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Urologische
Sportverletzungen
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(Übersicht, Urologische Traumatologie,
Nierenverletzungen, Hodentorsion, Blasenruptur, Harnröhrenruptur, Sporthämaturie,
Sporthämoglobinurie)
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K. - H. Bichler, A. Zumbrägel, W. Mattauch, S.
Lahme S. 359 - 364
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( 2,34 MB)
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Sportverletzungen
in der Gynäkologie
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(Originalarbeit, Gynäkologie,
Sportverletzungen)
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A. Meyer, A. Schiebeler, E. Neeser, D.
Wallwiener S. 365 - 368
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( 1,34 MB)
Gelenk und Wirbelsäulenverletzungen oder Belastungen im Sport
Sportverletzungen des Kniegelenks
BIKER-HODEN Boston 01-12-99 UPI: Der forsche Ritt auf
dem Mountainbike ist Gift für den Hoden: Die österreichische Studie mit 45
Bikern ergab, das 43- meist schmerzhafte- Hodenanomalien ( Tumoren, spermahaltiger
Zysten, Venentorsionen) vorlagen. Unter 31 Nicht-bikern hatten nur 5 solche
Hodenanomalien ( Radiol Soc Noth Am).
Radfahren: Der schmale Sattel eines Herrenfahrrads kann Radfahrer vorübergehend impotent machen.
Das bestätigten jetzt Studien von Urologen der Kölner Universitätsklinik . Laut ihrer Untersuchungen wird durch die Sattelform die Durchblutung des Penis vermindert und es tritt ein Taubheitsgefühl auf, das sogar eine vorübergehende Impotenz auslösen kann. Eine starke Polsterung des Sattels verhindert dieses Problem nicht, sondern nur eine breitere Sattelform. Bei einem möglichst breitem Damensattel wird der Blutfluss dagegen nur um 20 Prozent gesenkt. (Die Welt, dpa, S.39; Focus Online, beide 23.05.2000)
Radfahrer haben kein schlechtes Sperma
Trotz Langstreckenradeln und Skrotalerwärmung war die
Qualität kaum beeinträchtigt
ROTENBURG AN DER FULDA
(slp). Für Hobbyradler gibt es nach den Meldungen über mögliche Gefahren für die
männliche Potenz durch Fahrradsättel einen Grund zum Aufatmen: Selbst intensiver
Gebrauch des Drahtesels scheint die Spermaqualität nicht wesentlich zu
beeinträchtigen. Dr. Frank Sommer, Urologe an der Uniklinik Köln, stellte auf
dem Kongreß für Sportmedizin in Rothenburg an der Fulda eine Studie mit 101
Männern vor. 51 von ihnen fuhren im Jahr mehr als 20 000 Kilometer mit dem Rad.
Das wöchentliche Sportpensum der 50 Männer in der Kontrollgruppe durfte dagegen
nicht länger als 2,5 Stunden sein. Untersucht wurden die Spermaqualität sowie
die Skrotal- und die Umgebungstemperatur. Die Radfahrer traten 180 Minuten
lang in die Pedale. Alle 20 Minuten erfolgte die Temperaturmessung. Bei den
Teilnehmern der Kontrollgruppe wurde die Temperatur nur nach 20minütigem Stehen
ermittelt. In früheren Studien war ein negativer Effekt höherer
Skrotaltemperaturen auf die Spermaqualität beobachtet worden. Das Skrotum der
Radler erwärmte sich auch durchschnittlich von 33,3° C auf 36,6° C nach 180
Minuten im Sattel. Aber Volumen, Konzentration, Morphologie und Motilität ihres
Spermas war nicht signifikant schlechter als das der Kontrollpersonen. Die
Skrotaltemperatur der Kontrolle lag im Schnitt bei 33,4° C.
Ärzte Zeitung, 26.10.2001
Durchblutung im Genitalbereich beim Radfahren im Sitzen-
deutliche Durchblutungsminderung!
Der penile
Sauerstoffpartialdruck während des Radfahrens
Sommer F1, Schwarzer U1,
Cremer C1, Lötzerich H3, Graf C2, Engelmann U1
1 Klinik und Poliklinik für Urologie
der Universität zu Köln,
2 Institut für Kreislaufforschung und
Sportmedizin DSHS Köln,
3 Institut für Natur, Sport und
Ernährung DSHS Köln
Einführung und Zielsetzung:
Der perineale Druck während des
Radfahrens scheint in einigen Fällen für das Auftreten von Impotenz
verantwortlich zu sein. In unserer Studie haben wir die Durchblutung des Penis
während des Radfahrens evaluiert.
Material und Methodik:
Der transkutane Sauerstoffpartialdruck
(tpO2) im Bereich der Glans penis wurde bei 50 gesunden Sportlern untersucht.
Mehrere Autoren haben gezeigt, dass der gemessene transkutane
Sauerstoffpartialdruck-Wert mit den arteriellen pO2-Werten korreliert. Die
Erhebung der Daten erfolgte in verschiedenen Positionen vor, während und nach
der Belastung.
Ergebnisse: Der mittlere
transkutane pO2- Wert im Bereich der Glans penis, welcher stehend vor Belastung
erfasst wurde, beträgt 61,4 ± 7,2 mmHg. Nach drei Minuten Radfahren fällt er auf
19,4 ± 4,7 mmHg. Nach einer Minute in stehender Position erhöht sich der Wert
auf 68 ± 7,6 mmHg. Wiederholt wurden Messungen in sitzender Position
durchgeführt. Nach drei Minuten fiel der pO2-Wert auf 18,4 ± 4,2 mmHg und nach
10minütiger Erholungsphase erreichten die pO2-Werte wieder die Ausgangswerte.
Schlussfolgerung:
Die Ergebnisse unserer Studie scheinen die
Vermutung zu unterstützen, dass die Kompression der arteriellen penilen Gefäße
gegen knöcherne Beckenstrukturen zu einer Verminderung des tpO2- Wertes im
Bereich der Glans penis führt. Außerdem wurde gezeigt, dass ein Positionswechsel
beim Radfahren in die stehende Position eine signifikante Durchblutungserhöhung
des äußeren Genitale bewirkt, die sogar über den Ruheausgangswerten liegt. Daher
empfehlen wir regelmäßig die Körperlage beim Radfahren zu wechseln.
37. Deutscher Kongress für Sportmedizin und Prävention - Prävention durch
Bewegung und Sport -
26. bis 30. September 2001 in Rotenburg a. d. Fulda
Öfter aus dem Sattel!
Kasuistisch ist bekannt, daß es nach längerem Radfahren zu einem
Taubheitsgefühl im Genitalbereich kommen kann. Auch Fälle von Impotenz sind
beschrieben. Einige Autoren vermuten, daß eine Kompression des Nervus pudendus
die Ursache ist. Diese Studie zeigt allerdings , daß die Penisdurchblutung beim
Radfahren abnimmt. Die Ergebnisse dieser Studie stützen die Hypothese,
daß
die Penisarterien beim Radfahren durch den Druck auf das Schambein komprimiert
werden ( wodurch der pO2 sinkt). Radfahrer
sollten daher öfter die Position wechseln. Der Sattel sollte so eingestellt
werden, daß die Nase horizontal oder leicht nach unten geneigt ist.
Nayal et al. Brit J Urol 83 (1999) 623-625
Muskelkater
Muskelkater (verzögerter Muskelschmerz von etwa
einwöchiger Dauer) tritt meist nach exzentrischen Kontraktionen,
insbesondere mit schlechter Koordination auf. Hohe Dehnungsbelastungen
bewirken Zerreissungen von Z-Scheiben und Auflösung der Sakromerstruktur
bei einzelnen Fibrillen.Der Schmerz entsteht vermutlich durch Autolyse
zerstörte Faserstrukturen, Ödeme und teilweise Entzündung. Eine
seltenere Form gibt es bei intensivem Stoffwechsel durch
Dauerbelastungen; hierbei lassen sich Entzündungsreaktionen mit
Leukozyteneinwanderung nachweisen. Muskelkater ist durch die gleiche
Bewegung für mehrere Wochen nicht erneut auslösbar und hinterläßt
keine bleibenden Schäden. Er wird durch dynamische Arbeit gemildert. Eine
sichere wirksame Behandlung gibt es nicht. Cryotherapie (Eis) und Massage
konnten bei dieser "frischenVerletzung" nicht helfen.Medikamente
wie Muskelrelaxantien, nichtsteroidale Antiphlogistika (Voltaren=
Diclofenac), Antioxidantien und Vitamin C erwiesen besserten nicht
eindeutig . Ibuprofen 400 mg vorher und nachher zeigte keine
Wirkung. Kraftreduziertes Training und Wärmeanwendung scheinen in der
akuten Phase am sinnvollsten.
D.Böning Uni Berlin Institut f. Sportmed.- Zeitschr.f.Sportmed.
2/2000
EKG täuscht Spitzensportler: Ein Elektrokardiogramm (EKG)
diagnostiziert häufig Fehler an Sportlerherzen, die keine sind. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie des Instituts für Sportwissenschaften in Rom, die im „Journal of the American Heart Association“ veröffentlicht wurde. Die italienischen Wissenschaftler verglichen über zwei Jahre die Ergebnisse von EKG- und Ultraschalluntersuchungen bei Spitzensportlern.Bei 14 Prozent der 1000 untersuchten Athleten zeigte das EKG klare Abnormalitäten, bei 26 Prozent nur geringe Unregelmäßigkeiten. Dagegen ergaben die Ultraschalluntersuchungen nur in fünf Prozent der Fälle Abnormalitäten. Das EKG zeige auch unproblematische
Veränderungen am Herzmuskel, die Folge des intensiven Trainings seien, erklärte der Studienautor Antonio
Pelliccia. 90 Prozent der Athleten hatten eine vergrößerte linke Herzkammer und dickere Herzwände – bei Sportler-Herzen nicht ungewöhnlich. Um eine lebensbedrohliche Veränderung
des Herzens festzustellen, sollten weitere Diagnoseverfahren das EKG ergänzen, empfahlen die
Wissenschaftler.(NetDoktor.de, 18.07.2000)
Leistungssport schadet der Lunge: Leistungssport kann die Lunge schädigen.
Besonders gefährdet seien Ski-Langläufer, Marathon-Läufer und Schwimmer,
warnten Experten auf dem ersten „Weltkongress für Lungengesundheit und
Atemwegserkrankungen“ in Florenz. In einer schwedischen Untersuchung stellten
die Forscher bei 33 von 47 Ski-Langläufern asthmatische Störungen oder ein
verringertes Lungenvolumen fest. Grund dafür sei das jahrelange Training in
kalter Winterluft. Einer finnischen Studie zufolge litten Marathonläufer
dreimal häufiger an Asthma als andere Menschen. Im Sommer griffen Pollen die
Bronchien an, im Winter war es die Kälte. Beim Schwimmern hingegen sei das
Chlor die Ursache für Atemwegserkrankungen. Das ergab eine norwegische Studie.
„In Schwimmbecken ist die Chlor-Dosis fast so hoch wie die gerade noch
erlaubte Schadstoffmenge in der Industrie“, sagte Kai-Hakon Carlsen vom
Voksentoppen-Center in Oslo. In seiner Untersuchung litten 14 von 29
untersuchten Sportlern an asthma-ähnlichen Symptomen.(netdoktor.de,
03.09.2000)pg
Warzen-Viren : Warzen werden meist durch direkten Hautkontakt wie
einen Händedruck übertragen. Ansteckungen können aber auch durch
gemeinsames Benutzen von Handtüchern oder beim Barfußlaufen zu Hause
erfolgen, so die Presse- und Informationsstelle Dermatologie in Mannheim. Um
eine weitere Ausbreitung zu vermeiden, sollten Warzen möglichst schnell von
einem Hautarzt behandelt werden. Besonders häufig leiden Kinder unter Warzen,
weil sich eine Immunität gegen die Warzen v erursachenden Viren erst im
Anschluss an eine Infektion entwickelt. Auch ein geschwächtes Immunsystem erhöht
die Anfälligkeit, warnt die Informationsstelle Dermatologie. Besonders gefährdete
Personen wie Kinder, Neurodermitis-Kranke und starke Allergiker sollten in öffentlichen
Bädern, Saunen und Hotels immer eigene Schwimm- oder Badeschuhe tragen. Unnötige
Hautkontakte wie etwa häufiges Hände drücken werden besser vermieden. Außerdem
sollten grundsätzlich nur eigene Handtücher und eigene Bekleidung benützt und
mit durchblutungsfördernden Maßnahmen die Abwehrfunktion der Haut gestärkt
werden. (LifeScience.de, 01.09.2000)ka
Laktatabbau auch verbessert, wenn vorher
inaktive Muskeln bewegt werden
Seit mehr als 70 Jahren ist bekannt, dass der Laktatabbau durch aktive
Erholung verbessert wird. Dabei wurden verschiedene ideale Intensitäten
genannt, die zwischen 22 und 70% der VO 2 max
lagen. Später stellte sich heraus, dass eine Festlegung anhand der individuellen aeroben Schwelle
günstiger war. Abseits von der Intensität dieser Belastung wurden bislang jedoch
wenig Aussagen darüber gemacht, wie diese aktive Erholung aussehen sollte. Eine polnische Studie untersuchte bei 9
Sportlern (Schwimmer und Triathleten) die Auswirkung verschiedener
Erholungsgestaltungen auf die Laktatwerte nach 2x200 m Laufen oder 2x50 m Schwimmen mit 2 minütiger Pause. Die
30 minütige Erholung beinhaltete entweder Laufen oder Schwimmen mit einer Geschwindigkeit entsprechend der
aeroben Schwelle oder aber körperliche Ruhe. Während sich die Werte nach den Belastungen bei einer jeweils höheren
Zeit für die 2. Belastung nicht unterschieden, zeigten die Halbwertszeiten der Laktatelimination eine deutliche
Abhängigkeit von der Erholungsgestaltung und der Belastungsform. Die beiden aktiven Erholungsgestaltungen
führten zu deutlich geringeren Halbwertszeiten als die passive Erholung, wobei die Halbwertszeit bei passiver
Erholung nach dem Laufen (25,5±4,3 min) deutlich höher als nach dem Schwimmen (18,6±4,3) war. Während
alle anderen Halbwertszeiten bei ungefähr 13 min lagen, zeigte sich nach der Schwimmbelastung mit Laufen in der
Erholungsphase die schnellste Laktatelimination (t 1/2 8,1±1,3
min) Die Ergebnisse bestätigen, dass eine ak-tive Erholung in jeden Fall die
Laktatelimination verbessert, wobei sich möglicherweise sogar eine Aktivität mit
vorher inaktiver Muskulatur empfiehlt. (Denadai B S et al.:
Effect of exercise mode on the blood lactate removal during recovery of high-intensity
exercise. Biol Sport 17 (2000) 37-45) U.K.
Anstrengungsasthma bei Sportlern -- Ergebnisse einer Untersuchung bei olympischen Wintersportlern
Asthma und Sport schließen einander nicht aus. Asthmakranke
profitieren vom regelmäßigen Training und auch Sportler können an
Asthma erkranken, ohne dass sie ihre sportlichen Aktivitäten aufgeben
müssen. Zu welchen sportlichen Leistungen Asthmakranke fähig sind, zeigen am besten die Beispiele von olympischen Spitzensportlern. In den
letzten Jahren mehren sich jedoch Berichte über häufigeres Auftreten von Asthma bei Sportlern und Spitzensportlern. Ging man früher nach
unterschiedlichen Angaben von einer Häufigkeit asthmakranker Sportler von bis zu 15 Prozent aus (1), so zeigen neuere Untersuchungen, dass
ein hyperreagibles Bronchialsystem bei mehr als 50 Prozent der untersuchten Sportler vorzufinden ist (2).
Dokument
Fahrrad-Sattel: Manneskraft ist Formsache
Köln (pte) - Vor allem bei Langstrecken-Radsportlern kann es durch
Durchblutungsstörungen im Genitalbereich zu Erektionsproblemen kommen. Von
entscheidender Bedeutung ist dabei nicht die Polsterung des Sattels, sondern die
Breite der Sitzfläche. Die Fahrradindustrie ist noch nicht ausreichend auf die
Bedürfnisse ihrer Kunden eingegangen und somit der "männerfreundliche"
Fahrradsattel auch noch nicht erfunden. Zu diesen Ergebnissen kommt Claus Martin
Cremer in einer Untersuchung, die er an der Klinik und Poliklinik für Urologie
der Universität zu Köln durchgeführt hat. Gegenstand der Untersuchung war die
Frage, ob der Penis beim Radfahren, in Folge einer Quetschung des Dammes (Perineums),
ausreichend mit Blut versorgt wird. Durch eine Elektrode, die schmerzfrei an der
Eichel fixiert wurde, konnte die penile Durchblutung während des Radfahrens mit
Hilfe des Sauerstoffpartialdruckes quantifiziert werden, heißt es in einer
Aussendung der Universität. Getestet wurden vier Sättel verschiedener Bauart.
Ein Rennrad-Sattel mit Gelkissen, ein Sattel mit einer Einkerbung im
Genitalbereich, ein breiter Ledersattel und ein Damenrocksattel (ohne
Sattelnase). Bei allen Modellen kam es in Folge des 20-minütigen Radelns zu
einer Absenkung des penilen Sauerstoffpartialdruckes. Im Grad der Absenkung gab
es jedoch signifikante Unterschiede. So schnitt der wenig gepolsterte
Rennradsattel mit einem Abfall von ca. 82 Prozent im Vergleich zum
Ruhemittelwert am schlechtesten ab, während der "Damenrocksattel" nur zu einem
Abfall von etwa 20 Prozent führte. Verallgemeinernd lässt sich laut Untersuchung
sagen: Je schmaler der Sattel, desto größer ist der Druck auf den Damm und um so
schlechter ist die Durchblutung. Eine Alternative ist der Damenrocksattel für
sportliche Radfahrer allerdings nicht, da er keinen ausreichenden Halt bietet.
Vielfahrer sollten vielmehr einen ergonomisch geformten Sattel benutzen, der die
Sitzbeinhöcker des Gesäßes unterstützt und eine Entlastungszone (z. B.
Aussparung) im Genitalbereich bietet. Neben dem Material und der Form des
Sattels hat auch die richtige Höhenjustierung und eine waagrechte bis leicht
nach vorne geneigte Sattelposition einen positiven Einfluss auf die
Durchblutung. Zusätzlich seien ein häufiger Wechsel zwischen sitzendem und
stehendem Fahren, das Einlegen von Pausen sowie nahtlose Radlerhosen sehr
nützlich. Weitere Untersuchungen müssen nun zeigen, ob bei Männern auch
langfristige Schäden durch Fahrradfahren oder andere Sportarten wie z. B. Reiten
entstehen können. Über die Auswirkungen des Fahrradfahrens bei Frauen wurden
bisher noch keine wissenschaftlichen Ergebnisse veröffentlicht.31. Oktober 2002
Damensattel bewahrt Radfahrern die Manneskraft
Vergleichsstudie mit vier verschiedenen Sattelarten
KÖLN (jcs). Die derzeit männerfreundlichsten Fahrradsattel auf dem Markt sind
herkömmliche Damensattel - gepolstert und ohne Sattelnase. Zu diesem Ergebnis
sind Kölner Wissenschaftler gekommen, die bei Radfahrern die Durchblutung im
Genitalbereich sowie die Häufigkeit erektiler Dysfunktion untersucht haben.
Getestet wurden vier Sättel: ein Rennradsattel mit Gelkissen, ein Sattel mit
einer Einkerbung im Genitalbereich, ein breiter Ledersessel und ein Damensattel.
"Insgesamt 100 Probanden sind auf diesen Sätteln 20 Minuten gefahren", hat der
Leiter der Untersuchung Dr. Frank Sommer berichtet. Während des Radfahrens wurde
durch eine Elektrode die Durchblutung des Penis gemessen.
Ergebnis: Je schmaler der Sattel, desto schlechter die Durchblutung. Bei dem
Rennradsattel fiel sie um 82 Prozent im Vergleich zum Ruhemittelwert ab, beim
Damensattel ohne Nase nur um 20 Prozent. Die Kölner Wissenschaftler haben
außerdem knapp 1800 Männer, die als Amateure bei Radsportvereinen fahren, anonym
zu erektiler Dysfunktion und Sätteln befragt. Zum Vergleich wurden 4500 Männer
interviewt, die nicht überdurchschnittlich viel Radsport betreiben. Die
Prävalenz für eine erektile Dysfunktion sei bei Männern, die mehr als zehn
Stunden in der Woche auf dem Rad sitzen, etwa drei Mal höher als bei anderen, so
Sommer. Für sportliche Radfahrer ist ein Damensattel natürlich keine
Alternative. Ein ergonomisch geformter Sattel mit Entlastungszone im
Genitalbereich bedeutet aber bereits eine Verbesserung. Auch eine leicht nach
vorn geneigte Sattelposition sei günstig, sagte Sommer. Und auch ein häufiger
Wechsel zwischen sitzendem und stehendem Fahren sei zu empfehlen. Ärzte Zeitung,
13.11.2002
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