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RADSPORT Prof. Dr. G. Neumann (Zeitschrift für Sportmedizin 4-2000)
Das Radfahren ist eine typische
Ausdauersportart, in der im Hochleistungssport die
größte
Zahl an Trainingsstunden im Jahr erreicht wird. Die
Geschwindigkeit beim Radfahren repräsentiert
nicht direkt die Leistungsfähigkeit
des Sportlers, da sie durch zahlreiche
Widerstandskomponenten beeinflusst
wird. Zu diesen zählen:
Hangabtriebskomponente, Rollreibung
und Luftwiderstand. Der Luftwiderstand hat auf die Fahrgeschwindigkeit den
größten
Einfluss. Das Fahren im Windschatten Einleitung
Hangabtriebskomponente: F o (sin ), die
abhängig
von Körpergewicht
und Radgewicht bei Anstieg und Abfahrt wirkt. Struktur von Radsportleistungen Abbildung 1: Abhängigkeit der zu überwindenden Widerstände beim Radfahren mit zunehmender Geschwindigkeit. Der größte Bremswiderstand geht vom Luftwiderstand aus. Rollwiderstand und Hangabtriebskomponente sind auf der Ebene von untergeordneter Bedeutung (modif. nach 6). Abbildung 2: Windschattenfahren einer Vierer-Mannschaft auf der Straße. Durch das Fahren im Windschatten vermindert sich die aufzubringende Leistung deutlich und demnach der Energieverbrauch. Der Führungswechsel erfolgte alle 25 s. Daten nach Petermann (1998). Struktur von Radsportleistungen
Tabelle 2: Muskelfaserverteilung, Muskelfaserfl äche (M. vastus lateralis) und maximale Sauerstoffaufnahmevon Eliteradsportlern der DDR (nach 15). Für stabile Radsportleistungen hat das Niveau der aeroben Leistungsfähigkeit eine entscheidende Bedeutung. Die aerobe Leistungsfähigkeit im Radsport kann zuverlässig mit zwei Messgrößen charakterisiert werden. Zum einen ist es die maximale Sauerstoffaufnahme und zum andern die Leistung auf submaximalen Belastungsstufen bei einem definierten Stoffwechselwert (Laktat) oder Herzfrequenz (Hf). Das Testprotokoll für Leistungssportler (BDR, Sportmedizin Freiburg) geht von Fahrradergometerbelastungen ab 100 W und Steigerungen alle 3 min um 20 W bis zum subjektiven Abbruch aus (27). Alle im Labor gebräuchlichen Fahrradergometer sind leistungsgeregelt. Profis erreichen Leistungen über 440 W beim Stufentest. Je nach Leistungszustand der Athleten und Tradition der Einrichtungen gibt es abweichende Varianten in der Testgestaltung. Die diagnostische Aussage ist aber gleich. Die Höhe der maximalen Sauerstoffauffnahme (V0 2 max) hat für Spitzenleistungen eine Voraussetzungsfunktion, denn Spitzenleistungen werden im Straßenradsport in einer Bandbreite von 75 bis 85 ml·kg -1 ·min -1 V0 2 max erbracht. Voraussetzungen f ür Spitzenleistungen im RadsportBei Frauen im Straßenradsport liegen die Anforderungen an die VO 2 max bei 65 bis 75 ml·kg -1 ·min -1 (16). Die VO 2 max ist zwar ein zuverlässiges Maß für den maximal möglichen aeroben Energiedurchsatz, sie sagt aber wenig über die aerobe Basisleistungsfähigkeit des Radsportlers aus. Die im Radsport üblichen ansteigenden Stufentests mit einer Belastungsdauer von 40 bis 50 min sind repräsentativ für die Bestimmung der sportartspezifischen V0 2 max (7). Frühere Annahmen, dass beim Radtest nur 89-93% der VO 2 max im Vergleich zum Laufbandstufentest aufgenommen werden, sind praktisch gegenstandslos, weil für die Bestimmung der Leistungsfähigkeit nur die Belastung der sportartspezifisch trainierten Muskulatur entscheidend ist. Zudem ergaben Untersuchungen an Eliteradsportlern, dass die V0 2 max kein guter Predictor für die aerobe Leistungsfähigkeit ist (1) Belastungssteuerung In der sportartspezifischen Leistungsdiagnostik Rad ist das wesentlichste Kriterium für die Ausdauerleistungsfähigkeit nach unseren Erfahrungen die erreichte Leistung (W·kg -1 ) bei 2 oder 3 mmol Laktat. Top-Radsportler erreichen in der Stoffwechsellage von 2 mmol Laktat eine Leistung von 5 W·kg -1 . Aus diesem Leistungsniveau bei 2 mmol Laktat kann auch auf die aerobe Kraftausdauerfähigkeit geschlossen werden. Auf submaximalen Belastungsstufen, z.B. bei 250 W oder 3 bis 4 W·kg -1 , ist die Entwicklung der Ökonomie des Ausdauertrainings, beurteilt über die Hf und/oder Sauerstoffaufnahme zu-verlässig bestimmbar (1). Messungen der Kraftausdauerfähigkeit bei internationalen Radrundfahrten ergaben, dass über Bergstrecken (14,5 km, 8% Anstieg bei 1140 Höhenmetern) Leistungen von 6,2 W·kg -1 (Marco Pantani, Italien) oder 6,05 W·kg -1 (Jan Ullrich, Deutschland) erbracht wurden (22). Interessanterweise werden die besten Bergfahrleistungen mit höherer Tretfrequenz erreicht. Das konnte auch im Experiment bestätigt werden (29). Der Zusammenhang zwischen der Radleistung und der maximalen Sauerstoffaufnahme wurde bei zunehmender Tretfrequenz besser (4). Das Erreichen einer VO 2 max über 80 ml·kg -1 ·min -1 ist nur bei Tretfrequenzen über 100 U/min möglich. Für die weltbesten Radprofis ist die Bewältigung von 6 W·kg -1 über eine Dauer von 40 min eine reale Leistungsanforderung. Diese kennzeichnet die Anforderung der Leistungsstruktur beim Bergzeitfahren für Siege. Top Radsportler wiesen eine Kraftausdauerfähigkeit (Leistung) am Belastungsende einer ansteigenden Ergometerbelastung von > 5 W·kg -1 bei Frauen und von > 6 W·kg -1 bei Männern auf. Spitzenprofis erreichten Leistungen von über 7 W·kg -1 im Ergometerstufentest (21). Abbildung 3: Entwicklung des Stundenweltrekordes im Radsport ab 1893. Seit 1996 steht der Weltrekord bei 56,4 km/h (Chris Boardman, England).
Tabelle 3: Enzymaktivitäten im M. vastus lateralis im Bahn- und Straßenradsportlern im Hochleistungssport der DDR (nach 15).Die reale Messung der Kraftfähigkeiten beim Radfahren ist mit dem SRM-System nach Schoberer möglich (27). Dieses System erfasst das Drehmoment an der Tretkurbel, die Fahrgeschwindigkeit, die Tretfrequenz, die Streckenlänge, die Herzfrequenz, die Fahrzeit sowie die Leistung (W). Aus der vollbrachten Leistung und aufgewandten Tretkraft, kann das reale Leistungsvermögen des Athleten unter Feldbedingungen individuell bestimmt werden. Neben dieser Schoberer-System Komplettversion gibt es eine preiswerte Amateurversion. Neu ist ein preisgünstiges Trainings-System CYCLUS 2 nach Richter, welches dieselben Parameter wie das Schoberer-System und noch weitere unter stationären Laborbedingungen messen kann (21). Der Sportler benutzt sein eigenes Rennrad und kann zusätzlich alle gewünschten natürlichen Belastungsprofile, einschließlich eines vorgegebenen Luftwiderstandes, im Raum fahren. Neben Stufentestvarianten sind der isokinetische Maximalkrafttest, der Sprinttest und der Sinusbelastungstest möglich. Isokinetischer MaximalkrafttestBeim isokinetischen Maximalkrafttest, früher auch als Zugkrafttest bezeichnet, werden dem Sportler auf dem Ergometer (CYCLUS 2 oder Schoberer-Ergometer) 4-5 festgelegte und vergleichbare Tretfrequenzen von 50 bis 200 U/min vorgegeben. Er muss bei jeder Stufe (Tretfrequenz) seine maximale Tretkraft entfalten. Die Maximalkraft beträgt bei Spitzensportlern über 1000 N. Die maximale Testleistung beträgt > 2000 W. Sprinttest Der wegbezogene Sprinttest mit CYCLUS 2 orientiert sich am 200 m-Bahnsprint. Dem Sportler wird eine 200 m-Strecke vorgegeben, die er bei elektronisch verändertem Luftwiderstand maximal schnell zurücklegen muss. Zur Überwindung des Luftwiderstandes muss der Sportler eine maximale Leistung (800 bis über 2.000 W) bei Trittfrequenzen von 110 -200U/min erbringen. Darüber hinaus wird der Leistungsabfall bei 100 und 200 m angezeigt. Die maximale Leistung wird zwischen 30 bis 60 m erreicht. Bei 100 m beträgt der Leistungsabfall 20-30% und bei 200 m bereits 40-50%. Sinusbelastungstest Leistung bei 2 mmol Laktat (PL2) Abbildung 4: Gestaltung des Kraftausdauertrainings Rad beim Bergzeitfahren lange Distanzen in aerober Stoffwechsellage. Durchschnittswerte der Nationalmannschaft Männer Triathlon (nach 21).
Tabelle 4: Stoffwechselmeßgrößen bei unterschiedlich langen Wettkampfbelastungen im * Zeitfahren, ** bei einem Dreifachlangtriathlon Energetische Sicherung der Radfahrleistung Maximalkraft im RadsportDie zentralnervale Kontrolle
der Kreislauffunktion bzw. der Hf-Regulation
bei Belastung wird allgemein akzeptiert (14). Mit
der Hf werden die trainingsbedingten Veränderungen
mehrerer physiologischer Mechnismen erfasst, die
insgesamt die Auswirkungen der
zentralnervalen, kardialen und metabolen Einflussgrößen
repräsentieren.
Die Veränderungen
in der Herz-Kreislauf-Funktion bei hohen
summierenden Trainingsbelastungen können
auch einen möglichen
Übergang
zum Übertraining
darstellen (9). In der Hf repräsentieren
sich die Einflüsse
des vegetativen Nervensystems, der neuromuskulären
Erregbarkeit, der veränderten
Sensitivität
der Adrenorezeptoren gegenüber
den Katecholaminen, die Abnahme der
intrinsischen Herzaktivität
und weitere Einflüsse.
Tabelle 5: Energieverbrauch beim Radfahren im Fitnesssport. Bezugspunkt ist eine Körpermasse von 70 kg. Bei Zunahme der Körpermasse um 10 kg erhöht sich der Energiebedarf um 2 kcal (8,4 kJ) pro Minute Zum anderen kommt es mit zunehmender Belastungsdauer zu einem Anstieg der FFS Konzentration im Blut (s. Tab. 1, 4). Während der Belastung kann die Konzentration der FFS um den Faktor 10 bis 15 zunehmen und dieses wird als Ausdruck der erhöhten Fettsäurenverbrennung gewertet (24). Trotz der Kohlenhydrataufnahme während der Belastung und der körpereigenen Glukoneogenese, nimmt die Verfügbarkeit der Kohlenhydrate bei Langzeitbelastungen ständig ab; der Kohlenhydratmangel fuhrt zum Anstieg der Ketonkörper, besonders des Betahydroxibutyrats (BHB). Der BHB Anstieg ist immer Ausdruck unzureichender Glukoseverfügbarkeit bei der Energiewandlung. Unter diesen Bedingungen wird auch der Proteinkatabolismus drastisch gesteigert (Tab. 4). Wenn das bei der Betaoxidation der FFS entstandene Überangebot an Acetyl-CoA im Citratzyklus der Leber bei Kohlenhydratmangel nicht mehr ausreichend umgesetzt wird, dann steigt das BHB enorm an, begleitet von der Zunahme des Serumharnstoffkonzentration. Dieser Stoffwechselzustand ist um so ausgeprägter, je länger die energetische Mangelsituation andauert (s. Tab. 4). Während mehrstündiger Radsportbelastungen ist die Aufnahme von 40 bis 60 g Glukose pro Stunde zur Aufrechterhaltung der Glucosehomöostase notwendig. Im Hochleistungsradsport erfolgt ein großer Teil der Energieaufnahme während der Belastung. Bei längeren Etappenradrennen wird etwa die Hälfte der täglichen Energieaufnahme auf dem Rennrad fahrend aufgenommen (25, 26). Der Gesamtenergieverbrauch ist entscheidend von der Belastungsdauer und dem Streckenprofil abhängig. Bei einer durchschnittlichen Renngeschwindigkeit von 40 km·h -1 in der Gruppe werden 800 bis 1.200 kcal·h -1 benötigt. Ein 4 Stunden Radrennen erfordert einen Energieaufwand von etwa 4.000 kcal (6). Bei hochrangigen Etappenradrennen (z.B. Tour de France) ist ein täglicher Energiebedarf von 6.000 bis 7.000 kcal/Tag notwendig. Der Energieverbrauch kann sich bei Bergetappen (Alpenpässe) bis auf 9.000 kcal/Tag erhöhen und ist durch die mögliche Energieaufnahme während des Rennens nicht vollständig abzudecken (26).Das Radfahren ist in seinen verschiedenen Teildisziplinen eine ideale Ausgleichssportart, die zum Anstieg des Energieumsatzes durch Bewegung führt. Im Freizeitsport ist der Energieverbrauch beim moderaten Radfahren relativ gering (Tab. 5). Um präventiv einen ausreichenden Energiemehrumsatz durch körperliche Aktivität zu erreichen, müssten wöchentlich über 5 Stunden Rad bei 20 km·h -1 gefahren werden. Durch die schonende Belastung des Stütz- und Bewegungssysterns ist das Radfahren eine zu favorisierende Sportart für die Prävention und auch Rehabilitation. Die Herz-Kreislauf Belastung ist beim Radfahren moderat und erreicht niedrigere Werte als beim Lauf. Durch Nutzung der Gangschaltung kann die fehlende Kraft auf profilierten Fahrstrecken ausgeglichen werden.Literatur 1. Barbeau, P.,
Serresse, 0. Boulay, M.R. : Using maximal and submaximal aerobic
variables to monitor elite cyclists during a season. Med. Sci. Sports Exerc. 25
(1993) 1062-1069 3. Capelli, C., Rosa, G., Butti F., Ferretti G., Veicsteinas, A. di Prampero, P.E.Energy cost and efficiency of riding aerodynamics. Eur. J. Appl. Physiol. 67 (1993) 144 149 4. Franceseato, M.P., Girardis, M., di Prampero, P.E .: Oxygen cost of internal work during cycling. J. Appl. Physiol. 72 (1995) 51-57 5. Gressmann, M.: Fahrradphysik und Biomechanik. 4.Aufl. Moby Dick Ver-lag, Kiel 1990. 6. Hagberg J., McCole, S. : Energy expenditure during cycling. In: Burke, E.R. (ed.): High-tech Cycling. pp. 167-184. Human Kinetics, Champaign 1996 7. Howley, E.T., Basset JR, D.R., Welch, I-I.G. : Criteria for maximal oxygen uptake: review and commentary. Med. Sci. Sports Exerc. 27 (1995) 1292-1301 8. Ivy, LL., Costill, D.L. Maxwell, B.D. : Skeletal muscle determinants of maxi-mum aerobic power in man. Eur. J. Appl. Physiol. 44 (1980) 1-8 9. Lehmann, M.J., Lormes, W., Opitz-Gress, A., Steinacker, J.M., Netzer, N., Forster, C. Gastmann, U. : Training and overtraining- an overview and experimental results in endurance sports. J. Sports Med. Phys. Fitness 37 (1997) 7-17 10. Lindner, W.: Erfolgreiches Radsporttraining. BLV-Verlag, München 1993 11. Lychatz, S. (1997): Persönliche Information. 12. Mader, A. : Die Komponenten der Stoffwechselleistung in den leichtath-letischen Ausdauerdisziplinen - Bedeutung für die Wettkampfleistung und Möglichkeiten zu ihrer Bestimmung. In: Tschiene, P. (Hrsg.): Neue Tendenzen im Ausdauertraining. Informationen zum Leistungssport Bd. 12. Bundesausschuß Leistungssport, Frankfürt/M. 1994 13. Mader, A. Heck, H. : A theorie of the metabolic origin of anaerobic thres-hold. Int. J. Sports Med. 7 (1986) Suppl. 1, 45-65 14. Mitchell, J.H.: Cardiovascular control during exercise: central and reflex neural mechanisms. Am. J. Cardiol. 55 (1985) D34-D4 15. Neumann, G. : Der Einfluss sportlicher Beanspruchung auf den Stoff-wechsel, die Temperaturregulation und den Wasser- und Elektrolytgehalt. In: Strauzenberg, S.E., Gürtler, H., Hannemann, D. Tittel, K. (Hrsg.). Sport-medizin.S. 89-142. J. A. Barth, Leipzig 1990. 16. Neumann, G.: Cycling. In: Endurance in sport. Shephard, R.J., Åstrand, P.-0. (eds). pp. 582-596. Blackwell Scientific Publications, Oxford 1992 17. Neumann, G. : Dosierung und Nutzen von Kohlenhydrataufnahmen bei Ausdauerbelastungen. In: Engelhardt, M., Franz, B., Neumann, G., Pfütz-ner, A. (Hrsg.). 10. Internationales Triathlon-Symposium Bad Endorf 1995. S. 7-22. Czwalina, Hamburg 1996 18. Neumann, G. : Ausdauerbelastung. J.A. Barth, Leipzig 1991 19. Neumann, G., Pfützner, A. Hottenrott, K. : Alles unter Kontrolle. 6. Aufl. Meyer Meyer, Aachen 2000 20. Neumann G, Volk 0: Metabole und hormonelle Auswirkungen eines Dreifachlangtriathlons. In: Engelhardt, M., Franz, B., Neumann, G., Pfützner, A. (Hrsg).): 13. Internationales Triathlon - Symposium Erbach 1998, S.21-42. Czwalina, Hamburg 1999 21. Neumann, G., Pfützner, A. Berbalk, A. : Optimiertes Ausdauertraining. 2. Aufl. Meyer & Meyer, Aachen 1999 22. Nüscheler, M.: Der Rollensprinter (CH). Nr. 149, H. 11, 1999, 23. Petermann, A. Persönliche Information. Daten ehemaliges FKS Leipzig. 24. Paul, P. : Effects on long lasting physical exerise and training lipid meta-bolism. In: Howald, H. Portmans, J.R. (ed.). Metabolic adaptation to pro-longed physical exercise. pp. 156-193. Birkhäuser, Basel 1975 25. Saris, W. H. M. : Nutrition and Top Sport. Int. J. Sports Med. 10 (1989) SI-S76 26. Saris, W. H. M., Erp Baart, M. A., Brouns, F., Westerterp, K.P. Ten Hoor, F. Study on food intake and energy expenditure during extreme sustained exercise: The Tour de France. Int. J. Sports Med. 10 (1989), Suppl. S25-S31 27. Stockhausen, W.: Medizin. In: Handbuch Radsport. Weiß, Ch. (Hrsg.). S. 429-479. BLV-Verlag, München 1996 28. Swain, D.P. : The influence of body mass in endurance bicycling. Med. Sci Sports Exercise 26 (1994) 58-63 29. Swain, D.P. Wilcox, J.P. : Effect of cadence on the economy of uphill cyc-ling. Med. Sci. Sports Exerc. 24 (1992) 1123-1127 Anschrift des Autoren Prof. Dr. G. Neumann Fachgruppe Sportmedizin Marschnerstr. 29, 04109 Leipzig
Die schnellsten Bergfahrer in der Geschichte des
Radsports
1990 belief sich die Rekordzeit für die Bergfahrt nach Alpe d'Huez (14,5 km, 1140 Hm, 8,0%) auf ca. 42 Minuten. 1997 legte Marco Pantani dieselbe Strecke in 37:35 min zurück. (23,1 km/h). Diese Rekordverbesserung um mehr als 10% macht plausibel, dass die schnellsten Bergfahrer in den 90iger Jahren fuhren.
von Manfred Nüscheler, www.recordholders.org/de/records/roller1.html http://www.members.aon.at/o.n/bergfahrer.html
Vom Ingenieur und Ex-Radprofi Daniel Müller: Technik im Radsport Der Bereich Technik ist vermutlich noch wichtiger als die Bereiche Kraft und Ausdauer. Radsport ist eine sehr technische Sportart. Dies würde man beim Kunstturnen viel eher erwarten, als im Strassenrennsport. Aber gerade im Spitzenbereich ist nicht nur die Ausdauer, sonder im besonderen die Bewegungstechnik und die Bewegungspräzision ausschlaggebend für den Erfolg. In der Bewegungstechnik liegt denn auch die Kernkompetenz der Trainer. ---------------------------------------------------------------------------------- Fahrradphysik und Biomechanik, Michael Gressmann, Moby Dick 1993, Seite 161: .... nach Aussagen von Experten höchstens 2% der Radfahrer den runden Tritt wirklich beherrschen... P.S. Im Radsprint-Bereich dürften höchsten 2 von 1000 Radfahrern über eine optimale Trettechnik verfügen. (Manfred Nüscheler) ________________________________________________ Radsportler erreichen mit einer kleineren Anzahl an schnellen Muskelfasern, höhere Tretfrequenzen im Maximal-Tretfrequenz-Test (5 sec) als die Leichtathleten, weil die Radsportler die Trettechnik besser beherrschen. Leichtathletik-Kurzstrecken-Sprinter (60-200 m), mit mehr als 50% schnellen Muskelfasern, erreichen maximal bis 225 U/min auf dem Veloergometer bei Maximal-Tretfrequenz-Tests. (CH und A). Radsprinter (200-1000 m), mit weniger als 50% schnellen Muskelfasern, erreichen 250-271 U/min auf dem Veloergometer (C. Davies und E. Sandström). Strassenfahrer (bis 300 km), mit etwa 20% schnellen Muskelfasern, erreichen bis 230 U/min auf dem Veloergometer (Dr. Siegward Lychatz, Pascal Richard). ---------------------------------------------------------------------------------------- Am 19.06.1996, anlässlich der 60. Tour de Suisse, gewann der Russe Jewgeni Berzin das Einzelzeitfahren in Frauenfeld (35 km, ca. 200 hm) 1.11 min vor Gianni Faresin und 1:24 min vor Lance Armstrong. Berzin erreichte eine mittlere Geschwindigkeit von 51,4 km/h. Ein Duathlon-Weltmeister, der dieses Rennen auch bestritt, verlor etwa 6 min oder fast 15% auf Berzin. Das entspricht einer Minus-Leistung von über 30%. Beide Fahrer benutzten etwa die gleich grosse Uebersetzung. Der Unterschied wurde vor allem durch die Tretfrequenz erbracht. Berzin fuhr mit rund 100 U/min im Schnitt. Der Duathlet nur mit etwa 85 U/min. Ein Teil des Zeitunterschieds ist auf die Trettechnik zurückzuführen. Die Duathleten fahren mit kurzen Sitzpositionen, welche eine gute Kraftübertragung garantieren sollen. Diese Sitzpositionen behindern aber hohe Tretfrequenzen. Daher sind sie kontraproduktiv. Die Pedalkräfte (Drehmomente), die im Ausdauer-Radsport aufgebracht werden können, sind sehr beschränkt. Wer schneller fahren will, muss in erster Linie die Drehzahl steigern und die Trettechnik verbessern. Manfred Nüscheler Intensität der Anfangsphase beim Zeitfahren im Radsport sollte
nicht zu hoch gewählt werden Dieser Frage gingen Mattern et al. in ihrer Untersuchung nach. 13 Radrennfahrer führten ein Zeitfahren über 20 km unter drei verschiedenen Bedingungen durch. Im ersten Versuch durfte die Geschwindigkeit im gesamten Versuch frei gewählt werden. In Versuch 2 sollte die Leistung in den ersten 4 min 15% höher als der Mittelwert über diese Phase in Versuch 1 liegen, in Versuch 3 um 15% niedriger. Die Geschwindigkeit der anschließenden Phase konnte wieder frei gewählt werden. Jeder Versuch konnte zuende gefahren werden. Die Gesamtzeit war bei langsamerem Anfangstempo signifikant niedriger als bei den beiden anderen Versuchsformen. Die Laktatwerte lagen sowohl bei der frei gewählten Geschwindigkeit wie verständlicherweise auch bei der noch höheren Anfangsgeschwindigkeit mit 9,8 und 11,5 mmol/l signifikant höher als bei der geringeren Anfangsbelastung. Diese geringere Laktatbildung begünstigt während der gesamten Anschlussphase eine höhere Leistung. Die Untersuchung bestätigt die Ergebnisse in anderen Ausdauersportarten, dass eine zu hohe Anfangsbelastung die Gesamtleistung reduziert. Die Autoren empfehlen in den ersten 4 min einer Ausdauerbelastung eine Herzfrequenz von 160/min und einen Wert von 12 auf der Borg-Skala (RPE) nicht zu überschreiten. U.K. (Mattern CO et al.: Impact of starting strategy on cycling performance. Int J Sportsmed 22 (2001) 350-355) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 53, Nr. 1 (2002) Radsport-Trittfrequenz-Rahmengeometrie-Leistung
Sitzposition!
Am 19.06.1996, anlässlich der 60. Tour de Suisse, gewann der
Russe Jewgeni Berzin das Einzelzeitfahren in Frauenfeld (35 km, ca. 200 hm) 1.11 min vor
Gianni Faresin und 1:24 min vor Lance Armstrong. Berzin erreichte eine
mittlere Geschwindigkeit von 51,4 km/h. Ein
Duathlon-Weltmeister, der dieses Rennen auch bestritt, verlor etwa 6 min oder
fast 15% auf Berzin. Der beste Stufentest in der Geschichte des Radsports? Nicht einer der ganz grossen Rad-Champions hat ihn geschafft, sondern der vierfache Fiedensfahrt-Sieger Uwe Ampler. Er fuhr 1998 in Leipzig, nach einer Stunde, noch die Stufe von 510 Watt voll durch. Dem berühmten Sportwissenschafter Prof. Dr. Dietmar Junker (einer der besten Radsport-Experten auf dieser Welt) fiel vor Staunen fast die Kinnlade runter: „So etwas habe ich noch nicht gesehen.“ Die
Werte von Uwe Ampler/Team Mroz: Ampler fuhr auf einem modernen geeichten Veloergometer mit einer optimalen Sitzposition. Wer den Stufentest auf einem Ergometer macht, wo die optimale Sitzposition nicht eingestellt werden kann, verschenkt etwa 10% seiner Leistung. Da der Fahrer beim treten an Ort überhitzt, geht bei einem Test auf dem Veloergometer, sowieso ein Teil der Leistung verloren. Die
damaligen Werte von Jan Ullrich/Team Telekom vom Stufentest in Freiburg i.
Br. zum Vergleich: Die relative Leistung von Uwe Ampler war um etwa 5% besser, als die von Jan Ullrich. 1998
gewann der 33-jährgige Ampler die Friedensfahrt zum 4. Mal. http://www.berlinonline.de/wissen/berliner_zeitung/archiv/1998/0518/sport/0012/ Der Schwede Magnus Backsted (192 cm, 96,5 kg) soll im Stufentest auch schon Stufen von 550 Watt geschafft haben. Relativ zum Gewicht sind das aber „nur“ etwa 5,7 Watt/kg. Die Vorteile des Wiegetritts Ergebnis von neuen Radsport-Studien: Am Berg fährt man im Wiegetritt ab etwa 8% Steigung
schneller, als sitzend auf dem Sattel. Beim Fahren im Wiegetritt wird allerdings
mehr Substanz verbraucht. Daher kann er nicht allzu lange gefahren werden. Viele
Rekordzeiten auf klassischen Bergstrecken wurden im Wiegetritt (50-100% der
Strecke) erzielt. U. A. von Marco Pantani (70-80 U/min), Bjarne Riis
(60-70 U/min) und Luc Leblanc (60-70 U/min). Verletzungen und Energieverbrauch beim Radfahren - Positiv ist, wie jeder weiß, der Effekt auf Herz und Gefäße. Positiv ist auch, daß der Wohlstandsspeck beim Radeln schmilzt. Der Effekt ist zwar nicht so groß, wie mancher meint. Daß etwa Radprofis bei großen Bergetappen 12 000 Kilokalorien verbrennen, gehört zu den Mythen. In Wirklichkeit sind es knapp 20 Kilokalorien, die ein Fahrer im Wettkampf pro Kilometer verbrennt, sagte Privatdozent Andreas Schmied, Mannschaftsarzt beim Team Telekom und Sportmediziner der Universität Freiburg, auf einem Symposium des Klinikums Großhadern in München. Wer 2000 Kilokalorien verbrennen will, muß also recht lange und intensiv strampeln: 2000 Kilokalorien bedeuten bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde vier Stunden durchaus schweißtreibendes Radeln. Werden etwa 50 Prozent der 2000 Kilokalorien durch Fettverbrennung verbraucht, verschwinden nur etwas mehr als 100 Gramm Fett von den Hüften. Akute und chronische Schäden kommen nun mal vorAber Radfahren ist, wie gesagt, nicht nur gesund. Zu den wohl häufigsten akuten Schäden zählen Clavicula-Frakturen und Schultereckgelenks-Sprengungen, berichtete Dr. Carsten Temme, Orthopäde in Großhadern und auch Mannschaftsarzt beim Team Telekom. Möglich sind zudem Frakturen des Mittelgesichts, des Schenkelhalses, der Patella, des Olecranon, von Radius und Ulna sowie der Mittelhand (Kahnbein). Oft ist auch die obere HWS verletztDas gefährlichste akute Trauma ist das Schädelhirn-Trauma. So hat etwa das epidurale Hämatom eine Sterblichkeitsrate von 20 bis 25 Prozent, berichtete der Neurochirurg Dr. Hans Jaksche von der Murnauer BG-Unfallklinik. Weitere mögliche Unfall-Folgen: Subarachnoidalblutungen und subdurale Hämatome. Sogar eine isolierte Hirnstammläsion ist möglich, wie eine Kasuistik belegte. Hinzukommt, daß bei schweren Schädelhirn-Traumen recht oft (nach Jaksche in bis zu zehn Prozent) Frakturen der oberen Halswirbelsäule vorkommen. Immerhin können sich Radfahrer schützen - mit einem Helm, betonte Jaksche. Leider ist das nicht die Regel, weder bei Hobby-Sportlern noch bei Profis. Kommen wir nun zu den möglichen chronischen Schäden. Ursache ist oft Überbelastung, etwa durch falsches Training. Ein prominentes Beispiel dafür ist Jan Ullrich, der wohl durch übertriebenes Krafttraining sein Kniegelenk überfordert hat. Wie stark etwa Radprofis sich belasten, verdeutlichte in München Telekom-Fahrer Rolf Aldag: 40 400 Kilometer ist er 2001 gefahren. Und da er seine Rumpfmuskulatur kaum trainiere, leide er an Rückenschmerzen. Rückenschmerzen und Kniegelenks-Probleme, meist Reizungen des Quadrizeps-Sehnenansatzes, sind nur zwei Beispiele für chronische Schäden. Möglich sind außerdem Reizungen der Achilles- und Peronäal-Sehnen. Zudem können Kompressions-Syndrome auftreten, etwa des Ulnaris und Medianus, berichtete Privatdozent Manfred Pfahler vom Klinikum Großhadern. Sogar eine Lunatum-Malazie sei, etwa bei Mountain-Bikern, möglich. Wie kann nun solchen Schäden vorgebeugt werden, wie sollten Sportwillige beraten werden, wie Aktive, die bereits Beschwerden haben? Gute spezifische Kenntnisse der Sportart sind bei der Beratung selbstverständlich hilfreich. So kommt es - außer auf richtig dosiertes Training und regelmäßige Gymnastik - auf die korrekte Sitzposition an, berichtete Temme. Die richtige Größe des Fahrradrahmens und des Abstandes zwischen Sattel und Pedalen sind hier zwei zu beachtende Faktoren. Wichtig ist auch die Griffhaltung. Falsch sei etwa das Fahren mit gestreckten Ellenbogen als Folge eines zu großen Abstandes zwischen Sattel und Lenker. Auch die Wahl des Rahmenmaterials sollte beachtet werden. Die heute meist üblichen Rahmen aus Aluminium-Legierungen sind im Vergleich zu den früher meist verwendeten Rahmen aus Stahl-Legierungen steifer und belasten möglicherweise Gelenke und Wirbelsäule stärker. Und zu Beschwerden im Kniegelenk kann es etwa dann kommen, wenn die Füße völlig starr in den Pedalen fixiert seien. Moderne Pedale (sogenannte Klick-Pedale) bieten daher meist die Möglichkeit, die Füße bei ausreichender Fixierung dennoch so zu bewegen, daß die Kniegelenke nicht über längere Zeit in einer starren Position belastet werden. Rad-UnfälleRadfahren kann, wie ein paar Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, sogar lebensgefährlich sein.So verunglückten im vergangenen Jahr insgesamt 71 622 Radfahrer, 637 davon immerhin tödlich. Pro 100 000 Einwohner verunglückten 87 Radfahrer, davon wurden acht getötet. Zunehmend betroffen sind jüngere Erwachsene im Alter zwischen 18 und 45 Jahren, also Personen, die oft mit technisch hochwertigen und daher auch meist sehr rasant zu bewegenden Rädern unterwegs sind. Immerhin gab es 2001 im Vergleich zu 2000 einen mit 11 Prozent recht deutlichen Rückgang der Unfälle bei Kindern. Ärzte Zeitung, 01.07.2002 Die Vorteile des Wiegetritts Vuelta-Königsetappe: Wiegetritt-Heras dominiert in der Steigung von
Angliru Optimale Drehzahlen auf dem Fahrrad in Abhängigkeit von der Steigung - Tour de France Armstrong - Bjarne Riis - Roberto Heras Die Erkenntnis, dass die optimalen Drehzahlen beim Radfahren von der Steigung abhängen, hat sich inzwischen einigermassen durchgesetzt.Je steiler die Strasse, desto mehr Druck muss auf die Pedalen gegeben werden und desto mehr nimmt die kinetische Energie des Systems ab. Daher gilt: Je steiler die Strasse, desto tiefer ist die optimale Drehzahl. Diese Behauptung wurde belegt, indem die Drehzahlen von verschiedenen Radprofis, bei verschiedenen Bergankünften und bei verschieden Steigungsgraden gezählt wurden. Beispiele: 1. Lance Armstrong Der Radprofi mit den höchsten Drehzahlen Steigung: Bourg d'Oisan - Alpe d'Huez Tour de France 2001 Mittel 7,8% Steigung, max. 14% Mittlere Geschwindikeit: 22,4 km/h = 6,21 m/s Mittlere Drehzahl: etwa 90 U/min Mittlere Uebersetzung: etwa 4,2 m/U oder 39x19 Armstrong fuhr mit den folgenden Drehzahlen: Ebene: etwa 110 U/min 4% Steigung: etwa 100 U/min 8% Steigung: etwa 90 U/min 12% Steigung: etwa 80 U/min 2. Roberto Heras, Beispiel mit relativ tiefen Drehzahlen Steigung: Canga de Onis - Lagos de Covadonga Vuelta d'Espagna 2000 Mittel 7,5% Steigung, max. 17% Mittlere Geschwindigkeit: 21,7 km/h = 6,03 m/s Mittlere Drehzahl: etwa 72 U/min Mittlere Uebersetzung: etwa 5,0 m/U oder 39x16 Im steilsten Teilstück, "La Huesera" nach 11 km; 1 km mit 12,5% Steigung, max. bis 17%, soll Heras vorwiegend 39x25 (3,3 m/U) gebraucht haben. Heras fuhr mit den folgenden Drehzahlen: Ebene: etwa 90 U/min 4% Steigung: etwa 78 U/min 8% Steigung: etwa 72 U/min 12% Steigung: etwa 66 U/min Noch tiefere Drehzahlen als Roberto Heras fuhr Bjarne Riis 1996 in der Tour de France Bergankunft von Ayros nach Hautacam. Bei 8% Steigung (Durchschnitt der Steigung) fuhr Riis mit der Uebersetzung 53x19 (5,8 m/U) mit 65 U/min hoch. Riis erzielte damals einen Streckenrekord, der bis heute ungeschlagen ist. (Mittlere Geschwindigkeit: 22,5 km/h = 6,25 m/s). Im Jahr 2000 gewann Lance Armstrong in Hautacam. Er fuhr mit relativ kleinen Gängen: 39x19-25 und einer mittleren Drehzahl von mindestens 90 U/min. Er erreichte eine mittlere Geschwindigkeit von "nur" 21,1 km/h oder 5,86 m/s. Armstrong war somit im Jahr 2000 um etwa 6-7% langsamer, als Riis im 1996. Dankenswerterweise bereitgestellt von Manfred Nüscheler http://de.geocities.com/manfred43_99/ |
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Leistung von Gilberto Simoni am Monte Zoncolan – GIRO 2003
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Bereitgestellt von Manfred Nüscheler
http://de.geocities.com/manfred43_99/
8000 Kalorien pro Etappe - bei der Tour nicht selten
Der Flüssigkeitsverlust pro Tag kann bis zu zwölf Liter betragen /
Spaghetti, Omelett und Müsli zum Frühstück
NEU-ISENBURG (ts). Tour der Leiden wird respektvoll das wohl härteste
Straßenradrennen der Welt genannt. Knapp 3400 Kilometer ist die 23tägige
Tour de France dieses Jahr lang, wobei 21 Pässe überwunden werden müssen.
Die Strapazen auf den teilweise über 200 Kilometer (bis 230,5) langen
Etappen bei einem Tempo von oft mehr als 40 Kilometern pro Stunde sind
gewaltig.
Bis zu fünfzig Liter Blut pumpen Spitzenfahrer wie etwa Lance Armstrong und
Jan Ullrich pro Minute durch die Blutgefäße. Zum Vergleich: Ein
Freizeitsportler hat ein Herzminuten-Volumen von etwa 25 bis 30 Liter. Mit
acht Litern hat zum Beispiel der mehrfache spanische Tour-Gewinner Miguel
Induríain ein doppelt so großes Lungenvolumen wie ein gleichaltriger Mann,
der keinen Sport treibt.
Der Energieverbrauch und der Flüssigkeitsverlust der Radsport-Athleten sind
nach Berechnungen von Sportmedizinern enorm: Durchschnittlich etwa 6100
Kilokalorien täglich - etwa dreimal so viel wie bei einer Bürotätigkeit -
haben 1989 fünf Tour-Fahrer verbraucht, wie eine Studie des niederländischen
Wissenschaftlers Dr. Wim Saris aus Maastricht ergeben hat (Int J Sports Med
10, 1989, 25).
Der Flüssigkeitsverlust pro Tag betrug im Mittel fast sieben Liter.
Und bei Bergetappen sind ein Energieverbrauch von 8000 Kilokalorien und ein
Wasserverlust von zwölf Litern nicht ungewöhnlich.
Schon morgens müssen die Fahrer daher gewaltige Energiemengen zu sich
nehmen: Zwei Teller Spaghetti mit Olivenöl und Käse, dazu ein Omelett aus
sechs Eiern, Müsli, Schinken, Obst und 200 Gramm Honig sind für die
Rad-Profis, die bei der Tour de France an den Start gehen, eine ganz normale
Frühstückskost.
Während der einzelnen Tour-Etappen ist vor allem regelmäßiges Trinken ein
oberstes Gebot, um Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen. Viele
Fahrer sind bereits nach wenigen Tagen so erschöpft, daß sie anfällig sind
für Infektionskrankheiten, vor allem für eine virale Magen-Darm-Grippe.
Sogar Spitzenathleten müssen aufgrund völliger Erschöpfung immer wieder
aufgeben. Ärzte Zeitung, 08.07.2003
Am morgigen Samstag steht der erste Gipfelsturm an. Allein beim Anstieg auf den 1619 Meter hohen Col de Ramaz müssen die Fahrer 14,3 Kilometer mit einem Steigungsgrad von im Schnitt 6,9 Prozent bewältigen.
Von Thomas Kron
Rad-Profis sind meist richtig dünne Heringe - vor allem die Spezialisten für die Bergetappen. Die Ursache ist der enorme Kalorienverbrauch durch Training und Wettkämpfe. Fast unglaubliche 40 000 und mehr Kilometer fahren Profis pro Jahr auf ihren nur sieben bis acht Kilogramm schweren High-Tech-Rennmaschinen, die so viel kosten wie manche Kleinwagen. Bei schweren Bergetappen ist ein Energieverbrauch von mehr als 7000 Kilokalorien eher die Regel als die Ausnahme. Rad-Profis sind aber auch deswegen so dünn, weil sie nur dann Spitzenleistungen bringen können, wenn ihr Körpergewicht sehr gering ist. Warum das so ist, machen einfache leistungsphysiologische Überlegungen klar. Bjarne Riis, Sieger des Tour de France von 1996, fuhr 1997 die letzte dreiviertel Stunde des Amstel Gold Race mit einer Leistung von durchschnittlich 400 Watt. Ein sehr guter Freizeit-Radler kann über eine halbe Stunde im Mittel knapp 250 bis 300 Watt leisten. In standardisierten Ergometer-Tests erreichen Straßenrad-Profis wie Riis oder Jan Ullrich eine Maximal-Leistung von rund 500 Watt. Sehr gute etwa gleichaltrige Hobby-Athleten (Männer) schaffen auf dem Fahrrad-Ergometer maximal etwa 350 Watt. Untrainierte können froh sein, wenn sie erst bei 200 Watt den Ergometer-Test erschöpfungsbedingt abbrechen müssen. Die absolute Leistung jedoch ist noch nicht sehr aussagekräftig. Worauf es ankommt - gerade bei den für Rundfahrten so entscheidenden Bergetappen - ist das Verhältnis von maximaler Leistung und Körpergewicht (Watt pro Kilogramm). Weltklassefahrer wie Lance Armstrong und Jan Ullrich erreichen Werte von rund sieben Watt pro Kilogramm. Zum Vergleich: Etwa gleichaltrige gute Hobbyathleten erreichen Werte von 4,5 bis 5 Watt pro Kilogramm Körpergewicht, Untrainierte nicht einmal die Hälfte davon. Will ein Radsportler diesen relativen Wert erhöhen, ist es sinnvoll, das Körpergewicht, am besten durch Training, zu reduzieren. Und genau das tun Rad-Profis. Wer da nachlässig wird, wie etwa Ullrich bei einigen Frankreich-Rundfahrten in den vergangenen Jahren, fährt gerade in den Bergen hinterher und erreicht nicht die Leistung, die möglich wäre, wenn...
Optimale Drehzahlen auf dem Fahrrad in Abhängigkeit von der Steigung Die Erkenntnis, dass die optimalen Drehzahlen beim radfahren von der Steigung abhängen, hat sich inzwischen einigermassen durchgesetzt. Je steiler die Strasse, desto mehr Druck muss auf die Pedalen gegeben werden und desto mehr nimmt die kinetische Energie des Systems ab. Daher gilt: Je steiler die Strasse, desto tiefer ist die optimale Drehzahl. Diese Behauptung wurde belegt, indem die Drehzahlen von verschiedenen Radprofis, bei verschiedenen Bergankünften und bei verschieden Steigungsgraden gezählt wurden. Beispiele: 1. Lance Armstrong Der Radprofi mit den höchsten Drehzahlen Steigung: Bourg d'Oisan - Alpe d'Huez Tour de France 2001 Mittel 7,8% Steigung, max. 14% Mittlere Geschwindikeit: 22,4 km/h = 6,21 m/s Mittlere Drehzahl: etwa 90 U/min Mittlere Uebersetzung: etwa 4,2 m/U oder 39x19 Armstrong fuhr mit den folgenden Drehzahlen: Ebene: etwa 110 U/min 4% Steigung: etwa 100 U/min 8% Steigung: etwa 90 U/min 12% Steigung: etwa 80 U/min 2. Roberto Heras, Beispiel mit relativ tiefen Drehzahlen Steigung: Canga de Onis - Lagos de Covadonga Vuelta d'Espagna 2000 Mittel 7,5% Steigung, max. 17% Mittlere Geschwindigkeit: 21,7 km/h = 6,03 m/s Mittlere Drehzahl: etwa 72 U/min Mittlere Uebersetzung: etwa 5,0 m/U oder 39x16 Im steilsten Teilstück, "La Huesera" nach 11 km; 1 km mit 12,5% Steigung, max. bis 17%, soll Heras vorwiegend 39x25 (3,3 m/U) gebraucht haben. Heras fuhr mit den folgenden Drehzahlen: Ebene: etwa 90 U/min 4% Steigung: etwa 78 U/min 8% Steigung: etwa 72 U/min 12% Steigung: etwa 66 U/min Noch tiefere Drehzahlen als Roberto Heras fuhr Bjarne Riis 1996 in der Tour de France Bergankunft von Ayros nach Hautacam. Bei 8% Steigung (Durchschnitt der Steigung) fuhr Riis mit der Uebersetzung 53x19 (5,8 m/U) mit 65 U/min hoch. Riis erzielte damals einen Streckenrekord, der bis heute ungeschlagen ist. (Mittlere Geschwindigkeit: 22,5 km/h = 6,25 m/s). Im Jahr 2000 gewann Lance Armstrong in Hautacam. Er fuhr mit relativ kleinen Gängen: 39x19-25 und einer mittleren Drehzahl von mindestens 90 U/min. Er erreichte eine mittlere Geschwindigkeit von "nur" 21,1 km/h oder 5,86 m/s. Armstrong war somit im Jahr 2000 um etwa 6-7% langsamer, als Riis im 1996. Freundliche Grüsse Manfred Nüscheler http://manfredch.uboot.com/ |
Diese Leistungsberechnungen von 4 Autoren stimmen ziemlich genau
überein. Sie wurden ermittelt in Tour de France-Bergankünften
von Miguel Indurain, Bjarne Riis, Marco Pantani und Jan Ullrich in
den Steigungen von La Plagne (1995), Hautacam (1996), Alpe d'Huez
(1997) und Col de la Madeleine (1998).
1.) Dr. Siegward Lychatz
http://www.radsport-forum.de/content/c_83_news.htm
TOUR 8/98
Pantani 7.1 Watt/kg
Ullrich 6.8 Watt/kg
Indurain 6.7 Watt/kg
2.) Dr. Stefano di Santo
http://www.ediciclo.it/analisi/artic1.htm
Pantani 409 Watt/56 kg = 7.3 Watt/kg
Ullrich 495 Watt/72 kg = 6.9 Watt/kg
3.) Dr. Luigi Cecchini
http://www.cyclingnews.com/results/archives/may97/8_5.html
Indurain 550 Watt/79 kg = 6.9 Watt/kg
Riis 500 Watt/72 kg = 6,9 Watt/kg
4.) Manfred Nüscheler
http://www.members.aon.at/o.n/bergfahrer.html
Pantani 403 Watt/56 kg = 7.2 Watt/kg
Ullrich 484 Watt/71 kg = 6.8 Watt/kg
Indurain 530 Watt/79 kg = 6.7 Watt/kg
Riis 480 Watt/71 kg = 6,8 Watt/kg
Gruss
Manfred Nüscheler
http://de.geocities.com/manfred43_99/RadAmBerg.html
http://de.groups.yahoo.com/group/radsprint/
Leistung
von Lance Armstrong in der Steigung von
Luz St. Saveur nach Luz Ardiden,
Tour de France 2003
Leistungsanalyse der 13,4-km Bergstrecke von der
Kreuzung D.921-D12 (684 m ü. M., etwa 800 m nach Luz St. Saveur) nach Luz
Ardiden (1715 m ü. M., Zielankunft TdF).
http://www.salite.ch/luz.htm
http://radsport-news.com/news/tdf200315v.shtml
http://radsport-news.com/news/tdf2003berge.shtml
Letzte Steigung der 15. Etappe der Tour de
France 2003
Bagnères de Bigorre – Luz Ardiden, 159,5 km,
vom Montag, den 21. Juli 2003
http://radsport-news.com/res2003/tdf.htm
Diese Berechnung erfolgt nach den offiziellen Angaben
und der Live-Uebertragung am Fernsehen.
h, Höhendifferenz: 1031 m
g, Erdbeschleunigung: 9,81 m/s2
fr, Rollreibungszahl: 0,008 (Mittelmässige Bergstrasse)
Mittlere Höhe der Strecke: 1200 m ü. M.
Durchschnittliche Temperatur in den Bergen: relativ kühl
d, Luftgewicht: 1,1 kg/m3
Distanz: 13,4 km
Maximale Steigung: 11 %
Durchschnittliche Steigung: 7,6 %
Werte von Lance Armstrong
(Etappensieger und Schnellster in der Steigung:
0:40 min vor Iban Mayo, Jan Ullrich,
Haimar Zubeldia und Christophe Moreau)
http://radsport-news.com/res2003/tdf15.htm
Gewicht: 165-170 lbs, 74-77 kg, Mittelwert: 75,5 kg
Grösse: 5’10’’, 178 cm
Jahrgang: 1971
http://www.uspsprocycling.com/02team/03bio_armstrong.htm
http://www.usacycling.org/?upload/armstrong.html
Gewicht inklusive Velo und
Bekleidung; 82-86 kg, Mittelwert: 84 kg
(Ich frage mich allerdings, ob das Gewicht von Lance Armstrong nicht tiefer
ist.)
Leistung von Iban Mayo in der Steigung vom Mont Ventoux
2004
Leistungsanalyse des 21,6-km Berg-Einzelzeitfahren von Bedoin (280 m) nach
Mont Ventoux (1909 m)
4.Etappe: Bedoin - Le Mont Ventoux (EZF 21,6 km) vom 10.06.2004 des 56.
Critérium du Dauphiné Libéré (Fra, HC, 06. ? 13.06.2004) http://www.criterium.ledauphine.com/criterium04/index.php
http://criterium.ledauphine.com/criterium04/pdf/Profiletape4.PDF
Diese Berechnung erfolgt nach den offiziellen Angaben.
h, Höhendifferenz: 1629 m
g, Erdbeschleunigung: 9,81 m/s2
fr, Rollreibungszahl: 0,008 (Mittelmässige Bergstrasse) Mittlere Höhe der
Strecke: 1100 m ü. M.
d, Luftgewicht: 1,1 kg/m3
Distanz: 21,6 km
Maximale Steigung: 12 %
Durchschnittliche Steigung: 7,5 %
Werte von Iban Mayo: 182 cm, 71 kg, 1977 http://de.sports.yahoo.com/cyclisme/profiles/4452.html
Etappensieger Einzelzeitfahren.
Iban Mayo siegt in 55:51 min,
(Neuer Streckenrekord)
35 sec vor Tyler Hamilton.
Lance Armstrong liegt als Fünfter bereits 1:58 min zurück.
http://radsportnews.net/res2004/dauphine.htm
1999 gewann Jonathan Vaughters das EZF am Mont Ventoux in 56:50 min.
Lance Armstrong verlor als Fünfter 1:02 min.
http://www.radsport-news.com/res99/dauphine.htm
1958 gewann Charly Gaul am Mont Ventoux in 1:02:09 min.
Gewicht von Iban Mayo inklusive Velo und Bekleidung; 79,5 kg t, Zeit für
21,6 km: 55:51 min = 3351 sec Höhenmeter/Std. (Hochrechnung): 1750 m/h v,
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 23,2 km/h = 6,45 m/s CwA,
Luftwiderstandszahl x Querschnitt: 0,4 m2 (Mässige aerodynamische Position
am Berg, vor allem im Wiegetritt)
Die Dauerleistung von Iban Mayo beträgt während etwa 55 min rund 490 Watt.
(Unter Vorbehalt: Möglicherweise ist das von Yahoo angegebene Gewicht von
Mayo zu hoch. Wenn er effektiv leichter ist, wäre seine absolute Leistung
tiefer. Die relative Dauerleistung stimmt aber trotzdem.)
Leistungsberechnung (P, Durchschnittswerte) P, Höhenunterschied, m g h/t,
79,5 x 9,81 x 1629 : 3351 = 379 Watt P, Rollreibung, m g v fr, 79,5 x 9,81,
x 6,45 x 0,008 = 40 Watt P, Luftreibung, CwA/2 d v3, 0,4 : 2 x 1,1 x 6,45
hoch 3 = 59 Watt P, innere Reibung, 3% der PT (inklusive Schwingungen) = 14
Watt P, Total = 492 Watt
Relative Dauerleistung kg/Körpergewicht: ca. 6,9 Watt/kg Rel. Dauerleistung
pro kg/Körpergewicht inkl. Velo: ca. 6,2 Watt/kg
Mit freundlicher Genehmigung durch:
Manfred Nüscheler
http://de.geocities.com/manfred43_99/
Jan Ullrich gewinnt die Tour de Suisse dank einem
Super-Aerohelm
Fabian Jeker verliert die Tour de Suisse mit einem mässigen Aerohelm um eine
Sekunde.
Gesamtwertung der Tour de Suisse 2004 (Endstand)
1. Jan Ullrich (All/T-Mobile) 34 h 19:25.
2. Fabian Jeker (SUI) + 01.
http://radsportnews.net/res2004/tds.htm
Ein Aerohelm gewinnt mehr Zeit als die meisten Leute
glauben.
In der wissenschaftlichen Arbeit:
?Der Weltrekord in der 4000m Mannschaftsverfolgung"
Von Yorck Olaf Schumacher und Peter Müller in ?Leistungssport? 1/01 http://www.fulst.de/oschumi.html
http://www.radlabor.de/Publikationen.htm
wird erwähnt, dass ein Aerohelm bis zu 20 Watt spart.
D. h. mit einem Aerohelm kann man 60 km/h mit einer um 20 Watt tieferen
Leistung erzielen, als mit einem gewöhnlichen Helm.
Das haben Broker, Kyle und Bourke 1999 festgestellt.
(?Leistungssport? 1/01, Seite 44)
Zeitfahr-Krimi an der Tour de Suisse 2004 http://www.tds.ch/
Die Durchschnittsgeschwindigkeit von Sieger Jan Ullrich (ALL) beim 25,6
km-Zeitfahren (letzte Etappe der Tour de Suisse vom 20.06.2004) belief sich
auf 48,6 km (13,5 m/s).
http://www.tds.ch/PortalData/1/Resources//strecke/09Lugano.pdf
Der Aerohelm hat gegenüber einem konventionellen Helm etwa 15 Watt gespart.
Das entspricht einer Zeitersparnis von etwa 1,6% oder rund 30 sec auf dieser
Strecke in Lugano. Ohne Aerohelm wäre Jan Ullrich um 30 sec oder 0,8 km/h
langsamer gewesen und hätte nur eine mittlere Geschwindigkeit von 47,8 km/h
erzielt.
Jan Ullrich wäre nur Etappenvierter geworden und hätte den Tour de
Suisse-Gesamtsieg deutlich verpasst.
Auch Fabian Jeker (SUI) trug einen Aerohelm, aber ein deutlich weniger gutes
Modell als Jan Ullrich. Dieser Helm dürfte Fabian Jeker wesentlich mehr als
eine Sekunde gekostet haben.
Dabei hatte für Fabian Jeker das Zeitfahren so gut begonnen. Die Steigung
auf den ersten 2,5 km bewältigte Jeker um 8 Sekunden schneller, als Jan
Ullrich. Jekers Vorsprung auf Ullrich war also in Sorengo auf 49 sec
angewachsen.
Doch der Deutsche fuhr auf den letzten 23 km um 50 sec schneller, als der
Schweizer.
Nicht zuletzt dank seinem hervorragenden Material gewinnt Jan Ullrich die
68. Tour de Suisse nach rund 1450 km mit nur einer Sekunde Vorsprung.
Bereitgestellt von Manfred Nüscheler
http://de.geocities.com/manfred43_99/
Hochintensives Sprinttraining bei Radfahrern - wenig Aufwand, viel Gewinn
Energieverbrauch bei
LANCE ARMSTRONG UND DEN FAHRERN DER
München, 6. Juli 2005 – Vom 2. bis 24. Juli wird die internationale Elite der Radrennfahrer zum Kampf um die Spitzenplätze bei der legendären Tour de France antreten. Dabei werden die 189 Fahrer aus 21 Teams – unter ihnen der sechsfache Champion Lance Armstrong – eines gemeinsam haben: Alle werden von PowerBar-Sporternährung profitieren. PowerBar wird als der offizielle Lieferant von Energieriegeln und Energiegels bei der Tour de France 2005 essenzielle Wettkampfnahrung liefern.
Lance Armstrong und die PowerBar-Nahrung:
Tatsächlich setzt Lance Armstrong schon seit 1993 bei seinen Rennen PowerBar Performance Energieriegel ein. Im Juli wird er als PowerBar-gesponserter Athlet zum siebten Mal in Folge bei der Tour de France um den Siegertitel kämpfen. Den nötigen Muskelbrennstoff wird er zum großen Teil aus PowerBar Performance Energieriegeln und PowerGels beziehen. Chris Carmichael, Coach von Lance Armstrong, schätzt, dass Armstrong während des Events insgesamt mehr als 109.000 Kalorien verbrennen wird. „Die Tour-de-France-Fahrer und ihre Teams sind mehr denn je an den aktuellsten Forschungen zur Sporternährung interessiert“, so Carmichael. „Und wenn ein Rennfahrer etwas findet, das funktioniert – ob es nun ein Radsattel ist oder die favorisierte Nahrung vor dem Start –, dann bleibt er auch dabei. Die PowerBar Performance Energieriegel und die PowerGels entsprechen den neuesten Verzehrempfehlungen vor und während der strapaziösen Etappen der Tour de France. Lance hat die Riegel bei den fünf Touren, die er bisher gewonnen hat, mit großem Erfolg verwendet.“
Weitere Fakten:
· Armstrong wird pro Tag 7 bis 11 Pfund Schweiß produzieren
· Sein Gewicht wird dank seiner Hydrations- und Ernährungstechniken um weniger als 1% schwanken
· Armstrong wird pro Tag durchschnittlich 6.500 bis 7.000 Kalorien verbrauchen. Rund 1.500 davon wird er aus PowerBar-Nahrungsprodukten beziehen
· Jeden Tag wird er 9,5 bis 11,5 Liter Flüssigkeit trinken
· Pro Tag wird er durchschnittlich fünf PowerBar Performance Energieriegel und fünf PowerBar PowerGels zu sich nehmen – also mehr als 100 Riegel und 200 Gels bis zum Ende des Rennens.
„Die Tour ist ein 3.400-Kilometer-Rennen, und manchmal gewinnen Fahrer mit einem Abstand von einer Minute oder noch weniger. Man muss immer bereit sein, weil diese entscheidende Minute schon in der nächsten Sekunde beginnen kann“, so Armstrong. „Extrem wichtig ist dabei, die optimale Ausrüstung für den Job zu haben. Und für mich ist einfach nichts besser als PowerBar Performance and PowerGel. Punktum.“
Warum Radprofi Lance Armstrong so rasant radelt
AUSTIN (ts). Warum nur ist der sechsmalige Tour-Sieger so gut? Edward F.
Coyle von der Universität von Texas in Austin hat in Tests mit dem Champion
keine endgültige Antwort auf diese Frage gefunden, aber immerhin ein paar
Erkenntnisse gewonnen (J Appl Physiol 98, 2005, 2191).
Durch Gewichtsreduktion von knapp 79 Kilo auf etwa 72 habe Armstrong eine
maximale Sauerstoffaufnahme von wenigstens 85 ml/kg/min - mehr als etwa
Miguel Indurain, Sieger von 1991 bis 1995. Selbst ohne Training sei
Armstrongs Wert noch besser als der normaler trainierter Männer.
Und: Bei Armstrong sei seit 1992 der Anteil von Muskelfasern, die für
Ausdauersport nötig sind, von 60 auf 80 Prozent gestiegen. Die Folge:
Armstrong hat eine sehr hohe Trittfrequenz, strampelt also besonders
schnell. Ärzte Zeitung, 04.07.2005
Bringt simuliertes Höhentraining Jan Ullrich nach oben?
Viele Sportler trainieren unter bewußtem Sauerstoffmangel / Auch China hat
Interesse an der neuen Technologie
Für die letzten Tage seiner intensiven Tour-Vorbereitung ist Jan Ullrich in
den Keller gegangen. Im Untergeschoß seines Hauses in Scherzingen befindet
sich seit zwei Jahren eine hypermoderne Anlage, in der der T-Mobile-Star ein
Training unter Höhenbedingungen simulieren kann.
"Low Oxygen Systems" nennt Volker Spiegel, der frühere Meistertrainer der
Berliner Volleyballerinnen und letzte DDR-Auswahlcoach, diese Technologie.
Sie fußt auf jahrelangen Erkenntnissen der Sportwissenschaft und wurde
inzwischen auf High-Tech-Niveau weiterentwickelt. Die Firma des Berliners
hat die Anlage bei Ullrich eingebaut, der bei den Trainings-Einheiten auf
Rollen den herrlichen Blick auf den Bodensee genießen kann.
Auch Ullrichs Konkurrent Lance Armstrong trainiert in der Höhe
"Jan ist inzwischen auch bei der Bedienung der Anlage ein Profi. Er weiß
genau, wann er welche Höhen einstellen muß, um optimal vorbereitet zu sein",
so Spiegel. "Wenn er diesmal gesund durchkommt, wird er die Vorteile des
kontinuierlichen Höhentrainings sicher ausspielen können und ganz vorn
mitfahren können", ist der ehemalige Trainer überzeugt.
Doch auch er weiß, daß sich Ullrichs Haupt-Konkurrent Lance Armstrong
gleichfalls der Methodik des Höhentrainings bedient. Allerdings trainiert
der Amerikaner unter Normal-Bedingungen und schläft in Räumen, in denen die
Höhe simuliert wird.
Als die DDR in den 80er Jahren in Kienbaum die Unterdruck-Kammer für seine
Top-Athleten öffnete, um Westgeld für teure Trainingslager zu sparen, galt
sie stets als geheimnisumwittert. Spiegels Technologie fußt auf den
Erkenntnissen dieser Kammer und ermöglicht es, Höhenbedingungen
unkompliziert in jedem Raum im Flachland zu simulieren.
Unter den Top-Sportlern findet die Methode großen Anklang.
Eisschnelllauf-Rekordweltmeisterin Gunda Niemann-Stirnemann erwägt
gleichfalls den Einbau einer solchen Anlage. Im Camp von Coach Manfred Wolke
trainieren die Boxer seit Jahren "in der Höhe". Die deutschen Judokas
feierten ihre Olympia-Erfolge in Athen ebenso nach ausgiebigem Training in
den von Spiegel entwickelten Glaskammern wie Ruder-Olympiasiegerin Katrin
Rutschow-Stomporowski. Ergebnisse von über 7000 Trainingseinheiten mit 300
Sportlern in 30 olympischen Sportarten finden sich bereits in Spiegels
Dokumentation.
"Wir sind heute in der Lage, in jedem beliebigen Raum Bedingungen zwischen
2000 und 4500 Metern Höhe zu simulieren", sagt Spiegel. Großprojekte laufen
derzeit auch in China. Im Juni 2004 öffnete in Shanghai das modernste
Schwimm-Trainingszentrum der Welt, wo Spiegel nicht nur das komplette Becken
mit der Anlage ausrüstete, sondern auch in sechs Doppelzimmern den
künstlichen Sauerstoffmangel produzierte, damit die chinesischen Sportler
"in der Höhe" schlafen können.
Das einstündige Training in der Kammer kostet 24 Euro
"Der Kern der Schlüsseltechnologie ist es, die Luft in ihre Bestandteile zu
trennen und wieder neu zu mischen. Der Clou unseres Verfahrens liegt darin,
daß die Luft trotz ständigen Verbrauchs durch den Athleten immer konstant
bleibt", erklärt Spiegel. Natürlich ist die Einrichtung einer solchen Kammer
nicht ganz billig. Das einstündige Training in Berlin kostet bis zu 24 Euro.
Die komplette drei mal drei Meter große Glasbox, in der bis zu drei Sportler
auf Rad oder Laufband trainieren können, ist 75 000 Euro teuer. Ärzte
Zeitung, 04.07.2005
Pedalfrequenz - abhängig von der Leistungsfähigkeit bei
Fahrradbelastungen
Ein Straßenradfahrer, insbesondere beim Zeitfahren, ist besonders
leistungsstark, wenn er es schafft, die maximale Leistung über die gesamte
Wettkampfdauer durchzuhalten. Diese Leistungsfähigkeit kann am besten in
einem ansteigenden Fahrradergometertest beurteilt werden. Oft wurde dabei
beobachtet, dass die bevorzugte Pedalfrequenz bei Rennfahrern mit 90-100/min
deutlich höher liegt als bei Freizeitsportlern. Eine andere Untersuchung
ausschließlich bei Profiradsportlern zeigte, dass die besten Zeitfahrer mit
der höchsten Frequenz fuhren. Auch die ansteigende Pedalfrequenz bei den
Stundenweltrekorden verdeutlicht dieses Phänomen. In einer neueren Studie
absolvierten13 Radfahrer mit der Frequenz ihrer Wahl einen ansteigenden
Fahrradergometertest und einen Test mit konstanter supramaximaler Leistung
bis
zur Erschöpfung. Die Pedalfrequenz in diesem letzten Test korrelierte sowohl
mit der maximalen Leistung im ansteigenden Test sowie mit der Zeit bis zur
Erschöpfung im 2. Test. Auch zeigte die Untersuchung, dass die gewählte
Pedalfrequenz sowie die Maximalleistung zwei unabhängige Vorhersagefaktoren
für die Erschöpfungszeit im Supramaximaltest waren. Die Studie legt nahe,
dass Trainer und Sportwissenschaftler zusätzlich zur Bestimmung der
Maximalleistung auch ein Augenmerk auf die eingesetzte Pedalfrequenz werfen
sollten. Möglicherweise kommt es durch das Training zu einer besseren
muskulären Koordination, die dann höhere Pedalfrequenzen ermöglicht, wodurch
in den intensiven Belastungsphasen des Zeitfahrens Kraft gespart werden
kann.
U.K. (Nesl X, Bosquet L, Pelayo P: Preferred pedal rate: an index of cycling
performance. Int J Sports Med 26 (2005) 372-375
82 DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN Jahrgang 57, Nr. 3 (2006)
Vor allem bei
niedrigen Intensitäten bringt das dominante Bein mehr Kraft auf die Pedale
Bei Straßenrennen und Zeitfahren müssen Radfahrer hohe Kräfte auf
die Pedale übertragen. Die Fähigkeit, diese möglichst lange zu erhalten,
spielt für den Erfolg eine große Rolle. Dabei ist mitentscheidend, wie viel
Kraft vom dominanten (hier definiert als Schussbein) und dem
nicht-dominanten Bein aufgebracht werden kann. Ist diese Fähigkeit sehr
unterschiedlich, droht eine raschere Ermüdung bzw. die Gefahr von
Überlastungsschäden. Bei einem 40 km langen Zeitfahren mittlere Zeit: 61
min) zeigten 6 Radrennfahrer zu Beginn (Phase 1), sowie am Ende des Rennens
(Phase 4, höchste Werte) signifikant höhere Pedalkräfte als in den mittleren
Wettkampfphasen. Die Unterschiede im Kraftbeitrag zwischen dominantem und
nicht-dominantem Bein waren in den mittleren Phasen am größten (ca. 13-17
%), d.h. das dominante Bein wandte deutlich mehr Kraft auf als das
schwächere. In Phase 4 war der Beitrag beider Beine nahezu gleich stark. Das
zeigt, dass eine starke Asymmetrie beim Treten, die zu einer vorzeitigen
Ermüdung des dominanten Beines führen könnte, auftreten kann, die allerdings
bei höheren Krafteinsätzen und damit höherer Intensität abgeschwächt wird.
Die Ergebnisse sprechen aber auch beim Training auch Wert auf
Kraftausbildung des nicht-dominanten Beines zu legen, um in den submaximalen
Phasen einer Ermüdung des dominanten Beines vorzubeugen.
(Carpes FP et al: Bilateral pedalling asymmetry during a simulated cycling
time-trial. J Sports Med Fitness 47 (2007) 65-69) Vor allem bei
niedrigen Intensitäten bringt das dominante Bein mehr Kraft auf die Pedale
Jahrgang 58, Nr. 5 (2007) DEUTSCHE ZEITSCHRIFT FÜR SPORTMEDIZIN