LEISTUNGSDIAGNOSTIK
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| Tab. 2: Herzfrequenz-Zonen (Angaben in Schläge/min) Eine andere recht genaue Methode ist die Einteilung der Herzfrequenz-Zonen nach der aktuellen maximalen Herzfrequenz (Hfmax), die möglichst mit einem Hfmax-Test bestimmt wird. Während der ambitionierte Fitnesssportler mit 3 bis 4 Zonen (s. Tab. 2) das Training hinreichend genau gestalten kann, differenziert der Spitzenathlet den Belastungsbereich in 5 bis 6 Zonen. Jeder Zone sind bestimmte Trainingsmethoden zugeordnet: 1. Zone: 50 bis 60% der Hfmax (sehr leicht) Ziele: • Allgemeines Gesundheitstraining insbesondere bei Bluthochdruck, Diabetes • Rehabilitation, Koronarsportgruppen • Regeneration und Kompensation (REKOM) • Warm-up und Cool-down Die Trainingsprogramme (z. B. Walking) werden in der Regel nach der Dauermethode durchgeführt. Die Belastungsintensität läßt sich durch das Einstellen der oberen Grenze (60% von Hfmax) am Herzfrequenz-Meßgerät kontrollieren. 2. Zone: 60 bis 70% der Hfmax (leicht, moderat) Der Energiebedarf wird annähernd zu 100 Prozent über den aeroben (sauerstoffabhängigen) Stoffwechselweg gedeckt. Ziele: • Regeneration und Kompensation mit begrenzter Belastungszeit (< 45 min) • Training der Grundlagenausdauerfähigkeit (GA 1 - Training) • Stressfreies Training des Fettstoffwechsels • Erhöhung der muskulären Enzyme für den aeroben Stoffwechsel • Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems (u.a. Blutdrucksenkung) Die Dauermethode ist auch hier die Methode der Wahl. Um in der Zielzone während der Aktivität zu bleiben, werden am Herzfrequenz-Meßgerät zwei Grenzen bei 60% und 70% der Hfmax eingestellt. Ist die Belastungsintensität höher oder niedriger, ertönt ein Signal (Piepen). 3. Zone: 70 bis 85% der Hfmax (etwas anstrengend) In diesem Intensitätsbereich wird am häufigsten trainiert. Es ist für viele eine Art Standardbelastung. Sehr gut Ausdauertrainierte können die Energie in dieser Intensitätszone annähernd zu 100 Prozent über den aeroben Stoffwechsel decken. Weniger gut Ausdauertrainierte müssen den anaeroben Stoffwechsel geringfügig hinzuschalten. Wird die Laktatkonzentration bestimmt, sollten allerdings keine Werte über 2,5 mmol/l erreicht werden, anderenfalls muß die Herzfrequenz-grenze nach unten korrigiert werden. Die leichte Laktatbildung wird vom Sportler meist als sehr angenehm empfunden. Ziele: • Entwicklung der Grundlagenausdauerfähigkeit (GA 1/2-Training) • Erhöhung der aeroben Kapazität • Ökonomisierung der Technik • Verbesserung der Herz-Kreislauf-Regulation In dieser Zielzone wird neben der Dauermethode die wechselhafte Dauermethode sowie die Fahrtspielmethode angewendet. 4. Zone: 85 bis 100% der Hfmax (anstrengend bis sehr anstrengend) Diese Intensitätszone kann als Leistungs- und Wettkampfzone bezeichnet werden. Leistungssportler unterteilen diesen Bereich nochmals in die Zone bis 90 % der Hfmax als sogenanntes GA 2 - Training und über 90 % der Hfmax als wettkampfspezifisches Ausdauertraining. Ziele: • Erhöhung der wettkampfspezifischen Leistungsfähigkeit • Rekrutierung der schnellen Muskelfasern (FT-Fasern) • Verbesserung der „Laktattoleranz“, Bildung von Enzymen für den glykolytischen Stoffwechsel • Gewöhnung an die Wettkampfgeschwindigkeit Als Trainingsmethoden kommen vorrangig die extensive und intensive Intervallmethode sowie die Fahrtspielmethode zur Anwendung. Bei der Intervallmethode wechseln sich Belastungs- und Erholungsphase innerhalb einer Trainingseinheit mehrfach ab. Die Erholungsherzfrequenz ist für die Steuerung der Belastungsintensität ein wichtiger Kontrollparameter. Die Erholungsphase endet erst dann, wenn die Herzfrequenz auf mindestens 120 Schläge/min gefallen ist. Bestimmung der maximalen Herzfrequenz Die von der American Heart Association entwickelte Formel „Hfmax = 220 minus Lebensalter“ wird mit einen mittleren Fehler von 15 Schlägen angegeben. Ein 40jähriger kann hiernach eine maximale Herzfrequenz zwischen 165 bis 195 Schlägen pro min haben. Der Trainingsbereich für die Zielzone 3 (70 - 85 % von Hfmax) könnte theoretisch zwischen 116 bis 166 Schlägen/min bestimmt werden, was für eine gezielte Belastungssteuerung zu ungenau ist. Es ist günstiger, die maximale Herzfrequenz über einen Test zu bestimmen oder aus einem Ausdauerwettkampf (10 km-Lauf) zu entnehmen. Die Bestimmung der maximalen Herzfrequenz mit einem Test setzt voraus, daß Sie gesund sind und aus ärztlicher Sicht keine Einwände gegen eine maximale Herz-Kreislauf-Belastung bestehen. Den Test sollten Sie nicht in den ersten beiden Wochen nach einer Krankheit oder nach einer längeren Trainingspause durchführen. Tasten Sie sich langsam an die Ausbelastung heran. Nur wenn die Psyche und die Physis darauf eingestimmt sind, werden Sie auch ihre maximale Herzfrequenz ermitteln können. Soll die Hfmax beispielsweise im Laufen bestimmt werden, so laufen Sie sich mindestens 15 min ein und machen anschließend einige Steigerungsläufe über 60 bis 80 m. Laufen Sie dann mindestens 1000 m mit hohem Tempo und beenden Sie den Lauf mit einem langen Spurt. Den höchsten Wert, den Sie auf Ihrem Herzfrequenz-Empfänger ablesen, entspricht Ihrer aktuellen Hfmax. Wiederholen Sie diesen Test alle 4 bis 6 Wochen, um auf mögliche Veränderungen der Hfmax reagieren zu können. |
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Sportmedizin. Grundlagen für Arbeit, Training und Präventmedizin.
Muskel-Guide
Krafttraining. Sport und Primärprävention.
Lehrbuch der Sportmedizin. Gernot Badtke
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| Meßgrößen |
Maximale Sauerstoffaufnahme- (VO2max in ml/kg mal min)** |
Geschwindigkeit bei 2mmol/l Laktat (vL2 in m/s)* |
Inanspruchnahme Prozent VO2 max bei vL2 |
Maximale Herzfrequenz (Schl./min.)** |
Maximales Laktat (mmol/l)** |
| Langläufer | 85-88 | 5,50-5,75 | 80-84 | 187-197 |
11-14 |
| Triathlet | 80-84 | 5,0-5,25 |
85-88 |
185-205 |
10-13 |
| Tab. 1: Leistungsdiagnostische Kennzeichnung eines Spitzenlangstreckenläufers und eines Spitzentriathleten * bezogen auf 4x4 km-Laufbandstufentest (flach); ** Kurzzeittest ab 4,5m/s, Steigerung um 0,25m/s alle 30 s bis Abbr. Anschriften der Verfasser: Prof. Dr. med. Georg Neumann Institut für angewandte Trainingswissenschaft Marschnerstr. 29, 04109 Leipzig Dr. Kuno Hottenrott Philipps-Universität Marburg Institut für Sportwissenschaft und Motologie Kugelgasse 10, 35037 Marburg |
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des Menschen. |
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Handbuch
Nahrungsergänzungen Preis: EUR 25,03 Gebundene Ausgabe - 170 Seiten (Dezember 1999) Hier anschauen und bestellen! |
Studienbericht: Leistungsverbesserungen bei gesunden, sportlich aktiven männlichen Personen
Oberstarzt Prof. Dr. med. G. Simon, Sportmedizinischer Leiter der Sportmedizinischen Abteilung der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf, hat in einer Studie festgestellt: Bei Einnahme von Original Kombucha nach Dr. med. Sklenar können Leistungsverbesserungen bei gesunden, sportlich aktiven und trainierten männlichen Personen von ca. 3 % bis 5 % erzielt werden.
Eine Verbesserung der Leistung in dieser Größenordnung ist bei austrainierten Sportlern in der Regel nur mit Doping zu erreichen.
1. Untersuchungsserie (kurzfristige
Auswirkungen)
Sportlich trainierte männliche
Personen wurden insgesamt dreimal einer progressiven Laufbandergometerbelastung
bis zur subjektiven Erschöpfung unterzogen (3-min. Belastungsstufen,
Beginn 2,5 m/s, Steigerung 0,5 m/s). Jeweils am folgenden Morgen wurde
im Nüchternzustand Blut für alle orientierten Laboranalysen (Blutbild,
Blutzucker, Gesamt- und HDL-Cholesterin, Triglyzeride, Leberenzyme, Nierenretentionswerte,
Elektrolyte) entnommen. Die erste Laufbelastung und Blutanalyse fand vor
der Gabe von Original Kombucha statt, ihre Ergebnisse dienten als Vergleichs-
und Bezugsgrößen für die folgenden Untersuchungen. Anschließend
wurde Original Kombucha in einer Menge von 3 mal 200 ml/Tag zugeführt;
zwei bzw. acht Tage nach der Eingangsbelastung fanden Kontrolluntersuchungen
statt. Im Vergleich zur Eingangsbelastung
wurden bei den Kontrolluntersuchungen statistisch deutlich (p < 0,001),
im Mittel um 2,9 % höhere maximale Laufleistungen mit praktisch gleicher
Herzfrequenz und Laktatkonzentrationen bei Belastungsabbruch erreicht. Bemerkenswert
ist, daß die Laktatwerte bei den Kontrolluntersuchungen unter Original
Kombucha auf gleichen Belastungsstufen deutlich (p < 0,01 - 0,001) niedriger
liegen als bei der Eingangsbelastung; die Differenzen betragen im Mittel
1,2 - 1,3 mmol / l. Die Daten der Kontrolluntersuchungen nach zwei bzw.
acht Tagen stimmen im wesentlichen überein.
2. Untersuchungsserie (längerfristige Auswirkungen)
Nach zwei anfänglichen Laufbandbelastungen
und Blutentnahmen als Leerversuche wurde 3 mal 100 ml Original Kombucha
/ Tag zugeführt. Nach sieben, vierzehn und 21 Tagen wurden Kontrolluntersuchungen
durchgeführt. Im Vergleich zu den anfänglichen
Leerbelastungen kam es bei den folgenden Kontrolluntersuchungen unter Original
Kombucha zu einer zunehmenden Steigerung der maximalen Laufleistung. Bei
der letzten Untersuchung betrug die Verbesserung gegenüber der Ausgangsleistung
4,8 % (p < 0,01). Auch in dieser Untersuchungsserie zeigte sich bei den
Kontrolluntersuchungen unter Original Kombucha ein zunehmender Rückgang
der Laktatkonzentrationen auf gleichen Belastungsstufen im Vergleich zu
den Ausgangsbelastungen (Belastung 2 vers. 5: p < 0,05 - 0,01).Von zahlreichen Probanden wurde
über ein subjektiv geringer ausgeprägtes Anstrengungsgefühl
während der Laufbelastungen berichtet.Aufgrund der klinisch-chemischen
Laborparameter ergeben sich keine Hinweise, welche das veränderte Leistungsverhalten
unter Original Kombucha erklären könnten. So lassen die Laborwerte,
die durch körperliche Belastungen ausgelenkt werden - wie Leukozytenzahl,
GOT, CKNAC und Harnstoff - unter Original Kombucha kein verändertes
Verhalten - z. B. im Sinne einer höheren Belastungstoleranz oder rascheren
Regeneration - erkennen. Auch eine Beeinflussung gesundheitlich
relevanter Laborparameter - des Zucker- und Fettstoffwechsels, des Elektrolythaushalts,
der Nieren- oder Leberfunktion - ist laborchemisch aufgrund der vorliegenden
Untersuchungen nicht zu belegen.Anzumerken ist, daß es zu
keinerlei ernsteren Befindlichkeitsstörungen oder Nebenwirkungen unter
der Einnahme von Original Kombucha kam.
Zusammenfassend waren aufgrund
der vorliegenden Untersuchungsergebnisse sowohl bei kurzfristiger hochdosierter
Gabe wie auch bei längerfristiger Zufuhr von Original Kombucha positive
Veränderungen physiologischer Belastungsparameter und eine Steigerung
der maximalen Leistungsfähigkeit zu beobachten und statistisch zu sichern.
Das Ausmaß dieser Leistungsverbesserungen
um ca. 3 % bis 5 % ist um so höher zu bewerten, als es sich bei dem
Untersuchungsgut um trainierte Personen handelte.


Moderne Leistungsdiagnostik im
Fußballsport
Kindermann W,
Meyer T, Coen B, Urhausen A
Institut für Sport- und Präventivmedizin, Universität des Saarlandes,
Saarbrücken
Ausdauer und Schnelligkeit, die das
konditionelle Anforderungsprofil von Fußballspielern bestimmen, können durch
entsprechende leistungsdiagnostische Tests zuverlässig und reproduzierbar
beurteilt werden. Im Stufentest wird über die Laktat-Leistungskurve die
individuelle anaerobe Schwelle als Maß für die Ausdauer bestimmt. Im 5 x 30
m-Sprinttest werden die verschiedenen Schnelligkeitsfähigkeiten, insbesondere
Antritts- und Grundschnelligkeit, überprüft. Fußballspitzenspieler habe eine
mittlere Ausdauer, die der von guten 400 m-Läufern entspricht, aber
erwartungsgemäß deutlich niedriger als bei Langstreckenläufern liegt. Die
Schnelligkeit ist bei Fußballspielern in der Regel besser als bei Sportlern
anderer Spielsportarten entwickelt, aber schwächer als bei spezialisierten
Sprintern. Entscheidend für das konditionelle Profil ist die adäquate Mischung
aus Ausdauer und Schnelligkeit. Mit Hilfe eines Fußball-Score, der die
verschiedenen leistungsdiagnostischen Komponenten unterschiedlich wichtet, kann
das konditionelle Profil von Fußballspielern in seiner Gesamtheit beurteilt
werden. Spielstärkere Mannschaften haben in der Regel einen höheren
Fußball-Score, der in erster Linie auf bessere Schnelligkeitsfähigkeiten
zurückzuführen ist. Mannschaften unterer Klassen versuchen
Schnelligkeitsdefizite über die Ausdauer zu kompensieren. Die konditionellen
Fähigkeiten deutscher Spitzenfußballspieler haben sich im Verlauf der 90er Jahre
nicht geändert. Echokardiographische Herzgrößenbestimmungen, die eine
Schnittstelle zwischen Leistungsdiagnostik und Gesundheitsuntersuchung
darstellen, können das konditionelle Profil ergänzen. Die Herzgröße als
leistungsdiagnostischer Parameter kann auf noch vorhandene Anpassungsreserven
hinweisen. Bundesligafußballspieler haben im Mittel leicht vergrößerte
Sportherzen, zwischen der Spielposition und der Herzgröße besteht kein
Zusammenhang. Die Laktatbestimmung bei fußballspezifischen Spielformen ergibt
Hinweise auf die energetisch-metabolische Beanspruchung. Die konditionelle
Belastung bei den einzelnen Spielformen variiert zwischen niedrig bis hoch und
wird eher unterschätzt. Bei inadäquater Belastungs-Pausen-Gestaltung können hohe
Laktatazidosen resultieren. Im Einzelfall wurde bei der Spielform 4:4 eine
maximale Laktatkonzentration von über 15 mmol/l gemessen. Über die regelmäßige
Bestimmung ausgewählter Blutparameter wie Harnstoff und Kreatinkinase können
Hinweise auf die Beanspruchung durch vorausgegangene Trainings- und
Wettkampfbelastungen erhalten werden. Leistungsdiagnostik im Fußball muss
effektiv und praxisnah sein, um angenommen zu werden. Mehrtägige Tests wie
teilweise in Ausdauersportarten üblich, sind unrealistisch.
Leistungsphysiologische Maßnahmen sollen Leistungsvoraussetzungen optimieren und
Überlastungen minimieren.
37. Deutscher
Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Bei hochintensiver Intervallarbeit sinkt die intrazelluläre Laktatkonzentration während der Belastung!
Maassen N, Schneider G*, Krückeberg O, Breyer M, Koch H°; Leibfritz D°
Abt. Sportphysiologie, Medizinische
Hochschule Hannover, *MSG, Hannover; °FB I Chemie Universität Bremen
Die intrazelluläre Milchsäurekonzentration lässt sich bei sehr schnell
wechselnden Belastungsintensitäten nur sehr schwer direkt bestimmen. Deshalb
wird im Folgenden versucht, durch die Kombination verschiedener Methoden das
zeitliche Verhalten zu beschreiben. Die Berechnungen werden nur an Hand von
Mittelwerten aus zum Teil schon veröffentlichten Daten durchgeführt, daher wird
keine statistische Absicherung durchgeführt.
Methoden/Belastungsart: Intervallarbeit mit 15 sek maximaler Belastung und 45 sek Pause an verschiedenen Muskelgruppen. Wadenergometrie mit NMR-Messung (4,7 Tesla) des intrazellulären pH-Wertes und der Veränderung
des Kreatinphosphates. Unterarmarbeit zur Messung des Säuren-Basen- Status, der Elektrolyt- und Wasserverschiebungen und der Durchblutung.
Ergebnisse und Diskussion: Nach dem 2. Intervall steigt der intrazelluläre
pH-Wert während der Belastung von ca. 6,32 auf 6,76 an. Dieser Anstieg ist nur zu einem geringen Teil durch die Pufferwirkung des Kreatinphosphatabbaus
zu erklären. Zusätzlich wirkt eine Verringerung des PCO2 geringfügig pH-Wert erhöhend. Beide Faktoren zusammen machen nur etwa 27% des Anstiegs
aus. Um den verbleibenden Betrag zu
erklären, müssen 8-10 mmol an Protonen oder Säuren aus dem Muskel verschwinden.
Die quantitativ wichtigste Säure ist die Milchsäure. Diese Mengen an Milchsäure
werden nicht ans Blut abgegeben, müssen also während der Arbeit verstoffwechselt
werden. Eine Bilanz der Veränderungen der Osmolalität, also eine Methode die auf
vollkommen anderen Messmethoden beruht, führt zu Ergebnissen in ähnlicher
Größenordnung.
37. Deutscher
Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
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Lehrbuch der Sportmedizin. von Richard Rost, Hans-Joachim Apell, Christine Graf Preis: EUR 69,95 Gebundene Ausgabe 683 Seiten - Dt. Ärzte-Vlg., Köln Erscheinungsdatum: 2001 Hier bestellen! |
Belastungs- und
Beanspruchungsprofil im Spinbiken unter Berücksichtigung fahrradergometrischer
Kenngrößen bei über 35-jährigen Personen
Weiler B,
Urhausen A, Fuchs K, Faude O, Schammne D, Kindermann W
Institut für Sport- und
Präventivmedizin, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Bei 10 Männern (44±9 J.) und 8 Frauen (40±6 J.), keine Anfänger, sollte das
Belastungs- und Beanspruchungsprofil beim Spinbiken (SB) im Vergleich zu
Kenngrößen der Fahrradergometrie (FE) untersucht sowie potentielle
Gesundheitsrisiken für Personen mittleren Alters dargestellt werden. Bei der FE
(3min/50W Schema) wurden neben Laktat (La), EKG, Blutdruck und Atemgasen (Spiro)
freies Adrenalin und Noradrenalin (Kat; Ruhe, 100W, Abbruch) sowie der
subjektive Anstrengungsgrad mittels Borg-Skala (Borg) bestimmt. Während der
SB-Stunde (45-60min) in 4 Fitnessstudios erfolgte die Leistungserfassung mittels
SRM-System. Weitere Messparameter waren: La (vor, alle 10min, Ende),
Herzfrequenz (HF), RR, Spiro, Kat (vor, Halbzeit, vor Cooldown), Borg. Mittlere
und maximale Leistung beim SB (72±32W bzw. 193±76W) lagen niedriger als an der
individuellen anaeroben Schwelle (IAS) bzw. beim Abbruch der FE (147±42W bzw.
233±56W; p<0,05-p<0,001). La lag im Mittel (5,4±2,3 mmol/I) beim SB tendenziell
höher als an der IAS (3,0±0,8 mmol/I). Mittlere bzw. maximale HF beim SB (151±11
bzw. 175±13) waren im SB höher als an der IAS bzw. niedriger als bei Abbruch der
FE (144±15 bzw. 180±10 (jeweils p<0,05). Kat zeigten keine Unterschiede zwischen
SB und FE. VO2max lag beim SB (41±8 ml/kg/min) niedriger als bei FE (45±9
ml/kg/min; p<0,01). Beim SB korreliert Borg weder mit La noch mit HF.
Schlussfolgernd entspricht die Belastungsintensität beim Spinbiken im
Mittel einem
Kraftausdauertrainingsbereich und stellt für gesunde Sporttreibendebmittleren
Alters eine intensive aber durchaus geeignete Trainingsform dar. Für ältere
Personen empfiehlt sich eine strengere Orientierung an HF-Vorgaben aus FE. Eine
Steuerung der Belastungsintensität mittels Selbsteinschätzung erscheint
insgesamt weniger geeignet.
37. Deutscher
Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Herzfrequenz, subjektives Belastungsempfinden und metabolische Parameter bei
intensivem Intervalltraining
beim Inline-Skating
Platen P,
Ritter JA, Wöstmann R, Schaar B*
Institut für Kreislaufforschung und
Sportmedizin, *Institut für Rehabilitation und Behindertensport, DSHS Köln
Ziel:
Inline-Skating erfreut sich zunehmender
Beliebtheit als Gesundheits-, aber auch als wettkampforientierter Breitensport (Inline-Marathons).
Unklar ist, wie sich kurzfristige intensive Belastungsintensitäten auf
Belastungsparameter auswirken.
Methodik:
10 erfahrene Skaterlnnen( 4 Frauen und 6
Männer, 26,5 ± 2,6 Jahre, 177,1 ± 8,0 cm, 70,5 ± 11,7 kg) nahmen zunächst an
einem Feldstufentest (FST) auf Inline-Skates zur Bestimmung der Geschwindigkeit
bei 4 mmol/l Laktat (La, v4) teil: Eingangsstufe 10 km/h, Steigerung: 3 km/h
alle 5 min, Pause: 1 min). Innerhalb der nächsten 2 Wochen wurden randomisiert 2
Dauertests über 120 min durchgeführt. Im kontinuierlichen Test (KD) wurde
konstant mit 75 % der v4 gefahren. Im Intervalltest (ID) wurde zunächst 60 min
bei 75 % der v4, dann insgesamt 5 mal alternierend 45 sec bei 120 % und 90 sec
bei 75 % der v4, danach bis zu einer Gesamtdauer von 120 min wieder mit 75 % der
v4 gefahren. Gemessen wurden alle 20 min sowie direkt nach dem intensiven
Intervall La, Herzfrequenzen (Hf), spirometrische Messgrößen und das subjektive
Belastungsempfinden (Borg).
Ergebnisse:
Es kam erwartungsgemäß zu deutlichen
Anstiegen der Parameter nach dem intensiven Intervall, wobei insbesondere La und
Hf noch längere Zeit erhöht waren, das subjektive Belastungsempfinden analog mit
dem RQ sich jedoch schnell wieder auf das Ausgangsniveau normalisierte.
Zusammenfassung:
Insgesamt fanden sich bei
Feldstufentests und bei Dauerbelastungen auf Inline-Skates ähnliche
physiologische Muster, wie sie von anderen Ausdauersportarten bekannt sind.
Einige sportartspezifische Aspekte sind jedoch zu berücksichtigen. Kurzfristige
intensive Intervalle bei ausreichend langer Regeneration nach den intensiven
Abschnitten können durchaus in ein Grundlagenausdauertraining eingebaut werden,
ohne dass es hierdurch zu einer negativen Beeinträchtigung des Stoffwechsels
kommt.
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Immunologie und Sport. von Hans-Wolf Baenkler Preis: EUR 60,33 Gebundene Ausgabe Erscheinungsdatum: 1996 Hier bestellen! |
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Sport und Immunsystem Liesen, Baum EUR 39,95 Taschenbuch (1997) Hier bestellen! |
37. Deutscher
Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Herzfrequenzvariabilität zur Belastbarkeitsdiagnostik im Ausdauertraining
Berbalk A, Bauer S, Neumann G Fachgruppe Sportmedizin, Institut für Angewandte Trainingswissenschaft, Leipzig
In einer Einzelfallstudie wurde die Herzfrequenzvariabilität (HRV) bei einem Langtriathleten (Alter 38 Jahre, Trainingsumfang 1000 h/Jahr, WK-Zeit IRONMAN: 9 Std.) über einen Zeitraum von drei Jahren untersucht. Unter standardisierten Ruhebedingungen speicherte der Sportler morgens (6:01 Uhr ± 1:09 Std.) mit dem Polar-Sporttester Vantage NV über 5 Minuten die RRIntervalle. Eine detaillierte Analyse der HRV erfolgte an insgesamt 684 Tagen. In die Auswertung wurden Parameter aus dem Streudiagramm (stda, stdb), der Zeitbereich- (SD, RMSSD) und Frequenzanalyse (TP, HF, LF. LF/HF%) einbezogen. Die Durchschnittswerte der Gesamtdatenmenge sprechen für eine betont vagotone Regulation des untersuchten Langtriathleten mit einer hohen HRV (stdb 128ms, SD 140ms, RMSSD 181ms, TP 20633ms2, HF 15936ms2, LF/HF 7,9%) bei sehr niedriger Ruhe-Herzfrequenz (Hf) von 43 ± 4 min-1. Es konnten signifikante
Korrelationen zwischen der Hf und der HRV nachgewiesen werden, insbesondere zu stdb, SD, RMSSD, HF, die den Vagotonus charakterisieren. Anhand ausgewählter Befunde der Studie wurde die HRV bei unterschiedlicher psychophysischer Beanspruchung untersucht. Dabei erwiesen sich intensive Trainings- und Wettkampfbelastungen, gesundheitliche Beeinträchtigungen, umfeldbedingter Stress und Schlafstörungen als Einflussfaktoren auf die HRV. Eine signifikante Abnahme der HRV kann als ein diagnostisches Kriterium für eine verminderte Belastbarkeit im Training gewertet werden.
Einfluss verschiedener Trainingsvarianten auf die aerobe und anaerobe Leistungsfähigkeit
Lorenz R, Büchl A, Jeschke D Lehrstuhl und Poliklinik für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin der Technischen Universität München
Problem: In Sportarten, bei denen die aerobe wie anaerobe Leistungsfähigkeit entscheidend ist, besteht im Training das Problem, dass Maßnahmen zur Verbesserung einer Komponente sich negativ auf die anderen auswirken können. Mit einer komplexen Leistungsdiagnostik sollte daher die spezifische Wirkung unterschiedlicher Trainingsformen geprüft werden.
Methode: Je 8 Männer (24 ± 4 Jahre) absolvierten ein 6wöchiges (3 x 50 min pro Woche) intensives 1. Dauer- (90 % der iANS), 2. Intervall- (80%/130%,
gleiche Arbeit) oder 3. Krafttraining. Die Leistungfähigkeit wurde vor und nach der Intervention mit einem aeroben Stufentest und einem willkürlich maximalen Tests (90 U/min) überprüft. 9 Personen dienten als Kontrolle. Alle 4 Gruppen unterschieden sich hinsichtlich der Ausgangswerte nicht.
Ergebnisse: Dauer- wie Intervalltraining verbesserten die aerobe Leistungsfähigkeit signifikant, aber mit negativem Einfluss auf die laktaziden Fähigkeiten. Nur Krafttraining verbesserte eindeutig die alaktaziden Eigenschaften. Die Ausgangsleistungsfähigkeit war bei allen Trainingsvarianten ohne Einfluss auf das Trainingsergebnis.
Schlussfolgerungen:
Das angewandte leistungsdiagnostische Vorgehen ist geeignet, die spezifischen
Auswirkungen eines Trainings auf aerobe und anaerobe Eigenschaften zu erfassen.
In Sportarten mit komplexen aeroben und anaeroben Leistungsvoraussetzungen sind
ein extensives Intervall- und ein Krafttraining zur Optimierung notwendig.
37. Deutscher
Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Effekte eines Inline-Marathon-Trainingsprogramms auf die inline-spezifische Leistungsfähigkeit
Schaar B, Fischer S, Hanssen-Doose A, Jaeschke R, Platen P*
Institut für Rehabilitation und Behindertensport, *Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, DSHS Köln
Ziel:
Fitnessskaten gewinnt immer mehr an
Bedeutung, was durch die Zahlen der verkauften Inline Skates und die Zunahme der
Inline-Marathon-Teilnehmer bestätigt werden kann. Zum gesundheitsorientierten
Trainieren mit dem Ziel präventiver Effekte steht die Verletzungsprophylaxe beim
Trainieren mit Inline Skates im Vordergrund („Safer Skating“).
Methodik: 270 Probanden (118m,
152w), die Inline Skating-Erfahrungen hatten, nahmen an einem
Inline-Trainingsprogramm von 21 Wochen teil. Im Pre-/Posttest fand eine
Experimentalgruppe EG (n=109, 41,3±10,6 Jahre) und eine Drop-Out-Gruppe DOG
(n=161, 37,2±9,0 Jahre) Berücksichtigung. EG nahm konstant an dem
Trainingsprogramm und an beiden Testzeitpunkten teil, wobei DOG unregelmäßig das
Angebot und nur den Pretest wahrnahm. Anhand eines Feldstufentests mit Inline
Skates (Eingangsstufe: 10 km/h, Steigerung:
3 km/h alle 5 min, Pause: 1 min) wurden die Geschwindigkeiten (GW) bei 2 mmol/l Laktat (LA, v2) und 4 mmol/l Laktat (LA, v4) bestimmt und die subjektive Befindlichkeit (MDBF) vor Beginn und nach dem Test protokolliert.
Ergebnisse:
Die Ergebnisse der EG zeigen, dass v2 und
v4 zunahm (p < 0,05) und der MDBF von Pre- zu Posttest konstant blieb. Die
Resultate der maximal erreichten GW bei konstantem LA und HF erhöhte sich (p <
0,001). Die Unterschiede zwischen EG und DOG zeigen, dass EG bei 2mmol/l zum
Testzeitpunkt 1 eine bessere Ausgangsbasis hatte (GW: p < 0,05). Im Anschluss an
das Vorbereitungsprogramm nahmen 74 Probanden an dem Inline-Marathon in Köln im
Mittel mit einer Geschwindigkeit von 17,81±2,25 km/h, 144,4±18,5 min teil.
Zusammenfassung: Die
Interventionseffekte basieren nicht nur auf der Verbesserung der technischen
Ausführungen, sondern auch auf physiologischen Anpassungen. Mit einem
strukturierten Inline-Trainingsprogramm ist eine breitensportlich orientierte
Wettkampfteilnahme leicht zu realisieren. Insgesamt lässt sich sagen, dass das
Inline Skating im Rahmen des Präventionssports unter leistungsphysiologischen
Aspekten effektiv anwendbar ist.
37. Deutscher
Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Sportmedizinkongress 2003 Abstract
Norbert Maassen,
Medizinische Hochschule Hannover Betriebseinheit Sportphysiologie/Sportmedizin
Mechanismen der Ermüdung
Grundsätzlich gibt es für die Ermüdung bei körperlicher Arbeit
verschiedene Definitionen. Man kann die Ermüdung a ls Zeitpunkt, zudem eine
gegebene Leistung nicht mehr aufrechterhalten werden, ansehen, oder als einen
Prozess der mit Beginn der Belastung beginnt, immer weiter fortschreitet und
irgendwann zur Reduktion der Leistung führt. Beide Definitionen lassen sich auf
die sogenannte zentrale wie auch auf die periphere Ermüdung anwenden. Die
periphere Ermüdung wird oft mit der muskulären Ermüdung gleichgesetzt. Diese
kann an den verschiedensten Strukturen auftreten, die verschiedensten Funktionen
beeinträchtigen und durch unterschiedlichste Faktoren hervorgerufen sein.
Wesentliche, diskutierte Faktoren sind Sauerstoffmangel, Azidose und
Substratmangel. Diese Faktoren können sich gegenseitig bedingen und
beeinflussen. O2-Mangel galt lange Zeit als Ursache für eine erhö hte
Laktatproduktion und damit als Ursache für die Azidose. Die Azidose ihrerseits
könnte die Energiebereitstellung, durch eine Hemmung der Phosphofruktokinase,
hemmen, oder aber den Querbrückenzyklus negativ beeinflussen. Bei hochintensiver
Intervallarbeit mit 15 sek Arbeitsphasen steigt der intrazelluläre pH-Wert
jedoch während der Arbeit, trotzdem nimmt die Leistung ab. Auch in Tierversuchen
sind bei 370C keine leistungsreduzierenden Effekte einer Azidose gefunden
worden. Andere Faktoren, die Ermüdung hervorrufen sollen, sind die Hemmung des
Querbrückenzyklus durch die Erhöhung von Phosphaten. Die erhöhte [Pi] soll des
weiteren zu einer Komplexierung von Ca++ führen und so zu einem Kraftverlust
beitragen. Die Kontraktionskraft ist auch abhängig von der Größe des
Aktionspotentials. Eine zunehmende Depolarisation durch Erhöhung der [K+] könnte
so zu einem Nachlassen der Leistung führen. Die Rolle der verschiedenen
Mechanismen bei unterschiedlichen Belastungen wird diskutiert.
http://www.sportmedizinkongress2003.de/frame.htm
W. Kindermann
Anaerobe Schwelle
Institut für Sport- und Präventivmedizin
Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Zusammanfassung
Laktat- und ventilatorische Schwellen werden zur Leistungsdiagnostik und
Trainingssteuerung eingesetzt. Die anaerobe Schwelle, ermittelt über die
Laktat-Leistungskurve, repräsentiert das maximale Laktat-Steady-State. Sie
ist die obere Grenze des aerob-anaeroben Übergangs und stellt einen
physiologischen Breakpoint dar. Bei länger dauernden Belastungen oberhalb
der anaeroben Schwelle steigt die Laktatkonzentration im Blut trotz
konstanter Intensität an. Der Beginn des aerobanaeroben Übergangs wird durch
die aerobe Schwelle definiert, den Punkt des ersten Laktatanstiegs. Den
genannten Laktatschwellen können ventilatorische Schwellen zugeordnet
werden. Individuelle anaerobe Schwellen erlauben gegenüber fixen
Laktatschwellen eine zuverlässigere
Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit und Intensitätssteuerung.
Einleitung
Das klassische Prinzip der Leistungsüberprüfung im Labor ist die
Spiroergometrie mit Messung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max). Es
besteht aber eine deutliche Diskrepanz zwischen der sportartspezifischen
Leistungsentwicklung, beispielsweise in gut messbaren Ausdauersportarten wie
im Langstreckenlauf, und der Zunahme der VO2max. Schon in den 60er und 70er
Jahren des vorigen Jahrhunderts lagen die Werte für die VO2max um oder über
80 ml/min/kg. Ähnliches gilt auch für die Herzvolumina, deren Maximalwerte
vor 3 Jahrzehnten bereits knapp 20 ml/kg betrugen. Die Messung von maximalen
Leistungsparametern wurde folgerichtig ergänzt durch Konzepte, die auf
submaximalen Werten basieren, wobei insbesondere respiratorische Größen (ventilatorische
Schwellen) und Blutlaktatkonzentrationen (Laktatschwellen) benutzt werden.
Seit den 70er Jahren ist die anaerobe Schwelle ein etablierter Begriff im
internationalen Schrifttum und hat in der Praxis von Leistungsdiagnostik und
Trainingssteuerung einen festen Stellenwert.
Definition
Aus trainingsphysiologischer Sicht hat der aerob-anaerobe Übergang
besondere Bedeutung. Dieser beginnt mit dem ersten Laktatanstieg, auch als
Laktatschwelle oder aerobe Schwelle (AeS) bezeichnet, und endet mit der
anaeroben bzw. individuellen anaeroben Schwelle (IAS), die das maximale
Laktat-Steady-State repräsentiert (3, 6, 9, 10).
Die anaerobe Schwelle liegt im Mittel bei 4 mmol/l Laktat (4), bei
Ausdauertrainierten aber meist niedriger. Spiroergometrisch entspricht dem
ersten Laktatanstieg die ventilatorische
Schwelle VT1 (7) . Die anfallende Milchsäure wird über Bikarbonat
abgepuffert, das vermehrt freigesetzte Kohlendioxid (Excess-CO2) führt zu
einem überproportionalen Anstieg der Ventilation. Hier
liegt auch der von Hollmann definierte Punkt des optimalen Wirkungsgrades
der Atmung (5). Wasserman (11) hat die ventilatorische Schwelle ursprünglich
als „anaerobic threshold“ bezeichnet, die nicht mit der über die
Laktatkonzentration ermittelten anaeroben Schwelle verwechselt werden darf,
deren Intensität höher liegt. Der zweite überproportionale Anstieg der
Ventilation (VT2) wird auch als respiratorischer Kompensationspunkt (RCP)
bezeichnet, der im Bereich der anaeroben Laktatschwelle liegt, aber nicht
punktgenau identisch ist. Es wird angenommen, dass in diesem
Intensitätsbereich die aus der Milchsäure anfallenden Wasserstoffionen nicht
mehr vollständig abgepuffert werden können, so dass der abfallende pH die
Atmung zusätzlich stimuliert (7).
Methodische Aspekte und Gütekriterien
Für die Bestimmung der ventilatorischen Schwellen haben sich
rampenförmige Belastungsprotokolle bewährt, weil stufenförmige
Intensitätsanstiege zu Artefakten führen können, die fälschlich als
Schwellen interpretiert werden. Hingegen werden Laktatschwellen überwiegend
auf der Basis von stufenförmigen Belastungsprotokollen ermittelt. Es
existiert eine Vielzahl von Methoden, wobei die jeweils berechneten
anaeroben Schwellen in der Regel nicht vergleichbar sind. Die meisten
Schwellenmodelle sind unzureichend validiert. Fixe, d. h. auf definierte
Laktatkonzentrationen bezogene Schwellen, sind zwar am einfachsten zu
bestimmen, berücksichtigen aber nicht, dass gleiche
Blutlaktatkonzentrationen interindividuell unterschiedliche metabolische
Situationen
reflektieren können. Deshalb sind so genannte individuelle anaerobe
Schwellen anzustreben, bei denen die Schwellen-Laktatkonzentrationen in
Abhängigkeit von der Sportart und vom Trainingszustand teilweise deutlich
von 4 mmol/l abweichen können. Ein in den 80er Jahren entwickeltes Konzept
zur Bestimmung der individuellen anaeroben Schwelle berücksichtigt
zusätzlich die Laktatkinetik der unmittelbaren Erholungsphase (9).
Es konnte nachgewiesen werden, dass die auf diese Weise bestimmte anaerobe
Schwelle das maximale Laktat-Steady-State widerspiegelt (10). Diese Schwelle
bleibt durch eine Glykogenverarmung der Arbeitsmuskulatur unbeeinflusst. Die
Reliabilität ist hoch, im Test-Retest-Vergleich besteht kein Unterschied für
die Schwellenleistungsfähigkeit. Veränderungen der Stufendauer und -höhe
wirken sich unterschiedlich aus. Eine Verlängerung der Stufendauer hat
keinen signifikanten Einfluss, dem gegenüber führt eine Reduzierung der
Stufenhöhe zu einem Anstieg der Schwelle (2).
Physiologischer Breakpoint
Da Änderungen der Energiebereitstellung nicht abrupt, sondern allmählich
erfolgen, wird der Schwellenbegriff auch kritisch diskutiert. Aber
zweifellos signalisieren markante Änderungen der Laktat- und
Ventilationskurven, die optisch als „Knickpunkte“ zu erkennen sind, nicht
nur metabolische, sondern auch Änderungen anderer Teilbereiche. So steigen
die Plasmakatecholamine Adrenalin und Noradrenalin bei Überschreiten der
anaeroben Schwelle überproportional an. Auch immunologische Parameter wie
die natürlichen Killerzellen oder der oxidative Burst zeigen oberhalb der
anaeroben Schwelle signifikante quantitative Veränderungen.
Trainingspraxis
Die anaerobe Schwelle ist ein zuverlässiger Parameter zur Beurteilung der Ausdauerleistungsfähigkeit und im Gegensatz zur VO2max unabhängig von der Motivation bzw. Ausbelastung (8). Veränderungen der Ausdauer werden mit hoher Sensitivität erfasst. Die Leistungsfähigkeit an der anaeroben Schwelle beträgt in Abhängigkeit von der Sportart und dem Trainingszustand ca. 60 bis 85 % VO2max (aerobe Schwelle ca. 40 bis 65 % VO2max). Intensitätsvorgaben für eine Trainingssteuerung sind anhand des Zwei- Schwellen-Konzepts (6, 7), das den aerob-anaeroben Übergang definiert, möglich (Abb. 2). Die aerobe Schwelle markiert die obere Grenze des regenerativen Trainingsbereichs. Extensives Ausdauertraining (Grundlagenausdauer I - GA I) findet je nach Sportart und Belastungsdauer bei 70 bis knapp 90 % der anaeroben Schwelle statt, intensives Ausdauertraining (Grundlagenausdauer II - GA II) und Tempodauerläufe (TDL) zwischen 90 bis 100 % der anaeroben Schwelle. Im Leistungssport erfolgt die Energiebereitstellung bei intensivem Dauerlauftraining bereits mit merklich anaeroben Anteilen (Laktat im Mittel zwischen 3 bis 5 mmol/l). Intervallprogramme (IVT) erfolgen mit Intensitäten oberhalb der anaeroben Schwelle, wobei in Abhängigkeit von Intensität und Pausendauer unterschiedliche Laktatkonzentrationen angesteuert werden können. Gute Marathonläufer absolvieren ihre Rennen im Bereich der anaeroben Schwelle. Deren Laufzeiten können deshalb über die Schwellenleistungsfähigkeit prognostiziert werden. Marathonläufer regionaler Klasse (ca. 3:00 h) laufen mit ca. 95 % der Geschwindigkeit der anaeroben Schwelle. Trainingsempfehlungen für den präventiven und rehabilitativen Sport orientieren sich ebenfalls am aerob-anaeroben Übergangsbereich. Kürzere Trainingseinheiten können zwischen 90 bis 100 % der anaeroben Schwelle, längere nahe der aeroben Schwelle durchgeführt werden. Die Empfehlungen sollten als Herzfrequenzvorgaben erfolgen. Da Betablocker die Laktat-Leistungskurve nicht beeinflussen, können auch für diesen Personenkreis exakte Trainingsvorgaben erfolgen. Überschwelliges Training, d. h. oberhalb der anaeroben Schwelle, ist für den Gesundheitssport nicht relevant und kann bei Patienten riskant sein.
Anaerobe Schwelle und Fettverbrennung
Das Maximum der Fettverbrennung - absolut betrachtet - liegt bei 55 bis 72 % VO2max entsprechend 68 bis 79 % der maximalen Herzfrequenz (1). Dies entspricht dem Bereich des aerob-anaeroben Übergangs. Erst oberhalb der anaeroben Schwelle nimmt der Anteil der Fettverbrennung an der Gesamtenergiebereitstellung deutlich ab. Mithin führt ein Training von ca. 90 % der anaeroben Schwelle auch zu einer maximalen Fettverbrennung.
Fazit
Die anaerobe Schwelle ist ein zuverlässiger und praktikabler Parameter in der Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Die jeweiligen Testmethoden müssen aber hinsichtlich ihres Anwendungsbereiches validiert und kritisch hinterfragt werden, um eine sinnvolle Nutzung in der Sportpraxis zu gewährleisten. Wegen der möglichen interindividuellen Unterschiede im Laktatverhalten sollten laktatorientierte Trainingsempfehlungen zumindest in Einzelfällen unter spezifischen Feldbedingungen überprüft werden. Außerdem können biomechanische und koordinative Unterschiede zwischen Labor- und Feldbelastung bestehen.
Literatur
1. Achten J, Gleeson M, Jeukendrup AE: Determination of the exercise
intensity that elicits maximal fat oxidation. Med Sci Sports Exerc 34 (2002)
92-97.
2. Coen B, Urhausen A, Kindermann W: Individual anaerobic threshold:
methodological aspects of its assessment in running. Int J Sports Med 22
(2001) 8-16.
3. Dickhuth HH, Yin L, Niess A, Röcker K, Mayer F, Heitkamp HC, Horstmann T:
Ventilatory, lactate-derived and catecholamine thresholds during incremental
treadmill running: relationship and
reproducibility. Int J Sports Med 20 (1999) 122-127.
4. Heck H, Mader A, Hess G, Mücke S, Müller R, Hollmann W: Justification of
the 4-mmol/l lactate threshold. Int J Sports Med 6 (1985) 117-130.
5. Hollmann W: Höchst- und Dauerleistungsfähigkeit des Sportlers. Barth,
München, 1963.
6. Kindermann W, Simon G, Keul J: The significance of the aerobic-anaerobic
transition for the determination of work load intensities during endurance
training. Eur J Appl Physiol 42 (1979) 25-34.
7. McLellan TM: The anaerobic threshold: concept and controversy. Austral J
Sci Med Sport 19 (1987) 3-8.
8. Meyer T, Gabriel HHW, Kindermann W: Is determination of exercise
intensities as percentages of VO2max or HRmax adequate? Med Sci Sports Exerc
31 (1999) 1342-1345.
9. Stegmann H, Kindermann W, Schnabel A: Lactate kinetics and individual
anaerobic threshold. Int J Sports Med 2 (1981) 160-165.
10. Urhausen A, Coen B, Weiler B, Kindermann W: Individual anaerobic
threshold and maximum lactate steady state. Int J Sports Med 14 (1993)
134-139.
11. Wasserman K, Whipp BJ, Koyl SN, Beaver WL: Anaerobic threshold and
respiratory gas exchange during exercise. J Appl Physiol 35 (1973) 236-243.
Korrespondenzadresse:
Univ.-Prof. Dr. med. Wilfried Kindermann
Institut für Sport- und Präventivmedizin
Campus, Gebäude 39.1
66123 Saarbrücken
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 55, Nr. 6 (2004)
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