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Ausdauertraining und Fettverbrennung - In welchem Belastungsbereich trainieren sie am besten?! 

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RADSPORT      Prof. Dr. G. Neumann

(Zeitschrift für Sportmedizin 4-2000)

Das Radfahren ist eine typische Ausdauersportart, in der im Hochleistungssport die größte Zahl an Trainingsstunden im Jahr erreicht wird. Die Geschwindigkeit beim Radfahren repräsentiert nicht direkt die Leistungsfähigkeit des Sportlers, da sie durch zahlreiche Widerstandskomponenten beeinflusst wird. Zu diesen zählen: Hangabtriebskomponente, Rollreibung und Luftwiderstand. Der Luftwiderstand hat auf die Fahrgeschwindigkeit den größten Einfluss. Das Fahren im Windschatten  
spart bis 40% an Energie. Die Glykogenspeicher in Muskulatur und Leber
reichen nur für intensive Belastungen von 90 bis 120 min Dauer, so dass eine zusätzliche Nahrungs (Kohlenhydrat-) und Flüssigkeitsaufnahme bei längeren Belastungen notwendig wird. Die erforderliche Kohlenhydrataufnahme pro Stunde Belastung beträgt 40 bis 60g. Die in Muskulatur und Fettgewebe eingelagerten Freien Fettsäuren sichern bei mehrstündigen Belastungen über 70% des Energiebedarfs. Radfahren ist eine ideale Sportart für die Prävention. Die Belastungsintensität ist durch die individuelle Herzschlagfrequenz (Hf) am besten zu steuern. Bei einer Hf von 110 bis 150/min wird im Fitnesssport mit Sicherheit die

Einleitung
Die Grundlage des Radsports bildete die geniale Erfindung des Freiherrn Drais von Sauerbronn, der 1818 seine Laufmaschine erfand. Nach technischen Weiterentwicklungen des Rades wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erste Rennen gefahren. Die Geburtsstunde der berühmten Tour de France geht auf das Jahr 1903 zurück. Aus dem anfänglich bevorzugten Straßenradrennfahren haben sich inzwischen viele Einzeldisziplinen etabliert, die auf dem Programm von Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen stehen (Tab.1 ). Der traditionsreiche Radsport ist längst kein Privileg des Leistungssports, er wird über alle Altersklassen von beiden Geschlechtern betrieben. Inzwischen ist das Radfahren auch Bestandteil von Kombinationssportarten, wie z.B. Triathlon, Duathlon und Wintertriathlon. Das Fahrrad hat sich deshalb so rasant durchgesesetzt, weil mit demselben Energieaufwand eine 4 mal schnellere Fortbewegung gegenüber dem Laufen erreicht wird. Veranschlagt man beim Gehen von 5 km/h (1,4 m/s) einen Leistungsaufwand von 50 W, so erreicht man mit der gleichen Energie auf dem Rad eine Geschwindigkeit von 20 km/h (5,6 m/s). Für die einzelnen Radwettbewerbe sind zahlreiche spezielle Radkonstruktionen entwickelt, die zur schnelleren Fortbewegung unter den jeweiligen Radfahrbedingungen dienen. Das typische Straßenrennrad wiegt heute weniger als 9 kg. Das gegenwärtige Trendrad ist das Mountainbike. Die Popularität erklärt sich gegenwärtig dadurch, dass der zunehmende Autoverkehr den Radfahrer auf der Straße gefährdet. Durch das Fahren im verkehrsarmen Gelände, mit teilweise hohem Erlebniswert, steigt die Beliebtheit dieser Art Radfahren im Fitnesssport. Das bevorzugte Vergleichsmaß der Leistungen ist die Geschwindigkeit, die in km·h -1 angegeben wird. Die Radfahrgeschwindigkeit ist jedoch nicht repräsentativ für die aufzubringende Leistung bzw. den Energieverbrauch, da zahlreiche physikalische Gesetzmäßigkeiten diese beeinflussen (5). Auf die Leistung beim Radfahren haben mehrere Faktoren Einfluss. Die für das Radfahren verantwortlichen Widerstandskräfte sind vereinfacht dargestellt folgende:

 Hangabtriebskomponente: F o (sin ), die abhängig von Körpergewicht und Radgewicht bei Anstieg und Abfahrt wirkt.
 Rollreibung: F l (v), die von Fahrgeschwindigkeit, Reifenprofil und Straßenbelag abhängt.

Luftwiderstand: F 2 (v 2 ), repräsentiert den zu überwindenden Fahrtwind und wird von Einzel- und Gruppenfahrt sowie Sitzposition beeinflusst. Aus diesen Faktoren setzt sich die Radleistung zusammen. Wird der Begriff der Leistung (P) verwandt, dann muss jede einwirkende Widerstandskraft (F 0 , F 1 und F 2 ) mit der Geschwindigkeit multipliziert werden.
P = F gesamt · v bzw. P = F o (v) + F 1 (v 2 ) + F 2 (v 3 )
Mit der Zunahme der Radfahrgeschwindigkeit wird der Luftwiderstand
zum entscheidenden Bremsfaktor und damit auch für den Energieverbrauch (3). Demnach erhöht sich der Energieverbrauch mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit auf dem Rennrad mit der dritten Potenz der Geschwindigkeit (Abb. 1). Durch die Anpassung der Haltung an ein aerodynamisch konstruiertes Rad ist mit einer Geschwindigkeitserhöhung von 3% zu rechnen (3). Durch das Fahren in der Gruppe und Abwechslung in der Führungsarbeit kann die aufzubringende Leistung bzw. der Energiebedarf beim Radfahren deutlich vermindert werden (Abb. 2 ). Ähnlich wirkt die Sitzhaltung auf den Luftwiderstand beim Radfahren. Die Windauffangfläche, die in aufrechter Sitzposition etwa 0,6 m 2 beträgt, kann sich bei stark gebeugter Haltung auf 0,38 m 2 vermindern (5). Da die Luftdichte temperaturabhängig ist, ergibt sich, dass bei ansteigender Außentemperatur die Luftdichte sinkt. Bei einer Lufttemperatur von 20°C ist der Luftwiderstand um 8 % niedriger als bei O°C (5). Die Radfahrleistung wird auch von der Körpermasse beeinflusst. Bei einem vergleichbaren aeroben Leistungsniveau haben leichtgewichtige Radrennfahrer (unter 65 kg) bei Bergetappen Vorteile gegenu
eber den schwereren Fahrern (über 75 kg). Hingegen haben schwerere Athleten beim Zeitfahren auf flachen Strecken Vorteile (28). Bei Gruppenfahrten überwiegen taktische Gegebenheiten und Erfahrungen der Sportler, so dass die Einflüsse der Körpermasse weniger zur Geltung kommen.
Die ständige Leistungszunahme im Radsport ist an der
Entwicklung des Stundenweltrekords erkennbar, der seit 1996 bei 56,4 km·h -1 liegt (Abb. 3). Der Radsport gehört zu den Sportarten mit der höchsten sportartspezifischen Trainingsbelastung. Nur die Triathleten überbieten die Radsportler in der Gesamtbelastung, was durch den ständigen Sportartenwechsel (Laufen, Radfahren und Schwimmen) möglich ist. Top-Radsportler trainieren wöchentlich 800 bis 1.500 km und kommen bei 30 Stunden Training/Woche auf über 35.000 Kilometer im Jahr. Allein im Wettkampf werden jährlich 10.000 bis 15.000 km gefahren (10).

Struktur von Radsportleistungen

Abbildung 1: Abhängigkeit der zu überwindenden Widerstände beim Radfahren mit zunehmender Geschwindigkeit. Der größte Bremswiderstand geht vom Luftwiderstand aus. Rollwiderstand und Hangabtriebskomponente sind auf der Ebene von untergeordneter Bedeutung (modif. nach 6).

Abbildung 2: Windschattenfahren einer Vierer-Mannschaft auf der Straße. Durch das Fahren im Windschatten vermindert sich die aufzubringende Leistung deutlich und demnach der Energieverbrauch. Der Führungswechsel erfolgte alle 25 s. Daten nach Petermann (1998).

Struktur von Radsportleistungen

Die trainingsmethodischen, technologischen und biologischen Faktoren, die für das Zustandekommen der sportartspezifischen Wettkampfleistung notwendig sind, werden als Leistungsstruktur bezeichnet (Tab. 1). Der Radsport erfordert aus physiologischer Sicht eine breite Palette von organischen und funktionellen Voraussetzungen, die soweit gefächert sind, dass eine Person nur noch in einem engen Sektor des Radsports sich spezialisieren und trainieren kann, um erst nach dem 25. Lebensjahr möglich sind. Der Zeitbereich, in dem eine sportartspezifische Leistung erbracht werden soll, hat sich als wesentliches Orientierungsmaß für die Inhalte des Trainings herausgestellt. Die kardiopulmonalen, metabolen und neuromuskulären Regulationsmuster unterscheiden sich in ihrer zeitlichen Beanspruchungsmöglichkeit deutlicher als in der Spezifik einer Sportart. Anders ausgedrückt, die Belastungsdauer (Wettkampf) beeinflusst die Regulationsumstellungen der Funktionssysteme stärker als die ausgeübte Sportart. Die Radsportleistung erstreckt sich über alle Zeitbereiche der funktionellen Beanspruchung, d.h. vom 200 m-Sprint auf der Bahn bis zum Dauerradfahren über 3.600 km (20facher Langtriathlon!) oder lange Etappenradrennen. Leistungsverbesserung in den einzelnen Radsportdisziplinen wurde sowohl durch die ständige Zunahme der konditionellen Leistungsfähigkeit (sportartspezifische Leistungsgrundlagen) als auch durch die technische Weiterentwicklung des Rennrades erreicht. Zunehmend wird nach Belastungsformen zur Erhöhung der konditionellen Leistungsvoraussetzungen gesucht, die aus leistungsphysiologischer Sicht bislang nicht für möglich oder sinnvoll gehalten wurden. Ein markantes  Beispiel hierfür ist die Vorbereitung auf den 4000 m-Weltrekord auf der Radrennbahn 1996 (4:11:11 min), für dessen Vorbereitung C. Boardman (UK) die Tour de France ( etwa 3.700 km) absolvierte. Der leistungs-physiologische Hintergrund seiner Vorbereitung war die Entwicklung einer sehr hohen Anpassung in der aeroben Kraftausdauerfähigkeit. Im Training der aeroben Kraftausdauer Rad liegt eine entscheidende physiologische Leistungsreserve. Kennzeichen dieser Trainingsform ist ein langsames Bergauffahren über Stunden (Abb. 4). Die muskelzellulären Leistungsgrundlagen unterschieden sich zwischen den Bahn- und Straßenradrennfahrern in der genetisch vorgegebenen Verteilung der langsam kontrahierenden Muskelfasern (STF) und der schnell kontrahierenden Muskelfasern (FTF) in der Beinmuskulatur deutlich (Tab. 2). Die sportartspezifischen Kraftanforderungen im Straßen- und Bahnradtraining führten zur unterschiedlichen Hypertrophie in den STF und den FTF. Die Anpassungen in den Enzymaktivitäten der Muskulatur wiesen aus, dass die Straßenfahrer in der Regel einen höheren aeroben Energiedurchsatz aufweisen. Ein Indiz dafür ist das hohe Aktivitätsniveau der Citratsynthetase, einem Schlüsselenzym im Citratzyklus (Tab. 3). Der größere glykolytische Energiedurchsatz der Bahnradfahrer gegenüber den Straßenradfahrern ist am höheren Aktivitätsniveau, wesentlicher Regulatorenzyme der Glykolyse, so der Phosphoglyceratkinase (PGK), ersichtlich. Die bei der sportartspezifischen Leistungsdiagnostik messbaren Veränderungen in der aeroben Leistungsfähigkeit, wie maximale Sauerstoffaufnahme, korrelierten eng mit den Veränderungen im Aktivitätsniveau der Schlüsselenzyme des aeroben Energiestoffwechsels (8).Daraus ist ableitbar, dass die maximale Sauerstoffaufnahme den Adaptationszustand wesentlicher Regulatorenzyme des aeroben Energiestoffwechsels repräsentiert. Der enge Zusammenhang zwischen dem Aktivitätsniveau der PGK und der Laktatmobilisation ermöglicht, dass aus der Höhe der Laktatkonzentration bei intensiven Radbelastungen auf das Anpassungsniveau von Enzymen im glycolytischen Stoffwechsel in der Muskulatur geschlossen werden kann (15).
 

Sporart Anzahl STF (Typ I) FTF

(Typ II)

 

FTG

(Typ IIa)

 

STF FTF

 

Muskelfasertyp Muskelfaserfläche
(µm 2 ) VO 2 max

(ml/min·kg

Bahnsprinter

1000 m-Zeitfahrer Bahn

4000 m-Mannschaftsfahrer Bahn

Straßenrennenfahrer

5

5

10

19

66,0±5,7

71,6±4,8

78,6±4,0

79,0±5,9

34,0±5,7

28,4±4,8

21,4±4,1

21,0±5,9

32,7±4,9

24,9±3,3

23,2±3,3

20,0±4,8

9010±1600

8540±1790

7800±1500

6112±416

13470±2370

12000±2170

9790±1410

6336±256

65,5±3

65,7±9

75,7±4

78,9±5

Tabelle 2: Muskelfaserverteilung, Muskelfaserfläche (M. vastus lateralis) und maximale Sauerstoffaufnahme
von Eliteradsportlern der DDR (nach 15).


Für stabile Radsportleistungen hat das Niveau der aeroben Leistungsfähigkeit eine entscheidende Bedeutung. Die aerobe Leistungsfähigkeit im Radsport kann zuverlässig mit zwei Messgrößen charakterisiert werden. Zum einen ist es die maximale Sauerstoffaufnahme und zum andern die Leistung auf submaximalen Belastungsstufen bei einem definierten Stoffwechselwert (Laktat) oder Herzfrequenz (Hf). Das Testprotokoll für Leistungssportler (BDR, Sportmedizin Freiburg) geht von Fahrradergometerbelastungen ab 100 W und Steigerungen alle 3 min um 20 W bis zum subjektiven Abbruch aus (27). Alle im Labor gebräuchlichen Fahrradergometer sind leistungsgeregelt. Profis erreichen Leistungen über 440 W beim Stufentest. Je nach Leistungszustand der Athleten und Tradition der Einrichtungen gibt es abweichende Varianten in der Testgestaltung. Die diagnostische Aussage ist aber gleich. Die Höhe der maximalen Sauerstoffauffnahme (V0 2 max) hat für Spitzenleistungen eine Voraussetzungsfunktion, denn Spitzenleistungen werden im Straßenradsport in einer Bandbreite von 75 bis 85 ml·kg -1 ·min -1 V0 2 max erbracht.

Voraussetzungen für Spitzenleistungen im Radsport

Bei Frauen im Straßenradsport liegen die Anforderungen an die VO 2 max bei 65 bis 75 ml·kg -1 ·min -1 (16). Die VO 2 max ist zwar ein zuverlässiges Maß für den maximal möglichen aeroben Energiedurchsatz, sie sagt aber wenig über die aerobe Basisleistungsfähigkeit des Radsportlers aus. Die im Radsport üblichen ansteigenden Stufentests mit einer Belastungsdauer von 40 bis 50 min sind repräsentativ für die Bestimmung der sportartspezifischen V0 2 max (7). Frühere Annahmen, dass beim Radtest
nur 89-93% der VO 2 max im Vergleich zum Laufbandstufentest aufgenommen werden, sind praktisch gegenstandslos, weil für
die Bestimmung der Leistungsfähigkeit nur die Belastung der sportartspezifisch trainierten Muskulatur entscheidend ist. Zudem
ergaben Untersuchungen an Eliteradsportlern, dass die V0 2 max kein guter Predictor für die aerobe Leistungsfähigkeit ist (1)

Belastungssteuerung
In der sportartspezifischen Leistungsdiagnostik Rad ist das wesentlichste Kriterium für die Ausdauerleistungsfähigkeit nach unseren Erfahrungen die erreichte Leistung
(W·kg -1 ) bei 2 oder 3 mmol Laktat. Top-Radsportler erreichen in der Stoffwechsellage von 2 mmol Laktat eine Leistung von 5 W·kg -1 . Aus diesem Leistungsniveau bei 2 mmol Laktat kann auch auf die aerobe Kraftausdauerfähigkeit geschlossen werden. Auf submaximalen Belastungsstufen, z.B. bei 250 W oder 3 bis 4 W·kg -1 , ist die Entwicklung der Ökonomie des Ausdauertrainings, beurteilt über die Hf und/oder Sauerstoffaufnahme zu-verlässig bestimmbar (1). Messungen der Kraftausdauerfähigkeit bei internationalen Radrundfahrten ergaben, dass über Bergstrecken (14,5 km, 8% Anstieg bei 1140 Höhenmetern) Leistungen von 6,2 W·kg -1 (Marco Pantani, Italien) oder 6,05 W·kg -1 (Jan Ullrich, Deutschland) erbracht wurden (22). Interessanterweise werden die besten Bergfahrleistungen mit höherer Tretfrequenz erreicht. Das konnte auch im Experiment bestätigt werden (29). Der Zusammenhang zwischen der Radleistung und der maximalen Sauerstoffaufnahme wurde bei zunehmender Tretfrequenz besser (4). Das Erreichen einer VO 2 max über 80 ml·kg -1 ·min -1 ist nur bei Tretfrequenzen über 100 U/min möglich. Für die weltbesten Radprofis ist die Bewältigung von 6 W·kg -1 über eine Dauer von 40 min eine reale Leistungsanforderung. Diese kennzeichnet die Anforderung der Leistungsstruktur beim Bergzeitfahren für Siege. Top Radsportler wiesen eine Kraftausdauerfähigkeit (Leistung) am Belastungsende einer ansteigenden Ergometerbelastung von > 5 W·kg -1 bei Frauen und von > 6 W·kg -1 bei Männern auf. Spitzenprofis erreichten Leistungen von über 7 W·kg -1 im Ergometerstufentest (21).

Abbildung 3: Entwicklung des Stundenweltrekordes im Radsport ab 1893. Seit 1996 steht der Weltrekord bei 56,4 km/h (Chris Boardman, England).

Enzymaktivitä (µmol/g FM)

Glykogensynthetase

Phosphoglyceratkinase

Pyruvatkinase

Laktatdehydrogenase

Citratsynthetase

Straßenradsportler    (n=19)

7,62±1,38

174±48

103±22

229±72

43,0±11,3

Bahnradsportler (n=12)

4,10±2,10

274±60

450±48

390±114

29,3±10,1

Signifikanz p<

0,002

0,001

0,001

0,001

0,005

Tabelle 3: Enzymaktivitäten im M. vastus lateralis im Bahn- und Straßenradsportlern im Hochleistungssport der DDR (nach 15).

Die reale Messung der Kraftfähigkeiten beim Radfahren ist mit dem SRM-System nach Schoberer möglich (27). Dieses System erfasst das Drehmoment an der Tretkurbel, die Fahrgeschwindigkeit, die Tretfrequenz, die Streckenlänge, die Herzfrequenz, die Fahrzeit sowie die Leistung (W). Aus der vollbrachten Leistung und aufgewandten Tretkraft, kann das reale Leistungsvermögen des Athleten unter Feldbedingungen individuell bestimmt werden. Neben dieser Schoberer-System Komplettversion gibt es eine preiswerte Amateurversion. Neu ist ein preisgünstiges Trainings-System CYCLUS 2 nach Richter, welches dieselben Parameter wie das Schoberer-System und noch weitere unter stationären Laborbedingungen messen kann (21). Der Sportler benutzt sein eigenes Rennrad und kann zusätzlich alle gewünschten natürlichen Belastungsprofile, einschließlich eines vorgegebenen Luftwiderstandes, im Raum fahren. Neben Stufentestvarianten sind der isokinetische Maximalkrafttest, der Sprinttest und der Sinusbelastungstest möglich.

Isokinetischer Maximalkrafttest
Beim isokinetischen Maximalkrafttest, früher auch als Zugkrafttest bezeichnet, werden dem Sportler auf dem Ergometer (CYCLUS 2 oder Schoberer-Ergometer) 4-5 festgelegte und vergleichbare Tretfrequenzen von 50 bis 200 U/min vorgegeben.  
Er muss bei jeder Stufe (Tretfrequenz) seine maximale Tretkraft entfalten. Die Maximalkraft beträgt bei Spitzensportlern über 1000 N. Die maximale Testleistung beträgt > 2000 W.

Sprinttest
Der wegbezogene Sprinttest mit CYCLUS 2 orientiert sich am 200 m-Bahnsprint. Dem Sportler wird eine 200 m-Strecke vorgegeben, die er bei elektronisch verändertem Luftwiderstand maximal schnell zurücklegen muss. Zur Überwindung des Luftwiderstandes muss der Sportler eine maximale Leistung (800 bis über 2.000 W) bei Trittfrequenzen von 110 -200U/min erbringen. Darüber hinaus wird der Leistungsabfall bei 100 und 200 m angezeigt. Die maximale Leistung wird zwischen 
30 bis 60 m erreicht. Bei 100 m betr
ägt der Leistungsabfall 20-30% und bei 200 m bereits 40-50%.

Sinusbelastungstest
Der Sinusbelastungstest ist ein leistungsgeregelter Test, bei dem die Belastung von einem Ausgangswert von 100 W sinusförmig auf ein vorgegebenes Maximum gesteigert wird und wieder auf die 100 W Basisleistung zurückgeht. Die Amplituden der Sinusfunktion (Leistung) können in Sprüngen von 25-100 W bis maximal 2.500 W gesteigert werden. 
Die
Periodendauer des sinusförmigen Belastungszyklus ist zwischen 35 s bis 5 min veränderbar. Mit dieser Belastungsform  
werden zwei- bis zehnfach h
öhere Leistungen als bei üblichen Stufentests erreicht.

Linearer (rampenförmiger) Belastungstest
Mit einem linearen (stufenlos ansteigend) oder rampenförmigen (kleinstufig ansteigend) Belastungsanstieg (z.B. nach 100 W Startleistung) kann der Sportler in kurzer Zeit zum Leistungsende geführt werden. Mit diesem Testprotokoll kann der Sportler z.B. in 5 min 600 W oder in 10 min 1.000 W erreichen. Am Belastungsende können maximale Sauerstoffaufnahme oder maximale Laktatmobilisation sicherer erfasst werden als mit dem üblichen zeitlich längeren Stufentest. Auf den klassischen Fahrradergometern (z.B. Lode-Ergometer mit hyperboler Leistungsregelung) werden die normalen Stufentests gefahren.

Leistung bei 2 mmol Laktat (PL2)
Ein leistungsdiagnostisch zuverlässiger Indikator für die Erfassung des Entwicklungsniveau der Ausdauerleistungsfähigkeit ist die erreichte Leistung bei 2 oder 3 mmol Laktat (PL2, PL3) im Ergometer-Stufentest. Für die Beurteilung des Niveaus und der Stabilität der submaximalen Radleistungsfähigkeit haben PL2 oder PL3 eine große diagnostische Bedeutung für die Steuerung der Trainingsbelastung. Zusätzlich werden Hf, V0 2 und % der VO 2 max bei PL2 als Orientierungsgrößen für das Training genutzt. Die Hf-Messung ist für die Belastungssteuerung mit dem EKG-genauen Polar-System (oder weitere Fabrikate) unentbehrlich, weil, wie bereits erwähnt, die Fahrgeschwindigkeit nicht repräsentativ für den biologischen Aufwand ist. Die Hf als unmittelbare Kontrollgröße der Beanspruchung ist die am häufigsten genutzte biologische Steuergröße im Radsport. Über die Entwicklung der trainingsinduzierten Bradykardie kann die Anpassung an die Belastungsvorgabe sicher abgeschätzt werden.

Abbildung 4: Gestaltung des Kraftausdauertrainings Rad beim Bergzeitfahren lange Distanzen in aerober Stoffwechsellage. Durchschnittswerte der Nationalmannschaft Männer Triathlon (nach 21).

Streckenlänge (km)

40*

100

210

300

540**

Straßenradsport
(nach 20, 21)
Anzahl (n)

12

12

6

6

9

Durchschnitts-geschwindigkeit
(km/h)

40

37

32

27

20

Serumharnstoff (mmol/l)

7,0±2,2

7,8±1,3

9,8±2,0

8,8±1,4

11,0±2,6

Freie Fettsäuren (mmol/l)

7,0±2,2

7,8±1,3

9,8±2,0

8,8±1,4

11,0±2,6

Ketonkörper/ Betahydroxibutirat (µmol/l)

50±20

210±30

450±80

642±522

Tabelle 4: Stoffwechselmeßgrößen bei unterschiedlich langen Wettkampfbelastungen im * Zeitfahren, ** bei einem Dreifachlangtriathlon

Energetische Sicherung der Radfahrleistung    Maximalkraft im Radsport

Die zentralnervale Kontrolle der Kreislauffunktion bzw. der Hf-Regulation bei Belastung wird allgemein akzeptiert (14). Mit der Hf werden die trainingsbedingten Veränderungen mehrerer physiologischer Mechnismen erfasst, die insgesamt die Auswirkungen der zentralnervalen, kardialen und metabolen Einflussgrößen repräsentieren. Die Veränderungen in der Herz-Kreislauf-Funktion bei hohen summierenden Trainingsbelastungen können auch einen möglichen Übergang zum Übertraining darstellen (9). In der Hf repräsentieren sich die Einflüsse des vegetativen Nervensystems, der neuromuskulären Erregbarkeit, der veränderten Sensitivität der Adrenorezeptoren gegenüber den Katecholaminen, die Abnahme der intrinsischen Herzaktivität und weitere Einflüsse. 
Beim
Radtraining wird der aerobe Stoffwechsel (2 mmol·l -1 Laktat) mit Sicherheit eingehalten, wenn die Hf 110 bis 150 Schläge/ min beträgt. Erst bei Überschreiten der Hf von 170/min ist mit einem Laktatanstieg über 2 mmol·l -1 zu rechnen. In speziellen Rennsituationen sind im Radsport für kurze Zeit hohe Kraftspitzen aufzubringen. Das betrifft z.B. die Beschleunigung aus dem Stand oder den Antritt beim Endspurt im Bahnradsport. Hierbei sind innerhalb von 10 bis 15 Sekunden kurzzeitige Leistungsspitzen von über 2000 W freizusetzen. Die offiziell maximal gemessene Kraft bei Radtests beträgt 2375 W (3,3 PS) über 5 s auf einem Fahrradergometer (Nüscheler, 1995). Die Maximalkraft ist auch Gegenstand spezieller Tests.
 Im isokinetischen Maximalkrafttest (z.B. bei 100
U/min) wird die maximal mögliche Tretkraft des Radsportlers gemessen. Diese Tests sind nur mit dem SRM-Ergometer und CYCLUS 2 möglich. Im Sprinttest ist die Freisetzung der Maximalkraft von der Tretfrequenz abhängig. Während Bahnradsprinter bei der antrainierten hohen Tretfrequenz die größte Kraft aufbringen (z.B. 2100 W über 200 m bei 140 U/min ), können die Straßenradfahrer im vergleichbaren Test nur etwa 1.200 W bei 105 U/min freisetzen (21). Der Maximal-Tretfrequenz- Weltrekord liegt seit 1990 bei 271U/min, gehalten von M. Nüscheler (CH). Beim Vierermannschaftsfahren auf der Bahn ist in der Führungsposition eine Leistung von durchschnittlich 700 W aufzubringen. Das Fahren in der 2. bis 4. Position (Windschatten) erfordert eine Leistung von 450 W für 2,5 min, bei Geschwindigkeiten über 50 km·h -1 (11). Die verfügbaren Glykogenvorräte leistungsfähiger Radsportler betragen in Muskulatur und Leber insgesamt 400 bis 500 g (17). 
Beim Umsatz von 400 g Glykogen k
önnen 1.640 kcal an Energie freigesetzt werden, die nur für maximal 50 km Radfahren mit hoher Geschwindigkeit ausreichen würden. Da praktisch auch höhere Anteile von Freien Fettsäuren (FFS) verstoffwechselt werden, ergeben sich längere Belastungszeiten. Bei allen Radsportbelastungen über 2 min Dauer überwiegt der aerobe Energiestoffwechsel (s. Tab. 1). Dieser setzt sich bei Ausdauerbelastungen immer aus einem Mischungsverhältnis des Kohlenhydrat- und Fettumsatzes zusammen. Die Anteile werden von der Belastungsintensität (Geschwindigkeit) und Belastungsdauer entscheidend beeinflusst. Bei einer Laktatkonzentration bis 5 mmol·l -1 erfolgt die Energiegewinnung sowohl aus dem Kohlenhydrat- als auch Fettstoffwechsel. Bei dieser Stoffwechselsituation sind Radleistungen von 90 bis 120 min Dauer ohne zusätzliche Nahrungsaufnahme möglich. Im Radrennsport sind nach 2 Stunden die Glykogenspeicher erschöpft und die angelaufene Gluconeogenese sichert nur einen Teil des Glukosebedarfs.  
Um die Hom
öostase der Blutglukose aufrechtzuerhalten sind die Sportler gezwungen, zusätzlich Kohlenhydrate (Glukose) aufzunehmen (17, 25). Kommt es zur Hypoglykämie, dann wird die Geschwindigkeit stark vermindert oder der Sportler legt eine kurze Pause ein. Der Umsatz der FFS ist stark vom Aktivierungsniveau der Glykolyse abhängig, d.h. von der Laktatkonzentration. Bei einer Laktatkonzentration über 8,4 mmol·l -1 wurde die Lipolyse völlig unterdruckt (2). Synchrone Bestimmungen von Laktat und FFS bei Leistungssportlern im Training und Wettkampf ergaben, dass die Grenze bei der Unterdrückung der Lipolyse durch Laktat bei Blutlaktatkonzentrationen zwischen 6 bis 7 mmol·l -1 liegt (21). Die Eliminationsgeschwindigkeitdes bei intensiven Belastungen gebildeten Laktats kann nur durch die entsprechende Verdrängung der FFS aus der mitochondrialen Verbrennung gesteigert werden (12). Modellberechnungen ergaben, dass bereits bei 4 mmol·l -1 Laktat die Aktivität des Enzymkomplexes Pyruvatdehydrogenase (PDH) um 80 % vermindert wurde und die Fettverbrennung nur noch 20% beträgt (13). 
Die
Bildung von 1 mmol·l -1 Laktat ersetzt energetisch während der Belastung ein Sauerstoffdefizit von 2,7 ml·kg -1 ·min -1 (12). Alle über 2 Stunden hinausgehenden Radsportbelastungen sind durch den zunehmenden Umsatz der FFS gekennzeichnet. Die für die Aufrechterhaltung der Glukosehomöostase notwendige Glukoseaufnahme wird überwiegend aus dem Umbau der während der Belastung aufgenommenen Kohlenhydrate kompensiert. Über die Glukoneogenese aus Proteinen (Aminosäuren) und Glycerol wird nur ein kleinerer Teil Glukose gewonnen. Mehrstündige Straßenradbelastungen werden energetisch zu über 70 % aus dem Umsatz der FFS abgesichert. Der erhöhte Umsatz von FFS ist aus dem erniedrigten Respiratorischen Quotienten (RQ), der dann 0,80 bis 0,73 beträgt, abschätzbar.

Radfahren Geschwindigkeit von 3 min/km oder 20 km/h

1 Stunde

2 Stunden

3 Stunden

4 Stunden

8 Stunden

10 Stunden

Belastung (aus 18) kcal/h

400

800

1200

1600

3200

4000

kJ/h

1680

3360

5040

6720

13440

16800

Tabelle 5: Energieverbrauch beim Radfahren im Fitnesssport. Bezugspunkt ist eine Körpermasse von 70 kg. Bei Zunahme der Körpermasse um 10 kg erhöht sich der Energiebedarf um 2 kcal (8,4 kJ) pro Minute

Zum anderen kommt es mit zunehmender Belastungsdauer zu einem Anstieg der FFS Konzentration im Blut (s. Tab. 1, 4). Während der Belastung kann die Konzentration der FFS um den Faktor 10 bis 15 zunehmen und dieses wird als Ausdruck der erhöhten Fettsäurenverbrennung gewertet (24). Trotz der Kohlenhydrataufnahme während der Belastung und der körpereigenen Glukoneogenese, nimmt die Verfügbarkeit der Kohlenhydrate bei Langzeitbelastungen ständig ab; der Kohlenhydratmangel fuhrt zum Anstieg der Ketonkörper, besonders des Betahydroxibutyrats (BHB). Der BHB Anstieg ist immer Ausdruck unzureichender Glukoseverfügbarkeit bei der Energiewandlung. Unter diesen Bedingungen wird auch der Proteinkatabolismus drastisch gesteigert (Tab. 4). Wenn das bei der Betaoxidation der FFS entstandene Überangebot an Acetyl-CoA im Citratzyklus der Leber bei Kohlenhydratmangel nicht mehr ausreichend umgesetzt wird, dann steigt das BHB enorm an, begleitet von der Zunahme des Serumharnstoffkonzentration. Dieser Stoffwechselzustand ist um so ausgeprägter, je länger die energetische Mangelsituation andauert (s. Tab. 4). Während mehrstündiger Radsportbelastungen ist die Aufnahme von 40 bis 60 g Glukose pro Stunde zur Aufrechterhaltung der Glucosehomöostase notwendig. Im Hochleistungsradsport erfolgt ein großer Teil der Energieaufnahme während der Belastung. Bei längeren Etappenradrennen wird etwa die Hälfte der täglichen Energieaufnahme auf dem Rennrad fahrend aufgenommen (25, 26). Der Gesamtenergieverbrauch ist entscheidend von der Belastungsdauer und dem Streckenprofil abhängig. Bei einer durchschnittlichen Renngeschwindigkeit von 40 km·h -1 in der Gruppe werden 800 bis 1.200 kcal·h -1 benötigt. Ein 4 Stunden Radrennen erfordert einen Energieaufwand von etwa 4.000 kcal (6). Bei hochrangigen Etappenradrennen (z.B. Tour de France) ist ein täglicher Energiebedarf von 6.000 bis 7.000 kcal/Tag notwendig. Der Energieverbrauch kann sich bei Bergetappen (Alpenpässe) bis auf 9.000 kcal/Tag erhöhen und ist durch die mögliche Energieaufnahme während des Rennens nicht vollständig abzudecken (26).Das Radfahren ist in seinen verschiedenen Teildisziplinen eine ideale Ausgleichssportart, die zum Anstieg des Energieumsatzes durch Bewegung führt. Im Freizeitsport ist der Energieverbrauch beim moderaten Radfahren relativ gering (Tab. 5). Um präventiv einen ausreichenden Energiemehrumsatz durch körperliche Aktivität zu erreichen, müssten wöchentlich über 5 Stunden Rad bei 20 km·h -1 gefahren werden. Durch die schonende Belastung des Stütz- und Bewegungssysterns ist das Radfahren eine zu favorisierende Sportart für die Prävention und auch Rehabilitation. Die Herz-Kreislauf Belastung ist beim Radfahren moderat und erreicht niedrigere Werte als beim Lauf. Durch Nutzung der Gangschaltung kann die fehlende Kraft auf profilierten Fahrstrecken ausgeglichen werden.

Literatur

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Anschrift des Autoren

Prof. Dr. G. Neumann
Institut f
ür Angewandte Trainingswissenschaft,
Fachgruppe Sportmedizin
Marschnerstr. 29, 04109 Leipzig


Die schnellsten Bergfahrer in der Geschichte des



 

 Radsports 
 

 

1990 belief sich die Rekordzeit für die Bergfahrt nach Alpe d'Huez (14,5 km, 1140 Hm, 8,0%) auf ca. 42 Minuten. 1997 legte Marco Pantani dieselbe Strecke in 37:35 min zurück. (23,1 km/h). Diese Rekordverbesserung um mehr als 10% macht plausibel, dass die schnellsten Bergfahrer in den 90iger Jahren fuhren.
 

Rg. Name

cm

kg

kg inkl

Rad

Watt

Watt/kg

inkl Rad

Ort

1.

Marco Pantani

172

56

65

403

6,20 (100%)

TDF, Alpe d'Huez, 1997

2.

Tony Rominger

175

65

74

450

6,08 (98,1%)

Col de la Madone, 1994

3.

Jan Ullrich

183

71

80

484

6,05 (97,6%)

TDF, Alpe d'Huez, 1997

4.

Lance Armstrong

180

72

81

488

6,03 (97,3%)

TDF, Sestriere, 1999

5.

Miguel Indurain

188

78

88

530

6,02 (97,1%)

TDF, La Plagne, 1995

6.

Bjarne Riis

187

71

80

480

6,00 (96,8%)

TDF, Hautacam, 1996

7.

Alex Zülle

184

70

79

472

5,97 (96,3%)

TDF, Alpe d'Huez, 1995

8.

Richard Virenque

179

63

72

427

5,93 (95,6%)

TDF, Alpe d'Huez, 1997

9.

Evgeni Berzin

173

63

72

425

5,90 (95,2%)

TDF, Val d'Isere, 1996

10.

Luc Leblanc

174

62

71

414

5,83 (94,0%)

TDF, Hautacam 1994

 
Am 16. September 1999 erklärte Prof. Dr. Hans Hoppeler,

dass 530 Watt eine realistische Dauer-Leistung (45 min) für Miguel Indurain (78 kg) sei.
 

von Manfred Nüscheler,  www.recordholders.org/de/records/roller1.html  http://www.members.aon.at/o.n/bergfahrer.html

 


Vom Ingenieur und Ex-Radprofi Daniel Müller:
http://www.msporting.com/Planung/13_i.htm

Technik im Radsport
Der Bereich Technik ist vermutlich noch wichtiger als die Bereiche Kraft und Ausdauer. Radsport ist eine sehr technische Sportart. Dies würde man beim Kunstturnen viel eher erwarten, als im Strassenrennsport. Aber gerade im Spitzenbereich ist nicht nur die Ausdauer, sonder im besonderen die Bewegungstechnik und die Bewegungspräzision ausschlaggebend für den Erfolg. In der Bewegungstechnik liegt denn auch die Kernkompetenz der Trainer.
----------------------------------------------------------------------------------
Fahrradphysik und Biomechanik, Michael Gressmann, Moby Dick 1993, Seite 161:

.... nach Aussagen von Experten höchstens 2% der Radfahrer den runden Tritt wirklich beherrschen...

P.S. Im Radsprint-Bereich dürften höchsten 2 von 1000 Radfahrern über eine optimale Trettechnik verfügen.
 (Manfred Nüscheler)
________________________________________________

Radsportler erreichen mit einer kleineren Anzahl an schnellen Muskelfasern, höhere Tretfrequenzen im
Maximal-Tretfrequenz-Test (5 sec) als die Leichtathleten, weil die Radsportler die Trettechnik besser beherrschen.

Leichtathletik-Kurzstrecken-Sprinter (60-200 m), mit mehr als 50% schnellen Muskelfasern, erreichen maximal
bis 225 U/min
auf dem Veloergometer bei Maximal-Tretfrequenz-Tests. (CH und A).

Radsprinter (200-1000 m), mit weniger als 50% schnellen Muskelfasern, erreichen 250-271 U/min auf dem
Veloergometer (C. Davies und E. Sandström).

Strassenfahrer (bis 300 km), mit etwa 20% schnellen Muskelfasern, erreichen bis 230 U/min auf dem Veloergometer
(Dr. Siegward Lychatz, Pascal Richard).
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Am 19.06.1996, anlässlich der 60. Tour de Suisse, gewann der Russe Jewgeni Berzin das Einzelzeitfahren in Frauenfeld (35 km, ca. 200 hm) 1.11 min vor Gianni Faresin und 1:24 min vor Lance Armstrong. Berzin erreichte eine mittlere Geschwindigkeit von 51,4 km/h. Ein Duathlon-Weltmeister, der dieses Rennen auch bestritt, verlor etwa 6 min oder fast 15% auf Berzin.
Das entspricht einer Minus-Leistung von über 30%. Beide Fahrer benutzten etwa die gleich grosse Uebersetzung.
Der Unterschied wurde vor allem durch die Tretfrequenz erbracht. Berzin fuhr mit rund 100 U/min im Schnitt.
Der Duathlet nur mit etwa 85 U/min. Ein Teil des Zeitunterschieds ist auf die Trettechnik zurückzuführen.

Die Duathleten fahren mit kurzen Sitzpositionen, welche eine gute Kraftübertragung garantieren sollen. Diese Sitzpositionen behindern aber hohe Tretfrequenzen. Daher sind sie kontraproduktiv. Die Pedalkräfte (Drehmomente), die im Ausdauer-Radsport aufgebracht werden können, sind sehr beschränkt. Wer schneller fahren will, muss in erster Linie die Drehzahl steigern und die Trettechnik verbessern.  
Manfred Nüscheler


Intensität der Anfangsphase beim Zeitfahren im Radsport sollte nicht zu hoch gewählt werden
Kann die Wahl der Geschwindigkeit auf den ersten Kilometern beim Zeitfahren die Endzeit beeinflussen?
Dieser Frage gingen
Mattern et al. in ihrer Untersuchung nach. 13 Radrennfahrer führten ein Zeitfahren über 20 km unter drei verschiedenen Bedingungen durch.
Im ersten Versuch durfte die Geschwindigkeit im gesamten Versuch frei gewählt werden. In Versuch 2 sollte die Leistung in den ersten 4 min 15% höher als der Mittelwert über diese Phase in Versuch 1 liegen, in Versuch 3 um 15% niedriger. Die Geschwindigkeit der anschließenden Phase konnte wieder frei gewählt werden. Jeder Versuch konnte zuende gefahren werden. Die Gesamtzeit war bei langsamerem Anfangstempo signifikant niedriger als bei den beiden anderen Versuchsformen. Die Laktatwerte lagen sowohl bei der frei gewählten Geschwindigkeit wie verständlicherweise auch bei der noch höheren Anfangsgeschwindigkeit mit 9,8 und 11,5 mmol/l signifikant höher als bei der geringeren Anfangsbelastung. Diese geringere Laktatbildung begünstigt während der gesamten Anschlussphase eine höhere Leistung. Die Untersuchung bestätigt die Ergebnisse in anderen Ausdauersportarten, dass eine zu hohe Anfangsbelastung die Gesamtleistung reduziert. Die Autoren empfehlen in den ersten 4 min einer Ausdauerbelastung eine Herzfrequenz von 160/min und einen Wert von 12 auf der Borg-Skala (RPE) nicht zu überschreiten.
U.K. (Mattern CO et al.: Impact of starting strategy on cycling performance. Int J Sportsmed 22
(2001) 350-355
)
DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 53, Nr. 1 (2002)


Radsport-Trittfrequenz-Rahmengeometrie-Leistung        Sitzposition!
Duathlet-Weltmeister gegen Radprofi

Am 19.06.1996, anlässlich der 60. Tour de Suisse, gewann der Russe Jewgeni Berzin das Einzelzeitfahren in Frauenfeld (35 km, ca. 200 hm) 1.11 min vor Gianni Faresin und 1:24 min vor Lance Armstrong. Berzin erreichte eine mittlere Geschwindigkeit von 51,4 km/h. Ein Duathlon-Weltmeister, der dieses Rennen auch bestritt, verlor etwa 6 min oder fast 15% auf Berzin.
Das entspricht einer Minus-Leistung von über 30%. Beide Fahrer benutzten etwa die gleich grosse Uebersetzung.
Der Unterschied wurde vor allem durch die Tretfrequenz erbracht. Berzin fuhr mit rund 100 U/min im Schnitt.
Der Duathlet nur mit etwa 85 U/min. Ein Teil des Zeitunterschieds ist auf die Trettechnik zurückzuführen.
Die Duathleten fahren mit kurzen Sitzpositionen, welche eine gute Kraftübertragung garantieren sollen. Diese Sitzpositionen behindern aber hohe Tretfrequenzen. Daher sind sie kontraproduktiv. Die Pedalkräfte (Drehmomente), die im Ausdauer-Radsport aufgebracht werden können, sind sehr beschränkt. Wer schneller fahren will, muss in erster Linie die Drehzahl steigern und die Trettechnik verbessern.
Bereitgestellt von:http://www.msporting.com/Planung/13_i.htm Manfred Nüscheler

Der beste Stufentest in der Geschichte des Radsports?

 Nicht einer der ganz grossen Rad-Champions hat ihn geschafft, sondern der vierfache Fiedensfahrt-Sieger Uwe Ampler. Er fuhr 1998 in Leipzig, nach einer Stunde, noch die Stufe von 510 Watt voll durch. Dem berühmten Sportwissenschafter Prof. Dr. Dietmar Junker (einer der besten Radsport-Experten auf dieser Welt) fiel vor Staunen fast die Kinnlade runter: „So etwas habe ich noch nicht gesehen.“

Die Werte von Uwe Ampler/Team Mroz:
179 cm, 71 kg
510 Watt
7,2 Watt/kg

 Ampler fuhr auf einem modernen geeichten Veloergometer mit einer optimalen Sitzposition. Wer den Stufentest auf einem Ergometer macht, wo die optimale Sitzposition nicht eingestellt werden kann, verschenkt etwa 10% seiner Leistung. Da der Fahrer beim treten an Ort überhitzt, geht bei einem Test auf dem Veloergometer, sowieso ein Teil der Leistung verloren.

 Die damaligen Werte von Jan Ullrich/Team Telekom vom Stufentest in Freiburg i. Br. zum Vergleich:
183 cm, 73 kg
500 Watt
6,8 Watt/kg

 Die relative Leistung von Uwe Ampler war um etwa 5% besser, als die von Jan Ullrich.

 1998 gewann der 33-jährgige Ampler die Friedensfahrt zum 4. Mal.
Ampler, der krasse Außenseiter von der zweitklassigen polnischen Equipe Mroz, hatte das scheinbar übermächtige Team Telekom in die Knie gezwungen.

http://www.berlinonline.de/wissen/berliner_zeitung/archiv/1998/0518/sport/0012/

Der Schwede Magnus Backsted (192 cm, 96,5 kg) soll im Stufentest auch schon Stufen von 550 Watt geschafft haben. Relativ zum Gewicht sind das aber „nur“ etwa 5,7 Watt/kg.


Die Vorteile des Wiegetritts

Ergebnis von neuen Radsport-Studien:

Am Berg fährt man im Wiegetritt ab etwa 8% Steigung schneller, als sitzend auf dem Sattel. Beim Fahren im Wiegetritt wird allerdings mehr Substanz verbraucht. Daher kann er nicht allzu lange gefahren werden. Viele Rekordzeiten auf klassischen Bergstrecken wurden im Wiegetritt (50-100% der Strecke) erzielt. U. A. von Marco Pantani (70-80 U/min), Bjarne Riis (60-70 U/min) und Luc Leblanc (60-70 U/min).
Am 24.06.2002 gewann der Schweizer Aussenseiter Alexandre Moos die Tour de Suisse-Bergankunft in Verbier (6. Etappe).
Er besiegte dabei Radstars wie Casagrande, Luttenberger, Zülle, Dufaux, Tonkow, Guerini, Rebellin und Rinero. Alexandre Moos fuhr fast die ganze Strecke (bis 12% Steigung, Durchschnitts-Steigung: 7,6%) im Wiegtritt (68–80 U/min). Moos (64 kg) erzielte dabei eine mittlere Leistung von 430 Watt (6,7 Watt/kg).


Verletzungen und Energieverbrauch beim Radfahren -
Mannschaftsarzt beim Team Telekom.

Positiv ist, wie jeder weiß, der Effekt auf Herz und Gefäße. Positiv ist auch, daß der Wohlstandsspeck beim Radeln schmilzt. Der Effekt ist zwar nicht so groß, wie mancher meint. Daß etwa Radprofis bei großen Bergetappen 12 000 Kilokalorien verbrennen, gehört zu den Mythen. In Wirklichkeit sind es knapp 20 Kilokalorien, die ein Fahrer im Wettkampf pro Kilometer verbrennt, sagte Privatdozent Andreas Schmied, Mannschaftsarzt beim Team Telekom und Sportmediziner der Universität Freiburg, auf einem Symposium des Klinikums Großhadern in München. Wer 2000 Kilokalorien verbrennen will, muß also recht lange und intensiv strampeln: 2000 Kilokalorien bedeuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde vier Stunden durchaus schweißtreibendes Radeln. Werden etwa 50 Prozent der 2000 Kilokalorien durch Fettverbrennung verbraucht, verschwinden nur etwas mehr als 100 Gramm Fett von den Hüften.

Akute und chronische Schäden kommen nun mal vor

Aber Radfahren ist, wie gesagt, nicht nur gesund. Zu den wohl häufigsten akuten Schäden zählen Clavicula-Frakturen und Schultereckgelenks-Sprengungen, berichtete Dr. Carsten Temme, Orthopäde in Großhadern und auch Mannschaftsarzt beim Team Telekom. Möglich sind zudem Frakturen des Mittelgesichts, des Schenkelhalses, der Patella, des Olecranon, von Radius und Ulna sowie der Mittelhand (Kahnbein).

Oft ist auch die obere HWS verletzt

Das gefährlichste akute Trauma ist das Schädelhirn-Trauma. So hat etwa das epidurale Hämatom eine Sterblichkeitsrate von 20 bis 25 Prozent, berichtete der Neurochirurg Dr. Hans Jaksche von der Murnauer BG-Unfallklinik. Weitere mögliche Unfall-Folgen: Subarachnoidalblutungen und subdurale Hämatome. Sogar eine isolierte Hirnstammläsion ist möglich, wie eine Kasuistik belegte. Hinzukommt, daß bei schweren Schädelhirn-Traumen recht oft (nach Jaksche in bis zu zehn Prozent) Frakturen der oberen Halswirbelsäule vorkommen. Immerhin können sich Radfahrer schützen - mit einem Helm, betonte Jaksche. Leider ist das nicht die Regel, weder bei Hobby-Sportlern noch bei Profis.  Kommen wir nun zu den möglichen chronischen Schäden. Ursache ist oft Überbelastung, etwa durch falsches Training. Ein prominentes Beispiel dafür ist Jan Ullrich, der wohl durch übertriebenes Krafttraining sein Kniegelenk überfordert hat.

Wie stark etwa Radprofis sich belasten, verdeutlichte in München Telekom-Fahrer Rolf Aldag: 40 400 Kilometer ist er 2001 gefahren. Und da er seine Rumpfmuskulatur kaum trainiere, leide er an Rückenschmerzen.

Rückenschmerzen und Kniegelenks-Probleme, meist Reizungen des Quadrizeps-Sehnenansatzes, sind nur zwei Beispiele für chronische Schäden. Möglich sind außerdem Reizungen der Achilles- und Peronäal-Sehnen. Zudem können Kompressions-Syndrome auftreten, etwa des Ulnaris und Medianus, berichtete Privatdozent Manfred Pfahler vom Klinikum Großhadern. Sogar eine Lunatum-Malazie sei, etwa bei Mountain-Bikern, möglich. Wie kann nun solchen Schäden vorgebeugt werden, wie sollten Sportwillige beraten werden, wie Aktive, die bereits Beschwerden haben? Gute spezifische Kenntnisse der Sportart sind bei der Beratung selbstverständlich hilfreich. So kommt es - außer auf richtig dosiertes Training und regelmäßige Gymnastik - auf die korrekte Sitzposition an, berichtete Temme. Die richtige Größe des Fahrradrahmens und des Abstandes zwischen Sattel und Pedalen sind hier zwei zu beachtende Faktoren. Wichtig ist auch die Griffhaltung. Falsch sei etwa das Fahren mit gestreckten Ellenbogen als Folge eines zu großen Abstandes zwischen Sattel und Lenker. Auch die Wahl des Rahmenmaterials sollte beachtet werden. Die heute meist üblichen Rahmen aus Aluminium-Legierungen sind im Vergleich zu den früher meist verwendeten Rahmen aus Stahl-Legierungen steifer und belasten möglicherweise Gelenke und Wirbelsäule stärker. Und zu Beschwerden im Kniegelenk kann es etwa dann kommen, wenn die Füße völlig starr in den Pedalen fixiert seien. Moderne Pedale (sogenannte Klick-Pedale) bieten daher meist die Möglichkeit, die Füße bei ausreichender Fixierung dennoch so zu bewegen, daß die Kniegelenke nicht über längere Zeit in einer starren Position belastet werden.

Rad-Unfälle

Radfahren kann, wie ein paar Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, sogar lebensgefährlich sein.So verunglückten im vergangenen Jahr insgesamt 71 622 Radfahrer, 637 davon immerhin tödlich. Pro 100 000 Einwohner verunglückten 87 Radfahrer, davon wurden acht getötet. Zunehmend betroffen sind jüngere Erwachsene im Alter zwischen 18 und 45 Jahren, also Personen, die oft mit technisch hochwertigen und daher auch meist sehr rasant zu bewegenden Rädern unterwegs sind. Immerhin gab es 2001 im Vergleich zu 2000 einen mit 11 Prozent recht deutlichen Rückgang der Unfälle bei Kindern. Ärzte Zeitung, 01.07.2002

 


Die Vorteile des Wiegetritts 

Vuelta-Königsetappe: Wiegetritt-Heras dominiert in der Steigung von Angliru

22.09.2002 - Roberto Heras gewinnt die 15. Etappe der Vuelta  d'Espana: Gijon - Alto de Angliru (176,7 km) und übernimmt das Leadertrikot.
Steigung von Angliru (La Vega/322 m - Angliru-Pass/1573 m)
12,5 km
1251 hm
10% mittlere Steigung
23,6% max. Steigung (Cuena les Cabres, gut 2 km vor dem Ziel)
Steigung in % pro km:
4,5_7,3_8,7_8,3_7,1_1,8_13,7_12,2_11,3_13,8_17,5_13,1_(0,5 x 9,8)

So hart war sie noch nie, die "Hölle von Angliru" in Asturien. Starker Regen machte die Strassen äusserst glitschig. 6 km vor dem Ziel griff Roberto Heras an. Im Wiegetritt fuhr er der  Gruppe mit allen Favoriten davon. Heras war der Einzige, der längere Strecken im Wiegetritt fahren konnte. Beim Leader Oscar  Sevilla und anderen Fahrern drehte das Hinterrad im Wiegetritt  meistens durch. Roberto Heras wiegt nur 52 kg. Somit treten bei ihm kleinere  Drehmomente auf. Ein Vorteil gegen das rutschen beim Wiegetritt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Fahrern hatte Heras vorne 3  Kettenblätter (53-39-30 Zähne) montiert. Somit hatte Heras kleinere Uebersetzungen zur Verfügung, was das Drehmoment weiter  reduziert hat. Weiterer Vorteil von 3 Kettenblättern vorne: Man kann in den kleinen Uebersetzungen mit der geraderen Kettenlinie fahren, was die  Tangentialkräfte verkleinert und die Rutschgefahr vermindert. Nur mit einer hervorragenden Trettechnik kann man auf einer solch  glitschigen Unterlage im Wiegetritt fahren. Gut 2 km vor dem Ziel bewältigte Heras die steilste Stelle (23,6%)  mit der Uebersetzung 30x25 Zähnen (2,5 m/U.). Da es an dieser Stelle stark regnete, sass Heras im Sattel. Den Streckenrekord von 2000 verpasste Heras um rund 2 Minuten (ca.  5%). Bei diesen schlechten Bedingungen ist das allerdings kein Wunder. Gesamtklassement: Heras hatte diese Etappe mit einem Rückstand von  1:42 min auf Oscar Sevilla in Angriff genommen. Jetzt führt er mit 35 sec Vorsprung auf Aitor Gonzalez.

Die Vorteile des Wiegetritts  http://de.groups.yahoo.com/group/futurebike/message/903

von  Manfred Nüscheler  http://de.geocities.com/manfred43_99/


Optimale Drehzahlen auf dem Fahrrad in Abhängigkeit von der Steigung - Tour de France

Armstrong - Bjarne Riis - Roberto Heras

Die Erkenntnis, dass die optimalen Drehzahlen beim Radfahren von der Steigung abhängen, hat sich inzwischen einigermassen durchgesetzt.Je steiler die Strasse, desto mehr Druck muss auf die Pedalen gegeben werden und desto mehr nimmt die kinetische Energie des Systems ab.

Daher gilt:
Je steiler die Strasse, desto tiefer ist die optimale Drehzahl.
Diese Behauptung wurde belegt, indem die Drehzahlen von verschiedenen Radprofis, bei verschiedenen Bergankünften und bei verschieden Steigungsgraden gezählt wurden.

Beispiele:

1. Lance Armstrong
Der Radprofi mit den höchsten Drehzahlen
Steigung: Bourg d'Oisan - Alpe d'Huez
Tour de France 2001
Mittel 7,8% Steigung, max. 14%
Mittlere Geschwindikeit: 22,4 km/h = 6,21 m/s
Mittlere Drehzahl:  etwa 90 U/min
Mittlere Uebersetzung:  etwa 4,2 m/U oder 39x19

Armstrong fuhr mit den folgenden Drehzahlen:

Ebene:              etwa 110 U/min
4%   Steigung: etwa 100 U/min
8%   Steigung: etwa   90 U/min
12% Steigung: etwa   80 U/min

2. Roberto Heras,
Beispiel mit relativ tiefen Drehzahlen
Steigung: Canga de Onis - Lagos de Covadonga
Vuelta d'Espagna 2000
Mittel 7,5% Steigung, max. 17%
Mittlere Geschwindigkeit: 21,7 km/h = 6,03 m/s
Mittlere Drehzahl:  etwa 72 U/min
Mittlere Uebersetzung:  etwa 5,0 m/U oder 39x16
Im steilsten Teilstück, "La Huesera" nach 11 km;  1 km mit 12,5% Steigung, max. bis 17%,  soll Heras vorwiegend 39x25 (3,3 m/U) gebraucht haben.

Heras fuhr mit den folgenden Drehzahlen:

Ebene:              etwa 90 U/min
4%   Steigung: etwa 78 U/min
8%   Steigung: etwa 72 U/min
12% Steigung: etwa 66 U/min

Noch tiefere Drehzahlen als Roberto Heras fuhr Bjarne Riis 1996 in  der Tour de France Bergankunft von Ayros nach Hautacam. Bei 8%  Steigung (Durchschnitt der Steigung) fuhr Riis mit der
Uebersetzung  53x19 (5,8 m/U) mit 65 U/min hoch. Riis erzielte damals einen  Streckenrekord, der bis heute ungeschlagen ist. (Mittlere Geschwindigkeit: 22,5 km/h = 6,25 m/s).
Im Jahr 2000 gewann Lance Armstrong in Hautacam. Er fuhr mit relativ kleinen Gängen: 39x19-25 und einer mittleren Drehzahl von  mindestens 90 U/min. Er erreichte eine mittlere Geschwindigkeit von "nur" 21,1 km/h oder 5,86 m/s. Armstrong war somit im Jahr 2000 um  etwa 6-7% langsamer, als Riis im 1996.
Dankenswerterweise bereitgestellt von
Manfred Nüscheler  http://de.geocities.com/manfred43_99/

 

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Allein im Jahr 1988 wurden laut Protokoll
der Stasi-Kreisdienststelle Jena 60.000
Tabletten von der Anabolika-Substanz
»STS 646« vom Sportmedizinischen
Dienst der DDR bestellt.
Das reichte für etwa 30.000
Behandlungstage an Leistungssportlern
.

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Radsport                    Vergleich:
Leistung von Gilberto Simoni am Monte Zoncolan – GIRO 2003

http://de.groups.yahoo.com/group/radsprint/message/303


Bereitgestellt von Manfred Nüscheler
http://de.geocities.com/manfred43_99/


8000 Kalorien pro Etappe - bei der Tour nicht selten
Der Flüssigkeitsverlust pro Tag kann bis zu zwölf Liter betragen / Spaghetti, Omelett und Müsli zum Frühstück
NEU-ISENBURG (ts). Tour der Leiden wird respektvoll das wohl härteste Straßenradrennen der Welt genannt. Knapp 3400 Kilometer ist die 23tägige Tour de France dieses Jahr lang, wobei 21 Pässe überwunden werden müssen. Die Strapazen auf den teilweise über 200 Kilometer (bis 230,5) langen Etappen bei einem Tempo von oft mehr als 40 Kilometern pro Stunde sind gewaltig.
Bis zu fünfzig Liter Blut pumpen Spitzenfahrer wie etwa Lance Armstrong und Jan Ullrich pro Minute durch die Blutgefäße. Zum Vergleich: Ein Freizeitsportler hat ein Herzminuten-Volumen von etwa 25 bis 30 Liter. Mit acht Litern hat zum Beispiel der mehrfache spanische Tour-Gewinner Miguel Induríain ein doppelt so großes Lungenvolumen wie ein gleichaltriger Mann, der keinen Sport treibt.
Der Energieverbrauch und der Flüssigkeitsverlust der Radsport-Athleten sind nach Berechnungen von Sportmedizinern enorm: Durchschnittlich etwa 6100 Kilokalorien täglich - etwa dreimal so viel wie bei einer Bürotätigkeit - haben 1989 fünf Tour-Fahrer verbraucht, wie eine Studie des niederländischen Wissenschaftlers Dr. Wim Saris aus Maastricht ergeben hat (Int J Sports Med 10, 1989, 25).
Der Flüssigkeitsverlust pro Tag betrug im Mittel fast sieben Liter.
Und bei Bergetappen sind ein Energieverbrauch von 8000 Kilokalorien und ein Wasserverlust von zwölf Litern nicht ungewöhnlich.
Schon morgens müssen die Fahrer daher gewaltige Energiemengen zu sich nehmen: Zwei Teller Spaghetti mit Olivenöl und Käse, dazu ein Omelett aus sechs Eiern, Müsli, Schinken, Obst und 200 Gramm Honig sind für die Rad-Profis, die bei der Tour de France an den Start gehen, eine ganz normale Frühstückskost.
Während der einzelnen Tour-Etappen ist vor allem regelmäßiges Trinken ein oberstes Gebot, um Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen. Viele Fahrer sind bereits nach wenigen Tagen so erschöpft, daß sie anfällig sind für Infektionskrankheiten, vor allem für eine virale Magen-Darm-Grippe. Sogar Spitzenathleten müssen aufgrund völliger Erschöpfung immer wieder aufgeben. Ärzte Zeitung, 08.07.2003


Dünne Heringe haben es bei Bergetappen leichter

Je geringer das Gewicht, desto besser die Leistung

Am morgigen Samstag steht der erste Gipfelsturm an. Allein beim Anstieg auf den 1619 Meter hohen Col de Ramaz müssen die Fahrer 14,3 Kilometer mit einem Steigungsgrad von im Schnitt 6,9 Prozent bewältigen.

Von Thomas Kron

Rad-Profis sind meist richtig dünne Heringe - vor allem die Spezialisten für die Bergetappen. Die Ursache ist der enorme Kalorienverbrauch durch Training und Wettkämpfe. Fast unglaubliche 40 000 und mehr Kilometer fahren Profis pro Jahr auf ihren nur sieben bis acht Kilogramm schweren High-Tech-Rennmaschinen, die so viel kosten wie manche Kleinwagen. Bei schweren Bergetappen ist ein Energieverbrauch von mehr als 7000 Kilokalorien eher die Regel als die Ausnahme. Rad-Profis sind aber auch deswegen so dünn, weil sie nur dann Spitzenleistungen bringen können, wenn ihr Körpergewicht sehr gering ist. Warum das so ist, machen einfache leistungsphysiologische Überlegungen klar. Bjarne Riis, Sieger des Tour de France von 1996, fuhr 1997 die letzte dreiviertel Stunde des Amstel Gold Race mit einer Leistung von durchschnittlich 400 Watt. Ein sehr guter Freizeit-Radler kann über eine halbe Stunde im Mittel knapp 250 bis 300 Watt leisten. In standardisierten Ergometer-Tests erreichen Straßenrad-Profis wie Riis oder Jan Ullrich eine Maximal-Leistung von rund 500 Watt. Sehr gute etwa gleichaltrige Hobby-Athleten (Männer) schaffen auf dem Fahrrad-Ergometer maximal etwa 350 Watt. Untrainierte können froh sein, wenn sie erst bei 200 Watt den Ergometer-Test erschöpfungsbedingt abbrechen müssen. Die absolute Leistung jedoch ist noch nicht sehr aussagekräftig. Worauf es ankommt - gerade bei den für Rundfahrten so entscheidenden Bergetappen - ist das Verhältnis von maximaler Leistung und Körpergewicht (Watt pro Kilogramm). Weltklassefahrer wie Lance Armstrong und Jan Ullrich erreichen Werte von rund sieben Watt pro Kilogramm. Zum Vergleich: Etwa gleichaltrige gute Hobbyathleten erreichen Werte von 4,5 bis 5 Watt pro Kilogramm Körpergewicht, Untrainierte nicht einmal die Hälfte davon. Will ein Radsportler diesen relativen Wert erhöhen, ist es sinnvoll, das Körpergewicht, am besten durch Training, zu reduzieren. Und genau das tun Rad-Profis. Wer da nachlässig wird, wie etwa Ullrich bei einigen Frankreich-Rundfahrten in den vergangenen Jahren, fährt gerade in den Bergen hinterher und erreicht nicht die Leistung, die möglich wäre, wenn...



Optimale Drehzahlen auf dem Fahrrad in Abhängigkeit von der Steigung

Die Erkenntnis, dass die optimalen Drehzahlen beim radfahren von der
Steigung abhängen, hat sich inzwischen einigermassen durchgesetzt.
Je steiler die Strasse, desto mehr Druck muss auf die Pedalen gegeben
werden und desto mehr nimmt die kinetische Energie des Systems ab.

Daher gilt:

Je steiler die Strasse, desto tiefer ist die optimale Drehzahl.

Diese Behauptung wurde belegt, indem die Drehzahlen von verschiedenen
Radprofis, bei verschiedenen Bergankünften und bei verschieden
Steigungsgraden gezählt wurden.

Beispiele:


1. Lance Armstrong
Der Radprofi mit den höchsten Drehzahlen
Steigung: Bourg d'Oisan - Alpe d'Huez
Tour de France 2001
Mittel 7,8% Steigung, max. 14%
Mittlere Geschwindikeit: 22,4 km/h = 6,21 m/s
Mittlere Drehzahl: etwa 90 U/min
Mittlere Uebersetzung: etwa 4,2 m/U oder 39x19

Armstrong fuhr mit den folgenden Drehzahlen:

Ebene: etwa 110 U/min
4% Steigung: etwa 100 U/min
8% Steigung: etwa 90 U/min
12% Steigung: etwa 80 U/min

2. Roberto Heras,
Beispiel mit relativ tiefen Drehzahlen
Steigung: Canga de Onis - Lagos de Covadonga
Vuelta d'Espagna 2000
Mittel 7,5% Steigung, max. 17%
Mittlere Geschwindigkeit: 21,7 km/h = 6,03 m/s
Mittlere Drehzahl: etwa 72 U/min
Mittlere Uebersetzung: etwa 5,0 m/U oder 39x16
Im steilsten Teilstück, "La Huesera" nach 11 km;
1 km mit 12,5% Steigung, max. bis 17%,
soll Heras vorwiegend 39x25 (3,3 m/U) gebraucht haben.

Heras fuhr mit den folgenden Drehzahlen:

Ebene: etwa 90 U/min
4% Steigung: etwa 78 U/min
8% Steigung: etwa 72 U/min
12% Steigung: etwa 66 U/min

Noch tiefere Drehzahlen als Roberto Heras fuhr Bjarne Riis 1996 in
der Tour de France Bergankunft von Ayros nach Hautacam. Bei 8%
Steigung (Durchschnitt der Steigung) fuhr Riis mit der Uebersetzung
53x19 (5,8 m/U) mit 65 U/min hoch. Riis erzielte damals einen
Streckenrekord, der bis heute ungeschlagen ist.
(Mittlere Geschwindigkeit: 22,5 km/h = 6,25 m/s).

Im Jahr 2000 gewann Lance Armstrong in Hautacam. Er fuhr mit relativ
kleinen Gängen: 39x19-25 und einer mittleren Drehzahl von
mindestens 90 U/min. Er erreichte eine mittlere Geschwindigkeit von
"nur" 21,1 km/h oder 5,86 m/s. Armstrong war somit im Jahr 2000 um
etwa 6-7% langsamer, als Riis im 1996.

Freundliche Grüsse
Manfred Nüscheler
http://manfredch.uboot.com/

 

Diese Leistungsberechnungen von 4 Autoren stimmen ziemlich genau
überein. Sie wurden ermittelt in Tour de France-Bergankünften
von Miguel Indurain, Bjarne Riis, Marco Pantani und Jan Ullrich in
den Steigungen von La Plagne (1995), Hautacam (1996), Alpe d'Huez
(1997) und Col de la Madeleine (1998).


1.) Dr. Siegward Lychatz
http://www.radsport-forum.de/content/c_83_news.htm
TOUR 8/98

Pantani 7.1 Watt/kg
Ullrich 6.8 Watt/kg
Indurain 6.7 Watt/kg


2.) Dr. Stefano di Santo
http://www.ediciclo.it/analisi/artic1.htm

Pantani 409 Watt/56 kg = 7.3 Watt/kg
Ullrich 495 Watt/72 kg = 6.9 Watt/kg


3.) Dr. Luigi Cecchini
http://www.cyclingnews.com/results/archives/may97/8_5.html

Indurain 550 Watt/79 kg = 6.9 Watt/kg
Riis 500 Watt/72 kg = 6,9 Watt/kg


4.) Manfred Nüscheler
http://www.members.aon.at/o.n/bergfahrer.html

Pantani 403 Watt/56 kg = 7.2 Watt/kg
Ullrich 484 Watt/71 kg = 6.8 Watt/kg
Indurain 530 Watt/79 kg = 6.7 Watt/kg
Riis 480 Watt/71 kg = 6,8 Watt/kg


Gruss
Manfred Nüscheler
http://de.geocities.com/manfred43_99/RadAmBerg.html

http://de.groups.yahoo.com/group/radsprint/
 


 Leistung von Lance Armstrong in der Steigung von
Luz St. Saveur nach Luz Ardiden, Tour de France 2003


Leistungsanalyse der 13,4-km Bergstrecke von der Kreuzung D.921-D12 (684 m ü. M., etwa 800 m nach Luz St. Saveur) nach Luz Ardiden (1715 m ü. M., Zielankunft TdF).
http://www.salite.ch/luz.htm
http://radsport-news.com/news/tdf200315v.shtml
http://radsport-news.com/news/tdf2003berge.shtml

Letzte Steigung der 15. Etappe der Tour de France 2003
Bagnères de Bigorre – Luz Ardiden, 159,5 km,
vom Montag, den 21. Juli 2003
http://radsport-news.com/res2003/tdf.htm

Diese Berechnung erfolgt nach den offiziellen Angaben und der Live-Uebertragung am Fernsehen.

h, Höhendifferenz: 1031 m
g, Erdbeschleunigung: 9,81 m/s2
fr, Rollreibungszahl: 0,008 (Mittelmässige Bergstrasse)
Mittlere Höhe der Strecke: 1200 m ü. M.
Durchschnittliche Temperatur in den Bergen: relativ kühl
d, Luftgewicht: 1,1 kg/m3
Distanz: 13,4 km
Maximale Steigung: 11 %
Durchschnittliche Steigung: 7,6 %
 
Werte von Lance Armstrong
(Etappensieger und Schnellster in der Steigung:
0:40 min vor Iban Mayo, Jan Ullrich, Haimar Zubeldia und Christophe Moreau)
http://radsport-news.com/res2003/tdf15.htm

Gewicht: 165-170 lbs, 74-77 kg, Mittelwert: 75,5 kg
Grösse: 5’10’’, 178 cm
Jahrgang: 1971
http://www.uspsprocycling.com/02team/03bio_armstrong.htm
http://www.usacycling.org/?upload/armstrong.html

Gewicht inklusive Velo und Bekleidung; 82-86 kg, Mittelwert: 84 kg

(Ich frage mich allerdings, ob das Gewicht von Lance Armstrong nicht tiefer ist.)
(Gewicht des Velos: ca. 7,5 kg)
t, Zeit für 13,4 km: 35:15 min = 2115 sec
Höhenmeter/Std. (Hochrechnung): 1760 m/h (49 cm/sec,
trotz einem Sturz und einem Fast-Sturz)

v, Durchschnittliche Geschwindigkeit: 22’8 km/h = 6,34 m/s
Zeit pro km: 158 sec = 2:38 min

Angaben für Lance Armstrong von seinem Coach Chris Carmichael
Resting heart rate: 32-34
VO2ml/kg: 83.8
Max power at VO2: 600 watts
(Diese beiden letzten Werte stehend in einem Widerspruch zueinander:
Der Wattwert scheint mir eher zu hoch zu sein. Dafür dürfte das VO2ml/kg zu tief sein.)
Max heart rate: 201
Lactate Threshold HR: 178
Time Trial HR: 188-192
Pedal rpm's during TT: 95-100
Climbing rpm's: 80-85, sometimes faster when attacking
Average HR during endurance rides (4-6 hrs): 124-128
Average watts during endurance rides: 245-280 watts
Training miles/hours, endurance rides: 5- 6 hrs / 100-130 miles (160-230 km)
http://www.lancearmstrong.com/lance/online2.nsf/html/FAQ

Vor 2 Jahren traf Roberto Laiseka (54 sec vor Wladimir Belli) als erster in Luz Ardiden ein.
Er benötigte 38:50 min für diese Strecke. Also 3:35 min mehr als Lance Armstrong in diesem Jahr.


Drehzahlen: Mit 80-100 U/min fährt Lance Armstrong,
relativ hohe Drehzahlen am Berg. (Im Mittel fahren Profis am Berg
etwa 75 U/min.) Armstrong fuhr relativ häufig im Wiegetritt.
Erstaunlicherweise mit den fast gleich hohen Drehzahlen. In der Regel
werden im Wiegetritt nur etwa Drehzahlen von 60-75 U/min gefahren.
Mittlere Übersetzung: etwa 4,3 m/U. entspricht 39x19 Zähne.
Im steilsten Teil fuhr Armstrong im kleinsten Gang: 39x23 = etwa 3,5 m/U.

http://de.groups.yahoo.com/group/radsprint/message/212

CwA, Luftwiderstandszahl x Querschnitt: 0,35 m2
(Mässige aerodynamische Position am Berg, vor allem im Wiegetritt)

Die Dauerleistung von Lance Armstrong beträgt während
etwa 35 min rund 510 Watt.

Leistungsberechnung (P, Durchschnittswerte)
P, Höhenunterschied, m g h/t, 84 x 9,81 x 1031 : 2115 = 402 Watt
P, Rollreibung, m g v fr, 84 x 9,81, x 6,34 x 0,008 = 42 Watt
P, Luftreibung, CwA/2 d v3, 0,35 : 2 x 1,1 x 6,34 hoch 3 = 49 Watt
P, innere Reibung, 3% der PT (inklusive Schwingungen) = 15 Watt
P, Total = 508 Watt

Relative Dauerleistung kg/Körpergewicht: ca. 6,7 Watt/kg
Relative Dauerleistung pro kg/Körpergewicht inkl. Velo: ca. 6,1 Watt/kg

Freundlicherweise bereitgestellt von
Manfred Nüscheler
m-nuescheler@datacomm.ch
http://de.geocities.com/manfred43_99/


Leistung von Iban Mayo in der Steigung vom Mont Ventoux 2004

Leistungsanalyse des 21,6-km Berg-Einzelzeitfahren von Bedoin (280 m) nach Mont Ventoux (1909 m)

4.Etappe: Bedoin - Le Mont Ventoux (EZF 21,6 km) vom 10.06.2004 des 56. Critérium du Dauphiné Libéré (Fra, HC, 06. ? 13.06.2004) http://www.criterium.ledauphine.com/criterium04/index.php
http://criterium.ledauphine.com/criterium04/pdf/Profiletape4.PDF

Diese Berechnung erfolgt nach den offiziellen Angaben.

h, Höhendifferenz: 1629 m
g, Erdbeschleunigung: 9,81 m/s2
fr, Rollreibungszahl: 0,008 (Mittelmässige Bergstrasse) Mittlere Höhe der Strecke: 1100 m ü. M.
d, Luftgewicht: 1,1 kg/m3
Distanz: 21,6 km
Maximale Steigung: 12 %
Durchschnittliche Steigung: 7,5 %

Werte von Iban Mayo: 182 cm, 71 kg, 1977 http://de.sports.yahoo.com/cyclisme/profiles/4452.html
Etappensieger Einzelzeitfahren.
Iban Mayo siegt in 55:51 min,
(Neuer Streckenrekord)
35 sec vor Tyler Hamilton.
Lance Armstrong liegt als Fünfter bereits 1:58 min zurück.
http://radsportnews.net/res2004/dauphine.htm

1999 gewann Jonathan Vaughters das EZF am Mont Ventoux in 56:50 min.
Lance Armstrong verlor als Fünfter 1:02 min.
http://www.radsport-news.com/res99/dauphine.htm

1958 gewann Charly Gaul am Mont Ventoux in 1:02:09 min.

Gewicht von Iban Mayo inklusive Velo und Bekleidung; 79,5 kg t, Zeit für 21,6 km: 55:51 min = 3351 sec Höhenmeter/Std. (Hochrechnung): 1750 m/h v, Durchschnittliche Geschwindigkeit: 23,2 km/h = 6,45 m/s CwA, Luftwiderstandszahl x Querschnitt: 0,4 m2 (Mässige aerodynamische Position am Berg, vor allem im Wiegetritt)

Die Dauerleistung von Iban Mayo beträgt während etwa 55 min rund 490 Watt.
(Unter Vorbehalt: Möglicherweise ist das von Yahoo angegebene Gewicht von Mayo zu hoch. Wenn er effektiv leichter ist, wäre seine absolute Leistung tiefer. Die relative Dauerleistung stimmt aber trotzdem.)

Leistungsberechnung (P, Durchschnittswerte) P, Höhenunterschied, m g h/t, 79,5 x 9,81 x 1629 : 3351 = 379 Watt P, Rollreibung, m g v fr, 79,5 x 9,81, x 6,45 x 0,008 = 40 Watt P, Luftreibung, CwA/2 d v3, 0,4 : 2 x 1,1 x 6,45 hoch 3 = 59 Watt P, innere Reibung, 3% der PT (inklusive Schwingungen) = 14 Watt P, Total = 492 Watt

Relative Dauerleistung kg/Körpergewicht: ca. 6,9 Watt/kg Rel. Dauerleistung pro kg/Körpergewicht inkl. Velo: ca. 6,2 Watt/kg
Mit freundlicher Genehmigung durch:
Manfred Nüscheler
http://de.geocities.com/manfred43_99/


Jan Ullrich gewinnt die Tour de Suisse dank einem Super-Aerohelm

Fabian Jeker verliert die Tour de Suisse mit einem mässigen Aerohelm um eine Sekunde.

Gesamtwertung der Tour de Suisse 2004 (Endstand)
1. Jan Ullrich (All/T-Mobile) 34 h 19:25.
2. Fabian Jeker (SUI) + 01.
http://radsportnews.net/res2004/tds.htm

Ein Aerohelm gewinnt mehr Zeit als die meisten Leute glauben.

In der wissenschaftlichen Arbeit:

?Der Weltrekord in der 4000m Mannschaftsverfolgung"
Von Yorck Olaf Schumacher und Peter Müller in ?Leistungssport? 1/01 http://www.fulst.de/oschumi.html http://www.radlabor.de/Publikationen.htm
wird erwähnt, dass ein Aerohelm bis zu 20 Watt spart.
D. h. mit einem Aerohelm kann man 60 km/h mit einer um 20 Watt tieferen Leistung erzielen, als mit einem gewöhnlichen Helm.
Das haben Broker, Kyle und Bourke 1999 festgestellt.
(?Leistungssport? 1/01, Seite 44)

Zeitfahr-Krimi an der Tour de Suisse 2004 http://www.tds.ch/

Die Durchschnittsgeschwindigkeit von Sieger Jan Ullrich (ALL) beim 25,6 km-Zeitfahren (letzte Etappe der Tour de Suisse vom 20.06.2004) belief sich auf 48,6 km (13,5 m/s).
http://www.tds.ch/PortalData/1/Resources//strecke/09Lugano.pdf

Der Aerohelm hat gegenüber einem konventionellen Helm etwa 15 Watt gespart.
Das entspricht einer Zeitersparnis von etwa 1,6% oder rund 30 sec auf dieser Strecke in Lugano. Ohne Aerohelm wäre Jan Ullrich um 30 sec oder 0,8 km/h langsamer gewesen und hätte nur eine mittlere Geschwindigkeit von 47,8 km/h erzielt.

Jan Ullrich wäre nur Etappenvierter geworden und hätte den Tour de Suisse-Gesamtsieg deutlich verpasst.

Auch Fabian Jeker (SUI) trug einen Aerohelm, aber ein deutlich weniger gutes Modell als Jan Ullrich. Dieser Helm dürfte Fabian Jeker wesentlich mehr als eine Sekunde gekostet haben.

Dabei hatte für Fabian Jeker das Zeitfahren so gut begonnen. Die Steigung auf den ersten 2,5 km bewältigte Jeker um 8 Sekunden schneller, als Jan Ullrich. Jekers Vorsprung auf Ullrich war also in Sorengo auf 49 sec angewachsen.
Doch der Deutsche fuhr auf den letzten 23 km um 50 sec schneller, als der Schweizer.

Nicht zuletzt dank seinem hervorragenden Material gewinnt Jan Ullrich die 68. Tour de Suisse nach rund 1450 km mit nur einer Sekunde Vorsprung.

Bereitgestellt von Manfred Nüscheler http://de.geocities.com/manfred43_99/


Hochintensives Sprinttraining bei Radfahrern - wenig Aufwand, viel Gewinn
Während die aerobe Kapazität und ihre Beeinflussung durch Training bei Radfahrern gut untersucht ist, gibt es nur wenige Studien zur Entwicklung der anaeroben Kapazität z. B. durch ein
hochintensives Intervalltraining. Noch seltener werden dabei neurale Adaptationen und ihre Bedeutung für die sportliche Leistung berücksichtigt. Unter dieser Fragestellung absolvierten 10 trainierte Radfahrer zusätzlich zu ihrem normalen Training über 4 Wochen ein Sprint-Intervalltraining (2 Einheiten/ Woche 4-10 x 30 sec Maximalsprint mit 4 min aktiven Pausen bei 50 W). Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die nur das gewohnte Ausdauertraining durchführte, kam es zu stärkeren Zunahmen von Maximalkraft, mittlerer Kraft und Gesamtarbeit (jeweils 6 % zu 4 %, 3 % und 2 %) in einem entsprechenden Intervalltest. Zusätzlich ließ sich eine signifikante Zunahme des Recruitments motorischer Einheiten sowie eine verbesserte Synchronisation im M. vastus lat. (EMG-Untersuchung) nachweisen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass mit einem geringen Mehraufwand von insgesamt 28 min Sprinttraining in 4 Wochen deutliche muskuläre Adaptationen
auf neuraler und metabolischer Ebene erreicht werden können.
U.K. (Creer AR et al.: Neural, metabolic and performance adaptations to four weeks of high intensity-sprint-interval training in trained cyclists. Int J Sports Med 25 (2004) 92-98)


 

Energieverbrauch bei
LANCE ARMSTRONG UND DEN FAHRERN DER

TOUR DE FRANCE 2005

 

München, 6. Juli 2005 – Vom 2. bis 24. Juli wird die internationale Elite der Radrennfahrer zum Kampf um die Spitzenplätze bei der legendären Tour de France antreten. Dabei werden die 189 Fahrer aus 21 Teams – unter ihnen der sechsfache Champion Lance Armstrong – eines gemeinsam haben: Alle werden von PowerBar-Sporternährung profitieren. PowerBar wird als der offizielle Lieferant von Energieriegeln und Energiegels bei der Tour de France 2005 essenzielle Wettkampfnahrung liefern.

 

Lance Armstrong und die PowerBar-Nahrung:

Tatsächlich setzt Lance Armstrong schon seit 1993 bei seinen Rennen PowerBar Performance Energieriegel ein. Im Juli wird er als PowerBar-gesponserter Athlet zum siebten Mal in Folge bei der Tour de France um den Siegertitel kämpfen. Den nötigen Muskelbrennstoff wird er zum großen Teil aus PowerBar Performance Energieriegeln und PowerGels beziehen. Chris Carmichael, Coach von Lance Armstrong, schätzt, dass Armstrong während des Events insgesamt mehr als 109.000 Kalorien verbrennen wird. „Die Tour-de-France-Fahrer und ihre Teams sind mehr denn je an den aktuellsten Forschungen zur Sporternährung interessiert“, so Carmichael. „Und wenn ein Rennfahrer etwas findet, das funktioniert – ob es nun ein Radsattel ist oder die favorisierte Nahrung vor dem Start –, dann bleibt er auch dabei. Die PowerBar Performance Energieriegel und die PowerGels entsprechen den neuesten Verzehrempfehlungen vor und während der strapaziösen Etappen der Tour de France. Lance hat die Riegel bei den fünf Touren, die er bisher gewonnen hat, mit großem Erfolg verwendet.“

 

Weitere Fakten:

·         Armstrong wird pro Tag 7 bis 11 Pfund Schweiß produzieren

·         Sein Gewicht wird dank seiner Hydrations- und Ernährungstechniken um weniger als 1% schwanken

·         Armstrong wird pro Tag durchschnittlich 6.500 bis 7.000 Kalorien verbrauchen. Rund 1.500 davon wird er aus PowerBar-Nahrungsprodukten beziehen

·         Jeden Tag wird er 9,5 bis 11,5 Liter Flüssigkeit trinken

·         Pro Tag wird er durchschnittlich fünf PowerBar Performance Energieriegel und fünf PowerBar PowerGels zu sich nehmen – also mehr als 100 Riegel und 200 Gels bis zum Ende des Rennens.

 

„Die Tour ist ein 3.400-Kilometer-Rennen, und manchmal gewinnen Fahrer mit einem Abstand von einer Minute oder noch weniger. Man muss immer bereit sein, weil diese entscheidende Minute schon in der nächsten Sekunde beginnen kann“, so Armstrong. „Extrem wichtig ist dabei, die optimale Ausrüstung für den Job zu haben. Und für mich ist einfach nichts besser als PowerBar Performance and PowerGel. Punktum.“



Warum Radprofi Lance Armstrong so rasant radelt

AUSTIN (ts). Warum nur ist der sechsmalige Tour-Sieger so gut? Edward F. Coyle von der Universität von Texas in Austin hat in Tests mit dem Champion keine endgültige Antwort auf diese Frage gefunden, aber immerhin ein paar Erkenntnisse gewonnen (J Appl Physiol 98, 2005, 2191).
Durch Gewichtsreduktion von knapp 79 Kilo auf etwa 72 habe Armstrong eine maximale Sauerstoffaufnahme von wenigstens 85 ml/kg/min - mehr als etwa Miguel Indurain, Sieger von 1991 bis 1995. Selbst ohne Training sei Armstrongs Wert noch besser als der normaler trainierter Männer.
Und: Bei Armstrong sei seit 1992 der Anteil von Muskelfasern, die für Ausdauersport nötig sind, von 60 auf 80 Prozent gestiegen. Die Folge: Armstrong hat eine sehr hohe Trittfrequenz, strampelt also besonders schnell. Ärzte Zeitung, 04.07.2005



Bringt simuliertes Höhentraining Jan Ullrich nach oben?
Viele Sportler trainieren unter bewußtem Sauerstoffmangel / Auch China hat Interesse an der neuen Technologie
Für die letzten Tage seiner intensiven Tour-Vorbereitung ist Jan Ullrich in den Keller gegangen. Im Untergeschoß seines Hauses in Scherzingen befindet sich seit zwei Jahren eine hypermoderne Anlage, in der der T-Mobile-Star ein Training unter Höhenbedingungen simulieren kann.

"Low Oxygen Systems" nennt Volker Spiegel, der frühere Meistertrainer der Berliner Volleyballerinnen und letzte DDR-Auswahlcoach, diese Technologie. Sie fußt auf jahrelangen Erkenntnissen der Sportwissenschaft und wurde inzwischen auf High-Tech-Niveau weiterentwickelt. Die Firma des Berliners hat die Anlage bei Ullrich eingebaut, der bei den Trainings-Einheiten auf Rollen den herrlichen Blick auf den Bodensee genießen kann.

Auch Ullrichs Konkurrent Lance Armstrong trainiert in der Höhe

"Jan ist inzwischen auch bei der Bedienung der Anlage ein Profi. Er weiß genau, wann er welche Höhen einstellen muß, um optimal vorbereitet zu sein", so Spiegel. "Wenn er diesmal gesund durchkommt, wird er die Vorteile des kontinuierlichen Höhentrainings sicher ausspielen können und ganz vorn mitfahren können", ist der ehemalige Trainer überzeugt.
Doch auch er weiß, daß sich Ullrichs Haupt-Konkurrent Lance Armstrong gleichfalls der Methodik des Höhentrainings bedient. Allerdings trainiert der Amerikaner unter Normal-Bedingungen und schläft in Räumen, in denen die Höhe simuliert wird.
Als die DDR in den 80er Jahren in Kienbaum die Unterdruck-Kammer für seine Top-Athleten öffnete, um Westgeld für teure Trainingslager zu sparen, galt sie stets als geheimnisumwittert. Spiegels Technologie fußt auf den Erkenntnissen dieser Kammer und ermöglicht es, Höhenbedingungen unkompliziert in jedem Raum im Flachland zu simulieren.
Unter den Top-Sportlern findet die Methode großen Anklang. Eisschnelllauf-Rekordweltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann erwägt gleichfalls den Einbau einer solchen Anlage. Im Camp von Coach Manfred Wolke trainieren die Boxer seit Jahren "in der Höhe". Die deutschen Judokas feierten ihre Olympia-Erfolge in Athen ebenso nach ausgiebigem Training in den von Spiegel entwickelten Glaskammern wie Ruder-Olympiasiegerin Katrin Rutschow-Stomporowski. Ergebnisse von über 7000 Trainingseinheiten mit 300 Sportlern in 30 olympischen Sportarten finden sich bereits in Spiegels Dokumentation.
"Wir sind heute in der Lage, in jedem beliebigen Raum Bedingungen zwischen 2000 und 4500 Metern Höhe zu simulieren", sagt Spiegel. Großprojekte laufen derzeit auch in China. Im Juni 2004 öffnete in Shanghai das modernste Schwimm-Trainingszentrum der Welt, wo Spiegel nicht nur das komplette Becken mit der Anlage ausrüstete, sondern auch in sechs Doppelzimmern den künstlichen Sauerstoffmangel produzierte, damit die chinesischen Sportler "in der Höhe" schlafen können.
Das einstündige Training in der Kammer kostet 24 Euro
"Der Kern der Schlüsseltechnologie ist es, die Luft in ihre Bestandteile zu trennen und wieder neu zu mischen. Der Clou unseres Verfahrens liegt darin, daß die Luft trotz ständigen Verbrauchs durch den Athleten immer konstant bleibt", erklärt Spiegel. Natürlich ist die Einrichtung einer solchen Kammer nicht ganz billig. Das einstündige Training in Berlin kostet bis zu 24 Euro. Die komplette drei mal drei Meter große Glasbox, in der bis zu drei Sportler auf Rad oder Laufband trainieren können, ist 75 000 Euro teuer. Ärzte Zeitung, 04.07.2005




Auf Hawaii spart sich Kate Allen 15 Watt
Auch eine eiserne Lady wie die Tirolerin Kate Allen (35) hat irgendwann einmal die Nase voll. Die Triathlon-Olympiasiegerin spannt vor dem Ironman auf Hawaii einfach ab.



Artikeltext: "Tapering" (sprich: tepering) - ein geläufiger Begriff für Trainingswissenschafter. Fachjargon für uns, zu Deutsch allerdings nichts anderes als "Zuspitzung" der Form.

Die Innsbruckerin Kate Allen (35), deren Stundenplan zuletzt 30 Stunden Radfahren, Schwimmen und Laufen einforderte, "tapert" augenblicklich auf Zypern im Hinblick auf den Ironman:

Sightseeing an der Südküste, ein kleiner Abstecher zum Geburtsort der griechischen Göttin Aphrodite. Die galt in der Mythologie als die Schönste ihrer Zunft. Kate indes versteht sich mit Göttin Olympia prima - die kennt die 35-Jährige ja bereits seit ihrem Gold-Lauf von Athen...

"Ich bin frischer als ich es erwartet hätte", grinst die Olympiasiegerin gut zwei Wochen vor dem Ironman auf Hawaii. Sie verbringt den Tag am Strand, genießt abends mit ihrem Freund das Tavernen-Flair und benimmt sich dabei wie ein gewöhnlicher Tourist.

Irgendwo im Hinterkopf, da sitzt der Ironman. Das Rennen des Jahres, von einem amerikanischen Soldaten ins Leben gerufen. 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen. Der härteste Triathlon und mit 50.000 Euro Preisgeld winkt ein nettes Taschengeld.

Dafür begann sie mit ihrem Ehemann Marcel (27), einem wahren Tüftler, an der Aerodynamik ihres Rennrads zu feilen:

*Die Reifendimension schrum­pfte von 28 auf 26 Zoll. Damit sitzt sie niedriger über dem Asphalt.

*Der neue Aero-Helm bringt geschätzte fünf Watt Energie-Ersparnis.

*Eine flache Sitzposition verspricht weitere zehn Watt.


"Alles zusammengerechnet könnte sich Kate auf der 180 Kilometer langen Radstrecke 15 Watt und damit zehn Minuten sparen", glaubt Diechtler, selbst ein passionierter Windsurfer. Beim Ironman auf Hawaii (15. Oktober) wäre es ihm lieber, wenn die Böen an seiner Ehefrau vorbeistreifen würden.

Einen Klima-Schock gilt es allerdings noch zu überwinden: Bevor es auf die schwüle Pazifik-Insel geht (32 Grad Lufttemperatur), muss die diplomierte Krankenschwester noch einmal nach Innsbruck. "Und Kälte mag ich nicht besonders!" 29. September 2005 http://portal.tirol.com


Pedalfrequenz - abhängig von der Leistungsfähigkeit bei Fahrradbelastungen
Ein Straßenradfahrer, insbesondere beim Zeitfahren, ist besonders leistungsstark, wenn er es schafft, die maximale Leistung über die gesamte Wettkampfdauer durchzuhalten. Diese Leistungsfähigkeit kann am besten in einem ansteigenden Fahrradergometertest beurteilt werden. Oft wurde dabei beobachtet, dass die bevorzugte Pedalfrequenz bei Rennfahrern mit 90-100/min deutlich höher liegt als bei Freizeitsportlern. Eine andere Untersuchung ausschließlich bei Profiradsportlern zeigte, dass die besten Zeitfahrer mit der höchsten Frequenz fuhren. Auch die ansteigende Pedalfrequenz bei den Stundenweltrekorden verdeutlicht dieses Phänomen. In einer neueren Studie absolvierten13 Radfahrer mit der Frequenz ihrer Wahl einen ansteigenden Fahrradergometertest und einen Test mit konstanter supramaximaler Leistung bis
zur Erschöpfung. Die Pedalfrequenz in diesem letzten Test korrelierte sowohl mit der maximalen Leistung im ansteigenden Test sowie mit der Zeit bis zur Erschöpfung im 2. Test. Auch zeigte die Untersuchung, dass die gewählte Pedalfrequenz sowie die Maximalleistung zwei unabhängige Vorhersagefaktoren für die Erschöpfungszeit im Supramaximaltest waren. Die Studie legt nahe, dass Trainer und Sportwissenschaftler zusätzlich zur Bestimmung der Maximalleistung auch ein Augenmerk auf die eingesetzte Pedalfrequenz werfen sollten. Möglicherweise kommt es durch das Training zu einer besseren muskulären Koordination, die dann höhere Pedalfrequenzen ermöglicht, wodurch in den intensiven Belastungsphasen des Zeitfahrens Kraft gespart werden kann.
U.K. (Nesl X, Bosquet L, Pelayo P: Preferred pedal rate: an index of cycling performance. Int J Sports Med 26 (2005) 372-375
82 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 57, Nr. 3 (2006)


Vor allem bei niedrigen Intensitäten bringt das dominante Bein mehr Kraft auf die Pedale
Bei Straßenrennen und Zeitfahren müssen Radfahrer hohe Kräfte auf die Pedale übertragen. Die Fähigkeit, diese möglichst lange zu erhalten, spielt für den Erfolg eine große Rolle. Dabei ist mitentscheidend, wie viel Kraft vom dominanten (hier definiert als Schussbein) und dem nicht-dominanten Bein aufgebracht werden kann. Ist diese Fähigkeit sehr unterschiedlich, droht eine raschere Ermüdung bzw. die Gefahr von Überlastungsschäden. Bei einem 40 km langen Zeitfahren mittlere Zeit: 61 min) zeigten 6 Radrennfahrer zu Beginn (Phase 1), sowie am Ende des Rennens (Phase 4, höchste Werte) signifikant höhere Pedalkräfte als in den mittleren Wettkampfphasen. Die Unterschiede im Kraftbeitrag zwischen dominantem und nicht-dominantem Bein waren in den mittleren Phasen am größten (ca. 13-17 %), d.h. das dominante Bein wandte deutlich mehr Kraft auf als das schwächere. In Phase 4 war der Beitrag beider Beine nahezu gleich stark. Das zeigt, dass eine starke Asymmetrie beim Treten, die zu einer vorzeitigen Ermüdung des dominanten Beines führen könnte, auftreten kann, die allerdings bei höheren Krafteinsätzen und damit höherer Intensität abgeschwächt wird. Die Ergebnisse sprechen aber auch  beim Training auch Wert auf Kraftausbildung des nicht-dominanten Beines zu legen, um in den submaximalen Phasen einer Ermüdung des dominanten Beines vorzubeugen. (Carpes FP et al: Bilateral pedalling asymmetry during a simulated cycling time-trial. J Sports Med Fitness 47 (2007) 65-69) Vor allem bei niedrigen Intensitäten bringt das dominante Bein mehr Kraft auf die Pedale

Jahrgang 58, Nr. 5 (2007) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN