GELENK- UND WIRBELSÄULENSCHÄDEN IM SPORT
KNIE und Knorpel
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Die Belastbarkeit der Wirbelsäule aus funktionellanatomischer und sportmedizinischer Sicht
Tittel K
Universität Leipzig
Die im Verlauf der letzten zwei bis drei Generationen kontinuierlich gestiegene fernere Lebenserwartung im mitteleuropäischen Bereich - sie beläuft sich gegenwärtig bei 70-Jährigen auf über 10 Jahre, bei 80-Jährigen noch auf 5 (männlich) bzw. 7 (weiblich) Jahre - sowie die sich damit verändernde Bevölkerungsstruktur haben dazu geführt, dass mehr als ein Drittel der Einwohner
unseres Landes über dem Pensionsalter lebt. Morbidität und Mortalität haben sich mehr und mehr in die Lebensspanne zwischen 75 und 90 Jahren verlagert. Das “Altern“ des Menschen als eine Funktion in Zeit und Raum und als ein universelles Merkmal unseres vom persönlichen Verhalten sowie von Umwelteinflüssen geprägten Lebens hat in der Hinwendung der Medizin zu den Altersbereichen ihrer Patienten und deren Krankheitsgeschehen in den letzten 20 Jahren einen spürbaren Wandel ausgelöst. Was hat dazu beigetragen ? Die immer noch zu beobachtende körperliche Unterforderung größerer Teile der Bevölkerung (und hierbei besonders der Älteren) findet ihren Niederschlagunter anderem in dem fortschreitenden, messbaren Verlust an Skelettmuskel- Masse (ab 35. bis 40. Lebensjahr um 3-5 % / Dekade, ab 60. bis 70. Lebensjahr um 8-10 % / Dekade), in einer deutlichen Reduzierung des Muskelfaser-Gesamtquerschnitts und der Muskelfaser-Gesamtzahl (= Verlust an Kraft und damit an Mobilität), in einer Zunahme muskulärer Dysbalancen zwischen Agonisten und Antagonisten sowie in einer gleichzeitigen Abnahme des maximalen Sauerstoff-Aufnahmevermögens (= verminderte Gewebsdurchblutung). Diese funktionellen, biochemischen und strukturellen Maladaptationen an einen bewegungsarmen Lebensstil beschleunigen die involutiven Vorgänge innerhalb der Wirbelsäule. Sie spielen sich vor allem an den Zwischenwirbelscheiben (Verlust an Stoßdämpfer-Funktion), an der Wirbelkörper-Spongiosa (lnaktivitäts-Osteoporose) sowie an den kleinen Intervertebral-Gelenken (osteochondrotische und spondylotische Veränderungen) ab. Sie führen im Erdergebnis zur Insuffizienz und Instabilität der Bewegungssegmente des zentralen Achsenorgans, das den statischen, mechanisch-koordinativen und neuro-koordinativen Anforderungen nur noch in begrenztem Umfang gerecht werden kann. Die mit derartigen degenerativen Prozessen in Zusammenhang stehenden, akut oder chronisch-rezidivierend auftretenden Rückenschmerzen, die in der Regel Ergebnis und Ausdruck eines Missverhältnisses zwischen Belastung und Belastbarkeit sind, führen den Betroffenen in die ärztliche Sprechstunde und lassen ihn häufig zum “Dauerpatienten“
werden. Rückenbeschwerden haben eine
multifaktorielle Genese; eine der möglichen Ursachen ist - was wir manchmal
vergessen - aufs engste mit unserer Stammesgeschichte verbunden. Der Weg von der
stabilen Vierpunkt- zur instabilen ZweipunktUnterstützung mit ständiger
Körperschwerpunkt-Verlagerung erfordert zur Aufrichtung und Balance von Rumpf
und Kopf viel Haltearbeit, die eine gute Ausdauer-Leistungsfähigkeit
voraussetzt. Sie ist jedoch - bezogen auf eine kräftige Muskulatur des Stammes
und der unteren Extremitäten - bei vielen, weitgehend untrainierten Personen
nicht mehr vorhanden. Das bedeutet, dass unsere, phylogenetisch junge,
störanfällige, den Gesetzen der Statik mehr und mehr ausgesetzte Wirbelsäule,
die einen optimierten “Kompromiss“ zwischen Stabilität und Flexibilität
darstellt, unter Berücksichtigung der kleinen Unterstützungsfläche der Füße und
des relativ hochliegenden Körperschwerpunkts einen ständigen “Kampf“ zwischen
Schwerkraft und Aufrechterhaltung des Körpers bei den verschiedenen
Verrichtungen auszufechten hat. Dies wirft aus funktionell-anatomischer,
sportmedizinischer und leistungssportlicher Sicht einige nach wie vor
interessante Fragen auf. So beispielsweise zum Zeitpunkt der frühest möglichen,
ärztlich vertretbaren Belastung des zentralen Achsenorgans (unter anderem in den
kompositorischen Disziplinen), zu unterschiedlichen Belastungsformen der
Wirbelsäule im Leistungssport, zur Integration des Achsenorgans in sportliche
Ganzkörper-Bewegungsabläufe (Analysen mit Hilfe von Muskelschlingen) sowie zur
Gefährdung der Wirbelsäule durch sportartspezifische Verletzungen und
Fehlbelastungen. An Hand zahlreicher Beispiele wird im Vortrag dazu Position
bezogen. Desweiteren werden Schlussfolgerungen für eine möglichst effektive
Gestaltung der Be- und Entlastung der Wirbelsäule abgeleitet.
37. Deutscher Kongress
für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Spätschäden am
Sprunggelenk bei ehemaligen Hochleistungshoch-, weit- und dreispringern
Schmitt H, Lemke
J, Thiele J, Brocai DRC, Parsch D
Stiftung Orthopädische
Universitätsklinik Heidelberg
Problemstellung:
Ziel der Studie war es, festzustellen,
welche degenerativen Veränderungen an oberen Sprunggelenken bei ehemaligen
Spitzensportlern leichtathletischer Sprungdisziplinen mindestens 10 Jahre nach
Beendigung der sportlichen Karriere nachzuweisen sind und inwieweit sich
Unterschiede zwischen Sprung- und Schwungbein feststellen lassen.
Methode:
69 Athleten der in den Bestenlisten des
Deutschen Leichtathletik- Verbandes (DLV) von 1972 – 1986 geführten männlichen
Hochspringer (Mindestleistung 2,18m), Weitspringer (Mindestleistung 7,80m) und
Dreispringer (Mindestleistung 16,20m) wurden klinisch und radiologisch
untersucht. Neben einer sportartspezifischen Erhebung der Trainingsanamnese mit
Fragebogen erfolgte die klinische Beurteilung der Beschwerden am Sprunggelenk
durch den Freiburger Sprunggelenk-Score und den Score nach
Kitaoka,
die radiologische Auswertung über den Score nach
Bargon,
nach Gross und Marti
und nach
Scranton und MacDermott.
Ergebnisse: Signifikante
Unterschiede zwischen Sprung- und Schwungbein zeigen sich für die Gruppe der
Hochspringer in den klinischen Scores (p= 0,001 und p= 0,003). In dieser Gruppe
erzielen Athleten, die während ihrer Aktivphase viele Sprünge absolviert haben,
schlechtere Score- Werte (p= 0,01). Radiologische Unterschiede zwischen Sprung-
und Schwungbein lassen sich in allen Gruppen nicht feststellen. Bei 5
Sprunggelenken des Sprungbeines und 8 Sprunggelenken des Schwungbeines wird eine
Arthrose Grad 2 nach
Bargon festgestellt. Weitere
Korrelationen mit trainingsanamnestischen Daten finden sich nicht.
Schlussfolgerung: Die oberen Sprunggelenke ehemaliger Weit- und Dreispringer zeigen viele Jahre nach Beendigung der Hochleistungsphase nur geringe Verschleißveränderungen ohne Seitendifferenz, bei Hochspringern treten ausgeprägtere Veränderungen am Sprungbein auf, schwerwiegende Arthrosen mit Gelenkspaltverschmälerung treten nur selten auf. Das Arthroserisiko in leichtathletischen Sprungdisziplinen scheint nur gering zu sein.
37. Deutscher Kongress für
Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Akute und chronische Sportverletzungen des Sprunggelenkes B. Hintermann Orthopädische Universitätsklinik, Basel
Akute Sportverletzungen des oberen
Sprunggelenkes gehören zu den häufigsten Verletzungen überhaupt und dürften 25
bis 40% der in der Praxis behandelten Verletzungen des Bewegungsapparates
ausmachen. Am häufigsten liegen Verletzungen des Kapselbandapparates vor. Die
genaue Diagnostik wie auch die Behandlung werden heute noch weitgehend
kontrovers gehandhabt. Eine sorgfältige klinische Untersuchung ist unerlässlich.
Radiologische Stressuntersuchungen sind nicht zuverlässig und deshalb nicht mehr
routinemäßig angezeigt. Bei besonders schweren Verletzungen kann zum Ausschluss
von Begleitverletzungen eine Kernspintomographie oder auch eine diagnostische
Arthroskopie erwogen werden. Bei einer erstmaligen Verletzung hat sich auch beim
Sportler eine primär konservativ-funktionelle Behandlung etabliert. Schutz der
in Abheilung stehenden Bänder und Verbesserung der koordinativen und
propriozeptiven Muskelfunktion sind in jedem Behandlungskonzept vorrangig. Bei
schweren Distorsionen des Sprunggelenkes kann es aber auch zu
Begleitverletzungen des Knochens und des Knorpels kommen. Während
Malleolarfrakturen radiologisch einfach zu diagnostizieren sind, werden
Frakturen des Processus lateralis tali (sog. „Snow-board- Injury“), knöcherne
Avulsionen des Lig. talonaviculare oder des Lig. bifurcatum wie auch
Talusfrakturen allgemein radiologisch häufig erst mittels Computertomographie
erkannt. Knorpelverletzungen des Talusrolle hingegen werden am besten im
Kenspintomogramm gesehen. All diese Verletzungen sind allgemein als
schwerwiegend zu betrachten und bedürfen einer adäquaten, meist operativen
Behandlung. Chronische Sportverletzungen des oberen Sprunggelenkes können durch
eine ungenügende Ausheilung einer akuten Verletzung resultieren. Wohl am
häufigsten ist die chronische Instabilität, die sich auf dem Boden einer
ungenügenden Bandheilung entwickelt hat. Kann eine solche mit der Muskelkraft
nicht aktiv kompensiert werden, liegt also eine funktionelle Instabilität vor,
so wird allgemein zur operativen Stabilisation geraten. Nicht-anatomische
Tenodese-Operationen sollten, trotz den vielen positiven Erfahrungsberichten,
definitiv abgelehnt werden. Auch wenn die Ergebnisse nach einer anatomischen
Rekonstruktion des lateralen Bandapparates viel günstiger erscheinen, sollte die
Indikation zur operativen Behandlung nur bei einer residuellen funktionellen
Instabilität bei erfolglosen konservativen Massnahmen gestellt werden. Andere
chronische Sportverletzungen können ebenfalls
eine genaue Diagnosestellung viel Erfahrung gefragt und die Behandlung erst dann
erfolgreich, wenn alle zugrunde liegenden Probleme in die Behandlung
miteingeschlossen werden.
37. Deutscher Kongress für
Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Verletzungen und Schäden des Schultergelenkes im Sport
Irlenbusch U Orthopädische Klinik des Marienstifts Arnstadt
Unter der Vielzahl der Verletzungen und Erkrankungen des Schultergelenkes und Schultergürtels im Sport stehen zwei Gruppen im Vordergrund:
Subakromiale Schmerzsyndrome: In den letzten Jahren erlangte eine funktionelle Betrachtungsweise in der Pathogenese zunehmend an Bedeutung. Danach ist wahrscheinlich ein großer Teil der so genannten „Impingementsyndrome“ entweder auf eine Funktionshypermobilität oder auf eine muskuläre Dysbalance bzw. Koordinationsstörung zurückzuführen. Die den Gleitraum einengenden mechanischen Faktoren, die bisher vor allem ursächlich angeschuldigt wurden, spielen lediglich eine manifestationsfördernde Rolle, indem sie die Kompensationsbreite des Gelenkes einschränken. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Therapie, insbesondere aber auf die sportartspezifische Prävention. So ist z.B. die so genannte Gleitraumerweiterung beim Instabilitätsimpingement oder dem glenohumeralen Impingement kontraindiziert. Der Schwerpunkt der Therapie hat auf einer Beseitigung der trainingsbedingtenDysbalancen und einer Koordinationsschulung zu liegen. Erst bei Versagen der konservativen Therapie kommen operative Verfahren zum Einsatz. Die prinzipiellen Möglichkeiten werden erläutert. Die Rotatorenmanschettenruptur spielt beim jugendlichen Sportler eine untergeordnete Rolle. Falls sie auftritt, stellt sie eine absolute Operationsindikation dar. Beim älteren Sportler wird die OP- Indikation anhand der üblichen Kriterien gestellt. Arthroskopische und offene Verfahren kommen in Abhängigkeit von Größe, Alter und Beschaffenheit der Defekte zum Einsatz.
Luxationen und Instabilitäten: Die Indikation zur Operation nach traumatischer Erstluxation wird weiterhin diskutiert. Zunehmend wird aber beim jugendlichen Sportler unterhalb des 25. Lebensjahres die Operation bereits nach erstmaliger Luxation empfohlen. Bei allen anderen Sportlern sollte ein operative Stabilisierung spätestens nach der ersten Rezidivluxation erfolgen, da mit dem Rezidiv erwiesen ist, dass die Schulter als Folge der Erstluxation instabil wurde. Eine Ausnahme stellen ältere Sportler dar, die zukünftig die Ansprüche an ihr Gelenk bzw. die Belastung herabsetzten wollen. Das Operationsverfahren ist den individuellen Erfordernissen entsprechend zu wählen. Anatomisch rekonstruktive Verfahren stellen heute den Standard dar (Kapsel- und oder Labrumplastik). Die Indikationsstellung hat zu berücksichtigen, ob es sich z.B. um eine unidirektionale oder multidirektionale Instabilität handelt und ob zusätzlich eine allgemeine Laxität, eine Rotatorenmanschettenruptur oder andere Begleitverletzungen vorliegen. Weiterhin ist der Grad der Schädigung des Labrums und der Gelenkkapsel (Bankart-, Perthes-, ALPSA-Läsion usw.) zu beachten. Bei Berücksichtigung der genannten Kriterien erreichen die arthroskopischen Methoden annähernd die Sicherheit offener Operationsverfahren und haben den Vorteil einer rascheren Rehabilitation. Postoperativ hat der Schwerpunkt der Behandlung neben der Wiedererlangung der Beweglichkeit und Kräftigung der Muskulatur auf einer konsequenten Schulung der Koordination und Propriozeption zu liegen. Es kommen krankengymnastische Methoden auf neurophysiologischer Grundlage zum Einsatz, wie dies für das Kniegelenk bereits seit langem gängige Praxis ist.
37. Deutscher Kongress für
Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
BADEN-BADEN (evs). Um sportbedingte Früharthrosen zu vermeiden, sollten
Sportverletzungen oder Entzündungen im akuten Stadium auskuriert werden.
Freizeitsportler müssen jedes Warnsignal ernst nehmen, um Spätschäden zu
vermeiden. Schon kleine Knorpelrisse gefährden das Gelenk Der Münchner Orthopäde und Sportmediziner setzt auf Protektion: "Treten erste
kleine Schäden wie Risse an der Gelenkoberfläche auf, sollten sofort
Knorpel-erhaltende Maßnahmen ergriffen werden. Sonst füllt sich die entstandene
Lücke bestenfalls mit neu gebildetem Faserknorpel, und das ist etwa so, als ob
Sie eine stark befahrene Teerstraße mit Sand ausbessern", sagte er bei einer
Veranstaltung des Unternehmen Opfermann in Berlin. Protektion bedeutet für
Pförringer aber nicht Bewegungslosigkeit: "Setzen Sie den Patienten nicht
einfach aufs Sofa, sondern klären Sie im individuellen Gespräch, welche
Bewegungsarten geeignet sind!" Die zwei anderen Säulen der Arthrosebehandlung
sind physikalische Maßnahmen wie Krankengymnastik und Bäder sowie die
medikamentöse Therapie. Im Initialstadium setzt der Orthopäde in der
medikamentösen Therapie auf
Glucosaminsulfat (Dona® 200-S), das nach neuen Studien nicht nur
symptombezogene, sondern auch strukturmodifizierende Eigenschaften zu haben
scheint. Bei fortgeschrittener Arthrose hätten sich Hyaluronsäurederivate
(etwa GO-ON®) als hilfreich erwiesen, so Pförringer. Am Ende der Stufentherapie
stehen die Endoprothesen, die immer häufiger gebraucht werden. Pförringer
wundert dies nicht: "Der Erhalt unseres gesamten Bewegungsapparates war und ist
auf vier Lebensjahrzehnte ausgelegt", sagt er, "die durchschnittliche
Lebenserwartung beträgt heute aber 75 Jahre". Ärzte Zeitung, 18.01.2002
Aus seinen Erfahrungen bei der Betreuung der Skifahrer der
Freestyle-Nationalmannschaft gab Dr. Richard Schrader aus Prien Tips zur
Behandlung von Freizeit-Sportlern. Eine frühzeitige Behandlung von
Sportverletzungen und Entzündungen ist nicht nur zur Linderung der akuten
Beschwerden, sondern auch zur Vermeidung von chronischen Gelenkarthrosen
indiziert, so Schrader bei einer Veranstaltung während der Medizinischen Woche
in Baden-Baden. Ursachen von Spätschäden sind nicht selten übersehene
Mikrotraumen oder auch ein Mangel an Mikronährstoffen. Als Therapie der Wahl bei
der Behandlung von Sportverletzungen empfahl Schrader Traumeel® als
Salbenverband, oral und als Injektion. Bei einer akuten Verletzung wirkt außer
der sofortigen Kühlung und einem Traumeel®-Salbenverband vor allem die orale
Therapie mit dem Komplex-Mittel (alle 15 Minuten etwa 15 Tropfen) gut
antiphlogistisch. Außerdem sollte dem Patienten eine Traumeel®-Lösung in die
Nähe der Verletzung injiziert werden. Zusätzliche Behandlungsoptionen sind
Lymphdrainagen, Enzym-Therapie, aktive und passive Bewegungstherapie sowie
Blutegelbehandlungen. Die Bewegungstherapie sollte sofort nach Abklingen
der Entzündung starten, um einer Versteifung des Gelenks vorzubeugen.
Zusätzliche Linderung bringen Arnika (Injeel®) als Injektion sowie
Apis-Hommacord®-Injektionen zur Abschwellung, empfahl Schrader. Durch die
intensive Behandlung sollen degenerativen Veränderungen der Muskeln, Bänder,
Knochen und Gelenkkapseln vermieden werden. Ist die Verletzung bereits
chronisch, lindert eine Therapie mit Zeel®-Ampullen auch die Schmerzen bei
fortgeschrittener Arthrose, Rheumatismus, rheumatischen Beschwerden und Myalgien
nach Überlastung gut.
Ärzte Zeitung, 03.12.2001
Ohne rechtzeitige Behandlung füllen sich Knorpelschäden mit minderwertigem
Faserknorpel
BERLIN (agr). Extremsportler gehören zu den
Risikokandidaten für arthrotische Veränderungen der Gelenke. "Denn nicht die
normale Belastung der Gelenke führt zur Arthrose, sondern die ständige
Überlastung unseres Bewegungsapparates beschleunigt den Untergang von Knorpel",
so Professor Wolfgang Pförringer aus München.
Tennisellenbogen: Warten oder behandeln?
AMSTERDAM. Bei Tennisellenbogen (Epicondylitis humeri radialis) raten Forscher lediglich zu Physiotherapie oder gar zu einer ausschließlichen Beobachtung (Lancet 2002; 359: 657). Nynke Smidt et al. von der Freien Universität in Amsterdam haben 185 Patienten mit einem Tennisellenbogen aufgeteilt. Sie erhielten Corticosteroid-Injektionen, Physiotherapie oder wurden ausschließlich beobachtet. Nach sechswöchiger Behandlung stellte sich in 92 Prozent der mit Corticosteroiden behandelten Patienten eine Besserung ein, während Physiotherapie nur in 47. Allerdings war die Rückfallrate bei Corticosteroid-Behandlung hoch: Nach einem Jahr betrug hier die Erfolgsrate 69 Prozent, bei Physiotherapie 91 Prozent und bei keiner Behandlung 83 Prozent. Aufgrund der geringen Fallzahl war der Behandlungserfolg zwischen den beiden letztgenannten Optionen nicht signifikant. (26.02.02) http://www.aerzteblatt.de
Belgische Sportwissenschaftler haben 138 Sportstudenten untersucht
Überlastung scheint bei Sportlern nicht die einzige Ursache von Entzündungen der Patellarsehne zu sein. Zu externen Faktoren kommt offenbar noch eine Disposition hinzu. Bedeutend ist vor allem die Elastizität des Musculus quadriceps und des M. biceps femoris.
Belgische Wissenschaftler haben in einer Studie Faktoren untersucht, die eine Entzündung der Patellarsehne auslösen können. Innerhalb von zwei Jahren hatten 19 von 138 Sportstudenten (14 Prozent) dieses Krankheitsbild entwickelt. Alle Studienteilnehmer übten die gleichen Sportarten mit ähnlicher Intensität aus. Dazu gehörten zum Beispiel Schwimmen, Leichtathletik, Fußball, Basketball und Judo. Dadurch, dass sich alle Sportler gleich stark belastet hatten, schlossen die Wissenschaftler externe Ursachen für die Tenditiden bei den 19 Verletzten aus. Die Messung mehrerer Muskelparameter an den Beinen ergab darüber hinaus keine Unterschiede hinsichtlich der Muskelkraft, obwohl diese für die Kniestabilität von großer Bedeutung ist. Eine verminderte Elastizität des Musculus quadriceps und M. biceps femoris kann der Entwicklung einer Patellarsehnen-Entzündung Vorschub leisten. Wichtig sind regelmäßige Dehnungsübungen – Stretching – sowohl zur Therapie dieser Patienten als auch zur Vorbeugung der Erkrankung. Sportlern wird häufiges Dehnen der Muskulatur unter Anleitung erfahrener Trainer empfohlen. Ob damit tatsächlich die Inzidenz von Patellarsehnen-Entzündungen bei Sportlern gesenkt werden kann, wird in weiteren Studien untersucht.
Quelle: Ärzte Zeitung, 07.09.2001
Patienten Bei einem Großteil der Patienten mit
entzündlichen rheumatischen Beschwerden scheinen sich die Beschwerden durch
bestimmte Nahrungsmittel zu verschlechtern. Dennoch sind es gerade Rheumatiker,
die sich nicht gesundheitsbewusst ernähren. Rheumatikern wird empfohlen,
vitaminreiche Vollwertkost mit nur geringem Anteil an tierischen Fetten zu sich
zu nehmen. Sie sollte durch
Vitamin E
und – bei nachgewiesenem Mangel – durch
Vitamin D,
Zink,
Selen und
weitere Spurenelemente ergänzt werden. Außerdem sollte Fischöl in einer
Dosierung von zwei Gramm täglich für drei Monate der Kost zugefügt werden.
Dieses Ernährungskonzept ist sinnvoll, weil pflanzliche Kost plus
Fischöl den Anteil ungesättigter Fettsäuren, vor allem Arachidonsäure,
in der Nahrung und damit die Freisetzung von entzündungsfördernden Stoffen
senkt. Vitamin E wirkt ebenfalls entzündungshemmend, außerdem schmerzlindernd
und antioxidativ. Spurenelemente stärken das Immunsystem. Bei den meisten
Rheuma-Patienten bessern sich die Beschwerden, wenn sie sich „arachidonsäurearm“
ernähren. Pflanzenwirkstoffe wie Teufelskralle und Weidenrinde lindern
„Restbeschwerden“ und sollten unterstützend eingesetzt werden.
Quelle: Dt. Ärzte Zeitung, Nr. 184, 16. Oktober 2000
Ärzte Zeitung, 12.04.2002
GOTHENBURG (ner). Schmerzhafte Knorpeldefekte im Knie werden zunehmend mit autologen Chondrozyten-Transplantaten (ATC) versorgt. Schwedische Wissenschaftler haben jetzt erstmals Langzeit-Resultate bei 61 Patienten vorgestellt. Sie sind ermutigend.
Wer die ersten zwei Jahre nach ATC gut überstanden hat, der kann davon ausgehen, daß das körpereigene Knorpelimplantat mindestens die nächsten drei bis acht Jahre hält, berichtet Dr. Lars Peterson vom Gothenburg Medical Center in Schweden und seine Mitarbeiter (American Journal of Sports Medicine 30, 2002, 2). Denn fast alle Therapieversager traten in den ersten zwei Jahren nach der Behandlung auf. Nach diesem Zeitpunkt betrug die Überlebensrate der Transplantate nahezu 100 Prozent.
Bei 51 der 61 Patienten konnte das klinische Resultat fünf bis elf Jahre nach
der Operation als gut bis sehr gut eingeschätzt werden, berichteten die
Wissenschaftler. Die günstigste Prognose hatten Patienten mit Defekten am
femoralen Kondylus. Knorpeldefekte an der Patella-Rückseite hielten am
schlechtesten, was Ergebnisse früherer Untersuchungen bestätigt. Immerhin 65
Prozent dieser Patienten hatten gute und sehr gute Langzeitergebnisse, die
Versagerrate lag bei 24 Prozent. Auch die Kombination einer vorderen
Kreuzbandplastik mit ATC ging mit höheren Versagerquoten (18 Prozent) einher als
ohne Kreuzbandplastik. Als Ursachen für unzureichende Resultate nennen die
Wissenschaftler unzureichende Füllungen der Defekte mit Knorpeltransplantaten
oder unzureichendes Debridement vor der Transplantation. Aber auch zu frühe
Belastung des Knies infolge schlechter Compliance der Patienten verhinderte das
Einwachsen der Knorpelzellen. Bei elf Patienten konnten arthroskopisch die
mechanischen und immunhistochemischen Eigenschaften der Knorpel beurteilt
werden. Das Reparaturgewebe bestand meist aus hyalinem Knorpel, der nicht vom
umgebenden Knorpel zu unterscheiden war. Die Knorpelsteifigkeit entsprach etwa
90 Prozent der von normalem Knorpel.
Gäbe es zwei Jahre nach Transplantation im Alltag und beim Sport keine Probleme,
bräuchten sich Patienten nicht zu schonen, so das Fazit der schwedischen
Chirurgen.
STICHWORT
Patienten mit Knorpeldefekten im Knie wird in einer ersten arthroskopischen Operation Knorpel (300 bis 500 mg) vom medialen Kondylus des zu behandelnden Knies entnommen. Die Knorpelzellen werden kultiviert und in einem Zweiteingriff zwei bis drei Wochen nach der Zellentnahme reimplantiert. In der schwedischen Studie sind Defekte von mehr als zwölf Quadratzentimetern Größe auf diese Weise versorgt worden. (ner)
Dr. Ronald Dorotka von der Universitätsklinik für Orthopädie in Wien und seine Kollegen haben Anamnese und Befund von 133 Soldaten mit Kniebeschwerden mit denen von 115 Soldaten ohne Kniebeschwerden verglichen (Z Orthop 140, 2002, 48). Die Soldaten waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, durchschnittlich 21 Jahre. Es stellte sich heraus, daß die Soldaten mit Beschwerden vor ihrem Wehrdienst signifikant seltener kniebelastende Berufe ausgeübt haben als ihre Kameraden ohne Symptome. Eine Korrelation mit Übergewicht konnte nicht hergestellt werden, wobei allerdings die meisten Rekruten Normalgewicht hatten. Trotzdem meinen die österreichischen Orthopäden, daß bei jugendlichen, adipösen Patienten mit vorderem Knieschmerz die Gewichtsabnahme keine "zielführende Therapiestrategie" sei.Gleichzeitig bestätigte die Untersuchung, daß hohe sportliche Aktivität in der zweiten und dritten Lebensdekade patellare Beschwerden auslösen kann. Außerdem berichteten fünfmal mehr Rekruten in der Symptomgruppe über vorangegangene Traumen, meist Kontusionen.Fast nie findet sich in Untersuchungen eine morphologische Ursache. Sind Kniekontusionen oder Patelladysplasien bekannt, kann den Patienten wenigstens eine befriedigende Erklärung für ihre Beschwerden gegeben werden. Das Syndrom verschwindet oft spontan. Die Therapie ist konservativ. Sport sollte abhängig von den Beschwerden vorübergehend reduziert werden. Krankengymnastik, physikalische Therapien wie Ultraschall, Reizstrom, heiße oder kalte Packungen, Bandagen oder Antiphlogistika sind Optionen.Ärzte Zeitung, 02.05.2002
Künstlicher Knorpel für's Knie
HANNOVER (eb). Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nach eigenen Angaben weltweit erstmals einen künstlichen Knorpelersatz im Knie implantiert. Die zwei Patienten, die das Implantat aus Hydrogel - einem wasserspeichernden Kunststoff - erhielten, konnten noch am Abend der Op fast schmerzfrei aufstehen, teilt die MHH mit. Ärzte Zeitung, 04.07.2002
Knie-Arthrose: Neue Therapie im Test
Düsseldorf (dpa) - Neue biologische Wirkstoffe zur Behandlung der Kniegelenks-
Arthrose stehen in einer klinischen Studie in Düsseldorf auf dem Prüfstand. In
einer Untersuchung bei 420 Patienten will die Orthopädische Klinik der
Heinrich-Heine-Uni in Kooperation mit einer Düsseldorfer Gemeinschaftspraxis für
Orthopädie einen aus Patientenblut gewonnenen Arthrosehemmstoff testen. «Die
bisherigen Erfahrungen mit dem Medikament zeigen, dass die Therapie effizient
und äußerst nebenwirkungsarm ist», sagte Studienleiter Axel Baltzer am
Donnerstag der dpa in Düsseldorf. In Deutschland leiden nach Expertenschätzung
etwa acht Millionen Menschen an Arthrose, wobei größtenteils das Kniegelenk
betroffen ist. Rund 200 Orthopäden in Deutschland setzen nach Angaben des
Mediziners das Verfahren mit dem neuen Wirkstoff (Interleukin-1-
Rezeptorantagonist) bereits seit fünf Jahren ein. Ziel der wissenschaftlichen
Studie, für die noch Patienten gesucht werden, sei ein Nachweis für die
Wirksamkeit und die Sicherheit des Interleukin- Hemmstoffes. Die so genannte
Orthokin-Therapie basiert nach den Worten Baltzers darauf, dass das Protein
Interleukin-1 (IL-1) einen wesentlichen Faktor bei der Entwicklung von Arthrose
und dem Abbau der Knorpelsubstanz spielt. Als Arthrosetherapie eignet sich nach
Angaben der Wissenschaftler deshalb der natürliche «Gegenspieler»
Interleukin-1-Rezeptorantagonist (IL-1Ra), der entzündungshemmend,
schmerzlindernd und Knorpel schützend wirke. Bisher stehe bei Gelenkverschleiß
«die symptomatische Behandlung mit Schmerzmitteln und Kortison im Vordergrund,
die insbesondere bei Langzeitbehandlungen beträchtliche Nebenwirkungen
verursachen können», erklärte Baltzer, niedergelassener Orthopäde in der
Gemeinschaftspraxis für Orthopädie in Düsseldorf. Die Spritzentherapie mit dem
natürlichen Hemmstoff greife hingegen direkt in den Krankheitsmechanismus ein
und stoppt die Gelenkentzündung. netdoktor 10. Oktober 2003
Verletzungen der Kreuzbänder
Standards der Sportmedizin Jahrgang 53, Nr. 4 (2002) DEUTSCHE
ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
P. Hertel
Pathophysiologie
Das vordere Kreuzband ist locker in Beugung und gespannt in Streckung.
Innenrotation verstärkt die Spannung. Das hintere Kreuzband ist gespannt in
Beugung und locker in Streckung. Beide Kreuzbänder können funktionell (nicht
anatomisch) in differente Faserbündel aufgeteilt werden: Das vordere Kreuzband
in ein anteromediales und ein posterolaterales, das hintere Kreuzband in ein
anterolaterales und ein posteromediales Bündel. Das anteromediale Bündel des
vorderen Kreuzbandes und das anterolaterale Bündel des hinteren Kreuzbandes sind
die funktionell wichtigeren Strukturen. Vordere Kreuzbandverletzungen sind
häufig (ca. 95 %), hintere Kreuzbandverletzungen selten (ca. 5 %). Sie können
„isoliert" (mit geringfügigen weiteren Kapselbandverletzungen oder „kombiniert"
(mit schweren weiteren Bandverletzungen, Meniskusverletzungen,
Knorpelverletzungen) auftreten. Kombinationsverletzungen des vorderen und
hinteren Kreuzbandes treten nur zusammen mit einer Seitenbandverletzung auf,
meist im Rahmen von Luxationen oder seitlichen Aufklappverletzungen bzw.
schweren Rotationsverletzungen.
Unfallmechanismus (häufigste Ursachen)
Vorderes Kreuzband kombiniert:
Außendrehung in Beugung, Valgus mit Außendrehung, Varus mit Innendrehung, Aufklappung seitlich, Luxation.Hinteres Kreuzband isoliert:
Schienbeinkopfprellung von ventral (Kontusionsnarbe).Hinteres Kreuzband kombiniert:
Hintere und seitliche Rotation in Beugung (posteromedial/posterolateral), seitliche Aufklappung, Luxation.Diagnostik
• Manuelle Untersuchung
• MRT-Diagnostik
im Akutstadium in guter Qualität zur Abgrenzung operativ/konservativ sinnvoll (Bone bruises, Impressionsfrakturen, Knorpelflakes, Seitenbandverletzungen, partielle oder komplette Kreuzbandrupturen, Lokalisation der Kapsel-Bandverletzung, Meniskusluxation).• Knieluxation mit spontaner Reposition bedenken: Pulskontrolle, neurologische Kontrolle.
•
Arthroskopie als diagnostisches und therapeutisches Verfahren in optimaler personeller und technischer Ausrüstung.
Operationsindikation
Zeitpunkt
Primäroperationen sind eher abzulehnen. Die wichtigste Prämisse für den
Operationszeitpunkt ist ein weitestgehend schmerzfreies und gut bewegliches,
minimal geschwollenes Kniegelenk. Hier dürfen keine Kompomisse gemacht werden.
Dafür bieten sich die ersten Stunden nach dem Unfall oder eine Verzögerung von 2
bis 8 Wochen an.
Indikation vorderes Kreuzband
Günstige Ergebnisse einer konservativen Behandlung sind zu erwarten: Bei
geringer Primärinstabilität, bei gut positioniertem Kreuzband (MRT, Arthroskopie
- dies sind dann optisch partielle Rupturen, die nicht durch
intensive Stabilitätstestung, Tasthakenmanipulation oder gar Resektion behandelt
werden dürfen), bei geringer körperlicher Belastung (wenig Sport, sitzender
Beruf). Zweistufige Versorgung ist möglich, z. B. primäreNaht eines luxierten
Meniskus oder Refixation eines Außenbandkomplexes und sekundäre
Kreuzbandoperation. Begleitende leichte periphere Kapselbandverletzungen werden
nicht operativ behandelt. Konservative Primärbehandlung schließt
Krankengymnastik, Belastung und Bewegung ein, eine Oberschenkelschiene oder
Brace sollte für einige Wochen getragen werden. Die Operationsindikation zur
Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes ergibt sich bei Sportlern, die
Stabilität mit Sicherheit frühzeitig brauchen werden, sowie bei allen Patienten
mit beginnenden Givingway- Episoden oder subjektiver Instabilität/Unsicherheit,
verbunden mit einer messbaren Stabilitätsdifferenz von mindestens 5 mm (KT-
1000-Messung/gehaltene Röntgenaufnahmen/Sonometrie). Patienten mit generell
lockeren Bändern sowie Kniefehlstellungen sollten eher rekonstruiert werden, da
die Kreuzbandverletzung für diese Patienten stärkere Bedeutung hat.
Indikation hinteres Kreuzband
Hintere Kreuzbandverletzungen werden generell zunächst konservativ behandelt,
auch bei Leistungssportlern. In der Akutrehabilitation muss jede hintere
Schublade vermieden werden. Dies bedeutet weitgehende Ruhigstellung in
Streckstellung für 6 - 8 Wochen, viel Quadrizepstraining,
alle Bewegungsübungen in Bauchlage (zur Erzeugung einer vorderen Schublade und
Entlastung des hinteren Kreuzbandes), Bewegungslimitierung 0/0/60 Grad. Die
Operationsindikation zur Rekonstruktion von hinteren Kreuzbandverletzungen ist
abhängig von subjektivem Instabilitätsgefühl, von retropatellaren
Belastungsbeschwerden und von der notwendigen körperlichen
Belastung. Achsfehler und Gelenkflächenabweichungen müssen
vor der Rekonstruktion von hinteren Kreuzbandverletzungen korrigiert sein, da
möglicherweise allein durch die Achskorrektur die Instabilitätssymptomatik
verschwindet. Hintere Kreuzbandinstabilitäten werden erst ab einer
Schubladen-Seitendifferenz von 8 mm und mehr operiert. Häufig sind zusätzliche
posterolaterale Rekonstruktionen notwendig.
Indikation Komplexverletzung
Frühzeitige Operation mit weitgehender Bandreposition. Naht oder Rekonstruktion.
Arterielle Durchblutung überprüfen, neurologischer Status.
Operationsverfahren
Vorderes Kreuzband
Nahtversorgungen haben geringen Wert, da sie vergleichbare Ergebnisse wie
eine konservative Behandlung haben. Arthroskopische und minimal offene
Rekonstruktions-Verfahren haben gleich gute Ergebnisse und annähernd gleiche
Morbidität. Häufigste Transplantate sind in absteigender Reihenfolge
Patellasehnendrittel mit Knochenblöcken ("BTB" - bone-tendon- bone),
Semitendinosus-/ Gracilissehnen (Hamstrings), Quadrizepssehne.
Folgende Prinzipien tragen zum Erfolg einer Kreuzbandplastik bei: Richtige
Indikation, richtiger Zeitpunkt, erfahrener Operateur, Beachtung der
anatomischen Ansatzpunkte, intraund postoperative Röntgenkontrolle der
Bohrkanäle, ansatznahe stabile Fixation, möglichst wenig oder kein Fremdmaterial
(z. B. Pressfit-Technik von Patellasehne oder Hamstring-Sehnen), enger Kontakt
Transplantat/Knochen, Vermeidung von Hohlräumen durch Knochentransplantation.
Bei diesen Voraussetzungen können mit jeder Technik in ca. 90 % gute und sehr
gute Ergebnisse erzielt werden, wobei Spätergebnisse wegen häufig wechselnder
Technik für die Hamstring Transplantate nicht vorliegen.
Hinteres Kreuzband
Es gilt dasselbe wie für das vordere Kreuzband. Spezielleneue Gesichtspunkte für
die hintere Kreuzbandplastik sind die Parallelrekonstruktion des posteromedialen
(zarten) und des anterolateralen (kräftigen) hinteren K reuzbandbündels sowie
die "ONLAY"- oder "INLAY"- Technik, bei der das Patellasehnentransplantat
zunächst femoral fixiert wird und die tibiale Fixation in Bauchlage durch
Extraschnitt mit Aufschraubung oder Einschraubung des Knochenblockes in den
dorsalen Tibiakopf durchgeführt wird. Dadurch kann eine sichere anatomische
Positionierung erreicht werden.
Komplexverletzung
Gezielte offene Bandreposition und stabile Nahtfixation, ggf.
Verstärkungsplastikdurch resorbierbare Nahtkordeln, ggf. primäre Rekonstruktion,
ggf. Stabilisierung durch gelenküberbrückenden Fixateur externe.
Spezielle Komplikationen und Gefahren
Sie sollte vorzugsweise adaptiert an Schmerzen, Beweglichkeit und Schwellung
durchgeführt werden. Frühbelastung in geschlossener Kette (Fuß aufgesetzt,
Kokontraktion aller Oberschenkelmuskeln). Schutz
durch Schienenverbände oder Gelenkschienen für mehrere Wochen, auch
hilfsmittelfreie Konzepte sind möglich. Aktive Streckung in offener Kette ("Beincurler")
für vorderes Kreuzband sowie aktiv/passive
Beugung in Rückenlage für das hintere Kreuzband sind streng zu vermeiden.
Frühzeitig Rad fahren/Schwimmen. Autofahren nach 6-10 Wochen. Kniebelastende
Sportarten (Ballsportarten, Kampfsportarten, Ski) nach 6 bis 12 Monaten. Keine
Intensivbehandlung (EAP) in den ersten 6 Wochen, ein Übertherapiesyndrom sollte
rechtzeitig erkannt werden (Erguss/Schwellung/geringer Bewegungszuwachs bei
hoher Therapiefrequenz und hoher Intensität, Besserung durch ein- bis
zweiwöchige Therapiepause).
Nachbehandlung
Falsche Indikation, falscher Operationszeitpunkt. Arthroskopie unter
unzureichenden Voraussetzungen. Kompartmentsyndrom durch Spülflüssigkeit.
Verwechselung von vorderer und hinterer Instabilität Femorale
Fehlplatzierung (typisch für das vordere Kreuzband bei arthroskopischer
transtibialer Bohrung), tibiale Fehlplatzierung (Impingement des vorderen
Kreuzbandtransplantates, zu weit ventrale Bohrung des hinteren
Kreuzbandtransplantates). Transplantatschädigung durch Interferenzschrauben.
Fehlende intraoperative Röntgenkontrolle (besonders bei der Durchführung der
tibialen Bohrung für das hintere Kreuzband). Transplantatlockerung (Fixationsverlust/idiopathisch).
Patellastressfraktur, Patellaspitzensyndrom, Sensibilitätsstörung (Nervus
saphenus, Ramus infrapatellaris des Nervus saphenus). Anhaltende
Bewegungseinschränkung („Arthrofibrose" durch intercondylären „Zyklops"-Bindegewebstumor,
hintere Kapselschrumpfung, Narben im oberen setilichen Recessus). Algodystrophie.
Literatur
1. Becker R, Röpke M, Nebelung W: Klinische Ergebnisse nach arthroskopischer
hinterer Kreuzbandplastik. Unfallchirurg 102 (1999) 354-358
2. Burgkart R, Grünzinger W, Hof N, Gradinger R, Feagin JA Hipp E: Conservative
treatment of anterior cruciate ligament ruptures. Sportorthop Sporttraumatol 14
(1998) 113-116
3. Groenvedt T, Engebretsen L, Benum P, Strand T: A prospective, randomized
study of three operations for acute rupture of the anterior cruciate ligament. J
Bone Joint Surg Am 78 (1996) 159-168
4. Hertel P: Technik der offenen Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes mit
autologer Patellarsehne. Arthroskopie 10 (1997) 240-245
5. Lobenhoffer P, Tscherne H: Die Ruptur des vorderen Kreuzbandes. Heutiger
Behandlungsstand. Unfallchirurg 96 (1993) 150-168
Korrespondenzadresse:
Prof. Dr. P. Hertel
Abteilung Unfallchirurgie
Martin Luther-Krankenhaus
Postfach 330020, 14191 Berlin
E-mail: p.hertel@mlk-berlin.de
"Leitlinien der Orthopädie", herausgegeben von der Deutschen
Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie und dem Berufsverband der Ärzte
für Orthopädie 1999
http://www.dgooc.de/Leitlinien.php?M=5
Dort sind folgende Leitlinien im veröffentlicht:

Sportverletzungen
- was tun?. Prophylaxe und sportphysio- therapeutische Behandlung
(Rehabilitation und Prävention Bd. 32)
von Rolf Haaker
Broschiert - 409 Seiten
Erscheinungsdatum:
30. Oktober 1998
Auflage: 2., überarb. Aufl. 1998
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Differenziertes Krafttraining.
Schwerpunkt Wirbelsäule.
von Axel Gottlob
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Sondereinband - 496 Seiten
Erscheinungsdatum: 2001
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Das kleine ABC der
Sportverletzungen. Ursachen - Abhilfe - Vorbeugung.
von Thomas Wessinghage
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- 95 Seiten
Erscheinungsdatum: 2001
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Ellenbogenverletzungen. Biomechanik, Diagnose, Therapie.
von C. Josten, H. Lill
Preis: EUR 74,95
Gebundene Ausgabe
- 128 Seiten
Erscheinungsdatum: 2001
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Sportbiologie.
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Gebundene Ausgabe
- 842 Seiten
Erscheinungsdatum: 2000
Auflage: 7. überarb. Aufl.
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DAS Standardwerk zum Thema
(Sport-) Tapen

Taping- Seminar.
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Peter D. Asmussen
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Erscheinungsdatum: 1998
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Kompendium der Sportverletzungen.
von Wolfgang Menke
Preis: EUR 18,39
Taschenbuch - 168 Seiten
Erscheinungsdatum: 2000
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Sportverletzungen und Überlastungsschäden. Prävention, Therapie,
Rehabilitation.
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Laufen mit Lydiard. Arthur Lydiard
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Jugendalter.
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Handlungskonzepte, wird umfassend dargestellt.
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Elke Zimmermann
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Taschenbuch - 203
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Erscheinungsdatum: 1998
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Sport und Primärprävention.
Wolfgang Schlicht
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Kuno Hottenrott
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Lexikon der Sportmedizin.
Hollmann
EUR 54,95
Gebundene Ausgabe (1995)
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H. Wacha, A. Ross
Wertigkeit der MRT bei Binnenschäden des Kniegelenkes –
Untersuchung an 366 konsekutiven Patienten
Chirurgie am Hospital zum heiligen Geist, Akademisches
Lehrkrankenhaus der JWG-Universität Frankfurt
Zusammenfassung
Das Ziel dieser Untersuchung war es, den Wert der Magnetresonanztomographie
(MRT) bei chronischer und akuter Kniesymptomatik festzustellen. 366
Patienten wurden hinsichtlich der Krankengeschichte, der klinischen
Untersuchung und MRT in zwei Studienperioden (1996-1997 und 1998-1999)
dokumentiert. Die korrekte Diagnose wurde in 30 bis 50 %, eine inkomplette
Diagnose in 40-62 % und eine inkorrekte Diagnose in 8-11 % gestellt.
Arthroskopische pathologische Veränderungen am medialen Meniskus, am
lateralen Meniskus, Kreuzband und Knorpel wurden jeweils durch die MRT in
97,3/90,5 %, 71,7/56 %, 82,9/86,9 % und in 39,2/83,8% bestätigt. 20% der
MRTBefunde waren falsch +. Trotzdem waren nur 2 Kniegelenke ohne
pathologische Veränderungen. Patienten mit Verletzungen des vorderen
Kreuzbandes hatten in 60% mehr als eine Verletzung. 55,5 % der frisch
Verletzten wurde innerhalb von 14 Tagen behandelt. Wir schließen aus dieser
Studie, dass die MRT die präoperative Diagnose um bis zu 10 % im Vergleich
zu früheren Untersuchungen verbessern kann. Davon würden besonders Patienten
mit frischen Verdrehungstraumen profitieren, wenn die MRT sofort
durchgeführt würde.
Der ganze Artikel hier
Kniearthrose- Gonarthrose:
Blutegel lindert Beschwerden besser als NSAID-Gel
ESSEN. Wer eine alte und im wahrsten Sinne naturnahe Behandlung bei einer
häufigen Zivilisationserkrankung einsetzt, kann sich der Aufmerksamkeit der
Medien sicher sein. Die Zeitungen haben die ungewöhnliche Behandlung am
Essener Knappschaftskrankenhaus bereits des Öfteren aufgegriffen. Jetzt kann
die Gruppe um Privatdozent Gustav Dobos von der Abteilung Naturheilkunde und
Integrative Medizin seine These erstmals durch eine randomisierte Studie in
den Annals of Internal Medicine (2003; 139: 724–730) belegen.
Die Gruppe behandelte 24 Patienten mit Osteoarthritis der Kniegelenks
(Ausschluss: Rheuma oder andere systemische Erkrankungen) durch Aufsetzen
hungriger Blutegel (Hirudo medicinalis). Wie der lateinische Bezeichnung
bereits andeutet, handelt es sich um eine alte Therapie, die früher zur
Behandlung von Phlebitiden und Thrombosen eingesetzt wurde, aber in den
letzten Jahrzehnten aus der Mode geraten ist. Der Speichel der Blutsauger
enthält jedoch nachweislich pharmakologisch aktive Substanzen, darunter das
Polypeptid Hirudin, das eine gerinnungshemmende Wirkung hat. Es verhindert,
dass das Blut gerinnt, bevor der Egel satt ist. Hirudin wird auch eine
antientzündliche Wirkung nachgesagt, welche die Ärzte bei ihren Patienten
ausnutzen wollen.
Sie setzten den leidenden Patienten (Schmerzscore über 40 auf einer von fünf
Skalen des Western Ontario and McMaster Universities Osteoarthritis Index
WOMAC) deshalb vier bis sechs Exemplare des Blutsaugers auf das schmerzende
Knie. Dort blieben die Egel, bis sie satt waren und sich von selbst lösten,
was nach etwa 70 Minuten der Fall war. Danach ruhten sich die Patienten noch
zwölf Stunden aus. Nach drei, sieben, 28 und 91 Tagen wurden ihre
Beschwerden mittels WOMAC und anderer Fragebögen erfasst. Die Patienten
durften während dieser Zeit Medikamente gegen ihre Beschwerden einnehmen.
Dies traf auch auf die Vergleichsgruppe von 27 Patienten zu, deren Knie
nicht mit Egeln besetzt, sondern mit einem Diclofenac-haltigen Gel
eingecremt wurden. Diese topische Behandlung zählt nicht zu den besten
Therapien der Gonarthrose, aber immerhin waren damit die Bedingungen einer
randomisierten Studie erfüllt. In einer früheren Pilotstudie hatten die
Autoren keine Vergleichsgruppe (Ann Rheum Dis. 2001; 60: 986) gehabt, was
die Aussagekraft der Ergebnisse schmälerte. Dass die aktuelle Studie zwar
randomisiert, aber nicht doppelblind war, ist sicherlich eine Schwäche, denn
man darf annehmen, dass die Tatsache, sich einer ungewöhnlichen Behandlung
unterzogen zu haben, bei vielen Patienten die langfristige Schmerzeinstufung
in den Fragebögen beeinflusst hat.
Dennoch: Schon am siebten Tag berichteten die Teilnehmer der
Blutegelbehandlung über weniger Beschwerden als die Patienten, die mit
Diclofenac behandelt worden waren. Später waren die Ergebnisse in diesem
Endpunkt gleich. Doch hinsichtlich der Endpunkte Steifigkeit, Funktion und
im Gesamtscore der Arthrosesymptome waren die Ernährer der Blutegel bis zur
letzten Untersuchung am Tag 91 im Vorteil.
Die Behandlung ist jedoch keineswegs nebenwirkungsfrei. Der Blutverlust
führt sogar zu einem leichten (aber klinisch nicht relevanten) Abfall des
Hämoglobins. Etwa 70 Prozent der Patienten bemerkte einen Juckreiz an den
Einstichstellen. Bei einem Patienten kam es zu einer Wundheilungsstörung.
Theoretisch muss auch mit Infektionen gerechnet werden. Physiologischerweise
ist Hirudo medicinalis mit dem Bakterium Aeromonas hydrophila besiedelt.
Fallberichte mit Infektionen bis hin zur Sepsis mit diesem Erreger hat es in
der rekonstruktiven und plastischen Chirurgie gegeben, wo die Egel zur
Behandlung postoperativer Hämatome eingesetzt werden. DEUTSCHES ÄRZTEBLATT
(04.11.2003)
Aktives Muskeltraining effektiv bei chronischen
Nackenschmerzen
Sowohl Kraft- als auch Ausdauertraining sind laut einer Studie im JAMA
effektive Methoden zur Linderung von chronischen Nackenschmerzen –
Stretching und Fitnesstraining alleine scheinen nicht ausreichend.
Eine entsprechende Studie von Dr. Jari Ylinen aus Helsinki, Finnland, und
Kollegen evaluierten bei 180 im Büro angestellte Frauen randomisiert die
Effektivität eines spezifischen Trainings der Nackenmuskulatur. Die
Patientinnen waren zwischen 25 und 53 Jahre alt und litten unter
unspezifischen, chronischen Nackenschmerzen.
60 Frauen wurden in ein dynamisches Ausdauer- und 60 Frauen in ein
isometrisches Nackenmuskulatur-Training eingeschlossen, zusätzlich erfolgten
Übungen für die Schultern und die oberen Extremitäten. Die restlichen 60
Frauen dienten als Kontrollgruppe. Allen Teilnehmerinnen wurde empfohlen, 3
mal pro Woche Aerobic- und Dehnungsübungen zu machen.
Nach einem Jahr hatten die Beschwerden und die Behinderungen in beiden
aktiven Trainingsgruppen gegenüber der Kontrollgruppe signifikant (p<0.001)
abgenommen. Die deutlichste Verbesserung der Beweglichkeit im Nackenbereich
wurde durch das isometrische Krafttraining erzielt, so konnte die Flexion um
110%, die Rotation um 76% und die Extension um 69% verbessert werden.
Die Stärkung der Muskulatur im Nackenbereich ist eine effektive Intervention
zur Linderung der Beschwerden und Verbesserung der Beweglichkeit bei
chronischen Nackenschmerzen. Aerobic und Stretching alleine sind wesentlich
weniger effektiv. 20.6.03 www.medaustria.at
Quelle: JAMA; 2003, 289: 2509-2516
NEU-ISENBURG (eb). Kollagen-Hydrolysat, ein kollagenes Protein, das
vom Unternehmen Gelita als Nahrungsergänzungsmittel in Pulverform
angeboten wird, hat protektive Wirkungen auf den Gelenkknorpel. Es
stimuliert die Kollagen-Synthese in den Knorpelzellen. Empfohlen werden 10
g dreimal täglich für mindestens 120 Tage.
Das haben Wissenschaftler von der Universität Kiel in Experimenten mit
bovinen Chondrozyten, die in einem mit Kollagen-Hydrolysat angereichertem
Nährmedium gehalten wurden, vor kurzem nachgewiesen. Bereits nach drei
Tagen wurde ein dosisabhängiger Anstieg der Kollagensekretion gemessen (Cell
Tissue Res 311, 2003, 393). Das Hydrolysat ist zur Prävention und
Therapieunterstützung bei degenerativen Gelenkerkrankungen geeignet.
Patienten sollten täglich 10g für mindestens drei Monate einnehmen.
Wissenschaftler empfehlen eine Langzeiteinnahme.Ärzte
Zeitung, 07.08.2003
Sportmedizinkongress 2003 Abstract
Gabriela Kieser,
Zürich /Ch
Ein starker Rücken kennt keinen Schmerz
Die Skelettmuskulatur ist für die Funktionalität des Stütz- und
Bewegungsapparats von entscheidender Bedeutung und nimmt eine
Schlüsselposition im Stoffwechsel des menschlichen Organismus ein. Ab dem
20. Lebensjahr nimmt die menschliche Skelettmuskulatur und somit die Kraft
kontinuierlich ab. Der Kraftverlust von der Maturität bis ins hohe Alter
wird mit ca. 30-40 % angegeben. Die Gründe dafür finden sich hauptsächlich
in der fehlenden muskulären Belastung. Daneben beeinflussen zu einem
geringeren Anteil Alterungsprozesse, Krankheiten, und Ernährung diesen
Abbau. Die Folgen sind Veränderungen in der Körperzusammensetzung,
Einschränkungen bei der Bewältigung von Alltagsaufgaben bis hin zum
Verlust der Alltagsautonomie und die Begünstigung von Krankheiten wie
bspw. Osteoporose, verschiedene Stoffwechselerkrankungen sowie Störungen
am Bewegungs- und Halteapparat z.B. der Wirbelsäule. Eine viel
versprechende Möglichkeit diese Abwärtsspirale zu bremsen, liegt in dem
systematischen Aufbau und Erhalt der Muskulatur durch Krafttraining,
dessen Effektivität sowohl im präventiven als auch im therapeutischen
Bereich wissenschaftlich vielfach nachgewiesen worden ist. Kieser Training
bietet gesundheitsorientiertes Krafttraining. Dies beinhaltet ein
Ganzkörpertraining mit dem Schwerpunkt auf die Stärkung der
Rückenmuskulatur. Das maschinengestützte Krafttraining mit dem Ziel der
Muskelhypertrophie bedeutet anaerobes Training gegen einen progressiven
Widerstand über die volle Bewegungsamplitude bis zur lokalen Erschöpfung,
bei minimalem Zeitaufwand von maximal dreißig Minuten pro Training,
zweimal pro Woche. Heute trainieren über 200'000 Kunden in über 120
Betrieben. Der durchschnittliche Kieser Training-Kunde
ist 44 Jahre alt, weiblich, nicht besonders sportlich und ohne Erfahrungen
im Fitnessbereich. Kieser Training verfolgt eine präventiv-therapeutische
Zielrichtung: Kräftigung des Rückens und allgemeine Kräftigung.
http://www.sportmedizinkongress2003.de/frame.htm
Sportmedizinkongress 2003 Abstract
Oliver Miltner,
Orthopädische Universitätsklinik Aachen
Die Wirksamkeit unterschiedlicher Therapieverfahren bei
Rückenschmerzen
In Deutschland sucht jeder fünfte Patient eine allgemeinmedizinische
Praxis und jeder dritte Patient eine orthopädische Fachpraxis wegen
Rückenschmerzen auf. Die Altersprävalenz liegt zwischen 35 und 55 Jahren
bei einer erwerbstätigen Bevölkerungsgruppe, die einen wesentlichen
volkswirtschaftlichen Faktor bezüglich Arbeitsausfällen, Umschulung oder
gar Berentung darstellt. Jede fünfte Krankenhausbehandlung und jede dritte
Operation wird wegen Rückenschmerzen durchgeführt . 46,5% des gesamten
Heilmittelbudgets werden für Erkrankungen des Haltungs- und
Bewegungsapparates gerechnet. Davon werden 80% für den Rückenschmerz
veranschlagt. Rückenschmerzen, die länger als 6 Wochen andauern werden von
der „Quebec Task Force on Spinal Disorders“ als chronische Rückenschmerzen
definiert. In der Literatur herrscht Einigkeit über die Bedeutung von
allgemeiner körperlicher Aktivität und physischer Leistungsfähigkeit für
die Prävention und Behandlung von chronischen Rückenschmerzen. Die in der
Literatur vorhandenen Metaanalysen wurden ausgewertet und nach
Kräftigungstherapie / Fitnesstraining und aktiver Physiotherapie
unterschieden. Aktive Therapie (Kräftigungstherapie / Fitnesstraining /
aktiver Physiotherapie) führt zu einer signifikanten Verbesserung der
Beschwerden im Vergleich zu passiven Maßnahmen. Zwischen den aktiven
Therapieverfahren konnte bisher kein Unterschied in Studien aufgezeigt
werden. Prospektiv, randomisierte und kontrollierte Studien mit adäquaten
Nachuntersuchungszeiträumen und Vergleichsstudien aller Therapieansätzen
sind dringend notwendig um das „beste Therapiekonzept“ zur Behandlung des
Rückenschmerzes zu validieren.
http://www.sportmedizinkongress2003.de/frame.htm
Sportmedizinkongress 2003 Abstract
Jürgen Krämer,
Orthopädische Universitätsklinik im St. Josef Hospital Bochum
Lumbaler Bandscheibenschaden und Sport – Was schadet,
was nicht?
Lumbale Bandscheibenschäden mit den klinischen Symptomen einer Lumbalgie
oder Ischialgie treten bevorzugt im Alter zwischen demn 25. und 40.
Lebensjahr auf, in einem Lebensabschnitt, der sowohl für den Breiten- als
auch Leistungssport bedeutsam ist. Sport spielt bei Bandscheibenschäden
eine zwiespältige Rolle: Einerseits beugt man durch geeignete sportliche
Aktivität den verschiedenartigen Verschleißerkrankungen, insbesondere der
Bandscheibendegeneration vor, andererseits kann man durch ungeeignete
Bewegungsabläufe und übertriebene sportliche Bestätigung sogar einen
Bandscheibenvorfall erzeugen. Insgesamt überwiegen aber beim Sport die
positiven Einwirkungen: Durch Bewegungen aller Art wird die Ernährung des
gefäßlosen Zwischenwirbelabschnitts über Diffusionsvorgänge gefördert.
Außerdem fangen bei durchtrainierten Sportlern straffe Bänder und kräftige
Muskeln die zahlreichen mechanischen Belastungen des täglichen Lebens und
der Berufsarbeit besser ab, als bei Patienten ohne Training. Wir haben in
einer kontrollierten Studie festgestellt, dass Patienten mit
bandscheibenbedingten Beschwerden nach konsequenter Durchführung sog.
bandscheibenfreundlicher Sportarten im weiteren Verlauf weniger
Rückenbeschwerden haben, als eine Kontrollgruppe ohne diese sportliche
Betätigung. Besonders zu beachten ist ein regelmäßig, parallel
durchgeführter bandscheibenfreundlicher Sport ,mit Training der
wirbelsäulenstabilisierenden Muskeln, bei Durchführung sog.
bandscheibenunfreundlicher Sportarten, wie Golf, Tennis und
Skiabfahrtslauf. Wer Golf spielt, sollte auch Sport treiben
http://www.sportmedizinkongress2003.de/frame.htm
Effizienz der Hyaluronsäure-Therapie auch bei
traumatischen Knorpelschäden bestätigt
Während die Wahrscheinlichkeit an einer Arthrose zu erkranken
mit steigendem Lebensalter zunimmt, sind von traumatisch bedingten
Arthropathien häufiger jüngere Patienten betroffen. Beim Sport, b
besonders beim engagierten Breiten- und Leistungssport, gehören
mechanische Überbeanspruchungen der Gelenke, die zu Schädigungen des
Gelenkknorpels und in der Folge zur typischen Beschwerdesymptomatik mit
Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen können, zum Alltag. Um die
Funktion des körpereigenen Gelenkes möglichst lange zu erhalten, ist
daher eine frühzeitige Diagnose und Therapie von Knorpelschäden
unerlässlich. Im gesunden Gelenk ermöglicht die Synovialflüssigkeit das
reibungsfreie Gleiten der Gelenkoberflächen. Durch ihre viskoelastischen
Eigenschaften ist sie in der Lage, den Gewichtsdruck abzufedern und
durch Stoß oder Belastung ausgelöste akute Druckspitzen zu dämpfen.
Diese Eigenschaften werden maßgeblich durch die in der
Synovialflüssigkeit enthaltene Hyaluronsäure bestimmt (3). Im
arthrotisch oder traumatisch veränderten Gelenk ist der Gehalt und die
Kettenlänge der endogenen Hyaluronsäure reduziert, die
Synovialflüssigkeit kann den Gelenkknorpel nicht mehr ausreichend
schützen. Durch exogen zugeführte Hyaluronsäure (Viskosesupplementation)
kann dieser Krankheitsprozess frühzeitig aufgehalten werden (3). Die
Wiederannäherung des Gelenkmilieus an physiologische Bedingungen
reduziert Schmerzen und verbessert die Beweglichkeit. Die Effizienz der
Viskosesupplementation ist abhängig von den rheologischen Eigenschaften
und dem Molekulargewicht der verwendeten Hyaluronsäure. Besondere
Bedeutung kommt dabei der Verweildauer im Gelenk zu. Diese ist bei
Hyaluronsäuren mit höherem Molekulargewicht (ca. 2000 kDa) im Vergleich
zu niedermolekularen deutlich verlängert (2). Mit der Markteinführung
von Hyalubrix ® im Januar 2003 steht eine fermentativ hergestellte,
hochmolekulare (> 1500 kDa) Hyaluronsäure zur Verfügung, die auch bei
mechanisch bedingten Arthropathien aller Synovialgelenke zugelassen ist
und deren rheologische Eigenschaften denen der Synovialflüssigkeit im
gesunden Gelenk sehr ähnlich sind. Im Rahmen einer kürzlich
abgeschlossenen Anwendungsbeobachtung an ca. 1500 Patienten wurde
Hyalubrix ® auch bei 143 Patienten (9,5%) mit traumatisch bedingten
Arthropathien mit Erfolg eingesetzt. Erwartungsgemäß waren diese
Patienten deutlich jünger; über 60% waren nicht älter als 50 Jahre,
während das Durchschnittsalter im Gesamtkollektiv bei 63,1 Jahren lag.
Gleichzeitig waren mit 43,1% deutlich weniger Patienten übergewichtig
oder adipös als in der Gesamtgruppe (69,84%). Es zeigte sich zudem, dass
auch bei traumatisch bedingten Arthropathien in erster Linie das
Kniegelenk (82,5%) betroffen ist. Bei über 95% der Patienten besserte
sich die anfängliche Schmerzsymptomatik deutlich. Dies zeigte auch die
abschließende Befragung, in der 92% der Ärzte und 89,5% der Patienten
die
Wirksamkeit von Hyalubrix® mit sehr gut oder gut beurteilten. Diese
Ergebnisse übertreffen sogar die guten Ergebnisse des Gesamtkollektivs.
Besonders hervorzuheben ist, dass für die Erzielung dieses
Behandlungserfolges bei 81,9% der Patienten drei Injektionen ausreichend
waren. Auch die Verträglichkeit des Präparates wurde von mehr als 98%
der Ärzte und Patienten mit sehr gut oder gut bewertet; es wurde kein
unerwünschtes Ereignis dokumentiert. 90% der Patienten äußerte den
Wunsch, bei akutem Anlass erneut mit Hyalubrix® therapiert zu werden.
Die aktuellen Daten zeigen, dass gerade bei jüngeren und auch
sportlicheren Patienten, die Behandlung mit Hyaluronsäure bei
Arthropathien traumatischer Genese effizient, nebenwirkungsarm und von
einem deutlichen Benefit für den Patienten begleitet ist und daher in
Zukunft ebenso wie in der Behandlung degenerativer Arthopathien, wo sich
der Einsatz von Hyaluronsäure bereits etabliert hat, in der
orthopädischen und sportmedizinischen Praxis Eingang finden sollte (1).
Sina Mölleken
Literatur:
1. Barrett JP, Siviero P: Retrospective study of outcomes in
Hyalgan®-treated patients with osteoarthritis of the knee. Clin Drug
Invest 22 (2002) 87—97
2. Coleman PJ, Scott D, Mason RM et al.: Role of hyaluronan in buffering
interstitial flow across synovium in rabbits. J Physiol 526 (2000)
426—434
3. Peyron JG: A new approch in the treatment of osteoarthritis:
viscosupplementation. Osteoarthritis Cartilage 1 (1995) 85—87
VIII DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 54, Nr. 12 (2003)
Marathon schadet Knie und Hüfte offensichtlich
nicht
MÜNCHEN (gwa). Knie- und Hüftgelenke bei trainierten Marathonläufern
sind offensichtlich gut an Laufbelastungen adaptiert.
Mit Magnetresonanz-Tomographie (MRT) sind in einer Studie jedenfalls
keine Gelenkreaktionen wie Ödeme nach einem Marathonlauf festgestellt
worden. An der Studie nahmen acht Hobby- und semiprofessionellen Läufern
teil, die seit fünf Jahren etwa 5000 Kilometer jährlich liefen.
Dr. Erik Hohmann von der TU München und seine Kollegen untersuchten
unter anderem die Hüft- und Kniegelenke der Läufer 48 Stunden vor und 24
bis 48 Stunden nach einem Marathonlauf mit MRT ("American Journal of
Sports Medicine" 32, 2004, 55).
Bei keinem Läufer gab es Gelenkreaktionen auf die Laufbelastung. Die
Kollegen vermuten, daß Marathonläufer auch durch den Laufstil
Belastungen von etwa 2800 Tonnen, die beim Marathonlauf auf die Gelenke
wirken, ausgleichen.
Ärzte Zeitung, 06.02.2004
Minimalinvasive Zugangsverfahren zu der Wirbelsäule haben vielerlei Vorteile. Jatros Orthopädie hatte die Gelegenheit, sich mit einem der ersten Anwender des für den endoskopischen Zugang speziell entwickelten MACS-TL-Systems zu unterhalten. Prof. Christian Gäbler von der Universitätsklinik für Unfallchirurgie AKH-Wien stand uns Rede und Antwort. Dort kommt dieses System bei traumatisch verursachten Frakturen von TH4 bis L2 zum Einsatz. mehr infos Endoskopischer Zugang in der Wirbelsäulenchirurgie
S. Gödde
Rheumatoide Arthritis:
Kondition und Sport
Orthopädische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
Für die meisten Patienten mit RA ist die regelmäßige Ausübung von
Individual- und Mannschaftsportarten aufgrund des Krankheitsverlaufes nicht
möglich. Lediglich für eine kleine Gruppe von Patienten mit sehr
moderatem Verlauf kann die Frage von Nutzen und Sicherheit bei der Ausübung
von Individualsportarten wie z. B. Skifahren, Tennis oder Mountainbiken oder
von Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball relevant sein. Auch
wenn grundsätzlich eine an Krankheitsaktivität und Gelenkverteilung
angepasste Ausübung möglich scheint, liegen keine wissenschaftlichen Daten
zu möglichen Risiken für eine Aktivierung der RA und Beschleunigung der
Gelenkdestruktion vor. Demgegenüber steht eine Vielzahl randomisierter und
kontrollierter Studien, aus denen sich klare Empfehlungen für Ausdauer- und
Krafttraining bei Patienten mit RA ableiten lassen (Tabelle 1):
Evidenzbasierte Empfehlungen für Ausdauertraining Die Intensität des
Ausdauertrainings sollte gemäßigt bis forciert sein. Bei der Ausübung können
60 – 85 % der maximalen Herzfrequenz erreicht werden. 3 Übungseinheiten von
30 - 60 Min. Dauer können pro Woche absolviert werden. Die Einheiten sollten
in sporttherapeutischen Zentren oder in Gruppen unter Anleitung durch einen
professionellen Trainer erfolgen.
Geeignete Sportarten sind Aquajogging, Wandern, Radfahren oder
Aerobic-Training. Die Intensität der Übungen sollte dem Trainingszustand
kontinuierlich angepasst werden. Evidenzbasierte Empfehlungen für
Krafttraining
Die Intensität des Krafttrainings sollte moderat bis forciert sein. Die
einzelnen Übungen sollten so konzipiert sein, dass 50 – 80 % der maximalen
willkürlichen Kontraktionskraft im Sinne der einmaligen Übungsbestleistung
eingesetzt werden müssen. 2 - 3 Übungseinheiten pro Woche sind zu empfehlen.
Es können statische und dynamische Übungen gegen das Körpergewicht bzw. an
verschiedenen Geräten mit variablen Widerständen für Zug- und
Druckbelastungen erfolgen. Die Intensität der Übungen sollte dem
Trainingszustand kontinuierlich angepasst werden. Die Programme können
sowohl in Trainingszentren als auch in Eigenregie
mit regelmäßiger Kontrolle durch einen professionellen Trainer durchgeführt.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 55, Nr. 5 (2004)
R. Dinser
Sport beim Rheumatiker -
Internistische Sicht
Medizinische Klinik I, Rheumatologie
Universitätsklinikum des Saarlandes, Homburg
Das Risiko von sportlicher Aktivität bei Rheumatikern wird vor dem
Hintergrund möglicher Gelenkschäden und Risiko für infektiöse Komplikationen
diskutiert. Während bei nicht aktiver Erkrankung intensiver Sport
Beweglichkeit und Wohlbefinden verbessert, können vorgeschädigte Gelenke
verstärkt beschädigt werden. Bei bereits im Rahmen der entzündlichen
rheumatischen Erkrankungen erhöhtem Infektionsrisiko sollten auch kleinere
Verletzungen prompt antiseptisch behandelt werden.
Patienten mit entzündlichem Rheuma ohne akuten Krankheitsschub profitieren
von sportlicher Betätigung, ohne größeren Schaden zu nehmen. Aufgrund des
erhöhten Infektionsrisikos sollten Sportarten mit geringer Verletzungsgefahr
bevorzugt werden. Auch kleinere Verletzungen dürfen nicht bagatellisiert
werden. Neben den üblichen eigenverantwortlichen Behandlungen ist bei
schlechter Heilungstendenz ein Arzt frühzeitig hinzuzuziehen.
Bei gelenkschädigenden Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis können
bereits vorgeschädigte Gelenke bei Belastung verstärkt verschlissen werden,
so dass bei der Auswahl der Sportart auch die betroffenen Gelenke
berücksichtigt werden müssen. Mehr als gesunde Sportler sollten Rheumatiker
durch Sport hervorgerufene Schmerzen als Warnzeichen einer möglichen Gelenk-
oder Weichteilschädigung respektieren. Der Schmerz sollte als Warnzeichen
vor einer dauerhaften Gelenkschädigung dienen. Die Art der medikamentösen
Behandlung hat nur geringen Einfluss auf die Fähigkeit zur Sporttherapie.
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 55, Nr. 5 (2004)
Frosch-Kleber heilt gerissene Knorpel
Eine klebrige Substanz, die von Drüsen auf dem Rücken einer wenig bekannten
Art australischer Frösche abgesondert wird, wurde erfolgreich zur
Wiederherstellung von gerissenen Knorpeln in den Knien von Schafen
eingesetzt. Der Frosch-Klebstoff wurde von Wissenschaftern der University of
Adelaide zur Behandlung von schwierigen Knieverletzungen beim Menschen sowie
einer Reihe anderer Anwendungsbereiche entwickelt. Entdeckt wurde der
Klebstoff von dem Wissenschafter Mike Tyler. Der ungiftige Klebstoff wird
innerhalb von Sekunden hart und klebt sogar im feuchten Lebensraum der
Frösche.
Für den Versuch mit den Schafen brachte George Murrell von der University of
New South Wales Risse in den Knieknorpel von zehn Schafen an, behandelte die
Tiere mit dem Frosch-Klebstoff und stellte die Verbindungsstücke wieder her.
Nach zehn Wochen untersuchten Tyler und Murrell die Schafe. Der Klebstoff
hatte die Bruchstücke zusammengehalten und Collagen hatte die entstandene
Lücke geschlossen. Die Wissenschafter haben nachgewiesen, dass der Klebstoff
auch bei Plastik, Holz, Glas, Metall und Teflon funktioniert. Das Team um
John Ramshaw von der Commonwealth Scientific and Industrial Research
Organisation hat ein neues Protein als entscheidende Komponente des Klebers
identifiziert. Derzeit wird eine gentechnisch hergestellte Variante dieses
Proteins entwickelt.
Der Notaden genus lebt neun Monate des Jahres rund einen Meter unter der
Erdoberfläche in getrocknetem Schlamm. An die Oberfläche kommt er nur bei
starken Regenfällen. Bei dieser Gelegenheit ist er für Insektenstiche
anfällig und sondert den Klebstoff ab. Damit werden die Kiefer der Angreifer
blockiert, sie bleiben an den Fröschen kleben, die sie später fressen. Die
Wissenschafter gehen laut NewScientist davon aus, dass der Frosch-Klebstoff
die bestehende Nachfrage nach starken und flexiblen medizinischen Klebern
decken könnte. Synthetische Kleber wie Cyanacrylat sind sehr stark, können
aber giftig und spröde sein. Biologische Kleber, die auf Fibrin basieren,
sind für die Fixierung von stark beanspruchten Körperteilen wie verletzten
Knorpel im Meniskusbereich zu schwach. 06.10.2004 Infos für Ärzte
http://www.journalmed.de
Knorpel kann paßgenau implantiert werden
Gelenke und Wirbelsäule
Computerprogramm sorgt bei der Knorpeltransplantation für höhere Präzision /
Implantatdicke wird optimiert
BERLIN (gvg). Ein Navigationssystem soll Ärzten dabei helfen, bei der
autologen Chondrozytentransplantation (ACT) am Knie die Implantate
paßgenauer als bisher zu machen. An der Unfallklinik in Tübingen wird die
neue Methode, die beim Deutschen Orthopäden-Kongreß in Berlin vorgestellt
wurde, seit einigen Monaten erprobt.
Die ACT setzen Orthopäden vor allem zur Behebung großflächiger
Knorpeldefekte nach Unfällen ein. Es gibt Verfahren, bei denen das
Transplantat mit einer Knochenhaut abgedeckt wird, und solche, bei denen das
nicht erforderlich ist.
Das neue Navigationssystem dient der Optimierung der modernsten Form der ACT,
der arthroskopischen Implantation einer mit den eigenen Knorpelzellen des
Patienten angereicherten Kollagenmatrix. Diese Zellen werden zuvor in einer
ersten Arthroskopie aus gesunden Arealen entnommen und zwei bis drei Wochen
lang unter Laborbedingungen herangezüchtet.
Im gleichen Schritt wird in Tübingen seit neuestem ein elektronisches
Tastsystem genutzt: Der Knorpeldefekt wird mit einem stiftähnlichen,
endoskopischen Instrument abgetastet. Aus den damit ermittelten
Koordinatenpunkten errechnet ein Computerprogramm die exakte Größe des
erforderlichen Kollagenimplantats. Es wird dann zurechtgeschnitten und mit
den angezüchteten Knorpelzellen des Patienten angereichert.
"Vorteile bringt das nicht so sehr bei der Breite und Länge, wohl aber bei
der Dicke der Implantate", wie Professor Kuno Weise von der
Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen erläuterte. Denn
Implantate, die versehentlich zu dick geraten, erhöhten die Gefahr einer
späteren Arthrose, so Weise.
Stellt sich erst während des Eingriffs heraus, daß ein Implantat zu dick
ist, gibt es kaum noch Spielräume. Weder kann die Knochenhaut unter dem
Defekt abgetragen werden, noch eignet sich das frische Implantat zum
Abfräsen, wie es bei Patienten mit noch gesundem Knorpel möglich ist. Ärzte
Zeitung, 21.10.2004
Sportverletzungen des Kniegelenks
Schäden durch Sport
Sportverletzungen
H. Schmitt, C. Carstens
Jahrgang 55, Nr. 6 (2004) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN
Skoliose und Sport
Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Skoliosen treten bei 2 - 3 % der Bevölkerung auf, gehäuft bei
Mädchen.Verschiedene Messmethoden (1, 5) werden zur Beurteilung des Ausmaßes
der Krümmung herangezogen. Prinzipiell ist sportliche Aktivität nach den
Vorgaben des Arbeitskreises Skoliose der Deutschen Gesellschaft für
Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) zu empfehlen. Ein
wissenschaftlicher Nachweis nämlich, der im Hinblick auf das Auftreten einer
Skoliose oder eine Verstärkung einer bestehenden Skoliose „wirbelsäulenschädigende“
Sportarten festlegen kann, ist bislang nicht erbracht. Die Skoliose ist eine
Fehlstellung der Wirbelsäule mit Seitausbiegung in der Frontalebene,
Rotation und Änderung des sagittalen Profils. Ihre Inzidenz beträgt
durchschnittlich 2 - 3 %. Mädchen sind etwa viermal so häufig betroffen wie
Jungen. In ca. 85 % der Fälle ist die Ursache unklar. Hier spricht man von
einer „idiopathischen“ Skoliose, die je nach dem Zeitpunkt der erstmaligen
Diagnosestellung in drei Kategorien unterteilt wird: infantil (bis 3.
Lebensjahr), juvenil (4. - 9. Lebensjahr), adoleszent (ab 10. Lebensjahr).
Je nach Ursache werden die übrigen Formen der Skoliose in ‚neuropathische’,
‚myopathische’, ‚kongenitale’, ‚radiogene’, ‚statische’, ‚posttraumatische’
und ‚Skoliosen bei Systemerkrankungen’ eingeteilt.
Klinische Untersuchung
Bei der klinischen Untersuchung ist auf Schulter- und Beckenstand zu achten,
daneben auf eine Asymmetrie der Taillendreiecke. Klassische Zeichen sind
zudem Rippenbuckel und/oder Lendenwulst beim Vorbeugen. Die Seitabweichung
eines Lotes, das von C7 in Richtung auf die Rima ani gefällt wird, ist als
prognostisch ungünstiges Zeichen zu werten.
Diagnostik
Zur Beurteilung des Ausmaßes der Krümmung ist die Anfertigung einer
Röntgenaufnahme der Wirbelsäule im Stehen in beiden Ebenen erforderlich. Für
die Messung der Krümmung im posterior-anterioren Strahlengang hat sich die
Methode nach Cobb (J.R. Cobb, amerikanischer Orthopäde, 1903-1967, Abb.1; 1)
durchgesetzt. Hierbei wird zur Bestimmung des Skoliosegrades der Winkel
zwischen der Deckplatte des obersten Neutralwirbels und der Grundplatte des
untersten Neutralwirbels gemessen. Analog wird im seitlichen Strahlengang
der Grad von Kyphose und Lordose bestimmt. Die Rotation kann nach der
Methode von Nash und Moe, die sich an der mit zunehmender Rotation nach
medial projezierenden Bogenwurzel orientiert, bestimmt werden (5).
Progredienz der Skoliose
In die Überlegungen zur Behandlung der Skoliose und zur Beurteilung der
Belastungsfähigkeit der Wirbelsäule muss die Wahrscheinlichkeit der
Progredienz mit einbezogen werden. Sie ist abhängig von der Phase der
körperlichen Entwicklung (10) und dem bestehenden Ausgangswinkel. Die
Progredienz der Verkrümmung ist umso wahrscheinlicher, je jünger das Kind
und je stärker die Krümmung zum Zeitpunkt der Erstdiagnose ist. Ab einem
Winkel von 20 Grad ist die Wahrscheinlichkeit einer raschen Progredienz je
nach Alter deutlich gesteigert. Langzeituntersuchungen konnten zeigen, dass
auch nach Wachstumsabschluss je nach Ausgangsbefund und Höhe des
Scheitelwirbels bei idiopathischen Skoliosen eine Progredienz zu erwarten
ist.
Therapie
Bei Skoliosen zwischen 10 und 20 Grad wird eine krankengymnastische
Übungsbehandlung mit Anleitung zu Eigenübungen empfohlen. Ein
wissenschaftlicher Wirksamkeitsnachweis der gebräuchlichen Methoden (3, 4,
11) konnte bislang jedoch nicht erbracht werden. Bei idiopathischen
Skoliosen zwischen 20 und 40 Grad thorakal oder 20 und 50 Grad lumbal bei
mindestens einem Jahr noch zu erwartendem Wachstum ergibt sich die
Indikation zur Korsettversorgung. Verschiedene Korsettformen, die eine
Progression der Fehlstellung aufhalten sollen, nicht jedoch eine komplette
Rückbildung bewirken können,kommen zum Einsatz (z. B. Boston-Brace,
Chêneau-Korsett, Vienna-Brace, Cuxhaven- Korsett, Milwaukee-Korsett) und
sollten mindestens 18 von 24 Stundenam Tag getragen werden. Das Korsett muss
während der Sportausübung nicht getragen werden. Operative Therapiemaßnahmen
sind bei Skoliosen über 50 Grad thorakal oder 40 Grad lumbal indiziert, wenn
unter Berücksichtigung aller Risikofaktoren eine weitere Progredienz
erwartet werden muss. Alter, Ausgangsbefund, Lokalisation und Flexibilität
spielen hier eine entscheidende Rolle. Zahlreiche Operationsverfahren sind
in den vergangenen Jahren mit dem Ziel der Korrektur und Stabilisierung (Spondylodese
= Versteifung) entwickelt worden. In Abhängigkeit der Kurvenform kommen
neben ventral komprimierenden und derotierenden Metallimplantaten (CDH, KASS)
auch rein dorsale Verfahren (Luque, Cotrel-Dubousset, XIA, USS) zur
Anwendung. Folgende Fragen sind bei sportlicher Aktivität und
Wirbelsäulenfehlstellungen zu beantworten: 1. Gibt es Sportarten, die eine
Wirbelsäulenverkrümmung verursachen können oder solche, die eine Skoliose
verstärken können? Auch wenn biomechanische Untersuchungen hierzu nicht
vorliegen, wird davon ausgegangen, dass einzelne Sportarten zu erhöhten
„Stoßbelastungen“ der Wirbelsäule führen. Untersuchungen an Sportlern
konnten in verschiedenen Sportarten allerdings lediglich Seitausbiegungen
der Wirbelsäule dokumentieren. Die bei Speerwerfern, Tennisspielern,
Turnern, Footballspielern und Tänzern beschriebenen „Skoliosen“ der
Wirbelsäule waren nur in seltenen Fällen fixiert und wurden mit einem Winkel
< 20 Grad beschrieben. Diese „funktionellen Skoliosen“ sind vor allen Dingen
Seitausbiegungen und durch die sportartspezifische Technik mit Mehrbelastung
einer oberen Extremität bedingt, sie haben keine Progressionstendenz und
sind reversibel. Die einzige Untersuchung, bei der ein gehäuftes Auftreten
von Skoliosen > 20 Grad an einem Sportlerkollektiv beschrieben wird, wurde
an bulgarischen
Athletinnen der rhythmischen Sportgymnastik durchgeführt, die mit einem
nicht sporttreibenden Normalkollektiv verglichen wurden. Die Auswahl des
Kontrollkollektives ist jedoch kritisch zu betrachten. Daneben gibt es eine
Beobachtung bei Tänzerinnen, bei denen neben Störungen des
Östrogenhaushaltes auch Skoliosen beobachtet wurden. Aus Mangel an Beweisen
„wirbelsäulenschädigender“ Sportarten durch wissenschaftliche Untersuchungen
ist ein prinzipielles Verbot einzelner Sportarten nicht gerechtfertigt und
muss im Einzelfall entschieden werden. Insbesondere gibt es keine
gesicherten Hinweise dafür, dass bei vorbestehender Skoliose bestimmte
Sportarten zu einer Zunahme der Verkrümmung führen.
Empfehlung
Grad der Skoliose Sportempfehlung
10 - 20 Grad - alle Sportarten sind möglich
- spezielle Empfehlung nicht erforderlich
- aktive Schulsportteilnahme wird empfohlen
21 – 40 Grad - alle Sportarten grundsätzlich möglich (keine Stoßbelastungen
der Wirbelsäule)
- aktive Schulsportteilnahme wird empfohlen
- während der Sportausübung keine Orthese
> 41 Grad - Sport wird empfohlen unter Berücksichtigung der Tatsache, dass
Rücksicht auf eine eventuelle kardiopulmonale Beeinträchtigung oder andere
Risikofaktoren genommen wird operierte Patienten - dieselben Empfehlungen
wie bei den Skoliosen von 21 - 40 Grad
- Generelle Empfehlung ist nicht möglich. Festle gung vom Operateur ein Jahr
postoperativ (Art des Instrumentariums, Länge der Spondylodese)
- Nicht empfehlenswerte Sportarten: Kontaktsportarten, Bodenturnen,
Springreiten, Trampolinspringen, Leistungssport
2. Welcher Sport kann Patienten mit Skoliose empfohlen werden?
Unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkenntnisse hat der Arbeitskreis
Skoliose der Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Traumatologie (DGOT)
1991 Empfehlungen für Patienten mit konservativ und operativbehandelten
Skoliosen ausgesprochen (Tab. 1). Prinzipiell wird bei konservativ
behandelten Skoliosen eine Schulsportteilnahme empfohlen. Kinder, bei denen
eine Skoliose operativ korrigiert wurde, müssen in ihrer Sporttauglichkeit
individuell beurteilt werden. Die Sportempfehlung richtet sich hier nach der
Länge der Spondylodesestrecke und der Bedeutung des untersten fusionierten
Segmentes. Die der Spondylodese angrenzenden Segmente werden biomechanisch
verstärkt belastet. Somit besteht eine erhöhte Gefahr des Auftretens
degenerativer Veränderungen und von Spondylolysen. Wichtig für die
Belastungsfähigkeit der operierten Wirbelsäule ist die Festigkeit der
Spondylodese, die vom Operateur ein Jahr postoperativ beurteilt werden
sollte. Studien konnten zeigen, dass operierte Kinder Sportarten wählen, die
prinzipiell weniger „wirbelsäulenbelastend“ sind.
Literatur
1. Cobb JH: Outline for the Studa of Scoliosis, in: Instructional course
lectures. Am Acad Orthop Surg (1948) 5-261.
2. Hopf C, Felske-Adler C, Heine J: Empfehlungen zur sportlichen Betätigung
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3. Klapp B: Das Klappsche Kriechverfahren. Georg Thieme Verlag, Stuttgart,
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4. Lehnert-Schroth C: Dreidimensionale Skoliose-Behandlung, Gustav Fischer
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6. Omey ML, Micheli LJ, Gerbino PG: Idiopathic scoliosis and spondylolysis
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Deformitäten im Kindesalter. Dtsche Z Sportmed 53/1 (2002) 6-11.
9. Tanchev PI, Dzherov AD, Parushev AD, Dikov DM, Todorov MB: Scoliosis in
Rhythmic Gymnasts. Spine 25/11 (2000) 1367-1372.
10. Tanner JM, Whitehouse RH, Marshall WA, Healy MJR, Goldstein H:
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11. Vojta V: Die cerebralen Bewegungsstörungen im Säuglingsalter –
Frühdiagnose und Frühtherapie. Ferdinand Enke Verlag, Stuttgart, 1976.
12. Warren MP, Brooks-Gunn J, Hamilton LH, Warren LF, Hamilton WG: Scoliosis
and fractures in young ballet dancers. Relation to delayed menarche and
secondary amenorrhea. N Engl J Med 314 (1986) 1348-1353.
Korrespondenzadressen:
Dr. med. Holger Schmitt
Leiter Bereich Sportorthopädie
Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg
Prof. Dr. med. Claus Carstens
Leiter Sektion für Kinderorthopädie und Wirbelsäulenchirurgie
Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg