ASTHMA UND SPORT

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Bei Asthma ist Aufwärmen vor dem Sport Pflicht

Sportstunden sollten Aufwärm-, Belastungs- und Abklingphasen haben / Schwimmen ist für Asthmatiker sehr günstig

MÜNCHEN (sto). Grundsätzlich können alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen mit Asthma Sport treiben. Voraussetzung ist aber, einige Dinge zu beachten und etwa eine Aufwärmphase einzuplanen.

Das wichtigste sei der Aufbau der Sportstunde, die sich in eine Aufwärm-, Belastungs- und Abklingphase gliedern sollte, so der Direktor des Asthmazentrums Berchtesgaden, Dr. Josef Lecheler. Der "Kaltstart" zu Beginn einer Sportstunde, der zu einer plötzlichen Belastung der Atemwege und beim Asthmatiker schnell zu einer Obstruktion führt, müsse unbedingt vermieden werden. Die Aufwärmphase sollte mindestens 15 Minuten dauern, sagte Lecheler während einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in München. In der Belastungsphase sollte ein Intervalltraining mit Pausen erfolgen, riet Lecheler. Hintergrund für die Empfehlung sind Untersuchungen, wonach Patienten mit einem Anstrengungsasthma nach einer Belastung und der nachfolgenden Erholung auf die gleiche Belastung mit einer geringeren Obstruktion reagieren, als wenn das Erholungsintervall nicht stattfindet. Asthmatiker sollten zudem eine Sportart wählen, die entweder Pausen ermöglicht oder in der sich automatisch unterschiedliche Belastungsphasen ergeben. Wenig geeignet seien Sportarten, die in erster Linie auf Schnelligkeit oder Kraft setzen, sagte Lecheler. Außerdem müßten Umweltfaktoren wie vor allem Temperatur und Luftfeuchtigkeit beachtet werden. Ein günstiger Sport für Asthmatiker sei Schwimmen. Kinder unter zehn Jahren, die wegen ihres Asthmas sehr geschont wurden, fielen häufig durch Koordinationsdefizite auf. Bei ihnen sollte deshalb in erster Linie die Koordination trainiert werden. Für ältere Kinder, Jugendliche sowie für Erwachsene kämen vor allem Ausdauersportarten in Frage. Bei Wettkampfsport sei Vorsicht geboten. Da Jugendliche aber ohne Wettkampf auf Dauer nicht für Sport interessiert werden könnten, müsse immer ein Lehrer oder Trainer anwesend sein, um bei beginnender Bronchokonstriktion, die zunächst oft selbst nicht wahrgenommen werde, eingreifen zu können, so Lecheler. Ärzte Zeitung, 19.03.2002


Asthmatherapie: Kinder atmen in 600 Metern Tiefe durch

Aalen-Wasseralfingen (dpa) - Normalerweise suchen Ältere bei der Asthmatherapie im Besucherbergwerk Wasseralfingen Linderung. Seit dem 8. April aber sind die Sandsteinhallen in 600 Meter Tiefe täglich einige Stunden lang von Kinderstimmen erfüllt: In Aalen (Ostalbkreis) untersuchen die Universitätskinderklinik und die Poliklinik Ulm die Wirksamkeit der Höhlentherapie bei Kindern. "Es geht um die Anerkennung der Therapie durch die Krankenkassen", sagt der frühere Chefarzt der Aalener Frauenklinik, Walter Kupferschmid. Während Patienten mit Atemwegserkrankungen in Osteuropa schon länger in Höhlen und Bergwerken Hilfe suchen, sei die Speläotherapie (Höhlentherapie) in Deutschland noch jung. Auch in Aalen- Wasseralfingen wurde man erst durch Zufall auf die positiven Wirkungen der reinen Luft unter Tage aufmerksam: Zwei Hobbygeologen untersuchten vor 20 Jahren den ehemaligen "Tiefen Stollen", in dem bis 1929 Eisenerz abgebaut wurde. Sie empfanden die konstant 12 Grad kühle, staub- und pollenfreie Luft mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 90 Prozent als sehr angenehm. Kupferschmid brachte dann die Asthmatherapie ins Rollen. 1989 fuhr der erste Asthmakranke in den Stollen ein. Seither wurde das "Aalener Modell" auch an anderen Standorten aufgegriffen. 13 Gemeinden mit Bergwerken und Naturhöhlen haben sich im Deutschen Speläotherapie- Verband zusammengeschlossen. In zwei Etappen von jeweils drei Wochen wird nun eine Gruppe teilweise schwer asthmakranker Kinder zwischen vier und zehn Jahren behandelt - eine Gruppe außerhalb des Stollens, die andere innerhalb. "Bisher machen alle gut mit", resümiert die betreuende Ärztin Helene Weber. Die Ergebnisse seien vielversprechend: "Schon nach zwei Tagen im Stollen hat bei manchen schwer Asthma kranken Kindern das Rasseln der Lunge aufgehört." Parallel zur Aalener Studie beteiligen sich noch Neubulach im Schwarzwald und Pottenstein in der Fränkischen Schweiz an der Kinderstudie. Es gehe darum, die Stollentherapie auf die Liste der Heil- und Hilfsmittelliste der Krankenkassen zu bekommen, erklärt Kupferschmid. Bisher würden nur einige lokale Kassen die Therapie bezahlen. netdoktor.de 24. April 2002


Neue Theorie: Immunsystem bei Allergikern unterfordert

Washington/Tübingen (dpa) - Auf der Suche nach dem Grund für die dramatische Zunahme von Allergien in Industrieländern haben Forscher eine neue Theorie entwickelt. Danach könnte ein Mangel an Dauerinfektionen dazu beitragen, dass Europäer und Nordamerikaner weitaus häufiger unter Allergien leiden als Menschen in Afrika, Asien oder auch Südamerika. An den Studien waren auch Wissenschaftler aus Tübingen beteiligt. Im US-Wissenschaftsmagazin "Science" (Bd. 296, S. 490) vom Freitag weisen die Forscher darauf hin, dass manche Erreger die Produktion von infektionsbekämpfenden Stoffen - so genannten Zytokinen - im Körper ankurbeln. Studien zeigten, dass das Risiko für allergische Reaktionen mit dem wachsenden Anteil von Zytokinen sinke. Ein Erreger, der die Zytokinproduktion begünstige, sei der Parasitenwurm Helminth, von dem weltweit mindestens eine Milliarde Menschen von befallen sind. Diese Erkenntnis soll nun für die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden gegen Allergien genutzt werden, sagte einer der Autoren, Peter Kremsner in Tübingen. Der Professor arbeitet im Institut für Tropenmedizin der Universitätskliniken Tübingen und war an den Studien im Albert-Schweitzer-Hospital in Lambarene (Gabun) beteiligt. Eine Schlüsselstellung bei der Abwehr von Infektionen hat nach Angaben von Kremsner das körpereigene Immunhormon Interleukin-10 (IL- 10). Bei Menschen in industrialisierten Ländern, die Infektionen seit Generationen durch Impfungen vorbeugten oder sie mit Antibiotika bekämpften, sei die Produktion dieses Hormons aber häufig gestört, sagte Kremsner. Bei ihnen werde Interleukin-10 entweder gar nicht oder nur unzureichend produziert. Das sei der Grund, weshalb ihre Körper gegen manche Stoffe mit allergischen Schüben wie Hautekzemen, Heuschnupfen und Asthma reagierten. "Wir zahlen einen Preis für die Zivilisation", sagte der Mediziner. In "Science" heißt es weiter, die ständige Herausforderung durch Erreger sei entscheidend für die Entwicklung eines ausgewogenen Abwehrsystems im Körper. Jetzt müsse überlegt werden, wie die T-Zellen des Immunsystems zur Vorbeugung und Behandlung von Allergien stimuliert werden könnten, ohne die Impfungen im Kindesalter zu streichen. Dafür sei es vor allem vielversprechend, die für die Infektionsbekämpfung zuständigen Gene zu identifizieren.  19. April 2002


Steht die Entwicklung eines Asthmas bei Kindern im Zusammenhang mit dem Umfang sportlicher Aktivität und spielen Schadstoffbelastungen der Umwelt eine Rolle?
Häufiger Sport bei hohen Ozonkonzentrationenein Risiko für die Entwicklung eines Asthmas
Eine kalifornische Untersuchung griff 3535 Kinder ohne asthmatische Beschwerden heraus und verfolgte ihre Entwicklung in den nächsten 5 Jahren. 265 Kinder entwickelten in dieser Zeit ein ärztlich diagnostiziertes Asthma. Dabei war das Risiko für Kinder, die vielen sportlichen Aktivitäten nachgingen (3 und mehr Mannschaftssportarten) auf das 1,8 fache erhöht. Während allein das Leben in Gegenden mit hohen Ozonkonzentrationen keinen Einfluss auf die Asthmaentstehung zeigte, stieg das Risiko für die sportlich aktiven Kinder in ozonreichen Gebieten auf das 3,3fache. Wobei hier weniger die sportliche Betätigung den Risikofaktor darstellt, als der dadurch erhöhte Aufenthalt im Freien (der auch ohne Sport in ozonreicher Umgebung zur Asthmaentwicklung korreliert  war). Unter den einzelnen Sportarten, zeigte vor allem regelmäßiges Tennisspielen unter Ozonbelastung ein 5,2fach erhöhtes Risiko. Andere Schadstoffbelastungen der Luft wie ein erhöhter Stickstoffdioxidgehalt oder vermehrtes Vorkommen anorganischer Säuren schienen in der Asthmagenese nicht von entscheidender Bedeutung zu sein.
U.K. (McConnell R et al.: Asthma in exercising children exposed to ozone: a cohort study. Lancet 359 (2002) 386-392) 92 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 53, Nr. 3 (2002) Asthma+Sport


Schnell, sexy, erfolgreich - und chronisch krank

Die 25jährige Eisschnell-Läuferin Anni Friesinger, eine der größten deutschen Olympia-Hoffnungen, leidet an Asthma

Von Pete Smith

Sie ist derzeit Deutschlands erfolgreichste Eisschnell-Läuferin und eine unserer größten Olympia-Hoffnungen. Bei den Olympischen Spielen 1998 in Nagano gewann Anni Friesinger über 3000 Meter die Bronzemedaille, in Salt Lake City träumt sie von Gold. Immerhin ist die 25jährige Inzellerin Weltrekordhalterin über 1500 Meter und aktuelle Europameisterin im Mehrkampf. Dabei leidet sie an einer chronischen Krankheit: Anni Friesinger ist Asthmatikerin. In Salt Lake City möchte die Inzellerin ihre Kollegin Gunda Niemann-Stirnemann beerben, die aufgrund einer Schwangerschaft Olympia von daheim erlebt. Theoretisch hat Friesinger sogar die Chance, bei ihren vier Starts über 1000 Meter, 1500 Meter, 3000 Meter und 5000 Meter ihre Konkurrentin, die als erfolgreichste Eisschnell-Läuferin des Jahrhunderts gilt, zu überflügeln. Dann jedoch müßte sie in allen vier Wettbewerben die Goldmedaille erringen. Die Inzellerin jedenfalls zeigt sich optimistisch: "Ich habe in Nagano Bronze gewonnen. In Salt Lake City will ich Gold und Silber dazu holen. Das wäre doch super." Zuzutrauen ist es ihr: Im Vorfeld der Olympischen Spiele hat sie alle zehn Weltcups, bei denen sie gestartet ist, gewonnen. Und kürzlich wurde sie auch Europameisterin. Ob im Training oder im Wettkampf - ihre Asthma-Medikamente hat die 1.69 Meter große Modellathletin immer dabei. Für Salt Lake City mußte sie im Vorfeld eine Genehmigung zur Verwendung der Präparate beantragen. Hierfür war ein klinischer Beleg erforderlich, der ihre Erkrankung dokumentiert. Die Medizinische Kommission des IOC hat das Recht, bei berechtigten Zweifeln die Verwendung von Asthma-Mitteln abzulehnen. Aber auch Athleten, die zweifelsfrei an Asthma erkrankt sind, dürfen weder Ephedrin noch systemisch eingesetzte Kortikosteroide verwenden. Auch Beta2-Agonisten unterliegen grundsätzlich dem Dopingverbot. Allerdings sind einige Beta2-Agonisten und Kortikosteroide zur Inhalation ausdrücklich zugelassen. Anni Friesinger ist Mitarbeiterin der Rösch AG, einem Medizintechnik-Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin. Das Unternehmen tritt auch als ihr Sponsor auf. Mit Erfolg: Denn in den vergangenen zwei Jahren ist die Popularität der Weltrekordhalterin so rasant gestiegen, daß auch der Sponsor davon profitieren konnte. Die Medienaufmerksamkeit hat Anni Friesinger jedoch nicht allein ihrer Erfolge auf dem Eis zu verdanken. Geschickt vermarktet die attraktive Kufenflitzerin ihr Image als blonder Vamp auf dem Eis. Sexy präsentiert sie sich nicht nur auf ihrer Homepage, auch im "Stern" und in "Max" posierte sie fast nackt und präsentierte lachend ihr Tattoo über dem Bauchnabel. Und weil Zeitungen, Zeitschriften und TV-Sender seither so oft über Anni Friesinger berichten, weiß die Welt mittlerweile, daß sie in ihrer Freizeit am liebsten Motorrad fährt, im Internet surft, ihre Katze Snoopy verhätschelt und mit ihren Freunden gern einen drauf macht. "Aber das Wichtigste in meinem Leben ist natürlich der Sport", sagt die Inzellerin. Natürlich muß sie für den Erfolg hart trainieren. Aber ein wenig davon ist ihr auch in die Wiege gelegt worden: Sind doch Mutter Janina und Vater Georg in ihrer aktiven Zeit als Eisschnell-Läufer beide in der Weltspitze mitgefahren und haben danach als Nachwuchs-Trainer gearbeitet. Annis Vater ist 1996 an einem Gehirnschlag gestorben. Ihre Mutter wird dieser Tage ganz fest die Daumen drücken. Nicht nur für ihre älteste Tochter: Denn auch Annis Bruder Jan geht in Salt Lake City an den Start. Für die jüngste der drei Geschwister kommen die Olympischen Spiele noch zu früh. Doch die 17jährige Agnes gilt schon jetzt als überragendes Sprinttalent.Ärzte Zeitung, 11.02.2002

Anni Friesinger präsentiert sich auf ihrer eigenen Homepage in Wort und Bild unter: www.anni-friesinger.de

STICHWORT

Asthma-Medikamente bei Olympia

Für die Anwendung der eingeschränkt zugelassenen Beta2-Agonisten Formoterol, Salbutamol, Salmeterol und Terbutalin während der Olympischen Winterspiele von Salt Lake City hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) Regeln erlassen. So ist die Anwendung dieser Mittel bei Asthma und Belastungsasthma (excercise induced asthma or bronchoconstriction) ausdrücklich gestattet. Athleten oder ihre medizinischen Betreuer mußten die Medikamente vor Beginn der Spiele schriftlich beim IOC anzeigen. Für die Diagnose der Erkrankung wurden entsprechende Nachweise verlangt, die von einer Expertenkommission überprüft wurden. Nach Angaben von Olympia-Arzt Dr. Georg Huber haben im deutschen Team rund zehn Prozent der 158 Athleten beantragt, Asthmapräparate vor einem Wettkampf nehmen zu dürfen.


Bei hoher Ozonkonzentration sollten Kinder besser keinen Sport treiben

Studie: Outdoor-Sport bei hoher Luftverschmutzung kann Ursache von Asthma sein

NEU-ISENBURG (Smi). Kinder sollen Sport treiben - dieser ärztliche Rat muß wohl in Gegenden mit hoher Luftverschmutzung präzisiert werden, wie eine jetzt vorgelegte Studie nahelegt. Kinder sollten danach an Tagen mit hoher Ozonkonzentration ihre sportlichen Aktivitäten besser einschränken.

Rob McConnell und Kollegen von der School of Medicine an der University of Southern California in Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) haben den Zusammenhang zwischen der Entwicklung einer Atemwegserkrankung bei Kindern und Jugendlichen sowie ihrer regelmäßigen sportlichen Betätigung in Gegenden mit hoher Luftverschmutzung erforscht ("The Lancet" 359, 2002, 386). Teilnehmer der Studie waren 3535 gesunde Kinder aus Schulen in zwölf Gemeinden Süd-Kaliforniens mit unterschiedlich hoher Luftverschmutzung und Ozonkonzentration. Die Schüler, die zu Beginn der Studie zwischen neun und 16 Jahre alt waren, wurden fünf Jahre lang begleitet. Nach dieser Zeit hatten 265 Kinder Asthma entwickelt. Die Forscher untersuchten nun, welche dieser Kinder regelmäßig Sport unter freiem Himmel trieben und wo sie dies taten. Das Ergebnis: Kinder, die in einer Gegend mit hoher Ozonkonzentration in drei oder mehr Mannschaften Sport trieben, hatten ein drei bis vier Mal höheres Risiko, eine Atemwegserkrankung zu entwickeln, als Kinder, die sportlich nicht aktiv waren. Je mehr Sport sie draußen trieben, desto höher fiel dieses Risiko aus. In Gegenden mit geringer Ozonkonzentration hatte die Teilnahme am Mannschaftsport keinen Effekt auf die Entwicklung von Asthma. Bislang, so Studienleiter McConnell, sei man davon ausgegangen, daß hohe Ozonkonzentrationen Asthma zwar verschlimmerten, als Ursache aber nicht in Frage komme. Seine Studienergebnisse wiesen nun jedoch in eine andere Richtung. Ärzte müßten Eltern über den Zusammenhang aufklären und mit ihnen die Konsequenzen diskutieren.Ärzte Zeitung, 04.02.2002


Einer der erfolgreichsten deutschen Schwimmer leidet an Asthma

Christian Keller rät betroffenen Kollegen, offen mit ihrer Erkrankung umzugehen /  Pneumologe kritisiert Kriminalisierung von Sportlern

Von Adela Kraus-Zatecky

Christian Keller gehört zu den erfolgreichsten deutschen Spitzensportlern: 31 Deutsche Meistertitel, zwei Europameistertitel und sieben Weltcupsiege sind Beispiele für seine Leistungsfähigkeit. Doch eigentlich ist er "chronisch krank", denn Keller hat ein nachgewiesenes und behandlungsbedürftiges Asthma bronchiale. "Es ist völlig klar, daß Asthma und Sport sich nicht ausschließen", betonte der 29 Jahre alte Schwimmer auf einer Pressekonferenz des Arzneimittel-Herstellers MSD Sharp und Dohme in Westerland auf der Insel Sylt. Als Asthmatiker geoutet hat er sich nach seinen Worten, damit einerseits deutlich wird, wie unsinnig es ist, asthmakranke Kinder vom Sport fernzuhalten. Aber auch, um andere Sportler auf die Symptome und die möglicherweise dahintersteckende Erkrankung aufmerksam zu machen. Wie lange sich die richtige Diagnose trotz einschlägiger Symptome hinziehen kann, hat Keller selbst erfahren müssen: Obwohl er seit Jahren eine für Belastungsasthma typische Atemnotsymptomatik hatte, ist sein Asthma erst 1994, nachdem er sich bereits einen ersten Weltmeistertitel erkämpft hatte, festgestellt worden. Bei früherer Diagnose hätte er noch schneller sein können, glaubt Keller. Allein die ständigen "Bronchitiden", die er in den Jahren davor entwickelte, hätten ihn in seinem Training und seiner Leistungsfähigkeit sehr eingeschränkt. Heute ist für ihn die Asthmatherapie die Basis, um seine Leistungsfähigkeit zu erhalten. Die Kombinationstherapie aus einem inhalativen Kortikoid sowie abends einer Tablette Montelukast macht es ihm möglich, auf die bedarfsweise Inhalation von kurzwirksamen Beta2-Sympathomimetika fast vollständig zu verzichten. "Nur noch in Extremsituationen, etwa beim Wettkampf, nehme ich vielleicht noch ein kurzwirksames Betamimetikum", berichtet Keller. Vielleicht gerade wegen seiner offenen Weise, mit dem Thema umzugehen - ist Keller noch nie des Dopings verdächtigt worden. Jeder asthmakranke Spitzensportler sollte seinem Beispiel folgen, um sich Ärger zu ersparen. "Wenn Jan Ulrich gleich mit seiner Asthmadiagnose an die Öffentlichkeit gegangen wäre, schon im Vorfeld des Dopingverdachts, dann wäre diese Diskussion erst gar nicht aufgekommen", vermutet Keller. "Denn die Medikamente, die er genommen hat, sind zwar anzeigepflichtig, aber erlaubt." Die Frage bleibt: Sind diese Medikamente auch immer indiziert? In der Objektivierung der Diagnose von Asthma bei Spitzensportlern liegt offenbar vieles im Argen. So hält es auch Keller für schwer nachvollziehbar, daß 90 Prozent der australischen Schwimmnationalmannschaft ein Belastungsasthma haben sollen. "Ich fände es gut, wenn man eine unabhängige Gruppe bildete, die Lungenfunktionstests vornimmt, um das Asthma wirklich zu objektivieren." Diesen Ansatz würde auch Professor Helgo Magnussen vom Krankenhaus Hamburg-Großhansdorf begrüßen. Neben Lungenfunktionstests wäre eine solche Objektivierung etwa auch über die Messung von Kohlenmonoxid in der Ausatemluft möglich, denn eine erhöhte NO-Konzentration ist typisch für Asthma und erlaubt auch die differentialdiagnostische Abgrenzung zu einer Bronchitis. Auch bei einer solchen Objektivierung hält es Magnussen für durchaus möglich, daß man unter Spitzensportlern einen höheren Anteil an Asthmatikern finden wird als in der Allgemeinbevölkerung. Aus epidemiologischen Untersuchungen sei bekannt, daß mindestens 15 Prozent der erwachsenen Männer zwischen 20 und 44 Jahren sowie 20 bis 25 Prozent der Frauen in diesem Alter eine Überempfindlichkeit der Atemwege haben. Studien zeigten, daß dies ein Risikofaktor für die Entwicklung eines Asthmas ist. Magnussen hält es für möglich, daß extreme sportliche Belastungen bei diesen Personen die Entwicklung eines klinisch manifesten Asthmas begünstigen. Vor diesem Hintergrund sei es ein vernünftiger Ansatz, wenn jemand, der Hochleistungssport machen wolle, bereits im Vorfeld sein pulmonales Risiko kennt. Ein Leistungsvorteil aus der Inhalation bronchialerweiternder Medikamente ergibt sich, wie Magnussen betonte, für Gesunde nicht: "Die Einatmung eines bronchienerweiternden Medikaments führt bei einem nicht an Asthma leidenden Sportler zu keiner Leistungssteigerung." Deshalb hält es der Hamburger Asthmaexperte auch für "absolut unsinnig", die Sportler in Bezug auf diese Medikamentengruppe zu kriminalisieren.Ärzte Zeitung, 29.10.2001


Asthma: Gene statt Umwelt

LONDON (Rö). Ob ein Mensch Asthma entwickelt, dafür hat seine genetische Ausstattung offensichtlich eine viel größere Bedeutung als Umweltfaktoren. Dies ergibt sich aus einer Studie mit Zwillingen, die jetzt in "Archives of Disease in Childhood" (85, 2001, 398) veröffentlicht worden ist. In die Studie sind die Daten von 4910 vier Jahre alten Kindern eingegangen, eineiigen und zweieiigen Zwillingen. Eineiige Zwillinge hatten gemeinsam viel häufiger Asthma als zweeiige. Aus den Ergebnissen schließen die Wissenschaftler, daß die Grundlage für die Entwicklung von Asthma bei 68 Prozent die genetische Ausstattung war. Ärzte Zeitung, 23.10.2001


Asthma wird in Deutschland immer häufiger

Noch gehört Deutschland im weltweiten Vergleich zu den Ländern mit den niedrigsten Raten

UPPSALA (Rö). Die Asthma-Prävalenz bei Erwachsenen liegt in Deutschland im weltweiten Vergleich am unteren Ende der Skala mit Raten von unter vier bis sieben Prozent. Die Asthma-Raten sind jedoch seit den fünfziger Jahren gestiegen und werden weiter steigen.

Denn: Ab Mitte der 60er Jahre Geborene in Deutschland haben zweieinhalb mal so häufig Asthma wie in den 50er Jahren Geborene. Dies hat der European Community Respiratory Health Survey ergeben, in den die Daten von über 140 000 Teilnehmern aus 22 Ländern eingegangen sind (Eur Respir J 18, 2001, 598). Aus diesem Resultat sowie weiteren Ergebnissen läßt sich schließen, daß Unterschiede und Veränderungen in den Lebensverhältnissen, etwa Umweltverschmutzung oder Verkehrsdichte, sich auf die Asthma-Prävalenz auswirken: Insgesamt liegt die Häufigkeit von Asthma weltweit zwischen zwei und zwölf Prozent. Zu den Ländern mit der niedrigsten Prävalenz gehören außer Deutschland noch Spanien, Italien, Algerien und Indien. Am höchsten sind die Raten in Australien, Großbritannien und den USA. In östlichen Ländern ist die Prävalenz niedriger als in westlichen. Dies zeigt sich zum Beispiel beim Vergleich der Städte Erfurt und Hamburg. Auch die Wohnlage ist wichtig: In Innenstädten ist die Asthma-Rate höher als in den Randgebieten. Wie man Asthma vorbeugen kann, läßt sich aus diesem Befund ableiten: Als wichtige Auslöser wurden Katzen und Hausstaubmilben identifiziert.
Ärzte Zeitung, 13.09.2001


Spitzensportler leiden oft unter Asthma - aber so oft wie angezeigt?

Warum gibt es unter den Berufssportlern so viele Asthmatiker? Täusche sie ihre Krankheit bloß vor, um auf diese Weise offiziell verbotene Medikamente nehmen zu dürfen? Seitdem bekannt geworden ist, daß die Staatsanwaltschaft Florenz auch gegen den deutschen Berufsradfahrer Jan Ullrich ermittelt, wird das Thema Doping und Asthma in der Öffentlichkeit diskutiert. Bei Ullrich waren während des Giro inhalative Kortikoide beschlagnahmt worden. Nach Auskunft von Telekom-Arzt Dr. Lothar Heinrich leidet der ehemalige Tour-Sieger seit Jahren unter Pollenallergie und Asthma, weshalb er die Präparate benötige. Die Medizinische Kommission des IOC definiert Doping unter anderem als die "Verabreichung von Wirkstoffen, die verbotenen Gruppen pharmakologischer Wirkstoffe angehören". Eine entsprechende Verbotsliste wird den Athleten und ihren Ärzten ausgehändigt. Zur Behandlung einer obstruktiven Lungenerkrankung, eines allergischen oder eines Anstrengungsasthmas sind systemisch eingesetzte Kortikosteroide verboten. Auch die Beta2-Agonisten unterliegen grundsätzlich dem Dopingverbot. Um kranken Sportlern jedoch zu helfen, hat das IOC Wirkstoffe zur Inhalation zugelassen. Darunter fallen Dosier-Aerosole, Pulver zur Inhalation, Diskus, Inhalationslösung, EasyHaler und ähnliche Darreichungsformen. Zur inhalativen Therapie sind derzeit die Beta2-Agonisten Salbutamol, Salmeterol und Formoterol zugelassen. Der Einsatz von inhalativen Kortikosteroiden wird geduldet. Die Erkrankung muß in jedem Fall von einem Facharzt bestätigt und angezeigt werden. Genau daran entzündet sich die Kritik. Als im vergangenen Jahr bekannt wurde, daß der Schwimmstar Sandra Völker an Asthma erkrankt ist, gab es die gleichen Dopingverdächtigungen gegen sie wie jetzt gegen Ullrich. Hintergrund dieser Spekulationen sind die hohen Zahlen an angezeigten Asthma-Erkrankungen unter Hochleistungssportlern. Danach litt im vergangenen Jahr jeder fünfte Teilnehmer der Olympischen Spielen von Sydney an Asthma. Bei den Winterspielen 1994 in Lillehammer sollen Berichten zufolge 70 Prozent aller Athleten Asthma-Bescheinigungen präsentiert haben, bei der Schwimm-WM in Perth sogar 80 Prozent. Studien belegen, daß Ausdauersportler wie Läufer, Schwimmer, Radfahrer und Skilangläufer in der Tat häufiger Asthma bekommen als der Bevölkerungsdurchschnitt. Allerdings liegt die dokumentierte Rate von zehn Prozent deutlich unter jener Zahl von Erkrankungen, die vor Wettkämpfen gemeldet wird. Ärzte Zeitung, 21.06.2001 Von Pete Smith


Sport kann sich günstig bei Anstrengungsasthma auswirken

Werden Kindern und Jugendliche vom Schulsport ausgeschlossen, führt dies mitunter dies zu erheblichen Entwicklungsdefiziten

MÜNCHEN (sto). Kinder mit Asthma sollten nicht generell vom Sport ausgeschlossen werden. Denn trotz eines Anstrengungsasthmas wirken sich Sport und körperliches Training positiv auf die Entwicklung junger Menschen aus.
Daran hat der Bonner Pädiater und Pneumologe Professor Stefan Zielen erinnert. Bevor die Patienten mit Asthmasymptomen jedoch mit einem Training beginnen, sollte der behandelnde Arzt eine gründliche Anamnese und Diagnose sowie eine Lungenfunktionsprüfung mit einem Belastungstest vornehmen, empfahl Zielen bei einer Pressekonferenz der Barmer Ersatzkasse und des Unternehmens MSD Sharp & Dohme in München. Sport und körperliche Aktivitäten führen bei Kindern mit Asthma oft zu einer anstrengungsbedingten Verengung der Atemwege, erinnerte Zielen. Deswegen würden viele asthmakranke Kinder dauerhaft vom Schulsport befreit. Das sei aber nicht richtig. Denn weil gerade Kinder und Jugendliche einen starken Bewegungsdrang haben, könne die Ausgrenzung vom Schulsport und die Vermeidung körperlicher Aktivitäten erhebliche Entwicklungsdefizite nach sich ziehen. Tatsächlich habe sich sogar gezeigt, daß sich sportliche Aktivitäten günstig auf das Anstrengungsasthma auswirken können. Wichtig sei allerdings eine sinnvolle Prämedikation zur Behandlung bei belastungsinduziertem Asthma. Da sich Kinder und Jugendliche jedoch vor allem an der häufigen Anwendung von Sprays stören, sollte ein Medikament mit einer einfachen Anwendung und einer länger anhaltenden Wirkung gewählt werden. Der Leukotrien-Antagonist Montelukast müsse nur einmal täglich eingenommen werden, sagte Zielen. Beobachtungen hätten gezeigt, daß das Präparat in einer Dosierung von 5 Milligramm (Singulair® junior) bei Kindern von 6 bis 14 Jahren und 10 Milligramm (Singulair®) bei Erwachsenen gut vertragen wird.
Ärzte Zeitung, 21.05.2001


Anleitung für Asthmakranke zum Sport

INGELHEIM (eb). Das Unternehmen Boehringer Ingelheim hat gemeinsam mit dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Heidelberg ein Bewegungstraining für Asthma- und COPD-Patienten entwickelt. Die Ergebnisse einer Studie mit Patienten, die diesem Training unterzogen wurden, sowie ein Leitfaden für die Gestaltung von Kursen sind unter dem Titel "Bewegungstherapie und Sport für Erwachsene mit chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen" veröffentlicht worden. Ziel ist es, Sportvereinen oder Volkshochschulen die Möglichkeit zu geben, Kurse mit ambulanter Bewegungstherapie anzubieten.

Der Leitfaden kostet 25 DM, und ist erhältlich bei Boehringer Ingelheim Pharma KG, Initiative Zweite Lebenshälfte, Postfach 200, 55216 Ingelheim, Tel.: 06132 / 77 33 0, Fax: - / 77 30 85, E-Mail: nachtwey@ing.boehringer-ingelheim.com      Ärzte Zeitung, 22.01.2001


Sportlerin gründet eine Stiftung für asthmakranke Kinder

Sandra Völker hat ihr Asthma unter Kontrolle

Düsseldorf (eis). "Meine Freunde und Ärzte haben gesagt, das hört sich stark nach Asthma an, aber ich wollte es einfach nicht wahrhaben", berichtet die Schwimmerin Sandra Völker über die Zeit vor drei Jahren, als die ersten Symptome ihrer Lungenkrankheit aufgetreten sind. "Als wäre eine Klappe oder ein Kloß in meinem Hals, der die Atmung behindert", beschreibt sie die Beschwerden. Außerdem hatte sie Reizhusten, vor allem in verrauchten Räumen oder nach hartem Training. Auf einer Pressekonferenz hat die amtierende Weltmeisterin über 50 Meter Rücken zusammen mit ihrem Arzt Dr. Martin Ehlers aus Hamburg über ihr Leben mit Asthma berichtet. "Asthmakranke klagen selten über Lehrbuch-Symptome wie Atemnot oder Enggefühl in der Brust", ist die Erfahrung des Facharztes für Lungenheilkunde. Vielmehr würden Symptome sehr individuell erlebt und dann auch so beschrieben, sagte er bei der Veranstaltung des Unternehmens Glaxo Wellcome. Er erinnert deshalb daran, daß sich die Asthma-Diagnose vor allem auf Testergebnisse wie die einer unspezifischen inhalativen Provokation stützen muß, mit der auch bei Sandra Völker die Erkrankung erkannt worden sei. Jetzt habe sie die Krankheit mit antientzündlicher Therapie und Beta-2-Mimetika unter Kontrolle. Die Sportlerin, die 52 Medaillen bei Olympia, sowie Europa- und Weltmeisterschaften gewonnen hat, ist trotz der Krankheit erfolgreich geblieben. Ihren letzten Weltrekord hat sie im Juni aufgestellt. "Das zeigt, daß man mit Asthma ein normales Leben führen kann", sagte Ehlers. Diese Botschaft soll in der "Sandra Völker-Stiftung für asthmakranke Kinder e.V." vermittelt werden, die die Sportlerin gerade mit Unterstützung des Hamburger Unternehmens gründet. Mit ihrem Engagement will sie Kindern Selbstbewußtsein für das Leben mit der Krankheit geben. Medica aktuell, 25.11.2000


Mehr Tests bei Asthma im Sport! Von Dr. Martin Ehlers

Leistungssportler werden gelegentlich verdächtigt, ein Asthma bronchiale vorzutäuschen, um legal Beta-2-Mimetika oder Kortikosteroide zur Steigerung der Leistungsfähigkeit benutzen zu dürfen. Es sei nicht glaubhaft, daß der Anteil der Asthmatiker unter ihnen weitaus höher sei als in der Normalbevölkerung, wird angeführt. So gaben bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta von 700 befragten Athleten 117 an, Asthma zu haben, darunter jeder zweite befragte Radsportler. Daß Asthma-Raten bei Sportlern erhöht sind, belegen Studienergebnisse, die jetzt beim Kongreß der European Respiratory Society in Florenz vorgestellt worden sind. Offenbar begünstigt intensives Training bei verschiedenen Sportarten, daß sich ein überempfindliches Bronchialsystem entwickelt. Bei Marathon- oder Skilangläufern wird als asthmafördernd angeführt, daß große Volumina trokkener und kalter Luft ventiliert werden, die die Bronchialschleimhaut abkühlen und austrocknen; bei Schwimmern gilt ständiges Einatmen chlorid-haltigen Wassers als asthmafördernd. Ob ein Leistungssportler oder auch ein normaler Patient an Asthma leidet, ist heute mit Lungenfunktionstests sicher zu diagnostizieren. So läßt sich mit Provokationstests und nachfolgender Messung der Atemwegsweite ein Asthma bronchiale erkennen und ein anstrengungsinduziertes Asthma durch Messung der Atemwegsweite vor und nach standardisierter körperlicher Belastung. Bisher werden Angaben zu solchen Tests in der "declaration of drug use" - in der Sportler anzeigen, welche Erkrankungen sie haben und welche Medikamente sie brauchen - nicht für die Diagnose Asthma gefordert. Dies sollte geändert werden, damit sich Athleten nicht länger dem Verdacht aussetzen, die Erlaubnis zur Einnahme leistungsfördernder Mittel erreichen zu wollen, indem sie eine Erkrankung vortäuschen. Die Vorlage der Testergebnisse könnte betreuenden Ärzten mehr Sicherheit bei Diagnose und Therapie geben und durch die Transparenz der Maßnahme dem Sport zu mehr Ansehen verhelfen.

Dr. Martin Ehlers ist niedergelassener Facharzt für Lungenheilkunde in Hamburg. Er behandelt unter anderem die Schwimmerin und Olympia-Teilnehmerin Sandra Völker, die an Asthma leidet. Ärzte Zeitung, 22.09.2000


Weltkongreß für Lungenheilkunde in Florenz

Asthma bremst viele Sportler aus

Florenz (ksch). Eine fast alarmierende Zahl von Top-Sportlern, so auch viele Athleten in Sydney, leidet unter asthmatischen Beschwerden. Gerade die Wettkämpfer in den Ausdauersportarten sind besonders häufig betroffen. Was sind die Gründe dafür? Darüber haben Forscher auf dem Weltkongreß für Lungenheilkunde in Florenz diskutiert.

Eine Umfrage unter 58 finnischen Marathonläufern ergab, daß etwa ein Viertel saisonal asthmatische Symptome zeigte. Professor Kai-Håkon Carlsen vom Asthma und Allergie Zentrum für Kinder in Oslo nannte als Gründe dafür Pollenflug im Frühling oder winterliche Kälte. Eine weitere Befragung von 71 Langstrekken-Läufern ergab, daß die Sportler dreimal häufiger von Asthma betroffen waren als die Normalbevölkerung. Auch Schwimmer haben überdurchschnittlich häufig Atemprobleme wegen einer Hyperreagibilität des Bronchialsystems. Von in Norwegen untersuchten 29 Top-Athleten gaben etwa die Hälfte asthmaartige Beschwerden an. Ähnlich hoch war der Anteil der Asthmatiker unter den Radsportlern, die 1996 an der Olympiade in Atlanta teilnahmen. Die Ursachen, warum intensives Training zu den Veränderungen im Atemwegstrakt führt, sind vielfältig. Einerseits könnte es an der ständigen körperlichen Belastung der Sportler liegen, die das Immunsystem schwächt. Andererseits sind die Bronchien der Athleten stärker Allergenen ausgesetzt. Das liegt zum Teil an dem erhöhten Atemumsatz bei Hochleistungssport, aber auch am engen Kontakt mit Reizstoffen. Schwimmer etwa atmen große Mengen an Chlordämpfen ein, die das Bronchialsystem schädigen. Spekulationen gehen aber auch dahin, daß sich mancher Sportler als Asthmatiker ausgibt, ohne tatsächlich erkrankt zu sein. Er darf dann nämlich legal Medikamente einnehmen, die auch leistungsfördernd wirken und verstößt nicht gegen die Doping-Verordnung. Erlaubt sind zum Beispiel die Beta2-Mimetika Terbutalin, Salbutamol und Salmeterol. Durch die bronchodilatatorische Wirkung können sie zwar kurzfristig die Ausdauerleistung erhöhen, allerdings haben sie keinen anabolen Effekt. Ärzte Zeitung, 22.09.2000


Unverständnis der Lehrer bereitet asthmakranken Kindern Probleme beim Schulsport

Schwimmen ist für Kinder mit Asthma besser als Dauerlauf oder Radfahren

Berlin (wma). Regelmäßiger Sport ist auch für Kinder mit Asthma bronchiale unbedingt zu empfehlen. Werden im Sportunterricht aber die besonderen Belange dieser Kinder nicht berücksichtigt, werden durch die sportlichen Übungen häufig Beschwerden ausgelöst.

Statistisch gesehen sitzen heute in jeder Schulklasse ein bis zwei Kinder mit Asthma bronchiale. Befragt man Eltern von Asthma-Patienten im Teenageralter nach ihrem größten Problem, geben sieben von zehn das Unverständnis der Lehrer - speziell beim Sportunterricht - an, berichtete Professor Dr. Ulrich Wahn aus Berlin bei einer Veranstaltung zum 50jährigen Bestehen des Berliner Sportärztebundes. Sportliche Belastung ist bei Asthmatikern ein häufiger Auslöser der Symptome, erläuterte der Kinder-Pneumologe. Im sechsminütigen Laufbandtest bei submaximaler Belastung lasse sich die Verschlechterung der Lungenfunktion beobachten. Nach anfänglicher Besserung nimmt sie unter Belastung langsam ab. Der richtige Einbruch in der Lungenfunktion kommt aber erst in der Erholungsphase, mit einem Tiefstwert vier bis zehn Minuten nach der Belastung. Es bringe also relativ wenig, wenn der Sportlehrer dem Asthma-Kind sagt, es solle halt solange beim Dauerlauf mitmachen, wie es kann. Wichtig ist, daß die Kinder vor der körperlichen Belastung eine medikamentöse Prophylaxe mit kurzwirkenden ß-Sympathomimetika, gegebenenfalls in Kombination mit Dinatriumcromoglicinsäure, anwenden, betonte Wahn. Hierüber sollten auch die Sportlehrer informiert sein. Wesentlicher Reiz zur Bronchokonstriktion ist bei Asthmatikern unter Belastung die Austrocknung und Auskühlung der Bronchien, so Wahn. Die sonst als besonders gesund angesehenen Disziplinen Dauerlauf und längeres Fahrradfahren seien somit für Asthmatiker denkbar ungeeignet. Am günstigsten seien Schwimmen und Gymnastik im warmen Wasser eines Hallenbades, da die Luftfeuchtigkeit einer Austrocknung der Bronchien entgegenwirkt, sagte der Pneumologe. Immer wieder könne man beobachten, daß selbst Kinder, die schon seit Jahren vom Sportunterricht befreit sind, durch ein Intervalltraining im Wasser wieder bis an ihre Leistungsgrenze herangeführt werden können. Ärzte Zeitung, 19.01.2000


Pollenflug: Heuschnupfensaison wird immer länger

München (dpa) - Allergiker leiden heutzutage erheblich länger unter Heuschnupfen als in der Vergangenheit. Wie die in München erscheinende Zeitung "Ärztliche Praxis" unter Berufung auf die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie in München berichtet, schwirren die Pollen vieler Pflanzen früher und zugleich länger durch die Luft als früher. Basis der Erkenntnisse ist die Auswertung von 20 000 Jahresberichten des Europäischen Pollenflug-Netzwerks im Zeitraum 1974 bis 2001. Demnach ist die Pollenbelastung besonders bei Pflanzen gestiegen, die zwischen Juni und September blühen. Längeren Pollenflug als früher registrierten die Experten vor allem bei Gräsern und Kräutern. Im Untersuchungszeitraum haben sich Start und Höhepunkt der Pollensaison aber auch bei Frühblühern wie Erle, Weide und Ulme um 20 Tage nach vorn verschoben. Pollen von Roggen, die früher erst von Mitte oder Ende Mai an durch die Luft flogen, sind nun schon im April unterwegs. Vieles deute darauf hin, dass die Entwicklung mit der globalen Erderwärmung zusammenhänge. Mittwoch, 8. Mai 2002 Asthma+Doping


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Nahe am Limit: Die Lunge bei maximaler körperlicher Belastung
Close to the edge: The lung during maximal exercise
Department of Medicine, University of California, San Diego, La Jolla CA, USA
Jahrgang 53, Nr. 10 (2002) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN

http://www.zeitschrift-sportmedizin.de/images/heft1002/a02_10_02.pdf

Zusammenfassung
Lange Zeit glaubte man nicht, dass die Lunge die maximale Leistungsfähigkeit beeinflusst. Heute allerdings gibt es immer mehr Anzeichen dafür, dass eine pulmonale Leistungsbegrenzung vor allem bei hochintensiver aerober Belastung nicht ungewöhnlich ist. So entwickeln mehrere aerob trainierte Athleten mit einer VO2max über 60 ml/kg/min eine belastungsinduzierte arterielle Hypoxämie (EIAH), in deren Folge die alveolär-arterielle O2-Differenz (AaDO2) ansteigt, der arterielle Sauerstoffdruck abfällt (PaO2) und damit die Hämoglobinsättigung sinkt. Eine leichte Sauerstoffanreicherung der Atemluft kann diese Untersättigung verhindern und erhöht die VO2max. Es konnte gezeigt werden, dass eine Zunahme der AaDO2 die Folge sowohl eines Ventilations/Perfusionsungleichgewichtes wie auch einer begrenzten Sauerstoffdiffusion sein kann. Der Anstieg im Ventilations/Perfusionsungleichgewicht könnte möglicherweise auf ein intersitielles pulmonales Ödem zurückzuführen sein, auch wenn direkte Beweise hierfür beim Menschen fehlen. Ebenso ist auch die Entstehung einer limitierten Sauerstoffdiffusion über die Kapillarmembran nicht bewiesen, obwohl die Kombination eines erniedrigten gemischtvenösen PO2 und einer schnellen Transitzeit der Erythrozyten in den Lungenkapillaren die wahrscheinlichste Erklärung ist. Hinzukommt, dass, obwohl einige Athleten eine relative Hypoventilation zeigen, keine Retention von CO2 beobachtet wird. Die Ursache dieser Hypoventilation könnte eine mechanische Ventilationseinschränkung sein, da mehrere Athleten bei maximaler Exspiration eine Einschränkung des Strömungsvolumens zeigen. Helium-Sauerstoffgemische, die die Turbulenzen im Luftstrom erniedrigen, erhöhen die alveoläre Ventilation und führen zu einer Zunahme des PaO2. Die Vermutung, dass Frauen mit einem kleineren Lungenvolumen und einer geringeren
Sauerstoffdiffusionskapazität empfänglicher für die Entwicklung einer EIAH wären, bestätigte sich nicht. Schließlich gibt es bei vielen Lebewesen Anzeichen dafür, dass ein Druckanstieg in den Lungenkapillaren die Blut-Gas-Schranke belasten könnte so dass es hier zu einem Verlust der Strukturintegrität kommt. Dieser „Stressschaden“ betraf das Kapillarendothel, die Basalmembran und das Alveolarepithel und ist die Ursache einer belastungsbedingten Hämorrhagie der Lunge bei Rennpferden. Daten aus bronchoskopischen Studien legen nahe, dass es einen derartigen Stressschaden auch beim Menschen gibt, aber lediglich bei einer kleinen Minderheit und nur bei Belastung mit allerhöchster Intensität.


Inhalation vor Sport schützt vor Belastungsasthma
BERCHTESGADEN (sto). Kinder und Jugendliche mit Asthma bronchiale müssen nicht vom Schulsport ausgeschlossen werden. Durch die prophylaktische Anwendung bronchodilatativer Medikamente vor Beginn des Sportunterrichts läßt sich ein Belastungsasthma verhindern.
Besonders geeignet sind kurzwirksame Beta-2-Mimetika, die etwa eine Viertelstunde bis 60 Minuten vor dem Sport inhaliert werden sollten, empfiehlt der Pneumologe Professor Adrian Gillissen aus Leipzig. Kombinationspräparate, die ein kurzwirksames Beta-2-Mimetikum wie Reproterol und eine antiinflammatorische Substanz wie DNCG enthalten (etwa von dem Unternehmen Aventis als Aarane® N angeboten), hemmen die Histaminausschüttung am besten und verstärken die protektive Wirkung.
Das hat Gillissen bei einer Veranstaltung des Unternehmens im Asthmazentrum in Berchtesgaden betont. Auch das langwirksame Beta-2-Mimetikum Formoterol sei für die prophylaktische Behandlung zur Vermeidung eines Belastungsasthmas geeignet. Denn diese Substanz habe im Vergleich zu anderen langwirksamen Beta-2-Mimetika einen schnellen Wirkungseintritt.
Da eine häufige Anwendung sowohl kurz- wie auch langwirksamer Beta-2-Mimetika zu einer Tachyphylaxie führen kann, sollten diese bei regelmäßiger Anwendung mit einer anti-inflammatorischen Substanz kombiniert werden, sagte Gillissen. Ärzte Zeitung, 19.02.2003


Trotz kranker Lunge ist Sport meist zu empfehlen
Bundesweit 350 ambulante Lungensportgruppen / Kein Sport bei instabilem Asthma und symptomatischer KHK
MÜNCHEN (sto). Sportliche Aktivitäten können auch für Patienten mit Asthma bronchiale oder chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) sinnvoll sein. Damit die in der stationären Rehabilitation durch Lungensport erzielten Trainingseffekte erhalten bleiben, bietet sich eine Weiterbetreuung in ambulanten Gruppen an.
Bisher gebe es bundesweit aber nur etwa 350 ambulante Lungensportgruppen für Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen, beklagte Professor Heinrich Worth vom Klinikum Fürth beim Pneumologenkongreß in München. Und oftmals stehe für die Lungensportgruppen auch kein Arzt ständig zur Verfügung.
Wenn gewisse Sicherheitsmaßnahmen und Kontraindikationen beachtet werden, können nach Worths Angaben jedoch selbst schwerkranke Patienten, etwa Asthmatiker mit Schweregrad Stufe 3 oder 4, trainiert werden. Voraussetzung sei, daß Kontraindikationen und der Gesundheitszustand der Patienten genau beachtet würden. Und die Notfallversorgung sollte gesichert sein. Die Kontraindikationen sollten um so strenger gestellt werden, je weniger Kontrollmöglichkeiten während des Lungensports bestünden, sagte Worth bei einem Symposium der "AG Lungensport in Deutschland", das von Merck KGaA unterstützt wurde.
Als Voraussetzung für eine Teilnahme an einer Lungensportgruppe nannte Worth eine Mindestbelastbarkeit von 50 Watt über drei Minuten im Steady state von Herzfrequenz und Atmung drei Minuten nach Inhalation von zwei Hüben eines kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums. Das forcierte Exspirationsvolumen in der ersten Sekunde (FEV1) sollte mehr als 60 Prozent des Sollwertes betragen. Der systolische Blutdruck sollte unter Belastung unter 220 mmHg, der diastolische unter 120 mmHg liegen.
Zu den Kontraindikationen gehören nach Worths Angaben akute fieberhafte Erkrankungen, instabiles Asthma und akute Exazerbationen einer COPD. Nicht teilnehmen sollten auch Patienten mit symptomatischer KHK, mit dekompensierter Herzinsuffizienz oder Rhythmusstörungen. Auch eine hochgradige Osteoporose oder starkes Übergewicht gehören zu den Ausschlußkriterien.Ärzte Zeitung, 15.04.2003
Weitere Informationen unter www.lungensport.org


Pollenallergie: Bis zu 30 Prozent weniger Leistung
Berlin (dpa) - Menschen mit Pollenallergie müssen mit einer bis zu 30 Prozent geringeren Leistungsfähigkeit als gesunde Menschen auskommen. Wie die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) am Donnerstag weiter mitteilte, sind mehr als 20 Prozent aller Deutschen von einer Pollenallergie betroffen. Die Allergie könne nicht nur zu Asthma führen, sondern verursache durch die schlechtere Leistungsfähigkeit auch volkswirtschaftlichen Schaden. Eine frühzeitige Therapie durch einen Allergologen sei deshalb außerordentlich wichtig.18. April 2003


Zum Einsatz von Beta-2-Agonisten zur Behandlung

Zur Behandlung einer obstruktiven Lungenerkrankung, eines allergischen oder eines Anstrengungsasthmas dürfen Ephedrin wie auch systemisch eingesetzte Kortikosteroide nicht angewandt werden. Mittel der Wahl sind heute Beta-2-Agonisten.

Diese unterliegen jedoch dem Dopingverbot. Sie werden als Stimulantien

bzw. als anabole Wirkstoffe (Clenbuterol, Salbutamol) klassifiziert.

Um den betroffenen Sportlern zu helfen, hat das IOC nachfolgende vier Wirkstoff für Wettkämpfe zur Inhalation (by inhaler) zugelassen. Darunter fallen die Darreichungsformen wie Dosier-Aerosole, Pulver zur Inhalation, Diskus, Inhalationslösung, Fertiginhalat, EasyHaler u.ä.. Der Nachweis der Erkrankung

hat durch ein lungen- oder mannschaftsärztliches Attest gegenüber der medizinischen Stelle des Verbandes zu erfolgen.

Ebenso ist die Medikation mit den Beta-2-Agonisten dem Verband mitzuteilen.

Die vier Wirkstoffe mit Beispielen (Rote Liste 2003):

Formoterol               Foradil® P Kapseln mit Pulver zur Inhalation, Foradil®

                                    Dosieraerosol, Oxis® Turbohaler®

Salbutamol              Apsomol® N Aerosol, Apsomol® Inhalationslösung, Apsomol®

                                    Fertiginhalat Lösung, Bronchospray® novo Dosier-Aerosol,

                                    Broncho Inhalat Lösung, Broncho Fertiginhalat Lösung, Bronchospray® Autohaler®, Cyclocaks Salbutamol, Epaq,® Pädiamol® Inhalationslösung, Pädiamol® Fertiginhalat, Pentamol® Fertiginhalt, Salbu-Fatol® Inhalationslösung, Salbuhexal® Easyhaler® , Salbuhexal® Fertiginhalat, Salbuhexal® Inhalationslösung, Salbuhexal® Dosieraerosol,Salbulair® N Autohaler® , Salbulair® Dosieraerosol, Salbulind® Lösung für Vernebler, Salbu Novolizer® Pulver z. Inhalation, Salbupp® Inhalationslösung, Salbupp® Fertiginhalat, Salbutamol AL Inhalat, Salbutamol AL Salbutamol, Salbutamol-ratiopharm® Inhalationslösung, Salbutamol-ratiopharm® Fertig-inhalat, Salbutamol-ratiopharm® Dosieraerosol, Salbutamol STADA® Inhalat, Salbutamol STADA® Fertig-inhalat, Salbutamol STADA® Dosieraerosol, Salbutamol Trom® Fertiginhalat, Salbutamol Trom® Inhalationslösung,       Sultanol® Fertiginhalat, Sultanol® forte Fertiginhalat, Sultanol® Inhalationslösung, Sultanol® N Dosier-Aerosol, Sultanol® Rotadisk®,               Ventilastin® Novolizer®

Salmeterol                aeromax® Dosier-Aerosol, aeromax® Diskus®, Serevent® Dosier-Aerosol, Serevent® Diskus®

Terbutalin                 Aerodur® Turbohaler®, Bricanyl® 1% Lösung zur Inhalation,

Die systemische Einnahme dieser Wirkstoffe z. B. als Tabletten, Kapseln, Injektion, Tropfen oder Saft ist nicht gestattet.

Bei Kontrollen außerhalb der Wettkämpfe werden Clenbuterol und Salbutamol als anabole Wirkstoffe eingestuft. Clenbuterol ist grundsätzlich verboten. Salbutamol ist  bis zu einem Grenzwert von 1.000 ng/ml erlaubt..

Der Einsatz von Kortikosteroiden in Form von Inhalationen wird geduldet. Die systemische Anwendung von Kortikosteroiden ist verboten.

Dazu einige Beispiele erlaubter – nicht anzeigepflichtiger - Medikamente:

 

Beclometason                                Aero Bec® Autohaler, Aero Bec® Dosieraerosol, Beclohexal® Easyhaler, Bronchocort®- Dosieraerosol, Junik® Dosieraerosol, Synasthmax® Dosieraerosol, Sanasthmyl® Dosieraerosol, Sanasthmyl® Rotadisk, Ventolair

Budesonid                                       Benosid® Aerosol Suspension, Budecort® Novolizer, Budeflat® V, Budes® Dosieraerosol,   Budesonid acis® Dosieraerosol, Budesonid-ratiopharm® Dosieraerosol, Budesonid-ratiopharm® Jethaler, Budesonid STADA® Dosieraerosol, Budesonid von ct® Dosieraerosol, Novopulmon® Novolizer® , Pulmicort® Turbohaler, Pulmicort® Dosieraerosol, Respicort® Dosieraerosol,

Fluticason                                        atemur® Dosieraerosol, atemur® Rotadisk,                         
                         atemur
® Diskus, Flutide® Diskus, Flutide®                         
                         Rotadisk
, Flutide
® Dosieraerosol

Flunisolid                                          Inhacort® Dosier-Aerosol,­

Die Kombinationspräparate admadisc® (Salmeterol, Fluticason), Symbicort® (Formoterol, Budesonid) und Viani® (Salmoterol, Fluticason) sind wegen ihres Beta-2-Agonistenanteils anzeigepflichtig.

Gegen die Verwendung von Cromoglicinsäure als Spray, Tropfen, Inhalat und Gra­nulat bestehen keine Bedenken.

Vorsicht: Die Kombinationspräparate Aarane® und Allergospasmin® enthalten zusätzlich den verbotenen Beta-2-Agonisten Repoterol.Die Methylxantine Aminophyllin und Theophyllin (z.B. Euphyllin®) sowie Ipratropiumbromid (z.B. Atrovent®) können indikationsgerecht eingesetzt werden. 22.05.03 http://www.nada-bonn.de


Bei Asthma gilt: Auspowern beim Sport ist tabu
Genug Pausen und gutes Haushalten mit den Kräften ermöglichen Spiel und Spaß ohne Anstrengungsasthma
BERCHTESGADEN (sto). Bei jedem Patienten mit Asthma muß mit einem Anstrengungsasthma gerechnet werden. Dennoch: Körperliche Schonung ist keine Lösung, so Professor Dieter Kiosz aus Kiel.
Durch ein gut dosiertes Trainingsprogramm kann jeder Asthmatiker am Schulsport oder als Erwachsener am Freizeitsport teilnehmen, sagte Kiosz bei einer Veranstaltung des Unternehmens ratiopharm in Berchtesgaden. Sport sei heute sogar ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation bei Asthmatikern, weil dadurch die Auslöseschwelle für Anstrengungsasthma verschoben werden kann.
Voraussetzung sei jedoch, da einige Regeln beachtet würden, sagte Kiosz. Vor Beginn einer Sporttherapie sollte etwa ein gründlicher Lungenfunktionstest mit Laufband-Ergometrie erfolgen, um den Grad des Anstrengungsasthmas zu ermitteln. Und die Patienten sollten regelmäßig Peak-flow-Messungen vornehmen, um Schwankungen der Symptomatik, etwa bei Infekten, frühzeitig zu erfassen.
Für die Prä-Medikation werde für die antiobstruktive Therapie bei Kindern nach wie vor die Inhalationstherapie empfohlen. Wichtig sei, daß asthmakranke Kinder umfassend über die Präparate aufgeklärt sind und sie auch bei sich haben, betonte Kiosz.
Die Sportstunde selbst sollte mit einer Aufwärmphase beginnen und mit einer Abklingphase enden. Die Belastung während der Sportstunde muß weit im submaximalen Bereich liegen. Ein Intervalltraining mit Pausen eignet sich vor allem, um die Ausdauer zu fördern.
Dazu sind Sportarten geeignet, die entweder Pausen ermöglichen oder bei denen sich automatisch unterschiedliche Belastungsphasen ergeben. Schwimmen ist für Asthmatiker eine besonders günstige Sportart.
Bei Wettkampfsportarten ist erhöhte Vorsicht geboten, weil es zu einer Bronchokonstriktion kommen kann, die häufig nicht rechtzeitig wahrgenommen wird, sagte Kiosz. Treiben asthmakranke Kinder und Jugendliche solche Sportarten, sollte immer ein Lehrer oder Trainer anwesend sein.
Ärzte Zeitung, 27.01.2004


Tritt Asthma im Ausdauersport allgemein gehäuft auf?
Hochleistungssportler
15% der befragten 1060 Mitglieder der italienischen Olympiamannschaft berichteten über das Vorliegen asthmatischer Störungen, was deutlich über den Werten der allgemeinen Bevölkerung
liegt. Allerdings sahen nur wenige darin eine mäßige bis schwere Erkrankung, lediglich 2,5% beschrieben mehr
als 4 Attacken pro Jahr. Eine Atopie lag bei 18% der Athleten vor. Besonders betroffen waren Athleten der Ausdauersportarten.
Die respiratorischen Beeinträchtigungen ließen sich auch in den spiroergometrischen Daten erkennen(Abnahme von FEV1 und FEF25-75), so dass auch die leistungsfähigsten Asthmatiker eine Abnahme der Lungenfunktion zeigen. Weitere Untersuchungen sollen klären, ob diese Beeinträchtigungen die Leistungsfähigkeit des Athleten herabsetzen können trotz einer hohen Schwelle für das Auftreten von Symptomen. U.K. (Malolo C et al.: Prevalence of asthma and atopy in Italian olympic athletes. Int J Sports Med 24 (2003)139-144)
Breitensportler
Im Gegensatz zu einigen Untersuchungen im Leistungssport war die Prävalenz von Asthma oder Exercise Induced Asthma (EIA) bei im Breitensportbereich trainierenden Ausdauersportlern mit 4,2% nicht höher als in der allgemeinen Bevölkerung, so dass ein gemäßigter Trainingsumfang von 10h/Woche nicht zu einem erhöhten Auftritt von Atemwegserkrankungen zu führen scheint.
U.K. (Kippelen P et al.: Asthma and exercise- induced bronchoconstriction in amateur endurance trained athletes. Int J Sports Med 25 (2004) 130-132)


Trainierte Asthmatiker haben weniger Anfälle
Regelmäßige sportliche Aktivitäten sind besonders für den Erhalt und die Verbesserung der Atemfunktion wichtig
MÜNCHEN (wst). Regelmäßige sportliche Aktivitäten sind nicht nur für die allgemeine Gesundheit und Befindlichkeit von Asthma-Kranken bedeutsam, sondern besonders auch für den Erhalt und die Verbesserung der Atemfunktion. Dabei ist das Trainieren von Ausdauer und Koordination wichtiger als
das von Kraft und Schnelligkeit. Hierbei sind das Aufwärmtraining sowie ein Training zum Abklingen der Belastungsphase für jeden Asthmatiker ein Muß.
Sportlich trainierte Asthmatiker erreichen im normalen Alltag kaum die individuelle Belastungsschwelle, ab der ein Anstrengungsasthma ausgelöst wird. Sie hätten deshalb im Normalfall weitaus seltener Asthmaanfälle als untrainierte Leidensgenossen, hat die Sporttherapeutin Angelika Biberger vom
CJD Asthmazentrum Berchtesgaden auf einer Veranstaltung des Unternehmens ratiopharm in München betont.
Für Asthmatiker ist Aufwärmen vor dem Sport wichtig
Damit es auch während sportlicher Anforderungen möglichst nicht zu Anstrengungsasthma komme, seien außer einer individuell notwendigen Dauer-
und Bedarfsmedikation einige Verhaltensregeln wichtig. Bevor man sich sportlich fordert, sollte ein zehn bis 15 minütiges Aufwärmprogramm absolviert werden, empfiehlt Biberger. Dies gilt auch für den Sportunterricht in der Schule. Aufgewärmt wird nach neuesten Erkenntnissen übrigens im Intervall.
Das heißt, Aufwärmübungen niedrigerer und höherer Belastung wechseln sich ab.
Nach dem Sport keinesfalls abrupt pausieren!
Für die eigentliche Belastungsphase ist üblicherweise eine submaximale Intensität anzustreben, wobei Asthmatiker prinzipiell auch zu sportlichen Höchstleistungen fähig sind. Das beweist die gar nicht so seltene Teilnahme asthma-kranker Sportler an Olympiaden.
Nach der Belastungsphase sollten weder Gesunde und noch viel weniger Asthmatiker abrupt pausieren. Vielmehr ist wichtig, die Anstrengung langsam ausklingen zu lassen damit der Körper allmählich zur Ruhe kommt. Dabei sollten Asthmatiker zum Ende der Abklingphase Atemhilfstechniken wie dosierte Lippenbremse, atemerleichternde Körperstellungen, Atem- und Entspannungsübungen absolvieren, um der gerade auch in dieser Phase verstärkten Neigung zu Atemnotanfällen entgegen zu wirken. Ärzte Zeitung, 14.02.2005

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Olympiateilnehmer kämpfen auch gegen Pollen und Sporen

Vom 13. bis 29. August 2004 werden in Griechenland 16.000 Athleten um das begehrte olympische Gold kämpfen. Jeder vierte Olympionike muss jedoch befürchten, dass er keine Höchstleistung erbringen kann, weil er unter Heuschnupfen oder Asthma leidet. Diese allergischen Atemwegserkrankungen werden im Sommer vor allem durch Blütenpollen und Schimmelpilzsporen ausgelöst. In Deutschland haben bis zu 24 Prozent der Erwachsenen einen vom Arzt diagnostizierten Heuschnupfen und bis zu vier Prozent allergisches Asthma. Damit liegt Deutschland international im Mittelfeld. Die Häufigkeit allergischer Atemwegserkrankungen beträgt in anderen Ländern bis zu 41% für Heuschnupfen und bis zu 12 Prozent für allergisches Asthma. (1) Auslöser sind bei 85,9% der Erkrankten Pollen und bei 13,5% Schimmelpilz-Sporen. (2)

Für die etwa 4.000 Athleten, die nicht nur gegen die Stoppuhr, sondern auch mit einer allergischen Atemwegserkrankung kämpfen, ist es sehr wichtig zu wissen, wann welche Pollen oder Sporen an den Austragungsorten der Wettkämpfe durch die Luft fliegen. Die Aristoteles Universität in Thessaloniki hat aus diesem Grund zu den Olympischen Spielen 2004 in Griechenland die umfangreiche Internetseite www.aeroallergen.gr  erstellt. Darin informiert die Universität über den Pollenflug der weltweit zehn wichtigsten in der Außenluft vorkommenden Allergene an den Austragungsorten Athen, Thessaloniki und Heraklion auf Kreta. So können sich Sportler und ihre Betreuer täglich über die zu erwartende Pollen- und Sporen-Belastung informieren.
Während der Wettkämpfe im August ist vor allem mit dem Flug von Gänsefuß- und Traubenkrautpollen sowie Sporen der Schimmelpilze Alternaria und Cladosporium zu rechnen. In Heraklion wird auch noch ein mäßiger Gräserpollenflug erwartet. (3)


Wichtig bei Allergien und Asthma: frühzeitige Behandlung

„Allergische Atemwegserkrankungen müssen frühzeitig diagnostiziert und adäquat behandelt werden, um einer Progredienz vorzubeugen“, sagt Professor Gerhard Schultze-Werninghaus, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI). Langfristig lassen sich eine allergische Rhinokonjunktivitis und allergisches Asthma nur durch eine spezifische Immuntherapie (SIT) mit molekular standardisierten Allergen-Präparaten bessern oder sogar heilen. Schultze-Werninghaus: „Die SIT ist die einzige ursächliche Behandlung von Atemwegsallergien. Die Wirkung hält noch Jahre nach Therapieende an. Voraussetzung für einen optimalen Behandlungserfolg ist ein möglichst frühzeitiger Therapiebeginn und eine sichere Diagnostik der auslösenden Allergene.“
Da eine SIT nicht nur die Symptomatik sondern auch den Bedarf an antiallergischen und antiasthmatischen Medikamenten reduziert, könnte sie bei asthmakranken Athleten die Dopingdebatte entschärfen. Denn die antiasthmatische Standardtherapie mit Beta-Sympathomimetika und kortisonhaltigen Sprays ist für Sportler in Wettkämpfen nicht unproblematisch. Beta-Sympathomimetika unterliegen dem Dopingverbot. Erlaubt für Wettkämpfer sind entsprechend einer Klassifizierung der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) nur vier Wirkstoffe zur Inhalation: Formoterol, Salmeterol, Salbutamol oder Terbutalin. Die Nationale Anti-Doping Agentur (NADA) in Bonn erklärt, dass ein Wettkampfteilnehmer für die inhalative Behandlung mit diesen Wirkstoffen jedoch einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung stellen und den Nachweis seiner Erkrankung durch eine Lungenfunktionsuntersuchung mit und ohne Medikation belegen muss. Der Einsatz inhalativer Kortikosteroide ist ebenfalls anzeigepflichtig. (4)

1. Weißbuch Allergie in Deutschland. Ring J, Fuchs T, Schultze-Werninghaus G (Hrsg.), München: Urban & Vogel; 2. Auflage, 2003
2. Bergmann KC, Albrecht G, Fischer P: Atemwegsallergiker in Deutschland. Ergebnisse der Studie Allergy – Living & Learning. Allergologie 2002;3:137–146
3. Gioulekas D, Damialis A, Papakosta D, Syrigou A, Mpaka G, Saxoni F, Patakas D: 15-year aeroallergen records. Their usefulness in Athens Olympics, 2004. Allergy 2003;58:933-8
4. www.nada-bonn.de/DEUTSCH/AKTUELL/zur_Behandlung.htm
27.07.2004 Infos für Ärzte
Quelle: Ärzteverband Deutscher Allergologen (ÄDA), Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI)


Asthma bronchiale:
Sport verbessert die Leistungsfähigkeit und verschiebt die Reizschwelle zur Auslösung von Anfällen positiv


Das Asthma bronchiale ist eine chronische Entzündung der Atemwege, die vor allem durch sporadisch wiederkehrende Episoden von Atemnot, nächtliche Hustenanfälle und eine unter Umständen keuchende Atmung gekennzeichnet ist. Diese Symptomatik, vor allem aber die Luftnot, kann bei körperlichen Belastungen verstärkt auftreten. Das ist der Hauptgrund dafür, dass die meisten Asthma-Patienten eine sportliche Betätigung vermeiden. Dabei wäre gerade das Gegenteil sinnvoll. Denn regelmäßiges körperliches Training, vor allem in Form von Ausdauersport, verbessert die Atemleistung und hebt jene Belastungsschwelle an, bei der das so genannte Anstrengungsasthma auftritt.

Sport setzt effiziente Medikation voraus

Regelmäßig Sport treibende Asthmatiker zeigen nicht nur eine signifikante Verbesserung hinsichtlich der Leistungsdiagnostik, sondern profitieren auch von einer größeren Sauerstoffaufnahme in die Muskulatur. Ihr Stoffwechsel wird angeregt, und das körperliche und geistige Wohlbefinden bessert sich nachweislich. Die Patienten kommen jedoch nur in den Genuss all dieser Vorteile, wenn eine gute medikamentöse Einstellung des Asthma bronchiale den Sport auch komplikationslos möglich macht. Trotz der positiven Auswirkungen des körperlichen Trainings bleibt eine regelmäßig durchgeführte medikamentöse Asthma-Therapie deshalb unabdingbar. Nur sie kann die für den Ausdauersport notwendige Sauerstoffzufuhr in ausreichendem Maße gewährleisten. Für die Behandlung des Asthma bronchiale hat sich in vielen Fällen die Gabe sowohl eines inhalativen Glukokortikoids als auch die Inhalation lang wirkender Beta-2-Sympathomimetika als besonders vorteilhaft erwiesen. Ein entsprechendes Kombinationspräparat aus Budesonid und Formoterol in einem Inhalationssystem vermag die Sauerstoffaufnahme um bis zu 30 Prozent zu steigern. Asthma und Sport müssen sich also keineswegs ausschließen. Wenn die Patienten mit modernen Medikamenten adäquat behandelt werden, ist eine angemessene sportliche Betätigung der Therapie des Asthma bronchiale sogar förderlich.

Sporttherapeutisches Behandlungskonzept

Patienten mit Anstrengungsasthma entkommen der Atemwegsobstruktion nicht etwa dadurch, dass sie die körperliche Belastung vollständig zu vermeiden versuchen. Ein mangelnder Trainingszustand führt vielmehr immer schneller zu erhöhter Atemarbeit bzw. Hyperventilation selbst bei stets niedrig werdender Belastungsstufe. Gleichzeitig geht damit ein Absinken der Schwelle einher, an der das Anstrengungsasthma ausgelöst wird. Ein regelmäßiges Training im aeroben Bereich erhöht diese Schwelle hingegen, ohne gleichzeitig die Hyperreaktivität der Bronchialschleimhaut zu verschlechtern.
Einige Rahmenbedingungen sollten jedoch für eine erfolgreiche 'Sportstunde' berücksichtigt werden. Zum einen empfiehlt sich ein allmähliches Aufwärmen zu Beginn. Der plötzliche 'Kaltstart' führt aufgrund seiner Peitschenwirkung schnell zur Obstruktion (gleiches gilt im Übrigen auch für die Abklingphase, die ebenfalls nicht abrupt einsetzen darf). Zum anderen ist auf eine ausreichende Anzahl von Refraktärperioden während des Sports zu achten. Ein steter Wechsel von Belastungsspitzen und Phasen relativer Ruhe reduziert die Belastung im Vergleich zu einer Daueranstrengung. Natürlich muss darüber hinaus generell die individuelle Asthmogenität der verschiedenen in Betracht kommenden Sportarten berücksichtigt werden. Dabei sind jene Sportarten, die vornehmlich auf Koordination orientieren, erwartungsgemäß weniger asthomgen als zum Beispiel Kraft und Schnelligkeit beanspruchende. Vor allem bei Kindern mit Asthma bronchiale sollte dies in Rechnung gestellt werden.
http://www.arzt-spezial.de/06/04/patient/atemwegserkrankungen/index.php 
Weitere fachbezogene Informationen aus der Welt der Gesundheit und Medizin finden Sie in der aktuellen Ausgabe des eMagazins ARZT SPEZIAL, das kostenlos unter http://www.arzt-spezial.de zu erreichen ist. 28.04.2006


Kollegen raten Asthma-Kranken meist zu Sport
NEU-ISENBURG (ikr). Asthma-Kranke sollten Sport treiben, um die Symptome zu reduzieren. Diese Forderung von Spezialisten setzen Kollegen jetzt zunehmend im Praxisalltag um, wie eine Umfrage aus Anlaß des 9. Deutschen Lungentages ergeben hat.
Insgesamt 50 Allgemeinmediziner und 50 Pneumologen in Deutschland sind im Auftrag des Unternehmens Astra Zeneca gefragt worden, ob sie Patienten mit Asthma "nahe legen, sportlich aktiv zu sein".
Das Ergebnis: Patienten mit leichtem Asthma empfehlen Allgemeinärzte und Pneumologen uneingeschränkt regelmäßige sportliche Aktivitäten wie lange Spaziergänge, Radfahren, Schwimmen und Joggen. Bei Patienten mit mittelgradigem Asthma raten dazu 90 Prozent der Allgemeinmediziner und 96 Prozent der Pneumologen.
Bei Patienten mit schwergradigem Asthma sind die Kollegen jedoch noch recht zurückhaltend: Immerhin 78 Prozent der Pneumologen, aber nur 40 Prozent der Allgemeinmediziner raten in dieser Situation zu sportlicher Betätigung.
Ein weiteres Ergebnis der Befragung: Sowohl Allgmeinmediziner als auch Lungenfachärzte schätzen die Lungenfunktion als wichtiges Kriterium für die Beurteilung des Krankheitsschweregrades und die Steuerung der Therapie ein.
Ärzte Zeitung, 22.09.2006


Belastungsinduziertes Asthma bei Sportlern unterdiagnostiziert
Columbus – Wissenschaftler der Ohio State University haben bei Collegesportlern eine nach eigenen Angaben „sehr hohe Rate von Asthmatikern“ festgestellt. Dies berichtet das Journal „Medicine & Science in Sports & Exercise“ in seiner Septemberausgabe (2007 39(9):1487-1492).
Der Studie liegen Daten eines Screenings von 107 Athleten der Ohio State Auswahl auf übungsinduziertes Asthma zugrunde. „Wir haben Studenten der Collegemannschaften untersucht, weil viele schwere Episoden von übungsinduzierter Atemwegsobstruktion bei Wettkampfathleten unter 21 Jahren auftraten“, erläutert Jonathan Parsons das Vorgehen der Arbeitsgruppe.
Zur Ermittlung der Atemfunktion stressten die Forscher die Lungen der Probanden anhand des EVH-Tests (Eucapnic Voluntary Hyperpnea Testing). „Bisherige Untersuchungen an Collegeathleten verwendeten nicht den Eucapnic Voluntary Hyperpnea Test, den unter anderem das Internationale Olympische Komitee zur Diagnose übungsinduzierten Asthmas nutzt“, betonte Parsons.
Die Forscher ermittelten übungsinduziertes Asthma bei 39 Prozent (42 Personen) der Schüler. Lediglich sechs dieser Athleten wiesen Asthma in ihrer Krankenvorgeschichte auf. Faktoren wie Geschlecht oder Sportart schienen nach Angaben Parsons keinen Einfluss auf das Auftreten der Asthmaanfällle zu haben
„Diese Ergebnisse bestätigen frühere Beobachtungen bei Olympiasportlern. Zudem lassen die Beobachtungen eine signifikante Anzahl von Sportlern mit unbekanntem übungsinduzierten Asthma vermuten“, so die Wissenschaftler. www.aerzteblatt.de 7. September 2007

Links zum Thema
Abstract
http://www.ms-se.com/pt/re/msse/abstract.00005768-200709000-00007.htm;jsessionid=GgrPD9kJhJS7SxgpbD5yn91KHQPKT5kDy7wyz1gHPZ1j2ST50M6M!1646970248!181195628!8091!-1

Ohio State University
http://www.osu.edu
http://www.blackwell-synergy.com/doi/abs/10.1046/j.1398-9995.2003.00355.x