaesthesist 50, 2001, 500). Der junge Mann hatte zusätzlich zu dem Training Laxanzien und Diuretika mißbraucht. Bei Aufnahme in die Klinik war er komatös, tachykard und hypoton. Die Körperkerntemperatur überstieg 43° C. Der Patient wurde extern gekühlt und seine Blase mit Eiswasser gespült. Als er vier Stunden später auf die Intensivstation kam, hatten die Nieren versagt und Laborparameter deuteten auf einen ausgeprägten myokardialen Schaden. In Folge kamen ein Leberversagen mit disseminierter intravasaler Gerinnung hinzu. Durch die Verbrauchskoagulopathie mit Gerinnungsstörungen ergaben sich erhebliche gastrointestinale Blutungen. Der Patient wurde mit "high urgency request" zur Lebertransplantation angemeldet, konnte aber wegen instabiler Hämodynamik nicht operiert werden. Es folgten ein akutes Lungenversagen und zwei reanimationspflichtige Bradykardien, die sich trotz Verwendung eines transvenösen Schrittmachers nicht beherrschen ließen. Der junge Sportler starb 48 Stunden nach Aufnahme auf die Intensivstation. Ein solches Abschwitzen stellt geradezu eine Umkehrung aller Regeln zur Verhinderung eines Hitzschlags dar, weil ein Wärmeverlust durch Evaporation verhindert wird, betont Rehm: "Kommt es zu einem anstrengungsinduzierten Hitzschlag, dann ist als Sofortmaßnahme eine rasche Kühlung des Patienten die einzig gesicherte Therapiemethode", sagt er. Dazu sollte vorzugsweise die Kleidung entfernt, der Körper mit Wasser benetzt und der Luftzug über dem Patienten verstärkt werden. Durch die gesteigerte, ineffektive Evaporation ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr kommt es zudem zu Hypovolämie, bei der Rehm eine frühe aggressive Volumensubstitution zur Prophylaxe eines Volumenmangelschocks unbedingt für erforderlich hält. Sportler sollten zudem vor den Gefahren des Abschwitzens gewarnt werden, betont er. Ärzte Zeitung, 30.07.2001


Mangelnde Vorsorge: Höheres Herztodrisiko bei Leistungssportlern
Padova - Junge Leistungssportler haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko am plötzlichen Herztod zu sterben als Altersgenossen, die ihren Körper nicht so stark belasten. Grund dafür sind offenbar unerkannte Herzkrankheiten. Zu diesem Ergebnis kamen italienische Wissenschaftler um Domenico Corrado von der Medizinischen Schule der Universität von Padova. Wie die Forscher auf einem amerikanischen Herzkongress berichteten, untersuchten sie die 300 Todesfälle von Leistungssportlern und Nicht-Sportlern im Alter zwischen zwölf und 35 Jahren, die innerhalb von zwanzig Jahren in der Region Veneto vorkamen. Nach einem Bericht der Netzzeitung kam unter den Wettkampfsportlern ein plötzlicher Tod fast drei Mal häufiger vor, als bei den Nicht-Athleten. Ursachen waren angeborene durch Unregelmäßigkeiten im Herzrhythmus zum Tode führen kann. Besonders die Sportler mit einem Herzfehler, bei dem eine Herzkranzarterie nicht aus der Aorta, sondern aus der Lungenarterie entspringt, waren unter den körperlichen Belastungen gefährdet: Der plötzliche Tod kam bei ihnen fast 80 Mal häufiger vor als bei den Nicht-Aktiven. Die Wettkämpfer mit Herzrhythmusstörungen starben fünf Mal häufiger als die Nicht-Sportler. Die Studie soll Jugendliche nicht vom Sport abhalten, sondern weist auf die Notwendigkeit von umfassenderen Vorsorgeuntersuchungen bei Leistungssportlern hin, so Corrado. 13. November 2001 netdoktor.de


Tod beim Sport – es trifft am ehesten über 50 Jährige

Sonntags-Sportler, die nur gelegentlich ins Fitness-Center gehen, sollten wegen möglicher Gefahren für ihr Herz vorsichtig sein. Denn sie haben ein höheres Risiko, einen tödlichen Herzinfarkt oder –stillstand beim Training zu erleiden, als regelmäßig Fitness-Treibende.

Die Gefahr ist nicht sehr groß und soll niemand vom Sport abhalten, aber sie sollte auch nicht übersehen werden. Bei einer Studie in 320 Fitness-Zentren in den USA kamen auf drei Millionen Mitglieder und Gäste bei insgesamt 182 Millionen Besuchen 71 tödliche Herzinfarkte. Jeder zweite von ihnen hatte weniger als einmal die Woche Fitness betrieben. Sonntagssportler haben oft einen oder mehrere Risikofaktoren oder Herzerkrankungen in der Familie. Das Durchschnittsalter der Gestorbenen lag bei 52 Jahren, das aller Mitglieder im Fitness-Zentrum bei 30 Jahren. Unter den 71 Toten waren 61 Männer.

Quelle: Ärzte Zeitung, 14.11.2000, Nr. 204


Junger Läufer stirbt beim Hamburg-Marathon

Ein Todesfall hat das von einem riesigen Medienrummel begleitete Debüt von Dieter Baumann beim Hamburg-Marathon überschattet. Knapp eine Stunde nach dem Rennen gaben die Organisatoren bekannt, dass ein 19 Jahre alter Läufer aus Trittau kurz vor der Zielankunft infolge eines Kreislaufkollaps zusammengebrochen sei. Eine sofort eingeleitete Reanimation blieb erfolglos. Nach NDR-Informationen könnte eine nicht ausgeheilte Bronchitis die Todesursache sein. Der Gymnasiast war nach knapp viereinhalb Stunden Laufzeit bereits auf der Zielgeraden, als er vor den Augen Tausender Zuschauer zusammensackte. Für den sportlichen jungen Mann, der im vergangenen Jahr erstmals am Hansaplast-Marathon teilgenommen hatte, kam jede Hilfe zu spät. Der 19-Jährige galt als versierter Sportler, der bereits im Alter von zehn Jahren mit Karate begonnen hatte und regelmäßig trainierte. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären. Bereits vor 15 Jahren hatte es beim Hamburg-Marathon einen ersten tragischen Todesfall gegeben. Damals war ein 36-jähriger Familienvater am Alsterufer tot zusammengebrochen. NDR 22.4.2002


Gefahr durch „Abkochen“ vor dem Wettkampf

Berichtet wird über einen 23jährigen Leichtgewichtsruderer, der sich vor dem Wettkampf einem anstrengenden Lauftraining unterzog, um die notwendigen 2 kg Gewicht zu verlieren. Um den Effekt zu erhöhen, trug er bei 23,8°C Lufttemperatur mehrere Wollpullover, Wollmütze, Handschuhe und einen Neoprenanzug. Zusätzlich konnte anamnestisch der Gebrauch von Lasix und Diuretika nachgewiesen werden. Der Sportler kollabierte während der sportlichen Leistung und war bei Eintreffen des Notarztes komatös, tachykard und hypoton. Die Körpertemperatur lag zu diesem Zeitpunkt über 43°C. Ein CT des Gehirns zeigte verstrichene Gyri als Zeichen eines erhöhten Hirndrucks. Mit externer Kühlung und Spülung der Blase mit Eiswasser konnte die Körpertemperatur langsam gesenkt werden, der Kreislauf wurde aber zunehmend instabil. Laborchemisch bestanden Zeichen eines ausgeprägten myokardialen Schadens sowie einer hochgradigen Rhabdomyolyse. Infolge eines akuten Nierenversagens blieb der Sportler anurisch. Im Rahmen eines beginnenden Leberversagens und einer disseminierten intravasalen Gerinnung mit Verbrauchskoagulopathie war die plasmatische Gerinnung beträchtlich eingeschränkt (Quick 10%, PTT>180s). In der Folge kam es zu einem fulminanten Multiorganversagen. Trotz maximaler intensivmedizinischer Therapie mit massiver Substitution von Blutprodukten, kontinuierlicher Hämodiafiltration und inhalativer Stickstoffmonoxidapplikation verstarb der junge Sportler 48 h nach Aufnahme auf der  Intensivstation. Der anstrengungsinduzierte Hitzschlag ist eine seltene aber potentiell lebensbedrohliche Erkrankung. Eine Vermeidung ist bei Beachtung der Risikofaktoren problemlos möglich. Bei bewusster Missachtung der Risikofaktoren im Falle eines „Abkochens“ wie im vorliegenden Fall müssen die Sportler auf das Gefahrenpotential dieser Praktik aufmerksam gemacht werden. Sicherste und erste Therapiemaßnahme stellt die sofortige Senkung der Körpertemperatur unter 39°C dar.
U.K. (Dunker M et al.: Anstregungsinduzierter Hitzschlag. Der Anästhesist 7 (2001) 500-505)
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 53, Nr. 2 (2002)


Fast-Todesfall Gutenberg Marathon - Mainz 06.05.2001
Von den 5 147 Läufern bestritten 2 860 als Finisher den Marathon und 2 237 den Halbmarathon. Es hatte auch nicht viel gefehlt, dann wäre der Marathon von einem Todesfall überschattet worden. Mit Herzversagen blieb ein Halbmarathonläufer hinter der Ziellinie ligen. Dem herbeigeeilte Rettungsteam gelang es ihn zu reanimieren. Der Zustand ist inzwischen wieder stabil.
R. Hinkel, www.crosslaufsport.de


Berlin-Marathon 2000
Der medizinische Leiter Willi Heepe am Tag nach den beiden Todesfällen.

"Wir müssen dieses Risiko tragen", sagte der medizinische Leiter des Berlin-Marathons, Willi Heepe, am Tag danach. Zwei Menschen waren am Sonntag bei dem Langstreckenlauf gestorben. Ein 58-jähriger Däne hatte während des Marathons einen Herzstillstand erlitten, ein 38-Jähriger aus Panama war im Ziel zusammengebrochen. Beide wurden umgehend medizinisch versorgt, jedoch kam jede Hilfe zu spät.  Zweimal hatte es zuvor in der Geschichte des Berlin-Marathons Todesfälle von Läufern gegeben. 1986 starb ein Teilnehmer kurz vor dem Ziel, der sogar beim Herzspezialisten Heepe in einer Reha-Behandlung war. Er hatte sich den Anweisungen von Heepe widersetzt. 1990 erlitt ein Starter, der ohne Training nur durch das Brandenburger Tor rennen wollte, nach 500 Metern vor Aufregung einen Herzinfarkt erlitten.
Medizinische Hintergründe zu den beiden Todesfällen vom Sonntag gibt es noch nicht. Möglicherweise wird es sie auch nie geben, wenn die Familien eine Obduktion ablehnen. Zumindest der Däne war ein erfahrener Läufer. Eine Erkrankung ist nicht bekannt.
"80 bis 90 Prozent der Todesfälle im Sport hängen mit einer nicht erkannten Herzmuskelentzündung zusammen. In deren Folge gibt es Veränderungen am Herzen, die nur mit Spezialuntersuchungen zu erkennen sind", erklärte Willi Heepe. Dabei sterben die Läufer einen sogenannten Sekundentod. Nur mit unglaublichem Glück konnte 1997 ein Läufer nach einem Zusammenbruch beim Berlin-Marathon gerettet werden. Dies passierte genau am Notarztwagen, und der Läufer fiel in die Arme eines Reanimations-Spezialisten.
"Für einen aktiven Menschen birgt der Marathon kein nennenswertes Risiko", sagte Heepe, der zwei Gruppen nennt, die gefährdet sind: Ehemalige Raucher, die genau untersucht werden müssten, und solche, die er als "Schwachköpfe" bezeichnet. "Zwei von jenen sind am Sonntag gelaufen. Ihnen hatte ich das Laufen auf Grund einer Verengung der Aortenklappe schon 1998 verboten", erzählt Heepe. Auch das Verlangen eines Attestes vor dem Start bringe nichts. "Wenn ich ihnen den Stempel nicht gebe, holen sie sich ihn von einem anderen Doktor", sagt der Herzspezialist. Er könne nicht mehr machen, als die Läufer zu informieren und zu warnen. In dieser Hinsicht gilt der Berlin-Marathon als vorbildlich


17.08.2000 Tödlicher Alpinunfall im Klettersteig Seewand
In den frühen Morgenstunden des 17.08. unternahm ein 70-jähriger Pensionist aus Krems/Donau eine Klettertour über den Seewand-Klettersteig in Richtung Gjaidalm. Etwa 150 m über dem Einstieg stürzte der nur unzureichend ausgerüstete Kletterer in seine Sicherung. Dabei dehnte sich der Sicherungskarabiner und rutsche aus dem Sicherungsseil. In der Folge stürzte der Mann ca. 10 Meter tief ab und blieb mit der Handschlaufe seines mitgeführten Kletterstockes an einem Steigzapfen aus Eisen hängen. Der Bergsteiger verstarb noch in der Wand.
Die Leiche wurde von Bergrettungsmännern und Alpingendarmen geborgen und mit dem Hubschrauber der Flugeinsatzstelle Linz ins Tal geflolgen.
Bei einer anschließend durchgeführten Obduktion wurde ein tödlicher Herzinfarkt festgestellt.


Schwedische Schwimmerin mit Herzattacke:
Louise Karlsson (1997 Kurzbahn-WM: 1. 200 Lagen 2:11.19; Achte 100 Delfin 59.44) entging an einem Meeting in Malmö nur knapp dem
Tod. Sie erlitt im Wasser einen Herzanfall und konnte dank sofortigem Rettungseinsatz von zwei anwesenden Fussballprofis (Thomas Ravelli und Tomas Brolin) gerettet und wieder belebt werden. Kommentar: Während sportlicher Betätigung ist die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt im Vergleich zur Ruhe erhöht, auch bei jungen Menschen. Regelmässiges Ausdauertraining bewirkt aber in der übrigen Zeit einen sehr deutlichen Rückgang von Infarkten, so dass im Gesamtbild bei Ausdauer-Sporttreibenden die Wahrscheinlichkeit stark zurückgeht. Schwimmen gehört wegen dem Trainingsaufwand zusammen mit Radfahren, Skilanglauf, Joggen oder Walking zu den geeigneten Sportarten: Mindestens 3 mal 30 Min. pro Woche sind empfohlen. Mehr Aufwand bringt nicht mehr viel Nutzen.


Herzversagen bei Zahnbehandlung -  Italiener Denis Zanette (32) verstorben
Am Freitagabend verstarb der italienische Radprofi Denis Zanette (Fassa Bortolo) ist  in einem Krankenhaus in Pordenone (Norditalien) an Herzversagen , wie am Samstag bekannt wurde.
Der 32-Jährige hatte bei einer Routine-Zahnbehandlung plötzlich das Bewußtsein verloren. Er war sofort in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er kurz nach der Einlieferung verstarb. Eine Untersuchung wurde angeordnet von der Staatsanwältin von Pordenone, Antonella Dragotto.
Der italienische Radsportverband kündigte an, die Familie des Verstorbenen mit 50.000 Euro zu unterstützen. "Dies ist keine Geste aus der Emotion heraus, sondern eine konkrete Hilfe, mit der wir unsere Bewegung und Anteilnahme an dieser tragischen Episode ausdrücken wollen", sagte Italiens Radpräsident Giancarlo Ceruti.  Denis Zanette hat in seiner Karriere zwei Etappen des Giro d'Italia gewonnen. Bei der letzten Trentino-Rundfahrt gewann er ein Teilstück. Beim letzten Giro machte er Schlagzeilen, als er wenige Stunden vor dem Start Vater einer kleinen Tochter wurde. Gegen Zanette war im Rahmen des Giro-Dopingskandals ermittelt worden.11.01.03


Denis Zanette: Radprofi war herzkrank
Pordenone (dpa) - Der italienische Radprofi Denis Zanette, der am vorigen Freitag einem Herzinfarkt erlag, starb an den Folgen einer seltenen, angeborenen Herzkrankheit. Sein Zustand habe sich zudem durch eine schlecht verheilte Bronchitis verschlimmert, teilte die Staatsanwaltschaft nach der Obduktion am Dienstagabend in Pordenone mit. Italienische Zeitungen berichteten am Mittwoch, die Ergebnisse der Dopinguntersuchungen liegen erst in einigen Wochen vor. Zanette erlag einem Herzstillstand, als er beim Zahnarzt war. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte darauf seine Wohnung nach Dopingmitteln. Der Zahnarzt hatte ausgesagt, er habe bei der Behandlung keinerlei Betäubungsmittel benutzt. Er habe nur Zahnstein entfernen wollen. Zanette stand nach dem Giro d'Italia 2001 als Mitglied des Liquigas- Teams mit vier seiner Kollegen unter Dopingverdacht, wurde aber nie positiv getestet. Dafür war er in der Vergangenheit des öfteren mit «geduldeten» Mitteln wie Coffein-Präparaten, die auf Dauer das Herz schädigen, in Verbindung gebracht worden. 16. Januar 2003

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Herzinfarkt beim Elfmeter-Schießen
LONDON. Infolge des 30. Juni 1998, an dem England im Elfmeter-Schießen gegen Argentinien verlor, wurden in Großbritannien 25 Prozent mehr Personen mit einem akuten Herzinfarkt in Notaufnahmen eingeliefert als üblich. Douglas Carroll von der Universität in Birmingham und andere hochkarätige Fachleute folgern daraus, dass ein Myokardinfarkt durch emotionalen Stress ausgelöst werden kann (BMJ 2002, 325: 1439-1442).
Die Autoren analysierten die Datenbank des Department of Health, in der 97 Millionen Einträge von 1991 bis 1999 vorliegen. Ausgehend von der Hypothese, dass wichtige Fußballspiele, besonders solche, in denen es zu einem Elfmeter-Schießen kommt, zu kardiovaskulären Komplikationen führen können, untersuchten Carroll et al. die Einweisungsraten während der Fußballweltmeisterschaft 1998.  Am Tag des besagten (und wohl dramatischen) Fußballspiels gegen Argentinien und den beiden nachfolgenden Tagen wurden 55 Personen mehr mit einem kardiovaskulären Syndrom in Krankenhäuser eingeliefert. Dies entspricht einer Zunahme um 25 Prozent. Die Zahl der Einweisungen aufgrund von Selbstverletzungen und Schlaganfall blieb unverändert, allerdings gab es 15 Prozent weniger Verkehrsunfälle. Die Autoren vermuten, dass neben dem emotionalen Stress auch der erhöhte Zigaretten- und Alkoholkonsum zu den beobachteten Ereignissen geführt hat.(23.12.2002 DEUTSCHES ÄRZTEBLATT )


Kasuistik Marathonläufer mit Koronarstenose
J. Scharhag
1, A. Urhausen1, M. Herrmann1,2, E. Grube3, W. Kindermann1

Glück gehabt! Kasuistik eines 55-jährigen Marathonläufers mit koronarer Hauptstamm- und RIVA-Stenose

Lucky looser! Case-report of a 55-year-old marathon-runner with coronary main stemand  LAD-stenosis
1 Institut für Sport- und Präventivmedizin, Bereich Klinische Medizin, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
2 Klinisch-Chemisches Zentrallabor, Unikliniken des Saarlandes, Homburg
3 Medizinische Klinik - Kardiologie, Krankenhaus Siegburg

118 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 54, Nr. 4 (2003)

Schlussfolgerung
Sowohl bei jungen als auch bei älteren Sportlern kommt der sportärztlichen Untersuchung eine wichtige präventivmedizinische Bedeutung zu. Neben Anamnese und körperlicher Untersuchung sind Ruhe- und Belastungs-EKG die tragenden Säulen der sportmedizinischen Untersuchung, die bei bestimmten Fragestellungen durch die Echokardiographie vervollständigt wird. Da durch diese Untersuchungen sowohl bei jungen als auch älteren Sportlern ein Großteil der Ursachen des plötzlichen Herztodes im Sport erkannt und somit das kardiovaskuläre Risiko während sportlicher Aktivität gesenkt werden kann, sollten sie Bestandteil sportmedizinischer Untersuchungen sein.
Zusammenfassung
Anamnese und klinischer Befund: Bei einem 55-jährigen Hobbysportler wurden im Rahmen einer Studie nach einem beschwerdefrei absolvierten Marathonlauf erhöhte Konzentrationen von kardialem Troponin I bzw. T von maximal 0,93 bzw. 0,13 ng/ml gemessen, so dass eine sportmedizinische Nachuntersuchung erfolgte. Sportmedizinische Untersuchung: Körperlicher Befund, Ruhe-EKG und Ruhe-Echokardiographie erbrachten keine Befunde von Krankheitswert. Bei der Laufbandergometrie zeigten sich bei einer Geschwindigkeit von 4,5 m/s in den EKGAbleitungen V4 bis V6 ST-Streckensenkungen um 0,25 mV und nach Belastung bis 0,4 mV, ohne dass Beschwerden angegeben wurden. In der Stress-Echokardiographie traten ab 200 W Wandbewegungsstörungen im Bereich des Septums auf. Aufgrund der Befunde wurde Sportverbot erteilt und eine baldige invasive Abklärung empfohlen. Diagnose, Therapie und Verlauf: Koronarangiographisch wurde eine koronare Herzkrankheit mit 50%-iger Hauptstammstenose und 80%-iger Abgangsstenose des Ramus interventricularis anterior mit Indikation zur raschen aorto-koronaren Bypass-Operation diagnostiziert, die komplikationslos erfolgte. Schlussfolgerung: Nicht nur bei Leistungssportlern, sondern auch bei Breitensportlern kommt der Belastungsuntersuchung in der Sportmedizin eine wichtige präventivmedizinische Bedeutung zu. Anamnese, körperliche Untersuchung, Ruhe- und Belastungs-EKG sind die tragenden Säulen, die bei bestimmten Fragestellungen durch die Echokardiographie vervollständigt wird.
 

Einleitung
Obwohl der plötzliche Herztod augenscheinlich gesunder und leistungsfähiger Sportler selten ist (7, 18), wird solchen Ereignissen sowohl von Seiten der Medizin als auch der Öffentlichkeit eine besondere Beachtung geschenkt. Oftmals werden in diesem Zusammenhang die Unbedenklichkeit des Sports in Frage gestellt und verbesserte Vorsichtsmaßnahmen gefordert. Die weitaus häufigste Ursache nicht-traumatischer Todesfälle im Sport stellen kardiovaskuläre Ereignisse dar (13), wobei zwischen Sportlern unterhalb und oberhalb des 35. bzw. 40. Lebensjahres differenziert werden kann Marathonläufer mit Koronarstenose Kasuistik (5, 9, 18). Für High-School-Athleten wird die Inzidenz eines plötzlichen Herztodes mit 1:200.000 pro Hochschuljahr (7) und für augescheinlich gesunde ältere Athleten, Jogger und Marathonläufer mit 1:15.000 bis 1:50.000 pro Jahr angegeben (8, 15, 17). Da der Mythos des Marathonlaufs mittlerweile Tausende von Menschen aller Altersgruppen veranlasst, an sogenannten Volksmarathonläufen teilzunehmen, bei denen es immer wieder auch zu tragischen Todesfällen kommt, soll anhand des nachfolgenden Fallberichts die Bedeutung der sportmedizinischen Untersuchung vor der erstmaligen Aufnahme und im Verlauf sportlicher Aktivitäten dargestellt werden.

Fallbericht
Ein 55-jähriger Teilnehmer eines Volksmarathons nahm im Rahmen einer Studie an einer sportmedizinischen Untersuchung teil, bei der vor und nach dem Marathon kardiales Troponin T und I bestimmt wurden. Der Sportler betrieb seit 3 Jahren Ausdauertraining mit wöchentlich ca. 3 Stunden Laufen und ca. 2 Stunden Rad fahren. Pro Jahr wurden bisher durchschnittlich 2 Marathonläufe (immer ohne Beschwerden) absolviert, die Marathonbestzteit betrug 4:05 Stunden. Vor dem 52. Lebensjahr wurden keine regelmäßigen sportlichen Aktivitäten ausgeübt. An kardiovaskulären Risikofaktoren bestanden eine seit 4 Jahren mit Simvastatin (1 x 5mg/die) behandelte Hypercholesterinämie und ein gehäuftes Auftreten von Herz-Kreislauf- Erkrankungen in der Familie; ein Nikotinabusus bestand nicht. Vier Wochen vor dem Volksmarathon hatte der Sportler beim Hausarzt einen „Check” durchführen lassen, bei dem das Ruhe-Elektrokardiogramm (EKG), die Ultraschalluntersuchung des Herzens in Ruhe und des Abdomens unauffällig geblieben waren. Die Ultraschalluntersuchung der Halsschlagader hatte eine deutlich vergrößerte Intima- Media-Dicke rechts von 3,2 mm erbracht, weshalb vom Hausarzt die tägliche Einnahme von 100 mg Acetylsalicylsäure empfohlen, diese vom Sportler aber nicht eingenommen wurde. Der im Rahmen der Studie absolvierte Volksmarathon wurde vom Sportler in einer Zeit von 4:30 Stunden beschwerdefrei absolviert. Die Werte für Troponin I bzw. T (Access AccuTnI, Beckman Coulter [Normbereich bis 0,04 ng/ml] bzw. Troponin T Elecsys 3. Generation, Roche Diagnostics [Normalwert 0,00 ng/ml]) betrugen vor dem Start 0,02 bzw. 0,00 ng/ml, nach dem Zieleinlauf 0,36 bzw. 0,07 ng/ml und drei Stunden nach dem Marathon 0,93 bzw. 0,13 ng/ml (CK-MB: 8, 3 und 2%; LDH: 154, 383 und 346 U/l). Aufgrund der erhöhten Troponin-Werte wurde der Sportler zur sportmedizinischen Untersuchung einbestellt.
Körperlicher Untersuchungsbefund
Guter Allgemein- und Ernährungszustand bei einer Körpergröße von 175 cm, einem Körpergewicht von 76 kg und einem Körperfettanteil von 17,4 % (10 Punkt Kaliper-Methode nach Parizkova). Der Ruheblutdruck nach längerem Liegen betrug 145/95 mmHg, der Puls 58/min. Der übrige internistisch-sportmedizinische Untersuchungsbefund blieb unauffällig.
Klinisch-chemische Untersuchungen
Blutsenkungsgeschwindkeit unauffällig. Im kleinen Blutbild waren Hb mit 13,4 g/dl und Hämatokrit mit 38% grenzwertig. Die CK war mit 98 U/l leicht erhöht. Normalwerte fanden sich für GOT, GPT, gamma-GT, Kalium, Natrium, Magnesium, Eisen, Ferritin, Kreatinin, Harnstoff, Harnsäure, Triglyceride und Glukose. Unter Medikation mit Simvastatin lagen die Werte für Cholesterin mit 159 mg/dl, LDL-Cholesterin mit 81 mg/dl und HDL-Cholesterin mit 53 mg/dl ebenfalls im Normbereich.
Kardiologische Untersuchungen
Ruhe-EKG (im Liegen): Indifferenztyp, regelmäßiger Sinusrhythmus mit 58/min. Kleines, nicht signifikantes Q in aVL. In den Brustwandableitungen fraglich verzögerte R-Progression bis V3. Ansonsten unauffälliges Ruhe-EKG
(Abb. 1).
Belastungs-EKG: Bei der Laufbandbelastung
(stufenweise ansteigende Laufbandergometrie mit 0,5 % Steigung; Beginn bei 2,5 m/s, nach jeweils drei Minuten Steigerung um 0,5 m/s) wurden 1 min 4,5 m/s mit einer maximalen Herzfrequenz von 185/min und einer maximalen Laktatkonzentration von 13,1 mmol/l geleistet. Zu Beginn der Belastung vereinzelt supraventrikuläre Extrasystolen (insgesamt 13 SVES), bei Abbruch der Belastung in V4 bis V6 horizontale ST-Streckesenkung um 0,25 mV, in der Nachbelastungsphase bis 0,4 mV .Kardiale Beschwerden wurden nicht angegeben.


Am 10.04.87 starb die deutsche Hochleistungssportlerin Birgit Dressel im Alter von 26 Jahren.
Auf Platz 6 der Weltrangliste im Siebenkampf bereitete sie sich auf die Olympiade vor. Hunderte von Medikamenten - fast alle vom Sportarzt verortnet - sollten ihre Leistungen steigern und ständige Extrembelastungen ermöglichen. Starke Schmerzmittel brachten die Warnsignale des Körpers zum Verstummen. Allzuviele Medikamente - für Birgit Dressel bedeuteten sie den Tod .


Todesfall des Franzosen Salanson überschattet Start der Deutschland-Tour

03.06.03 radsport-news - Ein Todesfall hat am Dienstag in Dresden den Start der Deutschland-Tour überschattet. Der 23 Jahre alte französische Radprofi Fabrice Salanson (La Boulangère) wurde am Morgen von einem Team-Kollegen und Zimmergenossen Sebastien Chavanel tot neben seinem Hotelbett gefunden.
Fabrice Salanson, geboren am 17.November 1979, war seit drei Jahren Profi. Der 23-Jährige gehörte zu den hoffnungsvollsten Talenten der Radsport-Nation Frankreich. 2000 gewann er eine Etappe der Zukunfts-Tour, im vergangenen Jahr feierte er einen Etappensieg beim GP Midi Libre in Südfrankreich. Für Furore sorgte Salanson im vorigen Jahr auch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich, wo er (zusammen mit Andreas Klöden) mit einer fast 200km langen Flucht beeindruckte. Zu Beginn dieser Saison hatte sich Salanson bei einem Sturz beim "Stern von Besseges" im Februar die Schulter gebrochen und er konnte erst Mitte April wieder ins Renngeschehen eingreifen. Am vergangenen Samstag bei "Travers le Morbihan", dem "bretonischen kleinen Paris-Roubaix", war Salanson Vierter geworden, was für ihn wohl das Ticket für den Tour de France-Kader seiner Mannschaft bedeutete.
Salanson ist in diesem Jahr bereits der dritte Todesfall im internationalen Radsport. Im Januar war der Italiener Denis Zanette bei einem Zahnarztbesuch einem Herzinfarkt erlegen. Im März starb der Kasache Andrej Kivilev an den Folgen eines schweren Sturzes während einer Etappe von Paris-Nizza.


Kein Doping - Salanson starb Sekundenherztod
Dresden (dpa) - Der Tod des Rad-Profis Fabrice Salanson ist laut vorläufigem Abschlussbericht der Dresdner Staatsanwaltschaft nicht auf die Einnahme von Doping-Mitteln zurückzuführen. Nach Abwägung aller Befunde handele es sich um einen natürlichen Tod, erklärte Prof. Jan Dressler vom Institut für Rechtsmedizin in Dresden.
Bei den Analysen im Doping-Labor in Kreischa seien keinerlei Hinweise auf verbotene Substanzen gefunden worden, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Schär der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Salanson war vor dem Start der Deutschland-Tour in Dresden tot neben seinem Bett gefunden worden.
Nach den bisher vorläufigen Untersuchungen handele es sich um einen Sekundenherztod bei Vergrößerung des Herzens mit relativer Minderversorgung der Herzmuskulatur durch die Herzkranzgefäße, erklärte Rechtsmediziner Dressler weiter. Der endgültige Abschlussbericht soll nach den Pfingstfeiertagen fertiggestellt werden. Die Diagnose gilt aber als sicher.
Eine Vergrößerung des Herzens ist bei Hochleistungssportlern nicht ungewöhnlich. Das so genannte «Sportlerherz» ist keine krankhafte Veränderung, sondern die normale Anpassung des Organs an die höheren Anforderungen an das Herz-Kreislauf-System.
«Dieses Ergebnis habe ich erwartet», meinte der Rennleiter der Deutschland-Tour, Roland Hofer. «Man weiß ja nie, aber alles andere als dieser Befund wäre eine Überraschung gewesen», so der Schweizer. Zuvor hatte bereits der Präsident des Weltverbandes (UCI), Hein Verbruggen, aufkeimende Spekulationen um mögliche Zusammenhänge mit Doping verurteilt: «Viele haben nach dem tragischen Tod gleich von Doping gesprochen. Vor Respekt aus seiner Familie und ihm selbst sollte man sich in Zurückhaltung üben und das Ergebnis abwarten.» Salanson war nicht verheiratet und hatte keine Kinder.
Der Leichnam des Franzosen wurde bereits in sein Heimatland überführt, nachdem er tags zuvor von der zuständigen Staatsanwaltschaft in Dresden freigegeben worden war. Die Trauerfeier für Salanson findet in Frossay nahe Nantes statt. Die Beisetzung ist für den 10. Juni in Arthon-en- Retz vorgesehen.
Im IOC-akkreditierten Doping-Labor in Kreischa waren Haare, Blut und Urin des Rennfahrers auf Spuren von verbotenen Substanzen, speziell auf das Blutdopingmittel Erythropoeitin (EPO), untersucht worden. In der Dresdner Gerichtsmedizin liefen parallel die Analysen des Gewebes. Beide fielen negativ aus.
Salanson war der dritte Rad-Profi, der in diesem Jahr ums Leben kam. Der Italiener Denis Zanette verstarb im Januar nach einem Zahnarztbesuch an Herzversagen. Andrej Kiwilew aus Kasachstan überlebte seinen Sturz im März bei der Rundfahrt Paris-Nizza nicht.
In Deutschland erlitt unter anderen der fünfmalige nationale Meister im Eiskunstlaufen, Heiko Fischer, 1989 im Alter von 29 Jahren beim Squashspielen einen Sekundenherztod. Silvester 1994 starb der österreichische Fußball-Nationalspieler und ehemalige Akteur von Eintracht Frankfurt und SV Werder Bremen, Bruno Pezzey, fünf Wochen vor seinem 40. Geburtstag an einem plötzlichen Herztod.
6. Juni 2003


Von Todesfall überschattet

FUSSBALL Der Konföderationen-Cup in Frankreich ist am Halbfinaltag vom Tod des Kameruners Marc-Vivien Foé (28) überschattet worden. Der 1:0-Sieg über Kolumbien verkam nach der tragischen Meldung aus Lyon zur Marginalie.
In der 72. Minute unterbrach Schiedsrichter Markus Merk die Partie im Stade de Gerland abrupt. Sekunden zuvor war Foé ohne Einwirkung eines Gegenspielers zusammengebrochen und regungslos auf dem Feld liegen geblieben. Nachdem Helfer den Spieler von Manchester City vom Platz getragen hatten, stellten die Sanitäter einen Herzstillstand fest. 45 Minuten lang rangen die Mediziner vergeblich um das Leben des Afrikaners. Es sei noch zu früh, um über die genaue Todesursache zu sprechen, sagte der Schweizer Fifa-Arzt Alfred Müller. Charles Nguini, Verbandssprecher der Kameruner, liess offen, ob das Team am Sonntag zum Final antreten werde: «Wir werden das gemeinsam entscheiden. Es ist für uns und unser Land ein ganz trauriger Moment.» (siz)


Todesfälle im Sport

Von den Aktiven des Deutschen Sportbundes starben 314 Menschen beim Sporttreiben im Jahre 1984. 133 von ihnen waren internistische Fälle. Beim überwiegenden Teil der so Verstorbenen sind koronare Herzkrankheiten Ursache für den Tod beim Sport. Untersuchungen haben ergeben, daß der plötzliche Herztod beim Sporttreiben im Alter von 35-49 Jahren zehnmal häufiger auftritt, als bei jugendlichen Aktiven (12 bis 24 Jahre).

Schreckliches ist passiert. Ein Mensch ist gestorben. Sicher, auch ein alltägliches Ereignis. Dieser jedoch starb bei einem Lauf. Und das macht die Jogger-Familie besonders betroffen. Die Fakten. Am 27. März diesen Jahres startete der Köpenicker Waldlauf. Unter den Teilnehmern auch Uwe Z. Der 46jährige war in seiner Jugend ein passabler Mittelstreckler, wechselte später als Hobbysportler auf die langen Distanzen und trainierte immer weniger. Die 10 Kilometer, so berichten Teilnehmer, wollte er in einer 50er Zeit schaffen. 1, 2 km vor dem Ziel brach Z. zusammen. Trotz sofortiger medizinischer Hilfe verstarb er.
Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß Infektschäden im Sport mittlerweile zu den häufigsten Todesursachen gehören. Das bestätigen übrigens auch die Todesfälle der schwedischen Orientierungsläufer vor einiger Zeit. Wenn ein Infekt einen Herzmuskel geschädigt hat, kann eine sogenannte Fibrose auftreten. Das heißt, die die Muskelfaser umhüllende Struktur ist verdickt. Daraus folgt, der Stoffaustausch ist um einen nichtbekannten Faktor verlangsamt. Wer dann bei Belastung in den anaeroben Bereich gerät, ist nahezu rettungslos verloren. Der Tod kommt schlagartig.
http://www.laufzeit-online.de/Archiv/1993/93-06-Risiken.htm


Tackling - als würden zwei Autos zusammenstoßen
American Football / Schwere Schläge auf den Kopf

BLACKSBURG (ug). Was brutal aussieht, ist oft auch brutal: Beim American Football bekommen die Spieler beim Tackling regelmäßig Schläge auf den Kopf, die von der Intensität einem schweren Zusammenstoß von zwei Autos entsprechen.
Hart geht‘s zu beim American Football (hier Düsseldorf Rhein Fire gegen Amsterdam Admirals). Foto: dpa
Stefan Duma und seine Kollegen des Virginia Tech in Blacksburg im US-Staat North Carolina haben Spieler ihres College-Teams mit Helmsensoren ausgestattet, berichtet "New Scientist" online. Jeder Helm bekam sechs Accelerometer, die die Bewegung des Kopfes bei Stößen messen. Jeweils vier verschiedene Stürmer und vier verschiedene Verteidiger trugen die Helme. Duma haben so bei zehn Spielen und 35 Trainingseinheiten 3300 Kopfstöße gemessen.
Pro Match bekommt ein Spieler durchschnittlich 50 Schläge auf den Kopf. So ein Stoß hat durchschnittlich eine Kraft von 40 G, also vom 40fachen der Schwerkraft. "Das entspricht in etwa dem Schlag, den ein Boxer dem anderen versetzt", erklärt Duma, Direktor des Center for Injury Biomechanics. Die schwersten Schläge hatten eine Kraft von 120 G. Mindestens einmal pro Spiel trifft einen Spieler ein Schlag von dieser Stärke.
Die Wissenschaftler können sich nicht vorstellen, wie die Footballer Woche für Woche mit Kopfschlägen von dieser Intensität fertig werden. "Wir wissen, daß sie nach jedem Spiel Kopfschmerzen haben und oft verwirrt sind", sagt Duma.
Kopfverletzungen sind ein Hauptproblem bei diesem Sport, bestätigt Frederick Mueller, Leiter der Abteilung für Sportwissenschaft der Universität von North Carolina. "Jedes Jahr sterben sechs bis acht Spieler an Kopfverletzungen. Viele haben Gehirnschäden oder sind paralysiert." Ärzte Zeitung, 09.01.2004


Bei Spitzensportlern ist plötzlicher Herztod selten-
In Deutschland sterben pro Jahr etwa 900 Sportler am Sekundentod / Ursache des Todes von Miklos Feher unklar
NEU-ISENBURG (ug). "Es gibt keine Häufung des plötzlichen Herztodes im Spitzensport", betont der Sportmediziner Professor Wilfried Kindermann aus Saarbrücken, leitender Mannschaftsarzt des deutschen Olympia-Teams. Nach dem Tod des 24jährigen ungarischen Kickers Miklos Feher am Sonntag im Stadion der nordportugiesischen Stadt Guimarães, nur sieben Monate nachdem der 28jährige Kameruner Fußballer Marc-Vivien Foe auf dem Spielfeld gestorben war, hat man einen ganz anderen Eindruck. Einen Tag nach Fehers Tod ist außerdem ein weiterer Kicker an Herzinfarkt gestorben: Ein 30jähriger Fußballspieler des schwedischen Amateur-Klubs Kävlinge Gif ist beim Training zusammengebrochen.
In Deutschland sterben pro Jahr etwa 900 Sportler am Sekundentod, doch bei Spitzensportlern weltweit sei das eine Ausnahme, zitiert die Berliner Zeitung "Morgenpost" den Sportmediziner Kindermann.
Wenn junge Menschen, die regelmäßig Sport treiben, am plötzlichen Herztod sterben, sind meist akute, komplexe Arrhythmien der Grund für den plötzlichen Tod, wie der Kardiologe Professor Herbert Löllgen vom Sana-Klinikum in Remscheid schreibt ("Notfallmedizin" 29, 2003, 148).
Bei Personen unter 30 liegt die Rate des plötzlichen Herztodes bei fünf bis zehn auf eine Million, davon finden acht Prozent während der Belastung statt. Sportler, bei denen während der Belastung das Herz aussetzt, haben meist schon eine organische kardiale Grunderkrankung wie etwa eine Kardiomyopathie, ein Wolff-Parkinson-White-Syndrom mit intermittierendem Vorhofflimmern oder ein langes QT-Syndrom, das entweder angeboren ist oder vor allem durch Medikamente wie Antibiotika oder Antihistaminika ausgelöst werden kann.
Sehr viel seltener kommt der Herzstillstand durch eine Ischämie oder ein Versagen der Klappen zustande. Personen mit einer dilatativen Kardiomyopathie oder Vorhofflimmern können über lange Zeit sehr leistungsfähig sein und dennoch unter Belastung akut dekompensieren, berichtet Löllgen.
Und auch der Herzinfarkt ist beim Sport möglich. Entsprechende Symptome einer koronaren Herzerkrankung werden von den Sportlern häufig fehlgedeutet, etwa als Schmerzen im Rücken. Löllgen: "Nicht selten werden daher Sportler vom Orthopäden betreut, bevor es zum tödlichen Ereignis kommt."
Entzündliche Herzerkrankungen, etwa bei einer Borreliose oder Sarkoidose können ebenfalls einen plötzlichen Herztod verusachen. Und schließlich führt Löllgen das stumpfe Thoraxtrauma auf, bei dem ein Ball, ein Puck oder ein Ellenbogen den Brustkorb des Sportlers so erschüttert, daß ein Vorhof- oder Kammerflimmern ausgelöst wird.
Woran Miklos Feher gestorben ist, ist auch nach einer vierstündigen Obduktion noch nicht klar. Es seien keine inneren Verletzungen festgestellt worden, teilten die portugiesischen Behörden mit. Nun sollen Laboranalysen die Todesursache klären, das dürfte mehrere Wochen dauern.
Wie kann ein solcher Herztod verhindert werden? "Alle Athleten der A-,B- und C-Kader können jährlich eine sportmedizinische Untersuchung machen", erklärt Kindermann das deutsche System. Dabei werden ein Belastungs-EKG, eine Sonographie des Herzens und eine Lungenfunktionsprüfung gemacht. Das nehmen nicht alle Topsportler wahr.
Aber beim Fußball ist man strikt: "Seit 1998 müssen sich alle Spieler der Ersten und der Zweiten Liga vor der Saison einer internistisch-kardiologischen Untersuchung unterziehen", sagt Kindermann. "Erst dann gibt es die Spielerlaubnis. Ärzte Zeitung, 30.01.2004


Plötzlicher Herztod eines Marathonläufers mit minimal ausgeprägter hypertropher Kardiomyopathie und Parvovirus B 19 Infektion
Sudden Cardiac Death of a Marathon Runner with Minimal Hypertrophic Cardiomypathy
and Parvovirus B19 Infection
Medizinische Klinik III, 1Institut für Rechtsmedizin, 2Institut für Sportmedizin, Universitätsklinikum Hamburg-
Eppendorf,
3Abteilung für molekulare Pathologie, Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Tübingen

Zusammenfassung
Klinische Befunde. Der 19 Jahre alte Schüler hatte sich mit einer durchschnittlichen Trainingsstrecke von 20 km täglich auf seinen zweiten Marathonlauf vorbereitet. Etwa 3 Wochen vor dem Marathonlauf erkrankte
er an einem Infekt der oberen Atemwege. Beim Marathonlauf brach der Jugendliche etwa 200 m vor dem Ziel plötzlich zusammen und verlor sofort das Bewusstsein. Trotz sofort einsetzender Reanimation ließ sich der Sportler bei Asystolie nicht mehr wiederbeleben. Autopsiebefunde: In der mikroskopischen Untersuchung des Herzens fanden sich vor allem im linken Ventrikel hypertrophierte Myozyten. Es fanden sich Kontraktionsbänder im Sinne von kleinherdigen Kardiozytenekrosen. Zusätzlich zeigte sich eine isolierte Hämorrhagie im Bereich des His- Bündels. Mikroskopisch fanden sich keine Zeichen für eine akute oder chronische Myokarditis. Es gelang jedoch in der nested PCR-Untersuchung der Nachweis einer Parvovirus B19 Infektion (PVB19) mit bis zu mittlerer viraler Kopienzahl. Schlussfolgerungen: Der vorgestellte Fall zeigt, dass scheinbar herzgesunde  jugendliche Sportler diskrete kardiale Veränderungen im Sinne einer hypertrophen Kardiomyopathie aufweisen können, die mit üblichen klinischen und möglicherweise apparativen Untersuchungsmethoden nicht nachzuweisen sind. Diese Einschränkungen sind bei der Einschätzung der Wettkampftauglichkeit von Sportlern vor Wettkämpfen mit extremer Ausdauerbelastung zu bedenken. Es bleibt zu prüfen, ob sich diese Leistungseinschätzung durch speziell ausgebildete Ärzte verbessern ließe.

Diskussion
Die vorliegende Kasuistik schildert den plötzlichen Tod eines jugendlichen Sportlers beim Marathonlauf. Ein besonderer Aspekt dieses Fallberichts ist, dass der Hausarzt den Sportler unmittelbar vor dem Lauf mit der Frage der Wettkampftauglichkeit untersucht. Dies konnte das Ereignis nicht verhindern. Trotz makroskopisch unauffälliger Befunde zeigt sich histologisch sowie immunhistologisch eine minimal ausgeprägte primäre hypertrophe Kardiomyopathie mit den Zeichen einer small vessel disease. Ferner bestand sowohl im Herzmuskel als auch in der Milz eine Parvovirus B19 Infektion, jedoch ohne die Zeichen einer manifesten Myokarditis.
Der plötzliche Herztod des Sportlers während des Marathonlaufes könnte durch die mit der Grunderkrankung assoziierten Rhythmusstörungen verursacht worden sein, wobei die Parvovirusinfektion sowie die Einblutung in das His-Bündel kofaktoriell aggravierend gewirkt haben können. Maron et al. untersuchten das Auftreten plötzlicher Todesfälle beim Marathonlauf über einen Zeitraum von 1976 bis 1994 bei 215.413 Läufern, die den Marathonlauf beendet hatten (9). In dieser Zeit waren nur 4 Todesfälle aufgetreten. Drei der 4 Todesfälle der mit im Durchschnitt 37 Jahre alten Sportler waren auf eine koronare Herzerkrankung zurückzuführen. Es ist hinreichend bekannt, dass auch trainierte Sportler ein, wenn auch nur sehr gering erhöhtes Risiko für koronare Ereignisse beim Sport haben (1, 14). Nur in einem Fall bestand eine Anomalie der linken Herzkranzarterie. Eine ähnliche Verteilung mit gehäuftem Vorkommen der koronaren Herzerkrankung zeigte auch eine kürzlich veröffentlichte Auswertung von 31 bei sportlicher Aktivität Verstorbenen (2). Die gezielte Auswertung jüngerer Sportler unter 35 Jahre mit plötzlichen Todesfällen beim Sport zeigt eine andere Verteilung der Todesursachen, nämlich das gehäufte Vorkommen hypertropher Kardiomyopathien und arrhythmogener rechtsventrikulärer Dysplasien (5, 8, 9, 11). Um frühzeitig diese Risikosportler zu identifizieren und mit Wettkampfverbot den plötzlichen Herztod beim Sport zu verhindern, wird die strukturierte Einführung von Vorsorgeuntersuchungen vorgeschlagen (9, 11, 12, 16). Eine Einschränkung der Aussagekraft solcher Vorsorgeuntersuchung ergibt sich aus dem seltenen Auftreten der Ereignisse, d.h. es sind viele Sportler zu untersuchen, um wenige mit erkennbaren Grunderkrankungen zu finden. Zudem problematisch ist die Tatsache, dass nur wenige prospektiv validierte Daten für die verschiedenen Untersuchungsmethoden vorliegen (2, 18). Eine weitere Einschränkung zeigt die vorgestellte Kasuistik, nämlich das Vorliegen von nur diskreten Veränderungen. Der Sportler wurde von einem Arzt mit der Frage der Wettkampffähigkeit unmittelbar vor dem Marathonlauf untersucht. Die makroskopisch unauffälligen Befunde lassen vermuten, dass auch die konventionelle bildgebende Diagnostik keine richtungsweisenden pathologischen Veränderungen gezeigt hätten. Die Indikation zur Myokardbiopsie war nicht gegeben. Spekulativ bleibt, ob ein Langzeit-EKG relevante asymptomatische Rhythmusstörungen dokumentiert hätte (2). Soweit unter diesen Einschränkungen eine retrospektive Bewertung möglich ist, scheint der Verlauf eher schicksalhaft und mit den aktuellen üblichen diagnostischen Methoden nicht erkennbar und damit vermeidbar gewesen zu sein. Zum Zeitpunkt des plötzlichen Herztodes ist zu bedenken, dass der Sportler auch nach dem Infekt regelmäßig längere Laufstrecken ohne Einschränkungen absolviert hatte. Trigger für den plötzlichen Herztod scheinen neben dem abgelaufenen Infekt auch die extremen Belastungen des Marathonlaufes über 42 Kilometer gewesen zu sein. Dabei können durch inadäquate Flüssigkeitsaufnahme oder durch pathologisch noch nicht nachweisbare Rhabdomyolyse Elektrolytveränderungen aufgetreten sein (6, 7). Ein Anstieg Serumkaliums würde auch die dokumentierte Asystolie das Fehlen eines spontanen Eigenrhythmus während Reanimation erklären. Zusammenfassend zeigt der vorgestellte Fall, dass scheinbar herzgesunde jugendliche Sportler diskrete kardiale Veränderungen im Sinne einer hypertrophen Kardiomyopathie aufweisen können, die mit üblichen klinischen und möglicherweise apparativen Untersuchungsmethoden nicht nachzuweisen sind. Diese Einschränkungen sind bei der Einschätzung der Wettkampftauglichkeit von Sportlern Wettkämpfen mit extremer Ausdauerbelastung zu bedenken. Es bleibt zu prüfen, ob sich diese Leistungseinschätzung durch speziell ausgebildete Ärzte verbessern ließe.

Jahrgang 55, Nr. 3 (2004) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN


Unglücksfall überschattet Quelle Challenge               tri2b.com - Redaktion am 06.07.2004 - 19:21 Uhr

Die Quelle Challenge in Roth wird überschattet von einem schweren Unglücksfall auf der Schwimmstrecke. Eine Staffelschwimmerin, die bei Schwimmkilometer 3,6 einen Atem- und Kreislaufstillstand erlitten hatte, musste noch am Unglücksort wiederbelebt werden.
Die 38-jährige Sportlerin wurde nach der Notfallversorgung am Ufer des Main-Donau-Kanals von einem Rettungshubschrauber zur weiteren Behandlung in ein Nürnberger Krankenhaus gebracht. Nach Aussage des Ärztlichen Leiters der Quelle Challenge Roth, Dr. Thomas Horbach, ist der Gesundheitszustand der Sportlerin "sehr ernst". Über die Hintergründe des Unglücks und den Zustand der Sportlerin haben Rennarzt und Veranstalter für den morgigen Tag ein Bulletin angekündigt.
 

Todesfall eines Triathleten beim Schwimmen

08.07.2004: Gemeinsame Erklärung von DTU und TEAMChallenge - Kondolenzliste: Triathleten trauern um Bettina   http://www.challenge-roth.com/de/aktuelles_detail.php?ID=217
Bettina P. ist tot. Zwei Tage, nachdem die junge Frau als Staffelteilnehmerin kurz vor dem Ende der 3,8 Kilometer langen Schwimmstrecke des Quelle Challenge Roth bewusstlos aus dem Wasser geborgen und anschließend reanimiert worden war, verstarb die 38-Jährige am Dienstag im Südklinikum Nürnberg, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben.
Die Ursachen dieses tragischen Unglücks konnten noch nicht festgestellt werden. Bettina war langjähriges Mitglied der Nationalmannschaft im Synchronschwimmen, das Element Wasser war ihr vertraut.
Bettina hinterlässt drei Kinder. Den Angehörigen, Freunden und Sportkollegen von Bettina gilt das aufrichtige Mitgefühl der Veranstalter des Quelle Challenge Roth und des Präsidiums der Deutschen Triathlon Union.
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Es ist davon auszugehen , dass Bettina mit einem fieberhaften Infekt und einer Pneumonie gestartet ist.
 


Tod eines Triathleten beim Ironman Frankreich

Der Triathlet Alain Paquo aus Spa ist bei einem Iron Man-Wettbewerb in Frankreich ums Leben gekommen. Der 47jährige stürzte nach Informationen der VRT beim Radfahren und fiel auf einen Stein. Die Wettkampfleitung meldete, Alain Paquo habe an Diabetes gelitten und sei möglicherweise aus diesem Grund bewusstlos geworden.

27.06.2004 14:37
De Belgische triatleet Alain Paquo is overleden tijdens de derde editie van de Franse Ironman. De 47-jarige Paquo uit Spa verloor tijdens de eerste ronde van het fietsparcours, tijdens een afdaling, de controle over zijn fiets en viel met zijn hoofd op een steen.


Vorzeichen und Ursachen des plötzlichen Todes im Zusammenhang mit sportlicher Betätigung
Early symptoms and causes of sports-related death
R. Bux1 <> , M. Parzeller1 <> , C. Raschka2 <> , H. Bratzke1 <>
1 Zentrum der Rechtsmedizin, J. W. Goethe-Universität, FFM
2 Institut für Sportwissenschaften, J. W. Goethe-Universität, FFM
Hintergrund und Fragestellung: Die Studie untersucht Prodromi und Ursachen plötzlicher Todesfälle beim Sport und zeigt Möglichkeiten zur Prävention auf.
Methodik: 29 436 Obduktionen des Zentrums der Rechtsmedizin der Universität Frankfurt/Main von 1972 bis 2001 wurden retrospektiv analysiert. Todesursachen und Alter wurden mit einer Kontrollgruppe verglichen.
Ergebnisse: Bei 101 Sporttodesfällen (0,34 %) waren 96 Männer (95 %) mit einem Durchschnittsalter von 53,3 Jahren und 5 Frauen (5 %) mit einem Durchschnittsalter von 36,4 Jahren betroffen. 78 Todesfälle (77,2 %) ereigneten sich während der Sportausübung, 20 (19,8 %) direkt danach. 18 von 50 Betroffenen waren unmittelbar vor dem Tod beschwerdefrei, die übrigen hatten vorwiegend über Übelkeit und Erbrechen (n = 12), Schwindelgefühl (n = 7), Schwäche (n = 5), Oberbauchschmerzen und Dyspnoe (n = 4) geklagt. In drei Fällen lag eine Angina pectoris vor. Innerhalb von 24 Stunden vor dem Tod klagten 7 von 25 Sportlern über Beschwerden (wie Angina pectoris, Übelkeit, Rückenschmerzen, Palpitationen). 84 Todesfälle (83,2 %) konnten auf eine koronare Herzerkrankung zurückgeführt werden. Eine Myokarditis war insgesamt in sieben Fällen (6,9 %), bei jüngeren Sportlern in vier Fällen (26,7 %) todesursächlich. Bei Kindern und Jugendlichen (n = 4) lag in je einem Fall eine Myokarditis bzw. eine Kardiomyopathie, in zwei Fällen ein Klappenfehler des Herzens vor. Im Vergleich zur Kontrollgruppe war der Tod durch KHK/Myokardinfarkt bei älteren Sportlern hoch signifikant häufiger und Sportler verstarben zudem signifikant jünger.
Folgerungen: Weitergehende prospektive Untersuchungen zur Entwicklung präventiver Strategien sind erforderlich
Dtsch Med Wochenschr. 2004 Apr 30;129(18):997-1001. Related Articles, http://www.ncbi.nlm.nih.gov:80/entrez/query.fcgi?db=pubmed&cmd=Display&dopt=pubmed_pubmed&from_uid=15131745 
Click here to read
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/utils/lofref.fcgi?PrId=3400&uid=15131745&db=pubmed&url=http://www.thieme-connect.com/DOI/DOI?10.1055/s-2004-823171 


Tragischer Todesfall - Robert Kopal unerwartet gestorben
Triathlon/Eishockey - Der Triathlet und Läufer Robert Kopal ist am Mittwochabend unerwartet verstorben. In der Pause eines Hallenfussballspiels mit Kollegen wurde dem Flurlinger plötzlich schwarz vor Augen, er brach zusammen, jegliche Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Robert Kopal starb rund fünf Wochen nach seinem 30. Geburtstag. Sportlich hatte das Tristar-Mitglied seit 1998 gute Resultate im Langdistanztriathlon sowie in diversen Läufen erreicht. Im Jahre 2000 gewann Kopal den Transrandenlauf, absolvierte im Jahr zuvor den letzten Trans Swiss Triathlon und war 2001 Finisher beim Ironman auf Hawaii. Im letzten Jahr verbesserte der Flurlinger am Zürich Marathon seine Bestzeit auf 2:39 Stunden.
Der ruhige und sympathische Athlet hatte 1997 mit Schwimmen und Radfahren begonnen, um nach einer im Eishockey - Kopal war langjähriger Stammtorhüter beim EHC Schaffhausen - erlittenen Knieverletzung den Muskelaufbau voranzutreiben. Neben der Teilnahme an weiteren Langdistanz- und Multisportrennen startete Kopal auch regelmässig an Wettkämpfen des Schaffhauser Laufcups sowie auf der Langdistanz am Schaffhauser Triathlon. Der Tristar verschob nach dem tragischen Tod seines Mitgliedes die Generalversammlung vom Freitag auf den 4. März. Die SN-Redaktion entbietet den Angehörigen und Freunden Robert Kopals ihr herzliches Beileid.
(R. Sta.)Samstag 22. Januar 2005, Sport

Hamburg Marathon 2005    Todesfall

Überschattet wurde das Rennen von einem Todesfall: Ein 38-jähriger Läufer brach bei Kilometer 19 zusammen und starb später im Krankenhaus. http://www.volksstimme.de 10.05.2005
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Todesfälle 2002

In Deutschland, wo der Langstreckenlauf boomt, war das Marathonjahr 2002 durch spektakuläre Todesfälle überschattet. In Hamburg brach im April ein 18-Jähriger tot zusammen; nur wenige Meter vor dem Ziel. Ende September schaffte beim Berliner Lauf ein 50-Jähriger die letzten 1000 Meter nicht mehr. Zuvor konnte ein 57-Jähriger Schweizer nach einem Kollaps bei Kilometer 24 glücklicherweise noch reanimiert werden. Selbst Köln wurde von einem Todesfall nicht verschont. Auf einer kleinen Laufveranstaltung im Sommer musste ein Teilnehmer reanimiert werden. Einige Tage später verstarb er im Krankenhaus.

Schnell stellt sich die Frage, ob Laufen gefährlich ist. Doch ein Läufer wird nicht durch Sport sterben, sondern höchstens beim Sport. In den bekanntesten Fällen waren nicht erkannte Herz-Kreislauf-Probleme die Ursache. Zu den weiteren, hohen Risikofaktoren gehören aber auch verdrängte Folgen von Virusinfekten. Wer mit einer Entzündung im Körper zu kämpfen hatte, sollte sich anschließend mindestens zwei Monate lang erholen. Falscher Ehrgeiz führt oft dazu, dass sich Läufer diese Pause nicht gönnen. Falscher Ehrgeiz kann da schnell zur Todesursache werden. Insbesondere die Spezies der "etwas neurotischen Läufer", überfordert sich gerne. Das sind zum großen Teil Läufer und Läuferinnen, die in ihrem Leben, im Beruf oder in der Ehe eine Menge Probleme haben. Und die mit dem Laufsport ihren Problemen davonlaufen wollen. Diesen gefährdeten Personenkreis am Start zu hindern, ist jedoch für Ärzte oder Rennveranstalter nicht möglich. Sie können daher für Gesundheitsschäden oder den Tod des Läufers auch nicht verantwortlich gemacht werden. Wer sich einer körperlichen Herausforderung stellt, sollte Eigenverantwortung zeigen und sich zuvor auf Herz und Nieren untersuchen lassen. Sportler, die den Rat befolgen, brauchen den Lauf-Sport nicht zu fürchten. Aber auch fahrlässiges Verhalten ist oft eine Ursache. So z.B. beim 57-jährigen Schweizer in Berlin. Er hatte extrem verkalkte Herzkranzgefäße. Die davon ausgehenden Symptome muss er ignoriert haben. Der Kollaps, der ihn in dann beim Marathon ereilte, hätte nicht sein müssen. http://www.laufen-in-koeln.de 1.03.2003


Stuttgart-Lauf von Todesfall überschattet

Ein Todesfall hat den Stuttgart-Lauf überschattet. Nach dem Zieleinlauf im Gottlieb-Daimler-Stadion brach ein 58 Jahre alter Teilnehmer des Halbmarathons auf der Tartanbahn zusammen.
Reanimierungsversuche der Rettungssanitäter blieben erfolglos. Die genaue Todesursache ist noch unklar. Es ist der erste Todesfall in der zehnjährigen Geschichte des Stuttgart-Laufs. Alle Festveranstaltungen zum Jubiläum wurden abgesagt.
(22.06.2003/dpa)


Sport und Herztod
Es ist grundsätzlich günstig, wenn Patienten mit Koronarer Herzkrankheit gemeinsam in einer Herzsportgruppe trainieren. Bei einer solchen Gruppe ist immer ein Arzt anwesend, der bei einem Notfall sofort bis hin zu einer Reanimation eingreifen kann.
Denn das gemeinsame Training hat nicht nur den Vorteil des gemeinsamen Erlebens der Freude an der Bewegung. Es ist auch unter Sicherheitsaspekten sinnvoll.
Denn das Risiko eines plötzlichen Todes oder Reinfarktes während des Trainings von Koronarpatienten ist zwar klein, aber nicht gleich null. Nach einer Zusammenstellung von Professor Herbert Löllgen vom Klinikum Remscheid belegen Statistiken aus der anglo-amerikanischen Literatur, daß das Trainings-Risiko bei Personen mit bekannter Herzkrankheit im Vergleich zu gesunden Menschen erhöht ist.
So wurde ein plötzlicher Herztod in 0,13 bis 0,61 Stunden pro 100 000 Trainingsstunden beobachtet. Bei Gesunden liegt das Risiko zwischen 0 und 2 pro 100 000 Stunden.
Das Risiko des ärztlich überwachten körperlichen Trainings bei Herzkrankheiten ist vertretbar klein. Der Nutzen überwiegt in jedem Fall das Risiko.
Sorgfältige Voruntersuchungen mit qualifiziertem Belastungs-EKG mindern die Risiken. Durch eine sorgfältige Risikoabschätzung vor dem Training können Patienten mit erhöhter Gefährdung erkannt werden. Ärztliche Allgemeine, 26.05.2005


"Wer gesund ist, fällt nicht einfach um"
Bei Laufveranstaltungen starben drei Männer / Experten raten vor Sport zum ärztlichen Check      Todesfälle im Sport

Vom 07.06.2005
WIESBADEN Ein Schock für alle Freizeit-Jogger: Innerhalb weniger Tage sind bei zwei Laufveranstaltungen drei Menschen gestorben. Am Sonntag sind zwei Läufer (28 und 42 Jahre) beim Halbmarathon in Stuttgart zusammengebrochen und trotz intensiver ärztlicher Betreuung im Krankenhaus gestorben. Beim Firmen-Lauf JP Morgan Chase Corporate Challenge in Frankfurt ist am Donnerstag ein 54-jähriger Wiesbadener Teilnehmer kollabiert und konnte nicht wiederbelebt werden.

Was heißt das? Ist Sport so gefährlich? "Das sind traurige Ausnahmen", weiß Dr. Thomas Weber, Arzt für Prävention an den Horst-Schmidt-Kliniken (HSK). Über die Todesursache der drei Läufer kann er nur Vermutungen anstellen. "Ein Sekundenherztod mit Kammerflimmern", sei denkbar. Allerdings geschehe das nur bei einem vorgeschädigten Herz, das später auch zum Herzinfarkt hätte führen können, so Weber. "Ein gesunder Mensch fällt nicht einfach um", meint auch die Sportärztin Claudia Krause vom Zentrum für Gesundheitsprävention Linusmed in Wiesbaden.

Weber will nicht ausschließen, dass die Läufer eine andere ernsthafte Erkrankung hatten, von der sie möglicherweise selbst nichts wussten. "Es kann passieren, dass sich jemand gesund fühlt, ohne zu wissen, dass er krank ist", so Weber Vielleicht hätte einer der Läufer auch vergessen, wichtige Medikamente einzunehmen. Oder eine angeborene Fehlbildung des Herzens könne die Ursache sein, sagt Krause. Durch die zusätzliche Stresssituation des Wettkampfes könne es dann zum Kollaps kommen, sagt die Ärztin.

Trotz der tragischen Todesfälle sind sich beide Ärzte einig: "Sport ist gesund". Und wirke lebensverlängernd, sagt Dr. Weber von den HSK. Um beispielsweise beim Wispo-25-Stunden-Lauf im September, bei dem der Kurier sechs Teams ins Rennen schickt, sowie für den HSK-Lauf kein gesundheitliches Risiko einzugehen, rät Thomas Weber den Teilnehmern, sich bereits vor dem Beginn des Trainings medizinisch durchchecken zu lassen. Entweder von einem Sportmediziner oder einem Internisten. Unerfahrene Läufer sollten ihr Trainingspensum langsam steigern und im Wettkampf ihre individuellen Grenzen nicht überschreiten. "Kein falscher Ehrgeiz", warnt der Mediziner. Wichtig sei auch, beim Sport ausreichend zu trinken. Dabei sollten Elektrolyte (Kalium, Natrium, Chlorid, Magnesium), die beim Schwitzen ausgeschieden werden, wieder zu sich genommen werden. Aber auch auf Sehnen, Gelenke und Wirbelsäule sollten besonders Anfänger Acht geben. "Man sollte sich von Anfang an die richtige Lauftechnik angewöhnen, um Fehlbelastungen zu vermeiden", sagt Krause.Patrick Körber
http://www.main-rheiner.de/



Triathlet erlitt Herzattacke
Überschattet wurde die Veranstaltung Kohler Haardman von einem schweren Schwimm-Unfall beim Volkstriathlon.
Ein 49 Jahre alter Recklinghäuser erlitt im Wasser einen Herzinfarkt und musste noch an der Strecke reanimiert werden. Sein Gesundheitszustand galt gestern noch als sehr kritisch. Bereits im vergangenen Jahr hatte es im Schwimmwettbewerb einen ähnlich schweren Unfall gegeben.
Zum Glück nur "Blechschaden" gab es, als unachtsame Zuschauer die Strecke kreuzten und Lars Weber vom Starlight Team Essen spektakulär ausweichen musste. Während der Athlet nach einem Zusammenprall mit einem Straßenschild unversehrt geblieben ist, entstand an dessen 6.000 Euro teurem Rad hoher Sachschaden. Der Unfallort hatte sich indes schon früh als heikler Punkt herausgestellt. Mehrfach kam es zuvor zu Beinahe-Unfällen. "Die Leute unterschätzen eben, wie schnell wir wirklich sind. Da bekommt man auch im Wohngebiet 45 Sachen drauf", erläutert Heiko Tewes.
 

Recklinghäuser Zeitung am 12.06.2005 - 22:55 Uhr


Plötzlicher Herztod im Sport  
Kommentar zu den Beiträgen
Corrado D, Pellicia A et al.: Cardiovascular pre-participation screening of
young competitive athletes for prevention od sudden death: Proposal for
a common european protocol. Eur Heart J 26 (2005) 516-624.
Maron BJ: How should we screen competitive athletes for cardiovascular
disease? Eur Heart J 26 (2005) 428-430.

Plötzliche Todesfälle im Sport erregen Aufmerksamkeit in den Medien, da es sich meist um junge Menschen handelt, mitunter um bekannte Sportler.
Hinzu kommt, dass die allgemeine Vorstellung herrscht, dass der Sporttreibende besonders gegen solche Ereignisse geschützt sei. Dies ist in der Mehrzahl der Sportler auch zutreffend, doch wird es immer wieder “Zwischenfälle” geben. In den vorliegenden Arbeiten werden auf europäischer Ebene Vorschläge für ein Untersuchungsprogramm von Sportlern gemacht, um solche schweren Zwischenfälle zu vermeiden oder das Risiko zu mindern. Den beiden Erstautoren kommt das Verdienst zu, sich wissenschaftlich in den letzten Jahren mit diesem Problem eingehend auseinandergesetzt zu haben. Dem liegt die Möglichkeit in der Region Venetia zugrunde, wo sich jeder Sporttreibende, nicht nur der Leistungssportler, einer eingehenden sportärztlichen Untersuchung unterziehen kann. Die ist umfangreicher als es seinerzeit in Deutschland (Hessen, Berlin) möglich war. Als Ergebnis wird vorgeschlagen, dass neben der Vorgeschichte und der körperlichen Untersuchung immer ein Ruhe-EKG geschrieben werden soll. Liegen keine Auffälligkeiten vor, ist Sport ohne Einschränkung möglich, bei Auffälligkeiten sind weitere Untersuchungen, wie Belastungs-EKG, Herzecho, Langzeit- EKG u.a. erforderlich, je nach vermuteter Grundkrankheit. Ziel ist es, neben den üblichen Krankheiten die seltenen, aber gefährlichen Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. Hierzu gehören die hypertrophe Kardiomyopathie, das Marfan-Syndrom u.a. Die Erkennung solcher Syndrome (wie auch des sog. Langen QT-Syndoms) setzt gute bis sehr gute EKG-Kenntnisse voraus und das Denken an solche Möglichkeiten. Bemerkenswert an diesem Vorschlag einer Expertenkommission ist, dass die “Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention“ (DGSP) genau diese Empfehlungen schon vor einigen Jahren publiziert hat (www.dgsp.de), nachzulesen bei Samitz et al. (2). Weiterhin wird die “Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin” ein Heft diesem Problem widmen. Nach Meinung des Kommentators kommt aber auch der sorgfältigen Anamnese eine unverändert wichtige Bedeutung zu. Schließlich sollten Politiker und Sportverbandsfunktionäre erneut darüber nachdenken, ob man nicht allen Sporttreibenden die Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung geben sollte, eventuell auch mit einer Selbstkostenbeteiligung. Das geplante Präventionsgesetz bietet sich hierfür an, wenn denn die Poltiker es ernst meinen. Wer den Menschen zu Bewegung auffordert, sollte auch eine Risikominimierung mit einbeziehen.
Prof. Dr. Herbert Löllgen
Literatur:
1. Maron BJ: How should we screen competitive athletes for cardiovascular disease? Eur Heart J 26 (2005) 428-430.
2. Samitz G, Mensink G (Hrsg.): Körperliche Aktivität in Rpävention udn Therapie. Marseille Verlag, München, 2002.


Rätselhafter Todesfall beim FC Utrecht

Der für den FC Utrecht spielende Franzose David di Tommaso ist im Alter von nur 26 Jahren überraschend gestorben.
Für seinen Tod gebe es überhaupt keine Erklärung, teilte der Verein mit. Di Tommaso sei im Schlaf gestorben. Noch am Sonntag hatte der zur Stammmannschaft des Ehrenligisten gehörende Verteidiger gegen Ajax Amsterdam gespielt.
Am Montag nahm er am Training teil. Abends habe di Tommaso auswärts gegessen, sich danach aber unwohl gefühlt und sei früher als sonst zu Bett gegangen, berichtete der Vereinsarzt. "Er dachte, er habe wohl zu viel gegessen." Dem Arzt sind keinerlei gesundheitliche Beschwerden des Spielers bekannt.
Die nächsten Spiele von FC Utrecht wurden ausgesetzt. Vor dem Clubhaus legten Anhänger Blumen nieder. Auf der Website des Vereins kondolierten Tausende.
Di Tommaso war in der vergangenen Saison nach Utrecht gekommen. Die Fans des Vereins wählten ihn sofort zum Spieler des Jahres. Seine Profilaufbahn hatte er 1998 beim AS Monaco begonnen. Di Tommaso spielte auch in der französischen Jugendnationalmannschaft. http://www.sportbild.de
29.11.2005


Verlängerte QTc-Zeit, ein unabhängiger Risikofaktor für den plötzlichen Herztod in höherem Lebensalter

Bei Verlängerung der herzfrequenzkorrigierten QT-Zeit (QTc) kommt es häufig zu ventrikulären Rhythmusstörungen, aber eine direkte Verbindung zum plötzlichen Herztod konnte nicht so klar gezogen werden. Bei 3105 Männern und 4878 Frauen in einem Alter über 55 Jahren wurde bei einer Basisuntersuchung in den Jahren 1990-1993 bzw. bei einer weiteren Untersuchung 1993-1995 die QTc-Zeit im EKG bestimmt. In einer mittleren Folgezeit von 6,7 Jahren verstarben 125 dieser Personen an einem plötzlichen Herztod. Dabei war das Risiko für dieses Ereignis bei Männern und Frauen mit einer früher diagnostizierten verlängerten QTc- Zeit (> 450 ms bei Männern, > 470 msbei Frauen) um das Dreifache erhöht. Bei den Patienten, die unter dem Durchschnittsalter von 68 Jahren lagen, bestand sogar ein achtfaches Risiko, so dass eine QTc-Verlängerung im EKG bei älteren Menschen als unabhängiger Risikofaktor für einen plötzlichen Herztod anzusehen ist. U.K. (Straus SMJM et al.: Prolonged QTc
interval and risk of sudden cardiac death in a population of older adults. J Am Coll Cardiol 47 (2006) 362- 367)
82 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 57, Nr. 3 (2006)


Lebensgefährliche Läufe
Leinfelden (ddp). Die Schlagzeilen sind erschreckend: «Todesfall überschattet Bonn-Marathon», hieß es beispielsweise im vergangenen Jahr. Ein 38-jähriger Läufer war kurz vor dem Ziel zusammengebrochen und gestorben. In Stuttgart waren es zwei Teilnehmer an einem Halbmarathon, die die sportliche Strapaze nicht überlebten. Die Diagnose war in allen Fällen gleich: plötzlicher Herz-Kreislauf-Stillstand.
Doch so spektakulär die Todesfälle auch waren, die Norm sind sie nicht. «Bei organisierten Läufen stirbt von 50 000 bis 90 000 Teilnehmern ein einziger», berichtet der Berliner Sportmediziner Lars Brechtel in der Juni-Ausgabe des Magazins «bild der wissenschaft». Doch warum fordert eine Sportart, deren positive Wirkung auf Herz, Kreislauf, Knochen und den allgemeinen Gesundheitszustand mehr als einmal belegt wurde, überhaupt Menschenleben?
Diese Frage können auch Sportmediziner bislang nur zum Teil beantworten. Derzeit gelten drei Szenarien als gesichert. Nummer eins: Die Betroffenen glauben zwar von sich, vollkommen gesund zu sein, haben jedoch bislang verborgen gebliebene Herzprobleme. «Ein gesundes Herz kann man nicht überfordern. Eher machen die anderen Muskeln im Körper schlapp. Damit hat man so etwas wie einen Sicherheitsabstand», stellt auch Albert Fromme, Sportmediziner an der Universität Münster, klar.
Anders sieht es aus, wenn die Gefäße rund um das Herz bereits verengt sind - ein Problem, das mittlerweile immer mehr jüngere Menschen betrifft und das sich im normalen Alltag nicht bemerkbar macht. In einem solchen Fall sollten beim Sport je nach Ausprägung der Schädigung bestimmte Herzfrequenzen nicht überschritten werden, empfiehlt Fromme. Festgestellt werden solche Schäden in einer sportmedizinischen Untersuchung, in der auch ein Belastungs-EKG durchgeführt wird. Allerdings sollte man dabei darauf achten, dass der Arzt während der Untersuchung tatsächlich eine starke körperliche Leistung fordert - sonst besteht die Gefahr, dass die Gefäßprobleme übersehen werden.
Der zweite Risikofaktor sind Infektionen. Selbst an sich harmlose Atemwegsinfekte belasten das Herz und können zu Rhythmusstörungen oder eben auch zum plötzlichen Herztod führen. «Es gibt genug Beispiele von jungen Sportlern, die plötzlich sterben - und bei denen sich später als Ursache eine Infektion herausstellte», sagt Fromme. Wenn man sich etwa bei einem grippalen Infekt richtig schlecht fühlt, sollte man sich konsequent ins Bett legen und nicht zur Arbeit und schon gar nicht zum Training gehen.
Die dritte Ursache für die plötzlichen Todesfälle bei Marathonläufen wurde erst im vergangenen Jahr entdeckt - und überraschte Läufer wie Experten: Wer während des Laufs zu viel Wasser trinkt, gerät ebenfalls in Lebensgefahr, konnten Wissenschaftler von der Harvard-Universität nachweisen. Bis dahin galt die Devise, dass man beim Sport gar nicht genug trinken kann. Doch als die Forscher nach einem Marathon in Boston das Blut von fast 500 Läufern untersuchten, fanden sie bei mehr als 60 von ihnen ungewöhnlich geringe Kochsalzwerte, bei dreien waren diese bereits im kritischen Bereich.
Zurückführen lassen sich diese Probleme auf den Mechanismus, mit dem der Körper den Wasser- und Salzhaushalt reguliert. Durch das Schwitzen beim Laufen verliert der Organismus sowohl Wasser wie Salze, bekommt beim Wassertrinken aber lediglich Wasser zurück. Ist die Wasserzufuhr zu groß, hat das fatale Folgen: Um das Salzgleichgewicht wieder auszugleichen, nehmen die Körperzellen Wasser aus dem Blut auf und schwellen dabei an - wie ein Brühwürstchen, das zu lange im Wasser liegt.
Das passiert nicht nur in den Beinen, wo die Schwellungen keine schlimmen Konsequenzen haben, sondern auch in allen anderen Geweben und Organen. Trifft es das Gehirn, drohen Schwindel, Unwohlsein und schließlich der Zusammenbruch, berichtet «bild der wissenschaft». Während des Marathons sollte man also nicht nur Wasser, sondern auch Salz zuführen und dabei eher einen kurzfristigen Wassermangel als einen Wasserüberschuss in Kauf nehmen - denn damit kommt der Körper weit besser zurecht, sagen Sportmediziner.
Angst vor dem Laufen sollte man jedoch auf keinen Fall entwickeln. Im Gegenteil: Laufen hilft, Zivilisationskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen und verzögert Altersbeschwerden wie Arthrose. Auch scheint es neueren Ergebnissen zufolge den Verlust der Knochendichte in den Wechseljahren zu verhindern. Es kann sogar das Leben verlängern, zeigen mehrere Studien - vorausgesetzt, man vermeidet die Risikofaktoren. 26. Mai 2006


Sekundenherztod Läufer bei
Berliner Halbmarathon gestorben

Berlin (RPO). Der Berliner Halbmarathon ist am Sonntag von einem Todesfall überschattet worden: Ein 38-jähriger Läufer brach auf der Strecke zusammen und konnte auch von einem mitlaufenden Anästhesisten nicht mehr reanimiert werden. Der Läufer starb kurz darauf in der Berliner Charité, sagte ein Sprecher des Veranstalters SCC Sport-Club Charlottenburg am Sonntag. 
Der 38-Jährige sei vermutlich durch einen Sekundenherztod ums Leben gekommen, sagte der Streckenarzt Lars Brechtel. Nach Angaben eines Polizeisprechers liegen keine Hinweise auf ein Fremdverschulden vor. Die Polizei will bei der Staatsanwaltschaft nun eine Obduktion anregen, um die genaue Todesursache zu klären. Brechtel zufolge wurde der Läufer sofort nach seinem Zusammenbruch von einem Rettungsfahrzeug ins Krankenhaus gebracht. Eine Rettung sei aus medizinischer Sicht jedoch nicht möglich gewesen. Nach Angaben des Sportmediziners gab es des Weiteren auf der Strecke 80 als normal einzustufenden Hilfeleistungen. Zudem seien 96 Hilfestellungen im Ziel sowie zwölf Transporte ins Krankhaus angefallen. Bei frühlingshaften Temperaturen verzeichnete der Veranstalter eine Rekordzahl von 22.048 Teilnehmern aus 70 Nationen beim diesjährigen Halbmarathon. Am Streckenrand verfolgten rund 150.000 Zuschauer den Lauf, den der Kenianer Patrick Makau Musyoki mit einem neuen Streckenrekord von 58:56 Minuten gewann. Bei den Frauen siegte die Australierin Benita Johnson in 68:28 Minuten. Die Polizei war entlang der Strecke mit insgesamt 350 Beamten im Einsatz. Rund 170 Falschparker wurden abgeschleppt. Durch den Halbmarathon kam es in der Stadt zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. 01.04.2007 http://www.ngz-online.de


28.08.2007
Der Tod von Antonio Puerta schockt die Fußball-Welt.

Der Abwehrspieler von UEFA-Cup-Sieger FC Sevilla verstarb am Dienstagnachmittag, nachdem sich sein Zustand dramatisch verschlechtert hatte.
Puerta starb infolge mehrerer Herzstillstände und wurde nur 22 Jahre alt. Er hinterlässt eine schwangere Freundin, die im Oktober ihr erstes Kind erwartet. Der spanische Spieler war am Samstag beim 4:1-Erfolg seiner Mannschaft gegen den FC Getafe nach einer halben Stunde zusammengebrochen, hatte aber zunächst noch auf dem Platz das Bewusstsein wiedererlangt. In der Umkleidekabine, in die er noch aus eigener Kraft gelangt war, erlitt der Abwehrspieler einen erneuten Kollaps, musste anschließend reanimiert und an eine Herz-Kreislauf-Maschine angeschlossen werden. Am Sonntag war Puertas Zustand noch als `ernst, aber stabil´ bezeichnet worden. Am Dienstag folgte dann der Einbruch. Dieser wurde auf Schädigungen des Gehirns zurückgeführt, die durch die mangelnde Sauerstoffzufuhr zustande gekommen waren. Der Außenverteidiger verstarb auf der Intensivstation des Krankenhauses, wo er bis zuletzt künstlich beatmet worden war.


München - Am Tag, als 30 000 Menschen im Stadion des FC Sevilla am Sarg des an plötzlichem Herztod verstorbenen Fußball-Profis Antonio Puerta trauerten, empfing "Marca" ihre Leser auf ihrem Titelblatt in großen Blockbuchstaben mit der Frage, die man sich nicht nur in Spanien stellt: Warum? "Es ist eine Ungerechtigkeit", so die Zeitung weiter, "mit 22 zu sterben." Warum nur konnte es soweit kommen?
Der Todesfall Antonio Puerta ist kein Einzelschicksal , Studien haben ergeben, dass Spitzensportler im Vergleich zu Freizeitsportlern ein 2,5-fach höheres Risiko haben, an plötzlichem Herztod zu sterben. Die Ursache ist die unheilvolle Mixtur aus sportlicher Belastung, einem nicht entdeckten angeborenem Herzfehler, eine durch Viren oder Bakterien provozierte Entzündung des Herzens oder auch Doping. Im Fall Puerta ergab die Untersuchung gestern, dass der Nationalspieler an einer Herzschwäche gelitten hatte, die nicht erkannt wurde.
Die Sportmedizin rückt in den Fokus, die Frage nach dem "Warum" geht an ihre Adresse. In Spanien liegt in kardiologischer Hinsicht vieles im Argen, laut Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist es den Klubs dort selbst überlassen, wie umfangreich sie ihre Profis durchchecken. Der DFB hat den deutschen Vereinen 1999 eine kardiologische Untersuchung zur Pflicht gemacht, kein Erst- oder Zweitligaspieler bekommt eine Wettkampferlaubnis, ohne dass er diesen Test besteht.
Dennoch warnt Hans-Georg Predel, Leiter des Instituts für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Sporthochschule Köln, dass die "schlechte medizinische Versorgung im gesamten Spitzensport ein Problem ist. Wir wissen von hochdotierten Profis, die keine verpflichtenden Checks haben. Es gibt eine echte Lücke im System." Im deutschen Sport komme es jährlich zu 900 Todesfällen wegen Herzversagens.
Im deutschen Fußball sind die Vorsichtsmaßnahmen im Vergleich vorbildlich. Neben den Checks ist auch Pflicht, in allen Stadien Defibrillatoren zur Wiederbelebung bereitzuhalten. Und das nicht nur, wenn Gerald Asamoah spielt, der wegen eines angeborenen Herzfehlers besonders gefährdet ist. Puerta ist laut "El Pais" schon früher zwei Mal ohnmächtig geworden, man schob dies aber auf die Hitze. Beim AC Milan kann man darüber nur den Kopf schütteln. Die Lombarden gelten als das Nonplusultra in medizinischer Rundumbetreuung, ihr ärztlicher Berater Bruno Caru meinte gestern: "Der Todesfall hätte vermieden werden können, wenn es im Vorfeld mehr Kontrollen gegeben hätte."

Hitzfeld: Bei Fieber sofort Trainingsstopp
Die Mailänder vertrauen da auf das System "Omega Wave", das auch beim FC Bayern im Sommer eingeführt wurde. Damit wird die Belastung nach Training und Spielen getestet, "damit wir wissen, wer im grünen, wer im gelben, wer im roten Bereich ist", erklärte Trainer Ottmar Hitzfeld. "Wir tun alles, um unsere Spieler zu schützen." Das Training ist individualisiert worden, um die Grenzen der Spieler nicht gesundheitsgefährdend auszuloten. Beim geringsten Verdacht wird der betroffene Profi an einen Internisten verwiesen. "Ich würde niemals einen Spieler, der Fieber hat, mittrainieren lassen", sagte Hitzfeld. Gestern erhielt Hamit Altintop das Verbot, den Platz zu betreten. Hitzfeld: "Eine leichte Grippe."
Trotz allem: "Sicher kannst du nie sein", gab Hitzfeld gestern zu. Nur wenige Stunden nach Puertas Herztod wurde auch der Liga-Pokal in England vom Zusammenbruch eines Fußballers überschattet. Clive Clarke, Verteidiger von Leicester City, erlitt in der Pause gegen Nottingham einen Kollaps. Der 27-Jährige kam ins Krankenhaus, sein Zustand sei "zufriedenstellend", hieß es später. Nicht alle haben so viel Glück. www.merkur-online.de


Überblick: Tod auf dem Fußballplatz
Wien - Der Tod des 22-jährigen spanischen Profis Antonio Puerta ist kein Einzelfall. Vor dem Spieler des regierenden UEFA-Cup-Siegers FC Sevilla sind andere Fußballer und Schiedsrichter im Zuge eines Spiels oder einer Trainingseinheit gestorben.

# Dezember 1994: Der ehemalige österreichische Teamspieler Bruno Pezzey bricht während eines Eishockey-Juxspiels mit Kreislaufproblemen zusammen und stirbt an Herzversagen.

# September 1996: In Frankreich erliegen in Franck Sarrabayrouse (25) und William Disciullo (29) an einem Spieltag zwei Amateurspieler auf dem Spielfeld einem Herzinfarkt.

# August 1997: Der Nigerianer Emmanuel Nwanegbo vom deutschen Regionalligisten SSV Reutlingen bricht während einer Partie bewusstlos zusammen und stirbt kurz darauf an einem Herzinfarkt.

# April 1998: Der deutsche Profi Axel Jüptner vom FC Carl Zeiss Jena stirbt in einer Klinik in Bad Oeynhausen an Herzversagen, nachdem er drei Tage zuvor nach leichtem Training im Auto seiner Frau zusammengebrochen ist.

# Juni 1998: Der deutsche Amateurtorwart Markus Paßlack von Fortuna Düsseldorf erliegt während eines Probetrainings in Ulm einem Herztod.

# Juli 1999: Der 23-jährige Stefan Vrabioru von rumänischen Erstligisten Astra Ploiesti erliegt nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler einem Herzstillstand.

# Februar 2000: Der 17-jährige Nigerianer John Ikoroma stirbt während eines Freundschaftsspiels in den Vereinigten Arabischen Emiraten an einem Herzinfarkt.

# Oktober 2000: Der rumänische Nationalspieler Catalin Haldan (24) von Dinamo Bukarest erleidet während eines Freundschaftsspiels einen Gehirnschlag und stirbt.

# April 2001: Der englische Schiedsrichter Mike North bricht drei Minuten vor der Halbzeitpause in einem Drittligaspiel mit einem Herzinfarkt auf dem Platz zusammen und stirbt.

# Juni 2002: Zyperns Zweitligaspieler Michael Michel (32) erleidet auf dem Spielfeld einen Herzinfarkt, nachdem der Schiedsrichter ein Foul gegen einen Mitspieler gepfiffen hat.

# Dezember 2002: Der Mazedonier Stefan Toleski kollabiert während eines Meisterschaftsspiels mit seinem Club FK Napredok und stirbt an den Folgen einer Herz-Attacke.

# Juni 2003: Kameruns Nationalspieler Marc-Vivien Foe bricht im Halbfinale um den Confederations Cup in Lyon gegen Kolumbien zusammen und stirbt wenig später.

# Januar 2004: Der ungarische Nationalspieler Miklos Feher bricht im Meisterschaftsspiel seines Clubs Benfica Lissabon bei Vitoria Guimaraes zusammen und stirbt wenig später.

# August 2007: Der Spanier Antonio Puerta (22) erleidet im Meisterschaftsspiel seines Vereins FC Sevilla gegen Getafe mehrere Herzstillstände und stirbt drei Tage später.
http://derstandard.at  30.08.2007


Kollaps
Wieder stirbt ein Fußballprofi

Die Fußball-Welt wird erneut vom Tod eines Profispielers erschüttert. Der in Israel unter Vertrag stehende Nationalspieler Chaswe Nsofwa aus Sambia ist nach einem Trainingsmatch seiner Mannschaft in der südisraelischen Stadt Beerschewa zusammengebrochen und kurz darauf gestorben. Den Ärzten des städtischen Krankenhauses gelang es nicht, den 27-jährigen Angreifer nach seinem Kollaps wiederzubeleben, berichteten israelische Medien.
Nsofwa hatte kurz vor Saisonbeginn beim israelischen Zweitligisten Hapoel Beerschewa einen Vertrag unterzeichnet. 2002 hatte er im Nationalteam seines Heimatlandes Sambia im Afrika-Cup gespielt.
Am Dienstag war der spanische Fußball-Nationalspieler Antonio Puerta von UEFA-Pokalsieger FC Sevilla an einem drei Tage zuvor im Primera-Division-Spiel gegen den FC Getafe erlittenen Herzstillstand gestorben. Am Mittwoch war der 22-Jährige beigesetzt worden. Donnerstag, 30. August 2007


Der diesjährige New York City-Marathon wurde von einem tragischen Todesfall überschattet. Am Vortag bei der Olympia-Qualifikation der US-Marathonläufer starb der 28jährige mehrmalige nationale  Straßenlauf-Meister Ryan Shay. Er brach nach acht Kilometer zusammen und konnte trotz sofortiger Reanimationsversuche nicht gerettet werden. 05.11.07 http://www.marathon4you.de/meldungen/sport/paula-is-back/1351


Tod von Leichtathlet Rene Herms: „Restlose Aufklärung“ gefordert
Der Fall des mit 26 Jahren plötzlich verstorbenen Mittelstreckenläufers Rene Herms muss restlos aufgeklärt werden. Diese Forderung erhob Armin Baumert, Chef der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada), im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Focus.
Unabhängig von möglichen forensischen Ergebnissen der staatsanwaltlich angeordneten Obduktion äußerte Baumert die Hoffnung, dass der Tod von Herms nicht nach einem „vermeintlich klaren Zwischenergebnis abgehakt wird, sondern dass die Aktendeckel erst geschlossen werden, wenn der Fall wirklich restlos aufgeklärt worden ist“.
Rene Herms habe dem Doping-Kontroll-System der Nada angehört und sei entsprechend regelmäßig außerhalb der Wettkämpfe unangekündigt kontrolliert worden: „Zumal er als Leichtathlet eine Sportart betrieb, die zur Gruppe der stark dopinggefährdeten Sportarten zählt.“
Ende Dezember war nach einer Obduktion bekannt geworden, dass der im Oktober während eines Spiels gestorbene russische Eishockey-Spieler Alexej Tscherepanow (19) mehrere verbotene Substanzen im Körper hatte. Solche Todesfälle unter Topsportlern sind für Baumert nur für die sichtbare Spitze des Eisbergs. „Eine skrupellose, menschenverachtende Dopingmafia finden Sie nicht nur im Spitzen- sondern auch im Breitensport“, sagte er dem Focus.
Mehrere Sportler seien plötzlich und unerwartet gestorben, „weil sie durch Manipulation mit Medikamenten, darunter auch der übermäßige Gebrauch von Dopingsubstanzen, den eigenen Tod verursacht hatten“. Umso wichtiger sei es, bei einem plötzlichen Tod wie dem des jungen Eishockeyspielers alle Details offenzulegen, um der breiten Öffentlichkeit und allen Top-Athleten die Gefahren des Dopings vor Augen zu führen.
Das vielbeachtete Comeback des siebenmaligen Tour-Siegers Lance Armstrong ist laut Baumert „die absolute Verhöhnung für jeden aufrechten Anti-Doping-Streiter“. Der Nada-Chef äußerte Zweifel daran, dass Armstrong „mal abgesehen von allen juristisch strittigen Testergebnissen aus früheren Jahren“ die Auflagen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) erfüllt.
Auch Deutschland und die ehemalige DDR haben laut Baumert eine intensive Dopingvergangenheit und eine hohe Verantwortung dafür, dass der Leistungsbetrug wissenschaftlich entwickelt und in die Welt exportiert wurde. Seit etlichen Jahren steuere die deutsche Antidopingfraktion jedoch offensiv dagegen, was auch die
prominenten Fälle Katrin Krabbe, Uta Pippig und Dieter Baumann aus der Leichtathletik oder die Enthüllungen im Radsport belegten. sid http://www.goettinger-tageblatt.de 19.1.2009


Tragischer Unglücksfall
Sportler stirbt beim Lauinger Triathlon
Die Stimmung im Auwaldstadion ist gedämpft, als mittags Triathleten ins Ziel einlaufen. Ein Unglücksfall hat einen dunklen Schatten über die beliebte Veranstaltung geworfen: ein Teilnehmer ist nach einem Herzversagen noch am Rand des Auwaldsees gestorben, so die Polizei.
Um 9.45 Uhr morgens ist der 46-jährige Mann aus dem Kreis Günzburg bei den Senioren an den Start gegangen. Nach einigen Metern fällt Mitgliedern der Wasserwacht auf, dass der Mann langsamer schwimmt, den Anschluss an das Feld nicht mehr halten kann, so Wolfgang Piontek, Vorsitzender der Kreiswasserwacht. „Ein Rettungsboot fuhr zu ihm. Auf Nachfrage, ob etwas nicht in Ordnung sei, meinte er das ginge schon“, so Piontek.
Kurze Zeit später kollabiert der Mann und wird von der Wasserwacht ins Rettungsboot gezogen. Reanimationsversuche am Ufer des Auwaldsees bleiben erfolglos, informiert Polizeihauptkommissar Gerhard Bißwanger.
Alle Disziplinen, die nach den Senioren an den Start gegangen wären, werden gestrichen. „Die Triathleten, die bereits auf der Strecke waren, konnten wir nicht mehr aufhalten“, sagt TRI-Abteilungsleiter Erich Gruber betroffen. Feiern will an diesem Tag niemand mehr. „Die Siegerehrung wird ganz formlos stattfinden“, sagt er. Auch Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk ist geschockt. „Die Rettungskette hat hier perfekt funktioniert. Aber leider konnte man dem Mann nicht mehr helfen.“ 21.06.2009 13:12 Uhr  augsburger-allgemeine


Tragischer Todesfall überschattet Cottbuser Triathlon
Cottbus Der Cottbuser Messe-Traithlon am Samstag wurde von einem tragischen Unglücksfall überschattet: Ein 68-jähriger Sportler ist beim Schwimmen in der Spree gestorben. 13.06.2010
Die genauer Todesursache ist noch nicht bekannt. Vermutlich hatte der ehemalige Sportlehrer während des Schwimmens einen Herzanfall erlitten und ist dann untergegangen. Sofort eingeleitete Rettungsmaßnahmen bei dem 68-jährigen Cottbuser waren erfolglos. Die Polizei bestätigte am Sonntag den Todesfall.  Lausitzer Rundschau